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Posts Tagged ‘Kunstaustausch Erlangen-Wladimir’


… erhalten die Freundschaft. Gerade in Zeiten wie diesen, wo die physische Trennung – wie zwischen Erlangen und Wladimir – nun schon zehn lange Monate schmerzlich währt. Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, wenn das Päckchen mit den Neujahrswünschen, dem Schokoriegel und dem Stier aus dem Atelier von Igor Tschernoglasow erst am Montag, nach vier Wochen Reise mit der Schneckenpost, im Rathaus eintraf und gestern an die beiden Adressaten übergeben werden konnte.

Der Stier von Igor Tschernoglasow

Dieter Erhard, selbst Künstler und Gründer der Fiesta de Arte sowie Initiator der Kunstachse in Tennenlohe, nutzte die Gelegenheit, um mit dem Zusteller aus dem Partnerschaftsbüro die Skulptur „Das letzte Opfer“ von Jurij Iwatko buchstäblich zurechtzurücken. Das Stahlkonstrukt war nämlich auf seinem Betonsockel im Tennenloher Forst in einen leichte Schieflage geraten, die bei dem weichen Untergrund demnächst den Kippunkt hätte erreichen können. Nicht auszudenken!

Dieter Erhard und „Das letzte Opfer“ von Jurij Iwatko

Ein paar Holzblöcke und Ziegelsteine stabilisieren das Kunstwerk nun; aber weitere Beobachtung ist nötig, damit die weithin sichtbare Arbeit des Bildhauers aus Alexandrow in der Region Wladimir nicht zu Fall komme.

Dieter Erhard und der „Dialog“ von Igor Tschernoglasow

Fest wie ein Fels hingegen steht das Engelspaar „Dialog“ vor der evangelischen Kirche in Tennenlohe, geschaffen von Igor Tschernoglasow, wo – erst nach getaner Arbeit – Dieter Erhard nun endlich auch seine Geschenke erhält und sich buchstäblich wie ein Schneekönig darüber freut.

Helmut Zeitler vervollständigt seine Sammlung mit Arbeiten von Igor Tschernoglasow

Und noch jemand in Tennenlohe hat Grund zur Freude, Helmut Zeitler, der bereits drei Skulpturen von Igor Tschernoglasow besitzt und ebenso wie Dieter Erhard nun schon zwei Jahrzehnte lang eine Freundschaft mit dem Wladimirer Künstler pflegt. Da bleibt nur noch, herzlich zu danken und auszurufen: Hoch lebe die Kunst, lang lebe die Freundschaft!

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Diese knapp 30 Seiten umfassende Kladde des Erlanger Künstlers Oskar Stanik dürfte der älteste Kulturschatz sein, der Erlangen mit Wladimir vereint. Der Graphiker nahm nämlich 1980… Aber hören wir lieber, was Klaus Wrobel – damals hatte er noch zwanzig Jahre als Direktor der Volkshochschule und Begründer des „Arbeitskreises Wladimir“ vor sich – im Vorwort zu sagen hat:

Mit Stift und Zeichenblock hat Oskar Johannes Stanik Stationen und Episoden aus Rußland und Karelien festgehalten. die Zeichnungen entstanden im Spätsommer 1980 während einer Studienreise der Volkshochschule Erlangen, die zunächst nach Leningrad sowie ins karelische Petrosawodsk am Onegasee und dann zu den historisch bedeutsamen altrussischen Städten Nowgorod, Kalinin (Twer), Susdal, Wladimir und letztlich Moskau, der alten und neuen Metropole, führte. Dem Maler und Zeichner ist es dabei vorzüglich gelungen, Landschaft und Architektur nicht nur in ihren typischen Erscheinungsformen darzustellen, sondern zugleich Unwesentliches zu eliminieren, um dadurch das Wesentliche umso deutlicher vortreten zu lassen.

Die in dem vorliegenden Band enthaltene Auswahl von Zeichnungen gibt deshalb mehr vom Charakter des bereisten Landes wieder, als es bloße Photographie vermag. Mögen diese Bilder deshalb nicht nur Zeugnisse einer interessanten Reise sein, sondern auch zur Beschäftigung mit diesem schönen und traditionsreichen Land anregen.

Weder Oskar Stanik noch Klaus Wrobel konnten damals ahnen, wie sehr sich Erlangen später noch mit diesem „schönen und traditionsreichen Land“ und insbesondere mit Wladimir beschäftigen würde; die Partnerschaft lag damals noch in dreijähriger Ferne und hatte sich seinerzeit durch nichts angedeutet. Während Klaus Wrobels gewaltiger Beitrag zur Städtepartnerschaft u.a. hier im Blog vielfach dokumentiert ist, gibt es leider keine Angaben darüber, ob der 1921 in Ostpreußen geborene und 1989 in Erlangen verstorbene Oskar Stanik nach dieser Reise noch Kontakte zu Wladimir unterhielt. Wohl eher nicht, denn die ersten Austauschbegegnungen im Bereich Kunst begannen erst ein Jahr nach seinem Tod. Aber vita brevis et ars longa, und die übrigen drei Wladimir und Susdal gewidmeten Graphiken werden sicher noch hier im Blog erscheinen.

Wegen dieses etwa fünf Meter hohen Mosaiks ist des Künstlers Name derzeit allerdings in Erlangen wieder in aller Munde. Stadtheimatpfleger Konrad Rottmann hatte um den Jahreswechsel Alarm geschlagen, weil die Arbeit Oskar Staniks aus dem Jahr 1961 am Wohnhaus neben der Sparkasse in der Schallershofer Straße im Zuge eines Abrisses und Neubaus verlorenzugehen droht.

Die Causa erinnert an einen hier im Blog bereits https://is.gd/WNZpQJ im Herbst vergangenen Jahres wiedergegebenen Konflikt um den Erhalt von Kunst am Bau in Wladimir, wo Mosaike an Häuserfronten durch Wärmedämmung verschandelt wurden.

Möge es hier wie dort weise Entscheidungen geben, damit die Kunst auch wirklich länger lebe als wir sterblichen Menschen und unsere vergänglichen Streitereien.

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