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Posts Tagged ‘Kunst Wladimir’


Am 4. März öffnete in Wladimir eine Ausstellung mit Jelena Jermakowa und Anna Titowa aus der Kreisstadt Alexandrow, 125 km nordwestlich der Partnerstadt gelegen.

Partnerschaftsbeauftragter, Peter Steger, vor dem Erlanger Rathaus

Gestern nun schickte Jelena Jermakowa den bebilderten Veranstaltungshinweis mit Wiedererkennungseffekt.

Anna Titowa und Jelena Jermakowa

Die Künstlerin, die erst 2014, nach dem Tod ihres ersten Mannes, zum Bleistift griff und sich später auch der Skulptur zuwandte, zeigt nämlich in der Schau auch Arbeiten, die im Sommer 2015 entstanden, als sie zusammen mit Jurij Iwatko nach Erlangen, genauer gesagt in den Ortsteil Tennenlohe, kam, wo der Bildhauer sein „Letztes Opfer“ schuf, während sie unablässig Ansichten und Gesichter zeichnete.

Jelena Jermakowa und eine Ansicht vom Skulpturenpark Tennenlohe

Verkäuflich sind Jelena Jermakowas Werke übrigens nicht. Die Unternehmensgründerin führt ihre eigene Werbeagentur und betreibt die Kunst für Herz und Seele. Zum Weltfrauentag wünscht sie sich denn auch die Vereinbarung von Brotberuf, Familie und Kreativität. Wie schön das gelingen kann, ist hier zu sehen.

Skulptur „Ultraviolett“, 2018, Bronze und Ton

Weitere Portraits der russischen Künstlerin sind hier zu finden: https://is.gd/XS6qMs

Und die Glückwünsche zum Weltfrauentag? Die sind nicht vergessen und finden Ausdruck in diesem Bild, gesehen vom Chefredakteur des Blogs, der sich dilettierend immer wieder in der Lichtbildnerei versucht.

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Wenn eines im Wladimirer Land nicht fehlt, dann sind das malerische Motive, und wenn an etwas im Wladimirer Land kein Mangel herrscht, dann sind das Maler, die aus diesen pittoresken Motiven meisterhafte Kunst schaffen.

Wenn man Glück hat – wie wir heute – steht dann bei diesem kreativen Akt jemand zur rechten Zeit mit dem richtigen Blick bereit und weiß seine Kamera zu bedienen.

Swetlana Sernina-Wolokitina

Und so freuen wir uns mindestens dreifach: an der Künstlerin, Swetlana Sernina-Wolokitina, aus Wladimir, an ihrem Motiv in Susdal und natürlich an der gelungenen Arbeit. Gesamtkunstwerk nennt man dergleichen wohl, vor allem, wenn man als Dreingabe ein Stück des Folklore-Ensembles Rus genießt, dessen ehemaliger Leiter, Michail Firsow, gestern 70 Jahre alt geworden wäre: https://is.gd/5fm5xc

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Kirill Wedernikow nutzte den Sommer zur Teilnahme an zwei Festivals für Straßenkunst. Der in Kennerkreisen auch in Erlangen geschätzte Maler aus der Kreisstadt Wjasniki in der Region Wladimir war zunächst nach Nischnij Nowogord eingeladen, wo er sich von der Geschichte der Handelsstadt am Zusammenfluß von Wolga und Oka inspirieren ließ, wo vor der Oktoberrevolution Kaufleute aus dem Orient mit ihren Lieferanten aus Europa zusammentrafen, wo jedes Volk und jede Kultur ihre eigenen Viertel, jede Religion und Konfession ihre eigenen Gotteshäuser hatten.

Das Gemälde schafft einen Archetypus einer Frau des Ostens, die mit alten Gegenständen handelt, mit Krügen und Teekannen, mit einem Bügeleisen. Inmitten dieser Objekte finden sich auch Elemente der europäischen und östlichen Architektur einer Zeit und von Orten, die längst verschwunden sind. Das Wasser mit dem Boot ganz unten verweisen auf die häufigen Überschwemmungen gerade auch der Märkte.

Und dann, erst dieser Tage vollendet, das bisher größte Wandgemälde des Künstlers in Jekaterinburg mit dem Titel „Hephaistos“.

„Eine echte Herausforderung“, schreibt Kirill Wedernikow dazu. „Vieles stand der Arbeit entgegen, aber trotz allem triumphierte der Akt der Schöpfung. Danke an alle, die halfen, das Bild zu schaffen!“

Gestern nun besuchte der Künstler das Erlangen-Haus und gab dort eine schon lange angekündigte Arbeit ab, die er bei nächster Gelegenheit den deutschen Freunden schicken möchte. Eine Abbildung davon gibt es nicht, der Meister will es spannend machen.

Nur der Titel wird vorab verraten „Der Schutzengel“. Wir warten also geduldig auf die sich wohl – aus bekannten Gründen – leider nicht so bald bietende Möglichkeit, das Geschenk nach Erlangen zu bringen, und trösten uns mit dem Spruch, wonach Vorfreude die schönste Freude sei.

Wer den Künstler noch nicht kennt oder sich noch einmal seine Meisterschaft vergegenwärtigen möchte, gebe seinen Namen in die Suchmaske des Blogs ein und genieße diese einzigartig mythisch-archaisch-spirituelle Handschrift.

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Kaum sind die Arbeiten von Kirill Wedernikow in der Volkshochschule Erlangen abgehängt, da schließt sich ein neues internationales Projekt an diese erste Ausstellung im Ausland des Wladimirer Künstlers an. Nicht verwunderlich für all jene, die sein Werk kennen.

Derzeit arbeitet Kirill Wedernikow an dem Projekt „35×35“, und demnächst zeigt das Copelouzos Family Art Museum in Athen seine jüngsten Werke, darunter ein Minotaurus. Es ist sogar geplant, ein Buch mit Arbeiten des Künstlers herauszugeben. Da kommt Vorfreude auf!

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Knapper und lakonischer als Anatolij Gawrilow, der Wladimirer Großmeister der kleinen Prosa, kann man es nicht sagen:

Schnee fällt. Schnee ist das Subjekt, fällt das Prädikat.

Er fiel und fällt derzeit tatsächlich reichlich in der Partnerstadt. Die Polizei warnt sogar vor unnötigen Fahrten mit dem Auto.

Bei uns ist das ja so eine Sache mit dem Schnee. In Erwiderung zu Anatolij Gawrilow könnte man sagen:

Schnee taut. Schnee ist das Subjekt, taut das Prädiakat.

Aber es gibt ja auch noch andere Wege, sich dem bei uns so flüchtigen weißen Phänomen zu nähern, mit Arbeiten von Georgij Parfjonow, dessen Herbstbilder der Blog bereits vorstellte: https://is.gd/zmhN2X

Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, sei barbarisch, schrieb Theodor W. Adorno vor 70 Jahren. Aber er begriff ja bald selbst, wie schwer es würde, ohne die Schönheit der Kunst weiterzuleben.

Heute, am Tag der Befreiung des Todeslagers durch die Sowjetarmee, dürfen wir uns deshalb über diese Winterbilder eines Künstlers aus Wladimir freuen und dankbar sein für das Wunder der deutsch-russischen Aussöhnung.

Aber der Rest ist dann doch besser Schweigen. Daran arbeitet Anatolij Gawrilow wahrscheinlich derzeit. Vielleicht ist ja dann das Verstummen doch die höchste Form der Poesie.

 

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In einem Brief an die Redaktion des Blogs schreibt Tatjana Parilowa davon, wie viel man auf der Plattform von interessanten Menschen und Begebenheiten erfahren könne. Mehr noch: „Für mich ist das schon eine im guten Sinne gemeinte Abhängigkeit, unbedingt jeden Tag die Seiten des Blogs zu öffnen, um Neues und Interessantes über die Politik die Partnerschaftsbeziehungen, über Kinder, Menschen, Kultur und Natur zu erfahren.“ Und dann das: Die Leserin wird zur Erzählerin und berichtet von einem Wladimirer Künstler mit Namen Wassilij Kossaurow.

Wassilij Kossaurow

Am 1. Mai 1959 in der Partnerstadt geboren, schließt er 1987 die dortige Fakultät für künstlerische Graphik ab und beteiligt sich früh an lokalen, regionalen und internationalen Ausstellungen. Werke des Malers hängen mittlerweile in russischen, französischen und amerikanischen Privatsammlungen, und in den fernen 90er Jahren zeigte Wassilij Kossaurow seine Werke sogar einmal im Erlangen-Haus.

Wassilij Kossaurow – Energetisches Tal

Fragt man allgemein nach der Rolle des Künstlers in der modernen Welt und nach seinem besonderen Platz in der Gesellschaft, kommt man rasch zu der Aussage, sie habe viel mit der Schaffung neuer Lebensmöglichkeiten zu tun, mit der Mediation  der sozialen Veränderungen und mit der Anstrengung, das Alltagsleben und das Kreative in ihren radikalen Veränderungen abzubilden.

Wassilij Kossaurow – Müdigkeit

Das Werk Wassilij Kossaurows ist eine unablässige Suche, immer begeistert von der russischen Avantgarde und der Theorie des Kosmismus sowie der Esoterik und Theosophie, woher sich sein Thema „Energetik der Seele“ herleitet.

Wassilij Kossaurow – Energetisches Dreieck

Viel Zeit verwendet der Künstler auf die Restaurierung alter Werke. So hat er etwa dem Erzengel Gabriel im Altarbereich der Christi-Verklärungs-Kirche in Porezkoje, Landkreis Susdal, neues Leben eingehaucht.

Wassilij Kossaurow – Es wird Abend

Vielleicht angeregt von den Restaurierungen setzt sich die Auseinandersetzung mit Engeln in seinem Werk fort. Diese menschenähnlichen Flügelwesen als Boten zwischen dem Materiellen und Geistigen, zwischen Gott und dem Menschen, haben es ihm jedenfalls besonders angetan.

Wassilij Kossaurow – Konfrontation

In der christlichen Glaubenslehre kommen den Engeln ja viele Rollen zu: Vermittler, Streiter, Beschützer, Bewacher. Jeder Künstler kleidet sein Verständnis der Rolle von Engeln in diese oder jene Form und Gestalt, drückt in seiner individuellen Art und Weise die persönliche Interpretation des Bildes aus.

Wassilij Kossaurow – Schutzengel

So tut das auch Wassilij Kossaurow mit seinen Mitteln.

Wassilij Kossaurow – Wer bin ich jetzt?

In Rußland gibt es keine Familie, die nicht vom Krieg betroffen wäre. Der Großvater des Künstlers starb in einem KZ. Die Suche nach Angaben zu dessen Schicksal dauerten lange und führten schließlich zu einer Nummer, unter der er im Lager geführt wurde.

Wassilij Kossaurow – Großvater

„Das Werk Wassilij Kossaurows zeichnet sich durch Einflüsse der Suprematen und Konstruktivisten der russischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts aus, allerdings in seiner ganz eigenen Ausprägung: von der Gegenstandslosigkeit eines Malewitsch zu expressiven Formen und bestimmteren Begriffen und Phänomenen. In den Arbeiten des Künstlers findet man die kosmische Kälte mit der irdischen Wärme verbunden, ebenso wie die Abwesenheit einer sichtbaren Grenze zwischen Wachzustand und der Vorstellung, ein Zustand, der unsere Herzen bewegt“, schreibt Nadeschda Sewastjanowa, leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin des Wladimirer Landesmuseums.

Wassilij Kossaurow – Auszug

Selbst freilich meint der Künstler, die beste Lehrerin sei die Natur.

Wassilij Kossaurow – Flußlandschaft im Herbst

Die „Innere Speisekammer“ Wassilij Kossaurows ist nicht einfach nur die Ausstellung eines Künstlers, sondern eine Nenner der Themen eines internationalen Projekts unter dem Begriff „Engel“, das die Werke von 45 Künstlern aus Europa und Rußland vereint.

Wassilij Kossaurow – Ausstellungsplakat

Das Schaffen des Wladimirer Malers ist mittlerweile in Deutschland, in der Slowakei und in der Tschechei bekannt als Ausdruck des russischen Surrealismus. Und in Rußland wurde die „Innere Speisekammer“ zum Jubiläumsdebut für den Wladimirer.

Tatjana Parilowa

 

 

 

 

 

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Vor hundert Jahren vollzogen sich im Russischen Reich nicht nur gewaltige politische Umwälzungen, auch und gerade in Kunst und Kultur erlebte das Land ein kreatives Beben, dem als prägendes und schier allumfassendes Stilmittel der Suprematismus des Kasimir Malewitsch entsprang, der einmal von sich sagte: „Ich gehorchte den Vätern nicht und bin ihnen nicht ähnlich.“

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Der Schöpfer der ungegenständlichen Kunst setzte mit seinen geometrischen Figuren ganz auf die konstruktiv geprägte Kraft der Erkenntnis und stellte seine sachlichen Kompositionen unter das Supremat, die Vorherrschaft der Farbe.

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Mit dem „Schwarzen Quadrat“ schuf der Künstler die, wie Kasimir Malewitsch selbst sagte, „ungerahmte Ikone meiner Zeit“, einer Zeit ungelenkter kreativer Freiheit, die freilich schon nach den ersten Jahren der Sowjetmacht mit der Einführung der Neuen Ökonomischen Politik ab 1921 ein jähes Ende fand, als der Staat die Kultur zum Herrschaftsinstrument degradierte.

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Eine in weiße Tarnanzüge gehüllte Künstlergruppe nahm nun am Wochenende in Wladimir Bezug auf die Ideen der Suprematisten und setzte mal hier, mal da flüchtige Bilder zusammen, die in einen ganz unerwarteten Dialog mit ihrer Umgebung traten und auf das für das letzte Feburarwochenende geplante Festival „Art-Subjekt“ verweisen wollten.

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Man darf gespannt sein auf weitere Kunstaktionen dieser aufgeweckten Truppe, die Wladimir so bunt wie nie malt.

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art-17art-18Siehe auch: https://is.gd/07ubhh

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Heute nun Teil 2 des künstlerischen Credos von Wiktor Bytschkow, dessen Werke derzeit in Wladimir zu sehen sind. Der Text (s. Eintrag im Blog von vorgestern) ist der Homepage des Wladimirer Malers entnommen, wo weiteres Material zu seinem Schaffen zu finden ist: http://viktor-bychkov.ru

Wiktor Bytschkow

Wiktor Bytschkow

Doch gleich welche Summen bei Auktionen für diese „Werke“ hingeblättert werden, ist doch ihre abgrundtiefe Leere vor dem Hintergrund der traditionellen Kunst allen offensichtlich, einschließlich selbst der schlimmsten Zombies unter den Künstlern. Darin begründet ist wahrscheinlich der Hauptgrund für die Aggressivität der Westlichen Kunst in Hinsicht auf die traditionellen Kulturen anderer Länder, in erster Linie bezüglich der Kultur Rußlands. Man muß also diese traditionellen Kulturen zerstören, den Künstlern den Schaffensdrang rauben, ihnen Willen und Kraft nehmen, nationale Künstler zu bleiben. Und wozu das alles?

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Ganz einfach ist das alles. Man entzieht der traditionellen Kunst mittels all den Auslassungen zu Demokratie und Freiheit der Selbstverwirklichung etc. pp. jede Finanz- und Informationsbasis, macht das Leben des Russischen Künstlers erniedrigend und sinnlos, wobei sein sozialer Status im Idealfall auf das Niveau eines Obdachlosen abgesenkt wird. Die ganze Afterphilosophie über gleiche Möglichkeiten und Äquidistanz der Politik von allen Strömungen in der Kunst ist hingegen nicht mehr als die Geschichte vom Pferd für Naivlinge und Uneingeweihte.

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In der Praxis freilich unterstützen die Behörden die Kultur prowestlicher Richtung und hat sie längst zur offiziellen Kunst des Modernen Rußlands erklärt. Fortschrittliche Damen erklären mit klugem Ausdruck im Kulturkanal, weshalb eine gewisse Künstlergruppe „Wojna – Krieg“ für die Darstellung eines leuchtenden Phallus auf einer der Zugbrücken von Sankt Petersburg einen beeindruckenden Preis für das beste Werk des Jahres erhielt.

Friede eurem Haus

Friede eurem Haus!

Wahrscheinlich waren es ebensolche höhnende Bauernfänger, die mit Hilfe von Geld und Informationspolitik dafür eintraten, auf dem Allerheiligsten des Roten Platzes ein Holzklo aufzustellen, das jeder betreten konnte, um an der Schaffung des Werks moderner Kunst teilzuhaben. Dieses Projekt wurde übrigens vom Kulturministerium Rußlands gefördert, während unlängst ein stinkreicher Sammler des modernen Rußlands für seine Kollektion das Portrait eines Maikäfers von Kabakow ankaufte – für 1,6 Mio. Dollar.

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Im Westen repräsentieren die zeitgenössische russische Kunst ominöse Persönlichkeiten vom Schlage eines Kulik, der splitternackt an der Hundeleine herumläuft und Passanten ins Bein beißt. Und schon haben wir den teuersten Künstler aus Rußland im Westen.

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Die Liste dieses Irrsinns könnte man endlos fortsetzen. Aber lassen wir es genug sein. Besser sollten wir nachdenken, was wir, die russischen Künstler, unter diesen Umständen tun können.

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Erstens sollten wir nicht vergessen, was das für ein großer Wert ist, sich russischer Künstler zu nennen. Es beinhaltet auch die Verantwortung dafür, das lichte Feuer zu hüten und nicht verlöschen zu lassen, entzündet in der russischen Kultur von unseren großen Vorgängern, von Dichtern, Musikern, Künstlern. Wahrscheinlich hatten sie es auf ihre Weise auch nicht einfach. Doch der Betrachter, unser Betrachter, versteht ebenso wie wir alle, die wir mit der hohen Kunst groß geworden sind, vieles und spürt vieles und weiß gut zwischen dem Wahren und dem Falschen zu unterscheiden.

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Und selbst wenn in absehbarer Zeit die russische bildende Kunst eines stillen Todes sterben sollte, möge wenigstens der Gedanke daran unsere Seele wärmen, daß wir die großen Ideale nicht verraten, wir Mitgefühl für unser Volk gezeigt haben. Allein schon dafür ist uns die Unsterblichkeit gewiß, oder man bewahrt uns wenigstens ein gutes Gedenken.

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In Künstlerkreisen ist es in letzter Zeit üblich, auf die vaterländische Kultur im Stehen und ohne Gläserklingen zu trinken. Ich glaube dennoch, daß nicht alles so tragisch ist. Denn je mehr an geistlosen Machwerken die Anhänger der „modernen“ Kunst fabrizieren, desto offensichtlicher und klarer wird die unschätzbare Russische Kunst mit all ihren Facetten leuchten und strahlen. Und dann werden sich die russischen Künstler um einen großen und gut angewärmten Tisch versammeln, wo sie einander mit Gläsern voll herrlichen Weins zuprosten und die ebenso unsterblichen wie selbst durchlittenen Worte „Ruhm der Russischen Kunst“ ausrufen.

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Kennern der zeitgenössischen russischen Kunst ist der Name Sergej Ignatow ein Begriff. Der Wladimirer Vertreter des „Improvisionismus“, eine selbstentwickelte Stilrichtung, die den freien Umgang mit Farbe und Format erlaubt, hatte sich bereits bei den Biennalen in Venedig und in der Türkei einen Namen gemacht  Nun gelang dem 55jährigen der Durchbruch auch in den USA auf der Internationalen Woche der Schönen Künste vom 10. bis 30. März.

Sergej Ignatow: Traum einer kleinen Travestie

Sergej Ignatow: Traum einer kleinen Travestie

Die Arbeit „Traum einer kleinen Travestie“ wurde von der Organisation zur Kunstförderung „New York Realism“ in der Kategorie „Phantasie“ mit der Goldmedaille ausgezeichnet und ist 2017 im Rahmen einer Wanderausstellung in vielen weiteren Städten der USA zu sehen. Wie schon vor zweieinhalb Jahren hier im Blog bemerkt, bleibt der Künstler aus Wladimir in Erlangen noch immer zu entdecken: http://is.gd/YQVzBr

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Wer Wladimir kennt, weiß, wie reich die Kunstszene dort ist. Von Jekaterina Woskresenskaja dürfte aber noch kaum jemand aus Erlangen gehört haben, die sich großartig auf die Herstellung von Masken versteht.

Maske 1

Im Interview mit der Plattform „Pro Goroda“ erzählt sie davon, zwar eine Kunstschule besucht, die dann aber „aus charakterlichen Gründen“ ein halbes Jahr vor dem Examen abgebrochen und erst 15 Jahre später zu ihrem eigenen Metier, zur Handarbeit, zur individuellen Gestaltung von Masken gefunden zu haben.

Maske 2

Leben könne sie von ihrer Kunst noch nicht, zu klein sei er noch der Kreis der Interessenten für derartige Objekte. Aber es gehe ihr vor allem darum, eine Idee zu verwirklichen, die auch für andere Menschen einen Wert darstelle.

Maske 3

Der Idee Form zu geben, sei noch am einfachsten, schwieriger werde es bei der Gestaltung der Farbskala. Dafür brauche sie manchmal zwei bis drei Wochen.

In gewisser Weise bin ich Idealistin, ich brauche klare Linien, Licht und dergleichen. Und dann kann manchmal auch die Muse auf Urlaub gehen, meine Vorstellungskraft verlassen. In solchen Momenten rühre ich die Masken gar nicht erst an, denn ich könnte die ganze Arbeit mit einem Schlag zunichtemachen.

Maske 4

Viel mehr preisgeben will die Künstlerin in dem Gespräch offenbar nicht, aber sie hat ja auch ihr Werk, das für sie spricht. Und dabei wollen auch wir es für heute belassen.

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