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Posts Tagged ‘Kunstverein Wladimir’


Während sich in den Erlanger Nachrichten derzeit Leserbriefschreiber in der Selbstproklamation zu Herolden der schweigenden Mehrheit üben und einen offenbar lange angestauten Furor gegen die angeblich dem gesunden Geschmack von Tennenlohe widerstrebende Skulpturenwelt des Dieter Erhard austoben, nimmt der Künstler derzeit an einem Symposium für Bildhauer des Wladimirer Kunstvereins teil. Auf Einladung von Igor Tschernoglasow, dem Vorsitzenden der Organisation, der selbst auf Initiative seines Erlanger Freundes bereits zwei Skulpturen in Tennenlohe geschaffen hat. Nun also, bei seinem zweiten Besuch in Wladimir – der erste liegt sechzehn Jahre zurück -, ein Kunstwerk von Dieter Erhard für Wladimir.

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Den Stein für den „Run 2016“ hatten die Gastgeber gestellt, seine Metallfiguren, die uns alle auf der Welt symbolisieren, die wir mit großen Köpfen und ohne Bauch und Körper den politischen Anführern hinterherrennen, brachte der Erlanger Künstler vorgefertigt im Gepäck mit. Nun steht die Skulptur aus Kalkstein und Edelstahl mit einer Höhe von 2,5 m und einem Gewicht von 2,5 t vor dem Museum in Jelissejewo, Region Wladimir, wo zehn Tage lang 14 russische Künstler zusammen mit Dieter Erhard an jenem Ort arbeiteten, wo Isaak Lewitan unter anderem sein berühmtes Gemälde „Wladimirka“ schuf.

 

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Der Besuch von Dieter Erhard in Wladimir war überfällig. Denn was hat der 2009 mit dem Erlanger Ehrenbrief für Kultur ausgezeichnete Schöpfer des Skulpturenparks Tennenlohe nicht schon alles an Projekten mit den russischen Künstlern ins Leben gerufen: die Skulpturen von Igor Tschernoglasow und Jurij Iwatko, die Bemalung von Trafhäuschen mit Sergej Jermolin und Anatolij Denissow, die Kunstaktion mit Praktikantinnen aus Wladimir bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf, den Freundschaftsring am OBI-Kreisel in der Kurt-Schumacher-Straße, um nur die wichtigsten Stationen zu nennen.

Irina Chasowa und Dieter Erhard

Irina Chasowa und Dieter Erhard

Nun wird man in Wladimir ein Urteil über die Kunst des Dieter Erhard und seine Kopffüßler fällen. Sicher auch dort nicht allfällig und einhellig, aber gewiß nicht in dem Geist und Ton jener, die wieder einmal den Sinnspruch bestätigen: nulla poeta in patria!

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Heute blättert der Blog ein wenig in der Kunstgeschichte der Städtepartnerschaft zurück und nach vorn. Zurück ins Jahr 2010, wo für den Herbst eine Ausstellung von Natalia Kolpakowa in den Räumen des Roten Kreuzes Erlangen-Höchstadt, Henri-Dunant-Straße 4, geplant war. Doch sie konnte nicht stattfinden, weil einige Monate zuvor ein Gewitter mit Platzregen das Gebäude unter Wasser gesetzt hatte. Renovierung und Instandsetzung der Baumängel dauerten, und erst vor wenigen Wochen konnten alle Räumlichkeiten wieder bezogen werden.

Natalia Kolpakowa: Blumenmotiv

Nun kann auch nachgeholt werden, was seinerzeit ins Wasser gefallen ist. Am Freitag, den 2. März, wird um 19.00 Uhr – bitte vormerken und kommen! – im Hauptgebäude des BRK die Ausstellung mit Arbeiten der Graphikerin Natalia Kolpakowa eröffnet. Die 1966 in Iwanowo geborene Künstlerin, die in Moskau und Wladimir lebt und arbeitet, hat eine Reihe von Kinderbüchern illustriert und ist in vielen Sammlungen und Galerien vertreten. Im Spannungsfeld zwischen den alten Meistern Rembrandt, Jan Vermeer und Pieter Bruegel auf der einen und ihren moderneren Vorbildern Aubrey Beardsley und Alfons Mucha auf der anderen Seite, hat Natalia Kolpakowa einen Stil gefunden, der sich unübersehbar von der typischen Wladimirer Malschule mit ihren Natur- und Landschaftsmotiven absetzt, die erst im Dezember unter dem Motto „Schnee“ im Kunstverein Erlangen vorgestellt wurde. Aber sehen Sie selbst!

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