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Posts Tagged ‘Metamorphis’


Unerwartet schlechte Wetterbedingungen haben auch ihre gute Seite und können schnell den Eisbrecher zu Beginn von Gesprächen spielen. Gleich nach der Landung des Flugzeuges auf einem der Moskauer Flughäfen fielen mir die hohen Schneemaßen auf dem Gelände auf, was mich aber nicht weiter wunderte. Schließlich haben wir Januar, dachte ich. Doch schon in Gesprächen während der Fahrt vom Südosten Moskaus Richtung Innenstadt ging es vor allem um den ungewöhnlichen Schneefall. Sobald man aus dem Auto ausstieg, merkte man die Höhe der Schneemassen in den Fußgängerzonen. In den Medien war von einem Jahrhundert-Schneefall die Rede. Mir bereitete der Schneesturm jedoch keine Sorge, da ich in Moskau hauptsächliche mit der legendären Metro unterwegs war. Ich hatte aber vor, während meines Verwandtschaftsbesuches in Moskau auch Freunde in unserer Partnerstadt zu besuchen. So hatte ich während meines Aufenthaltes in Moskau einen kurzen Abstecher nach Wladimir geplant. Wie bei früheren Reisen fuhr ich auch dieses Mal mit der „Lastotschka“, einem Schnellzug, der zwischen Moskau und Nischnij Nowgorod verkehrt und in Wladimir hält.

Blick auf die eingeschneite Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir

Als ich ohne Verspätung ankam, stellte ich fest, daß hier noch mehr Schnee fiel. Zuerst wollte ich mich mit Schamil Chabibullin treffen, der mit seiner Musikband „Metamorphis“ Ende 2017 beim Newcomer Festival im E-Werk die Herzen der Zuschauen erobert hatte (https://is.gd/i7pWzs). Nach dem Treffen mit ihm und anderen Mitgliedern der Gruppe war das kalte und ungewöhnliche Wetter kein Thema mehr für unsere Gespräche. Ich wurde sehr neugierig, als die Rockmusiker mir über ihre „Basis“ erzählten, die sie ohne jegliche Förderung unterhalten, und wollte sie unbedingt mit eigenen Augen sehen.

Schamil Chabibullin und Amil Scharifow

Nach einer kurzen Fahrt durch das eingeschneite Wladimir erreichten wir die „Basis“, die sich in einem Keller befand und aussah wie ein professionelles Musikstudio. Ich erfuhr, daß die Mitglieder der Band die Musik als Freizeitaktivität verstehen und das Studio aus eigenen Mitteln finanzieren. Für das Quartett ist Musik aber mehr als ein Hobby, sie ist Freundschaft, sie verbindet Menschen und bereitet Spaß. Einige der Rockmusiker waren schon mehrmals in Erlangen und haben dort viele Freunde und Bekannte. Die Teilnahme von Wladimirer Bands am Newcomer Festival ist ja schon zu einer guten Tradition geworden. Der Austausch leistet einen wichtigen Beitrag zur Städtepartnerschaft, und dabei spielen Menschen wie Schamil, dem unsere Kontakte sehr am Herzen liegen, eine wichtige Rolle. Mit ihm kann man nicht nur über Musik, sondern auch über gesellschaftliche und deutsch-russische Themen reden.

Amil Scharifow und Sergej Sujew

Als wir beim Spaziergang durch die Innenstadt an der einzigen katholischen Kirche vorbeikamen, stattete ich dem dortigen Pfarrer, Sergej Sujew, einem langjährigen Freund der Städtepartnerschaft, einen unangekündigten Besuch ab. Schließlich dürften die Türen des Gotteshauses offen sein, dachte ich – und wurde nicht enttäuscht. Der Geistliche war über meinen Überraschungsbesuch sichtlich erfreut und schenkte mir eine CD mit russischen spirituellen Liedern. Zugegeben, diese Lieder sind die ersten religiösen Melodien, die ich auf Russisch hören werde, und ich bin gespannt, ob sie Einfluß auf meine Weltanschauung haben.

Schamil Chabibullin in der „Basis“

Am letzten Tag meines Besuches traf ich mich mit Wladimir Tichomolow, der sich Anfang 2017 bei uns in der „Berg-WG“ aufgehalten und Erlangen sowie die nähere Umgebung per Fahrrad erkundet hatte. Über seinen Aufenthalt hat der Blog hier https://is.gd/MOyI3b berichtet. Außerdem kam ich mit Wjatscheslaw Kartuchin zusammen, der auf Wladimirer Seite das Dialogforum „Prisma“ leitet. Kurz vor der Abreise besuchte ich noch Guram Tschjotschjew, einen Landsmann von mir, der in Sachen Städtepartnerschaft ein Begriff ist. Der angesehene Orthopäde war bereits Anfang der 90er Jahre zum Austausch in Erlangen und hat da viele Freunde. Wir hatten eigentlich nur vor, zusammen Kaffee zu trinken. Dann kamen wir jedoch überein, daß sich zwei aus Georgien stammende Menschen im Ausland lieber zu einem Getränk, Tschatscha genannt, verabreden sollten, das in Heimat landestypisch ist und uns verband, bis es Zeit war, nach all dem Wiedersehen mit Freunden wieder in Zug nach Moskau zu steigen… Bis zum nächsten Mal.

Amil Scharifow

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Beginnen wir beim Ende – oder besser kurz vor dem Ende – des langen gestrigen Abends im E-Werk, als das Publikum zum donnernden Ausklang des vierzigsten Newcomer Festivals die Band „Metamorphis“ aus Wladimir einfach nicht von der Club-Bühne lassen wollte. „One more song! One more song!“ skandierte der tobend volle Saal.

Metamorphis on stage

Aber auch ein Konzert cum tempore hat einmal ein Ende, zumal dann, wenn noch ein wichtiger Programmpunkt ansteht, die Verleihung der Auszeichnungen und vor allem des Publikumspreises durch Oberbürgermeister Florian Janik.

Metamorphis: Schamil Chabibullin, Ilja Jerochow, Alexej Romanow und Alexander Wojnilowitsch

Die Kulturförderung im Amt für Soziokultur der Stadt Erlangen vergibt nämlich seit 2003 den „Publikumsförderpreis“ im Bereich Rockmusik im Rahmen des Erlanger Newcomer Festivals, das jährlich im November im Kulturzentrum E-Werk stattfindet.

Alexander Wojnilowitsch

Der Publikumsförderpreis der Stadt Erlangen soll…

  • eine junge Nachwuchsband in ihrer Entwicklung fördern,
  • signalisieren, daß die Stadt Erlangen die Leistungen von im Bereich Rockmusik engagierten jungen Menschen anerkennt,
  • durch die Entscheidung des Publikums über die Preisvergabe, den Anreiz erhöhen, das Newcomer Festival zu besuchen und damit die Veranstaltung aufwerten.

Ilja Jerochow

Das Publikum entscheidet über den Gewinner. Dadurch nimmt der Preis eine Sonderstellung ein gegenüber den durch eine Jury vergebenen Auszeichnungen, die über Sponsoren finanziert werden. Der Publikumsförderpreis wird nicht in Form von Bargeld ausgezahlt, sondern trägt dem Förderaspekt Rechnung.

Zwischen 2004 und 2008 bestand der Preis aus einer mehrtägigen Reise in die schwedische Partnerstadt Eskilstuna; seit 2009 geht die Reise nach Wladimir. Die Tour ist immer mit Konzertauftritten in der Partnerstadt verbunden. Die bisherigen Gewinner des Publikumsförderpreises:

Schamil Chabibullin und Tom Weinhold von „Meloco“

„Mobile Funk Navigators“ (2004) – „Mister Squirrel and the crunchy nuts“ (2005) – „Pilot Mash“ (2006) – „Booze Bombers“ (2007) – „Notorious Beat Plank“ (2008) – „Fact & Fiction“ (2009) – „Whispering Eyez“ (2010) – „First Second“ (2011) – „Wasted” (2012) – „Meloco” (2013) – „Actin Myosin” (2014) – „The Variety Show” (2015) – “#zweiraumsilke” (2016).

Im Gegenzug kamen seit 2005 Bands aus Eskilstuna bzw. seit 2008 aus Wladimir zum Newcomer Festival nach Erlangen.

Seit Mittwoch nun sind die vier Musiker von “Metamorphis” aus Wladimir zu Gast in Erlangen und gaben  zwei Konzerte im Kulturzentrum E-Werk: am Donnerstag bei “Umsonst und Drinnen” auf der kleinen Kellerbühne und – außerhalb des Wettbewerbs – vor der Preisverleihung im Rahmen des Newcomer Festivals gestern auf der Club-Bühne mit großem Saal.

Ilja Jerochin

“Metamorphis” war bereits 2014 im Rahmen des Bandaustausches in Erlangen und arbeitet gerade an einem neuen Album, aus dem nun viel zu hören war. Einer der Musiker, der Rhythmus-Gitarrist Schamil Chabibullin, ist übrigens Mitglied des Stadtrats in Wladimir.

Ilja Jerochin und Schamil Chabibullin

Seit 2015 wird das Newcomer Festival mit neuem Konzept durchgeführt: Die Einführung von Vorentscheiden, die Einbindung von Jugendklubs (Dezibel, Scheune und New Force) und die Konzentration der Bands, die sich bei den Vorentscheiden qualifiziert haben, auf einen Abend beim Finale im E-Werk hat sich bewährt. Die Veranstaltung lockt zahlreiche Musikinteressierte in die verschiedenen Veranstaltungsorte.

Aus den vielen Bewerbungen hat die Jury die interessantesten Bands für die Vorentscheide ausgewählt. Wie in den Vorjahren ist wieder ein gelungener Mix aus ganz unterschiedlichen Musikstilen zusammengekommen. Bei den Vorentscheiden zählen sowohl die Stimmen der Jury als auch die des Publikums. Je zwei Bands aus den Vorentscheiden traten nun gestern beim großen Finale im E-Werk ab 19.30 Uhr auf.

So sehen Sieger aus: „Repellent“

„Repellent“ erspielte sich dabei den Sieg, sogar einen doppelten: Sowohl das Publikum als auch die Jury kürten das Quintett zur besten Band des 40. Newcomer Festivals. Da kann man nur gratulieren, vor allem natürlich zur Reise nach Wladimir 2018, im 35. Jahr der Städtepartnerschaft.

Ilja Jerochin, Susanne Lender-Cassens, Karin Lippert, Sergej Potapow, Schamil Chabibullin, Alexej Romanow, Pawel Porizkij und Alexander Wojnilowitsch

Auch wenn die Band, dieses Mal begleitet von Sergej Potapow und Alexej Romanow, zuständig für Technik und Management, Erlangen bereits kennt, gibt es doch wieder viel zu entdecken, vor allem natürlich im E-Werk, dessen Bedeutung für das Kulturleben Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens beim Empfang im Rathaus gern erläutert, zum Staunen der Gäste, die nur bedauern können, in Wladimir im Schatten von Klassik- und Folklore-Ensembles zu stehen, während Erlangen Rock und Pop nach Kräften fördert, um, wie Karin Lippert, die Kuratorin des Bandaustausches, erläutert, auch diesem Bereich der Jugendkultur zu seinem Recht zu verhelfen.

Gruppenbild mit Dame: „Metamorphis“ und Astghik Mantashyan am Hugenottenbrunnen gegen Ende der Stadtführung

Da ist es nur umso erstaunlicher, wie vielfältig sich die Szene in Wladimir allgemein darstellt, wie stilsicher und professionell dann eine Band wie „Metamorphis“ ihre überzeugende Interpretation von Post-Grunge auf die Bühne bringt, wie rasch das Quartett das gemeinhin doch eher verhaltene Erlanger Publikum zu fesseln versteht… One more song!

Club-Bühne im E-Werk: „One more song, Metamorphis!“

Abseits der Bühne freuten sich die Vier besonders, die Freunde von „Meloco“ wiederzusehen, die in Nürnberg ein Interview bei Radio Z / AFK-Max organisierten, die Gäste ins Lochgefängnis entführten und sie mit Glühwein bewirteten. Eben ganz so, wie es in der Partnerschaft sein soll – und wie es nun bald „Repellent“ erleben wird und dann eine neue Formation aus Wladimir und dann wieder die Siegerband des 41. Newcomer Festivals. Ad infinitum. Denn, wie schon Neil Young wußte: „Rock and Roll will never die!“

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Unterschiedlicher könnte dieser Tage das Wladimir-Programm in Erlangen nicht sein: Heute abend tritt ab 21.15 Uhr auf der Kellerbühne im E-Werk die Band „Metamorphis“ auf. Das Quartett, das bereits vor drei Jahren in Erlangen gastierte, spielt seit 2010 zusammen und pflegt in der Partnerstadt den Post-Grunge-Stil. Von Beginn an fand die Gruppe ihr Publikum und nahm bereits 2011 ihr erstes Album unter dem Titel „With you“ auf, das allerdings erst 2013 erschien. Ende April 2017 stellte die Band eine Single vor, die in kürzester Zeit im Internet 70.000 Klicks verzeichnete. Derzeit arbeitet „Metamorphis“ an einem weiteren Album, das Anfang 2018 herauskommen soll. In Erlangen spielen die vier Wladimirer denn auch auf der Kellerbühne im Rahmen von „Umsonst und Drinnen“ hauptsächliche Stücke aus ihrem neuen Repertoire.

Metamorphis back on stage in Erlangen

Und dann am Samstag ab 22.30 Uhr der große Gig auf der Clubbühne des E-Werks im Rahmen des 40. Newcomer Festivals vor der Verkündung des Publikumspreises und der Siegerband, die im nächsten Jahr nach Wladimir reisen darf.

Schwimmergruppe aus Wladimir in der Hannah-Stockbauer-Halle 2015

Wer es lieber sportlich mag, ist am Wochenende zum 23. Internationalen Schwimmen um den Röthelheim-Cup in die Hannah-Stockbauer-Halle eingeladen. Mit dabei – nach guter Tradition auf Einladung der SGS – eine 25köpfige Gruppe von der Schwimmschule Wladimir. Näheres zu dem zweitägigen Sportprogramm unter: https://is.gd/mdLIrk

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Seit 40 Jahren gibt es nun schon das Newcomer Festival im E-Werk. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte kommunaler Förderung von Nachwuchsbands über alle Stilrichtungen der Rockmusik hinweg.

Metamorphis 2014 im E-Werk

Um diese Traditionsveranstaltung beneidet denn auch die Rockszene in Wladimir die Erlanger seit 2009 zum ersten Mal eine Band aus der russischen Partnerstadt am Newcomer Festival teilnahm und den Austausch aufnahm.

Metamorphis mit Schamil Chabibullin

Nun kommt zum Jubiläum das Quartett „Metamorphis“ bereits zum zweiten Mal nach Erlangen und erfüllt sich – und wohl auch vielen im Publikum – damit einen Traum, denn schon 2014 genoß das Ensemble die Auftritte im E-Werk.

Metamorphis

„Metamorphis“ spielt seit 2010 zusammen und pflegt in Wladimir den Post-Grunge-Stil. Von Beginn an fand die Gruppe ihr Publikum und nahm bereits 2011 ihr erstes Album unter dem Titel „With you“ auf, das allerdings erst 2013 erschien.

Metamorphis mit Alexander Wojnilowitsch

Ende April 2017 stellte die Band eine Single vor, die in kürzester Zeit im Internet 70.000 Klicks verzeichnete. Derzeit arbeitet Metamorphis an einem weiteren Album, das Anfang 2018 erscheinen soll. In Erlangen spielen die vier Wladimirer denn auch am Donnerstag, den 23. November auf der Kellerbühne im Rahmen von „Umsonst und Drinnen“ und am Samstag, den 25. November zum Abschluß des Newcomer Festivals – jeweils ab 22.30 Uhr – hauptsächliche Stücke aus ihrem neuen Repertoire, in das man hier schon einmal reinhören kann: https://is.gd/mgNK7m

 

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Wladimir – Endlich war es für uns vier Jungs von Actin Myosin so weit: Wir lösten den Publikumspreis vom vergangenen Erlanger Newcomer Festival ein und durften in die russische Partnerstadt Wladimir reisen! Mit großer Vorfreude im Gepäck stiegen wir in Begleitung von Valentin und Thomas am Donnerstagmorgen (19. November) in den Flieger nach Moskau.

Vor Ort warteten bereits der Chauffeur und Iwan Waschkowez auf uns. Iwan war bereits im vergangenen Jahr die Begleitperson für die Wladimirer Austauschband Metamorphis. Es dauerte Stunden, um aus dem verkehrsgeplagten, verschneiten Moskau zu kommen. Die kleine Autopanne und der darauf folgende vierstündige Aufenthalt im Bus sorgten gleich zu Beginn dafür, uns als Truppe kennenzulernen. Fix und fertig bezogen wir nachts unser Quartier und freuten uns auf den Freitag.

Actin Myosin

Actin Myosin

An diesem ging es in die etwa zwei Fahrtstunden entfernte Stadt Murom, zunächst zur Besichtigung eines Klosters. Beim anschließenden, gemeinsamen Mittagessen hatten wir Gelegenheit, einige russische Musiker kennenzulernen. Nach dem Geldwechsel in Rubel und ein paar Einkäufen ging es mit den Musikern dann zum Soundcheck. Ein wunderbarer Abend mit vier lokalen Bands endete mit unserem Auftritt als Headliner in Murom. Die Meute tobte, wie es in Deutschland nur allzu selten zu sehen ist, und war danach eifrig am Autogramme sammeln. So entstanden viele Bilder und eine lustige, fast fanatische Stunde mit unseren neu gewonnenen russischen Fans, die sogar um Drumsticks und Gitarren-Pleks heftig kämpften – irre geil! Und etwas surreal…

Actin Myosin in concert

Actin Myosin in concert

Nach einer eher kleinen Runde Schlaf ging es am Samstag etwas gemütlicher los: Sauna stand auf dem Plan. Unsere Gruppe und einige neugewonnene Freunde genossen die heißen Aufgüsse, lokale Snackspezialitäten und ein oder zwei kalte „Erfrischungs-Drinks“, genau richtig bei den eisigen Temperaturen! Zur Abkühlung nach der Sauna war auch der ein oder andere Sprung in eiskalte Gewässer drin. Zur Erholung gab es Kwaß, ein russisches Getränk, das besonders nach den Saunagängen serviert wird, – geschmacklich kam es unseren Karamalz nahe.

Am Abend spielten wir mit der Austauschband vom vorherigen Jahr, Metamorphis, und der dortzulande sehr bekannten Band Tracktor Bowling in Wladimir. Die Stimmung im Backstage war bestens, die Meute vor der Bühne erneut heftigst am Feiern!

Actin Myosin in concert

Actin Myosin in concert

Unser Auftritt des Jahres endete mit dem ersten Stagedive in der Geschichte von Actin Myosin! Neben einigen CDs landeten auch die Schuhe und Socken von Felix in der Menge, die ihm von den Füßen gerissen wurden. Was für eine Nacht!

Am Sonntag stand erneut viel Kultur auf dem Plan. Wir besichtigten das Kloster in Susdal, das als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet ist. Wir erfuhren, wie das Leben im Russischen Reich vor einigen Jahrhunderten war, mit welchen Methoden Kriminelle bestraft wurden, einiges über die russische Geschichte und kamen am Ende in den Genuß eines Ständchens eines wirklich atemberaubenden Männerchors. Den Abend verbrachten wir mit unseren neuen Freunden von Metamorphis und Round Hills, der Austauschband, die zum diesjährigen Newcomer Festival nach Erlangen kam. Es wurde gegrillt, gefeiert, getrunken und Musik gemacht.

Die Vorfreude auf das Newcomer Festival, bei dem wir einige unserer neuen Freunde wieder sehen sollten, wurde immer größer. Wehmütig war der Abschied trotzdem von allen, als es am Montagmorgen zurück nach Deutschland ging.

Actin Myosin in concert

Actin Myosin in concert

Wir möchten uns für diese unglaubliche Erfahrung bei der Stadt Erlangen bedanken, insbesondere bei Karin Lippert und Stephan Beck vom Amt für Soziokultur sowie bei Peter Steger, dem Partnerschaftsbeauftragten, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen und im Vorfeld eine wunderbar organisierte Reise durchgeplant haben. Ein weiterer Dank geht an unsere Reisebegleiter, den Dolmetscher Valentin und an Thomas. Nicht zuletzt danken wir Iwan, der uns durch Wladimir führte, uns versorgte und stets unser Wohlbefinden im Auge hatte. Большое спасибо (Vielen Dank)! Viele Grüße und ein Riesendankeschön!

Tobias Ottenschläger

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Zum fünften Mal in Folge nimmt nun eine Rockgruppe aus Wladimir am Newcomer Festival teil. The Boys from Wladimir are back in Town! Gestern vormittag eingeflogen, steht die Round Hills Band schon heute abend um 20.30 Uhr in der Umsonst-und-Drinnen-Reihe auf der Keller-Bühne des E-Werks. Zum Warmspielen, denn am Samstag gehört dem Quartett vor dem Finale des Newcomer Festivals ab 21.00 Uhr die Club-Bühne.

Anatolij Andrianow, Maxim Kisseljow, Maxim Kolesnikow, Jewgenij Sergejew, Schamil Chabibullin und

Anatolij Andrianow, Maxim Kisseljow, Roman Kolesnikow, Jewgenij Sergejew, Schamil Chabibullin und Pawel Porizkij

Wenn man einmal von der Ukraine und Weißrußland absehe, so Anatolij Andrianow, sei die Band in ihrer nun schon zwölfjährigen Geschichte noch nie im Ausland gewesen. Da kann man sich vorstellen, mit welcher Spannung die Jungs die beiden Konzerte erwarten. Bange ist ihnen freilich nicht, wenn sie daran denken, wie erst am vergangenen Wochenende die Erlanger Band Actin Myosin in Murom und Wladimir vom Publikum gefeiert wurde. Da will man sich gerne revanchieren. Und dann sind ja auch noch als Verstärkung im Troß der eben erst in den Wladimirer Stadtrat gewählte Schamil Chabibullin, der im Vorjahr schon mit Metamorphis in Erlangen auftrat, und Roadie Pawel Porizkij.

Maxim, Jewgenij, Anatolij und Roman

Maxim Kisseljow, Jewgenij Sergejew, Anatolij Andrianow und Roman Kolesnikow

Mit richtig krachendem Grunge will man aufwarten, der in den russischen Klubs und Konzertsälen von Moskau bis Magnitogorsk für Pop-Punk-Stimmung sorgt. Manchmal sogar im Wechselspiel mit Bands aus den USA oder Israel – oder eben mit Actin Myosin, deren Scheiben sich Anatolij Andrianow, Frontmann und Gründer der Round Hills Band, in den letzten Tagen als Dauerschleife angehört hat. Bleibt nur noch das Rätsel um den Namen der Gruppe zu lösen. Doch dessen eindeutige Enträtselung würde wohl den metaphorischen Schöpfungsmythos des Ensembles auflösen. Manche sollen ja die Round Hills mit gewissen weiblichen Rundungen assoziieren, aber das, so heißt es mit einem Augenzwinkern, sei nicht beabsichtigt gewesen. Na ja, Thin Lizzy hat ja auch so einen Namen mit einer weiblichen Genese, so hart der Rock auch sein mag: http://is.gd/YcdepR

Und hier gibt’s mehr zu lesen und zu hören von der Round Hill Band: http://is.gd/EIj9QY

 

 

 

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Als sich am Montag der neue Stadtrat von Wladimir konstituierte und Olga Dejewa zu seiner Vorsitzenden wählte, saß da mit Schamil Chabibullin auch jemand, der mit seinen gerade einmal 25 Jahren zu den aussichtsreichen Nachwuchspolitikern der Partnerstadt zählt und bereits mit allen Wassern gewaschen ist. Schon 2011, so verriet er nämlich dieser Tage dem Internetportal „Pro Wladimir“, sei er in seinem Wahlkreis angetreten und habe nur 60 Stimmen Rückstand auf seinen Konkurrenten gehabt. Dann kamen die Nachwahlen zum Regionalparlament, wo er wieder ein Niederlage hatte einstecken müssen. Doch nun zählte sich wohl aus, die vergangenen vier Jahre dazu genutzt zu haben, sich intensiv um sein „Revier“ zu kümmern, denn das Ziel ist erreicht, er gehört jetzt zu den 35 Mitgliedern des Stadtrates und sitzt als einer der vier Kommunisten im Gremium.

Schamil Chabibullin, Photo: Dmirtij Resnikow

Schamil Chabibullin, Photo: Dmirtij Resnikow

Das klingt nach Opposition, aber im Interview gibt Schamil Chabibullin zu verstehen, sein Quartett wolle konstruktiv mit der Mehrheitsfraktion von Einiges Rußland und mit den übrigen Parteien zusammenarbeiten. Wer ihn kennt, glaubt ihm das auch gerne, zumal den Jungpolitiker bei allen ideologischen Differenzen eines mit der neuen Oberbürgermeisterin verbindet: die Nähe zu Erlangen. Der frischgebackene Stadtrat war nämlich mit seiner Band „Metamorphis“ im Vorjahr zu Gast beim Newcomer-Festival im E-Werk und entdeckte in Erlangens Oberbürgermeister, Florian Janik, jemanden, mit dem er zumindest den musikalischen Geschmack teilt. Für die Politik war an dem Abend noch keine Zeit, aber das fügt sich bestimmt auch noch.

Florian Janik und Schamil Chabibullin

Florian Janik und Schamil Chabibullin

Die E-Gitarre will Schamil Chabibullin nicht an den Nagel hängen. Im Gegenteil. Er bedauert, daß heuer wegen seiner Belastung durch den Wahlkampf das Festival „Kaltblut“ ausfiel, aber wenn im Spätherbst die Erlanger Band „Actin Myosin“ nach Wladimir kommt, hilft er sicher wieder bei der Organisation der Konzerte, und im nächsten Jahr gibt es auch bestimmt eine Neuauflage des Festivals, vielleicht dann erstmals sogar mit Beteiligung aus Erlangen. In jedem Fall hat die Rockmusik nun eine starke Stimme im Stadtrat von Wladimir. Ganz im Geist, wenn auch leicht abgewandelt, von Ian Dury: Politics and Rock and Roll!

Schamil Chabibullin (2. v.l.) und seine Band Metamorphis auf der Kellerbühne im E-Werk

Schamil Chabibullin (2. v.l.) und seine Band Metamorphis auf der Kellerbühne im E-Werk

Und hier geht es darum gleich mit allen guten Wünschen für den Jungstadtrat zu einem kurzen Mitschnitt vom Konzert im E-Werk, November 2014 mit Schamil Chabibullin an der Rhythmusgitarre bei dem Coversong „Breed“ von „Nirvana“. Reinhören und abrocken, wenn auch der Sound gegenüber dem Act on Stage zurückfällt: http://is.gd/s476U3 – Wer dranbleibt, kriegt noch mehr auf die Ohren!

 

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