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Posts Tagged ‘Markus Hörath’


Zum ersten Mal in Deutschland, zum ersten Mal in Erlangen, zum ersten Mal in der Redaktion der Lokalzeitung in der Partnerstadt. Auf diesen Termin hatten sich die Journalistinnen Karina Romanowa und Julia Kusnezowa nach der Podiumsdiskussion am Montagabend besonders gefreut. Weniger die eigene Arbeit erklären, als vielmehr sich mit Kollegen austauschen und erfahren, was eint und was trennt.

Karina Romanowa, Markus Hörath und Julia Kusnezowa

Schnell wird im Gespräch mit Markus Hörath, Redaktionsleiter der Erlanger Nachrichten, klar, da ist mehr was eint als trennt: der Schwund bei der Printausgabe, die zurückgehenden Werbeeinnahmen, der Kostendruck mit Auswirkungen auf die Personaldecke, die Orientierung auf das Internet. Aber auch ein fairer Umgang mit Politikern ohne Schongang, ein Vertrauensbasis mit der Leserschaft, eine emotionale Bindung an Stadt und Region.

Wjatscheslaw Kartuchin, Elisabeth Preuß, Julia Kusnezowa, Karina Romanowa und Amil Scharifow

Und: Man weiß viel zu wenig voneinander, sollte mehr die Möglichkeiten der Partnerschaften nutzen, um sich auch unter Journalisten besser kennenzulernen und vielleicht sogar das eine oder andere Material zwischen den Redaktionen auszutauschen. Denn, auch darin ist man sich einig, die völkerverbindenden Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir will man auch in Zukunft journalistisch begleiten, gerade auch vor dem Hintergrund der schwierigen geopolitischen Lage.

Julia Kusnezowa, Florian Janik, Karina Romanowa und Wjatscheslaw Kartuchin

Ganz im Sinne von Oberbürgermeister Florian Janik, der dritten Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und von Landrat Alexander Tritthart, die alle mit ihren je eigenen Worten den Wert der Kontakte betonen. Ganz nebenbei können die Gäste beim Besuch des Landratsamtes eine Besonderheit feststellen: Nirgendwo sonst in einem bayerischen Landkreis gibt es zwei deutsch-russische Städtepartnerschaften wie hier, das Paar Höchstadt an der Aisch mit Krasnogorsk und eben die Verbindung Erlangen-Wladimir.

Julia Kusnezowa, Alexander Tritthart und Karina Romanowa

Und noch etwas verbindet, von dem Christofer Zwanzig, Pressesprecher der Stadt Erlangen, berichtet. Es werde, so die übereinstimmende Auffassung, hier wie dort, immer schwieriger, komplexe Zusammenhänge und Entscheidungswege – etwa im Fall der Stadt-Umland-Bahn – angemessen zu vermitteln. Durch eine Vermischung von Fakten und Meinungen, besonders in den Sozialen Medien, komme es häufig rasch zu Verdrehungen der Sachverhalte, zu absichtlichen Entstellungen und oft auch zu offener Ablehnung, ohne sich mit dem Wesen der Sache beschäftigt zu haben. Leider wirke dann derlei Meinungsmache oft regelrecht ansteckend und untergrabe das Vertrauen in den Journalismus ebenso wie in Behörden und Institutionen.

Christofer Zwanzig, Julia Kusnezowa und Karina Romanowa

Wichtig ist den beiden aber: „Wir haben uns hier gleich wie zu Hause gefühlt, nicht wie Fremde.“ Und noch etwas freut sie: „In Erlangen scheinen die Politiker für Journalisten so zugänglich und offen zu sein.“ Spürbar schon am freien, unkontrollierten und unangemeldet möglichen Zugang zu Behördengebäuden ohne Wachpersonal. Vielleicht auch daher der Eindruck von Julia Kusnezowa und Karina Romanowa nach gerade einmal drei Tagen in Erlangen: „Es ist, als gingen hier für uns alle Türen von selbst auf.“

 

 

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Bei seinem Gespräch am 31. Januar mit Sergej Schtschedrin, dem Pressesprecher des Wladimirer Stadtrats, hatte Markus Hörath, Leiter der Lokalredaktion der Erlanger Nachrichten, die Idee, Straßeninterviews in Wladimir zum Thema Olympische Spiele zu machen. Gesagt, getan. Der Wladimirer Kollege zeigte sich spontan begeistert von dem Einfall und versprach, nach seiner Rückkehr Texte und Bilder zu liefern. Die sind nun eingetroffen und heute in den Erlanger Nachrichten auf der ersten Seite zu entdecken. Nicht mehr so ganz aktuell zwar, denn nach dem gestrigen russischen Doppelsieg der Paare im Eiskunstlauf würden die Reaktionen sicher euphorischer ausfallen. Aber auch so Dank an Sergej Schtschedrin für seine Mühe und die Möglichkeit, von Menschen auf der Straße zu hören, was sie von Olympia in Sotschi denken:

Iwan Komarow

Iwan Komarow

Iwan Komarow, Direktor des Zentrums zur Unterstützung des Unternehmertums

Ich habe mir die Eröffnungsfeier in Sotschi angesehen. Es hat mir sehr gefallen. Eine gelungene, farbenprächtige und inspirierende Show. Besonders eindrucksvoll für mich war die Einlage im Zusammenhang mit der sowjetischen Periode. Eindrucksvoll und prächtig waren da die positiven Momente zu sehen, die oppositionelle Jugendbewegung Stiljagi etwa oder die ganzen Reformen. Ungewöhnlich das alles, und ich hoffe, es hat dem Rest der Welt auch gefallen.

Ich schaue mir auch gern die Wettbewerbe an. Ich bin ein Fan von Showboard, fahre selbst, aber ich schaue mir auch Eiskunstlauf und Biathlon an. Und freue mich auf unsere Siege!

Die Olympischen Spiele sind für unser Land eine großes Sportereignis. Sie gehen einen starken Impuls zur weiteren Entwicklung unseres Sports. Dabei geht es ja nicht nur um den Sport, wenn ein Land zeigen kann, was es bei Bau von Wettkampfanlagen und der Organisation von Großveranstaltungen zu leisten vermag. In Sotschi sind jetzt die Bedingungen geschaffen, damit unsere Sportler auch nach den Spielen in ultramodernen Stadien und Arenen trainieren und unter besten Voraussetzungen ihre Form verbessern können.

Nadeschda Lipans

Nadeschda Lipans

Nadeschda Lipans, Rentnerin

Ich habe mit den Kindern und Enkeln die Eröffnungsfeier im Fernsehen verfolgt, von Anfang bis Ende. Wir waren alle  hellauf begeistert. Obwohl wir auch bedauerliche Fehler in der Szene des ersten Balls von Natascha Rostowa entdeckten. Ganz unerwartet für uns tauchte da eine Person aus einem ganz anderen Roman von Lew Tolstoj auf. Der allgemeine Eindruck blieb aber: eine großartige Eröffnungsfeier!

Jetzt fiebern wir mit unseren Sportlern mit. Doch wenn die mal nicht dabei sind, schauen wir uns auch die andern gern an. Mir gefällt, wie die Sportler alle eingestellt sind, und natürlich gefällt mir auch der Anblick des olympischen Sotschi. Ich habe mir die Snowboarder begeistert angeschaut, und natürlich freue ich mich über das Gold unserer Eisläufer. Die habe ich mir gleich mehrfach auf den verschiedenen Kanälen angeschaut! Ich bin ganz begeistert von dem, was sie zeigen, welche Klasse sie erreicht haben.

Ich glaube nicht, daß die Spiele ein Fest während der Pest sind. Vielmehr fühlt sich meine Familie stolz auf die Spiele und freut sich an ihnen. Gott möge einen Terroranschlag verhüten und alles gut zu Ende gehen lassen!

Familie Kostin

Familie Kostin

Natalia und Maxim Kostin, junge Eltern

Natürlich haben wir die Eröffnungsfeier gesehen. Wir haben aber mehr erwartet. Was da gezeigt wurde, erinnerte mich mehr an eine Fernsehshow, die Einlagen waren etwas in die Länge gezogen. Wahrscheinlich war es für die Zuschauer im Stadion nicht besonders interessant. Gefallen hat mir aber einer der wichtigsten Momente, nämlich die Zeremonie der Entzündung der olympischen Fackel: ein ganz ungewöhnliches Design, ein wirklich origineller Anblick!

In den ersten Tagen waren wir enttäuscht wegen des unglücklichen Auftritts unseres Biathleten, Anton Schipulin, der beinahe Bronze geholt hätte. Gefallen haben uns aber unsere Eiskunstläufer. Erstmals in der olympischen Geschichte in neuer Konstellation, als Mannschaft, und dann gleich die ersten.

Wir werden weiter für die Biathleten die Daumen drücken und warten auf den Beginn des Eishockey-Turniers. Wenn unsere Jungs gewinnen, verzeihen wir alles andere! Natürlich wären wir gern in Sotschi dabei, aber wir haben ein Baby. Also schauen wir eben von zu Hause aus zu, wenn das Kind es erlaubt.

Sergej Ljosow

Sergej Ljosow

Sergej Ljosow, Passant

Ich schaue mir Biathlon an, weil ich früher selbst Ski gelaufen bin. Ich habe das sogar professionell betrieben und hätte es beinahe in die Kategorie „Meister des Sports“ geschafft. Klar, daß ich mir da gestern das 30-km-Rennen angesehen habe. Bisher haben es ja unsere Sportler noch nicht so richtig auf die Treppchen gepackt, aber ich hoffe da noch auf mehr.

Die Eröffnungsfeier hat mir sehr gut gefallen, ein grandioses Schauspiel. Ich bin ganz und gar nicht einverstanden mit denen, die sagen, die Olympischen Spiele bräuchten wir nicht. Sehen Sie doch einmal, wie Sotschi sich verändert hat, man erkennt es kaum wieder! Was da für moderne Arenen entstanden sind! Und Eiskanäle brauchen wir. Unsere Schlittenfahrer haben im ganzen Land nur zwei Bahnen, eine in Moskau und jetzt eben in Sotschi. Davon bräuchten wir viel mehr. Dann könnten wir den Ruhm einer sportlichen Großmacht zurückerobern.

Tatjana Buchnajewa

Tatjana Buchnajewa

Tatjana Buchnajewa, Angestellte

Ich bin verrückt nach Eiskunstlauf. Der reinste Balsam für die Seele war der gestrige Sieg in der Mannschaftswertung. Ich freue mich riesig für unsere Sportler! Bravo! Unser kleines Sternchen, Julia Lepnizkaja, ist ein richtiges Wunder, ein Beispiel dafür, wie schon Kinder dem Gold zustreben! Ich freue mich für unsere Paare und natürlich für Jewgenij Pljuschtschenko.

Die Eröffnungsfeier habe ich fast komplett gesehen. Phantastisch und voller Herz, ein paar Mal hatte ich richtig zu schlucken. Unsere Olympioniken brauchten sich hinter den anderen nicht verstecken, ihre Kleidung brachte den russischen Geist zum Ausdruck. Ich bin überzeugt, wir haben da alles richtig gemacht, die Olympischen Spiele bei uns auszurichten, ist gut. Unser Land sollte wieder aufstehen. Klar wurde viel dafür ausgegeben, aber Olympia in Sotschi ist das wert.

Mehr zu Sergej Schtschedrin und seinem Besuch bei den EN unter: http://is.gd/rkdRNE und mehr zu Wladimir und Olympia unter: http://is.gd/8K4qcn

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Sergej Schtschedrin kennt den Weg von Wladimir nach Erlangen mit dem Auto. Die ganze lange Strecke, einfach 2.500 km immer geradeaus gen Westen. Nach einem Zwischenhalt in Hirschberg, der polnischen Partnerstadt, und einer staubedingten Verspätung von gut zwei Stunden, traf der Pressesprecher des Wladimirer Stadtrats am frühen Abend im Rathaus ein, wo er schon von seinem Kollegen, Peter Gertenbach, erwartet wurde. Von da ging es für den russischen Journalisten, der vor seinem Seitenwechsel bei dem seinerzeit recht liberal-aufmüpfigen Sender TV 6 gearbeitet und eine Vielzahl von Reportagen über Erlangen und die Partnerschaft gedreht hatte, gleich weiter zu einem Kennenlernen mit Markus Hörath, dem Leiter der Redaktion der Erlanger Nachrichten.

Lach- und Sachgeschichten der Erlanger Nachrichten: Peter Gertenbach, Markus Hörath und Sergej Schtschedrin

Lach- und Sachgeschichten der Erlanger Nachrichten: Peter Gertenbach, Markus Hörath und Sergej Schtschedrin

Drei Zunftbrüder unter sich: Da tauscht man nicht nur aktuelle Zahlen über leider hier wie dort weiter sinkende Auflagen und zurückgehende Erlöse des Anzeigengeschäfts aus, da kommt das Gespräch auch auf die immer wieder und allüberall unterschiedlich bedrohte Pressefreiheit. Sergej Schtschedrin sieht dabei die größte Gefahr für die russischen Medien gar nicht in den gottlob mittlerweile seltener gewordenen tätlichen Übergriffen und tödlichen Anschlägen auf einzelne Journalisten, sondern in deren struktureller Abhängigkeit von Staatsorganen, mit denen Verlagshäuser und Sender Verträge über die honorierte Publizierung von amtlichen Verlautbarungen abschließen. Bei Unbotmäßigkeit kappt die jeweilige Behörde einfach das Informationskabel und stellt seine Zahlungen ein. Und schon ist der Ofen aus. Da hilft auch die relative Freiheit im kostenlosen Internet nicht weiter, denn, so der freimütige Gast mit seinem am Fränkischen geschliffenen Deutsch: „Die Journalisten müssen ja auch von etwas leben.“ (Der letzte landesweit funkende unabhängige Sender, Doschd, erlebt übrigens gerade die Macht der Politik: s. http://is.gd/JzHG5E) Aber das schreibende Trio beläßt es nicht bei Jereminaden, sondern gebiert eine zündende Idee, die hier noch nicht verraten werden soll. Nur so viel: In der Rubrik „Neues aus den Partnerstädten“ werden demnächst einige Straßeninterviews zu einem nicht ganz nebensächlichen und nicht nur tagesaktuellen Thema von Sergej Schtschedrin erscheinen. Keine Ente! Und hoffentlich auch keine Eintagsfliege, denn etwas mehr an Stoff,  aus dem die Träume der Partnerschaft sind, darf es in der Erlanger Leib- und Magenblatt schon sein.

Igor Krotter und Sergej Schtschedrin mit einem Teil des Boxteams

Mit geballten Fäusten: Igor Krotter und Sergej Schtschedrin inmitten des Boxteams

Einen solchen Traum hat das Boxteam um Igor Krotter, das Anfang Mai ein Turnier veranstaltet, zu dem auch junge Faustkämpfer – beiderlei Geschlechts – aus Wladimir erwartet werden. Und schon träumt man auch von einer Reise in die Partnerstadt, denn, so der aus dem russischen Orenburg stammende Trainer: „Das würde uns alle richtig begeistern. Von so einem Austausch können meine Mädels und Jungs nur profitieren.“ Er weiß, wovon er spricht, denn immerhin ist Alexander Powetkin Ehrenmitglied des Boxverbands der Region Wladimir, und von da kommen Sergej Kusmin, der amtierende Europameister im Superschwergewicht, Nikolaj Bubnow, Weltmeister im Schnellboxen, der Profi Denis Sergejew und nicht zuletzt Xenia Sinjawina, frischgebackene Jugendeuropameisterin in der Gewichtsklasse bis 69 kg. Zur Einstimmung alle über die Suchmaske im Blog zu finden, ebenso wie sicher bald mehr zu dieser nach Schwimmen, Laufen, Fußball u.v.m. ganz neuen Disziplin dieser Partnerschaft, die schon in den ersten Tagen des 31. Jahres ihres quicklebendigen Bestehens wieder volle Fahrt aufgenommen hat, den Totmannknopf unbeachtet in weiter Ferne lassend.

Mehr zu den Boxern um Igor Krotter unter: http://www.box-team-igor.de

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