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Posts Tagged ‘Mädchenchor Christian-Ernst-Gymnasium’


Daß es so schnell mit dem Gegenbesuch gehen würde, hatte im Herbst vergangenen Jahres, als der Mädchenchor Wladimir in Erlangen zu Gast war, niemand gedacht. Doch nun reiste Joachim Adamczewski auf Einladung seines Kollegen, Alexander Sneschin, doch bereits Ende Juni mit seinem Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums nach Wladimir und hielt die Eindrücke exklusiv für den Blog in einem Tagebuch fest, das hier im Wortlaut wiedergegeben werden soll.

Do, 25.06.15

Hinflug problemlos. Pünktlich um 17.45 Uhr in Moskau angekommen. Dort keine Koffer. Erfahren später, diese seien in Frankfurt stehen geblieben und kämen erst mit der nächsten Maschine am Freitag nach Moskau. Zweieinhalb Stunden Formalitäten – extrem entnervend. Anfangs wenig Unterstützung, schließlich hat sich eine junge Flughafenmitarbeiterin erbarmt und sich unserer Gruppe angenommen. Sie konnte gut Englisch. Gegen 21.15 Uhr also dann endlich – ohne Koffer – in den Bus gestiegen. Fahrt durch viele Staus nach Wladimir, gegen 23 Uhr kurzer Halt und endlich etwas zu Trinken gekauft – kleiner Imbiss, Toiletten.

Mädchenchor CEG im Jugendlager Artek

Mädchenchor CEG im Jugendlager Ikar

0.35 Uhr Ankunft in der Musikschule Nr. 3 in Wladimir. Alle Mädels (bis auf Elli) in Zweiergruppen untergebracht. Tee und ein paar Happen mit Alexander Sneschin in dessen Büro. Um 1 Uhr nachts! Dann fährt er uns Erwachsene ins Hotel. Ohne Zahnbürste, ohne Klamotten.

Fr., 26.06.15

Um 9.30 Uhr holt uns Alexander in die Musikschule ab. Dort leihe ich mir von einem Mädchen die Noten und kopiere genug nach, damit wir proben können. Chorprobe von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr.
Nach dem Mittagessen im Hotel Eremitage holt und uns dann ein Bus ab, und wie fahren in das etwa 35 km entfernte Ferienlager „IKAR“. Dort ist gerade die letzte „Schicht“. Wir werden sehr herzlich und „traditionell“ begrüßt und professionell betreut. Die Mädels sind der Mittelpunkt…

Mädchenchor CEG am Lagerfeuer im Jugendlager Ikar

Mädchenchor CEG am Lagerfeuer im Jugendlager Ikar

Fahnenappel mit russischer und deutscher Nationalhymne! Polonaise durch die Anlage… Viel Musik und Tanz und Showeinlagen… Traditionelles Brauchtum, das die russischen Kinder und Jugendlichen offensichtlich sehr gerne präsentieren! Zur Eröffnung des bunten Abends singen wir unser Programm – in „Räuberzivil“. Danach kommt das bunte Programm, das die russischen Kinder wohl während des Ferienlagers einstudiert haben. Sehr beeindruckend – leider auch sehr laut.

Unter dem Goldenen Tor

Mädchenchor CEG nter dem Goldenen Tor

Dann Abendessen in einer charmanten, riesigen Betonhalle und Ausklang mit einer großen Open-Air-Tanzdisco. Die Mädels sind erst sehr skeptisch und wollen gar nicht dableiben. Doch dann zieht sie die ungewohnte Art zu tanzen völlig in ihren Bann, und sie machen (fast) alle sehr ausgelassen mit! Nach einem kurzen Feuerwerk und einer traditionellen Abschiedsrunde am Lagerfeuer geht es um 21.30 Uhr zurück nach Wladimir. Die Koffer sind noch immer nicht da, sie kommen (angeblich) morgen nachmittag.

Sa., 27.06.15

In der Nacht und am Morgen wieder viel geregnet. Um 10 Uhr holt uns Alexander ab. Dann eine Stadtführung durch Wladimir mit Ludmila: Goldenes Tor, Kristallmuseum mit einem Ständchen des Chores. Demetrius-Kathedrale und Mariä-Entschlafens-Kathedrale besichtigt. Mittagessen im Eremitage. Dann wieder zurück in die Stadt und Besuch im Kunstmuseum (Gemälde, Stickereien, Trachten-Mode und Kunst), dann der nächste Wolkenbruch mit 40 cm Wasser auf den Straßen! Wir sind „gefangen“ im Museum und verbringen dort wartend etwa eine dreiviertel Stunde. Dann im Eilschritt ins Arkaden-Einkaufszentrum zu einem sehr guten Kaffeetrinken! Danach zurück in die Musikschule. Ich singe viel mit den Kids, und die Laune bleibt recht gut. Um 21.15 Uhr bringen Eltern etwas zum Essen für die Kinder. So bleibt die Stimmung gut bis 22 Uhr… Dann schicke ich die Mädels nacheinander ab in die Familien.

Mädchenchor CEG im Regen von Wladimir

Mädchenchor CEG im Regen von Wladimir

Es scheint keinen Sinn mehr zu haben, endlos auf die Koffer zu warten. Alle haben sich sehr tapfer gehalten. Dennoch ziehen sie nun mit langen Gesichtern ab. Die Koffer waren ja für 17 Uhr angekündigt worden, dann, nach langem Warten und vielen Anrufen, hieß es, sie kämen gegen 21 Uhr. Ich habe dann nach 22 Uhr mit Marina und Alexander noch die Pässe und die Zollformulare organisiert, um sicher zu gehen, die Koffer auch ausgehändigt zu bekommen. Um 23.35 Uhr trafen sie dann tatsächlich ein. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer! (Segen der modernen Netzwerke.) Die Mädels, die es nicht so weit zur Schule hatten, waren nach fünf Minuten mit Freudengeheule da. Die anderen folgten zum großen Teil. Ein Fest für die Kids wie Weihnachten und Geburtstag gleichzetig!

Mädchenchor CEG auf der Brücke nach Bogoljubowo

Mädchenchor CEG auf der Brücke nach Bogoljubowo

So., 28.06.15

Um 10 Uhr Abfahrt von der Musikschule nach Susdal. Leider regnet es mal mehr, mal etwas weniger, und so ist der Besuch des Freílandmuseums nicht so schön, und alles müssen wir recht kurz halten. Wir haben eigentlich viel zu wenig Zeit für das schöne Susdal, – sollen schon um 14 Uhr zurück sein. Nach dem Kloster und der Besichtigung des Kremls geht es mit einiger Verspätung zurück. Also um 14.45 Uhr Mittagessen. Dannach eine Chorporbe in der Musikschule. Die Mädels sind aber eigentlich viel zu fertig für eine konzentrierte Probe. Ein weiteres Mädchen bekommt Halsweh! Der Tribut an das nasse Wetter? Um 17 Uhr dann Abfahrt in ein Jugend-Café, wo sehr schön Spiele gemacht werden und man vor einer Videoleinwand tanzen kann.

Bogoljubowo-Konzert Mädchenchor CEG

Bogoljubowo-Konzert Mädchenchor CEG

Mo., 29.06.15

Regen begleitet uns den ganzen Tag – mal mehr, mal weniger. Um 10 Uhr Start an der Musikschule nach Bogoljubowo. Klosterbesichtigung wieder mit unserer Führerin Ludmila. Sie macht das wirklich sehr gut und schafft es immer wieder, die Mädels zum Zuhören zu bringen. Dann laufen wir vom Bahnhof zu der schönen Kirche Mariä Schutz und Fürbitten, die auf einer kleinen Erhöhung inmitten der Nerl-Auen liegt.. Leider regnet es die ganze Zeit, weshalb die Bilder vom Chor immer Regenschirmbilder sind. Wir konnten in die kleine Kirche hinein und haben dort auch gesungen – sehr bewegend in dieser phantastischen Akustik und diesem heiligen Raum…

Mädchenchor CEG auf dem Regenweg zu Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl

Mädchenchor CEG auf dem Regenweg zu Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl

Nach einer Mittagspause ging es dann zum Konzertsaal. Ein riesiges Gebäude mit einem schönen Konzertsaal, Restaurant, Tagungsräumen etc., gestiftet von einem Millionär für seine Wladimirer. Die Generalprobe verlief sehr diszipliniert. Leider störte eine laute Lüftungsanlage – völlig unverständlich, wie so etwas in einem Konzertsaal eingebaut werden kann! Nach einem Zeitungsinterview und Photos auf und hinter der Bühne begann dann um 19 Uhr unser Auftritt.

Mädchenchor CEG gemeinsam mit den Sangesfreundinnen aus Wladimir

Mädchenchor CEG gemeinsam mit den Sangesfreundinnen aus Wladimir

Das Konzert war recht gut besucht, das Publikum zunehmend enthusiastisch – sehr nett, sehr lieb zu uns. Vor allem die deutschen Volkslieder wurden so heftig beklatscht, daß wir uns mehrmals verbeugen durften! Leider war unsere 1. Stimme krankheitsbedingt etwas geschwächt! Nach dem Konzert waren wir noch sehr nett zusammengesessen – Ludmila hat übersetzt.

Mädchenchor CEG vor der Musikschule

Mädchenchor CEG vor der Musikschule Nr. 3

Di., 30.06.

9.30 Uhr holt uns Alexander ab zur Musikschule. Von dort geht es um 10 Uhr mit dem Stadtbus ins Zentrum. Wir besuchen das „Stadtmuseum“ (zwischen Mariä-Entschlafens-Kathedrale und Demetrius-Kathedrale) und haben dort viel Spaß. Wir sehen eine alte Wohnstube und verschiedene bäuerliche Gerätschaften. Die Frauen zeigen uns, wie man spinnt und einiges Kochgerät. Dann geht es ins Klassenzimmer. Dort bekommen wir eine richtige Schulstunde (auf Deutsch) geboten. Das war sehr lustig. Wir lernten, unseren Namen auf Russisch zu schreiben und erfuhren einiges über die Strafen, die einem blühten, wenn man nicht aufmerksam genug war. Dann ging der Stadtbummel weiter durch den Puschkin-Park (Phototermine) und in eine alte Kirche. Von dort zurück zum Mittagessen.

Mädchenchor CEG vor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale Wladimir

Mädchenchor CEG vor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale Wladimir

Den Nachmittag hatten die Mädels frei zum Shoppen oder, um ihn in den Familien zu verbringen. Um 18 Uhr begann unser Abschiedsabend. Zuerst hörten wir ein kurzes Konzert unserer russischen Gastgeber mit Beiträgen am Klavier und von Solosängerinnen. Toll! Schließlich trafen wir uns alle auf der Bühne für ein gemeinsames Lied – „Halleluja“. Sehr wirkungsvoll – unser internationaler Chor! Nach einer Stärkung am Buffett wurde dann in die Eingangshalle die Disco eröffnet.

Mi., 01.07.

Viele Abschiedsphotos, Geschenke, Umarmungen. Als um 10 Uhr der Bus eintrifft, will niemand los! Großes Geheule… Doch dann kommt doch langsam der „Pilgerstrom“ in Gang, und alle bringen ihr Gepäck zum Bus. Wir stellen uns zum Abschied noch einmal im Kreis auf und versuchen, eine Strophe von „Nehmt Abschied Brüder“.  Vom Text her gelingt sie zwar nicht so recht, aber alle summen, brummen und singen irgenwie mit.

Wir liegen uns in den Armen

Abschied

Dann liegen wir uns wieder in der Armen. Der endgültige Abschied wird schwer. „Wir sehen uns bald wieder!“ Schließlich habe ich dann doch alle meine Schäfchen in den Bus gebracht, und wir starten um 10.15 Uhr nach Moskau. Rückreise problemlos, und pünktlich um 22 Uhr landen wir – diesmal mit Koffern – in Nürnberg.

Joachim Adamczewski

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Vor wenigen Tagen ging eine Mail aus Wladimir ein, wo Alexander Sneschin, Leiter der Kunstschule Nr. 3, eine freudige Mitteilung zu machen hatte. Der Wladimirer Mädchenchor  hat Mitte März an dem Zentralrussischen Wettbewerb für Chormusik in Moskau teilgenommen – und dort den Pokal gewonnen.

Der Mädchenchor Wladimir beim Sängerwettstreit in Moskau

Der Mädchenchor Wladimir beim Sängerwettstreit in Moskau

Die Freude darüber, so der Musikpädagoge, sei besonders groß, weil dieser Erfolg mit dem vierzigjährigen Jubiläum seiner Schule zusammenfalle und Gelegenheit biete, sein Können auch in Wladimir einmal wieder einem größeren Publikum vorzustellen. Am 15. April schon treten deshalb die Mädchen im Tanejew-Konzertsaal auf, – bestimmt vor vollen Rängen.

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde

Eine geteilte Freude ist das jetzt aber auch für den Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums unter der Leitung von Joachim Adamczewski, ein Grund zur Gratulation – und ein Ansporn für die Vorbereitung auf die Wladimir-Reise im Frühsommer, die verbunden ist mit der schönsten aller Freuden, der Vorfreude.

Und wer sich nochmals erfreuen will an den Erfolgen dieser großartigen Schulchorpartnerschaft, klicke einmal hier: http://is.gd/GIX3VS und da http://is.gd/Z5N8UP

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In den Erlanger Nachrichten war am Freitag im Kulturteil nur eine kleine Notiz zu dem gestrigen Konzert des Mädchenchors der Kunstschule Nr. 3 aus Wladimir zu finden. Verständlich, wenn es da bei dem einen oder der anderen in der Vorbereitung Befürchtungen gab, die Kirche könne sich nicht füllen. Doch es hatte sich wohl rasch herumgesprochen, was da junge Gäste aus der Partnerstadt wieder für ein musikalisches Fest veranstalten würden, und so waren denn die Reihen schon kurz vor 17.00 Uhr so gut besetzt, daß man zu Beginn des Auftritts kaum mehr einen freien Platz fand.

Die Hugenottenkirche füllt sich

Die Hugenottenkirche füllt sich

Den Auftakt machte der Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums mit drei Stücken, einem geistlichen Lied von Gabriel Fauré, einer Volksweise über das ewige Grün der Hoffnung und einen Song aus Afrika, voller Rhythmus und Bewegung. Bescheiden hatte Musiklehrer Joachim Adamczewski sein Ensemble als „Vorgruppe“ bezeichnet, aber die Gymnasiastinnen ließen schon viel mehr als nur eine Vorahnung auf das erkennen, was sie wohl schon in ein paar Monaten auf die Bühne bringen würden.

Joachim Adamczewski und sein Mädchenchor

Joachim Adamczewski und sein Mädchenchor

Der Mädchenchor des einzigen musischen Gymnasiums in Erlangen ist nämlich immer nur auf zwei Jahre angelegt und existiert in der gegenwärtigen Besetzung erst seit diesem Schuljahr. Desto beachtlicher, mit welchem gesammelten Ernst das Lob an die Gottesmutter erklingt, wie hell und hoch die Stimmen die Hoffnung tragen, wie inspiriert die afrikanischen Elemente interpretiert werden.

Duett im Mädchenchor Wladimir

Duett im Mädchenchor Wladimir

Da haben der Leiter der Kunstschule Nr. 3, Alexander Sneschin, und die Dirigentin, Jekaterina Pudonina, natürlich ganz andere Voraussetzungen – mit drei Probestunden als Ensemble, einer individuellen Dreiviertelstunde für die eigene Stimmbildung jedes Mädchens und eben all die Jahre einer Kontinuität, denn in der Regel treten die jungen Sängerinnen schon mit sieben Jahren, spätestens im Alter von dreizehn Jahren ein und bleiben bis zum Abitur.

Im Quintett des Mädchenchors Wladimir

Im Quintett des Mädchenchors Wladimir

Da ist denn auch jedes Lied ein klangliches Kleinod, da jubiliert und vibriert es in allen Tonlagen, da jauchzt – man muß sie hier bemühen – die russische Seele, da atmet eine Leichtigkeit der Melancholie, da schafft sich ausgelassen Spielwitz Raum, und da sitzt jeder Ton, stimmt jeder Einsatz. So voll der Chor in den Tutti tönt, so anmutig-anrührend perlen die Noten im Duett oder schweben im Quintett durch den Raum, ganz ohne die ohnehin eher zurückhaltende Interpunktion der Dirigentin, die sich ganz auf die Repertoire-Sicherheit ihrer Künstlerinnen verlassen kann.

Stehende Ovatationen von allen Bänken der Hugenottenkirche

Stehende Ovatationen von allen Bänken der Hugenottenkirche

Immer wieder erklingen aus dem Publikum Bravo-Rufe, im Beifall sind Stimmen zu hören wie „Gott, ist das schön!“, und am Ende dann stehende Ovationen für einen Chor, der es versteht, sein Publikum zu verzaubern und sich dann auch nicht lange bitten läßt, als Zugabe das Hallelujah von Leonard Cohen zu wiederholen.

Elisabeth Preuß mit Blumen für den Mädchenchor Wladimir

Elisabeth Preuß mit Blumen für den Mädchenchor Wladimir

Und nach dem Auftritt? Ein Lob von einer Kollegin an die Pianistin, Darja Ljagina, die über eine ganze Stunde hinweg als Begleiterin des Chors die Spannung hielt. Die Frage danach, warum es denn keine CD von dem Ensemble gebe? Der Wunsch, doch bald wieder so ein Partnerschaftskonzert zu veranstalten

Darja Ljagowa und Elisabeth Preuß

Darja Ljagowa und Elisabeth Preuß

Und im „Abspann“ nicht nur Blumen und einen süßen Gruß für die Mitwirkenden, sondern auch bewegende Worte von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß mit dem Dank dafür, gerade am Vorabend des sicherlich emotionalsten Festes der Deutschen, des 25. Jahrestages des Mauerfalls, so viele schöne Gefühle geweckt zu haben, dem Publikum so viel Freude bereitet zu haben.

Elisabeth Preuß mit süßen Grüßen für den Mädchenchor Wladimir

Elisabeth Preuß mit süßen Grüßen für den Mädchenchor Wladimir

Und mit dem Dank an einen Stadtrat in Erlangen, der lange, bevor man in Deutschland den Begriff „Glasnost“ kannte, den Mut bewiesen hatte, mit dem damals noch sowjetischen Wladimir eine Partnerschaft einzugehen, die von Jahr zu Jahr intensiver und lebendiger wird und gewiß nicht nur auf dem Papier steht.

Birgitt Aßmus, Joachim Adamczewski, Elisabeth Preuß, Gabriele Kopper und Peter Steger

Birgitt Aßmus, Joachim Adamczewski, Elisabeth Preuß, Gabriele Kopper und Peter Steger

Mit Dank auch an die Stadtratskolleginnen – stellvertretend für das ganze Gremium – Birgitt Aßmus und Gabriele Kopper, die mit ihrem Besuch wieder einmal bewiesen, wie wichtig ihnen die freundschaftlichen Verbindungen zu Wladimir, wie beglückend schön gerade die kulturellen Höhepunkte dieser Partnerschaft sind.

Alexander Sneschin und Joachim Adamczewski liegen ihren Mädchen im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde zu Füßen

Alexander Sneschin und Joachim Adamczewski liegen ihren Mädchen im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde zu Füßen

Ein Glück, das aber besonders die russischen und deutschen Mädchen erleben: im täglichen Miteinander in den Familien, in gemeinsamen Unternehmungen – und natürlich bei so einem Doppelkonzert und der anschließenden Stärkung im Calvin-Saal, der an diesem Abend in ein Refektorium umgewandelt wurde.

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde

Ein Glück, das die Lehrmeister der Musik teilen als Lohn all ihrer Mühen, all der vielen Zeit, die sie in Vorbereitung und Proben investieren, all der Kraft und Energie, die sie dem musikalischen Nachwuchs schenken. Ein Glück, das sie im Miteinander über die Grenzen von Politik und Länder hinweg erleben, das sie vereint. Wäre Sabine Kreimendahl – wie beim Knabenchor Wladimir Ende Juni – wieder im Publikum gesessen, sie hätte wieder Anlaß genug gehabt, für die Erlanger Nachrichten von einem „großartigen Konzert“ zu schreiben und zusammenzufassen: „So sieht Völkerverständigung aus“!

Beste Laune: Ein Trio des Mädchenchors Wladimir nach dem Auftritt

Beste Laune: Ein Trio des Mädchenchors Wladimir nach dem Auftritt

Heute, um 11.15 Uhr ist der Chor aus Wladimir nochmals mit der Ode an die Freude zu Beginn der Podiumsdiskussion in der Volkshochschule zum Thema Mauerfall zu hören, und dann gibt es noch um 18.00 Uhr das Konzert in der Katharinen-Kirche zu Thuisbrunn in der Fränkischen Schweiz. Wer Ohren hat zu hören, der komme und frohlocke!

P.S.: Ein herzlicher Dank an Nadja Steger für die Bilder!

 

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Wie kompakt und intensiv die drei Tage in Wladimir, einschließlich Ankunftsabend und Abfahrtsmorgen, doch waren! Nicht nur wegen der rauschenden Geburtstagsfeiern zum Dreißigsten der Partnerstädte mit Bürgern aus Wladimir und den Gästen aus Erlangen, sondern auch ganz unerwartet und furios dank einer Doppelgeburtstagsfeier mit einer russischen Großfamilie. Ein weiterer Höhepunkt war das Wiedersehen mit den befreundeten, ehemaligen russischen Laufprofis nach bis zu 20 Jahren. Gefühle und Glücksmomente, die meinen Herzschlag auch ohne Laufschritt rasant in die Höhe getrieben haben. Für solch schöne Momente im Leben kann man nur dankbar sein!

John Stackmann (4. v.l.) mit seinen Wladimirer Freunden

John Stackmann (4. v.l.) mit seinen Wladimirer Freunden

Der aktiv Sport war beim dreißigjährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen den Städten Wladimir und Erlangen (nur) durch drei Läufer in der 200 Köpfe starken fränkischen Delegation vertreten: Helmut Müller, Michael Krug und ich. Wir wurden in Wladimir von unseren Freunden, wie immer, sehr herzlich empfangen und umsorgt, sowohl von den ehemaligen Profiläufern als auch vom Laufklub Bodrost, der von Dmitrij Grischin gesponsert wird. Damit und angesichts der neuen Kontakte nach 2010 sind auch Dmitrij und ich (natürlich unter Peter Stegers übergeordneter Regie) kleine laufsportliche Motoren der Städtepartnerschaft geworden.

Der Laufklub Bodrost hatte 2012 (und auch 2013) mit leistungsstarken Senioren beim Erlanger Winterwaldlauf teilgenommen und dadurch die seit Jahren schlummernde Freundschaft zu neuem Leben erweckt, die auf Kontakte in den Jahren 1991 bis 1997 zurückgeht. Damals starteten die Profiläufer unter Spartak Wladimir, die z.T. der russischen Nationalmannschaft angehörten, wie der 100 km Weltcup-Sieger Alexej Wolgin. Natürlich sprang der Funke auch jetzt im Rahmen des Winterwaldlaufs sofort über – da tut sich der Sport leicht –, obwohl von den russischen Laufstars der 90er Jahre lediglich Alexej Kruglow 2012 wieder nach Erlangen gekommen war.

Nach der langen Anreise am Mittwoch wartete ich vor dem Hotel Goldener Ring gespannt auf Dmitrij Grischin. Er sah genauso aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Unser intensives Gespräch endete erst um 2 Uhr morgens. Wieder verzauberte mich hier die sensible russische Herzlichkeit.

Programm des Marathons in Wladimir 1992

Programm des Marathons in Wladimir 1992

1991 war ich (nur) Zuschauer beim Sportfest mit Athleten aus Wladimir und Erlangen auf dem Uni-Sportplatz an der Gebbertstraße. Ich bestaunte den überlegenen Dmitrij Grischin beim Doppelsieg über 800 m und 5.000 m und unterhielt mich gut mit ihm bei der anschließenden Grillfeier. So richtig hatte die russisch-deutsche Sportfreundschaft für mich dann aber mit dem “Golden-Ring-of-Russia“-Marathon 1992 in Wladimir angefangen. In meinem 15. Marathonjahr kam die Anfrage des Sportamts durch Ernst Bayerlein, ob wir mit einigen Athleten am Marathon in Wladimir teilnehmen könnten, mitten im heißen russischen Sommer des Jahres 1992. Pia Fischer, Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und ich nahmen diese Gelegenheit wahr. In Wladimir war ich bei Jurij Kissiljows Familie untergebracht. Jurij hatte seinerzeit über 1.500 m mit 3:35 min eine international hervorragende Zeit stehen. Aber dem auf die Funktionstüchtigkeit seiner Beine angewiesenen Laufprofi spielte das Schicksal einen schweren Streich. Er hatte sich damals eine Entzündung der Achillesferse zugezogen, die er später nicht mehr in den Griff bekam. Die wichtige Einnahmequelle aus seinen internationalen Starts im Ausland war entfallen! Jurij und seine Familie ließen es sich trotzdem nicht nehmen, mir damals den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. So fuhr er fast den gesamten Marathon im Auto in meiner Nähe, photographierte, filmte und versorgte mich auch mit meinem Spezialgetränk.

Zeitungsbericht der EN Marathon in Wladimir

Zeitungsbericht der EN Marathon in Wladimir

Die mit dem Marathon gestarteten 10 km hatte übrigens Jurij Michajlow gewonnen, der kurz nach dem Start schon direkt hinter der Spitze lief (im Bild des alten Zeitungsausschnitts hinter der rechten Schulter des Läufers mit Startnummer 165). Denkwürdig und gut in Erinnerung sind mir auch noch die häufigen Zusammenkünfte bzw. Tischrunden der Sportler und Funktionäre damals mit Speis und Trank. Einer hatte nämlich immer ein Aktenköfferchen dabei, das mit etlichen Flaschen Wodka gut gefüllt war. Die „sollten“ dann innerhalb der zwei Stunden alle geleert werden. Nur ich tanzte aus der Reihe, da ich schon immer keinen Alkohol trinke. Schnell hatten sich unsere Gastgeber auch auf meine vegetarische Ernährung eingestellt. Bei den Nachfragen habe ich Dmitrijs damalige Freundin und jetzige Frau Anastasia kennengelernt, die schon damals sehr am Austausch interessiert war.

Herbert, der damals noch seine Fröhlich-Brauerei in Dormitz betrieb, hatte bei den Wodka-Runden eine relativ geringe Hemmschwelle. Das merkte man ihm dann nach zwei Tagen auch deutlich an. Rudi hatte sich damals in Wladimir gesundheitlich nicht so wohl gefühlt und deshalb kurzfristig auf die Teilnahme am Marathon verzichtet. Aber für mich hatte der Aufenthalt ein trauriges Nachspiel: Ich hatte mir einen Virus eingefangen (wahrscheinlich weil öfters Strom und Wasser abgestellt worden waren) und konnte dann zu Hause für ein halbes Jahr eine Lungenentzündung auskurieren.

Auch diesmal habe ich mich in Wladimir sehr wohl gefühlt, auch weil ich bei Dmitrij untergebracht war und er mir sein Reich (neues, edles Schlafzimmer und Bad neben Gregorijs Zimmer im zweiten Stock über ihrer alten Vier-Zimmer-Wohnung) überlassen hatte und ich ganz natürlich in sein Familienleben integriert war. Dies hatte für einen Banausen der russischen Sprache wie mich nämlich den großen Vorteil, mich hervorragend in Englisch unterhalten zu können (auch mit seinen Söhnen Gregorij und Nikita; bei dem Jüngsten, Igor, genügten Gebärden, um zu schäkern und zu blödeln). Dmitrij und seine Anastasia haben nämlich sieben Jahre in Südafrika gelebt und dabei ihre englischen Sprachkenntnisse entscheidend verbessert.

Dmitrij Grischin in seinem Lexus

Dmitrij Grischin in seinem Lexus

Für Dmitrij haben sich diese Jahre besonders gelohnt, hatte er doch mehrfach an dem gut dotierten Comrades-Marathon als (bezahlter) Spitzenläufer teilgenommen, ihn sogar zweimal gewonnen und beim zweiten Sieg durch den dabei aufgestellten Streckenrekord kräftig Kasse gemacht. Aufgrund dieser für einen russischen Laufprofi außergewöhnlich guten Finanzpolster fiel es ihm nach seiner Profizeit in Wladimir leicht, sich beruflich als Bauunternehmer zu etablieren. Natürlich haben ihm auch seine Cleverness und sein gutes Gefühl geholfen, mit dem er sich um schwierige Situationen herummanövrierte – genauso wie ihm das mit seinem brandneuen, edlen Lexus-Offroader mit V8-Motor bei den kratertiefen Löchern auf Wladimirs Straßen gelang, als er mir ganz stolz die unter seiner Regie erstellten und im Bau befindlichen acht Häuser zeigte. Ich hatte den Eindruck, Dmitrij kutschiere am liebsten einfach nur mit seinem „Luxusschlitten“ herum.

Frauenkloster Bogoljubowo

Frauenkloster Bogoljubowo

In Wladimir hatten wir Läufer (oft) unsere eigenen Pläne und nahmen dann nicht am offiziellen Programm teil. So habe ich an allen drei Tagen mit den alten und neuen Sportfreunden trainiert. Schon der Donnerstag hatte es in sich: morgens Ausflug nach Bogoljubowo mit der Bürgergruppe und unserer „wissenschaftlichen“ Busreiseleiterin Jelena. In der Klosterkirche galten nach wie vor traditionell strenge Sitten: Nicht nur die Frauen hatten auf die Sittsamkeit ihrer Kleidung zu achten. Auch dem Männerchor der Stad’l Harmonists, die die hervorragende Akustik des Kirchenraums bemerkt und spontan einen Choral angestimmt hatten, wurde der Gesang untersagt. Sie mußten abbrechen, denn das Singen störe ja die würdevolle Ruhe …

Knut-Wulf Gradert (links) mit seinen Stadl Harmonists

Knut-Wulf Gradert (links) mit seinen Stadl Harmonists

Danach ab 14 Uhr – direkt vor dem offiziellen Partnerschaftslauf – trainierten wir zu viert (Michael, Helmut, Dmitrij und ich) auf einem Reitweg mit Cross-Charakter. Eine Wohltat nach der gestrigen fehlenden Bewegung des langen Anreisetags! Leider hatten sich die ursprünglichen Ankündigungen vom 30-km-Lauf (auf den ich mich im Training vorbereitet hatte) bzw. später das 10-km-Rennen auf einen nur drei bis vier Kilometer langen Partnerschaftslauf  in der Stadt reduziert, an dessen Ende noch ein kleines Stück gemeinsam mit Fahrradfahrern zurückzulegen war. Hatte ich schon beim Cross etwas „fürs Tempo gesorgt“, konnte ich mich jetzt weiter austoben. Denn gleich anschließend rannte ich einen Großteil des Partnerschaftslaufs volle Kanne (hinterher), da ich etwas später gestartet war und die „Spitze“ noch erreichen wollte. Abends folgte dann die offizielle Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem sehr reichhaltigen Kulturprogramm von russischen und deutschen Tanz- und Gesangskünstlern, mit Ballett und Folklore. Nur die Eröffnungsreden haben mir nicht so sehr gefallen, was nicht an den viel zu laut eingestellten Lautsprechern lag – aber man kann ja nicht alles haben. Am besten hat mir neben den Stad’l Harmonists noch der melodische Gesang eines Kammerchors gefallen, nicht nur wegen ihrer samtroten Kleider…

Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums unter Leitung von Joachim Adamczewski

Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums unter Leitung von Joachim Adamczewski

Am Freitagvormittag nahmen wir an dem großen Ausflug nach Susdal teil und erlebte viermal hintereinander einen ganz unerwarteten Ohrenschmaus! Nach dem Glockenspiel (sieben Minuten lang!)  inspirierten der Auftritt eines gregorianischen Vier-Männer-Ensembles und die hervorragende Akustik in der Klosterkirche unsere zwei Chöre. Jetzt durften die Stad’l Harmonists und der Mädchenchor vom Christian-Ernst-Gymnasium nacheinander ihr Können zu zeigen. Der optische Höhepunkt schwebte als Deckenmalerei über uns mit seinen speziellen, intensiven Blautönen.

Hochzeitskutschen in Susdal

Hochzeitskutschen in Susdal

Wieder in Wladimir zurück, durfte ich ab 16 Uhr sogar das gemeinsame Training im Torpedo-Stadion mit Senioren des Laufklubs Bodrost sowie Helmut und Michael gestalten: mit Warmlaufen, Steigerungen, 3 x bis 6 x 400 m Tempo und Auslaufen, obwohl die Beine von gestern etwas müde waren (danach eiskalte Duschen, brrr!). Direkt darauf hat man uns dort ganz rührig zu einem kleinen Empfang mit Essen eingeladen, bei dem ich die 30 T-Shirts mit einem beidseitigen speziellen Aufdruck übergab (30 Jahre Freundschaft Wladimir – Erlangen, vorne in Russisch und auf der Rückseite in Deutsch). Die Hemden kamen super gut an und waren ab sofort ständig in Wladimir zu sehen. Genauso wie ich dies in meiner Ansprache auch angeregt hatte. „Wir sollen damit unsere Freundschaft auch in der Öffentlichkeit zeigen!“

30 Jahre Freundschaft Wladimir - Erlangen

30 Jahre Freundschaft Wladimir – Erlangen

Dann kam etwas ganz Unerwartetes, als mich Anastasia und Dmitrij (in feinen Zwirn gehüllt, mit Binder) vom Stadion abholten. Erst auf dem Treppenaufgang weihte er mich ein: An diesem Nachmittag bis spät in der Nacht durfte ich bei der furiosen russischen Geburtstagsfeier von Dmitrijs Schwester Irina (50.) und deren Ehemann Slawa (42.) dabeisein. Viel Tanz, Humor und ansteckende Vitalität bei Spielen und Sketchen, Folklore, Gesang, zelebrierten Gratulationsprozeduren und natürlich Speisen und Getränken vom Feinsten.

Wir kamen in den Saal, und sofort – ehe ich mich setzen konnte – schnappte mich eine vollschlanke Russin im roten Kleid, die mich ständig anlächelte, und zog mich auf die Tanzfläche. Das tat meinen müden Beinmuskeln sogar gut, war ich doch im Torpedo-Stadion nicht zum Stretching gekommen. So lockerte ich mich eine ganze Weile im Tanzrhythmus bevor ich am Tischinneneck noch zwischen Anastasia und Dmitrij gesteckt wurde. Während die langen Tische laufend mit leckersten Speisen beladen wurden, sang und tanzte eine kleine Folklore-Gruppe. Dann übernahm eine Animateurin das Kommando, die ständig ihre Spiele und Späße mit den Anwesenden trieb. Derweil schoben mir Anastasia, die unerklärlich ernst wirkte und kaum auch nur lächelte, von links und Dmitrij von rechts unentwegt Häppchen und Köstlichkeiten (u.a. auch Kaviar) zu und versorgten mich mit Fisch- und Gemüsevariationen und Getränken. Alles vom Feinsten

Dmitrij stellte mich seiner Schwester und den beiden Brüdern sowie weiteren Nachbarn am Tisch vor und dann diese mir, darunter auch seine tanzwütige Schwipp-Schwägerin im roten Kleid. Irgendwie waren alle verwandt und verschwägert. Der eine Bruder, ein Bär von einem Mann und äußerst sympathisch, war international erfolgreicher Ringer gewesen und ist jetzt Trainer, den anderen hatte der Alkohol schon etwas im Griff. Es gab ja ständig Programm und Trinksprüche… Diese Ideen, diese Intensität des ausgelassenen Lustigseins sowie die natürliche Herzlichkeit waren überwältigend – und ich mittendrin. Ich konnte gar nicht anders als mitmachen. Ich genoß und ließ mich treiben. Nach der zelebrierten Prozedur der Übergabe von Geschenken mit Glück- und Segenswünschen, die Irina im Stehen entgegennahm, erhob sich Dmitrij und sprach vor dem ganzen Saal über mich. Was erzählt er denn da so lang? dachte ich mir bei dem Applaus. Ich durfte mich als einziger Gast, der nicht irgendwie mit der Familie verwandt oder verschwägert war, zuletzt in die Schar der Gratulanten einreihen. Ich stellte mich kurz in Englisch vor, und Dmitrij übersetzte (und ergänzte wieder!) sogar das kleine deutsche Gedicht, das ich (in englischer Übersetzung) vortrug:

Schon sind die 50 Jahr‘ vorbei! / Doch haltet Geist und Körper fit, / nehmt Euch das Plus des Lebens mit, / dann ist das Alter einerlei. / Für Euer Wohl die Freunde sorgen, /dann bleibt Ihr glücklich auch bis morgen!

Auch Dmitrijs sportlicher Bruder verstand wohl etwas Deutsch und bedeutete mir, Rhythmus und Reime der Originalfassung haben ihm gefallen. Ganz plötzlich ohne große Ankündigung brachen wir so gegen 22.30 Uhr auf.

Das Erlanger Trio mit den Lauffreunden in Wladimir

Das Erlanger Trio mit den Lauffreunden in Wladimir

Am Samstag, dem internationalen Kinderschutztag, stand erst einmal langes Ausschlafen und ab 10.30 Uhr ein lockeres Training in einem kleinen Kiefernwald in einem vor der Stadt gelegenen Areal mit Kindererholungsheim auf meinem Programm. Diesen Parcours kannte ich noch von meinem Aufenthalt vor 21 Jahren. Mit Alexej, der meistens mit seinem Mountainbike unterwegs war, und Dmitrij wurde aus der ruhigen Elf-Kilometer-Strecke noch ein Lauf mit leichten Steigerungen, da mir das Tempo etwas zu langsam war. Später schauten wir bei einem Radrennen zu, bei dessen Ablauf auch Mitglieder des Laufklubs Bodrost gleich in ihren neuen T-Shirts mitorganisierten. Danach wurden wir dann Zeugen bei dem Staffellauf mit dem (olympischen) Feuer zur Universiade 2013.

Natalia, Olga, John Stackmann und Michael Krug

Natalia, Olga, John Stackmann und Michael Krug

Dann ging ich mit Dmitrijs Familie zum Einkauf im Spar-Markt für die abendliche Grillfeier. Es dauerte ganz schön lange, bis alle Sachen zunächst in vier (!) Einkaufswagen und dann in Dmitrijs Lexus verstaut waren. Viel Zeit, um mit dem kleinen Igor Quatsch zu machen. Später holten wir Alexej Wolgin und seine Frau Natalia ab. Sie war uns schon beim Training im Torpedo-Stadion mit ihrem wippenden Pferdeschwänzchen aufgefallen, als sie dort enorm schnell ihre Runden drehte. Als Weltklasse-Athletin steht sie den Erfolgen ihres Mannes in nichts nach, der u.a. 1994 in Japan 100-km-Weltmeister in unglaublichen 6:22 Std. wurde (unter 3:50 min pro km). Wie Dmitrij gewann auch er schon beim Comrades Marathon. Mit Wolgins steuerten wir dem Höhepunkt am Abend entgegen, der Grillfeier in Dmitrijs schmuckem Gartenhäuschen. Hier war neben Helmut, Michael und mir alles anwesend, was Rang und Namen hatte: die alten Freunde (seit 1991) und Profiläufer Dmitrij und Anastasia Grischin, Alexej und Natalja Wolgin, Alexej Kruglow, Jurij Kissiljow mit Ehefrau (bei denen ich 1992 zunächst wohnte), Trainer Alexander Sakow und die junge Berglauf-Weltmeisterin mit der russischen Mannschaft Olga Gorbunowa. Es war für uns alle wunderschön, uns nach dieser langen Zeit wiederzusehen, natürlich zum Teil sehr verändert. Das wurde gefeiert bei intensiven Gesprächen, vielen Trinksprüchen und leckerem Essen in einer sportlich-lockeren Atmosphäre, während sich die Kinder auf dem Trampolin vor dem Gartenhaus austobten. Nur Jurij Michajlow hatte gefehlt (wie auch Rudi, Herbert und meine Frau, nach denen oft gefragt wurde).

Eine lang gelebte Langstrecken-Freundschaft unter Laufsportlern und deren Familien!

John Stackmann

S. auch: http://is.gd/PufvQe

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Es geht weiter mit den Berichten vom dreißigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir. Heute erzählen zwei Sängerinnen des Mädchenchors vom Christian-Ernst-Gymnasium von ihren Eindrücken. Im Unterschied zum Blockflötenorchester hat der Chor aber schon Wladimir-Erfahrung, auch wenn die meisten Mädchen neu in der Gruppe sind.

Als wir, die 18 Sängerinnen des Mädchenchors vom Christian-Ernst-Gymnasium und unsere zwei Begleiter, Isabel und Joachim Adamczewski, uns am Morgen des 29. Mai 2013 am Busbahnhof trafen, konnte sich noch niemand so richtig vorstellen, was uns am Ende des Tages in Wladimir erwarten würde. Zum dreißigjährigen Jubiläum der Partnerschaft Erlangens mit Wladimir flogen wir als Teil einer zweihundertköpfigen Delegation nach Moskau.

Wie schon bei unserer letzten Reise in die Partnerstadt im Jahr 2009, waren wir in Gastfamilien untergebracht. Da wir diese vorher nicht kennengelernt hatten, war die Aufregung während der knapp fünfzehnstündigen Anreise dementsprechend groß.

Der Chor des CEG auf der Brücke in Bogoljubowo

Der Chor des CEG auf der Brücke in Bogoljubowo

Doch als wir schließlich von unseren freundlichen Gasteltern, unter denen sogar einige bekannte Gesichter zu entdecken waren, in Empfang genommen wurden, legte sich die Aufregung wieder.

In den nächsten Tagen zeigte sich: Die lange Reise hatte sich gelohnt: Strahlender Sonnenschein und ca. 30° begleiteten uns (leider aber auch geschätzt 1.000.000.000 Stechmücken…)!

Auch für unser leibliches Wohl war gesorgt. Zusätzlich zu dem Vier-Gänge-Menü, welches wir jeden Mittag in einem Restaurant bekamen, wurden wir auch von den Gastfamilien zu jeder Tages- und Nachtzeit reichlich mit Essen versorgt.

Der Chor des CEG vor dem Goldenen Tor

Der Chor des CEG vor dem Goldenen Tor

Unser Terminkalender war in diesen Tagen ganz schön ausgebucht!

Wir haben unter anderem viele Klöster und Kathedralen in Wladimir besichtigt und besuchten die historische Stadt Susdal, in der es ein Freilichtmuseum gibt. Wir durften sogar an einem riesigen Straßenkunstwerk  teilnehmen, bei dem wir in Zweiergruppen jeweils einen Teil des großen Stadtwappens von Wladimir gestaltet haben.

Besonders gefreut haben wir uns über die Gelegenheit, an verschiedenen Konzerten in Wladimir mitzuwirken und dabei auch unseren russischen Partnerchor zu erleben.

Der Chor des CEG vor dem Goldenen Tor

Der Chor des CEG vor dem Goldenen Tor

Der von den russischen Mädchen organisierte Bunte Abend bildete einen schönen Abschluss einer gelungenen Reise. Unsere Gasteltern stellten ein großes Buffet bereit, und beide Chöre trugen spontan, in entspannter und lockerer Atmosphäre, ihre Lieblingslieder vor.

Über unsere Chorreise in die Partnerstadt können wir alle sagen: Wir haben viele neue Erfahrungen gemacht und konnten Freundschaften schließen. „Spasibo“ deshalb für fünf schöne, aufregende und lustige Tage in einem ganz anderen Land!

                                                                                        Christina Höfer & Fiona

Dank an Nikolaus Knauf, Honorarkonsul der Russischen Föderation in Nürnberg, für die Unterstützung der Reise. Und wer sich eine besondere Freude machen und nachlesen will, wie die erste Reise des Mädchenchors nach Wladimir verlaufen ist, schlage nach unter: http://is.gd/1pNoU0

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Der Sport hätte beim dreißigjährigen Jubiläum – es liegt nun schon wieder eine Woche zurück! – durchaus stärker vertreten sein können. Wenn er unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, gibt es dafür einige Gründe, auf die hier heute aber nicht weiter eingegangen werden soll. Freuen wir uns lieber über das, was wieder möglich wurde, erzählt es doch davon, wie auch über Jahre schlummernde Verbindungen plötzlich wieder quicklebendig und ausgeschlafen ein neues Leben beginnen. Bestes Beispiel dafür ist John Stackmann, der schon in den frühen 90er Jahren in Wladimir den Marathon „Goldener Ring“ gelaufen ist. Als diese Veranstaltung mangels Sponsoren wenig später eingestellt wurde, kamen zwar noch Athleten aus Wladimir nach Erlangen, doch der sportliche Kontakt verlor an Fahrt. Bis vor zwei Jahren zum ersten Mal – und heuer wieder – eine Gruppe von Langstrecklern aus der Partnerstadt zum Winterwaldlauf in die Brucker Lache kam. Als es dann hieß, während der Feierlichkeiten zum dreißigsten Geburtstag werde es auch einen Jubiläumslauf geben, rekrutierte John Stackmann mit Helmut Müller und Michael Krug zwei Mitglieder seiner Laufgemeinschaft Erlangen und berichtet heute von seinen Begegnungen mit dem munteren Völkchen vom Wladimirer Verein Bodrost und den alten Sportsfreunden. 

In Wladimir haben wir Läufer (oft) unser eigenes Programm gemacht und dann nicht am offiziellen Programm teilgenommen. So habe ich an allen drei Tagen mit den alten und neuen Sportfreunden trainiert. Ich wurde bestens integriert, besonders in Dmitrij Grischins Familie, wo ich wie vor 20 Jahren wohnte.

John Stackmann, 4. v.l., und seine Wladimirer Freunde

John Stackmann, 4. v.l., und seine Wladimirer Freunde

Schon der Donnerstag hatte es in sich: Morgens Ausflug nach Bogoljubowo mit der Bürgergruppe, danach ab 14 Uhr – noch vor dem Partnerschaftslauf, den ich fast volle Kanne gerannt bin, da ich etwas später startete und die Spitze noch erreichen wollte – schon 9 km Crosslauf mit Dmitrij Grischin, Michael Krug und Helmut Müller. Abends dann die offizielle Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Am Freitag nahm ich an dem Ausflug nach Susdal teil und erlebte da einen unerwarteten Ohrenschmaus: Der Auftritt eines gregorianischen Vier-Männer-Chors und die hervorragende Akustik inspirierten unsere zwei Chöre, die Stad’l Harmonists und den Mädchenchor vom Christian-Ernst-Gymnasium, dazu, nacheinander ihr Können zu zeigen. Wieder in Wladimir zurück, durfte ich ab 16 Uhr das gemeinsame Training im Torpedo-Stadion mit den Senioren des Laufklubs Bodrost, Helmut Müller und Michael Krug gestalten: 13 km mit 3 bis 6 x 400 m Tempo (danach eiskalte Duschen, brrr!), obwohl die Beine von gestern etwas müde waren.

Quartett in Susdal

Quartett in Susdal

Direkt danach hatten die Freunde uns dort zu einem kleinen Empfang mit Essen eingeladen, bei dem ich die 30 eigens angefertigten T-Shirts übergab – mit einem speziellen Aufdruck.

Ab dem späten Nachmittag bis spät nachts durfte ich bei der furiosen Feier des runden Geburtstags von Dmitrijs Grischins Schwester Irina und deren Ehemann Slawa dabei sein. Mit viel Tanz, russischem Humor und ansteckender Vitalität bei Spielen und Sketchen. Dmitrij stellte mich vor, und ich gratulierte später mit einem kleinen deutschen Gedicht, das ich ins Englische übersetzte, aus dem es dann Dmitrij ins Russische übertrug.

Am Samstag stand ab 10.30 Uhr Training in einem kleinen Kiefernwald in einem vor der Stadt gelegenen Park auf dem Programm. 11 km mit leichten Steigerungen. Später schaute ich dem Radrennen zu und wurde dann Zeuge der Staffelübergabe bei der olympischen Universiade. Später Einkauf mit Dmitrijs Familie im Spar-Markt für die abendliche Grillfeier, dann Alexej Wolgin und seine Frau abgeholt zum Höhepunkt am Abend: Grillfeier bei Dmitrij mit Helmut, Michael und den alten Freunden (seit 1991!) und Profiläufern Dmitrij Grischin, Alexej Wolgin, Alexej Kruglow, Jurij Kissiljow (bei dem ich schon 1992 gewohnt hatte) – siehe Bild Wladimir 107 (von Michael) – , deren Ehefrauen, Trainer Alexander Sakow und der jungen Bergläuferin, Olga Gorbunowa.

Joachim Adamczewski und sein Mädchenchor vom Christian-Ernst-Gymnasium

Joachim Adamczewski und sein Mädchenchor vom Christian-Ernst-Gymnasium

Es war für uns alle wunderschön, uns nach dieser langen Zeit (1991 bis 1995, s. meine kleine Chronik unten) wiederzusehen, zum Teil sehr verändert, bei intensiven Gesprächen, vielen Trinksprüchen und leckerem Essen in einer sportlich lockeren Atmosphäre. Nur Juri Michajlow hat noch zu unserem Glück gefehlt (wie auch Rudi Kunstmann und meine Frau, nach denen oft gefragt wurde).

Eine gelebte Langstrecken-Freundschaft unter Laufsportlern und deren Familien!

Zur Chronik der Läuferpartnerschaft:

1991 Bei der Partnerschaftswoche nahmen am 30. Mai auch Leichtathleten aus Wladimir beim 800- und 5.000 Meter-Lauf teil (Uni-Stadion, Sandplatz). Es gewann jeweils Dmitrij Grischin, ein Profi-Läufer von Spartak Wladimir.

1992 Eine Läuferin, Pia Fischer, in der Gesamtwertung 17. Frau in einer Zeit von 3 Stunden und 45 Minuten, und zwei Läufer der Laufgemeinschaft Erlangen, John Stackmann, 40. Mann in einer Zeit von 2 Stunden und 46 Minuten, sowie Herbert Fröhlich gingen am 13. Juni beim 5. Internationalen Golden-Ring-of-Russia-Marathon in Wladimir an den Start, bei dem Dmitrij Grischin in 2 Stunden und 18 Minuten Zweiter wurde. Die Erlanger Nachrichten berichteten darüber am 30.6.1992.

1993 Beim Erlanger Frühjahrskriterium (Halbmarathon) am 28. März siegte mit Jurij Michajlow aus Wladimir der russische 20-Kilometer-Meister von 1991 mit neuer Streckenrekordzeit von 1:08:08 h.

1994 Das Erlanger Frühjahrskriterium (Halbmarathon) gewann am 10. April erneut Jurij Michajlow, mit einem verbessertem Streckenrekord von 1:07:39 h. Alexej Kruglow, sein Vereinskollege von Spartak Wladimir, wurde in 1:09:37 h Dritter vor dem späteren mehrfachen deutschen Seniorenmeister der LG Erlangen, Thomas Drechsler. Beide Profi-Läufer aus Wladimir nahmen am Folgewochenende am Jubiläumslauf in Bayreuth teil, bei dem sie sowohl die Zehn-Kilometer-Strecke (Michajlow) als auch den Marathon und die Kombinationswertung beider Läufe (jeweils Kruglow) gewinnen sollten.

1995 Beim Erlanger Frühjahrskriterium (Halbmarathon) am 2. April lief Dmitrij Grischin trotz Sturz nach einem Kilometer als Zweiter zeitgleich (1:07:10 h) mit dem Sieger Sági aus Ungarn ins Ziel. Im international stark besetzten Feld kamen seine Vereinskollegen Alexej Kruglow auf Platz fünf und Alexej Wolgin (100-Kilometer-Weltcup-Sieger) auf Platz acht. Erfolgstrainer Alexander Sakow hatte seine drei Schützlinge, die die Mannschaftswertung gewannen, nach Erlangen begleitet. Die Ergebnislisten dieses Frühjahrskriteriums sind nachzulesen unter: www.fruehjahrskriterium.de/ergtab.htm

John Stackmann, 1. v.l., und Michael Krug, 4. v.l., mit ihren Wladimirer Freunden

John Stackmann, 1. v.l., und Michael Krug, 4. v.l., mit ihren Wladimirer Freunden

1997 Im Juli besuchte Dmitrij Grischin zwischen seinen Wettkämpfen in Europa mit seiner Frau John Stackmann.

2012 Ein neunköpfiges Team des Laufklubs Bodrost Wladimir nimmt sehr erfolgreich an den Seniorenwertungen des Erlanger Winterwaldlaufs vom 24. März teil. Nach zusätzlichem Training feiert man bei John Stackmann.

2013 Aus neun werden schon dreizehn (verstärkt um zwei Nordic Walker) vom Laufklub Bodrost und der Sportschule Nr. 4 beim Winterwaldlauf am 23. März – und wieder sehr erfolgreich, wie hier im Blog und in der Ergebnisliste nachzulesen: www.winterwaldlauf.de/ergebnisse/archivwwl.htm Und dann zum Jubiläum das Wiedersehen in Wladimir.

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Jahresrückblick 2009


Bei mehr als einhundert Begegnungen und Austauschprogrammen im zurückliegenden Jahr kam sogar für den Blog manches Mal zu viel Stoff zusammen, um ihn der geneigten virtuellen Leserschaft vorzustellen. Wie viel das sein mag, läßt sich ermessen, wenn man sich allein das im Dezember unveröffentlichte Material vornimmt.

Horribile dictu: Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Stadträtin Gerlinde Stowasser tauschten gutgläubig beim Partnerschaftsbeauftragten Euro gegen Rubel, um auch einmal auf eigene Faust einen kurzen Einkaufsbummel in den Wladimirer Arkaden zu unternehmen. Doch schon in einem Café fand der Ausflug beim Bezahlen der Zeche ein jähes Ende: Einer der Tausend-Rubel-Scheine war gefälscht, ihm fehlte der Silberstreifen. Doch deswegen mußten die beiden Falschmünzerinnen nicht gleich alle Hoffnung am Horizont fahren lassen. Die Bedienung verzichtete darauf, die Polizei zu rufen. Sie begriff offenbar, daß die sprach- und arglosen Besucherinnen selbst unschuldige Opfer von Roßtäuschern waren. Zurück im Erlangen-Haus, stellten die geprellten Lokalpolitikerinnen ihren Wechsler zur Rede. Auch der fiel aus allen Wolken, hatte er doch die vermeintlich geldwert-gültigen Banknoten von Renate Winzen übernommen, die sie von ihrem letzten Wladimir-Besuch mit nach Hause gebracht hatte.  Eine sichere Quelle, wie er meinte. Aber wußte er auch, woher die Koordinatorin der Wissenschaftskontakte das Geld hatte? Hinterher ist man immer klüger. Dabei hätte genügt, die Warnungen des Blogs vom 18. Januar 2009 zu beherzigen. Horribile dictu: Der Blogger und Partnerschaftsbeauftragte in Personalunion handelt fahrlässig entgegen den eigenen Empfehlungen – und das gegenüber hochrangigen Vertreterinnen der Erlanger Bürgerschaft und einer offiziellen Delegation in Wladimir. Das nennt man Lehrgeld bezahlen und sei Anlaß genug, sich für 2010 ff vorzunehmen, umsichtiger zu werden und keinem noch so täuschend echtem Schein mehr zu trauen.

Glück im Unglück: Erstmals in den 26 Jahren der Partnerschaft wurde ein Gast aus Erlangen in Wladimir Opfer eines Verkehrsunfalls. Und das unmittelbar vor dem Erlangen-Haus. Die drei Insassen des Wagens trugen nur leichte bis mittelschwere Verletzungen davon und konnten nach einer Nacht im Krankenhaus schon wieder entlassen werden. Der Erlanger erlitt eine Gehirnerschütterung, deren Folgen aber bis zur Rückreise weitgehend auskuriert waren. Bei allem Glück im Unglück ist doch allen ein rechter Schreck in die Glieder gefahren, vor allem wohl der Familie daheim.

Sport in Vollendung: Heike Howein, eingeweiht in die hohe Kunst des Aikido, nahm eine Einladung der Kampfsportkollegen aus Wladimir an und zeigte ihren eigenen Weg zum Ziel, einer gelungenen Mischung aus wachem Geist und guter Haltung. Die japanische Philosophie einer Technik des „Nicht-Kämpfens“ hat zwar in Wladimir bereits aufmerksame Adepten gefunden, aber von der Meisterin aus Erlangen konnten sie nach eigenem Bekunden noch viel lernen. Mehr zu dem Thema Aikido unter www.kiundaikido.de/cms.

  Szenen aus einem Splatterfilm: Mann und Frau kennen sich seit Jahr und Tag, haben nicht zum ersten Mal miteinander die eine oder andere Flasche geleert. So auch vor zwei Wochen im Kreis Melenki, ganz im Südosten des Gouvernements Wladimir, nachts in der Wohnung des arbeitslosen Mannes. Er fühlt sich von ihr provoziert, beleidigt und greift zu einer Ahle. Mit dem Werkzeug bringt er der Frau – wie später die Gerichtsmedizin zum grausigen Protokoll gibt – 584 Stiche in alle Körperteile bei. Das Opfer verblutet schließlich. Der stark sehbehinderte Täter sagt aus, er habe sich beim Zustechen an den Schreien der Frau orientiert. Im übrigen sei die selbst schuld, denn sie habe ihn herausgefordert, er hingegen habe im Affekt gehandelt. Seine blinde Mutter hat diese Nacht des Schreckens in der Nachbarwohnung miterlebt und um Hilfe gerufen. Aber niemand hörte sie. Ein Gruselstück aus einem Alptraum, grausame Wirklichkeit geworden in der Wladimirer Provinz.

Szenenwechsel. Eine eher willkürlich-ungeordnete und assoziative Zusammenstellung von Ereignissen aus dem Jahr 2009, dem 26. Jahr der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir, im Telegrammstil mit der Anregung, über die Suchmaske ganz oben auf der Seite des Blogs nochmals nachzulesen, was zu den Personen und Projekten zu finden ist.

Erlangen – Wladimir – Jena: Das unstreitig größte Ereignis des Jahres ist die Bildung dieses Partnerschaftsdreiecks, das seit dem Besuch von Oberbürgermeister Albrecht Schröter im Mai in Wladimir Gestalt annimmt und mit Leben erfüllt wird. Schon jetzt sind Universitäten, Schulen, Sport und Kultur in engem Austausch.

Wissen schaffen: Der Sprachwissenschaftler Josef Jarosch steht für viele aus Forschung und Lehre, die gemeinsam mit Wladimirer Kollegen auf die Suche nach des Pudels Kern gingen. Genannt seien hier nur beispielgebend die Symposien im Rahmen der Kooperation zwischen dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen und der Staatlichen Universität Wladimir sowie die Seminare der Theologen aus beiden Städten.

Jubilare: Pjotr Dik wäre 70 geworden, Percy Gurwitz vollendete sein 90., Wolf Peter Schnetz sein 70., Jürgen Üblacker sein 60. Lebensjahr, und Dietmar Hahlweg, das sei heute schon verraten, feiert morgen seinen 75. Geburtstag.

Swetlana Schelesowa

Quereinsteigerin: Swetlana Schelesowa erwies sich als Glücksfall für das Erlangen-Haus. Kompetent, kollegial, konstruktiv und kreativ. Die ideale Ergänzung für Irina Chasowa. Nebenher hat sie auch noch die weiß Gott schwierige Buchhaltung für das Projekt „Blauer Himmel“ souverän bewerkstelligt.

Rücktritt: Bürgermeisterin Wera Guskowa, eine Gewährsfrau der Partnerschaft vor allem in den Bereichen Soziales, Schulen und Kultur, verließ ihren Posten und wechselte in die Medizin zurück. „Kulturminister“ Wladimir Balachtin trat in den Ruhestand.

Rückkehr: Andrej Sirin wurde rehabilitiert und kehrte auf seinen Posten als Leiter des Gesundheitsamtes der Region Wladimir zurück. Seine kommissarische Vertreterin, Irina Odinzowa, übernahm die Leitung des Landeskrankenhauses.

Tiefer Fall: Swetlana Plijewa, Leiterin des Veteranenhospitals in Penkino, dem verwaltungstechnisch der „Blaue Himmel“ angeschlossen ist, wurde beschuldigt, einem Verwandten eine Dienstwohnung verkauft zu haben, und mußte ihren Posten räumen. Maestro Eduard Markin fiel wegen dienstlicher Verfehlungen bei seinen Vorgesetzten in Ungnade und mußte sein Amt als Generaldirektor des Zentrums für Chormusik an seinen Sohn Artjom abtreten.

Himmelsstürmer: Das Projekt „Lichtblick“ feierte sein zehnjähriges Jubiläum. Wolfram Howein, seit drei Jahren Berater und Koordinator des „Blauen Himmels“, kann stolz sein. Das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik ist zu einem echten Gemeinschaftsprojekt geworden, Vizegouverneur, Sergej Martynow, will es zu einer landesweiten pädagogischen Ausbildungsstätte ausbauen.

Sorgenkind: Das Gericht in Wladimir vertagte erneut die Entscheidung im Fall Wiktor Lomykin, des uneinsichtigen früheren Geschäftsführers des vor zehn Jahren eingerichteten Rot-Kreuz-Zentrums. Bis zum Urteil, das nun Anfang kommenden Jahres erwartet wird, bleibt die so segensreiche Tätigkeit des Roten Kreuzes in Wladimir eingefroren. Doch wo die Not groß, ist die Rettung nah: Oberbürgermeister Alexander Rybakow hält persönlich die Hand über den Neustart des Zentrums.

Brüne Soltau, Wera Guskowa, Stefan Müller MdB

Verabschiedung: Brüne Soltau, gemeinsam mit Jürgen Üblacker der große Mentor und Macher in der humanitären Zusammenarbeit mit Wladimir, hat sich als Vorsitzender des BRK Erlangen-Höchstadt in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger, Stefan Müller MdB, plant aber für 2010 seinen Antrittsbesuch in Wladimir, während  dessen Stellvertreterin, Melitta Schön, schon heuer ihr Herz für die Partnerstadt entdeckt hat.

Erfolgsgeschichte: Das Erlangen-Haus, bestens beraten von Wolfram Howein, hat die erste große Innensanierung hinter sich. Die Gästezimmer sind noch gastlicher und wohnlicher geworden, es gibt drahtlosen Zugang zum Internet, der Heizkessel wurde überholt – alles aus selbsterwirtschafteten Mitteln! Krise hin, Krise her: Auch die Deutsch-Kurse erfreuen sich weiter großer Beliebtheit; gut 200 Teilnehmer sind in den verschiedenen Kursen eingeschrieben.

Gesang, Tanz, Musik: Die engelsgleichen Stimmen des Mädchenchors des Christian-Ernst-Gymnasiums haben unter dem Dirigat von Joachim Adamczewski das anspruchsvolle Wladimirer Publikum regelrecht verzaubert, den Autor dieser Zeilen eingeschlossen. Stefanie Ferreira machte eine Erfahrung der besonderen Art: Während sie hier in Franken bei ihren Kursen für afrikanische und lateinamerikanische Tänze mehr Energie geben muß, als die zurückbekommt, war es in Wladimir genau umgekehrt. Energiegeladen auch die Metallgewitter der Rockband „No Trouble“ aus Wladimir, die am Newcomer-Festival im E-Werk teilnahmen und den bezwingenden Auftakt für einen langfristigen Austausch im Bereich Rockmusik gaben.

R.I.P.: Rainer Haerten, Fairy von Lilienfeld, Andrej Romanow, Karl Sallet, Maria Sykowa, Ernst Hallerwedel. Unvergessen, unersetzbar.

Enttäuschung: Nicht alle Vorhaben konnten umgesetzt werden. Der Plan, das Wladimirer Jugendparlament zusammen mit Jugendlichen aus ganz Rußland nach Erlangen einzuladen, scheiterte an der Finanzierung.

Versöhnung: Der Mindener Kreis um Friedhelm Kröger führt ehemalige deutsche Kriegsgefangene aus Wladimirer Lagern zusammen. Ihr Versöhnungswerk ist bewundernswert, die Biographien dieser Weltkriegsveteranen geben nicht nur dem Blog menschliche Tiefe und historische Weite. Einige von ihnen wollen im Mai 2010 noch einmal nach Wladimir zum 65. Jahrestag des Kriegsendes. Sie haben den Krieg in sich besiegt.

Heinz-Helmut von Hinckeldey

Persönlichkeit: Heinz-Helmut von Hinckeldey, ein Mensch mit Charakter, Lebensweisheit, Mut und Selbstdiziplin. Nach Jahren unschuldiger Haft u.a. im Wladimirer Zentralgefängnis als „Kriegsverbrecher“ ist der 95jährige von der Kraft beseelt, seinen einstigen Peinigern zu verzeihen. Ein Mann, vor dem man sich verbeugen möchte, der dies freilich nie zuließe!

Familienglück: Der Belgier Bertrand und die Wladimirer Ljuba Selvais haben in den Ardennen ihr Zuhause und gemeinsam mit Sohn Pierre Boris ihr Glück gefunden.

Jürgen Ganzmann, Margit Stirnweiß, Detlef Troll mit zwei Heimbewohnern

Abschied und Wiederkehr: Jürgen Ganzmann, Kopf und Herz des Projekts „Lichtblick“ verläßt Ende des Jahres die Barmherzigen Brüder, wo er über zwei Dekaden die Behindertenwerkstätte und einiges mehr geleitet und gestaltet hat. Zunächst ein Schock für die Projektpartner in Wladimir. Doch Günther Allinger, Gesamtleiter der Einrichtung in Gremsdorf und Vorsitzender der Stiftung „Lichtblick“, konnte die Gemüter beruhigen. Unter seiner bewährten Ägide werden alle Programme fortgeführt, und Jürgen Ganzmann bleibt der Sache in neuer Funktion ab Januar 2010 als Leiter des Seniorenheims des BRK in Etzelskirchen ebenfalls erhalten, wie sein künftiger Chef, Jürgen Üblacker, versichert.

Zukunftshoffnungen: Der Jugendaustausch läßt weiter hoffen. Junge Menschen wie Jutta Schnabel, Michael Winckelmann, Andreas Bernard, Simon Hirscher, Claudia Nagel, Maria Kuczera, Nikolaj Sakuterin oder Janne Pott machten Praktika, initiierten Projekte in den Bereichen Umwelt, Ökumene, „Blauer Himmel“, Jugendparlament und bleiben aller Voraussicht nach bei der Stange.

Joachim Herrmann mit seinen Wladimirer Gästen

Bürgerkönig: So nannte die Deutsch-Gruppe des Erlangen-Hauses Innenminister Joachim Herrmann nach dem Empfang in seinen Amtsräumen am Odeonsplatz in München. Und der Erlanger in der Landeshauptstadt nahm die Einladung von Oberbürgermeister Alexander Rybakow an und reist im Mai 2010 nach Wladimir.

Partnerschaftsmotto: Geprägt von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß: „Das Rote Kreuz ist der rote Faden der Partnerschaft.“

Neuauflage: Margrit Vollertsen-Diewerge veröffentlichte ihr bereits im Jahr 2000 erschienenes Märchenbuch „Drei schwarze Schiffe“ neu – in drei Sprachen (auf Deutsch, Russisch und Esperanto) mit Hör-CD, besprochen von Klaus Karl-Kraus, illustriert von Natalia Kusnezowa aus Wladimir.

Humanitäre Hilfe: Die Familien Axmann und Schirmer stehen für viele, die auch im ablaufenden Jahr konkrete Hilfe für Menschen und Einrichtungen in Wladimir leisteten. Leider ist die wieder und noch immer in vielen Bereichen notwendig.

Hoher Besuch: Der neue Generalkonsul in München, Andrej Grosow, machte seinen Antrittsbesuch und konnte sich nach dem Empfang im Rathaus durch Oberbürgermeister Siegfried Balleis und Rektor Karl-Dieter Grüske im Club International der VHS, dem Forum des Freundeskreises Wladimir, Einblick in die die Vielfalt der Partnerschaft verschaffen. Tief beeindruckend, wie der Diplomat unumwunden gegenüber Stadträtin Birgitt Aßmus bekundete.

Irina Arschanych

Ausgestellt: Fast das ganze Jahr über hingen die Bilder der Erlanger Fotoamateure im Museumswinkel, nun sinid sie in Wladimir zu sehen. Im Sommer zeigte das BRK in der Henri-Dunant-Straße 4 erstmals Arbeiten einer Wladimirer Künstlerin. Irina Arschanych, Hospitantin bei den Barmherzigen Brüdern, demonstrierte ihr Können mit stimmungsvoll eingefangenen Motiven aus Franken und Wladimir. Fast zeitgleich präsentierten vier Erlanger Maler ihr Schaffen in Wladimir.

Reportage: Nach 2006 (Spasibo Erlangen) drehte im August 2009 Thomas Rex vom Bayerischen Rundfunk schon seine zweite Reportage in Wladimir. Dieses Mal einen 45 Minuten langen Bericht unter dem Titel „Leben lernen“ über das Projekt „Blauer Himmel“ in Penkino für Bayern alpha. Und ganz nebenbei: Wer weiß, was aus dem Projekt geworden wäre, hätte der Redaktionsleiter und Moderator der Frankenschau nicht bei der Aktion „Sternstunden“ gutes Wetter für eine Unterstützung des Vorhabens gemacht.

Entdeckung: Der führende Fachmann für Erlebnispädagogik, Werner Michl, Professor an der Ohm-Hochschule Nürnberg, hat bei seinen Wladimirer Kollegen mehr entdeckt als die gemeinsame Leidenschaft für das Pilzesammeln und wird mit seinem wissenschaftlichen Sachverstand das Projekt weiter begleiten.

Abschied: Nach vielen Jahren der Organisation von Wohltätigkeitskonzerten für Wladimir mit Ensembles aus der Partnerstadt nimmt Erwin Batz aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied von der Bühne. Ein Großer geht, dem großer Dank zu entrichten ist.

Sportliche Kontinuität: Eine Tugend der Schwimmer um Nadjeschda Egikjan und Wolf-Dieter Thiel. Da könnten sich andere Disziplinen einiges abschauen. Gewiß nicht zum Schaden der Partnerschaft! Am Ball bleiben da buchstäblich nur die Kicker um Pawel Bondarjew und Fjodor Lawrow, die auch in diesem Jahr wieder in Erlangen aufspielten.

Dummheit: Es war abzusehen, wozu das in diesem Jahr in Kraft getretene Verbot von Spielhallen in Rußland im allgemeinen und in Wladimir im besonderen führen würde. Es wird illegal weitergespielt. Der Mensch ist eben überall ein homo ludens und sucht das Risiko. Dieser Tage wurde denn auch wieder einmal eine illegale Spielhölle ausgehoben. Dieses Mal in Murom. Wo wohl das nächste Mal?

Anti-Atomkraft: Um in der Nähe von Murom zu bleiben, aber das Thema zu wechseln: Das in Monakowo geplante AKW brachte die Menschen auf die Straße und schlug hohe Wellen nicht nur an der Oka, sondern auch an der Kljasma. Ausgang ungewiß. Klar ist nur, daß sich der Widerstand weiter formieren wird.

Strukturhilfe: Das Klärwerk Erlangen, seit Anfang der 90er Jahre aktiv im Fachaustausch mit Wladimir, hat schweres Gerät in die Partnerschaft transportieren lassen: Turbokompressoren, die helfen sollen, die Arbeit der Kollegen zu optimieren.

Politik: Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine zivilgesellschaftliche Kammer in der Region Wladimir könnten Grundlage für mehr Bürgerengagement werden.

Medien: Die Erlanger Nachrichten könnten, um es diplomatisch auszudrücken, etwas mehr Interesse für die Städtepartnerschaften insgesamt zeigen und sich ein Beispiel an den Wladimirer Kollegen nehmen. Da freut es besonders, wenn der geachtete Doyen des Erlanger Journalismus, Udo B. Greiner, in Hugos Welt von „Wahren Diamanten“ schreibt, die er im Blog gefunden haben will.

Überraschung: Für eine solche – und zwar eine erfreuliche – sorgten Iwan Nisowzew und Ludmila Kaschina mit der Gründung eines Deutsch-Klubs an der Fakultät für Fremdsprachen der Staatlichen Universität Wladimir.

Medizin: Die gute Tradition des Ärzteaustausches setzte sich heuer in den Bereichen Gynäkologie, Pädiatrie und Stomatologie fort.

Tatjana Parilowa an der Pestalozzi-Schule

Originell: Das „tanzende Klassenzimmer“ von Tatjana Parilowa.

Wiederaufnahme: Wolfram Howein plant schon für das nächste Jahr einen Neustart seiner erfolgreichen Bürgerreise vom Mai d.J., Rolf Bernard hat im Oktober seine zweite Pilgerreise nach St. Petersburg und Wladimir organisiert.

Der Austausch geht weiter: Trotz G 8 und immer engerem Spielraum für alles Fakultative soll der Schüleraustausch mit Wladimir am Gymnasiums Fridericianum und am Marie-Therese-Gymnasium sowie am Emmy-Noether-Gymnasium nicht ins Hintertreffen geraten. Im Gegenteil: Wenn jetzt auch noch das Christian-Ernst-Gymnasium Kontakte zur Kunstschule Nr. 2 in der Partnerstadt aufnimmt, kann man getrost weiter auf die Zukunft der Beziehungen bauen.

Studentinnen im Wladimirer Stadtpark

Fortsetzung folgt: So heißt es seit Ende der 80er Jahre, als das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde mit der damaligen Pädagogischen Hochschule, der heutigen Humanwissenschaftlichen Universität, einen regelmäßigen Austausch vereinbarte. Seither vergeht kein Jahr, wo sich nicht Studenten und Dozenten im Frühjahr hier und im Herbst dort treffen. Rekordverdächtig und jeder Anerkennung würdig. Die Einladung für die nächste Gruppe aus Wladimir ist schon raus.

Zitat: Gerhard Wolf, Direktor des Christian-Ernst-Gymnasiums auf der Rückreise von Wladimir im Bus: „Erlangen kann stolz sein auf diese Partnerschaft. Der Austausch muß weitergehen, noch für viele Generationen!“

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