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Posts Tagged ‘Knut-Wulf Gradert’


Stefan Barth gehört zu den wenigen, die von Beginn der Partnerschaft an den Austausch aktiv begleiten. Damals, als 1984 Vizebürgermeister Jurij Fjodorow seinen Antrittsbesuch in Erlangen machte, begleitete der des Russischen mächtige damalige Stadtrat den Gast aus Wladimir und half, das so wichtige Klima des Vertrauens zu schaffen.

Jurij Fjodorow, Heide Mattischeck, Stefan Barth und Dietmar Habermeier sowie, halb im Bild, Ludmila Holub, Fränkische Schweiz 1984

In all den Jahren dazwischen beherbergte der Donauschwabe immer wieder Besucher aus Wladimir und lebt bis heute – ebenso unauffällig wie beharrlich – den Gedanken der Bürgerpartnerschaft.

Stefan Barth und die Noten aus Wladimir

Vor einiger Zeit nun bat der pensionierte Ingenieur um Noten russischer Lieder für seinen Kosbacher Stadlchor, der bereits 1993 zum Fränkischen Fest in Wladimir auftrat. Dieser Tage traf ein ganzes Konvolut von Werken aus der Folklore, Klassik und geistlichen Musik ein, zusammengestellt von Tatjana Grin, der Leiterin des Wladimirer Kammerchors. Man wird bald auf einer Serenade hören, welche Kompositionen Stefan Barth dem Leiter des Chors, Knut-Wulf Gradert, vorschlägt. Auch so geht Austausch.

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Von welch konfus-diffusem Geist das Frauenkloster in Bogoljubowo geleitet wird, war hier schon des öfteren ein höchst unerquickliches Thema. Da aber noch immer der aus dem Westen kommende und dem ökumenischen Gedanken verpflichtete Christenmensch das Heiligtum der Orthodoxie mit der Vorfreude auf erhebende Ikonenmalerei betritt und sich eingedenk der Vergreisung und Verwaisung der katholischen Ordenswelt – von den notorisch entleerten protestantischen Kirchen ganz zu schweigen – an der schieren Existenz der rechtgläubigen Nonnen aufrichtet, sei nochmals eindringlich gewarnt vor jeder vorauseilenden Sanktionierung der hier gepflegten monastischen Wesensart. Exempli gratia? Leider nichts leichter als das.

Als während des dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums Ende Mai die Stadl Harmonists bei der Besichtigung der Klosterkirche ad maiorem gloriam Dei einen Lobgesang anstimmten – wohlgemerkt und erkennbar auch für das ungeschulte Ohr keine fränkische Sauf- und Raufweise -, eilte schon bei den ersten Klängen eine dienstfertige Magd des Herrn herbei, um den verduzten Freunden der Harmonie das unziemliche Singen unmißverständlich zu untersagen. Der Leiter des Chors, Knut-Wulf Gradert, wahrhaft kein Verfechter des Kirchenkampfes, zeigte sich reuig, gab sich geschlagen, machte das Zeichen zum Abbruch – wenigstens mit einer Ahnung von der großartigen Akustik des Sakralbaus und in der kränkenden Gewißheit, daß es solche und andere Sakralmusik gibt, unsere und fremde.

Der Dämon, Illustration von Michail Wrubel zum gleichnamigen Poem von Michail Lermontow

Der Dämon, Illustration von Michail Wrubel zum gleichnamigen Poem von Michail Lermontow

So weit, so schlecht. Aber es kommt noch schlimmer: Eine Wladimirer Journalistin ließ sich unlängst von ihrer Neugier leiten und fragte im Kloster, das als UNESCO-Weltkulturerbe firmiert, nach, warum man „kostenloses Essen“ falsch geschrieben habe. Hierzu ist ein kurzer Exkurs in die form- und regelreiche Welt des Russischen notwendig: Die Verneinung von Adjektiven drückt man häufig mit „ohne“ oder „un“ aus, im Russischen „bes “ oder „bez“, je nach folgendem Konsonanten. Im gegebenen Fall wäre ein „bes“ richtig gewesen, doch zu lesen war da das falsche „bez“. Der geistliche Vater des Frauenkonvents gab, darauf angesprochen, zur Auskunft, man lehne überhaupt die Schreibweise „bes“ ab, denn dahinter verberge sich der „Dämon“. Die Besucherin meinte, sich verhört zu haben, aber der Mönch ließ keinen Zweifel am Ernst seiner Deutung aufkommen. Tatsächlich nämlich bedeutet „bes“ als Nomen, nicht als Präposition, „Dämon“. Doch die vermeintlich gleichen drei Buchstaben haben gar nichts miteinander zu  schaffen. Während die einen ganz unschuldig einfach nur die Absenz einer Eigenschaft anzeigen, leiten sich die anderen von einer baltischen Wurzel ab, die „Furcht“ bedeutet. Der Kleriker meint nun – und möchte alle anderen den gleichen Hinriß glauben machen – mit der Verwendung allein schon der Vorsilbe „bes“ biete man den unreinen Geistern die Möglichkeit, sich qua Schrift, Lektüre oder gesprochenes Wort ins Allerheiligste einzuschleichen und dortselbst die schlichten Geister zu verwirren. Dumm nur, daß sich „bes“ und „bez“ in ihrer stimmhaften oder stimmlosen Aussprache – gleich ob Vorsilbe oder Hauptwort – einzig nach dem darauffolgenden Konsonanten richten. Jedenfalls nicht nach des Popen dämonologisch-linguistischen volksetymologischen Polarisierung. Nicht ganz ohne also, diese verteufelte Sache.

Woche gegen Homophobie in Rußland

Woche gegen Homophobie in Rußland

Ein provinzielle Lachnummer aus dem Kabinett geistlicher Kleingeisterei? Mag sein. Doch mag man sich hierbei noch an den mehr oder weniger aufgeklärten Kopf greifen und ein wahrscheinlich unerhörtes Stoßgebet an die ebenso oft bemühte wie notorisch erfolglos agierende Sancta Simplizitas richten, so wähnt man sich endgültig im Tollhaus der Morallehre angekommen, wenn man hört, was Patriarch Kirill verkündet. Mit seiner russisch-orthodoxen Kirche hat er mittlerweile die Deutungshochheit über Sitte und Anstand im einstigen Land der Gottlosen erreicht, das noch immer auf der Suche nach einer staatstragenden Ideologie ist. Auf diesem Weg verirrt man sich schon einmal, auch wenn man glaubt, den richtigen Kurs eingeschlagen zu haben und den weltlichen Gesetzgeber an seiner Seite weiß. Kürzlich hat denn das Oberhaupt der Christen von Moskau und ganz Rußland jedenfalls ex cathedra postuliert, die Länder, in denen man die Homo-Ehe erlaube, seien dem Untergang geweiht, seien moralisch verfault, stünden vor dem demographischen Kollaps. Dieses längst vergessen geglaubte Vokabular des Kalten Krieges vom „verfaulenden Westen“ knüpft bewußt an die unseligen Zeiten an, als die an eine lichte Zukunft ihrer Ideologie glaubenden Kommunisten den so unbelehrbaren Knechten des Kapitals den baldigen Niedergang prophezeiten. Mit bekanntem Ausgang – oder sagen wir besser Zwischenergebnis der Geschichte.

Homophobie

Homophobie ist eine Krebsgeschwulst der Menschheit

Es ist kaum zu glauben, aber derlei irrwitziges Spülicht bewässert tatsächlich trübend das Denken von ansonsten durchaus intelligenten Menschen, wie vor gar nicht langer Zeit in einem Gespräch mit Studenten aus Wladimir festzustellen. So hell ihr Intellekt im Fachgebiet, so dunkel ihre Vorstellung von Homosexualität und der Relevanz von gleichgeschlechtlichen Ehen für die Reproduktion eines Volkes. Und dann Jelena Issinbajewa, die zwar höher springt als jede andere Frau der Welt, mit ihrem Verdikt gegenüber der schwedischen Konkurrentin bei der Leichtathletikweltmeisterschaften in Moskau, als Emma Green-Tregaro mit Fingernägeln antrat, deren Farbenpracht Solidarität mit gleichgeschlechtlich lebenden Menschen in Rußland ausdrücken wollte, aber einen geistigen Tiefflug hinlegte, indem sie meinte, damit  verhalte man sich als „nicht respektvoll gegenüber unseren Menschen und Sportlern“. „Wir Russen“, so die Stabhochspringerin weiter, „sind vielleicht anders als die Europäer, aber wir setzen unsere Regeln nicht über ihre“ und fügte hinzu: „Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. Dies ergibt sich aus der Geschichte.“ Es geht wahrlich nicht darum, den Russen in Mißachtung zu begegnen, aber man darf auch von den Russen Respekt und Toleranz gegenüber den eigenen Homosexuellen erwarten. Daran scheiden sich derzeit die Geister, deshalb feiert der Dämon fröhliche Urstände, und hier bauen sich ungeahnte Mauern auf zwischen Ost und West, die zu überwinden eine neue Herausforderung auch für die Städtepartnerschaft sein wird. Unbequem, aber notwendig für beide Seiten, wollen wir eine tiefgreifende Entfremdung vermeiden.

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Wie kompakt und intensiv die drei Tage in Wladimir, einschließlich Ankunftsabend und Abfahrtsmorgen, doch waren! Nicht nur wegen der rauschenden Geburtstagsfeiern zum Dreißigsten der Partnerstädte mit Bürgern aus Wladimir und den Gästen aus Erlangen, sondern auch ganz unerwartet und furios dank einer Doppelgeburtstagsfeier mit einer russischen Großfamilie. Ein weiterer Höhepunkt war das Wiedersehen mit den befreundeten, ehemaligen russischen Laufprofis nach bis zu 20 Jahren. Gefühle und Glücksmomente, die meinen Herzschlag auch ohne Laufschritt rasant in die Höhe getrieben haben. Für solch schöne Momente im Leben kann man nur dankbar sein!

John Stackmann (4. v.l.) mit seinen Wladimirer Freunden

John Stackmann (4. v.l.) mit seinen Wladimirer Freunden

Der aktiv Sport war beim dreißigjährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen den Städten Wladimir und Erlangen (nur) durch drei Läufer in der 200 Köpfe starken fränkischen Delegation vertreten: Helmut Müller, Michael Krug und ich. Wir wurden in Wladimir von unseren Freunden, wie immer, sehr herzlich empfangen und umsorgt, sowohl von den ehemaligen Profiläufern als auch vom Laufklub Bodrost, der von Dmitrij Grischin gesponsert wird. Damit und angesichts der neuen Kontakte nach 2010 sind auch Dmitrij und ich (natürlich unter Peter Stegers übergeordneter Regie) kleine laufsportliche Motoren der Städtepartnerschaft geworden.

Der Laufklub Bodrost hatte 2012 (und auch 2013) mit leistungsstarken Senioren beim Erlanger Winterwaldlauf teilgenommen und dadurch die seit Jahren schlummernde Freundschaft zu neuem Leben erweckt, die auf Kontakte in den Jahren 1991 bis 1997 zurückgeht. Damals starteten die Profiläufer unter Spartak Wladimir, die z.T. der russischen Nationalmannschaft angehörten, wie der 100 km Weltcup-Sieger Alexej Wolgin. Natürlich sprang der Funke auch jetzt im Rahmen des Winterwaldlaufs sofort über – da tut sich der Sport leicht –, obwohl von den russischen Laufstars der 90er Jahre lediglich Alexej Kruglow 2012 wieder nach Erlangen gekommen war.

Nach der langen Anreise am Mittwoch wartete ich vor dem Hotel Goldener Ring gespannt auf Dmitrij Grischin. Er sah genauso aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Unser intensives Gespräch endete erst um 2 Uhr morgens. Wieder verzauberte mich hier die sensible russische Herzlichkeit.

Programm des Marathons in Wladimir 1992

Programm des Marathons in Wladimir 1992

1991 war ich (nur) Zuschauer beim Sportfest mit Athleten aus Wladimir und Erlangen auf dem Uni-Sportplatz an der Gebbertstraße. Ich bestaunte den überlegenen Dmitrij Grischin beim Doppelsieg über 800 m und 5.000 m und unterhielt mich gut mit ihm bei der anschließenden Grillfeier. So richtig hatte die russisch-deutsche Sportfreundschaft für mich dann aber mit dem “Golden-Ring-of-Russia“-Marathon 1992 in Wladimir angefangen. In meinem 15. Marathonjahr kam die Anfrage des Sportamts durch Ernst Bayerlein, ob wir mit einigen Athleten am Marathon in Wladimir teilnehmen könnten, mitten im heißen russischen Sommer des Jahres 1992. Pia Fischer, Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und ich nahmen diese Gelegenheit wahr. In Wladimir war ich bei Jurij Kissiljows Familie untergebracht. Jurij hatte seinerzeit über 1.500 m mit 3:35 min eine international hervorragende Zeit stehen. Aber dem auf die Funktionstüchtigkeit seiner Beine angewiesenen Laufprofi spielte das Schicksal einen schweren Streich. Er hatte sich damals eine Entzündung der Achillesferse zugezogen, die er später nicht mehr in den Griff bekam. Die wichtige Einnahmequelle aus seinen internationalen Starts im Ausland war entfallen! Jurij und seine Familie ließen es sich trotzdem nicht nehmen, mir damals den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. So fuhr er fast den gesamten Marathon im Auto in meiner Nähe, photographierte, filmte und versorgte mich auch mit meinem Spezialgetränk.

Zeitungsbericht der EN Marathon in Wladimir

Zeitungsbericht der EN Marathon in Wladimir

Die mit dem Marathon gestarteten 10 km hatte übrigens Jurij Michajlow gewonnen, der kurz nach dem Start schon direkt hinter der Spitze lief (im Bild des alten Zeitungsausschnitts hinter der rechten Schulter des Läufers mit Startnummer 165). Denkwürdig und gut in Erinnerung sind mir auch noch die häufigen Zusammenkünfte bzw. Tischrunden der Sportler und Funktionäre damals mit Speis und Trank. Einer hatte nämlich immer ein Aktenköfferchen dabei, das mit etlichen Flaschen Wodka gut gefüllt war. Die „sollten“ dann innerhalb der zwei Stunden alle geleert werden. Nur ich tanzte aus der Reihe, da ich schon immer keinen Alkohol trinke. Schnell hatten sich unsere Gastgeber auch auf meine vegetarische Ernährung eingestellt. Bei den Nachfragen habe ich Dmitrijs damalige Freundin und jetzige Frau Anastasia kennengelernt, die schon damals sehr am Austausch interessiert war.

Herbert, der damals noch seine Fröhlich-Brauerei in Dormitz betrieb, hatte bei den Wodka-Runden eine relativ geringe Hemmschwelle. Das merkte man ihm dann nach zwei Tagen auch deutlich an. Rudi hatte sich damals in Wladimir gesundheitlich nicht so wohl gefühlt und deshalb kurzfristig auf die Teilnahme am Marathon verzichtet. Aber für mich hatte der Aufenthalt ein trauriges Nachspiel: Ich hatte mir einen Virus eingefangen (wahrscheinlich weil öfters Strom und Wasser abgestellt worden waren) und konnte dann zu Hause für ein halbes Jahr eine Lungenentzündung auskurieren.

Auch diesmal habe ich mich in Wladimir sehr wohl gefühlt, auch weil ich bei Dmitrij untergebracht war und er mir sein Reich (neues, edles Schlafzimmer und Bad neben Gregorijs Zimmer im zweiten Stock über ihrer alten Vier-Zimmer-Wohnung) überlassen hatte und ich ganz natürlich in sein Familienleben integriert war. Dies hatte für einen Banausen der russischen Sprache wie mich nämlich den großen Vorteil, mich hervorragend in Englisch unterhalten zu können (auch mit seinen Söhnen Gregorij und Nikita; bei dem Jüngsten, Igor, genügten Gebärden, um zu schäkern und zu blödeln). Dmitrij und seine Anastasia haben nämlich sieben Jahre in Südafrika gelebt und dabei ihre englischen Sprachkenntnisse entscheidend verbessert.

Dmitrij Grischin in seinem Lexus

Dmitrij Grischin in seinem Lexus

Für Dmitrij haben sich diese Jahre besonders gelohnt, hatte er doch mehrfach an dem gut dotierten Comrades-Marathon als (bezahlter) Spitzenläufer teilgenommen, ihn sogar zweimal gewonnen und beim zweiten Sieg durch den dabei aufgestellten Streckenrekord kräftig Kasse gemacht. Aufgrund dieser für einen russischen Laufprofi außergewöhnlich guten Finanzpolster fiel es ihm nach seiner Profizeit in Wladimir leicht, sich beruflich als Bauunternehmer zu etablieren. Natürlich haben ihm auch seine Cleverness und sein gutes Gefühl geholfen, mit dem er sich um schwierige Situationen herummanövrierte – genauso wie ihm das mit seinem brandneuen, edlen Lexus-Offroader mit V8-Motor bei den kratertiefen Löchern auf Wladimirs Straßen gelang, als er mir ganz stolz die unter seiner Regie erstellten und im Bau befindlichen acht Häuser zeigte. Ich hatte den Eindruck, Dmitrij kutschiere am liebsten einfach nur mit seinem „Luxusschlitten“ herum.

Frauenkloster Bogoljubowo

Frauenkloster Bogoljubowo

In Wladimir hatten wir Läufer (oft) unsere eigenen Pläne und nahmen dann nicht am offiziellen Programm teil. So habe ich an allen drei Tagen mit den alten und neuen Sportfreunden trainiert. Schon der Donnerstag hatte es in sich: morgens Ausflug nach Bogoljubowo mit der Bürgergruppe und unserer „wissenschaftlichen“ Busreiseleiterin Jelena. In der Klosterkirche galten nach wie vor traditionell strenge Sitten: Nicht nur die Frauen hatten auf die Sittsamkeit ihrer Kleidung zu achten. Auch dem Männerchor der Stad’l Harmonists, die die hervorragende Akustik des Kirchenraums bemerkt und spontan einen Choral angestimmt hatten, wurde der Gesang untersagt. Sie mußten abbrechen, denn das Singen störe ja die würdevolle Ruhe …

Knut-Wulf Gradert (links) mit seinen Stadl Harmonists

Knut-Wulf Gradert (links) mit seinen Stadl Harmonists

Danach ab 14 Uhr – direkt vor dem offiziellen Partnerschaftslauf – trainierten wir zu viert (Michael, Helmut, Dmitrij und ich) auf einem Reitweg mit Cross-Charakter. Eine Wohltat nach der gestrigen fehlenden Bewegung des langen Anreisetags! Leider hatten sich die ursprünglichen Ankündigungen vom 30-km-Lauf (auf den ich mich im Training vorbereitet hatte) bzw. später das 10-km-Rennen auf einen nur drei bis vier Kilometer langen Partnerschaftslauf  in der Stadt reduziert, an dessen Ende noch ein kleines Stück gemeinsam mit Fahrradfahrern zurückzulegen war. Hatte ich schon beim Cross etwas „fürs Tempo gesorgt“, konnte ich mich jetzt weiter austoben. Denn gleich anschließend rannte ich einen Großteil des Partnerschaftslaufs volle Kanne (hinterher), da ich etwas später gestartet war und die „Spitze“ noch erreichen wollte. Abends folgte dann die offizielle Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem sehr reichhaltigen Kulturprogramm von russischen und deutschen Tanz- und Gesangskünstlern, mit Ballett und Folklore. Nur die Eröffnungsreden haben mir nicht so sehr gefallen, was nicht an den viel zu laut eingestellten Lautsprechern lag – aber man kann ja nicht alles haben. Am besten hat mir neben den Stad’l Harmonists noch der melodische Gesang eines Kammerchors gefallen, nicht nur wegen ihrer samtroten Kleider…

Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums unter Leitung von Joachim Adamczewski

Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums unter Leitung von Joachim Adamczewski

Am Freitagvormittag nahmen wir an dem großen Ausflug nach Susdal teil und erlebte viermal hintereinander einen ganz unerwarteten Ohrenschmaus! Nach dem Glockenspiel (sieben Minuten lang!)  inspirierten der Auftritt eines gregorianischen Vier-Männer-Ensembles und die hervorragende Akustik in der Klosterkirche unsere zwei Chöre. Jetzt durften die Stad’l Harmonists und der Mädchenchor vom Christian-Ernst-Gymnasium nacheinander ihr Können zu zeigen. Der optische Höhepunkt schwebte als Deckenmalerei über uns mit seinen speziellen, intensiven Blautönen.

Hochzeitskutschen in Susdal

Hochzeitskutschen in Susdal

Wieder in Wladimir zurück, durfte ich ab 16 Uhr sogar das gemeinsame Training im Torpedo-Stadion mit Senioren des Laufklubs Bodrost sowie Helmut und Michael gestalten: mit Warmlaufen, Steigerungen, 3 x bis 6 x 400 m Tempo und Auslaufen, obwohl die Beine von gestern etwas müde waren (danach eiskalte Duschen, brrr!). Direkt darauf hat man uns dort ganz rührig zu einem kleinen Empfang mit Essen eingeladen, bei dem ich die 30 T-Shirts mit einem beidseitigen speziellen Aufdruck übergab (30 Jahre Freundschaft Wladimir – Erlangen, vorne in Russisch und auf der Rückseite in Deutsch). Die Hemden kamen super gut an und waren ab sofort ständig in Wladimir zu sehen. Genauso wie ich dies in meiner Ansprache auch angeregt hatte. „Wir sollen damit unsere Freundschaft auch in der Öffentlichkeit zeigen!“

30 Jahre Freundschaft Wladimir - Erlangen

30 Jahre Freundschaft Wladimir – Erlangen

Dann kam etwas ganz Unerwartetes, als mich Anastasia und Dmitrij (in feinen Zwirn gehüllt, mit Binder) vom Stadion abholten. Erst auf dem Treppenaufgang weihte er mich ein: An diesem Nachmittag bis spät in der Nacht durfte ich bei der furiosen russischen Geburtstagsfeier von Dmitrijs Schwester Irina (50.) und deren Ehemann Slawa (42.) dabeisein. Viel Tanz, Humor und ansteckende Vitalität bei Spielen und Sketchen, Folklore, Gesang, zelebrierten Gratulationsprozeduren und natürlich Speisen und Getränken vom Feinsten.

Wir kamen in den Saal, und sofort – ehe ich mich setzen konnte – schnappte mich eine vollschlanke Russin im roten Kleid, die mich ständig anlächelte, und zog mich auf die Tanzfläche. Das tat meinen müden Beinmuskeln sogar gut, war ich doch im Torpedo-Stadion nicht zum Stretching gekommen. So lockerte ich mich eine ganze Weile im Tanzrhythmus bevor ich am Tischinneneck noch zwischen Anastasia und Dmitrij gesteckt wurde. Während die langen Tische laufend mit leckersten Speisen beladen wurden, sang und tanzte eine kleine Folklore-Gruppe. Dann übernahm eine Animateurin das Kommando, die ständig ihre Spiele und Späße mit den Anwesenden trieb. Derweil schoben mir Anastasia, die unerklärlich ernst wirkte und kaum auch nur lächelte, von links und Dmitrij von rechts unentwegt Häppchen und Köstlichkeiten (u.a. auch Kaviar) zu und versorgten mich mit Fisch- und Gemüsevariationen und Getränken. Alles vom Feinsten

Dmitrij stellte mich seiner Schwester und den beiden Brüdern sowie weiteren Nachbarn am Tisch vor und dann diese mir, darunter auch seine tanzwütige Schwipp-Schwägerin im roten Kleid. Irgendwie waren alle verwandt und verschwägert. Der eine Bruder, ein Bär von einem Mann und äußerst sympathisch, war international erfolgreicher Ringer gewesen und ist jetzt Trainer, den anderen hatte der Alkohol schon etwas im Griff. Es gab ja ständig Programm und Trinksprüche… Diese Ideen, diese Intensität des ausgelassenen Lustigseins sowie die natürliche Herzlichkeit waren überwältigend – und ich mittendrin. Ich konnte gar nicht anders als mitmachen. Ich genoß und ließ mich treiben. Nach der zelebrierten Prozedur der Übergabe von Geschenken mit Glück- und Segenswünschen, die Irina im Stehen entgegennahm, erhob sich Dmitrij und sprach vor dem ganzen Saal über mich. Was erzählt er denn da so lang? dachte ich mir bei dem Applaus. Ich durfte mich als einziger Gast, der nicht irgendwie mit der Familie verwandt oder verschwägert war, zuletzt in die Schar der Gratulanten einreihen. Ich stellte mich kurz in Englisch vor, und Dmitrij übersetzte (und ergänzte wieder!) sogar das kleine deutsche Gedicht, das ich (in englischer Übersetzung) vortrug:

Schon sind die 50 Jahr‘ vorbei! / Doch haltet Geist und Körper fit, / nehmt Euch das Plus des Lebens mit, / dann ist das Alter einerlei. / Für Euer Wohl die Freunde sorgen, /dann bleibt Ihr glücklich auch bis morgen!

Auch Dmitrijs sportlicher Bruder verstand wohl etwas Deutsch und bedeutete mir, Rhythmus und Reime der Originalfassung haben ihm gefallen. Ganz plötzlich ohne große Ankündigung brachen wir so gegen 22.30 Uhr auf.

Das Erlanger Trio mit den Lauffreunden in Wladimir

Das Erlanger Trio mit den Lauffreunden in Wladimir

Am Samstag, dem internationalen Kinderschutztag, stand erst einmal langes Ausschlafen und ab 10.30 Uhr ein lockeres Training in einem kleinen Kiefernwald in einem vor der Stadt gelegenen Areal mit Kindererholungsheim auf meinem Programm. Diesen Parcours kannte ich noch von meinem Aufenthalt vor 21 Jahren. Mit Alexej, der meistens mit seinem Mountainbike unterwegs war, und Dmitrij wurde aus der ruhigen Elf-Kilometer-Strecke noch ein Lauf mit leichten Steigerungen, da mir das Tempo etwas zu langsam war. Später schauten wir bei einem Radrennen zu, bei dessen Ablauf auch Mitglieder des Laufklubs Bodrost gleich in ihren neuen T-Shirts mitorganisierten. Danach wurden wir dann Zeugen bei dem Staffellauf mit dem (olympischen) Feuer zur Universiade 2013.

Natalia, Olga, John Stackmann und Michael Krug

Natalia, Olga, John Stackmann und Michael Krug

Dann ging ich mit Dmitrijs Familie zum Einkauf im Spar-Markt für die abendliche Grillfeier. Es dauerte ganz schön lange, bis alle Sachen zunächst in vier (!) Einkaufswagen und dann in Dmitrijs Lexus verstaut waren. Viel Zeit, um mit dem kleinen Igor Quatsch zu machen. Später holten wir Alexej Wolgin und seine Frau Natalia ab. Sie war uns schon beim Training im Torpedo-Stadion mit ihrem wippenden Pferdeschwänzchen aufgefallen, als sie dort enorm schnell ihre Runden drehte. Als Weltklasse-Athletin steht sie den Erfolgen ihres Mannes in nichts nach, der u.a. 1994 in Japan 100-km-Weltmeister in unglaublichen 6:22 Std. wurde (unter 3:50 min pro km). Wie Dmitrij gewann auch er schon beim Comrades Marathon. Mit Wolgins steuerten wir dem Höhepunkt am Abend entgegen, der Grillfeier in Dmitrijs schmuckem Gartenhäuschen. Hier war neben Helmut, Michael und mir alles anwesend, was Rang und Namen hatte: die alten Freunde (seit 1991) und Profiläufer Dmitrij und Anastasia Grischin, Alexej und Natalja Wolgin, Alexej Kruglow, Jurij Kissiljow mit Ehefrau (bei denen ich 1992 zunächst wohnte), Trainer Alexander Sakow und die junge Berglauf-Weltmeisterin mit der russischen Mannschaft Olga Gorbunowa. Es war für uns alle wunderschön, uns nach dieser langen Zeit wiederzusehen, natürlich zum Teil sehr verändert. Das wurde gefeiert bei intensiven Gesprächen, vielen Trinksprüchen und leckerem Essen in einer sportlich-lockeren Atmosphäre, während sich die Kinder auf dem Trampolin vor dem Gartenhaus austobten. Nur Jurij Michajlow hatte gefehlt (wie auch Rudi, Herbert und meine Frau, nach denen oft gefragt wurde).

Eine lang gelebte Langstrecken-Freundschaft unter Laufsportlern und deren Familien!

John Stackmann

S. auch: http://is.gd/PufvQe

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Im September 1993 gestaltete der Kosbacher Stadlchor musikalisch das Fränkische Fest in Wladimir, ein unvergessener Höhepunkt der Städtepartnerschaft. Nun, 20 Jahre später, reiste Knut-Wulf Gradert erneut in die Partnerstadt, dieses Mal mit seinem Männer-Ensemble Stadl Harmonists. Bei dem Erfolg, den seine Sänger hatten, bleibt zu hoffen, es möge nicht wieder ganze zwei Jahrzehnte dauern bis zur nächsten Tournee zu den russischen Freunden! Und damit die Reise auch nicht vergessen werde, hier der Bericht von Chorleiter Knut-Wulf Gradert. 

Seit 30 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir! So haben sich in den Pfingstferien 200 Erlanger auf den Weg in die Partnerstadt gemacht, um zusammen mit Freunden zu feiern. Mit dabei waren wir, das Gesangsensemble Stadl Harmonists. Bei Regen und Kälte stiegen wir am Mittwoch, den 29. Mai, in München ins Flugzeug. In Moskau begrüßte uns sommerliches Wetter. Mit Bussen setzten wir unsere Reise nach Wladimir fort und erreichten unser Hotel „Goldener Ring“ gegen 22 Uhr.

Am nächsten Tag besuchten wir Bogoljubowo, ein Frauenkloster mit einer wunderschönen Kirche. Dort sangen wir die erste Strophe eines Marienliedes – es klang genial! Als wir zur 2. Strophe ansetzten, verwehrte uns eine energische Nonne das Weitersingen: Wir seien katholisch, doch dies sei eine orthodoxe Kirche, und das katholische Kreuzzeichen gehe so und das orthodoxe so…. Ich versuchte eine Vermittlung über das Argument, wir seien doch alle Christen, doch vergebens. Ich entschuldigte mich und sie akzeptierte das Gesangsverbot. Anschließend fuhren wir zurück in die Stadt, und man zeigte uns Wladimir mit dem Goldenen Tor, den Kirchen und Klöstern mit den wunderschönen Malereien  gezeigt.

Kosbach trifft auf Wladimir

Kosbach trifft auf Wladimir

Um 18 Uhr trafen wir uns alle im Kulturpalast zum Festakt. Beide Oberbürgermeister, Siegfried Balleis und Sergej Sacharow, sowie Frank Schenker, Bürgermeister aus Jena, würdigten die dreißigjährige Partnerschaft und Freundschaft. Dann begann ein fulminantes Programm unserer Gastgeber, gespickt mit Beiträgen aus der russischen Folklore und Klassik, die aber auch die moderne Kultur aufblitzen ließen. Mitten rein platziert, traten auch wir mit einer Hommage an die erste Liebe vor 30 Jahren auf: Lydia Gradert kam als Putzfrau auf die Bühne und verrichtete unbeeindruckt von unserem Liebesgesang ihren Dienst, bis sie plötzlich bemerke: Der Gesang warb ja um sie! Flugs flog der Besen ins Eck, die Schürze folgte ihm nach, ein Blick in den Handspiegel, und schon war sie die Angebetete und dann von Blumen in den russischen Nationalfarben umkränzt. Danach ging gleich das Programm weiter. Der Abend zeigte uns, wie professionell unsere Gastgeber agierten: wunderschöne Kostüme, ein Farbenrausch, Kinder, die herrlich Ballett tanzten, ein sechsjähriger Junge, der auf dem Saxophon ganz cool „C´est si bon“ spielte u.s.w. Ein herrlicher Abend!

Die Harmonists aus Kosbach auf Freiersfüßen

Die Harmonists aus Kosbach auf Freiersfüßen

Der Freitag war vorgesehen für Susdal. Wir sahen Kirchen mit bedeutenden Malereien, Joachim Adamczewski konnte mit seinem CEG-Mädchenchor in einer Kirche mit einer idealen Akustik singen und verzauberte uns alle. Wir sangen den 150. Psalm. Nachdem wir noch ein Frauenkloster besichtigen durften, wurden wir nach Wladimir zurückgebracht.

Die Stadl Harmonists in Susdal

Die Stadl Harmonists in Susdal

Um 17 Uhr gaben wir ein Konzert in der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche – jetzt Glasmuseum. Eine fantastische Akustik! Das Haus war voll besetzt, das Publikum warmherzig und spendete herzlichen Beifall. Jekaterina, unsere Dolmetscherin, übersetzte meine Ausführungen zu den jeweiligen Songs. Unser Konzert dauerte 70 Minuten, und als wir am Ende noch das russische Lied: „Oj, moros“ anstimmten, sangen alle begeistert mit! Ein schöner Erfolg für uns!

Plakat Wladimir für Stadl Harmonists

Plakat Wladimir für Stadl Harmonists

Danach eilten wir zum Konzert des Kammerchors Raspew unter der Leitung von Natalia Kolesnikowa. Der Auftritt übertraf unsere kühnsten Vorstellungen und Erwartungen. Der Chor sang russische Lieder in den ausgefeiltesten Versionen. Es war ein Hochgenuß, dem Ensemble zuzuhören. Nach Standing Ovations gab Raspew noch zwei Encores, wonach die Chorleiterin sehr warmherzig über die guten Beziehungen nach Erlangen sprach und dabei auch uns Stadl Harmonists lobte und ihre Freude darüber zum Ausdruck brachte, wie wir uns alle über die internationale Sprache der Musik verständigen können. Von unserem eigenen Konzert noch so hochgestimmt, gaben wir am Abend im Hotel vor unseren eigenen Leuten noch Kostproben aus unserem Repertoire.

Der Samstag – ein weiterer herrlicher Tag mit Temperaturen zwischen 30 und 32 Grad – war im ganzen Land dem Internationalen Kindertag gewidmet. In der Stadt war viel los, überall waren Eltern mit Kindern unterwegs, dort war eine Bühne zu sehen mit Aufführung, hier standen Kinder Schlange für eine Aktion…. Wir bereiteten uns unterdessen auf den Auftritt für die Messe in der katholischen Rosenkranzgemeinde gleich in der Nähe des Goldenen Tors vor. Daß wir auch geistliche Stücke „draufhaben“, erstaunte doch manche von unseren deutschen Besuchern. Oberbürgermeister Siegfried Balleis mit Gattin und fast die ganze offizielle Delegation besuchte mit vielen anderen die Messe. Ich spielte die Orgel, und wir sangen von der Empore zum Auszug ein wunderschönes „Sancta Maria“.

Gegen 14 Uhr wurden wir in einen äußeren Bezirk der Stadt gebracht und hatten dort in einem Kino einen kurzen Auftritt: Dafür wurde eine Mikroanlage aufgebaut. Meine Frau spielte für die Kinder extra ausgiebig die Putzfrau. Nach drei Songs war das Gastspiel aber schon wieder vorbei. Die Zuschauer winkten uns freudig zu und setzten dann aber ihre 3D-Brillen auf, um…

Die Bühne in Wladimir gehört den Stadl Harmonists

Die Bühne in Wladimir gehört den Stadl Harmonists

Gegen 18 Uhr machten wir uns alle auf den Weg vor die Stadt zu einem Park, der winters wie sommers gern genutzt wird: Im Winter zum Skifahren, im Sommer zum Picknick, für Ballspiele aller Art… In dem dortigen Restaurant war reichlich aufgetischt, und an Bier fehlte es auch nicht. Die beiden Oberbürgermeister zogen Resümee und tauschten Geschenke aus. Schließlich kam von Moskau noch unser Innenminister Joachim Herrmann zu uns und hielt eine wohltuend kurze Rede. Die Offiziellen verließen uns schon bald wieder wegen eines dringenden Termins in Wladimir. Für uns hingegen spielte die Instrumentalgruppe des Ensembles Rus unter Leitung von Nikolaj Litwinow auf. In einer Pause stellten wir uns dann vorne auf. – Die Leute kamen von außen erwartungsvoll zurück in den Saal. Wir sangen „Wochenend und Sonnenschein“ – Beifall. Dann bekam unser Andrew das Mikro, und wir widmeten den Welthit „My Way“ den beiden Altoberbürgermeistern Igor Schamow und Alexander Rybakow. – Großer Beifall! – Und dann ein weiteres Glanzstück: Ich hatte mir vorab von Nikolaj ein russisches Lied 50 x kopieren lassen  Die Musiker griffen zu ihren Instrumenten, die weltschöne Swetlana Sawina vom Ensemble Rus trat mit vor ans Mikro, und so sangen wir alle zusammen das russische Lied: „Oj moros, moros, nje moros menja“: Oh Frost, Frost, laß mich nicht erfrieren!“ Und das bei hochsommerlichen Temperaturen und vielen Schnakenstichen! Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Es gab noch Wodka und natürlich auch Bier.

Swetlana Sawina 2010 in Erlangen

Swetlana Sawina 2010 in Erlangen

Dann ging es ab in den Bus: Dort sangen wir noch alle möglichen deutschen Lieder, und unter den Russen war ein fantastischer Bassist aus einem Kammerchor, der uns mit seinen russischen Liedern beeindruckte. Im Hotel wurde gepackt, denn anderntags, am 2. Juni, ging es zurück nach Moskau. Dort warteten wir im Flugzeug eine Weile ein Unwetter ab, bis wir losfliegen konnten. Gegen 18 Uhr sind wir dann in München bei 8 Grad gelandet, und bei Regen trafen wie um 21 Uhr in Erlangen ein.

Eine wunderschöne Tour in unsere Partnerstadt, sehr schöne drei Tage dort: Es ist ein Gewinn, eine Stadt im Sonnenschein zu erleben! Wir haben dort viel Schönes erlebt, haben auch viel Schönes von uns gegeben, haben sicherlich die Verbindungen beiderseitig gefestigt und das Freundschaftsband enger geschnallt.

Die Stadl Harmonists bedanken sich bei der Stadt Erlangen, bei Silvia Klein, Doris Hinderer und Peter Steger.

Wir haben unser Bestes gegeben und konnten Erlangen würdig vertreten.

                                                 Knut-Wulf Gradert

P.S.: Ein besonderes СПАСИБО geht an Alexander Nikolskij, der die Auftritte seiner Kosbacher allesamt organisiert hat. Ehrenamtlich!

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