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Posts Tagged ‘Komm wieder’


Was wir an Gutem erhalten wollen, müssen wir immer wieder ändern, anpassen, verbessern. So banal diese Erkenntnis sein mag, so schwer fällt ihre Umsetzung im privaten Bereich wie im Berufsleben oder in der Politik. Auch ein Lernprozeß im Austausch zwischen Erlangen und Wladimir. So war zum Beispiel der Blaue Himmel von Beginn an der Psychiatrie direkt unterstellt, auch wenn sich die Einrichtung für verhaltensauffällige und psychisch behinderte Kinder etwa 40 km außerhalb der Partnerschaft befindet. Nun wurde von der regionalen Gesundheitsbehörde beschlossen, das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik an das in unmittelbarer Nähe befindliche Sanatorium für Veteranen anzugliedern. Zunächst befremdlich für die Gäste, dann aber durchaus einleuchtend, weil durch die Nachbarschaft zu dem Altenheim etwa die Verpflegung der jungen Patienten durch die eigene Küche wesentlich vereinfacht wird. Wolfram Howein, der noch bis Samstag in Wladimir bleibt, will sich deshalb die Zeit nehmen, mit der neuen Leitung zu sprechen.

Wolfram Howein und Alexander Bersenjew

Wolfram Howein und Alexander Bersenjew

Doch der seit 1997 bestehende Kontakt zu Alexander Bersenjew soll darunter nicht leiden. Im Gegenteil. Der Chefpsychiater der Region Wladimir, auf dessen Initiative hin der Blaue Himmel entstand, wünscht sich eine Wiederbelebung der Fachkontakte zu den Kollegen von der FAU, wichtig für ihn, da er doch selbst an der Staatlichen Universität lehrt.

Wolfram Howein, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Dejewa, Irina Sokolowa, Wladislaw und Peter Steger

Wolfram Howein, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Dejewa, Irina Sokolowa, Wladislaw Poldjajew und Peter Steger

Neue Wege geht auch das Rote Kreuz in Wladimir – zusammen mit den Partnern aus Erlangen. Nachdem die Finanzierung der beiden Projekte „Erste Hilfe“ und „Häusliche Pflege“ demnächst ausläuft – allein im Rahmen des letztgenannten Programms erhielten fast 40 Patienten Unterstützung in ihrem letzten Lebensabschnitt -, will man nun mehr auf eigene ehrenamtliche Kräfte setzen. Irina Sokolowa, Vorsitzende des Roten Kreuzes auf Ebene der Region und schon in den 90er Jahren aktiv in der Kooperation mit dem BRK Erlangen-Höchstadt, stellt sich vor, daß junge Leute aus der Fachschule für medizinische Berufe zum einen etwa in Ferienlagern Kindern und Jugendlichen altersgerecht die Grundlagen einer gesunden Lebensführung näherbringen, während eine andere Gruppe mit Angehörigen die häusliche Pflege von Palliativpatienten einüben soll, unterstützt von der Stadtverwaltung, die mietfrei Räume zur Verfügung stellt. Man glaubt so, mit noch weniger Finanzen mehr Menschen in diese erfolgreich mit dem Erlanger Förderverein Rotes Kreuz Wladimir entwickelten Programme einbinden zu können. Ein Ansatz, der überzeugt, weil er rasch zu einer eigenständigen Finanzierung und Weiterentwicklung der Arbeit führen kann. Ganz im Sinne des Mottos: Hilfe zur Selbsthilfe. Sehr zur Freude von Olga Dejewa, die in ihrer Zeit vor der Wahl zur Oberbürgermeisterin die Rot-Kreuz-Zusammenarbeit wiederbelebt hatte und jetzt zusammen mit Wjatscheslaw Kartuchin, dem Leiter der Akademie für Verwaltung und Wirtschaft, ein neues Forum ins Leben ruft, das den Austausch noch weiter intensivieren soll. Doch davon an anderer Stelle bald mehr.

Witalij Gurinowitsch, Maria Rodina, Irina Chasowa und Igor Konyschew

Witalij Gurinowitsch, Maria Rodina, Irina Chasowa und Igor Konyschew

Auch hinsichtlich der russischen Variante des Buches „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ tun sich unerwartete Perspektiven auf. In einem Gespräch mit Igor Konyschew, dem erst seit einem halben Jahr amtierenden neuen Direktor des Regionalmuseums, und seiner Stellvertreterin für wissenschaftliche Arbeit, Maria Rodina, gelingt es dem Historiker Witalij Gurinowitsch und Irina Chasowa, der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, rasch das Wesen der Publikation und ihre Bedeutung für die lokale Geschichte der Kriegs- und Nachkriegszeit darzustellen. Die Fachleute sind sich einig: Der im Dezember 2015 in Erlangen erschienene Band soll nach Möglichkeit mit photographischem Material aus dem Archiv ergänzt und im Rahmen einer Ausstellung zum Thema Kriegsgefangenschaft in den Räumen des Museums präsentiert werden, – voraussichtlich dann freilich erst im Frühjahr. Bis dahin hat Igor Konyschew dann möglicherweise sogar schon seinen Antrittsbesuch in Erlangen gemacht. So wie er anpackt, ist das durchaus zu erwarten.

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Der Aufschub gibt aber auch dem Übersetzungstrio mehr Zeit, an den Texten zu feilen, und Altoberbürgermeister Igor Schamow kann vielleicht weitere Sponsoren für das Projekt gewinnen, von dem die russische Seite glaubt, es gebe landesweit keine vergleichbare deutsch-russische Veröffentlichung über die Kriegsgefangenschaft.

Dieter Kümpers, P. Anatolij, Maria Fedotowa und Peter Steger

Dieter Kümpers, Anatolij Seida, Maria Fedotowa und Peter Steger

Aus der Fülle der Begegnungen den ganzen Tag über sei nur noch das Treffen von Dieter Kümpers mit dem Geistlichen, Anatolij Seïda, dem spirituellen Leiter des orthodoxen Pilgerzentrums, und seiner geschäftsführenden Tourismusexpertin, Maria Fedotowa, erwähnt. Hier, noch im 19. Jahrhundert als Siechenhaus neben der Erzengel-Michael-Kirche mit Blick über die Altstadt erbaut, hat man nicht nur mehr als ein Jahrzehnt wertvolle Erfahrung mit Gästen – 50 Betten für einfachste Ansprüche stehen zur Verfügung – gesammelt, sondern man ist auch bereit, mit dem Projekt der Rosenkranzgemeinde zusammenzuarbeiten und etwa die erarbeiteten Exkursionen zu heiligen Stätten in der ganzen Region mit den Katholiken zu teilen. „Wenn wir Christen über alle konfessionellen Grenzen hinweg nicht offen aufeinander zugehen und zusammenhalten, wer soll es dann tun?“ fragt der Geistliche, der nebenher auch noch landwirtschaftliche Eigenversorgung betreibt, mit einem Lächeln in die Runde, zeigt den Besuchern frischgeschlüpfte Küken und beschenkt sie zum Abschied mit Wachteleiern. Besser hätte das Dieter Kümpers vom Verein der christlichen Hoteliers auch nicht ausdrücken können, der natürlich auch interkonfessionell denkt und im Geist der Ökumene agiert. Ermutigend also nicht nur für das Pilgerzentrum der Rosenkranzgemeinde, sondern überhaupt eine schöne Wendung für all die vielen Windungen der Wege zwischen Erlangen und Wladimir.

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Gestern verabschiedeten sich in Buckenhof die Freunde für immer von Ute Szczepaniak, und schon am Sonntag hatte man in Wolgograd Stanislaw Gadyschew zu Grabe getragen. Zwei Menschen, die einander nicht kannten, die einander zu Lebzeiten nie begegnet waren, so völlig unterschiedlich voneinander und doch so vereint: nicht nur in ihrem schmerzensreichen Kampf gegen den Krebs, in ihrer unbändigen Freude am Dasein, in ihrer überreichen Sinneslust, in ihrer ansteckenden Begeisterung für das Diesseits. Sie hatten auch – ohne davon zu wissen – etwas gemein, das sie auch über den Tod hinaus verbindet: der Erinnerungsband von deutschen Kriegsgefangenen „Komm wieder, aber ohne Waffen!“

Gennadij Stachurlow, Ute Szczepaniak, Dieter Argast und Nadja Oblowazkaja in Wladimir

Gennadij Stachurlow, Ute Szczepaniak, Dieter Argast und Nadja Oblowazkaja in Wladimir

Ute Szczepaniak, bereits gezeichnet von ihrer Erkrankung, hatte als Lehrerin angeboten, den Text zu lektorieren und noch Fehler um Fehler entdeckt. Wohl nicht nur aus Passion für ihren geliebten Beruf, sondern auch wegen ihrer tiefen Verbindung zu Wladimir, wo Freunde wie Nadja Oblowazkaja und Gennadij Stachurlow um sie trauern. Überhaupt die Partnerstadt: Noch in den letzten Tagen las sie auf ihrem kleinen Bildschirm den Blog, fragte, wie es dort ging, interessierte sich für alles, wie ja das Interesse, das Dabeisein, die Anteilnahme an allen und allem ihr Wesen prägte.

Stanislaw Gadyschew mit Anastasia Bytschkowa aus Wladimir und seiner Frau Marina im Gasthof zur Einkehr in Erlangen

Stanislaw Gadyschew mit Anastasia Bytschkowa aus Wladimir und seiner Frau Marina im Gasthof zur Einkehr in Erlangen

Und Stansislaw Gadyschew, geboren in der Stadt, die einst Stalingrad hieß, mit einem Herzen so weit wie die Wolga breit, der sich als mittelständischer Reeder buchstäblich nach oben hatte boxen müssen, um nicht unterzugehen und der sich schließlich doch hatte geschlagen geben müssen, er, der sein Haus am Ufer des Stroms gebaut hatte, wo mehr Patronenhülsen im Boden liegen als Steine, hat spontan im April, bei seinem letzten Besuch in Erlangen, als die Ärzte ihn nur noch auf die letzten Dinge einzustimmen vermochten, das Geld gespendet, um das Buch ins Russische übersetzen zu lassen. Geld war für den Russen im Cinemascope-Format zum Ausgeben für die anderen da – unvergessen, wie er einmal, überwältigt von deren schlichter Schönheit, den Opferkasten der Wehrkirche in Effeltrich mit großen Scheinen füllte -; Zeit hingegen galt der Deutschen als geliehenes Gut, das man mit anderen teilte – mit Freunden, mit Schülern, mit Flüchtlingen. Es bleiben wohl diese Großzügigkeit beider in den Herzen der Hinterbliebenen zurück – und ihr Vermächtnis: Liebet das Leben. Vielleicht begegnen sich die beiden jetzt da droben, Ute auf dem Fahrrad entlang einem großen Fluß – und Stanislaw, der den Strom hinunterschippert. Sie winken einander bestimmt schon zu…

 

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Selten wurde ein Titel für eine Veranstaltung so treffend gewählt wie gestern für die „Buchpräsentation und Bürgerbegegnung“ in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Jetzt, im Nachhinein, könnte man allenfalls noch anfügen: „Festliches Arbeitstreffen des Partnerschaftsdreicks Erlangen – Jena – Wladimir“.

Ludmila Gorbatowa und Cornelia Bartlau

Anna Kulakowa und Cornelia Bartlau

Cornelia Bartlau, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena und seit vielen Jahren geschickte Moderatorin vor allem des Jugendaustausches mit Wladimir, eröffnete in Vertretung des erkranken Oberbürgermeisters, Albrecht Schröter, den Reigen der Auftritte, gewidmet der Vorstellung des Sammelbandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“, erschienen im Dezember vergangenen Jahres.

Peter Steger und Peter Röhlinger

Peter Steger und Peter Röhlinger

Gekommen war aber auch Peter Röhlinger, der in seiner Zeit als Oberbürgermeister von Jena mit dem ersten Verwaltungsseminar für Fachleute aus Wladimir bereits 1992 den Grundstein für die heute so lebendigen Beziehungen im Zusammenwirken mit Erlangen gelegt hatte. Im Mai 2015 war er zum bisher letzten Mal in Wladimir und frischt seither sein Russisch an der Volkshochschule auf, das er hofft, bald auch wieder in der alten Hauptstadt der Rus praktizieren zu können.

Tanzensemble des Euroklubs

Tanzensemble des Euroklubs

Das Kulturprogramm, zusammengestellt unter der Regie von Iwan Nisowzew, Mitglied der Deutsch-Russischen Arbeitsgruppe in Jena, überraschte durch die Vielfalt aus Tanz, Musik und Gesang, dargeboten von der Tanzgruppe des Euroklubs Wladimir sowie dem Russischen Chor Diamant Jena.

Peter Steger, Günter Kuhne und Ludmila Tatarnikowa

Peter Steger, Günter Kuhne und Ludmila Tatarnikowa

Ehrengast der Veranstaltung war freilich Ludmila Tatarnikowa vom Russischen Generalkonsulat in Leipzig, wo man die Verbindung Jena – Wladimir mit viel Wohlwollen begleitet. Gerade diese Zeichen der Versöhnung – wie der Veteranenband – seien in Zeiten der politischen Spannungen, wie die Diplomatin meinte, von gar nicht zu überschätzender Bedeutung für das deutsch-russische Verhältnis.

Peter Steger

Peter Steger

Die Idee, den Autor des Buches nach Jena einzuladen, hatte Iwan Nisowzew, der im Dezember zur Präsentation nach Erlangen gekommen war. Und es gelang ihm, für sein Vorhaben eine beeindruckende Riege von Unterstützern zusammenzustellen: das Institut für Auslandsgermanistik der FSU Jena, die Eurowerkstatt Jena, den Verein Lesezeichen, die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, das Russische Internationale Jugendzentrum, die ÜAG Jena, die Stiftung West-Östliche Begegnungen und natürlich die Stadt Jena. Gratulation!

Russischer Chor Diamant

Russischer Chor Diamant

Die Begegnung erlebte freilich ihren Höhepunkt mit der Stehgreifrede von Günter Kuhne aus Gera, dem es packend gelang, die Zeitspanne zwischen seiner Einberufung als 17jähriger zur Wehrmacht bis zu seiner Entlassung aus der Gefangenschaft mit 24 Jahren zu beschreiben. Natürlich nachzulesen auch in dem Band, aber blaß in den Farben angesichts seiner lebendigen Schilderung.

Günter Kuhne

Günter Kuhne

Und – in der Publikation nicht enthalten: Günter Kuhne zeigte ein Bild von sich, das im Gefangenenlager Wladimir von ihm gemacht wurde, wie von allen seinen Kameraden. Ordentlich gekleidet war der heute 90jährige, nicht unterernährt, denn: „Alles in allem ging es uns nicht schlechter als der Zivilbevölkerung.“

Iwan Nisowzew

Iwan Nisowzew

Im Publikum eine Gruppe des Euroklubs Wladimir unter Leitung von Jelena Guskowa, jener Organisation, die Jugendlichen in der Partnerstadt die weite Welt näherbringt und regelmäßig Reisen in die Partnerstädte und weit darüber hinaus anbietet. Dieses Mal geht es via Jena über Brüssel bis nach Paris, und einen alten Freund aus Erlangen trifft die Besucherin dann auch noch. Wie das eben die wohlmeinende Regie der Partnerschaft manchmal so einrichtet.

Dieter Argast und Jelena Guskowa

Dieter Argast und Jelena Guskowa

Tief beeindruckt zeigen sich die Jugendlichen von dieser ersten Begegnung mit einem deutschen Kriegsveteranen. Viel zum Nachdenken gibt das, wenn man auch die bisher unbekannte andere Seite des Krieges kennenlernt.

Die Jugendgruppe des Euroklubs

Die Jugendgruppe des Euroklubs Wladimir

Wir wissen nun nicht, wie die Gäste aus Wladimir diese Erfahrungen verarbeiten, aber für Frieder Abendroth vom Christlichen Gymnasium Jena ist das Ziel klar: Bis zum Herbst muß er seinen Teil einer Seminararbeit fertighaben, an der noch zwei weitere Klassenkameraden mitarbeiten. Um den Part von Städtepartnerschaften im großen Konzert der Politik geht es, und der 17jährige untersucht dazu das Dreieck Erlangen – Jena – Wladimir, während die beiden anderen sich um Jenas Verbindung zu Aubervilliers in Frankreich und San Marcos in Nikaragua kümmern.

Frieder Abendroth

Frieder Abendroth

Mehr braucht dazu heute nicht verraten zu werden, denn zumindest auszugsweise wird die Gemeinschaftsarbeit sicher in einigen Monaten hier im Blog zu lesen sein. Viel Erfolg schon jetzt – und nochmals Dank an die großartigen Gastgeber in Jena.

 

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„Ein historisches Meisterwerk“ nennt Bürgermeisterin Elisabeth Preuß den im Dezember des Vorjahres erschienenen Band „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ und fährt fort:

Elisabeth Preuß, 22. Juni 2011, Platz des Sieges in Wladimir

Elisabeth Preuß, 22. Juni 2011, Platz des Sieges in Wladimir

Manchmal kommt im Leben das richtige Buch zur richtigen Zeit. Das Kompendium „Komm wieder, aber ohne Waffen“, herausgegeben von Peter Steger, ist so ein Buch. (Und bevor Sie sich jetzt fragen: Nein, die Namensgleichheit ist kein Zufall, sondern der Herausgeber ist tatsächlich jener Peter Steger, der Autor dieses Blogs ist, unzählige Reisen nach Wladimir vor- und nachbereitet, die Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir gestaltet, auch noch für Jena, Umhausen, Cumiana, Riverside, Stoke-on-Trent sowie die Vertriebenen aus Brüx und Komotau zuständig ist, daneben russische Literatur übersetzt und auch noch Zeit findet, im heimischen Wald ungezählte Kilometer zu laufen, freilich über die Jahre mit wachsendem Tempo.) Dieser Peter Steger also ist Tausende von Kilometer gefahren und geflogen, um mit jenen Menschen, Veteranen des unfaßbaren Grauens, des Zweiten Weltkrieges zu sprechen, um ihre Erlebnisse, ihre Gedanken, ihre Sehnsüchte und ihre Lehren zu hören und niederzuschreiben.

Wie gut, wie unermeßlich gut, daß er das getan hat, daß er schon vor Jahren damit begann! Denn viele von ihnen haben ihre Augen schon für immer geschlossen. Dank der einfühlsamen und gleichzeitig gründlichen Recherchearbeit von Peter Steger aber ist ihr Erinnerungsschatz bewahrt und in diesem Buch allen, die Hirn und Herz haben, zum Studium empfohlen.

Danke, Peter. Danke! Gäbe es einen Nobel-Preis für historische Recherche: Du hättest ihn verdient. So aber bleibt mir nur ein Eintrag in Deinem Blog, in der Hoffnung, daß viele Deiner Leser mit mir einig sind: Du bist ZU RECHT Ehrenbürger unserer Partnerstadt!

PS: Noch in einem anderen Sinn kommt im Leben manchmal das richtige Buch zur richtigen Zeit: Ich habe ein paar Tage Urlaub und kann mich kaum lösen von dem Werk!

Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen, 08.02.16

Da die angesprochene Publikation auf der Rückseite keine Kritikerstimmen abgedruckt hat, die das Werk zur Lektüre empfehlen, sollen hier einige weitere Reaktionen veröffentlicht werden, die in den letzten Wochen eingegangen sind:

Ingeborg und Heinz Bartl mit ihrer Tochter Adelheid

Ingeborg und Heinz Bartl mit ihrer Tochter Adelheid

Danke für die wunderschöne Weihnachtsüberraschung mit dem sinnvollen Titel „Komm wieder, aber ohne Waffen!“. Als ich das Buch ausgepackt hatte, habe ich erst ein bißchen darin geblättert, habe mich dann aber darin festgelesen. Es sind so viele berührende Schicksale geschildert, – voller Leid, aber auch voller Hoffnung. Besonders berührend war für mich natürlich das Wiedersehen mit meinem Heinz in dem Bericht „Heinz Bartl – Der Jüngste im Lager“. Damit verbunden ist auch die Erinnerung an Ihren Besuch hier in Lößnitz. Es ist so viel Schönes, was mein Heinz durch Sie erleben durfte, sei es die Aufnahme in den Kreis der ehemaligen Kriegsveteranen aus der Region Wladimir, sei es der Aufenthalt im Erlangen-Haus während der unvergeßlichen Reise nach Wladimir. Damit konnte dank Ihrer großen Unterstützung – trotz der bereits fortgeschrittenen Herzerkrankung meines Mannes – ein letztes großes Lebensziel in Erfüllung gehen. Durch dieses Vor-Ort-Sein und die Gespräche mit den Kriegsveteranen in Wladimir hat Heinz die schlimmsten Wunden seines Lebens aufarbeiten können. Ein großes Dankeschön an Sie und Ihre Frau Nadja!

Ingeborg Bartl, 22.12.15

Ernst Fasan und Asja Tarasenko

Ernst Fasan und Asja Tarasenko

Vielen und ganz besonders herzlichen Dank für den ausgezeichneten Band „Komm wieder, aber ohne Waffen!“. Das ist ein hervorragendes Kompendium wichtiger Erinnerungen, eine klare Stellungnahme zu all den Problemen der russischen Gefangenschaft von uns damaligen deutschen Soldaten und vor allem der seriösen und korrekten Haltung uns gegenüber. Es ist ein in dieser Form einmaliges, historisch äußert bedeutsames Werk! Und für uns nun recht alten damaligen Gefangenen ein wunderbares Werk der Erinnerung. Wer, so wie ich, einen Beitrag in Form meines seinerzeitigen Vortrages leisten konnte, ist natürlich besonders dankbar und geradezu gerührt. Mit der Organisation meiner damaligen Reise, mit Ihrer so wichtigen wissenschaftlichen Arbeit und jetzt mit diesem Band haben Sie ein echtes Denkmal errichtet, das zur Festigung des russisch-deutschen Verständnisses und auch der Freundschaft unserer beiden Völker sehr stark beiträgt.

Ernst Fasan, 28.12.15

Otmar Koch und Richard Dähler

Otmar Koch und Richard Dähler

Das Buch habe ich in drei Tagen nicht nur gelesen, sondern in vielem verinnerlicht. (…) Eure Lebensgeschichten sind es wert, wenigstens in Kurzform der Nachwelt erhalten zu bleiben. Peter Steger ist für die feinfühlige Arbeit großer Dank geschuldet. (…) Sein unermüdliches Bemühen um Verständigung ist das Vorbild, dem zu folgen ist.

Richard Dähler, 30.12.15

Josef Krichel

Josef Krichel

Mit großer Freude habe ich das Erinnerungsbuch an Krieg und Gefangenschaft erhalten. Das war eine schöne Überraschung kurz vor Weihnachten. Sie haben schon viel für die deutsch-russische Freundschaft getan. Ich finde es großartig, daß Sie den Bericht von mir geschrieben haben.

Josef Krichel, 30.12.15

Claus Fritzsche und Wolfgang Morell

Claus Fritzsche und Wolfgang Morell

Einen großen Dank für die Zusendung der – wie ich dieses wertvolle Werk nennen möchte – Steger-Chronik deutsch-russischer Versöhnung. Meiner Meinung nach ein einmaliger Edelstein im Kopfsteinpflaster der Literatur über Erinnerungen deutscher Kriegsgefangener in sowjetischem Gewahrsam. Angesichts dieser Chronik schäme ich mich ein wenig, daß ich nicht ähnliches zustande gebracht habe. (…) Ich freue mich über die Steger-Chronik auch ganz persönlich wegen der prächtigen Übersetzung des Protalin-Artikels und noch mehr wegen des Berichts über Schanna.

Claus Fritzsche, 30.12.15

Alfons Rujner

Alfons Rujner

Es ist mir ein Bedürfnis, für diese Stunden in Erlangen Dank zu sagen. Dank für die Einladung zur Vorstellung Eures großen Werkes, an dem Ihr beide viele Jahre gearbeitet habt. Ich könnt beide stolz sein, ein solches Werk in Deutschland zusammengestellt zu haben. Diese Aufzeichnungen – denn in zwei, drei Jahren gibt es keine Zeitzeugen mehr – haben, wie ich es Euch schon einmal geschrieben habe, einen hohen geschichtlichen Wert. Für dieses Werk werde ich hier in Berlin noch einige Schritte tun. Einen ersten Schritt habe ich bereits getan. Am 40. Geburtstag meines ältesten Enkels (Weihnachten, 25.12.), an dem ca. 30 Personen teilnahmen, ging es ziemlich fröhlich zu. Doch es wurde still, als der Enkel mir das Wort erteilte. Ich überreichte der Familie mit einigen Worten Euer Werk, und Lars las laut meine Widmung vor. Das war ein guter Anfang, und ich laß mir noch weiteres einfallen.

Alfons Rujner, 01.01.16

Witalij Gurinowitsch, P. Wladimir, Philipp Dörr, Anni und Otmar Koch

Witalij Gurinowitsch, P. Wladimir, Philipp Dörr, Anni und Otmar Koch

Für mich ein Buch, um mir ein wenig die Grausamkeit der Gefangenschaft und die Leiden der gesamten Bevölkerung vorstellen zu können. Großartig die einzelnen Erzählungen der noch lebenden ehemaligen Gefangenen.

Otmar Koch, 08.01.16

Igor Schamow, Hellmut Schultz-Pernice und Peter Steger

Igor Schamow, Hellmut Schultz-Pernice und Peter Steger

Ich darf Ihnen zu Ihrem Buch gratulieren! Es ist wirklich sehr gut gelungen und ein schönes, bleibendes Zeugnis dafür, daß Menschen schlimme Zeiten nicht nur überlebt, sondern letztlich gute Schlüsse daraus gezogen haben. Beim Lesen der Texte und Beiträge der ehemaligen Gefangenen ist mir erst klar geworden, wie viel persönliches Engagement Sie eingebracht haben, um das Buch zu verwirklichen! Dafür gebührt Ihnen auch mein herzlicher Dank! Ich habe einen Auszug gleich an meine Schwestern weitergeleitet, die ebenfalls sehr angetan sind.

Lothar Schultz-Pernice, 03.02.16

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Es hat mich riesig gefreut, daß Sie mir im Dezember – während meines Weihnachtsurlaubs – Ihr Buch „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ zugeschickt haben. Wie erbeten, habe ich auf diese Publikation verschiedentlich aufmerksam gemacht. Zudem steht das Buch in unserer Präsenzbibliothek im Konferenzraum des Hauptstadtbüros des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Thomas Rey, Referat Erinnerungskultur und Netzwerkarbeit

„Komm wieder, aber ohne Waffen!“ wurde möglich dank der Unterstützung durch die drei Rotary-Klubs Erlangen, die Max-und-Justine-Elsner-Stiftung, die Bürgerstiftung, die Städte Erlangen und Jena sowie Privatspender. Das Werk ist nicht über den Internethandel erhältlich, allerdings kann jeder Buchladen die Publikation zum Preis von 24 Euro jederzeit per ISBN 978-3-944452-09-8 bestellen. Es geht aber auch direkt beim Stadtarchiv,  Luitpoldstraße 47, 91052 Erlangen, Tel.: 09131/862157, Fax: 09131/862876, E-Mail: stadtarchiv@stadt.erlangen.de

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In einigen wenigen Exemplaren ist bereits 2013, zum dreißigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft, die erste Auflage des Bandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ erschienen. Nun geht die überarbeitete und ergänzte Fassung der Erinnerungen von mehr als 40 Veteranen an ihre Zeit in Kriegsgefangenenlagern in und um Wladimir ab November in Druck und wird im Beisein von Oberbürgermeister Florian Janik am Montag, den 14. Dezember, um 16.30 Uhr im Stadtarchiv Erlangen, Luitpoldstraße 47, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Witalij Gurinowitsch und Peter Steger

Witalij Gurinowitsch und Peter Steger

Das Kompendium, zu dem Witalij Gurinowitsch, profunder Kenner der jüngeren Geschichte Wladimirs, neben der Schilderung eigener Begegnungen mit deutschen wie russischen Zeitzeugen den einführenden Artikel zum System der Gefangenenlager beisteuerte, beleuchtet die Periode vom 22. Juni 1941, dem Beginn des „Unternehmens Barbarossa“, bis zum 22. Juni 2015 und erscheint nicht von ungefähr im 70. Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Zu lesen und auf vielen Bildern und Dokumenten zu sehen sind anhand der Einzelschicksale aus dem ganzen deutschsprachigen Raum der Weg an die Front, die Gefangennahme, die Zeit im Lager und die Entlassung in eine oft fremd gewordene Heimat. Was all diese Berichte, von Peter Steger in den vergangenen sieben Jahren zusammengetragen und in großen Teilen hier unter der Rubrik „Veteranen“ im Blog veröffentlicht, eint, ist der Geist der Versöhnung. Deshalb finden sich in dem Buch, das in der historischen Reihe des Archivs erscheint, auch viele Zeugnisse von anrührenden Begegnungen der einstigen Feinde neben beeindruckenden Belegen für die heutige Verständigung – bis hin zu den Reden von Gästen aus Erlangen auf dem Platz des Sieges, an der Ewigen Flamme und auf dem Ehrenfriedhof der russischen Partnerstadt.

Fritz Wittmann und Nikolaj Schtschelkongow, 2008, Photo Roland Thamm

Fritz Wittmann und Nikolaj Schtschelkongow, 2008, Photo Roland Thamm

Es ergeht herzliche Einladung!

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