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Posts Tagged ‘Matthias Buggert’


Wünsche sind bei dem Besuch der Jugendgruppe aus Wladimir (s. http://is.gd/4iHSBL), die gestern wieder die Heimreise angetreten hat, keine offen geblieben. Nur an Zeit hat es gefehlt, wirklich allen Fragen nachzugehen. Ein Grund, bald in dieser oder einer anderen Zusammensetzung wiederzukommen und vor allem nun den Gegenbesuch der neuen deutschen Freunde vorzubereiten.

Spasatel Aßmus

Sergej Konstantinow, Alewtina Klimowa, Jekaterina Medwedjewa, Birgitt Aßmus, Swetlana Sokolowa, Gennadij Brajt

Dabei hatten sich die Gäste so manches doch anders vorgestellt. Zum Beispiel den Ablauf eines Empfangs im Rathaus, wo es statt des erwarteten steifen Protokolls ein angeregtes Frage- und Antwortspiel mit Bürgermeisterin Birgitt Aßmus gibt: von der Familienplanung bis hin zur Jugendpolitik.

Spasatel BDKJ

Gennadij Brajt, Jutta Schnabel, Amil Scharifow, Alewtina Klimowa, Swetlana Sokolowa, Jekaterina Medwedjewa, Rolf Bernard, Sergej Konstantinow

Die war dann in ihrer praktischen Umsetzung und vor allem der Anwendung in der Städtepartnerschaft auch Thema beim Treffen mit dem Bund der Katholischen Jugend in Deutschland, vertreten durch Jutta Schnabel und Rolf Bernard. Und schon war man übereins gekommen, beim nächsten Austausch die Organisation Retter und das Rote Kreuz Wladimir in die Programmplanung einzubeziehen. Denn genau nach dem haben die Erlanger gesucht, was diese Vereine in Wladimir bieten können: Zeltlager, Naturausflüge, Überlebenstraining. Im Gegenzug sollen im nächsten Sommer auch schon junge Leute aus den Reihen von Retter und Rotem Kreuz am Austausch in Erlangen teilnehmen. So schnell kann es gehen, wenn Partner zusammenpassen.

Spasatel BRK

Stefanie Wawra und Anna Kienreich lassen Gennadij Brajt bei der Jugendgruppe des BRK Erlangen-Höchstadt zur Ader

Das gilt nicht minder für die Jungendorganisation des Roten Kreuzes, wo man die Gäste nur zu Demonstrationszwecken zur Ader läßt. Nachdem das BRK Erlangen-Höchstadt das Fundament für die Zusammenarbeit mit den Rettungsorganisationen in Wladimir gelegt hat – und noch viel mehr! – ist es mehr als ein Anstandsbesuch, den die Gäste in der Henri-Dunant-Straße absolvieren. Denn ohne die Anstöße aus Erlangen, das darf man so sagen, gäbe es das Rote Kreuz in Wladimir nicht, könnten die Programme zur Ersten-Hilfe-Ausbildung und zur Häuslichen Pflege, an denen sich die Gäste alle ehrenamtlich beteiligen, nicht durchgeführt werden. Jetzt ist es an der jungen Generation des Bayerischen Roten Kreuzes, die Einladung in die Partnerstadt anzunehmen und das fortzuführen, was Jürgen Üblacker und Brüne Soltau so erfolgreich ins Werk gesetzt haben.

Spasatel DLRG

Gennadij Brajt an Bord der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft

Wißbegierig wie die ganze Gruppe ist, wollen sie aber auch im Laufe dieser Woche andere Rettungsorganisationen kennenlernen und mehr erfahren über die ehrenamtliche Arbeit in Deutschland. So bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, wo alles über und unter dem Wasser zu inspizieren ist, wo es gerade für die beiden Taucher, Gennadij Brajt und Sergej Konstantinow, vieles gibt, dem sie auf den Grund gehen und wo Stefanie Burhard und Serhat Uzun zeigen, was zu zeigen ist.

Spasatel Johanniter Katja und Sergej

Sergej Konstantinow und Jekaterina Medwedjewa mit Jennifer Kwapis bei den Johannitern

Da sind die Johanniter mit einer ähnlichen Struktur wie das BRK und doch wieder mit einem anderen Profil und einem in der Region einzigartigen Rettungswagen für Neugeborene.

Spasatel Johanniter Katja

Jekaterina Medwedjewa im Rettungswagen für Babys

Ob man sich da nicht bei Rettungsmaßnahmen ins Gehege komme, ob es da nicht Kompetenzstreitigkeiten gebe, Fragen über Fragen von jungen Leuten, die aus einem Land kommen, wo die Strukturen ganz anders sind, wo das Rote Kreuz zwar auf den Ambulanzen zu sehen ist, dahinter aber die Polikliniken stehen, wo bei Unfällen die Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums ausrücken und die Feuerwehr tatsächlich nur Brandbekämpfung betreibt, wo alles noch viel zentralistischer geregelt ist, eben auch im Rettungswesen.

Spasatel Johanniter

Gruppenbild bei den Johannitern

Und wo die Strukturen von oben nach unten geordnet sind, wo das Ehrenamt, wie vor allem Alewtina Klimowa beklagt, vielfach bisher nur auf dem Papier stehe, etwa bei den Freiwilligen Feuerwehren.

Die Gruppe beim Technischen Hilfswerk mit dem Ortsbeauftragten, Bernd Völkel, 5. v.l.

Die Gruppe beim Technischen Hilfswerk mit dem Ortsbeauftragten, Bernd Völkel, 5. v.l.

Wo bisher eine ehrenamtliche Rettungsorganisation wie das Technische Hilfswerk nur schwer vorstellbar ist mit ihrem weltweiten Einsatz, der übrigens vor mehr als 20 Jahren auch einmal nach Wladimir führte. Damals, im Winter 1991/92 brachte das THW die zwei Heizkessel in die Partnerstadt, die bei Siemens UBMed nicht mehr gebraucht wurden und bis heute in Wladimir Dienst tun.

Spasatel Förderverein 1

Gruppenbild mit Mitgliedern des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir

Auch nicht nur auf dem Papier steht der Förderverein Rotes Kreuz Wladimir, der zu einem Abendessen einlud und hören wollte, was die jungen Gäste beruflich machen und ehrenamtlich für das Rote Kreuz tun. Rudolf Schwarzenbach war als ehemaliger Partnerschaftsreferent derjenige am Tisch, der dabei den Blick am weitesten zurück bis in die Anfänge der Zusammenarbeit mit Wladimir richten konnte. Er war es aber auch, der im 30. Jahr der Partnerschaft die Jugend leidenschaftlich aufrief, den Austausch unbedingt fortzusetzen. Darum braucht er sich freilich keine Sorgen zu machen. Junge Menschen wie Sergej Konstantinow, der dieser Tage in Erlangen seinen 25. Geburtstag feierte, wissen diese Möglichkeiten der Begegnung zu schätzen und die Aktiven in Erlangen zu würdigen – wie Barbara Wittig für ihr so wichtiges Amt der Kassenwartin im Förderverein.

Spasatel Förderverein 2

Sergej Konstantinow und Barbara Wittig

Dafür steht auch der Stadtjugendring, der schon in den frühen 80er Jahren die Begegnungen mit jungen Leuten aus beiden Städten in die Hände nahm. Und seit Heino Sand und Matthias Buggert sich im Rahmen des Partnerschaftsjubiläums persönlich in Wladimir auf die Suche nach neuen Kontakten gemacht haben, sind die Verbindungen wieder greifbar geworden.

Spasatel Stadtjugendring

Heino Sand, Swetlana Sokolowa, Jekaterina Medwedjewa, Sergej Konstantinow, Matthias Buggert und Alewtina Klimowa

Verbindungen, die längst auch Jena einbeziehen, von wo eine kleine Gruppe, begleitet von Anna Kulakowa, zu einer Europaveranstaltung zum Thema Jugendaustausch nach Erlangen gekommen war und mit der die Wladimirer einen Abend verbrachten und eine gemeinsame Bamberg-Fahrt unternahmen. Das Freiwillige Europäische Jahr, in dessen Rahmen Anna Kulakowa derzeit in Jena arbeitet, könnte auch für die Organisationen Retter und Rotes Kreuz Wladimir Möglichkeiten bieten. Man braucht sie nur zu ergreifen. Wie das geht weiß das Quintett jetzt.

Spasatel Jena

Die Gruppe mit Anna Kulakowa und den Gästen aus Jena

Doch es könnte endlich auch zu einem ganz neuen Fachaustausch kommen. Ein gelungener Anfang jedenfalls ist mit Jekaterina Medwedjewa gemacht. Die angehende Krankenschwester, die ehrenamtlich bei der Pflege von schwerkranken Patienten dem Roten Kreuz in Wladimir hilft, durfte  dank der spontanen Zustimmung der Leiterin, Gunda Kramer, einen ganzen Vormittag lang die Staatliche Berufsfachschule für Krankenpflege kennenlernen.

Spasatel Katja 1

Jekaterina Medwedjewa, Gunda Kramer und Natalja Schutzeichel

Geführt von der russischsprachigen Natalia Schutzeichel mit viel Sachverstand und Herzlichkeit – durch eine Vielzahl von Kliniken und Abteilungen, vertraut gemacht von der Erlanger Kollegin mit Ausbildungsschwerpunkten – und angeregt, aus diesem Antrittsbesuch eines Tages mehr zu machen: eine Zusammenarbeit mit der Wladimirer Fachschule für Krankenpflege. Warum es nicht endlich den Ärzten gleichtun, die seit drei Jahrzehnten die Verbindung zu Erlangen nutzen, um in so gut wie allen Fachbereichen zu hospitieren und voneinander zu lernen!

Spasatel DAV 1

Gennadij Brajt, Sergej Konstantinow, Jekaterina Medwedjewa, Christian Goldhagen, Alewtina Klimowa, Swetlana Sokolowa und Amil Scharifow

Aber nicht vom Lernen allein lebt der Mensch, vor allem nicht der junge. Er will auch etwas erleben, sich selbst erproben, seine Grenzen kennenlernen.

Spasatel DAV 2

Alewtina Klimowa

Das bietet der Deutsche Alpenverein mit seinen 6.500 Mitgliedern und all den Angeboten in der Halle, auf dem Gelände und natürlich draußen in der Natur.

Spasatel DAV 3

Jekaterina Medwedjewa, Swetlana Sokolowa, Christian Goldhagen, Alewtina Klimowa, Gennadij Brajt und Sergej Konstantinow

Christian Goldhagen, der sich einen ganzen späten Vormittag für die Wladimirer freihielt, weiß, wonach jungen Leuten der Sinn steht und kann für Kletterer und Boulder-Freunde Dinge zeigen, die es so in Wladimir – leider – bisher nicht gibt.

Spasatel DAV 4

Christian Goldhagen, gefesselt von Gennadij Brajt

Gennadij Brajt, der an die 20 verschiedene Knoten zu binden weiß, würde gern mit Alewtina Klimowa eine Gruppe für Bergrettung gründen. Auch wenn das nicht ganz das Metier des Alpenvereins ist, wollen die Gäste dennoch von dem neuen Kontakt profitieren und können sich beispielsweise vorstellen, ihre Bergfexe für ein Praktikum nach Umhausen zu schicken, wo die Erlanger Hütte lockt. Mancher Traum will eben gleich hoch hinaus. Aber das ist ja auch das Vorrecht der Jugend.

Spasatel DAV 6

Alewtina Klimowa in der Wand

Während der Rest der Gruppe noch in der Wand hängt, trifft sich Swetlana Sokolowa, Vorsitzende des Ortsverbands Wladimir der Partei-Organisation Junge Garde mit etwa 3.000 Mitgliedern, mit Rufus Buschart und Johannes Heunisch von der Jungen Union.

Spasatel DAV 7

Sergej Konstantinow, Amil Scharifow, Swetlana Sokolowa, Jekaterina Medwedjewa, Gennadij Brajt und Alewtina Klimowa

Bei allen Gemeinsamkeiten in der politischen Arbeit und im Kampf gegen das politische Desinteresse der Jugend hier wie dort gibt es auch große Unterschiede: Die Junge Garde kann ihre Mitgliedsbeiträge für eigene Projekte verwenden – besonders im Sozialen -, steht aber im Oben-Unten-Verhältnis zur Mutterpartei Einiges Rußland. Dafür hat sie den Vorteil gegenüber der Jungen Union, die einzige „Ausgründung“ der Partei zu sein und dadurch größere Aufmerksamkeit zu genießen. Mit spätestens 28 Jahren müssen sich die Jung-Gardisten endgültig für die Partei entscheiden, während man bei der JU bis Mitte 30 zum Nachwuchs zählt.

Spasatel JU

Johannes Heunisch, Swetlana Sokolowa und Rufus Buschart

Politische Agitation an den Hochschulen – Swetlana Sokolowa studiert im 3. Jahr an der Verwaltungsakademie – ist in Rußland gesetzlich untersagt, aber auf dem Umweg über die enge Zusammenarbeit mit Organisationen wie Rotes Kreuz oder die Selbsthilfeinitiative Swet kommt sie doch immer wieder an ehrenamtlich, sozial und politisch interessierte Altersgenossen heran, die sich möglicherweise auch für die Junge Garde gewinnen lassen. Für Wladimir hat die Jungpolitikerin, die sich von den Krawall-Aktionen der Jugendorganisation „Naschi – Die Unseren“ distanziert, mehr auf inhaltliche Überzeugungsarbeit setzt und beklagt, daß die Oppositionsparteien kaum praktikable Gegenkonzepte auf den Tisch legen, auf jeden Fall schon einmal ihre Erlanger Kollegen gewonnen. Noch steht der Kontakt am Anfang, aber schon ist da die Einladung nach Wladimir und zu den alljährlichen Jugendtreffen am Seligersee. Mancher Traum will eben gleich hoch hinaus…

P.S.: Ein besonderer Dank der Gäste geht übrigens an Amil Scharifow für die ausgezeichnete Vorbereitung des Programms und die Rundumbetreuung!

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Es geht nicht alles so rasch voran, wie sich das Olga Dejewa vorstellt. Dennoch kann die Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir berichten, daß die beiden Projekte „Das sollte jeder wissen“ und „Hospiz – Häusliche Pflege“ auch in der Sommerpause nicht an Fahrt verlieren. Sogar einen Runden Tisch zum Thema „Über die Notwendigkeit der Vermittlung von Kenntnissen in der Ersten Hilfe“ habe es auf ihre Anregung hin gegeben. Schwieriger sei es da schon, mit dem schwerfälligen Apparat der Krankenhäuser in Sachen Hospiz-Projekt zusammenzuarbeiten, zumal auch noch das Datenschutzgesetz hohe Hürden aufbaue. Aber auch da weiß sich Olga Dejewa zu helfen: Man wende sich einfach direkt an die Patienten, mache auf die Dienstleistungen des Roten Kreuzes aufmerksam. Noch wichtiger aber: Nach einem personellen Wechsel in der Leitung der obersten Gesundheitsbehörde der Region Wladimir erhalte man von da nun viel mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung. Nicht von ungefähr, denn – und das ist der Clou! – das Gesundheitsministerium in Moskau legt allen regionalen Strukturen nahe, eng mit dem Roten Kreuz vor Ort zu kooperieren und sogar Mitglied der gemeinnützigen Organisation zu werden. Wenn dies tatsächlich so umgesetzt wird, bedeutet dies nichts weniger als eine Zeitenwende.

Olga Dejewa, Heino Sand

Olga Dejewa und Heino Sand im Klub Retter

Unterdessen hat sich Olga Dejewa während des Partnerschaftsjubiläums mit Matthias Buggert und Heino Sand vom Stadtjugendring getroffen, um über Möglichkeiten eines Austausches zu sprechen. Schon im Herbst will sie selbst wieder nach Erlangen kommen – mit drei jungen Leuten, die Begegnungen für das nächste Jahr vorbereiten sollen. Fortsetzung folgt also!

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Bereits am Montag, den 27. Mai, flog eine kleine Gruppe, unter ihnen Matthias Buggert und ich, Heino Sand, vom Stadtjugendring Erlangen zusammen mit Peter Steger zum dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläum nach Wladimir. Dessen russische Kollegin, Anna Makarowa, hatte für uns ein zweitägiges Vorprogramm zusammengestellt, bei dem wir neue Kontakte zu Organisationen, die internationale tätig sind bzw. den Austausch mit Erlangen anstreben, knüpfen konnten. Wir versuchen derzeit Partner für diese Gruppen zu finden. Ab Donnertag nahmen wir am offiziellen Jubiläumsprogramm teil.

Am Dienstag wurden wir von der Vorsitzenden des Euroklubs Wladimir, Jelena Kurizyna, im Hotel abgeholt und zunächst in ihre Geschäftsstelle gebracht. Der Euroclub ist eine landesweit tätige Organisation mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen andere Kulturen näherzubringen und internationale Kontakte zu vermitteln. Man hat bereits etliche Partnerorganisationen und Interessengruppen in Schulen (ab der 1. Klasse), Berufsschulen und an der Universität. Hier treffen sich Interessierte, meist betreut von Lehrern oder Studenten, um Projekte zu verschiedenen Themenbereichen aus Wissenschaft, Kultur, Sport, Ökologie usw. unter internationalem Gesichtspunkt zu planen. Der Euroclub veranstaltet zahlreiche internationale Begegnungen in Europa, zu denen die Mitglieder der Euroclub-Gruppen eingeladen werden.

In der Geschäftsstelle trafen wir auch Nikolaj, einen der wenigen Hauptamtlichen, der für die Partner-Organisation Dom Mira arbeitet. Dom Mira, zu übersetzen mit „Haus der Welt“ und / oder „Haus des Friedens“ (das Russische läßt diese Wahl offen), ist in etwa 50 Städten vertreten und  organisiert Kulturprogramme, Festivals und Wettbewerbe, die auch regelmäßig in Wladimir stattfinden. Mehrtägige Programme für Kinder und Jugendliche zu den Themen Photographie, russische Kultur, Tanzen oder Malerei finden jährlich oder jedes zweite Jahr in Wladimir statt. Dom Mira hat bereits zahlreiche Kontakte nach Europa, unter anderem auch in Erlangens Partnerstadt  Jena, und gerne hätte man auch einmal Gäste aus Erlangen bzw. würde selbst an Festivals in Erlangen teilnehmen.

Berufsschule

Heino Sand, rechts im Bild beim Besuch der Berufsschule

Am Nachmittag besuchten wir eine Berufsschule, wo wir vom Rektor und der Betreuungslehrerin für die Euroclub-Gruppe begrüßt wurden. Hier bietet man für Jugendliche zwischen sechzehn und zwanzig Jahren eine zwei- bis dreijährige Ausbildungen für künstlerische Berufe an, wie traditionelle Holzmalerei, Kunstschreinerei, Modedesign. Die schönsten Werke kommen ins hauseigene Museum.  In der Euroclub-Gruppe treffen sich einige Schüler in der Freizeit. Diese Gruppe sucht Kontakte zu vergleichbaren Einrichtungen in Erlangen.

Kinderhaus Susdal

Kinderhaus Susdal

Anschließend ging es noch ins etwa 35 km entfernte Susdal. In dieser 10.000 Einwohner zählenden Stadt betreibt ein anderer Partner des Euroclubs eine offene Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die hier ihre Freizeit verbringen können. Es gibt zahlreiche Interessengruppen besonders im kreativen und handwerklichen Bereich. Auch hier wird viel gemalt, gebastelt und getanzt.

Rotes Kreuz

Olga Dejewa, Heino Sand, Irina Sidorowa und Alwetina Klimowa beim Klub Retter

Am folgenden Vormittag brachte uns Olga Dejewa vom Roten Kreuz zum Einsatz- und Ausbildungszentrum von Spassatel („Retter“). Die Bergungs- und Katastrophenschutzorganisation ist Partner des Roten Kreuzes und in etwa mit dem THW, teilweise auch mit der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland vergleichbar. Aufgaben sind das Retten und Bergen bei Chemieunfällen, schweren Verkehrsunfällen oder ähnlichen Katastrophen, jedoch im Gegensatz zur deutschen Feuerwehr keine Brandbekämpfung. Hauptamtliche gibt es nur sehr wenige, aktiv sind vor allem Studenten und junge Erwachsene, die in ihrer Freizeit mitarbeiten. Ein wichtiger Aufgabenschwerpunkt ist die Ausbildung, u.a. auch für Sicherheitsbeauftragte von Firmen. Lose Kontakte zur Feuerwehr in Erlangen gibt es schon.

Retter

Zu besuch bei den Rettern: Pjotr Panassenko, Gennadij Brajt, Matthias Buggert, Olga Dejewa, Irina Sidorowa, Heino Sand, Alewtina Klimowa

Das Rote Kreuz in Wladimir ist eine rein ehrenamtliche Organisation. Am Rettungsdienst nimmt man nicht Teil, der wichtigste Bereich umfaßt Betreuungsdienste für behinderte und schwerkranke ältere Menschen, um den sich einige hundert Freiwillige, meist Schüler und Studenten, kümmern. Daneben gibt es auch einen Schulsanitätsdienst, den das Rote Kreuz betreut. Zwar gibt es bereits Kontakt zum Roten Kreuz in Erlangen, aber der soll noch enger und vielfältiger werden.

Universität

Universität Wladimir

Am Nachmittag ging es zunächst zur Universität. Sie entstand in der jetzigen Form erst vor einigen Jahren aus der Zusammenlegung zweier Hochschulen. Wir hatten eine Verabredung mit Galina Bobyljewa, der Dekanin der Fakultät für Fremdsprachen. Hier gibt es auch Studiengänge in Deutsch, die Beliebtheit von Deutsch hat allerdings in den letzten Jahren gelitten, Englisch wird hingegen immer beliebter. Kontakte bestehen derzeit „nur“ zum Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde bei der FAU, nun wird auch eine Zusammenarbeit mit den jeweiligen Lehrstühlen gewünscht.

Schultheater

Heino Sand und Matthias Buggert im Schultheater

Anschließend brachte man uns zu einer Schule (1. bis 10. Klasse). Das besondere an dieser Ganztagsschule: Sie hat ein angeschlossenes Internat und genießt speziell für die Abschlußklasse einen besonders guten Ruf. Nur noch etwa 10% der Schüler lernen Deutsch. Wegen des Internats gibt es auch besonders viele Freizeitaktivitäten, vor allem im kulturellen Bereich. Tanz-, Gesangs- und Theatergruppen haben ein sehr hohes Niveau, wovon wir uns überzeugen konnten. Auch eine Euroclub-Gruppe gibt es  an der Schule. In den Sommerferien (immer vom 1. Juni bis Ende August) veranstaltet man ein mehrwöchiges Zeltlager, zu dem auch internationale Gäste eingeladen werden.

An dieser Schule, wie auch an einigen anderen gibt es eine Pfadfindergruppe der OJUR Scout Group Vladimir. Im letzten Jahr war man zu Gast in Erlangen, in diesem Jahr kommen Gäste vom Steinadler-Stamm aus Erlangen zum Zelten nach Wladimir.

Pfadfinder

Bei den Pfadfindern

Abseits vom offiziellen Programm trafen wir uns am Abend mit einem Pfadfinder und einer Gruppe, die wir im letzten Jahr in Erlangen kennengelernt hatten.

Für russische Jugendliche ist ein Besuch in Deutschland sehr attraktiv, das sagten uns alle. Schwierigkeiten gibt es vor allem mit der Finanzierung, Zuschüsse und Spenden sind schwierig zu bekommen, die Verfahren intransparent.

Der künstlerische Bereich ist in Wladimir gerade auch für Heranwachsende deutlich wichtiger als bei uns. In Schulen und Freizeitgruppen wird bis ins Erwachsenenalter getanzt, musiziert und gesungen, wie es das in Deutschland nur noch selten gibt. Das war nicht nur bei unseren Besuchen in den Gruppen, sondern auch im Rahmenprogramm des offiziellen Jubiläumsprogramms eindrucksvoll zu sehen. Schwierig wird es, für diese Interessengruppen geeignete Partner in Erlangen zu finden.

Heino Sand, Stadtjugendring Erlangen

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Noch ist nicht angerichtet, noch ist Hand anzulegen an das Programm, noch sind viele Details zu klären, aber es sind ja noch zwei Arbeitstage, bis morgen am späteren Abend all die vielen Gäste aus Erlangen in Wladimir eintreffen – mit all ihren vielen Auftritten und Begegnungen.

Karin Günther, Matthias Buggert, Peter Gugel, Carolin Gugel, Henrike Franz, Heino Sand nach der Ankunft Flughafen Domodjedowo, Moskau.

Karin Günther, Matthias Buggert, Peter Gugel, Carolin Gugel, Henrike Franz, Heino Sand nach der Ankunft Flughafen Domodjedowo, Moskau.

Besonders viel Zeit braucht es natürlich, um die beiden Ausstellungen vorzubereiten: die große des Kunstvereins Erlangen, Gruppe 50 mit Bildern und Keramiken im Haus für Folklore und die kleinere mit dem Titel „Farbenfroh“ im Erlangen-Haus mit Arbeiten von Karin Günther, der Vorsitzenden der Erlanger Fotoamateure, und weiteren Mitgliedern des Vereins, der wohl schon am längsten, seit 1989 nämlich, Verbindung zu Wladimir hält.

Empfang der Freunde für Karin Günther vor dem Erlangen-Haus: Familien Filimonow, Uchin und Fedin.

Empfang der Freunde für Karin Günther vor dem Erlangen-Haus: Familien Filimonow, Uchin und Fedin.

Und da sind schließlich noch Matthias Buggert und Heino Sand vom Stadtjugendring, die im Vorfeld des Jubiläums Möglichkeiten erkunden wollen, den ohnehin bereits intensiven Jugendaustausch noch weiter auszubauen, mehr Gruppen und Vereine als bisher schon in die Partnerschaft einzubinden.

Stilleben um 30. Geburtstag der Partnerschaft.

Stilleben um 30. Geburtstag der Partnerschaft.

Vor allem aber ist da die Vorfreude auf ein schönes Fest mit Freunden. Was soll auch schon schiefgehen, wenn einen im Erlangen-Haus neben einem Quarkkuchen und einem Strauß Maiglöckchen eine Glückwunschkarte von unbekannter Hand erwartet, auf der auf Russisch und Deutsch geschrieben steht: „Herzlichen Glückwunsch zum dreißigsten Geburtstag der Zusammenarbeit Wladimir mit Erlangen! Ich möchte die Freundschaft und Erfolg bei all Ihren Bemühungen fortfahren!“ Da bemüht man sich gerne weiter!

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