Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Magir Katschabajow’


In der vergangenen Woche nahm die Wladimirer Region am IX. Allrussischen Forum „Gesundheit der Nation, Grundlage für ein blühendes Rußland“ in Moskau teil. Die staatliche Universität der Partnerstadt stellte dort eine Erfindung zur Diagnostik des Herz-Kreislauf-Systems. Die Entwicklung des Wladimirer Wissenschaftlers und Dozenten am Lehrstuhl für biomedizinische und elektronische Mittel und Technologien, Roman Issakow, verspricht eine hohe Nachfrage zumindest auf dem russischen Markt, da das System nicht nur eine elektrokardiographische Untersuchung ermöglicht, sondern auch die Elastizität der Gefäße überprüft sowie Rhythmus und Töne des Herzens analysiert. Und das alles in Sekundenschnelle als Funktion per Smartphone. Noch befindet sich die Neuerung aus Wladimir in der Testphase, aber erste Ergebnisse lassen hoffen und passen zum medizinischen Jahresmotto, dem Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dem höchsten Gesundheitsrisiko der Russen.

Dmitrij Neronow und Magir Katschabajow

Dmitrij Neronow und Magir Katschabajow

Wie wichtig auch die Partnerschaft den Bereich der Medizin nimmt, zeigt sich gerade wieder deutlich in diesen Tagen. Nur einen Tag nach den drei gestern hier vorgestellten Ärztinnen sind am Montag nämlich auch der Chirurg Magir Katschabajow und der Anästhesist Dmitrij Neronow – beide bereits mit Erlangen-Erfahrung – eingetroffen. Die Mediziner vom Wladimirer Rot-Kreuz-Krankenhaus absolvieren auf Vermittlung von Werner Hohenberger, Direktor der Chirurgischen Klinik der FAU, in ihren Fachbereichen eine ein- bzw. eineinhalbmonatige Hospitation. Vereinbart hatte dies der Erlanger Professor mit seinem Wladimirer Kollegen, Jewgenij Jaskin, dem ärztlichen Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, erst vor wenigen Monaten bei seinem Besuch in der Partnerstadt. Möglich macht den Aufenthalt aber auch großzügig die WAB Kosbach, wo die beiden Ärzte ebenso großzügig wie gastfreundlich untergebracht sind. Davon und von den Erfahrungen der Besucher bald mehr in Ihrem Blog.

Mehr zu den Gästen unter: http://is.gd/VkpIzb und http://is.gd/2Zt5pB

Read Full Post »


Davon hatte Magir Katschabajow geträumt, seit er vor sechs Jahren im Rot-Kreuz-Krankenhaus Wladimir seinen Dienst antrat: einmal persönlich Werner Hohenberger kennenzulernen, den Erlanger Mediziner von Weltruf. Vor kurzem in Istanbul wäre das beinahe gelungen, bei einem Kongreß, wo der in Baku geborene Arzt als einziger Vertreter der Russischen Föderation den Direktor der Erlanger Chirurgischen Klinik schon hatte ansprechen wollen. Aber wie als Adept an den Meister des Fachs herankommen? Erst die Städtepartnerschaft machte dies möglich – und noch mehr: Der Gast-Chirurg aus Wladimir darf zwei Tage lang bei den deutschen Kollegen hospitieren und vieles von dem in praktischer Anwendung erleben, was er bisher nur aus den Publikationen des verehrten Medizinprofessors kennt, der übrigens auch schon selbst einmal mit einem Vortrag zu einer Fachtagung in Wladimir war, freilich lange bevor der aserbaidschanisch-russische Arzt seinen Beruf ergriffen hatte.

Werner Hohenberger und Magir Katschabajow

Werner Hohenberger und Magir Katschabajow

Doch auch damit noch nicht genug des Glücks: Magir Katschabajow ist für zweieinhalb kurze Tage zusammen mit seinem Chef nach Erlangen gekommen, mit Jewgenij Jaskin, dem ärztlichen Direktor des Unfallkrankenhauses, im Volksmund Rot-Kreuz-Krankenhaus genannt, der gestern Betten in Augenschein nahm, die, obwohl noch voll funktionstüchtig, in hiesigen Kliniken keine Verwendung mehr finden und durch elektronisch gesteuerte Nachfolgemodelle ersetzt werden. Etwa 170 sind es, einschließlich der Nachttischschränkchen, Gehhilfen, Infusionsständer und anderem Inventar. Spätestens bis Ende Oktober sollte das Bettenhaus, wo all das bisher noch steht, leergeräumt sein, denn nach sechs Jahrzehnten intensiver Nutzung wird das Gebäude nun bald abgerissen und muß einem Neubau weichen.

Magir Katschabajow, Jewgenij Jaskin, Erika Schütz-Protz und Alfred Niedermeier

Magir Katschabajow, Jewgenij Jaskin, Erika Schütz-Protz und Alfred Niedermeier

Was aber hier nicht mehr gebraucht wird, kann in Wladimir noch beste Dienste leisten. Und Erika Schütz-Protz, Leiterin des Pflegedienstes, und Alfred Niedermeier, als Leiter des Dezernats 2 mit zuständig für den laufenden Betrieb und die Logistik, versprechen den Besuchern aus der Partnerstadt, keinen Schrott mitzugeben. Das hat der austauscherprobte und partnerschaftserfahrene Jewgenij Jaskin, Herr über das mit 450 Betten größte Notfallkrankenhaus der ganzen Region Wladimir, auch gewiß nicht erwartet. Im Gegenteil: Beim Rundgang bittet er sogar, das ein oder andere Bett oder Utensil, das bereits umsichtig mängelbedingt ausgesondert wurde, wieder auf die Liste zu nehmen. Am liebsten, so bekennt er, würde er alles mitnehmen, was da noch herumsteht, viel zu schade zum Wegwerfen. Doch vor allem um die stabilen Betten ist es ihm zu tun. Und da hat er schon genug zu tun. Denn die Zeit drängt. Sobald die Freunde in Erlangen die Packliste zusammengestellt haben, muß ein Transportweg für die sperrigen Hilfsgüter gefunden werden, entweder auf der Straße oder auf der Schiene, damit es im Herbst losgehen kann.

Magir Katschabajow, Helmut Schmitt, Jewgenij Jaskin, Gerd Lohwasser, Rita Stolz (hintere Reihe); Peter Steger, Walter Otto, Heidi und Jürgen Binder (vordere Reihe)

Magir Katschabajow, Helmut Schmitt, Jewgenij Jaskin, Gerd Lohwasser, Rita Stolz (hintere Reihe); Peter Steger, Walter Otto, Heidi und Jürgen Binder (vordere Reihe)

Doch bevor es heute am späteren Nachmittag schon wieder zurückgeht, blieb noch Zeit für ein Abendessen in Marloffstein im Kreis von guten Freunden, die sich alle verdient gemacht haben um den Medizineraustausch mit Wladimir: Helmut Schmitt, in dessen Zeit als Leiter des Bürgermeister- und Presseamtes die Fachtreffen der Ärzte aus beiden Städten ihren Aufschwung nahmen; Gerd Lohwasser, der als Bürgermeister und „Gesundheitsminister“ bei „Erlangens intensivster Partnerschaft“ immer ein wohlwollendes Auge auf diese Fachverbindungen hatte; schließlich die beiden Allgemeinärzte, Walter Otto und Jürgen Binder, die den Kollegen in Wladimir bereits einen Arbeitsbesuch abgestattet haben und planen, im Frühjahr wieder in die Partnerstadt zu reisen. Vielleicht mit weiteren Kollegen, wie beispielsweise Henning Altmeppen, in dessen Medizinzentrum die russischen Gäste gleich nach ihrer Ankunft vorgestern einen Nachmittag lang hospitieren durften. Da ist jedenfalls wieder einiges in Gang gekommen, und schon bald, im Herbst, werden wir wissen, wie es weitergeht.

S. auch: http://is.gd/7ghw48 und http://is.gd/vMGP4A sowie unter Eingabe von Jewgenij Jaskin in die Suchmaske des Blogs.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: