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Posts Tagged ‘Medien Wladimir’


„Hier riecht es nach Zeitung“, rief Ella Rogoschanskaja erfreut, als es in den Keller der Nürnberger Nachrichten ging, wo – ein ingenieurtechnisches Meisterwerk – auf engstem Raum die Druckerei liegt, von wo aus die Postkästen und Kioske der ganzen Region beliefert werden. Die seit Jahren in Nürnberg lebende Journalistin aus Wladimir hatte die Gäste am Vormittag durch ihre neue Heimat geführt und sah nun auch zum ersten Mal das Verlagshaus mit allen Bereichen, von den Redaktionsstuben bis zur Auslieferung der Blätter Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung.

Wjatscheslaw Kartuchin, Karina Romanowa, Julia Kusnezowa, Klaus Schrage und Ella Rogoschanskaja

„Eine derart moderne und große Druckerei, noch dazu unter einem Dach mit der Redaktion, haben wir in Wladimir nicht“, bekennt Wjatscheslaw Kartuchin, Leiter der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung, dem Betriebsratsvorsitzenden Klaus Schrage, der sich gestern viel Zeit für die Führung genommen hatte. „Diese Bereiche sind in der Regel getrennt. Dafür haben wir in so gut wie jeder Kreisstadt unserer Region eine eigenständige Lokalzeitung.“ Noch, möchte man hinzufügen, denn auch die russische Medienlandschaft befindet sich im Umbruch, orientiert sich zu Lasten der gedruckten Zeitung immer stärker auf das Internet. Noch aber zeigt sich in der Partnerstadt und im ganzen Gouvernement mit der Größe von ganz Franken und der halben Oberpfalz zusammengenommen ein buntes Bild mit allein in Wladimir vier TV-Stationen, nicht weniger Radiosendern, drei Zeitungen und vielen Internetportalen, unter denen Zebra-TV, immer wieder auch die Referenz für den Blog, herausragt. „Wenn bei uns eine Pressekonferenz angesetzt ist“, beschreibt Julia Kusnezowa vom privaten Fernsehkanal TV6, der zu Ren TV gehört, „dann ist die Hütte voll, während es, wie wir erfahren haben, im Erlanger Rathaus schon einmal vorkommen kann, daß ein Termin platzt, weil kein Journalist kommt. Undenkbar bei uns.“

Julia Kusnezowa und Karina Romanowa

Beide Journalistinnen arbeiten ja beim Fernsehen (s. vorherige Einträge im Blog) und machten ihre ersten Medienerfahrungen mit dem Radio. Beide moderieren, beide haben sich die Liebe zum gesprochenen Wort bewahrt und genießen staunend die technischen Möglichkeiten beim Bayerischen Rundfunk, Studio Franken, kundig-pfundig rundgeführt von Daniel Peter und begrüßt von Thomas Rex, dem Gesicht der allsonntäglichen Frankenschau, der mit seinen drei Reportagen über die Städtepartnerschaft besonders eng mit Wladimir verbunden ist und auch bereits einmal einer russischen Kollegin Gelegenheit zu einem Praktikum gab: https://is.gd/nbCQw3

Thomas Rex, Karina Romanowa, Julia Kusnezowa, Daniel Peter und Wjatscheslaw Kartuchin

„Wenn wir das alles so sehen, würden wir uns auch Rundfunkgebühren wünschen“, meinen die Gäste, „aber das ließe sich gesellschaftspolitisch nicht durchsetzen. Bei allen Vorteilen, die wir hier sehen, etwa die starke Präsenz in den Regionen und die ausgewogene Berichterstattung.“ Vor allem auf letzteres kommt es Julia Kusnezowa und Karina Romanowa an, und so lautet denn auch die Antwort auf eine Frage am Abend im Kollegenkreis, was das schönste Zuschauerlob für sie beide sei: „Die Anerkennung, den Fakten entsprechend und ehrlich berichtet zu haben.“ Dies, Tatsachen und Gewissenhaftigkeit, sei denn auch ihr höchster Anspruch an sich selbst, und: „Die Leute wissen das zu schätzen. Damit und mit Kompetenz verschafft man sich dann auch Ansehen in einem allgemeinen Klima des Mißtrauens gegenüber den Medien.“ Etwas, das die deutschen Kollegen sicher ebenfalls unterschreiben würden.

Ella Schindler, Julia Kusnezowa, Karina Romanowa und Klaus Schrage

Im Unterschied zur Podiumsdiskussion im Erlanger Club International am Montag geriet das gestrige Gespräch in der Nürnberger Nordkurve, gemeinsam unterhaltsam moderiert von der eloquent zweisprachigen Ella Schindler und dem noch besser als sonst schon gestimmten Klaus Schrage eher zu einer kammermusikalischen Veranstaltung mit – freilich zu wenig – Zeit für Zwischentöne, für Fragen nach dem journalistischen Arbeitsalltag in Wladimir, für das kollegiale Kennenlernen – und für noch mehr Lust, einander besser zu verstehen.

Wjatscheslaw Kartuchin, Wolfgang Mayer, Julia Kusnezowa, Karina Romanowa, Ella Schindler und Klaus Schrage

Ein Wort des Dankes fehlt noch. Wolfgang Mayer hatte nach seiner Teilnahme an der Prisma-Reise nach Wladimir im November vergangenen Jahres, die Idee, eine Journalistendelegation aus der Partnerstadt zur Fortsetzung des Dialogs einzuladen. Er hielt sich nun bescheiden im Hintergrund. Aber ohne ihn wären all die Begegnungen nicht zustande gekommen. Wie schade und bedauerlich das wäre, zeigen diese Begegnungstage. Deshalb nochmals danke und спасибо!

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Um es vorwegzunehmen: Im Titel fehlt das Fragezeigen nicht von ungefähr. Die beiden Journalistinnen, Julia Kusnezowa und Karina Romanowa, sehen sich in ihrer Arbeit in keiner Weise eingeschränkt oder bevormundet und widersprechen damit gestern bei der abendlichen Podiumsveranstaltung im Club International all den Vorurteilen und Stereotypen, die man hierzulande so von der russischen Presse haben mag. „Kommen Sie zu uns nach Wladimir, und überzeugen Sie sich selbst davon, wie es bei uns zugeht“, lädt denn auch am Ende der zweistündigen Diskussion Julia Kusnzeowa das Publikum ein.

Georg Escher, Julia Kusnezowa, Peter Steger und Karina Romanowa

Aber beginnen wir beim Anfang, an dem das Forum „Prisma“ mit dem Thema „Medienfreiheit“ im November vergangenen Jahres stand, begleitet von Wolfgang Mayer, bei den Nürnberger Nachrichten vor seinem Ruhestand zuständig für den Bereich Wirtschaft. Auf seine Initiative hin sollte eine dreiköpfige Journalistengruppe (Nikolaj Liwschiz erkrankte leider am Tag vor der Abreise an Grippe und konnte die Einladung nicht annehmen) nach Erlangen kommen, um einen Fachaustausch aufzunehmen – und natürlich über die eigenen Arbeitsbedingungen und Auffassungen zum Beruf zu berichten. Und das gelang – der Reaktion des Publikums gemäß – vortrefflich.

Peter Gertenbach

Nach der kurzen Begrüßung durch Peter Gertenbach, an der Volkshochschule zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, übernahm Georg Escher von den Nürnberger Nachrichten und dort für die internationale Berichterstattung verantwortlich, die Moderation, wobei ihm seine Vertrautheit mit der russischen Politik und Medienlandschaft natürlich zum Vorteil gereichte, ohne seine Kenntnisse zu sehr in den Vordergrund zu spielen; vielmehr überließ der von manchen als „Putin-Versteher“ diskreditierte Gesprächsleiter viel Raum für Fragen aus dem vollbesetzten Saal, in dem ein dritter Gast aus der Partnerstadt saß, Wjatscheslaw Kartuchin, Leiter der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung und Koordinator des Diskussionsforums „Prisma“ auf Wladimirer Seite.

Wjatscheslaw Kartuchin

„Wir sollten mehr nach dem suchen, was uns verbindet, als nach dem, was uns trennt“, lautete der Konsens im Vorgespräch. Doch im Laufe des Abends schälten sich dann doch gerade auch die Unterschiede zwischen dem Selbstverständnis von Presse hier wie dort heraus. Vereinfacht gesagt und an vielen Beispielen von beiden Journalistinnen belegt: Die russischen Medien, zumindest auf lokaler Ebene, begreifen sich als Vermittler von Nachrichten, die von möglichst vielen Seiten – seien es Fachleute, Politiker oder Menschen von der Straße bei Umfragen – ausgeleuchtet, aber nicht vom Reporter kommentiert und aus eigener Sicht beurteilt werden sollten. „Wenn ein Kommentar zur Nachricht benötigt wird“, so Julia Kusnezowa vom privaten Sender TV6, wo sie nicht nur moderiert, sondern auch als Chefredakteurin die Verantwortung für den Inhalt trägt, „haben wir schlecht berichtet.“ Eine Auffassung die Karina Romanowa von der Anstalt Gubernia33, ebenfalls Moderatorin, aber auch zuständig für die Pflege der immer wichtiger werdenden Homepage, nicht weniger apodiktisch bestätigt: „Das Publikum soll sich seine eigene Meinung bilden. Die Nachricht sollte für sich sprechen.“ Ein ganz anderer Ansatz als bei uns, wie Bürgermeisterin Elisabeth Preuß in einer Wortmeldung meint, denn ein Kommentar – etwa zum Auszug der AfD aus dem Bayerischen Landtag während der Rede von Charlotte Knobloch zum Holocaust-Gedenktag – könne möglicherweise zum Nachdenken anregen und das Bewußtsein für eine Problematik schärfen. „Nicht unsere Aufgabe“, betonen die beiden Russinnen, „denn Stellungnahmen anderer Politiker und weiterer Zeugen des Vorfalls, die wir in den Bericht einbauen würden, hätten genug Substanz, damit sich der Zuschauer eine eigene Meinung bilden kann.“ Vielleicht haben dabei die Gäste ja den vielzitierten „mündigen Medienkonsumenten“ im Sinn. Vielleicht trauen sie ihrem Publikum mehr zu, als die Medien das hierzulande tun. Und schließlich noch die Sentenz, die – nicht unerwartet – beim Kommentator Georg Escher Protest hervorruft: „Die eigene Meinung von Journalisten hat in den Nachrichten nichts zu suchen; dafür gibt es die Talkshows!“

Georg Escher

Und was ist mit der journalistischen Freiheit? Kein Problem für Karina Romanowa, auch wenn ihr Sender vom Gouvernement getragen und finanziert wird: „Die Politik mischt sich nicht in unsere redaktionelle Arbeit ein, solange wir gesetzeskonform handeln. Aufpassen müssen wir eher, im Wahlkampf wirklich alle Parteien paritätisch zu Wort kommen zu lassen, wenn wir nicht eine Anzeige von politischen Gegnern oder eine Rüge seitens der Medienaufsicht riskieren wollen.“ Und auch Julia Kusnezowa bestätigt: „Der Geschäftsmann mit Sitz in Moskau, dem die Holding gehört, von der wir in Wladimir ein kleinerer Teil sind, gibt uns umfassende reaktionelle Freiheit. Und überhaupt ist es so, je weiter von Moskau weg, desto weniger Begrenzungen.“ Möglicherweise hängt das auch mit einer weiteren Besonderheit zusammen: Die lokalen Medien verstehen sich als Vertreter ihres Publikums, nehmen deren Sorgen und Nöte auf, wissen, wo der Schuh drückt und transportieren die Probleme vor Ort gegebenfalls bis in die Pressekonferenz mit Präsident Wladimir Putin. Wie etwa im Fall einer Werkstatt für Blinde im Besitz eines Privatmanns, der Insolvenz anmeldete und damit die Belegschaft hätte auf die Straße setzen müssen. Auf Intervention der Presse setzte sich der Kreml dann aber erfolgreich für den Erhalt der Werkstatt in Wladimir ein. „Das macht uns froh und schenkt uns ein Erfolgserlebnis, denn so kommen wir unserem sozialen Auftrag nach, wenn wir die Behörden und Politiker vor Ort dazu bewegen können, das zu tun, was sie bisher zu tun versäumten“, schließt Karina Romanowa den Themenblock.

Julia Kusnezowa und Peter Steger

Gefahr für Leib und Leben? Eher nicht in Wladimir, aber ganz ungefährlich muß es deshalb auch nicht immer zugehen. Karina Romanowa erinnert einen Fall  bandenmäßigen Betrugs mit der Vermietung von Wohnungen an Illegale. Da kam es tatsächlich zu Morddrohungen gegenüber der investigativ arbeitenden Kollegin, die aber am Thema – freilich mit weiterer Unterstützung aus dem Team und unter Einschaltung der Polizei – dranblieb und ihre Recherche erfolgreich zu Ende führte. Die Bande wurde übrigens zerschlagen. Und zu Beginn ihrer TV-Karriere erlebte Julia Kusnezowa, die auch Vorträge zum Thema Journalistik anbietet und ihren Beruf mehr für eine Lebensform und weniger für eine Arbeit hält, etwas nicht minder Beängstigendes, als ihr ein junger Mann nachstellte und drohte, sie entführen zu wollen. Er litt wohl an einer gewissen Störung und ging auch schon bald der Polizei ins Netz.

Karina Romanowa

Eines ist klar: Der West-Ost-Dialog in Sachen Medien steht noch ganz am Anfang. Man weiß viel zu wenig voneinander. Aber immerhin werden die beiden Journalistinnen zu Hause von dieser so offenen und freundlichen Begegnung berichten und wohl auch eine Reportage zeigen, von der hier noch die Rede sein wird: Darüber, wie in Erlangen das Thema Müll und Recycling angepackt wird. Denn kaum eine Problematik ist derzeit dringlicher in Wladimir als die von wilden Deponien und unerwünschtem Abfall – vor allem aus der Region Moskau. Genug Stoff noch für die Zusammenarbeit der Partnerstädte.

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Vor hundert Jahren beantwortete Oswald Spengler in seinem „Untergang des Abendlandes“, wie beim Diskussionsforum Prisma vorgestern von Roman Jewstifejew zitiert, die Frage nach dem Wesen der Wahrheit so: „Für die Menge das, was man ständig liest und hört… Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, um sie ununterbrochen zu wiederholen.“ Heute wissen wir, der Okzident ist zwar durchaus krisenanfällig, beweist aber weiterhin seine Vitalität, und gestern erfuhren die Erlanger Gäste nun auch, wie man als ein von zwei Geschäftsleuten Anfang der 90er Jahre gegründetes und bis heute erfolgreich betriebenes Medienunternehmen in Wladimir – zunächst als Radiosender, dann als TV-Station und nun seit einigen Jahren ausschließlich als regional ausgerichtetes Internetportal – anständig Geld verdienen kann und überlebt, ohne dem Publikum und den Werbekunden ein X für ein U vorzumachen: mit ausgewogener Berichterstattung, immer an Fakten und objektiven Maßstäben ausgerichtet, angesiedelt zwischen den regierungstreuen Staatsmedien und einem fundamentaloppositionellen Journalismus. Derart viel und intensiv an einem späten Vormittag über das Wesen der russischen Medien im Spannungsfeld zwischen Politik und der Freiheit des Wortes, zwischen ökonomischen Zwängen und Berufsethos erfahren zu können, hätte der Journalist Wolfgang Mayer so nicht erwartet, und man darf gespannt sein, wie er über diese Begegnung mit seinem Wladimirer Kollegen, Chefredakteur Sergej Golowinow von Zebra-TV, schreiben wird. Dem soll hier deshalb auch nicht vorgegriffen werden.

Sergej Golowinow, Gerda-Marie Reitzenstein, Julia Obertreis, Wolfgang Niclas, Wolfgang Mayer, Elisabeth Preuß, Jutta Schnabel und Amil Scharifow

Ausgespart bleiben für heute auch viele weitere Stationen des gestrigen Tages, der seinen Höhepunkt in einem Empfang für Bürgermeisterin Elisabeth Preuß bei Gouverneur Wladimir Sipjagin in der Staatskanzlei fand, im sogenannten „Weißen Haus“ der Region Wladimir. Eine Zeitenwende – der Begriff erscheint angemessen – wenn man bedenkt, daß es in den letzten fünf Jahren, in der Regierungszeit der abgewählten Landesmutter, Swetlana Orlowa, auf politischer Ebene keinerlei Zusammenarbeit mit dem Gouvernement gab, ungeachtet all der vielen Vorstöße und Vorschläge aus Erlangen, ungeachtet der guten Tradition des Austausches und der Begegnungen unter ihren Vorgängern, Nikolaj Winogradow und Jurij Wlassow.

Wladimir Sipjagin und Elisabeth Preuß

Wladimir Sipjagin, erst vor einem Monat – übrigens mit dem Versprechen, die Pressefreiheit zu schützen und keine Drangsalierung der Medien zu dulden – in sein Amt eingeführt, erweist sich im Gespräch mit seinem Gast als umfassend informiert über die Partnerschaft und hebt nicht nur die Bedeutung des Erlangen-Hauses hervor, sondern weist auch auf die gelungene Aussöhnung zwischen den Kriegsveteranen aus beiden Städten hin und will ganz offensichtlich diese auf Ebene des Gouvernements unterbrochene Tradition fortsetzen, wobei er sich offen für jede Art der Zusammenarbeit etwa mit der Metropolregion Nürnberg oder der dortigen IHK zeigt, sich aber auch gemeinsame Projekte in den Bereichen Umwelt und Soziales oder Medizin vorstellen kann. „Da ist bei allem, was schon im Austausch zwischen unseren Städten passiert, noch viel Luft nach oben“, freut sich Elisabeth Preuß und überbringt dem Gastgeber die herzliche Einladung von Oberbürgermeister Florian Janik nach Erlangen. „Ich komme gerne“, erwidert der Hausherr, „und wir werden meinen Besuch gut vorbereiten, damit wir dann auch gleich Verträge für eine erweiterte Zusammenarbeit unterzeichnen können.“ Willkommen!

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Im Juli vergangenen Jahres (s. hier: http://is.gd/brsbPK) nahm an dem Austausch der Universität Wladimir und der Rosenkranzgemeinde mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend auch ein Team des Senders Tomix-TV aus der Partnerstadt teil – und drehte fleißig die Begegnungen, machte jede Menge Interviews, führte Hintergrundgespräche. Von besonderem Interesse dabei das deutsch-russische Verhältnis unter dem Eindruck der geopolitischen Spannungen und immer mit der Frage im Kopf, ob wir angesichts dieser Verwerfungen einander verlieren könnten.
Wolfgang Morell im Interview mit Tomix-TV

Wolfgang Morell im Interview mit Tomix-TV

Über 40 Minuten hinweg zeigt die Reportage von Andrej Dubrowskij, Alexander Cholodow und Anton Jefimow, wie die Partnerschaft trotz all den Widrigkeiten gelingt, wie tief die Verbindungen zwischen Erlangen und Wladimir reichen, wie vielseitig sich der Austausch gestaltet, von der Jugend bis zu den Kriegsveteranen, von der Medizin bis zur Kunst… Ein richtiges Lehrstück für das deutsch-russische Miteinander ist da zu sehen, leider bisher nur in russischer Sprache. Ein Klick lohnt in jedem Fall: http://is.gd/ZToDfz

 

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Der im Jahr 2001 gegründete „Petersburger Dialog“ stellt, ähnlich wie die Städtepartnerkonferenzen, gerade in Zeiten der politischen Konfrontation eine unverzichtbare Plattform für den Meinungsaustausch zwischen der deutschen und russischen Zivilgesellschaft zur Verfügung. Ein Forum, das, weder lokal noch inhaltlich festgelegt, hier wie dort die unterschiedlichsten Themen an immer wieder wechselnden Orten diskutiert. Vom 18. bis 20. November tagte nun die Arbeitsgruppe Medien in Wladimir, wozu Hartmut Augustin, Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung, folgenden Bericht veröffentlichte:

Egal ob Hörfunk, Fernsehen oder Zeitung – momentan gibt es neben dem tagesaktuellen Geschehen ein Hauptthema, das die Redaktionen umtreibt: die digitale Transformation. Wie gelingt es, konvergente Redaktionen aufzubauen, die althergebrachte und neue Medien-Kanäle bespielen können? Das ist in Deutschland so und auch in der Russischen Föderation. Und genau deshalb stand die Tagung der Arbeitsgruppe Medien des Petersburger Dialoges vom 18. bis 20. November 2015 unter dem Thema: „Veränderung in den Medien im digitalen Zeitalter“.

Petersburger Dialog

Die Tagung fand dieses Mal in Wladimir statt. Von deutscher Seite nahmen der ARD-Hörfunk-Studioleiter in Moskau, Hermann Krause, Buchautor Sergej Lochthofen, der Leiter der russischen Redaktion vom RBB, Oleg Zinkovski, und der Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung, Hartmut Augustin, teil. Die russische Delegation führte der Erste Stellvertretende Generaldirektor von ITAR-TASS, Michail Gusmann, an. Am Runden Tisch im Haus der Freundschaft saßen neben politischen Vertretern aus der Region vor allem Kolleginnen und Kollegen aus Redaktionen von Zeitungen, Fernsehen und Online-Diensten.

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Welche Zukunft hat die Tageszeitung? Wie seriös sind die digitalen Nachrichten-Angebote? Wie gut ist heute die Ausbildung der Journalistinnen und Journalisten? Welchen „Biß“ haben junge Kolleginnen und Kollegen im Fernsehen? Wie steht es um Wahrheit und Glaubwürdigkeit bei digitalen Angeboten? Welche Regeln gelten im Internet? Wie gefährlich sind Blogs für etablierte Medien? Wie unabhängig muß und kann die Presse sein, wenn sie vom Staat finanziert wird? Gibt es eine Zensur in deutschen und russischen Medien? Diese und weitere Fragen wurden drei Stunden lang von den Teilnehmern lebhaft und kontrovers diskutiert. Es zeigte sich: Es gibt keine einheitliche deutsche oder russische Meinung, sondern die Sicht auf die digitale Transformation und die Konsequenzen hängen vom Lebensalter, Medium und journalistischen Selbstverständnis ab. Im Ergebnis erhielten die Teilnehmer einen sehr guten Einblick in die Situation beider Länder. Die Delegationen waren sich einig in der Absicht, dieses Thema bei weiteren Treffen zu vertiefen.

Mehr zum Thema unter http://www.petersburger-dialog.de

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Vor gut einem Jahr war Jekaterina Lugowowa beim Bayerischen Rundfunk in Nürnberg zu Gast und drehte während ihrer Hospitation auch Reportagen über den Alltag des Austausches zwischen den Partnerstädten. Nun ist die diJournalistin vom lokalen staatlichen Sender Wladimir seitens der staatlichen Rostelekom ausgezeichnet worden. Bei einem Wettbewerb für die zentralrussischen Regionen siegte die Wladimirerin in der Sparte „Fernsehen und Radio“.

Jekaterina Lugowowa und Thomas Rex

Jekaterina Lugowowa und Thomas Rex

Thema ihrer Reportage ist die Hochtechnologie in der Medizin. Rostelekom hat nämlich im Vorjahr ein Pilotprojekt für den die Leitstellen für Notfalleinsätze gestartet, wo die Mediziner nicht nur ihre Behandlungstasche mit auf den Weg nehmen, sondern auch ein Tablet dabeihaben, das ihnen ermöglicht, in kürzester Zeit die Krankengeschichte des Patienten zu studieren. Zu diesem Erfolg herzliche Gratulation aus Erlangen, der Medizinstadt, wo die Korrespondentin vielleicht auch einmal wieder über den so regen Ärzteaustausch der Partnerstädte berichtet. Das nächste Mal!

Mehr dazu unter: http://is.gd/nbCQw3

 

 

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Technisch hat natürlich längst auch das TV-Studio des Staatlichen Senders in der russischen Partnerstadt zu den fränkischen Kollegen aufgeschlossen, die Zeiten sind lange her, als stapelweise Cassetten und kleinere Geräte vom BR in Nürnberg nach Wladimir gingen. Aber Unterschiede gibt es immer noch, wie Jekaterina Lugowowa bei ihrem Besuch im Rathaus Siegfried Balleis, dem Erlanger Oberbürgermeister, erzählt. So drehe der Bayerische Rundfunk zuerst die für eine Reportage notwendigen Bilder und betexte die dann nachher. Bei ihnen, so die junge Journalistin, die nach fast zwei Wochen Hospitation heute wieder die Heimreise antritt, schreibe man vorab den Text und bebildere diesen im Nachgang. Auch bei den Themen sieht sie große Unterschiede. Das Frankenstudio lege doch mehr Wert auf die Unterhaltung der Zuschauer, während man in Wladimir notgedrungen viel über Probleme mit der Infrastruktur – seien es geplatzte Rohre oder unbeheizte Wohnungen – zu berichten habe. Auch eine Sendung wie die „Fastnacht in Franken“ gebe es bei ihrem Sender nicht. Und schließlich die Rechtsform. Öffentlich-rechtliches Fernsehen kenne man in Rußland nicht. Ihre Anstalt, die zum Landessender Rossija mit Filialen in allen Regionen gehöre, werde vom Staat finanziert und müsse einen Teil der laufenden Kosten auch über Werbeeinnahmen abdecken. Daneben gebe es noch Privatsender.

Jekaterina Lugowowa und Siegfried Balleis

Jekaterina Lugowowa und Siegfried Balleis

Den Empfang im Rathaus nutzt Jekakterina Lugowowa natürlich auch, um ein kleines Interview mit Siegfried Balleis zu machen, das demnächst in Wladimir zu sehen sein wird. Und dann sicher auch im Blog, weshalb darüber heute nicht weiter berichtet werden soll. Nur so viel: Die Besucherin bedankte sich bei den Gastgebern für all das Gute, das Erlangen für Wladimir getan hat und weiter tut. Und: „Ich bin stolz auf Wladimir und vor allem auf Wladimirs Freunde!“

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