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Posts Tagged ‘Komm wieder aber ohne Waffen’


In der vorvergangenen Nacht verabschiedete sich Fritz Wittmann für immer von seiner Frau Elisabeth und Tochter Johanna. Seinen 92. Geburtstag, den er am kommenden Sonntag noch einmal richtig groß hatte feiern wollen, erlebte der Weltkriegsveteran nicht mehr, mit dessen Tod das vielleicht bemerkenswerteste Kapitel der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir zu Ende geht. Der ehemalige Leiter der Volksschule Möhrendorf schrieb nämlich Geschichte mit seinem Leben für die Versöhnung zwischen Deutschen und Russen. Dabei hatte alles, wie den Stationen seiner Autobiographie zu entnehmen, ganz anders begonnen:

Fritz und Elisabeth Wittmann

Als Hitler an die Macht kam, war ich sechs Jahre alt. Ich kam in die Schule und lernte „deutsch zu fühlen und deutsch zu denken“. Als ich 23 geworden war, kehrte ich aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Als Kind hatte ich teil an der Illusion der Mehrheit aller Deutschen, der Führer werde Deutschland in eine neue Zukunft führen. Wir sangen schon bald „Deutschland, heiliges Wort“ und von den „Fahnen, die wir fliegen lassen sollten in das große Morgenrot, das uns zu neuen Siegen leuchten sollte oder brennen uns zum Tod“. Daß letzteres so furchtbar wahr werden sollte für Millionen, das dachten wir nicht. Als ich 1944, fünf Tage nach dem Attentat auf Hitler, Soldat wurde, war die Illusion, den Krieg siegreich zu beenden, längst dahin. Daneben blieb aber unvorstellbar, daß wir den Krieg verlieren. Auf dem Weg zur Front an der Oder sagte uns ein Soldat, der von Anfang an an der Ostfront gekämpft hatte: „Wenn wir den Krieg verlieren, dann Gnade uns Gott.“ Zu jener Zeit waren die meisten meiner Kameraden, wie auch ich, überzeugt, daß wir sowieso die Niederlage Deutschlands nicht überleben würden. Zu oft hatten wir gehört, daß es besser sei, „in Ehren zu sterben, als in Schande zu leben“. Anfang Februar 1945 kam ich an die Oderfront. Dort warteten wir bis Anfang März auf den Beginn der russischen Offensive. Nach deren Beginn waren wir drei Tage später in Küstrin-Neustadt schon eingeschlossen. Am Morgen des 11. März wurde mir die erste „Feindberührung“ zu einem Erlebnis, das für mein weiteres Leben von entscheidender Bedeutung wurde. Ich habe diese „menschliche Feindberührung“ in „Der Russe lebt“ 40 Jahre später zu Papier gebracht. In der stundenlangen Nähe dieses Meinesgleichen von der anderen Seite gab ich meiner Mutter das Versprechen, mich auf keinen Fall selbst zu erschießen. (Nach meiner Rückkehr aus der Gefangenschaft erfuhr ich, daß mein Bruder Hans zu dieser Stunde in der Nähe von Danzig gefallen war.) Von da an beschäftigte mich die Vorstellung an ein Leben in Gefangenschaft. Ich fand im Gedanken, daß dort, wo Soldaten herkommen, auch Mütter sind, einen Ausweg in meiner ausweglosen Lage. Wie sehr mir von dieser Mütterlichkeit später Hilfe und Rettung werden würde, ahnte ich damals nicht. Als wir dann in der folgenden Nacht die russische Umzingelung durchbrachen und ich zehn Tage lang mit einer Gruppe von zwölf Mann im bereits von der Sowjetarmee besetzten Westpommern herumirrte, wurde mir klar, daß die Hingabe meines Lebens ein sinnloses Opfer wäre. Als wir am Morgen des 21. März von einer russischen Streife umzingelt waren, ergaben wir uns, ohne Widerstand zu leisten.

1990 verdichtete sich die erste Feindberührung so:

Der Russe lebt

Am 11. März 1945 / rückten wir in unsere Stellung ein / im Waldfriedhof von Küstrin. / Da lag, / das Gesicht mit Tannenreis bedeckt, / ein toter russischer Soldat. / Nur wenige Meter / von unserem Schützengraben entfernt, / ließ er mir keine Ruhe. / Stunde um Stunde kam er mir / in meinen Gedanken näher. / In einer Feuerpause der russischen Granatwerfer / zog es mich zu ihm hin. / Ich hob das Reis und erschrak / über das junge Gesicht. / Ich dachte an seine Mutter und an meine. / Diese Gedanken haben den mir anerzogenen Haß / tödlich verwundet. / Sie retteten mir das Leben. // Nun sind diese erste tote russische Soldat und / seine mir unbekannte Mutter / in meinen Gedanken und Träumen. / Solange ich lebe.

Erlanger und Wladimirer Veteranen, Juni 1995

Aktenkundig ist die Verbindung von Fritz Wittmann zur Städtepartnerschaft seit 1987, als in den Erlanger Nachrichten ein Leserbrief erschien, in dem der im mittelfränkischen Rohr geborene und nun im oberfränkischen Baiersdorf lebende Pensionär Oberbürgermeister Dietmar Hahlweg zu dem mutigen Schritt gratulierte, diesen Kontakt aufzunehmen und davon sprach, Russisch lernen zu wollen, um selbst bei diesen Beziehungen eine aktivere Rolle spielen zu können. Als regelmäßiger Gasthörer im Arbeitskreis Wladimir der Volkshochschule lernte er bald alle entscheidenden Akteure des Austausches kennen und half immer mehr selbst, Begegnungen zu organisieren. Stellvertretend dafür steht das Konzert des Kammerchors Elegie 1990 in Baiersdorf und die Sammlung von Spenden für dessen Mitglieder. Dann, ein Jahr später, der große Schritt, die erste Reise nach Wladimir, zusammen mit der zehnköpfigen ersten Erlanger Veteranendelegation anläßlich des 50. Jahrestages des Überfalls der Wehrmacht auf die Sowjetunion. Bleibend sein Eindruck damals, zum Ausdruck gebracht vom Vorsitzenden des Wladimirer Veteranenverband, Jakow Moskwitin: „Wir wollen uns gegenseitig die Schuld nicht vorhalten.“ Hier, wo er in Nikolaj Schtschelkonogow, der, wie sich herausstellte, dem SS-Mann 1945 in Küstrin unbekannterweise gegenübergelegen hatte, einen zum Freund gewordenen einstigen Feind fand, hier auf dem Platz des Sieges am 22. Juni 1991 in der Partnerstadt muß es wohl gewesen sein, daß Fritz Wittmann seine Friedensmission als persönliche Berufung annahm, gespeist von einer tiefen Spiritualität und einem lebensfrohen Glauben.

Es folgte 1992 der Gegenbesuch der Wladimirer Veteranen, ein Jahr später die Gastspielreise des Veteranenchors mit einem Auftritt in Rohr wie in Baiersdorf, immer umsorgt von Fritz Wittmann, der es verstand, einen ganzen Freundeskreis aufzubauen und einen Kreis „Liebe – Friede – Leben“ zu entwerfen, der in Wladimir gestickt wurde. Wladimir sollte ihn nicht mehr loslassen. Reise auf Reise folgte mit Vorträgen, Gesprächen, immer neuen Freundschaften – und schließlich die Idee, seine vier Jahre währende Gefangenschaft, die ihn bis die Kohlenschächte des Ural führte, ohne je geschlagen worden zu sein, niederzuschreiben und in das 2001 erschienene Buch „Rose für Tamara“ auch die Erfahrungen anderer Wehrmachtssoldaten aufzunehmen, nachdem der Autor bereits 1986 und 1990 Teil 1 und 2 seines aphoristischen Werks „Lachen und Weinen unter dem Apfelbäumchen“ und 1999 zusammen mit seinem jüdischen Freund, Percy Gurwitz, in Wladimir seine „Gereimten Kommentare“ publiziert hatte.

Fritz 10

Oberbürgermeister Florian Janik bei der Überreichung des Friedenskreises an Wladimirer Veteranen mit Jelena Owtschinnikowa, Sergej Sacharow, Peter Steger und Birgitt Aßmus im Erlangen-Haus

„Rose für Tamara“, 2003 in der Übersetzung von Nadeschda Jewrassowa auch in Wladimir herausgegeben, erhielt im Jahr 2002 aus den Händen von Bundespräsident Johannes Rau den „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“ und erlebte als Wegbereiter des Erinnerungsbandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ von Peter Steger vor zehn Jahren eine Neuauflage. 2010 schließlich erfuhr Fritz Wittmann auch in Erlangen die verdiente Auszeichnung mit dem Ehrenbrief für Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften.

Peter Steger, Alexandra Gräfin von Lambsdorff, Fritz Wittmann, Brüne Soltau, Johannes Rau und Jürgen Ganzmann bei der Preisverleihung 2002 in Berlin

„Land meiner zweiten Geburt“ nannte der Verstorbene Rußland, dessen Schicksal ihn bis in seine letzten Tage beschäftigte und wo man in einer Umarmung „selbst zur Winterszeit noch durch die dickste Wattejacke die Herzlichkeit spürt“. Er teilte diese Erfahrungen mit dem Veteranenkreis um Friedhelm Kröger, trug diese Botschaft aber auch stets auf den Lippen, etwa mit den Zeilen, die er gern rezitierte:

Fritz 11

Fritz Wittmann, Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Oberbürgermeister Siegfried Balleis bei der Verleihung des Ehrenbriefes 2010

Im Krieg begruben wir / auf beiden Seiten unsere Toten. / Nun gedenken wir ihrer gemeinsam / und reichen uns, Deutsche und Russen, / die Hand zum Frieden.

Thomas Rex, Peter Steger, Fritz Wittmann und Nikolaj Schtschelkonogow mit den Friedensspaten, 2008 in Erlangen

Diese „Hand zum Frieden“ ist nun erkaltet. Es ist an uns, einander, Deutsche wie Russen, Herzen und Hände im Geist von Fritz Wittmann zu wärmen und im seinen Sinne darauf zu trinken, daß es nur noch Veteranen des Friedens geben möge. Wie und daß das geht, hat er uns vorgelebt wie kein zweiter.

Der Veteranenkreis um Friedhelm Kröger mit Fritz und Elisabeth Wittmann beim Empfang mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, 2017

P.S.: Ziemlich genau vor zwei Jahren schrieb Tatjana Parilowa, Mitglied des eingangs erwähnten Chores Elegie bei den Auftritten 1990, Fritz Wittmann zu seinem 90. Geburtstag eine Widmung, die hier im Blog erschien: https://is.gd/N2bakX Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte die Musiklehrerin ihren Freund noch besucht – als sein letzter Gast aus Wladimir.

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Nur wenige Wochen nach dem Tod seiner Frau, deren Pflege ihn während der letzten Jahre derart in Anspruch genommen hatte, daß er es sich versagte, sie auch nur für kurze Zeit alleine zu lassen und die Einladung anzunehmen, noch einmal nach Wladimir zu reisen, folgte ihr nun gestern Alfons Rujner selbst auf seinem letzten Weg. Ein Menschenfreund von hohen Gnaden ist mit ihm für immer gegangen, ein nie verzagter Streiter für die gute Sache der Verständigung und Versöhnung zwischen Deutschen und Russen, der als Vermächtnis hinterläßt, sich bedingungslos für den Frieden einzusetzen. Denn er hatte ihn am eigenen Leib erlebt, den Krieg und dessen verheerende Macht, die er über des Menschen Denken, Fühlen und Handeln entwickelt.

Philipp Dörr, Alfons Rujner und Kurt Seeber, Berlin, im November 2010

Das jüngste von fünf Kindern eines Bauarbeiters absolvierte auf Betreiben der Mutter im Rathaus von Stettin eine Verwaltungslehre, fand sich aber schon mit 16 Jahren beim Katastrophenschutz der Hitlerjugend wieder, „wo man oft nur noch Tote bergen konnte“. Essen gab es 1943 auf Marken, die älteren Brüder waren schon an der Ostfront, die Stadt lag in Schutt und Asche. Anfang Februar 1945 dann, die Lehre gerade vorfristig beendet, meldet sich der Inspektoranwärter auf Betreiben des Personalchefs und gegen den Willen der Mutter freiwillig zum Militär, zum „letzten Aufgebot“, erhält eine dreiwöchige Kurzausbildung und steigt Ende März in einen Truppentransporter Richtung Slowakei / Ungarn. Die Heeresgruppe Mitte unter Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner, berüchtigt als der „blutige Ferdinand“, war längst in Auflösung begriffen, doch der fanatisch grausame Befehlshaber gab die Devise aus: „einigeln und ausharren“. Viel mehr als das Aushaben von Schützenlöchern können die Jungspunde freilich nicht mehr tun. Die Stalinorgeln zeigen bald ihre verheerende Wirkung:

Es war furchtbar. Nicht beschreibbar. Nicht vergleichbar. Nie wieder habe ich solchen Schrecken, eine so tiefe Angst erlebt. Die Schreie der Verwundeten, das Getöse der Granaten, die Rufe der Kameraden, die Befehle, alles ging in eins unter.

Alfons Rujner bei der Präsentation des Bandes „Komm wieder, aber ohne Waffen“ im Dezember 2015 in Erlangen

Verhetzt von der Nazipropaganda, stellte sich der Jüngling in Uniform den Bolschewisten als gehörntes Ungeheuer vor. Man mag sich die Befürchtungen deshalb gar nicht vorstellen, als er Anfang Mai, nach gerade einmal 68 Tagen an der Front, in der Oberpfalz von US-Truppen gefangen genommen und dann vereinbarungsgemäß an die Sowjetarmee überstellt wurde. Und dann dies: Die Russen gaben ihm zu essen – und das obwohl die Wehrmacht auf ihrem Rückzug, wie Alfons Rujner beschämt auf der langen Strecke ins Lager von Wladimir via Brjansk und Moskau zu sehen bekam, verbrannte Erde hinter sich gelassen hatten. Bereits auf dem Transport änderte sich die Weltsicht des noch Minderjährigen grundlegend.

Die alten Ideen hatten sich als falsch erwiesen. Wem hatte Deutschlands Großmannssucht genutzt? Wer hatte dafür bezahlt? Wie viele Millionen Menschen waren für die irrwitzigen Pläne von der Eroberung neuen Lebensraums verblutet? Diese Fragen stellten sich mir. Und ich versuchte, auch in der Folgezeit in Wladimir darauf eine Antwort zu finden.

Alfons Rujner im Gespräch mit Erlangens Oberbürgermeister, Florian Janik, im Oktober 2017

Seine Antwort kann man nachlesen in der autobiographischen Schrift „Mit 17 Jahren hinter Stacheldraht“, in vielen Leserbriefen und Artikeln, er gab sie bei ungezählten Auftritten an Schulen – und sie liegt dem Erinnerungsband „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ zugrunde, der seinen Titel den Worten verdankt, die eine alte Frau in Wladimir Alfons Rujner im September 1948 beim Abtransport in die Heimat zugerufen hatte. Seine Antwort schwingt in dem gleichnamigen Theaterstück nach, dessen Aufführung der Veteran – ebenso wie die Präsentation des Buches – in Erlangen noch erlebte. Seine Antwort ist verborgen in dem Koffer aus Wladimir, den er am 8. Mai d.J. dem Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst übergab. Seine Antwort verbündet und verbindet aber vor allem jene, die ihm je begegneten, ihn begleiteten und sich ergreifen ließen von seinem so zugewandten Zeugnis für den Frieden.

Museumsdirektor Jörg Morré und Alfons Rujner bei der Übergabe des Koffers am 8. Mai 2018 in Berlin-Karlshorst

Alfons Rujner ist nun, neunzigjährig, dort angelangt, wo kein Krieg mehr herrscht und auch kein Hunger. Möge er ruhen in Frieden.

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Wer regelmäßig den Blog liest, kennt die Geschichte, wie aus den Erlebnissen von Wolfgang Morell und Claus Fritzsche, festgehalten im Erinnerungsband „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ ein Theaterstück wurde. Nun veröffentlichte die erste Juni-Ausgabe der Moskauer Deutschen Zeitung – sie erscheint zweimal im Monat mit einer Auflage von etwa 25.000 Exemplaren – einen Artikel unter dem Titel „Wo Geschichte zu Theater wird und Theater zu Geschichte führt“. Damit erfahren alle Beteiligten ebenso wie das Sujet selbst noch einmal die verdiente überregionale Würdigung. Leider freilich auch als Nachruf zu lesen, nicht nur, weil Claus Fritzsche die Aufführungen des Stücks nicht mehr erlebte, sondern weil die Klasse am Gymnasium Nr. 1 in Nischnij Nowgorod mittlerweile auseinandergegangen ist und dieses zeithistorische Werk – zumindest in dieser Inszenierung – nicht mehr auf die Bühne kommt.

Hier deshalb der Link zum Artikel https://is.gd/Vk0gRz, und da geht es per youtube zur Vorschau der Theaterrevue https://is.gd/dwvsUs, heute eben nur noch eine Nachschau.

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Ein bewegender Moment am Tag des Gedenkens an das für die deutsche Geschichte vielleicht bedeutendste Ereignis, an einem Ort, der dem Anlaß kaum angemessener sein könnte: am 8. Mai im Deutsch-Russischen Museum, wo vor 73 Jahren die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnet wurde. Hierher, nach Berlin-Karlshorst, war Alfons Rujner mit seinem Enkel Lars und Freunden gekommen, um etwas an Museumsdirektor Jörg Morré zu übergeben, das er seit seiner Gefangenschaft in Wladimir über all die Jahrzehnte hinweg sorgsam aufbewahrt hatte, den Koffer mit all seinen Aufzeichnungen von den Kursen der Antifa-Schule im Lager, festgehalten in einem aus Zementpapier selbstgemachten Heft.

Alfons Rujners Koffer aus Wladimir

Alfons Rujner war gegen Kriegsende in sowjetische Gefangenschaft geraten und blieb bis September 1948 in Wladimir, wo er beim Aufbau des Traktorenwerks half. Seine Erinnerungen sind nicht nur im Sammelband „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ – das Werk verdankt dem Veteranen sogar den Titel – nachzulesen, sondern auch in dem Buch „Mit 17 Jahren hinter Stacheldraht“ festgehalten.

Jörg Morré und Alfons Rujner, Photo: Christian Naffin

Schon seit langem hatte sich der oft als „Iwan-Freund“ verhöhnte Kämpfer für die Aussöhnung und Verständigung mit dem Gedanken getragen, seinen Koffer aus jener fernen Zeit dem einzigen von der Bundesrepublik Deutschland gemeinsam mit der Russischen Föderation getragen Museum zu übergeben, wo es kommende Zeiten überdauert und für die Öffentlichkeit und Forschung zugänglich bleibt. Nichts weniger als sein ganz persönliches Vermächtnis an die Nachwelt hat Alfons Rujner da übergeben, sein sprechendes Zeugnis dafür, wie – in Wladimir – aus Feinden Freunde werden konnten, sein unüberhörbarer Auftrag an uns alle, Frieden und Freundschaft zu bewahren.

Mehr zu Alfons Rujner und seinem Koffer und seinem Inhalt hier: https://is.gd/WgBu0D. Zur Übergabe ein Bericht vom 11. Mai im Neuen Deutschland von Christian Naffin, der den Termin vermittelte, unter Dokument gegen das Vergessen, ND, 11.05.18

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Als Bühne für die Kammerspiele der „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule dient der Club International, geschaffen für Veranstaltungen ohne Mikrophon und Rednerpult, ganz so, wie man es sich für eine literarische Lesung vorstellt, wie sie gestern abend vor einem zweiundzwanzigköpfigen Kreis zu erleben war. Mit einer poetischen Bekanntschaft, die der Referent des Abends, Peter Steger, seit 1990 pflegt, als in seiner Übersetzung der Lyrikband „Denkmal für den unbekannten Feigling“ des Moskauer Autors Wjatscheslaw Kuprijanow erschien.

Peter Steger

Das Tandem hat seither eine Vielzahl von Büchern – auch mit Erzählungen und Romanen – veröffentlicht, eine weitere Publikation ist derzeit in Vorbereitung. Natürlich gab es aber auch Übertragungen von Lyrik aus Wladimir zu hören, und mit Wiktor Malygin – in der Partnerstadt nicht nur als Germanist bekannt, sondern auch als Rezitator geschätzt – war vereinbart, in seiner inspirierten Interpretation auch zwei Gedichte von Alexander Puschkin erklingen zu lassen.

Peter Steger und Wiktor Malygin

Nicht vereinbart war dann freilich, womit der russische Gast am Ende der Veranstaltung Publikum wie Referent überraschte: Dieser Tage wurde an der Regionalen Wissenschaftlichen Maxim-Gorkij-Bibliothek in Wladimir zum dritten Mal das „Buch des Jahres“ gewählt. In der Sparte „Memoirenliteratur“ entschied sich die zehnköpfige Jury unter elf nominierten Titeln für den Band „Komm wieder, aber ohne Waffen!“, auf Deutsch zusammengestellt und herausgegeben von Peter Steger im Jahr 2015 und im April 2017 in der russischen Übersetzung von Jelena Tschilimowa erschienen.

Diplom für das „Wladimirer Buch des Jahres 2017“

Mit dieser Auszeichnung, so der glückliche Autor, ist das Buch tatsächlich dort angekommen, wo es hingehört: im kollektiven Gedächtnis der Partnerstadt. Als Gelegenheitsübersetzer fügt er freilich in Anerkennung der Arbeit von Jelena Tschilimowa an, wie schön es gewesen wäre, wenn man auch deren Leistung namentlich gewürdigt hätte. Viel zu oft noch bleibt nämlich der Anteil des Übersetzers am Erfolg eines Buches unerwähnt, nicht gebührend geschätzt. Doch die Freude über den Preis kann das nicht trüben.

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Ein Theaterstück mag noch so gut geschrieben sein, noch so überzeugende Darsteller haben, wenn die Technik nicht funktioniert, wird nichts Rechtes aus der Aufführung.

Daß der Besuch des Schülertheaters aus Nischnij Nowgorod übers Wochenende so gut gelungen ist, hat viel mit dem Einsatz des Brücken e.V. zu tun: mit ihrer Stadtführung am Sonntagmorgen in russischer Sprache, mit ihrem gestrigen Abschiedsabend für die Gäste in den Vereinsräumen, vor allem aber mit dem unaufgeregten Einsatz von Fjodor Newelskij, der bei den Aufführungen am Sonntag in St. Xystus und gestern morgen in der Waldorfschule für die Technik verantwortlich zeichnete.

Fjodor Newelskij

Immer mit Überblick, stets mit guter Laune, auch wenn der Beamer erst kurz vor dem Einlaß des Publikums eintraf oder die Musikanlage fehlte und noch geholt werden mußte.

Fjodor Newelskij

Es ist dem Ensemble zu wünschen, auch an den anderen Orten der Gastspielreise jemanden mit so viel Sachverstand und Verständnis zu finden. Schwierig wohl, denn Fjodor Newelskij weiß mehr als ein Bühnentechniker: Er führt beim Brücken e.V. selbst Regie und steht auch als Schauspieler auf den Brettern. Ihm deshalb vorab der verdiente Dank!

Schweigeminute

Einige Szenen aus dem Stück „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ entstanden als Idee von Rose Ebding nach der Lektüre des gleichnamigen Buches und inszeniert von Marina Kotschkina, das mit einer Schweigeminute für die Opfer des Zweiten Weltkrieges beginnt.

Es ist schon erstaunlich, wie es gelungen ist, die verschiedensten Schicksale der Kriegsgeneration in Deutschland und in der Sowjetunion ineinanderzuweben. Die Rekrutierung und der Einsatzbefehl an die Ostfront mit jugendlichem Sturm und Drang ebenso wie mit all den bangen Ahnungen und ideologisierten Vorstellungen vom Feind bis hin zu den Phantasien von der Landnahme im Osten.

Dann die Schrecken des Krieges, die Kälte des russischen Winters, die mangelhafte Ausrüstung, ausgelegt auf einen Blitzkrieg, der dann in Eis und Schnee steckenblieb.

Wesentlich folgt der Handlungsstrang dem Schicksal von Wolfgang Morell, im Stück Alex Lerom genannt, der, verhetzt von der Propaganda, überzeugt war, man werde ihn, einmal in Gefangenschaft geraten, foltern, um ihm Militärgeheimnisse abzuspressen, und anschließend töten. Da erschien es ihm schon besser, sich selbst die Kugel zu geben.

Doch die deutsche Waffentechnik versagte, die Einheit aus Sibirien, der er sich ergeben mußte, erwies sich als anständig, gar nicht dem Zerrbild von der russischen Bestie entsprechend, nahm ihn auf den Skiern mit zum Stützpunkt, bediente sich zwar mit seinen R6-Zigaretten, ließ ihm selbst aber genug zum Rauchen…

Die harte Arbeit im Torflager, szenisch gekonnt auf die Bühne gebracht durch die hämmernde Stakkato-Deklamation der Sprecherin ganz im Takt einer Maschine, und der bildhaften Darstellung des Produktionsprozesses von Ziegeln durch die Schauspieler. Einer der vielen Höhepunkte des Stücks.

Dann wieder fast intime Momente bei der Ausgabe des kargen Essens, karg für die Einheimischen wie für die Gefangenen. Man teilte die Not.

Und man teilte das letzte Stück Brot. Intensiv darstellt, wenn sich ein Mädchen in die verbotene Zone verirrt und der Gefangene sie von seiner Suppe essen läßt und sie es ihm mit ihrem letzten Bissen vergilt, unsicher, ob sie sich dabei richtig verhalte.

Denn sie hat ihre Familie durch die Okkupanten verloren und weiß nicht, ob sie den Faschisten verzeihen dürfe, ob Stalin den Feinden vergeben werde. Doch das Mitgefühl ist stärker als alle Zweifel, als jeder Schmerz. Wiederum geteilte Not.

Alex, die Hauptfigur, macht unterdessen einen Wandlungsprozeß durch, nimmt Abschied von seinem stereotypischen Denken, erlebt den ideologischen Feind als einen ihm zugewandten Menschen.

Das Stück freilich lebt nicht nur von der Geschichte, die in der keuschen Liebe zwischen Alex und Schanna mündet, sondern auch von den vielen kleinen Randszenen, etwa mit dem kleinen Maxim Alexejewitsch, der sich als Familienoberhaupt sieht, seit der Vater an die Front ging.

Ebenso drollig wie gelungen sein Auftritt mit der Schwester Tanja, besonders wenn man weiß, daß der Kleine sich die Rolle selbst gewünscht hat, nachdem er das Stück zum ersten Mal mit seinen Eltern sah. Einfach trefflich!

Überzeugend auch die Einlage mit den als Frauen verkleideten Gefangenen, ganz aus der Wirklichkeit des Lagerlebens gegriffen, wo es ja tatsächlich Laienschauspielgruppen ebenso gab wie Amateurorchester. Großer Zwischenapplaus im gut gefüllten Saal der Waldorfschule.

Schließlich die Schlüsselszene: Alex, inzwischen des Russischen mächtig, wird als Dolmetscher für Schanna verpflichtet, die eine Unterhaltungsveranstaltung für die Gefangenen moderieren soll. Aus spontaner Zuneigung wird eine innige Verbindung, die bis heute zwischen den realen Vorbildern der Figuren fortbesteht, als wohl schönste deutsch-russische Liebesgeschichte.

Immer wieder erstaunlich die Wandlungsfähigkeit der Truppe. Keine Rolle für immer festgelegt, besonders anschaulich bei den Gesangs- und Tanzeinlagen.

Da zeigt sich auch wieder einmal die Stärke des russischen Schulsystems, das viel Raum bietet für alles Kreative.

 

 

Rundum gelungen, kann man nur zusammenfassen und gratulieren. Das Publikum der bevorstehenden Auftritte darf sich freuen, zumal Wolfgang Morell als Zeitzeuge mitreist, gestern auch für eine Dokumentation interviewt, bevor anschießend die Schüler ihre Fragen stellten.

Wolfgang Morell im Interview

Kommentiert hat übrigens bereits den gestrigen Eintrag im Blog Richard Dähler, der zum kontrastierenden Thema der japanischen und deutschen Kriegsgefangenen in sowjetischen Lagern promovierte:

Ich möchte den  heute  erschienen Blog um die Japaner erweitern, weil praktisch alles, was die deutschen  Veteranen sagen, auch auf sie zutrifft, einzig in  der  Religion (oder deren Abwesenheit) gibt es Abweichungen.

In meiner Dissertation über die Erlebnisberichte der Deutschen und Japaner in sowjetischer Kriegsgefangenschaft stellte ich mir folgende Fragen:

  1. Wie wirkte sich die staatsbürgerliche und militärische Ausbildung auf die Sol­daten aus, mit welchem Bild von der Sowjetunion traten sie die Gefan­genschaft an?
  2. Unterscheiden sich die japanischen von den deutschen Erlebnisbe­richten?
  3. Was wird in den Berichten weshalb ausgeblendet oder nur am Rande behandelt?
  4. Spielte Religion in der Bewältigung der schweren Zeit eine Rolle?
  5. Wie beurteilten sich die Japaner und die Deutschen gegenseitig?
  6. Hat sich eine Lagerkultur gebildet, die nationale Kulturen verdrängte, sie überlagerte oder sich mit ihnen vermischte?

Für Leser mit unterschiedlichen Interessen ist die Arbeit wie folgt verfügbar als Buch „Die japanischen und die deutschen Kriegsgefangenen in  der Sowjetunion  1945 – 1956. Vergleich von Erlebnisberichten“.  LIT Verlag. 2007. Sowie als je 18seitige Zusammenfassung in Deutsch, Russisch, Japanisch und Englisch im gleichen Buch. Im Internet unter http://www.eu-ro-ni.ch/publications/Di_deu.pdf

Die japanischen und die deutschen Kriegsgefangenen waren voneinander sehr beeindruckt, in der Schilderung der Erlebnisse stimmen sie weitgehend überein.  Die japanischen Erlebnisberichte sind reichhaltiger an Bildern.

Wolfgang Morell mit Schülerinnen der Waldorfschule Erlangen

 

 

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Ich wußte aus eigener Erfahrung und vom Beispiel vieler meiner Kameraden, was für eine unumkehrbar zerstörerische Wirkung es fast auf jeden Menschen hat, wenn er im Krieg gewesen ist. Ich wußte, daß die ständige Todesnähe, der Anblick von Gefallenen, Verwundeten, Sterbenden, Erhängten und Erschossenen, die riesige rote Flamme, die in der Eisluft einer Winternacht über angezündeten Dörfern steht, der Leichnam des eigenen Pferdes wie auch die akustischen Eindrücke, Sturmgeläute, Granateinschläge, das Pfeifen der Kugeln, verzweifelte Schreie, unbekannt von wem – all das geht niemals vorbei, ohne sich zu rächen. Ich wußte, daß eine wortlose, fast bewußtlose Erinnerung an den Krieg die meisten Menschen verfolgt, die ihn durchlebt haben, und in allen ist etwas zerbrochen für immer.

Alfons Rujner und Rose Ebding

Diese Worte aus dem Roman „Das Phantom des Alexander Wolf“ von Gaito Gasdanow geben eine unbestreitbare Wahrheit wieder. Mehr noch: Viele, viel zu viele sind selbst am Krieg zerbrochen. Als Täter, als Opfer, als Hinterbliebene.

Wiedersehen: Alfons Rujner und Wolfgang Morell

Ebenso unbestreitbar aber auch, daß es Menschen gibt, die den Krieg in sich besiegt, Menschen, die mit sich und den einstigen Feinden Frieden geschlossen haben, Menschen, denen die Versöhnung gelungen ist. Ihnen sei diese Sammlung von Portraits, Erinnerungen und Korrespondenzen gewidmet: Wehrmachtsoldaten, in einen Vernichtungskrieg geschickt, der für sie in Gefangenschaft endete, in Lagern, wo sie bei allen Härten auch ganz unerwartet Zuwendung und Mitmenschlichkeit von russischen Frauen und Männern erfuhren.

Alfons Rujner und Florian Janik

Nach der gestrigen Uraufführung des Stückes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ im bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrzentrum St. Xystus, ermöglicht durch die Gastfreundschaft der Kolping-Gemeinde, fragte eine Zuschauerin, ob die Darstellung des Schicksals deutscher Kriegsgefangener in sowjetischen Lagern nicht doch ein wenig geschönt sei. Sie habe da anderes gehört. Viel mehr Schreckliches.

Im Publikum

Was will man darauf antworten: Natürlich gab es auch die schlimmen Zustände, Entbehrung, Leid, Hunger und Tod. Das Stück selbst spricht ja offen davon, daß etwa ein Drittel der Gefangenen nicht mehr in die Heimat zurückkehrte. Aber es gab eben auch die andere Seite: das heimlich zugesteckte Brot, die verständnisvolle Geste, sogar Respekt, Zuneigung und Liebe.

Florian Janik

Davon vor allem erzählt die Geschichte, für die Bühne zusammengefügt von Rose Ebding aus Motiven des Erinnerungsbandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ und den Erinnerungen des eigenen Vaters, nämlich von der auch in Zeiten der Barbarei möglichen Menschlichkeit, von der Kraft der Humanität, die aus Feinden Freunde zu machen vermag.

Brief von der Mutter

Darum wohl auch hat damals im April Florian Janik bei der Vorstellung der russischen Ausgabe des Buches „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ spontan an die eigens aus Nischnij Nowgorod anreiste Schülertruppe die Einladung nach Erlangen ausgesprochen, begeistert von den wenigen Szenen, die seinerzeit bereits einstudiert waren.

Dreiklang

Nun also die Premiere in Deutschland, die Langfassung ohne alle Längen, ohne Durchhänger, inszeniert fast wie eine Revue, kurzweilig und spritzig, mit Sentiment und Temperament.

Das russisch-deutsche Liebespaar

Vor allem aber mit einer unbändigen Spielfreude der zwanzigköpfigen Truppe, deren Mitglieder teilweise immer wieder in andere Rollen schlüpfen, mit anrührenden Gesangseinlagen überraschen und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen, wenn für einen Augenblick das Stichwort fehlt. Ganz als stünden sie alle schon immer auf der Bühne.

Aufstellung

Besonders erstaunlich: Einen Großteil der Dialoge sprechen die Mitwirkenden auf Deutsch. Prononciert, verständlich, klar und deutlich. Sicher ein Verdienst von Rose Ebding, die drei Jahre lang diese Fremdsprache an dem Gymnasium in Nischnij Nowgorod unterrichtete, woher die Truppe kommt. Und das eineinhalb Stunden am Stück. Kompliment!

Rose Ebding, Alfons Rujner, Wolfgang Morell, Florian Janik und Sibylle Flepsen

Im Untertitel könnte man das Schauspiel die „schönste deutsch-russische Liebesgeschichte“ nennen, wird hier doch nicht nur die Gefangennahme eines Wehrmachtssoldaten, der Lageralltag im Torf oder das Warten auf Post aus der Heimat dargestellt, sondern auch das schüchtern-scheue Aufblühen der Zuneigung eines Deutschen zu einer Russin, im Kodex so sicher nicht vorgesehen. Ein Handlungsstrang nach Motiven aus dem Lagerleben des 95jährigen Wolfgang Morell.

Rose Ebding und Marina Kotschkina

Aber auch Alfons Rujner, mit fast 90 Jahren aus Berlin angereist, erkennt sich in den Figuren immer wieder, nicht nur in dem alten Mütterchen, das ihn kurz vor dem Heimtransport in Wladimir am Ärmel zupfte und ihm zurief: „Komm wieder, aber ohne Waffen!“, sondern auch in der Indoktrinierung durch die Nazis mit ihren Zerrbildern von Sowjets, die Hörner trugen und als rote Teufel gezeichnet wurden, sowie in der Umerziehung, die er als damals siebzehnjähriger Jüngling als Befreiung vom ideologischen Ballast der Faschisten empfand.

Alfons Rujner, Wolfgang Morell und Florian Janik

Und so kam denn Alfons Rujner als Antifaschist aus dem Lager zurück und kann sagen: „Bis heute bin ich ein solcher geblieben, und ich möchte nie mehr sehen, wie Nazis durch das Brandenburger Tor marschieren!“ Und Florian Janik dankt er für dessen Engagement für die Völkerverständigung und Partnerschaft mit den Worten: „Hätte ich die Macht dazu, ich würde Dich, lieber Florian, zum Oberhaupt einer Friedensstadt ernennen!“ Erlangen als Friedensstadt. Welch eine Auszeichnung aus dem Mund eines Kriegsveteranen!

Wolfgang Morell, Alfons Rujner und Elisabeth Preuß

Es blieb am Ende zu wenig Zeit für das Gespräch mit den beiden Zeitzeugen; zu wenig Zeit, um dem Autorinnenpaar, Rose Ebding und besonders Marina Kotschkina, die das Stück so überzeugend ins Szene setzte, zu danken; zu wenig Zeit für das Schlußwort von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, die sich die Veteranenkontakte zur persönlichen Herzenssache gemacht hat; vor allem aber zu wenig Zeit, um den Schülern zu ihrer großartigen Leistung zu gratulieren und zu applaudieren.

Peter Steger, Wolfgang Morell, Alfons Rujner, Rose Ebding und Marina Kotschkina

Aber es ist ja noch Zeit, das Stück ein weiteres Mal zu sehen: heute vormittag in der Waldorfschule Erlangen und dann auf der Gastspielreise:

Alfons Rujner, Rose Ebding und Marina Kotschkina

Leinfelden
Di 24.10.19.00 Immanuel-Kant-Gymnasium
70 771 Leinfelden, Anemonenstraße 15

Bodensee
Do., 26.10. vorm. Gymnasium Markdorf

Do., 26.10. 19.30 Uhr Waldorfschule Überlingen,
88662 Überlingen, Rengoldshauser Straße 20

Fr., 27.10. vorm. Graf-Zeppelin-Gymnasium Friedrichshafen

So., 29.10. 16 Uhr Bürgersaal im Rathaus in Immenstaad
88090 Immenstaad, Dr.-Zimmermann-Straße 1

Elisabeth Preuß, Peter Steger und Wolfgang Morell

Und dann gibt es da noch im Internet einen Zusammenschnitt für eilige Zuschauer: https://is.gd/dwvsUs

 

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