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Posts Tagged ‘Murom’


In unseren apokalyptisch anmutenden Zeiten, wo angesichts des dramatischen Rückgangs der Insekten nicht einmal mehr der böse Friederich auch nur einer Fliege etwas zuleide tun wollte, freut man sich besonders über jede Sichtung einer seltenen Spezies. So auch in der Region Wladimir, wo dieser Tage Ruslan Schukow, Dozent am Institut für Biologie und Ökologie an der Staatlichen Universität, eine kleine Population des hier schon als ausgestorben vermuteten Schmetterlings Osterluzeifalter nachweisen konnte. Ausgerechnet in der Nähe des Dorfes Karatscharowo bei Murom, das die Legende als Heimat des Recken Ilja Muromez überliefert.

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Osterluzeifalter, gesehen von Ruslan Schukow

Auf die gezielte Suche nach dem Tagfalter hatte sich der Wissenschaftler nun gemacht, nachdem 2017 Meldungen einer zufälligen Sichtung bekannt wurden. Die Verbreitung des Schmetterlings reicht zwar von Südeuropa bis in den Kaukasus und Ural, aber überall – auch in Deutschland – handelt es sich um isolierte und zum Teil stark gefährdete Vorkommen, was wiederum mit der ausschließlichen Futterpflanze für die Raupen, der Osterluzei, zusammenhängt, die sich heute – einst sogar als Heilkraut kultiviert – auf dem Rückzug befindet.

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Ruslan Schukow

Ruslan Schukow wollte nichts dem Zufall überlassen, Wetter und Temperatur sollten stimmen, und so wurde er denn auch tatsächlich fündig und entdeckte bei seiner sechsstündigen Erkundung zwanzig Exemplare, Männchen wie Weibchen und sogar Eier an einer Osterluzei, also den Nachweis eines stabilen Vorkommens.

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Raupe des Osterluzeifalters

Erst im vergangenen Jahr hatte man den Schmetterling in das Rote Buch der Region Wladimir aufgenommen, nun wollen sich die Ökologen dafür einsetzen, das Habitat unter Schutz zu stellen und dafür zu sorgen, daß hier keine Viehweide eingerichtet wird. Vor allem aber droht das bei allen Verboten leider immer noch verbreitete wilde Abbrennen von Trockenflächen im Frühling das Vorkommen der Osterluzei zu gefährden. So hängt eben – wie überall im Leben – das eine mit dem anderen zusammen. Und alles ist so verletzlich, verwundbar, was der Mensch in seinem Wahn ja oft erst schmerzlich begreift, wenn es bereits zu spät ist. Hoffentlich nicht im Fall dieser schönen Symbiose von Pflanze und Falter.

Material nach einem Bericht von Zebra-TV

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„Für die guten Gaben will ich Euch alle loben, doch sollt Ihr dran denken: Der Segen kommt von oben.“ So lautet der Tagesspruch in der Herrnhuter Kirche von Sarepta in Wolgograd. Und man möchte wirklich an diesen Segen glauben, wenn man sich die gut 250jährige Geschichte der deutschen Missionare vergegenwärtigt, die zwar mit der Bekehrung der nomadisierenden Steppenvölker – sie bekannten sich bereits zum Buddhismus – nicht so recht vorankamen, dafür aber Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft am Unterlauf der Wolga einen gewaltigen Anschub gaben.

Innenraum der Kirche von Sarepta, der Herrnhuter Gemeinde zu Wolgograd

Ein Segen ruht wohl auch auf der 1991 wiedergegründeten 200-Seelen-Gemeinde mit ihrem deutsch-russischen Pastor, die sich über die Unterstützung aus Deutschland freuen kann, etwa in Gestalt der Kirchenorgel, die gern auch für Konzertveranstaltungen genutzt wird. Dennoch, der alte Glanz ist dahin. Dort, wo noch vor dem 1. Weltkrieg etwa 6.000 Deutsche und Russen zusammenlebten, prägt heute der sowjetische Wohnungsbau das Bild, während aus der Zeit der Siedler nur noch wenige Gebäude stehen, die zum Teil erst noch restauriert werden wollen. Eine Aufgabe für die deutsch-russische Zukunft, die freilich einen guten Anfang genommen hat.

Mit dem Fahrrad zur Kirche

Auch die orthodoxe Kirche steht erst am Anfang ihres Wiedererstehens. Was die Bomben der deutschen Luftwaffe und die Straßenkämpfe während der Schlacht um Stalingrad nicht schon zerstört hatten, verfiel in der Nachkriegszeit. Dafür entstehen jetzt vielerorts Kirchen und Kapellen, sogar der Wiederaufbau der Kathedrale im Zentrum kommt rasch voran.

Parkplatz für Fahrräder

Neuerdings kommt sogar der Kirchgang per Fahrrad in Mode. Die Infrastruktur dafür macht jedenfalls Fortschritte. Ein wenig mehr Radverkehr könnte es dann aber schon sein. Allerdings nur abseits der Hauptstraßen mit ihren Abgaswolken und ungeduldigen Autofahrern, wo für Pedale noch kein Platz vorgesehen ist.

Laufen oder radeln in Wolgograd?

Und die Schilder sind bisweilen nicht ganz entschieden…

Doch besser laufen?

Dann vielleicht als Alternative doch lieber laufen, zumal die Schaufensterwerbung Lust darauf macht.

Wegweiser an der Wolga-Promenade

Verlaufen kann man sich jedenfalls nicht in Wolgograd, wo sich alles auf einem engen Streifen entlang dem Strom ausrichtet, wo auf einer Länge von 90 km knapp über eine Million Menschen leben. Allenthalben Wegweiser, wenn auch nicht überall so ganz ernst gemeint, ansonsten allenthalben offene Einheimische, die den Fremden gern weiterhelfen.

Pjotr und Fewronia aus Murom in Wolgograd

Und schon steht man vor dem Denkmal für die das heilige Paar, Pjotr und Fewronia, die in Murom als Ordensleute lebten, schließlich doch zusammenfanden und heute als Patrone der Eheleute verehrt werden: https://is.gd/11eMo4

Geschlossenes Kaufhaus über der einstigen Kommandostelle von Friedrich Paulus

Weit hat man es zu Fuß auch nicht bis zu jenem Ort, wo sich Friedrich Paulus mit seinem Stab verbarrikadiert hatte. Von hier brachte man den treuen Statthalter des Führers dann nach Susdal in die Gefangenschaft, bevor er, wenig erfolgreich, als Sprachrohr der Antifa agierte und später in die DDR entlassen wurde, wo er ebenfalls scheiterte.

Platz der Gefallenen Kämpfer, wo am 31. Januar 1943 Generalfeldmarschall Paulus mit seinem Stab in Gefangenschaft geriet.

Hätte er nur den Mut aufgebracht, sich der Order seines obersten Befehlshabers zu widersetzen! Am Verlauf des Krieges hätte es nichts geändert, aber ungezählte Menschenleben wären gerettet gewesen, unsägliches Leid wäre nie geschehen.

Architektur des Himmels über Wolgograd

Die gemeinen Gefangenen hatten es weniger komfortabel. Und sie hatten den Wiederaufbau der Stadt zu leisten. Ganze Straßenzüge zeugen noch heute von ihrer Hände Arbeit. Die Wiedergutmachung blieb Sache jener, die mitgelaufen waren, in Reih und Glied marschierten und parierten.

Herrenausstatter „Kanzler“

Über die Geschichte der Schlacht berichtete der Blog bereits ausführlich vom 5. bis 7. Juni 2016, nachzuschlagen unter https://is.gd/lp1o8y, https://is.gd/y30KT0 und https://is.gd/tba6V0. Heute deshalb zum Ausklang „nur“ ein Zitat aus einem Gedicht ohne Titel von Georgij Iwanow, übersetzt von Kay Borowsky:

Moskau und „Westfalika-Schuhe“

Rußland ist Schweigen, der Asche Spur. / Vielleicht besteht es aus Zittern nur.

Deutsche Schuhe

Ein Lagermorgen bescheint das Land, / für das die Welt keinen Namen fand.

Die „deutsche“ Weihnacht läßt grüßen

Da kommt einem wieder jener Segen von oben in den Sinn, wenn man all den Attributen des Alltags begegnet, mit denen man heute in Wolgograd Deutschland – auch – verbindet.

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Bereits 1945 begann der Science-Fiction-Autor Alexander Kasanzew mit der Erforschung des rätselhaften Tunguska-Phänomens in Sibirien aus dem Jahr 1908 – die Ursache für die Verwüstungen auf einer Waldfläche von mehr als 2.000 qkm im Siedlungsgebiet der Ewenken sind bis heute nicht eindeutig geklärt – und stellte der Ufologie zuzurechnende Mutmaßungen an, die übrigens sogar literarischen Niederschlag fanden, etwa bei Stanislaw Lem („Die Astronauten“) oder in „Der Montag fängt am Samstag an“ von Boris und Arkadij Strugazkij. Mit weiteren Propagandisten des Übersinnlichen gründete der Parawissenschaftler 1980 die Gruppe „Kosmopoisk – Spacesearch“, die seit 2004 als „Allrussische Wissenschaftsorganisation“ firmiert, etwa zweieinhalb Tausend Mitglieder zählt und eine Filiale auch in der Region Wladimir, genauer in Murom, unterhält.

Ein Trupp dieser Erforscher des Übernatürlichen besuchten nun laut einem Bericht des Wladimirer Staatlichen Lokalfernsehens die im Südosten angrenzende Region Rjasan, wo auf der Fläche eines Fußballfeldes der sogenannte „Trunkene Wald“ steht, ein Phänomen, das man in ähnlicher Weise auch von der Kurischen Nehrung unter dem Begriff „Tanzender Wald“ kennt. Unter Einsatz von Wärmebildkameras und auf der Grundlage einer Analyse der Jahresringe kamen die Forscher zu dem Ergebnis, eine magnetische Anomalie, möglicherweise hervorgerufen durch die Landung eines Ufos, sei die Ursache der Verwachsungen der Stämme. Manch ein Einheimischer glaubt gar, hier hätten sich zwei Hexen einen Kampf geliefert.

Den Resultaten der Naturwissenschaften freilich können diese Theorien nicht standhalten. Die Erklärung für die gebogenen Stämme liegt nämlich in einer lokalen klimatischen und geologischen Besonderheit, die auch erklärt, warum ungefähr seit 1980 hier alle Bäume im Stadium der Ausnüchterung gerade gen Himmel wachsen, ebenso wie die ältesten Kiefern in diesem Waldstück. Einige Jahre vor den Olympischen Spielen in Moskau nämlich gab es eine Periode mit ausgesprochen feuchten Sommern, denen schneereiche Winter folgten. Damals, in den 70er Jahren, stand hier noch eine Föhrenschonung auf Sandboden, unter dem eine Lehmschicht das Wasser nicht abfließen läßt. Der Sand hatte sich derart mit Wasser vollgesogen, daß er eines Tages ins Rutschen geriet und die jungen Bäumchen mit ihren noch kurzen Wurzeln sich nach Westen neigten. In trockenen Phasen kam der Prozeß immer wieder zum Stillstand, und die Stämmchen richteten sich wieder auf – bis zum nächsten Schub…

Die Trunkenheit dürfte also buchstäblich natürlichen Ursprungs sein. Aber das Unwort des Jahres, „alternative Fakten“, hat ja nicht erst in unserer Zeit eine ganz eigene Magie entwickelt.

 

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Die Früchte der Förderung des Fremdenverkehrs in der Region Wladimir durch Politik und Wirtschaft machen Freude. Als dieser Tage nämlich die Organisatoren des Wettbewerbs „Russian Event Awards“ – 639 Projekte aus 65 Landesteilen der Russischen Föderation hatten teilgenommen – zur Preisverleihung schritten, erhielt das Gouvernement am Goldenen Ring einen ganzen Strauß von Auszeichnungen in den verschiedenen Kategorien.

Fremdenverkehrsbüro auf dem Kathedralenplatz von
Wladimir, Quelle Zebra-TV

Platz eins in der Nomination „Städtisches Fremdenverkehrszentrum“ ging an die Stadt Wladimir, Rang drei an den Landkreis Gorochowez an der Grenze zur Region Nischnij Nowgorod. Ganz vorne zu liegen kam die Region Wladimir auch in der Kategorie „Unterbringung“ mit dem „Klubhotel Weles“ im Dorf Dworiki, Landkreis Kameschkowo. Oben auf dem Treppchen kam das „Mückenfest“ von Sudogda als bestes Beispiel für „Kindertourismus“ zu stehen.

Der „Velo-Sommer“ in Susdal

Und auch der Grand-Prix für die gelungenste Veranstaltung im Rahmen des Umweltjahres ging nach Sudogda bei Wladimir für das „Waldfest“. Einen Sonderpreis in der Disziplin „Tourismus und Sport“ erhielt Susdal für das heuer erstmals veranstaltete Fahrradfestival „Velo-Sommer“, und auch der Grand Prix für die erfolgreichste Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsgewerbe nahm für sein „Winteraustreiben“ die Partnerstadt von Rothenburg o.d.T. entgegen.

Okroschka-Tag in Wladimir

Den ersten Platz bei der „Popularisierung von Event-Tourismus“ teilt sich Murom für die alljährliche Veranstaltung zum „Tag der Familie, Liebe und Treue“ mit den „Harley Days“ in Sankt Petersburg. Da verwundert es nicht, wenn auch das überregionale Wirtschaftsforum „Goldener Ring Rußlands – 50“ den Großen Preis für die beste Veranstaltung anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens des Goldenen Rings zugesprochen bekam. Und – wie zum Nachtisch – gab es vom Nationalen Verband der Bewahrer des gastronomischen Erbes und Fremdenverkehrs auch noch Lob für das dem Susdaler Honigwein gewidmete „Medowucha-Fest“ und den „Okroschka-Tag“ im Wladimirer Restaurant „Russisches Dorf“. Da bleibt nur, zu den Erfolgen zu gratulieren und – auch wenn sie eher in den Sommer paßt – wieder einmal eine Okroschka zu probieren: https://is.gd/5nJzjY

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Seit 2008 feiern die Russen am 8. Juli ihren eigenen Valentinstag, den Tag der Familie, Liebe und Treue. Verbunden ist das Fest mit einer Heiligenlegende aus dem 16. Jahrhundert, die sich um das Paar Pjotr und Fewronia rankt. Alles reichlich apokryph und nicht ganz den kanonischen Regeln einer Hagiographie folgend, aber von großer Strahlkraft.

Pjotr und Fewronia, Fresko im Christ-Verklärungs-Kloster zu Murom

Pjotr und Fewronia, Fresko im Christ-Verklärungs-Kloster zu Murom

Es begab sich also, daß von 1205 bis 1228 in Murom an der Oka ein Fürst namens David Jurjewitsch herrschte, von dessen Gattin, Jewrosinia, mit der er drei Kinder zeugte, allerdings kaum etwas bekannt ist. Nach seiner Abdankung jedenfalls soll der Adlige die Mönchskutte angelegt haben, um fortan gottesfürchtig im Kloster zu leben, wo er den Namen Pjotr annahm, während seine Frau es ihm gleichtat und sich als Nonne Fewronia nannte. Man geht heute davon aus, es handle sich bei der Überlieferung, die zur Heiligsprechung der beiden im 16. Jahrhundert führte, um eine Verbindung zweier literarischer Sujets, des Zaubermärchens von Feuerdrachen und des Volksmärchens von der weisen Jungfrau. Der Überlieferung nach soll also Pjotr einige Jahre vor seinem Amtsantritt einen Feuerdrachen getötet und sich bei der Heldentat mit dem Blut des Untiers befleckt haben, was ihn unheilbar an Aussatz erkranken ließ. Im Schlaf aber wurde dem Siechen geoffenbart, die Tochter eines Sammlers von wildem Honig könne ihn wieder gesund machen. Und tatsächlich fand sich in Fewronia, einer jungen Bäuerin aus dem benachbarten Fürstentum Rjasan, eine Frau, die als heilkundig galt, freilich als Lohn für ihre Künste die Eheschließung verlangte. In seiner Not versprach der Hochwohlgeborene der Frau die Hochzeit, wollte davon allerdings wegen ihrer niedrigen Herkunft nach seiner Genesung nichts mehr wissen. Fewronia hatte dergleichen wohl geahnt, denn absichtlich war ein Geschwür unbehandelt geblieben, so daß die Lepra bald schon wieder voll ausbrach und die Heilerin zurück ans Krankenbett gerufen wurde und bald darauf das Ja-Wort sprechen konnte. Doch nun erhoben sich die Bojaren und verjagten Pjotr mit den Worten: „Entweder zu verläßt deine Gemahlin, die mit ihrer Abkunft unseren edlen Stand beleidigt, oder du verläßt Murom!“ Der Fürst hielt zu seiner Frau und verließ mit ihr auf zwei Schiffen die Stadt in Richtung Wolga. Bald schon aber begann in Murom eine Zeit der Wirren mit Mord und Totschlag, und so riefen die Bojaren ihr Fürstenpaar zurück, um wieder Ordnung zu schaffen. Fewronia soll es sogar gelungen sein, sich die Liebe ihrer Untertanen zu erwerben. Später dann, viel später, als Ordensleute in verschiedenen Klöstern, hatten die beiden nur noch den Wunsch, am gleichen Tag zu sterben und in einem gemeinsamen Sarg beigesetzt zu werden. Dafür war sogar ein Grabstein vorbereitet. Und siehe da: Ähnlich wie Philemon und Baucis verschieden Pjotr und Fewronia am gleichen Tag und zur selben Stunde. Allerdings hielt man es für die beiden als Ordensleute für unziemlich, in einem Sarg gemeinsam bestattet zu werden, weshalb man sie getrennt in ihren Klöstern zur letzten Ruhe bettete. Am nächsten Tag aber schon war das Paar auf wundersame Weise wieder vereint und harrt bis heute in Murom der Auferstehung.

Hochzeit 6

Von Murom aus, der ältesten Stadt in der Region Wladimir, breitete sich nun auch der Brauch aus, am Todestag der beiden Heiligen den Bund fürs Leben zu schließen. Und so geschah es denn auch gestern im Patriarchengarten, wo gleich sechs Paare einander das Ja-Wort gaben. Melden konnten sich alle Heiratswilligen für diese besondere Zeremonie in besonderem Rahmen.

Hochzeit 8

Am Eingang zu dem Park mit dem grandiosen Blick auf die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale, empfingen Pjotr und Fewronia die Gäste, erzählten von ihrer eigenen Liebe und Treue und wünschten den jungen Leuten Glück für ihr gemeinsames Leben.

Hochzeit 7

Dann ging es hinab zum Springbrunnen, wo es für den Bräutigam galt, einige Aufgaben zu lösen: durch Glasscherben gehen (nicht barfuß), Blumen pflücken, sich von etwas Unnötigem trennen…

Hochzeit 4

Erwartet wurden die Paare von einem weiteren Helden der Geschichte, wenn auch neueren Datums, von Zar Peter I, der das Fest für eröffnet erklärte und die Gäste zum Tanz aufforderte.

Hochzeit 3

Der amtliche Akt mit Unterschrift fand im Pavillon neben dem Springbrunnen statt, wo dann auch das „Ja“ laut zu vernehmen war, wo die Ringe und Küsse ausgetauscht wurden…

Hochzeit 1

Überliefert ist nur leider nicht, womit die frisch Vermählten mit ihren Gästen anstießen, denn die Behörden haben just für diesen Festtag den Verkauf von jedwelchen alkoholhaltigen Getränken untersagt. Man darf freilich davon ausgehen, daß sich die Festgesellschaft vorab mit den notwendigen Vorräten eingedeckt hat.

Hochzeit 5

Bleibt nur, den Eheleuten die Freuden der Liebe und Treue für alle Tage zu wünschen, die noch vor ihnen liegen.

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Unmittelbar nach der Rückeroberung Palmyras vom selbsternannten Islamischen Staat durch russisch-syrische Truppen hatte das Verteidigungsministerium in Moskau Ende März eine in Murom stationierte Brigade in die weltberühmte Wüstenstadt entsandt, um dort die Minenräumung vorzunehmen. Unterstützt wurden die Soldaten von Spezialtechnik und vor allem dem Robotersystem „Uran-6“, entwickelt für den Einsatz auf Gelände, das zu betreten für Menschen zu gefährlich wäre.

Palmyra

Palmyra

Dieser Einsatz hat sich offenbar gelohnt. Nicht nur, daß alle Soldaten dieser Tage wohlbehalten zurück in die Region Wladimir gekommen sind, es ist auch, wie offizielle Stellen mitteilen, gelungen 825 ha sowie 8.500 Gebäude minenfrei zu machen. Ungefähr 18.000 explosive Gegenstände und Sprengfallen wurden entschärft.

Palmyra

Palmyra

Zurückkehrt ist die Brigade übrigens via Tartus, den von den russischen Streitkräften genutzten syrischen Mittelmeerhafen ins Schwarze Meer, von wo aus es ab Noworossijsk auf der Schiene nach Murom ging. Wenn nun also bald die Archäologen aus aller Welt die Schäden in Palmyra katalogisieren und später hoffentlich auch beheben können, ist das ein Verdienst der Soldaten aus der Region Wladimir.

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