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Posts Tagged ‘Kristina Kapsjonkowa’


Das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde bei der FAU, durch seinen Austausch mit der Universität Wladimir seit drei Jahrzehnten ein konstituierender Akteur der Städtepartnerschaft, unterhält auch enge Verbindungen zum Russisch-Deutschen Kulturzentrum in Nürnberg mit seiner Vertretung der Stiftung „Russkij mir“ – „Russische Welt“. Diese 2007 gegründete Organisation zur Förderung der russischen Sprache, so ein Bericht der IFA Dozentin, Oxana Kirej, im Jahresbericht 2017/2018 des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde, hatte unter ihrer Leitung eine sechsköpfige Gruppe aus Erlangen an die bulgarische Schwarzmeerkünste eingeladen, um am 6. Internationalen Festival der russischlernenden Studenten teilzunehmen. Das sechstägige Treffen brachte Anfang September 2017 rund 300 junge Leute von 25 Hochschulen aus 17 Ländern Europas und Asiens zusammen. Teilnehmerin Xenia Sakirowa schreibt dazu in dem „Tagebuch“ der Erlanger Gruppe:

Die Delegationen beim Russisch-Festival unter dem Puschkin-Motto: „Freunde, herrlich ist unser Bund!“

Alles drehte sich um die russische Sprache und den großen russischen Dichter, Alexander Puschkin, von dem auch das Motto des Festivals stammte: „Freunde, herrlich ist unser Bund!“. Wir hatten ein volles Programm: Wir stellten unsere Sprach- und Literaturkenntnisse in zahlreichen Workshops sowie in Poesie-, Sprach-, Karaoke-, Musik- und Theaterwettbewerben unter Beweis und kamen bei der Verteidigung der IFA-Ehre ganz schön in Schwitzen.

Kristina Kapsjonkowa, ganz rechts im Bild mit dem Deutschland-Schild

Mit von der Partie auch Kristina Kapsjonkowa, studierte Deutschlehrerin aus Wladimir, die nun schon im dritten Jahr ihrer Dolmetscher- und Übersetzerausbildung am IFA steckt. Hier ihr Bericht zum vierten Tag des Aufenthalts:

Den vierten Tag unseres Aufenthaltes verbrachten wir in der herrlichen Stadt Warna. Wir waren Teilnehmer des großen Aufmarsches, an dem über 300 Leute aus 17 Ländern teilnahmen. Begleitet vom Orchester gingen wir durch die Hauptstraße der schönen Stadt, winkten dabei mit den Fahnen unserer Länder und Universitäten. Unterwegs machten wir viele Selfies, Videos, jubelten und winkten allen Passanten ab. Auf dem zentralen Platz der Stadt schrieben wir unsere Wünsche für Freundschaft und Frieden auf Luftballons und ließen sie zum Himmel steigen. Das war ein richtig schöner Anblick! Danach bummelten wir durch die Stadt, lernten bekannte Sehenswürdigkeiten kennen und genossen kulinarische Spezialitäten. Warna ist eine wunderschöne Stadt. Sie und ihre freundlichen Einwohner machten auf uns einen bleibenden Eindruck!

Irina Kapsjonkowa in der Mitte mit dem Deutschlandfähnchen

Mit diesem Eindruck blieb die Gaststudentin aus Wladimir nicht allein. Die Begeisterung war offensichtlich so groß, daß Georg Eger in seinem Report des letzten Tages festhalten konnte: „Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn wir wieder nach Bulgarien zu den Wettbewerben fahren und dann unbedingt den ersten Preis für das IFA gewinnen wollen!“

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Am Wochenende nach dem westkirchlichen Osterfest hatte ich Gelegenheit, Cumiana, eine mit Erlangen seit 2001 befreundete Stadt im Piemont, Norditalien, zu besuchen. Gemeinsam mit einer offiziellen Delegation bestehend aus Stadträtin Gabriele Kopper als Vertreterin des Oberbürgermeisters Florian Janik, und ihrem Stadtratskollegen, Christian Lehrmann, sowie Manfred Kirscher als Vertreter des Erlanger Bündnisses für den Frieden folgte ich der Einladung aus Cumiana, an den diesjährigen Gedenkfeierlichkeiten für die Ermordung von 51 Männern am 3. April 1944 durch ein Wehrmachtskommando teilzunehmen.

Die Erlanger Cumiana-Delegation vor der Abreise im Rathaus: Fredi Schmidt, Christian Lehrmann, Gabriele Kopper, Kristina Kapsjonkowa und Manfred Kirscher

Im Zweiten Weltkrieg kam es in den Tälern des Piemonts zu Partisanenkämpfen. In Cumiana wurden am 3. April 1944 unter dem Befehl eines SS-Offiziers aus Erlangen 51 Männer unterschiedlichen Alters erschossen. Das jüngste Opfer war erst 16 Jahre alt! Was für eine schreckliche Zeit!

Ankunft bei den Freunden in Cumiana

Seit 2001 reisen alljährlich offizielle Vertreter und Delegierte verschiedener Organisationen aus Erlangen nach Cumiana, um die Verbundenheit mit den Angehörigen der Opfer zu zeigen. Im Laufe der Jahre hat sich zwischen Erlangen und Cumiana eine tiefe Freundschaft auf alles Ebenen  nach dem Motto entwickelt: Ohne die fürchterliche Vergangenheit zu vergessen, alles zu tun, um in Zukunft solche Verbrechen unmöglich zu machen.

Christian Lehrmann, Paolo Poggio (Bürgermeister von Cumiana) und Gabriele Kopper

Während der zwei Tage meines Aufenthaltes in Cumiana habe ich sehr viel Beeindruckendes erlebt und sehr viele interessante und nette Leute kennengelernt. Ich wurde überall überaus freundlich und herzlich empfangen und konnte die traditionelle italienische Gastfreundschaft erleben.

Schweigeminute

Gleich am ersten Abend nahm ich an der Seite einer großen Anzahl Cumianesi an einem eindrucksvollen Fackelzug zum Ort der Erschießung teil, abgeschlossen von einer Schweigeminute. Am nächsten Tag wurden Kränze am Monument auf dem Friedhof des Ortes niedergelegt – in Gegenwart von noch lebenden Zeitzeugen und Angehörigen der Opfer. Ich sah Tränen in den Augen vieler Anwesender und konnte mir die Schrecken und  Schmerzen jeder furchtbaren Zeit vorstellen. Eine der Frauen, die ich kennenlernte, verlor bei dem Massaker vier Angehörige, unter anderen ihren Vater!

Christian Lehrmann und Gabriele Kopper mit Angehörigen der Opfer

Am letzten Tag gab es in der schönen Kirche eine Messe, gefolgt von einem Konzert  junger Streicher und einer Darbietung des Chores von Cumiana. Ich war sehr überrascht, auch eine russischsprechende Lehrerin kennenzulernen.

Gedenktafel für die 51 Opfer am Ort ihrer Erschießung

Zurückblickend hat diese Reise auf mich einen sehr nachhaltigen Eindruck gemacht. Die positive Einstellung der Cumianesi zu Vergangenheit und Zukunft, deren wunderschön melodiöse Sprache, ihre unübertreffliche Gastfreundschaft, die leckeren Speisen (mindestens sechs Gänge  pro Essen) und auch die herrliche Lage am Fuße der Westalpen werde ich nie vergessen!

Paolo Poggio, Christian Lehrmann, Gabriele Kopper und Manfred Kirscher im Gedenken an die Opfer auf dem Friedhof von Cumiana

Cumiana hat mein Herz erobert!

Gedenken an die Opfer

Es hat mich sehr gefreut, daß sich trotz der Kriegsgreuel eine so tiefe Freundschaft und so ein gegenseitiges Verständnis entwickeln konnte. Als Studentin aus Wladimir würde ich mir eine Kontaktaufnahme zwischen meiner Stadt und Cumiana sehr wünschen – gibt es doch so viele Parallelen!

Kristina Kapsjonkowa

 

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Ein ganzer Tag dem Russischen gewidmet. Was denn daran so besonders in Erlangen sei, könnte man zunächst meinen, wo doch gerade erst, im Februar, an der Volkshochschule während der Russisch-Deutschen Wochen die Sprachkurse ausgebucht waren. Doch mit diesem Symposium hat es schon seine eigene Bewandtnis.

Heinz Römermann, Oxana Löscher, Swetlana Steinbusch, Birgit Tordinava, Oxana Kirej, Ludmila Beljatschkowa, Roland Kleiber sowie Institutsleiter Daniel Gossel

Jedes Jahr veranstaltet das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) unter Leitung von Professor Daniel Gossel ein Symposium, alternierend gewidmet dem Englischen, Spanischen, Italienischen, Französischen und eben dem Russischen, gestern zum sechsten Mal Gegenstand intensiver Auseinandersetzung.

Russisch Symposium am IFA: das Plenum

Die Basis dafür ist am IFA mit einem sechsköpfigen Team, angeführt von Heinz Römermann, gegeben, und die Nachfrage für eine Ausbildung in den vielen sprachlichen Dienstleistungsbereichen – vom Gerichtsdolmetschen bis zur Übersetzung von Dokumenten – besteht, ungeachtet aller technischen Entwicklungen. Just diesen stellte sich denn auch gestern der Auftaktvortrag unter dem Titel „Skype als neues Medium im Unterricht“.

Daniel Gossel und Kristina Kapsjonkowa

Aber auch die eher „klassischen“ Fragen fanden ihren Platz mit Themenblöcken wie „Unterschiede und Gemeinsamkeiten des deutschen und russischen Rechtssystems“ oder „Sprichwörter – Salz in der Suppe“. Alles auf Russisch und natürlich vor allem auf Muttersprachler und Fortgeschrittene ausgerichtet.

Daniel Gossel und das Plenum

Wohl einer deutsch-russischen Städtepartnerschaft wie Erlangen – Wladimir, die eine solche Ausbildungsstätte wie das IFA vor Ort hat, das, vor 70 Jahren gegründet, nun im dreißigsten Jahr des Austausches mit der Universität Wladimir steht. Fast wie im Märchen, um ein bekanntes russisches Sprichwort zu bemühen, das rasch erzählt ist, während das Werk einige Zeit braucht. Die Zeit hat sich jedenfalls gelohnt und ist aller dankbaren Anerkennung wert. Nicht nur zu Jubiläen. Спасибо IFA!

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Deutschland hat mich begeistert – es hat mich mit seiner Architektur, seinen Traditionen und kulinarischen Spezialitäten ab der ersten Sekunde in seinen Bann gezogen.

Ich war vorher noch nie in Deutschland,  hatte jedoch eine gute Vorstellung von diesem Land dank der zahlreichen Schilderungen meiner Schwester, die seit zwei Jahren eine Ausbildung in Erlangen macht. Glücklicherweise ist es mir  gelungen, in diesem Jubiläumsjahr der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir die ersehnte Reise zu machen.

Mein Aufenthalt in Deutschland – Ende Januar, Anfang Februar – dauerte zwölf Tage. Während dieser Zeit lernte ich viele interessante Leute kennen und entdeckte auch für mich neue landestypische  Speisen: Der Kartoffelsalat und die fränkischen Bratwürste mit Sauerkraut haben mir besonders gut geschmeckt.

Wladislaw Kapsjonkow und Manfred Kirscher am Dechsendorfer Weiher

Begleitet von Manfred Kirscher und meiner Schwester, besuchte ich die herrliche mittelfränkische Stadt Nürnberg. Ich war fasziniert von der wunderschönen Aussicht vom Burgberg und den zahlreichen malerischen Gassen  in der  Altstadt.

Kristina und Wladislaw Kapsjonkow in Nürnberg

Da ich mich für Fußball interessiere, nutzte ich die Gelegenheit, das größte Fußballstadion Deutschlands, den Signal Iduna Park in Dortmund zu besuchen. Das war megacool! Die zweistündige ausführliche Führung durch das Stadion hat auf mich einen bleibenden Eindruck gemacht. Hoffentlich wird es mir gelingen, in naher Zukunft dort mal als Zuschauer zu sein!

Wladislaw Kapsjonkow im Borussia-Stadion

Außer Nürnberg und Dortmund konnte ich noch ein paar Tage in den Niederlanden, und zwar in Amsterdam und Den Haag, verbringen. Diese beiden Städte haben mir auch sehr gut gefallen.

Wladislaw Kapsjonkow in Den Haag

Insgesamt bin ich tief beeindruckt von dieser leider nur sehr kurzen Reise nach Deutschland . Es waren die besten Winterferien in meinem bisherigen Leben!

Kristina und Wladislaw Kapsjonkow über den Dächern von Nürnberg

Ich bin Peter Steger für seine Unterstützung, Manfred Kirscher für seine Gastfreundschaft und meiner Schwester Kristina für die fürsorgliche  Begleitung während meines Aufenthaltes sehr dankbar. Ich hoffe, irgendwann mal wieder nach Erlangen zu kommen.

Diese erlebnisreiche Reise bleibt für immer in meinen Erinnerungen und in meinem Herzen!

Wladislaw Kapsjonkow

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Allmählich verlassen auch die letzten Gäste der „Russisch-Deutschen Wochen“ aus Wladimir ihre Partnerstadt. Wladislaw Kapsjonkow macht sich am Samstag auf die Heimreise – „nach Tagen voll großartiger Eindrücke von einem Land, das ich bisher nur aus den Schilderungen meiner Schwester gekannt hatte.“

Manfred Kirscher, Kristina Kapsjonkowa und Wladislaw Kapsjonkow

Begleitet von Manfred Kirscher und seiner Schwester, die seit zwei Jahren eine Ausbildung am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde macht, erkundete der Student der Geophysik fast zwei Wochen lang die „Bodenschätze“ der Partnerschaft und versprach gestern bei seinem Zwischenbericht im Rathaus, bald die Ergebnisse seiner Messungen und Analysen exklusiv für den Blog vorzustellen. Die Wissenschaftsredaktion bittet deshalb noch um ein wenig Geduld.

Florian Janik und Jurij Fjodorow

Derweil hat das Politikressort noch einen Nachtrag zum Besuch von Jurij Fjodorow, Staatssekretär a.D. und Mitglied der Wladimirer Regionalduma, der sich am Montag ins Gästebuch der Stadt Erlangen eingetragen hatte. Er, 1984 als stellvertretender Vorsitzender des Exekutivkomitees des Rats der Volksdeputierten der erste „Kundschafter“ Wladimirs in der Hugenottenstadt, gilt ja als „Vater der Partnerschaft“ auf russischer Seite und konnte sich nun aufrichtig über all das freuen, was in den 35 Jahren deutsch-russischen Miteinanders alles entstanden ist: „ein einzigartiges Netzwerk einer Bürgerpartnerschaft, genau das, wovon Dietmar Hahlweg und ich damals träumten. Schön, das nun während dieser ereignisreichen Tage der Begegnungen mit so vielen Menschen und bei so großartigen Veranstaltungen selbst erlebt zu haben.“

Erlangen-Haus im Schnee

Die „Russisch-Deutschen Wochen“ gehen nun, während Wladimir im Schnee versinkt, in die Faschingsferien. Aber schon am Montag, den 19. Februar. beginnt mit dem Filmabend „Hundeherz“ die zweite Staffel der Veranstaltungen, zu denen in den nächsten Tagen hier die Vorberichte erscheinen. Einstweilen also „Helau!“ – und bitte dranbleiben.

 

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Mit einem „Willkommen im schönsten Konferenzraum Erlangens“, eröffnete Florian Janik gestern gegen 9.00 Uhr die zweite Sitzung des Gesprächsforums „Prisma“ und konnte die Diskussionsrunde gegen 16.30 Uhr mit der Vorfreude auf das nächste Treffen der Diskussionsrunde, möglichst schon im November diesen Jahres, schließen.

Sogar über das Thema ist man sich einig, das sich vor allem auch aus einem Diskussionsbeitrag von Alexander Krutow, stellvertretender Vorsitzender des Wladimirer „Zivilgesellschaftlichen Kammer“, des Dachverbands der Nichtregierungsorganisationen, aus seiner Frage ableitete, ob es denn auch in Deutschland denkbar sei, wie in den USA einen russischen Nachrichtenkanal zum „ausländischen Agenten“ zu erklären und ihm, am Beispiel von „Russia Today“ zu sehen, etwa den Zutritt zu Pressekonferenzen zu verwehren. Die einzige Frage in der von der Richterin im Ruhestand, Gerda-Marie Reitzenstein, und der Historikerin, Julia Obertreis, moderierten Runde, die unbeantwortet blieb und auf das nächste Treffen verschoben wurde.

Olga Dejewa und Florian Janik

Dann, wieder in Wladimir, so die Einladung von Oberbürgermeisterin Olga Dejewas an Ihren Erlanger Kollegen, Florian Janik, wolle man sich dem Komplex der Medien zuwenden und ihren Einfluß auf in Ost und West so unterschiedliche Wahrnehmung von Ereignissen rund um den Erdball untersuchen. Im Vis-à-Vis, als Vertreter der „Volksdiplomatie“, die der Gewerkschafter Wladimir Rybkin in der Städtepartnerschaft segensreich am Werk sieht.

Oxana Kirej, Anette Christian und Gerda-Marie Reitzenstein

Überhaupt, das Werk der Partnerschaft: Olga Dejewa hält nicht zurück mit ihrem Lob. Unter den 21 Städtefreundschaften, die Wladimir pflegt, nehme Erlangen unangefochten die erste Position ein. Wörtlich: „Mit den anderen haben wir Beziehungen, aber hier in Erlangen ist das Leben!“

Alexander Krutow, Wladimir Rybkin, Elisabeth Preuß und Gerda-Marie Reitzenstein

Folgte man gestern der Diskussion über Fragen der Beteiligung und des zivilgesellschaftlichen Engagements, spürte man, daß es sich hierbei nicht um ein wohlfeiles Kompliment an die Gastgeber handelte, sondern um das Wesen dieser nun schon fünfunddreißigjährigen deutsch-russischen Bürgerpartnerschaft. Und man spürte vor allem, wie ähnlich man einander auch da ist, wo man das bisher gar nicht vermutet hätte.

Kristina Kapsjonkowa, Wladimirer Studentin am IFA, und Oxana Kirej in der „Dolmetscherecke“

Etwa in Fragen der Bürgerbeteiligung. Man mag die Dinge unterschiedlich nennen – in Erlangen „Vorhabenliste“, in Wladimir „laufende Projekte“ -, aber der Geist ist derselbe: Bei allen Infrastrukturplänen und sonstigen Fragen der Kommunalpolitik die Stadtgesellschaft möglichst früh einzubeziehen und die Menschen nie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Mitbestimmung wo irgend möglich auf allen Ebenen.

Julia Obertreis, Olga Dejewa und Florian Janik

Tut man das nicht, so Alexander Krutow, im Brotberuf Bankier, gibt man der „größten Gefahr für die Demokratie“ Raum, dem Populismus. Er ist es auch, der auf die Macht des einzelnen Bürgers hinweist, auch in einem zentral geführten Land: Baut da nämlich jemand ohne die vorher notwendigen Abstimmungen mit den Nachbarn, kann auch eine bereits erteilte Genehmigung wieder zurückgezogen werden. Mit allen Konsequenzen für den Träger und die Behörde.

Das nachmittägliche Plenum von „Prisma“

Die Themenpalette – von der Frage des Einsatzes von Ehrenamtlichen etwa im Hospizverein über die Bedeutung des Jugendparlaments bis hin zur Rolle der Kommunen in der Gestaltung des öffentlichen Lebens – wurde jeweils durch Präsentationen beider Seiten vorgestellt, von Nadja Steger vorab übersetzt, kundig moderiert – und vor allem meisterhaft von Oxana Kirej, unterstützt durch ein sechsköpfiges Nachwuchsteam vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, in beide Richtungen gedolmetscht. Über weite Strecken hinweg sogar simultan. Höchstes Lob dafür!

Oxana Kirej, Olga Dejewa, Florian Janik und Julia Obertreis

Das Fazit. Erlangen und Wladimir sprechen mit einander, lernen einander immer besser kennen und beweisen, man kann sich gar nicht genug austauschen. Nur so vermeidet man ja auch im eigenen Land, wie Julia Obertreis zum Ende hin bemerkte, das Entstehen von „Filterblasen“, wo jeder nur noch sich selbst und Seinesgleichen hört und anspricht.

Gruppenbild „Prisma“

Es gilt spätestens seit gestern die Maxime: Gäbe es „Prisma“ nicht schon, sollte man es schleunigst erfinden. Zur Nachahmung empfohlen!

 

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Seit einem Jahr nun schon macht Kristina Kapsjonkowa eine Ausbildung am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde. Jetzt, zu Beginn der Ferien, hat sie endlich Zeit, zusammen mit Manfred Kirscher, ihren Freundinnen aus Wladimir, Swetlana Sokolowa und Angelika Sergejewa, eine Woche lang ihre Wahlheimat Erlangen und andere schöne Orte in Deutschland zu zeigen.

Kristina Kapsjonkowa, Swetlana Sokolowa, Angelika Sergejewa und Manfred Kirscher

Begonnen hat der Besuch der beiden gestern morgen allerdings mit einer politisch-landeskundlichen Erfahrung in Sachen zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen eine Kundgebung der rechtsradikalen Splitterpartei „Der III. Weg“ auf dem Rathausplatz. Während das knappe Dutzend brauner Finsterlinge, hermetisch abgeriegelt von Metallgittern und einem Polizeikordon, seine kruden Parolen gegen die „Homo-Propaganda“ absonderte, demonstrierte, organisiert von der „Aktion Courage“, eine kunterbunte Menge am Besiktasplatz Erlangens Motto „offen aus Tradition“, Toleranz und die Würde des Menschen, gleich welcher Nation, Religion oder sexuellen Neigung.

Claudia Fassina, Alice Basso, Elisa Lorenzo, Maria Chiara Maccarrone und Daria Orami mit Oberbürgermeister Florian Janik

Eingereiht hatte sich da übrigens auch die Rockband Soundscape 2.0 aus Cumiana, die heute wieder in die italienische Freundschaftsstadt zurückkehrt. Schön zu sehen und zu wissen: Europa gehört und wächst zusammen im Kampf gegen faschistoides Strandgut eines inhumanen Denkens.

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