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Posts Tagged ‘Klaus Wrobel’


Es gibt in Erlangen keine Einrichtung, die enger mit Wladimir verbunden wäre als die Volkshochschule. Eine direkte Linie führt von deren Leiter, Klaus Wrobel, der bereits 1980 https://is.gd/CNgZQt die erste Studienreise in die künftige Partnerstadt organisierte und später den Arbeitskreis Wladimir einrichtete sowie für das Erlangen-Haus den so wichtigen Kontakt zum Goethe-Institut in Moskau herstellte, zu Christine Flemming und Markus Bassenhorst, die ihm im Amt folgten und mit ihren je eigenen Akzenten dessen Werk fortsetzten. Allen dreien immer zur Seite Reinhard Beer, dem guten Geist der Deutschkurse am Erlangen-Haus und dem Ausrichter der Biennale „Russisch-Deutsche Wochen“, von denen die nächsten schon Anfang 2022 anstehen. Für die Bedeutung der Volkshochschule steht auch, daß sie als systemrelevant eine eigene Kategorie im Blog einnimmt. Die Redaktion kommt deshalb gern dem Wunsch von Elisabeth Preuß, an der Volkshochschule zuständig für die vielseitigen Anliegen der älteren Generation, nachstehenden Aufruf zu veröffentlichen, der auf einen ganz besonderen Service dieses Erwachsenenbildungswerks hinweist. Aber lesen Sie selbst:

Klaus Wrobel, Dietmar Hahlweg und Percy Gurwitz sowie Dietmar Hahlweg, Wiktor Malygin und Tamara Anischtschuk am 8. Mai, Verleihung der Ehrendoktorwürde der Pädagogischen Universität Wladimir an Dietmar Hahlweg. Zwei Jahre später wird Klaus Wrobel die nämliche Auszeichnung zuteil.

Die Freundschaft zwischen Erlangen und Wladimir hat bekanntermaßen nicht nur einen erfahrenen und kundigen Organisator, der in guten Zeiten für vielfältige Begegnung sorgt und einen Chronisten, der alle Welt durch diesen täglichen Blog mit Wissenswertem aus der Partnerschaft erfreut, sondern auch viele Kooperationspartner. (Übrigens: wer nun vermutet, Organisator und Chronist seien leidlich gut miteinander bekannt, liegt nicht ganz falsch.)

Ein Kooperationspartner der ersten Stunde und gleichzeitig einer der treuesten ist die Erlanger Volkshochschule. Dies sei mit drei Beispielen belegt:

Klaus Wrobel und Reinhard Beer, 2015

In der im letzten Jahr erschienenen Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Erlangen-Hauses findet sich ein hoch motivierter Reinhard Beer, der den Aufbau einer effizienten und anspruchsvollen Kursorganisation im Erlangen-Haus unterstützt.

Selbiger Reinhard Beer organisiert seit vielen Jahren im zweijährigen Rhythmus die „Russischen Wochen“ an der der Volkshochschule: Jeder Zyklus ein Feuerwerk an unterschiedlichsten Veranstaltungen, angefangen bei speziellen, witzigen, einführenden, immer Lust erweckenden Sprachkursen bis zu Kunst, Kultur und geopolitische Vorträge oder Konzerten. Hier findet jeder, (so er denn sucht),  einen Zugang zu der wohl erfolgreichsten Städtepartnerschaft im deutsch-russischen Kontext.

Nur ein drittes Beispiel noch: Die Sommerkurse für Gäste aus Wladimir, wo die überaus engagierte Lehrerin, Heide Thies, nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch Erlangen und Umgebung in mundgerechte Lektionen packt.

Markus Bassenhorst und Irina Chasowa 2018

Warum, werden sie sich fragen, dieser Blog-Artikel zu diesem Zeitpunkt?

Weil, liebe Leserinnen und Leser, die Volkshochschule jetzt Ihre Hilfe braucht. Das Programm für das Frühling/Sommersemester 2021 ist erschienen, Einschreibungen sind nun möglich. Aber die allermeisten Orte in Erlangen, wo die treuen Hörerinnen und Hörer unserer Veranstaltungen gewohnt waren, ein Programmheft holen zu können, sind coronabedingt geschlossen.

Wie also bringen wir die knapp 12.000 Exemplare mit den für die kommenden Monate mit viel Sorgfalt und Liebe geplanten 1.300 Kursen an den Mann bzw. die Frau? Denn neben den vielen Menschen, die sich sicher im Internet bewegen und dort auch Anmeldungen etc. erledigen, gibt es nach wie vor viele, die gern im gedruckten Programmheft schmökern, Klebezettel oder bunte Fähnchen an besonders interessante Seiten heften und dann zum Hörer greifen, um sich anzumelden.

Reinhard Beer, Christine Flemming und Birgitt Aßmus, 2011, mit Gästen aus dem Erlangen-Haus

Daher gibt es dieses Semester das Angebot, sich das Programm per Post zuschicken zu lassen. Auf Anfrage per Mail an vhs.sekretariat@stadt.erlangen.de oder per Telefon 09131-862668 kommt das Heft frei Haus. Nutzen Sie dieses Angebot, erzählen Sie auch Ihren Nachbarn davon, Ihre Volkshochschule freut sich auf Sie.

Elisabeth Preuß

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Diese knapp 30 Seiten umfassende Kladde des Erlanger Künstlers Oskar Stanik dürfte der älteste Kulturschatz sein, der Erlangen mit Wladimir vereint. Der Graphiker nahm nämlich 1980… Aber hören wir lieber, was Klaus Wrobel – damals hatte er noch zwanzig Jahre als Direktor der Volkshochschule und Begründer des „Arbeitskreises Wladimir“ vor sich – im Vorwort zu sagen hat:

Mit Stift und Zeichenblock hat Oskar Johannes Stanik Stationen und Episoden aus Rußland und Karelien festgehalten. die Zeichnungen entstanden im Spätsommer 1980 während einer Studienreise der Volkshochschule Erlangen, die zunächst nach Leningrad sowie ins karelische Petrosawodsk am Onegasee und dann zu den historisch bedeutsamen altrussischen Städten Nowgorod, Kalinin (Twer), Susdal, Wladimir und letztlich Moskau, der alten und neuen Metropole, führte. Dem Maler und Zeichner ist es dabei vorzüglich gelungen, Landschaft und Architektur nicht nur in ihren typischen Erscheinungsformen darzustellen, sondern zugleich Unwesentliches zu eliminieren, um dadurch das Wesentliche umso deutlicher vortreten zu lassen.

Die in dem vorliegenden Band enthaltene Auswahl von Zeichnungen gibt deshalb mehr vom Charakter des bereisten Landes wieder, als es bloße Photographie vermag. Mögen diese Bilder deshalb nicht nur Zeugnisse einer interessanten Reise sein, sondern auch zur Beschäftigung mit diesem schönen und traditionsreichen Land anregen.

Weder Oskar Stanik noch Klaus Wrobel konnten damals ahnen, wie sehr sich Erlangen später noch mit diesem „schönen und traditionsreichen Land“ und insbesondere mit Wladimir beschäftigen würde; die Partnerschaft lag damals noch in dreijähriger Ferne und hatte sich seinerzeit durch nichts angedeutet. Während Klaus Wrobels gewaltiger Beitrag zur Städtepartnerschaft u.a. hier im Blog vielfach dokumentiert ist, gibt es leider keine Angaben darüber, ob der 1921 in Ostpreußen geborene und 1989 in Erlangen verstorbene Oskar Stanik nach dieser Reise noch Kontakte zu Wladimir unterhielt. Wohl eher nicht, denn die ersten Austauschbegegnungen im Bereich Kunst begannen erst ein Jahr nach seinem Tod. Aber vita brevis et ars longa, und die übrigen drei Wladimir und Susdal gewidmeten Graphiken werden sicher noch hier im Blog erscheinen.

Wegen dieses etwa fünf Meter hohen Mosaiks ist des Künstlers Name derzeit allerdings in Erlangen wieder in aller Munde. Stadtheimatpfleger Konrad Rottmann hatte um den Jahreswechsel Alarm geschlagen, weil die Arbeit Oskar Staniks aus dem Jahr 1961 am Wohnhaus neben der Sparkasse in der Schallershofer Straße im Zuge eines Abrisses und Neubaus verlorenzugehen droht.

Die Causa erinnert an einen hier im Blog bereits https://is.gd/WNZpQJ im Herbst vergangenen Jahres wiedergegebenen Konflikt um den Erhalt von Kunst am Bau in Wladimir, wo Mosaike an Häuserfronten durch Wärmedämmung verschandelt wurden.

Möge es hier wie dort weise Entscheidungen geben, damit die Kunst auch wirklich länger lebe als wir sterblichen Menschen und unsere vergänglichen Streitereien.

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Zu denen, die unsere Partnerschaft mit Wladimir entscheidend prägen, gehört ohne Zweifel Reinhard Beer, dem gestern im Innenhof seiner Volkshochschule gut einhundert Gäste zum 60. Geburtstag gratulierten. Da er lieber anderen etwas Gutes tut, als für das Gute selbst gelobt zu werden, hier statt der verdienten Eloge nur eine verdichtete Würdigung seiner Rolle im Austausch mit der russischen Partnerstadt.

Reinhard Beer

Obwohl als Leiter der Sprachenabteilung und stellvertretender Direktor der Volkshochschule durchaus gefordert, nimmt er sich Zeit für die Biennale „Russisch-Deutsche Wochen“ mit einem ebenso vielfältigen wie anspruchsvollen Programm und organisiert im elften Jahr in Folge jeden Sommer wieder einen zweiwöchigen Deutschkurs für eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus in Wladimir. Ein Verwaltungs- und Gestaltungsaufwand, der so wohl kaum in seiner Arbeitsplatzbeschreibung stehen dürfte, aber in guter Tradition von all seinen Vorgesetzten – Klaus Wrobel, Christine Flemming und Markus Bassenhorst – mitgetragen wird.

Reinhard Beer mit Jutta Brandis und Lux

Entscheidend aber die Unterstützung für den Aufbau der Deutschkurse am Erlangen-Haus, die so nicht denkbar wären ohne Reinhard Beer, der das Goethe-Institut schon 1995 für eine Zusammenarbeit mit dem heutigen Sprachlernzentrum gewann und somit für die international anerkannte Qualität des Unterrichts sorgte. Seine eigenen Fortbildungen für die Lehrkräfte am Erlangen-Haus sind mittlerweile legendär, und all das pädagogische Material, das er von Verlagen für Wladimir gespendet erhielt, füllt ganze Bücherschränke.

Reinhard Beer

Reinhard Beer beim Programmgespräch mit der Gruppe aus dem Erlangen-Haus am 14. Juli 2018, gesehen von Georg Kaczmarek

Und dann noch dies: Dank dem Bemühen von Reinhard Beer kann man an der Volkshochschule Erlangen seine Russischkenntnisse zertifizieren lassen. Da mutet es allerdings verwunderlich an, wenn der bekennende Rockmusikfan und gelernte Hispanologe selbst noch kein Russisch spricht. Deshalb hier als Nachgesang auf den Geburtstag mit den besten Wünschen von Sting der auf Englisch gesungene Song „Russians“: https://is.gd/rukkjm

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Gezählt hat sie niemand, die Gäste des gestrigen „Russischen Abends“ zum Auftakt der „Russisch-Deutschen Wochen“ im Großen Saal der Volkshochschule Erlangen. Aber es dauerte fast eine Viertelstunde, bis die letzten Stühle hereingetragen waren, bis alle einen Sitzplatz gefunden hatten.

Spiramor

Dann erst stimmte „Spiramor“ auf das 35jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir ein. Ganz so, wie man das erwarten darf: mit gepflegter Sangeskunst und deutsch-russischen Melodien.

Großer Saal der Volkshochschule

Die Begrüßung – mit einem Willkommen auf Russisch – schließlich durch den Direktor des Hauses, Markus Bassenhorst, zeigte wieder einmal, welch überragende Rolle die Volkshochschule für die Städtepartnerschaft spielt. Von den ersten Bürgerreisen Anfang der 80er Jahre und dem Arbeitskreis Wladimir unter Klaus Wrobel über die ersten „Russisch-Deutschen Wochen“ unter Christine Flemming bis hin zum breiten Festprogramm unter Markus Bassenhorst, von den Sprachkursen und der didaktischen Unterstützung für das Erlangen-Haus und der Rolle von Reinhard Beer, dem stellvertretenden Leiter ganz zu schweigen.

Markus Bassenhorst

Die gleiche Kontinuität in der Kommunalpolitik sorgt für den Rahmen dieser Bürgerpartnerschaft, wie das Grußwort Florian Janik zeigte. Bruchlos und unangestrengt gelang Erlangens Oberbürgermeister der Bogen vom ältesten Besucher im Saal, dem 95jährigen Weltkriegsveteran Wolfgang Morell, der 1942 – nicht ganz freiwillig – als erster Erlanger nach Wladimir kam und dort von einer schweren Erkrankung genesen konnte, über den 75. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht in der Schlacht um Stalingrad bis hin zu dem Geschenk der Versöhnung und des Vertrauens nach all dem Leid und Tod zwischen Deutschen und Russen. Freilich ein Geschenk, das gerade angesichts der politischen Spannungen alles andere als selbstverständlich ist, für das man immer wieder dankbar sein sollte.

Wolfgang Morell

Besonders natürlich jenen, die damals, in Zeiten des Kalten Krieges, Mut und Weitblick genug besaßen, um über alle Gräben und Grenzen hinweg das Werk der Verständigung zu beginnen: Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, und Jurij Fjodorow, damals Stellvertreter des Vorsitzenden des Städtischen Exekutivkomitees der Volksdeputierten und, wie er sich selbst gerne nennt, der erste Kundschafter Wladimirs in Erlangen, dessen positiver Bericht in der Stadt am Goldenen Ring die gute Sache der Partnerschaft in Gang brachte.

Dietmar Hahlweg und Jurij Fjodorow

Von Beginn an dabei aber auch die hohe Diplomatie, gestern vertreten durch Vizekonsul Andrej Matwijenko, eigens aus München angereist, um Erlangen auch weiterhin der Unterstützung durch seine Gesandtschaft zu versichern. Damals, im Jahr 1982, kam von der Sowjetischen Botschaft in Bonn das Angebot einer Zusammenarbeit mit Wladimir auf den 1981 von Dietmar Hahlweg in Moskau geäußerten Wunsch nach einer Partnerstadt.

Florian Janik und Andrej Matwijenko im Fokus von Nadja Steger

Überhaupt, wie das alles war… Dazu etwas von Zeitzeugen zu erfahren, bot das Podium Gelegenheit. Der Blick zurück, wo auf beiden Seiten Vorbehalte zu überwinden waren, wo es aber auch unerwartet rasch gelang, mit vertrauensbildenden Maßnahmen bei Ausflügen und Treffen jenseits des Protokolls eine Atmosphäre von gegenseitigem Verstehen zu schaffen, die bis heute anhält und auf die auch Florian Janik in der Nachfolge von Dietmar Hahlweg und Siegfried Balleis, der gestern Erlangen im närrischen Veitshöchheim vertrat, aufbaut, wenn er jetzt erfreut feststellen kann: „Die Partnerschaft nimmt angesichts der gegenwärtigen politischen Krise keinen Schaden. Es ist allein der Rubelkurs, der den Austausch ein wenig erschwert.“

Peter Steger, Florian Janik, Anna Schellenberger, Jurij Fjodorow und Dietmar Hahlweg

Dennoch, einzig verlassen auf die Selbstheilungskräfte der Partnerschaft will sich Erlangens Oberbürgermeister auch nicht und berichtete deshalb auch erfreut über die bereits zweite und erfolgreich Sitzung des Gesprächsforums „Prisma“, wo im kleineren deutsch-russischen Kreis durchaus „brisante und kontroverse Themen offen und freundschaftlich diskutiert werden“. Ganz in der Tradition der Gründerväter, die denn auch verdiente Dankesurkunden austauschen: für Dietmar Hahlweg und Klaus Wrobel überreicht von Jurij Fjodorow – und für Wiktor Malygin und Jurij Fjodorow ausgehändigt und unterzeichnet von Florian Janik.

Klaus Wrobel, Wiktor Malygin, Florian Janik, Jurij Fjodorow und Dietmar Hahlweg

Mit auf dem Podium stand Anna Schellenberger, ein Kind der Partnerschaft, deren Vater, aus Celle stammend, in Erlangen Slawistik studierte – als es das Fach an der FAU noch gab – und dann durch den Austausch sein Glück und seine Familie in Wladimir fand. Nun erlebte sie – mit viel Beifall bedacht – ihre Feuertaufe auf der Bühne als Übersetzerin für Jurij Fjodorow, lobte die Bedeutung des Erlangen-Hauses für die Partnerschaft und dankte für diese „großartigen Beziehungen“, bevor sie hinter den Kulissen verschwand, um sich für ihren nächsten Auftritt vorzubereiten.

Anna Schellenberger

Anna Schellenberger gehört nämlich – ebenso wie ihre Mutter, die daheim in Raduga bei Wladimir geblieben ist – zum vor zwei Jahrzehnten gegründeten Klöppelkreis um Jelena Gorbunowa und besucht als Kunsthandwerkerin zum zweiten Mal Erlangen, zeigte sich aber zum ersten Mal hier auch auf dem Laufsteg.

Susanne Lender-Cassens

Zusammen mit zwei Models, die gestern ebenfalls eine Premiere erlebten. Erlangens Bürgermeisterinnen, Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß, hatten sich von Nadja Steger nicht lange bitten lassen, als es darum geht, wer mitmacht bei der Präsentation der kostbaren Einzelstücke.

Elisabeth Preuß

Im Detail zu sehen waren die kleinen Kunstwerke im Historischen Saal, und heute noch den ganzen Tag über bietet Jelena Gorbunowa einen Mitmachkurs an.

Susanne Lender-Cassens, Alexandra Jegorowa, Jutta Brandis und Jelena Gorbunowa

Jutta Brandis, an der Volkshochschule für das Kultur zuständig, kennt übrigens Jelena Gorbunowa seit fast 20 Jahren und hat die Kunsthandwerkerin nach Abendberg vermittelt und damit den Anstoß für eine erstaunliche Entwicklung gegeben, über die der Blog auch immer wieder berichtet: die Aufnahme von Jelena Gorbunowa in den Deutschen und Französischen Klöppelverband, ungezählte Seminar und Ausstellungen – und immer wieder Abstecher nach Erlangen, dorthin, wo alles begann.

Alexandra Jegorowa

Gestern begann nun auch alles für Alexandra Jegorowa, das Nesthäkchen des Abends, die selbst Hand anlegt an die feinen Fäden und sich schon als Model vor das Publikum wagt. Wer weiß, wo sie ihre Kunst später noch überall zeigen wird…

Dietmar Hahlweg und Wiktor Malygin

Vergessen sollte man nicht das Russisch-Fränkische Buffet, vorbereitet von den Wladimirer Expatriots Nadja Steger, Natalia Grebnev, Jekaterina Korschofski und Matwej Grigorjew, einem Studenten aus Wladimir. Gelegenheit zum Kennenlernen und Wiedersehen, auch für Dietmar Hahlweg, Ehrendoktor der Universität Wladimir, und Wiktor Malygin, damals Vizerektor, heute Professor em. und Rektor i.R.

Markus Bassenhorst und Irina Chasowa

Oder auch für Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, und Markus Bassenhorst, den Gastgeber des Abends, der weit nach 23.00 Uhr, als sich nach mehr als vier Stunden die letzten Grüppchen auflösten, rundum zufrieden zurückblickte und sich natürlich auf all die Veranstaltungen freute, die noch den ganzen Monat über anstehen.

Othmar Wiesenegger und Jelena Gorbunowa

Zeit ebenso für Othmar Wiesenegger, dem zusammen mit Nadja Steger die Photos dieses Beitrags zu verdanken sind, sich ein wenig zurückzuziehen und mit Jelena Gorbunowa zu sprechen, die einfach nur glücklich war angesichts des Zuspruchs aus dem Publikum.

Reinhard Beer, Susanne Lender-Cassens und Andrej Matwijenko

Dazwischen dann auch noch das Quiz „Wer wird Russionär?“, erdacht von Reinhard Beer, der gestern, bei der mittlerweile zwölften Austragung der „Russisch-Deutschen Wochen“, endlich auch die verdiente Auszeichnung als „Ehren-Russionär“ erhielt, unterzeichnet von Florian Janik und überreicht von Susanne Lender-Cassens zusammen mit Andrej Matwijenko, dem stellvertretenden Generalkonsul.

Alexandra Jegorowa, Jelena Gorbunowa, Elisabeth Preuß, Susanne Lender-Cassens und Anna Schellenberger

Und ein Geschenk an die Stadt Erlangen vom Klöppelkreis: das Golden Tor, gewirkt aus feinsten Fäden.

Susanne Lender-Cassens und Irina Tartakowskaja

Das Quiz hatte es übrigens in sich. Einige knifflige Hürden ließen selbst treue Blogleser auf dem Weg zum Siegerpodest straucheln, etwa die Frage danach, in welchem Jahr diese Plattform nun schon über die Partnerschaft berichte. Da ärgert sich mancher wohl noch lange der auf die mögliche Antwort „im verflixten siebten Jahr“ hereinfiel und damit falsch ankreuzte. Es sind nämlich bereits zehn Jahre… Alles richtig anzugeben, schaffte denn freilich auch niemand. Aber Hans-Joachim Preuß kam mit 16 von 20 möglichen Punkten diesem Ziel am nächsten – und kann sich jetzt auf eine Gratisreise nach Wladimir mit drei Übernachtungen im Erlangen-Haus freuen.

Hans-Joachim Preuß und Susanne Lender-Cassens

Freuen können sich durchaus auch alle, die gestern still im Hintergrund mitwirkten: Wolfram Howein, der den Abend bebilderte, Othmar Wiesenegger, der für neue Photos sorgte, die Runde um Natalia Kaiser, die für die rasche Auswertung der Antwortbögen zum Quiz sorgte, das Küchenteam, die Hausmeister, die bis zum späten Ende ausharrten. Dank an Köstlich & Co., das Geschäft für Feinschmecker, das zum wiederholten Male Preise stiftete. Vor allem aber ein спасибо an die Gäste aus Wladimir – ein gutes Dutzend – und Erlangen – um die einhundert -, die für eine großartige Stimmung sorgten.

 

 

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Erst im August hatte Dmitrij Makejew seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert, nun ist er gestern verstorben. Einen sanften Mann verliert Wladimir, einen klugen Mittler des Ausgleichs, einen bedachten Historiker, der aus der Geschichte gelernt hatte, wie wichtig Versöhnung und Austausch zwischen den Völkern sind. In der Region Moskau geboren, kam der Wissenschaftler 1977 nach Wladimir, um zunächst als Dozent am Pädagogischen Institut zu lehren, wo er sich rasch zum Prorektor emporarbeitete, bevor er 1988 die Leitung der Hochschule – 1993 zur Staatlichen Pädagogischen Universität erhoben und 2011 mit der Polytechnischen Universität zur Wladimirer Staatlichen Universität verschmolzen – bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 übernahm.

Altrektor Dmitrij Makejew, Florian Janik und Ansor Saralidze, Rektor der Universität Wladimir, Herbst 2014

In all diesen Jahren spielte Dmitrij Makejew eine herausragende Rolle in der Geschichte der Städtepartnerschaft: Als regionaler Vorsitzender des Verbands der Völkerverständigung handelte er in einer Nachtsitzung im Hotel Kljasma mit Rudolf Schwarzenbach, dem großen Mentor dieser Kontakte, die Formulierungen für die Charta der Städtepartnerschaft aus, 1985 begann unter seiner Ägide der Austausch mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, und ebenfalls in diese Zeit fiel der Anfang seiner Freundschaft mit Klaus Wrobel, dem Direktor der Erlanger Volkshochschule, die er auch selbst immer wieder zu Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen besuchte. Überhaupt war er der große Kommunikator, erklärte hier wie dort auf Podien und in Seminaren die gesellschaftlichen wie politischen Unterschiede und scheute auch vor der Herausforderung nicht zurück, 1997 mit dem Erlanger Kollegen, Michael Stürmer, russische Sorgen und Befürchtungen angesichts der Nato-Osterweiterung zu diskutieren. Dabei behielt er stets die Verdienste von Mitstreitern in der Sache der Verständigung im Blick und verlieh dem Begründer der Städtepartnerschaft und damaligen Oberbürgermeister Erlangens, Dietmar Hahlweg, 1995 die Ehrendoktorwürde; zwei Jahre später ging die Auszeichnung an Klaus Wrobel.

Wir trauern um Dmitrij Makejew

Es ist still in den letzten Jahren um den ohnehin eher in sich gekehrten Gelehrten geworden, Alter und Gesundheit forderten ihren Tribut. Aber seine besonnene Stimme bleibt hörbar als jene, die ganz zu Anfang des wissenschaftlichen Austausches zwischen Wladimir und Erlangen so vornehm-vernehmlich erklang und bis heute alle Begegnungen durchdringt, in ihnen allen schwingt. So schwer der Verlust, so traurig die Melodie der Threnodie, so beglückend das Vermächtnis: Wenn am Dienstag der Patriarch der Partnerschaft zu Grabe getragen wird, steht – welch eine Fügung des Schicksals! – in der Trauergemeinde auch eine vierköpfige Studentengruppe des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde am Sarg. Ein Abschied, der verpflichtet.

Mehr zu den Leistungen des Verstorbenen hier: https://is.gd/v3BEku

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Im Kreis seiner „Wilden 13“, seines Teams vom Bürgermeister- und Presseamt, nahm gestern abend im würdigen Rahmen des Schlosses zu Tennenlohe Herbert Lerche Abschied von seinem Dienst, den er seit Herbst 1969 mit, wie es Oberbürgermeister Florian Janik formulierte, „einer großen inneren Ruhe und einem weiten Überblick, unglaublich gut vernetzt mit der Verwaltung und der Stadtgesellschaft“ versah, vor allem in den 17 Jahren als stellvertretender Leiter der Bürgermeister- und Presseamtes, bis er 2003 das Ordnungs- und Straßenverkehrsamt übernahm und 2012 als Nachfolger von Helmut Schmitt an die Spitze des Bürgermeister- und Presseamtes zurückkehrte. Vier Oberbürgermeistern – Heinrich Lades, Dietmar Hahlweg, Siegfried Balleis und Florian Janik – hat er über all die Jahre treu gedient, und für seine vielen Mannschaften zeigte er sich in all den wechselnden Positionen immer als Libero mit viel Gespür für die jeweiligen persönlichen Stärken in seiner „Elf“. Genug Stoff für eine Sonderausgabe vom „Rathausplatz 1“ in einer Auflage von 300 Exemplaren in einmaliger Erscheinungsweise, kostenlos verteilt vom Zeitungsjungen Andrea Kaiser – mit einem Artikel mit dem Titel „Herbert Lerche und Wladimir“ aus der Feder von Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg und Peter Steger:

Herbert Lerche im Blauen Himmel, Wladimir, Juni 2016

Herbert Lerche im Blauen Himmel, Wladimir, Juni 2016

Zu den vielfältigen Aufgaben, die Herbert Lerche bearbeitete, gehörte ab 1983 der ebenso brisante wie spannende Start der Städtepartnerschaft mit Wladimir. Bevor Dagmar Paliwal und Peter Steger ab der zweiten Jahreshälfte 1987 den Kontakt übernahmen, war es Herbert Lerche, der die ersten vier, besonders heiklen und intensiven Jahre der Partnerschaft mit großem Engagement und viel Fingerspitzengefühl betreute:

Herbert Lerche

Herbert Lerche

Da war die Reise der ersten Erlanger Stadtratsdelegation nach Wladimir vom 28. Juli 1983 zu organisieren, der noch im gleichen Jahr Besuche der Volkshochschule, der Gewerkschaft ÖTV und Anfang Juni 1984 einer Jugendleiterdelegation folgten. Zu einer schwierigen, aber rundum gelungenen Bewährungsprobe wurde für Herbert Lerche und das Team des Bürgermeisteramtes dann der Besuch der ersten offiziellen Delegation aus Wladimir in Erlangen vom 18. bis 24. Juni 1984, gipfelnd in einem mutigen Austauschprogramm für die Jahre 1984 bis 1987, darunter das große Turnerfest mit Eberhard Ginger und den Wladimirer Olympiasiegern.

Andrea Kaiser als Zeitungsjunge

Andrea Kaiser als Zeitungsjunge

Der gegenseitige Austausch nahm Fahrt auf und fand mit den Kultur- und Sporttagen in Wladimir vom 7. bis 13. September 1986 mit über 100 Gästen aus Erlangen seinen Höhepunkt. Zur Vorbereitung dieser wiederum bestens gelungenen Veranstaltung war Herbert Lerche zusammen mit Georg Leipold und Herbert Halbgebauer vom Kulturamt nach Wladimir gereist. Ja, und auch die förmliche Besiegelung der Partnerschaft, die im Rahmen der Wladimirer Kultur- und Sporttage in Erlangen vom 29. Mai bis 4. Juni 1987 erfolgte und zu der die zweite offizielle Delegation aus Wladimir mit insgesamt 80 Aktiven aus Sport und Kultur angereist war, hat Herbert Lerche maßgeblich mitorganisiert.

Sabine Lotter und Silvia Klein mit Herbert Lerche

Sabine Lotter und Silvia Klein mit Herbert Lerche

Das große persönliche Engagement des stellvertretenden Amtsleiters zeigte sich auch darin, mit welchem Erfolg er zusammen mit Klaus Wrobel 1984 an der VHS den Freundeskreis Wladimir gründete und viele Jahre intensiv betreute. Kein Zweifel: Herbert Lerche hat sich um die zunächst von vielen für utopisch gehaltene lebendige Bürgerpartnerschaft mit Wladimir sehr verdient gemacht.

Dietmar Hahlweg und Peter Steger

Herbert Lerche, umgeben von Elisabeth Preuß, Florian und Sylvia Janik, Gabriele Lerche, Sabine Lotter, Dietmar und Heidi Hahlweg, Marlene Wüstner und Susanne Lender-Cassens

Herbert Lerche, umgeben von Elisabeth Preuß, Florian und Sylvia Janik, Gabriele Lerche, Sabine Lotter, Dietmar und Heidi Hahlweg, Marlene Wüstner und Susanne Lender-Cassens

Ein russisches Sprichwort sagt: „Wo andere Menschen ihre Seele haben, da tragen Beamte nur ihre polierten Knöpfe zur Schau.“ An Herbert Lerche zeigt sich, wie sehr der Volksmund irren kann. Nie hat der am 8. Mai 1952 geborene Erlanger – so oft man ihn auch auf dem Fahrrad sieht – nach oben gebuckelt und nach unten getreten, und gerade die Städtepartnerschaften verdanken seinem von Vertrauen geprägten Führungsstil ihr reibungsloses Funktionieren auf der Ebene der Verwaltung, ein in seiner Bedeutung oft unterschätztes Element, das wesentlich zum Erfolg beiträgt. Einen guten Chef zeichnet aber vor allem eines aus: die gute Regelung der eigenen Nachfolge. So wie Helmut Schmitt erst zu einem richtig guten Chef wurde, als es ihm gelang, mit seinem Ausscheiden Herbert Lerche zurück ins Bürgermeister- und Presseamt zu holen, so bewies dieser so recht, wie gut er ist, als er erfolgreich Sabine Lotter als künftige Leiterin der Erlanger „Staatskanzlei“ vorschlug. Gut für das ganze Team und sicher gut für die Partnerschaft mit Wladimir und den anderen Städten und Gemeinden in aller Welt.

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Beim gestrigen Finale der 5. Russisch-Deutschen Wochen gab es nur Sieger – im Großen wie im Historischen Saal der Volkshochschule Erlangen. Vor allem die Vortragsveranstaltungen und der Liederabend waren, wie Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der VHS sowie preiswürdiger Produzent und Regisseur des Programms, hochzufrieden konstatieren konnte, bestens besucht und zeigten durchweg ein hohes Niveau.

Jelena Ljubar und Klaus Becker

Jelena Ljubar und Klaus Becker

Noch deutlicher wurde Christine Flemming, Leiterin der Volkshochschule, in ihrer Begrüßung, als sie versprach: „Dies waren bestimmt nicht die letzten Russisch-Deutschen Wochen!“ Eine Anerkennung nicht nur für die vielen Dozenten und Interpreten sowie das Organisationsteam, vor allem auch für die vielen ehrenamtlichen Helferlein, die vor allem diesen Abschlußabend auch kulinarisch zu einem Genuß machten.

Jelena Ljubar mit Doris Lang, sowie Angela und Hartmut Dörfler

Jelena Ljubar mit Doris Lang, sowie Angela und Hartmut Dörfler

Star des Abends war freilich unbestritten Jelena Ljubar. Ihren Vortrag über die architektonischen Wunder der Wladimirer Rus ging sie in ihrer zupackend-herzlichen Art und Weise an, wie ihre so ansprechenden Stadtführungen: mit dem geballten Wissen einer Kunsthistorikerin und der Vermittlungskunst einer passionierten Pädagogin, gepaart mit einem präzisen Gefühl für Publikum und Pensum.

Jelena Ljubar

Jelena Ljubar

Es ist schon eine besondere Kunst, innerhalb einer Dreiviertelstunde die Anfänge der russischen Staatlichkeit von der Kiewer über die Wladimirer bis hin zur Moskauer Rus, also die Periode vor dem Zartentum, auszuleuchten und in gesamteuropäische Zusammenhänge zu stellen, ohne dabei die Zuhörer mit Jahreszahlen und Namen zu traktieren. Möglich ist das nur, wenn man so in der Materie lebt und denkt, wie Jelena Ljubar.

Volles Haus im Großen Saal der Volkshochschule

Volles Haus im Großen Saal der Volkshochschule

Was alles in ihr steckt, ließ die Mitarbeiterin des Wladimirer Landesmuseums dann bei den anschließenden Fragen noch einmal so richtig hell aufblitzen. Aber da drängte dann doch schon die Zeit, denn nebenan, im Historischen Saal, wartete bereits das russisch-fränkische Buffet – und das Quiz „Wer wird Russionär?“ mit 21 Fragen hauptsächlich zu Wladimir, aber auch zur russischen Landeskunde insgesamt.

Reinhard Beer

Reinhard Beer

„Viel zu schwer für mich“, klagte Christine Flemming schon vorab im Gespräch nach einem kurzen Blick auf die drei gelben Seiten, und bei der Begrüßung meinte sie gar: „Wenn die Volkshochschule den Fragenkatalog zusammengestellt hätte, wäre es bestimmt leichter geworden.“ Weit gefehlt, Frau Direktorin! Sie hatte sich und die Abendgesellschaft gehörig unterschätzt.

Nadja Steger und Reinhard Beer

Nadja Steger und Reinhard Beer

Rasch stellte das Bewertungstrio – Natalia Kaiser, Nadja Steger und Reinhard Beer – nämlich fest: Kaum jemand war bei der Punktezahl im einstelligen Bereich geblieben. Mehr noch: Es gab vier Mal das gleiche Ergebnis mit 19 richtigen Antworten auf die 21 Fragen. Da konnte nur das Los entscheiden.

Christine Flemming, Reinhard Beer, Elisabeth Preuß, Dagmar Denzler und Peter Steger

Christine Flemming, Reinhard Beer, Elisabeth Preuß, Dagmar Denzler und Peter Steger

Dies war die Stunde der Glücksfee, Elisabeth Preuß, der als Bürgermeisterin mit Partnerschaftsexpertise die Aufgabe zukam, den ersten Preis, einen Sprachkursgutschein,  an die neue Russisonärin, Dagmar Denzler, zu verleihen. Eine verdiente Siegerin, die im Sommer vergangenen Jahres an der vom Freundeskreis Wladimir und Erlangen-Haus veranstalteten Studienreise teilgenommen hatte. Wie sich nun zeigt – mit großem Gewinn.

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Inge Howein

Natalia Kaiser, Nadja Steger und Inge Howein

Verdient haben ihre Preise aber natürlich alle, etwa Inge Howein, die ebenfalls 19 Punkte erreicht hatte, oder – hört, hört! – Christine Flemming, die, ebenso wie Elisabeth Preuß, nur einen Platz dahinter zu liegen kam. So unbeantwortbar können die Fragen dann ja doch nicht gewesen sein…

Elfriede Vittinghoff

Elfriede Vittinghoff

Eine davon übrigens lautete, wann die Volkshochschule ihr Engagement für Wladimir aufgenommen habe: Anfang der 80er Jahre, Ende der 80er Jahre oder 1993? Ja, bereits Anfang der 80er Jahre, noch vor Aufnahme der partnerschaftlichen Beziehungen hatte die VHS unter Klaus Wrobel bereits Bürgerreisen nach Wladimir im Programm und damit eine Tradition begonnen, die bis heute mit den Stationen „Arbeitskreis Wladimir“, „Arbeitskreis Ost“, „Club International“, „Freundeskreis Wladimir“ sowie „Russisch-Deutsche Wochen“ fortlebt und die Volksdiplomatie so richtig aufleben läßt, von Mal zu Mal und gestern allemal wieder ganz besonders. Wie gesagt: Es gab nur Sieger und natürlich eine Russionärin.

 

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Fragt man nach dem Erfolgsrezept der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir, gehört zu den wichtigsten Zutaten unbedingt die Kontinuität in den kollegial-freundschaftlichen Beziehungen der politischen Spitzen hier wie dort. Das weiß niemand besser als Nikolaj Winogradow, der in seiner Amtszeit von 1996 bis 2013 stets darauf bedacht war, zu Erlangen auf allen Ebenen beste Kontakte zu unterhalten, alte Freundschaften zu pflegen und immer bereit zu sein, auch neue Verbindungen einzugehen. Stets im Geist der Verständigung und unter seinem Motto: „Es gibt keine schlechten Völker, Nationen oder Parteien, es gibt nur schlechte Menschen.“

Florian Janik und Nikolaj Winogradow

Florian Janik und Nikolaj Winogradow

Nach Erlangen freilich ist der Politiker im Ruhestand gekommen, um all die guten Menschen wiederzusehen, die er in den Jahren einer engen Zusammenarbeit kennengelernt hatte. Besonders freut es ihn da, nun auch zum ersten Mal mit Florian Janik zusammenzutreffen und sich davon überzeugen zu können, wie sehr sich Erlangens Oberbürgermeister in der Tradition seiner Vorgänger im Amt, Dietmar Hahlweg und Siegfried Balleis, sieht, gerade wenn es um die Bedeutung der deutsch-russischen Verständigung geht. Da verstehen sich die beiden auf Anhieb.

Nikolaj Winogradow im stillen Gedenken an Gerd Lohwasser

Nikolaj Winogradow im stillen Gedenken an Gerd Lohwasser

Von einem alten Freund konnte der Gast nur noch stillen Abschied nehmen. Mit Gerd Lohwasser hatte Nikolaj Winogradow vieles eng verbunden: Geradlinigkeit, Zugewandtheit, Überzeugungskraft, Verläßlichkeit und vor allem dieser besondere Sinn für Humor und Pointe. So unterschiedlich sie ihrer Parteizugehörigkeit nach waren – der eine führender Kopf in der CSU, der andere aus dem Leitungskader der Kommunistischen Partei -, verstanden sie einander doch prächtig und waren einander in freundschaftlichem Respekt zugetan. Gute Menschen eben.

Russische Wochen in Erlangen 2016: Reinhard Beer, Peter Steger, Nikolaj Winogradow und Christine Flemming

Russische Wochen in Erlangen 2016: Reinhard Beer, Peter Steger, Nikolaj Winogradow und Christine Flemming; Photo: Günter Wolf

Es war wohl sein Credo von der Macht der guten Menschen, sein Glaube an jene, die für Verständigung und Versöhnung eintreten, gemischt mit seinem verschmitzten Witz, was das Publikum am Montagabend im Club International der Volkshochschule so für den Referenten einnahm. Sicher aber auch seine große Dankbarkeit dafür und seine ansteckende Freude darüber, was er alles in seiner aktiven Zeit in der Zusammenarbeit mit Erlangen hat erleben und gestalten dürfen: besonders das Erlangen-Haus und der Blaue Himmel, die ohne Nikolaj Winogradows Unterstützung – auch wenn er selbst das nie so formulieren würde – kaum hätten Wirklichkeit werden können.

Russische Wochen in Erlangen 2016: Siegfried Balleis, Rudolf Schwarzenbach und Klaus Wrobel

Russische Wochen in Erlangen 2016: Siegfried Balleis, Rudolf Schwarzenbach und Klaus Wrobel, im Hintergrund Dieter Argast; Photo: Günter Wolf

Zum gestrigen Abschiedsessen lud denn auch Nikolaj Winogradow, der heute wieder die Heimreise antritt, all seine engsten Erlanger Freunde ein – und erlebte etwas, das zu dieser Bürgerpartnerschaft gehört und doch immer wieder überrascht: Er begegnet einem alten Bekannten aus Wladimir, Fjodor Lawrow, der, eben erst angekommen, als Gründungsmitglied von Rotary Wladimir zur Ausarbeitung eines neuen Projekts bei seinen deutschen Klubfreunden zu Gast ist. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte, die ein andermal zu erzählen ist.

Angelika Balleis, Ludmila Winogradowa, Ludmila Kondratenko, Fjodor Lawrow, Dietmar Hahlweg, Klaus Wrobel, Siegfried Balleis, Peter Steger, Nikolaj Winogradow, Rudolf Schwarzenbach und Rainer Hornschild

Angelika Balleis, Ludmila Winogradowa, Ludmila Kondratenko, Fjodor Lawrow, Dietmar Hahlweg, Klaus Wrobel, Siegfried Balleis, Peter Steger, Nikolaj Winogradow, Rudolf Schwarzenbach und Rainer Hornschild; Photo: Nadja Steger

Es blieb schließlich Dietmar Hahlweg überlassen, prägnant dem Geist der Begegnungen mit Nikolaj Winogradow und der Partnerschaft insgesamt Ausdruck zu verleihen: „Wir sind alten Freunden treu und für neue immer offen.“ Ein Wahlspruch, der sich über mehr als 30 Jahre bewährte, eine Maxime, die noch lange Zeit währen möge.

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„Nichts brauchen wir derzeit mehr als solche Inseln der Freundschaft“, betont Nikolaj Winogradow immer wieder bei seinem Wiedersehen mit Freunden in Erlangen. Der ehemalige Gouverneur der Region Wladimir hat in seiner Amtszeit von 1997 bis 2013 und bereits davor als Abgeordneter und späterer Präsident der Gesetzgebenden Versammlung (Duma) alles getan, um die Zusammenarbeit der Partnerstädte zu fördern, ohne sich in die interkommunalen Beziehungen einzumischen. Kaum eine offizielle Delegation aus Erlangen, die nicht von ihm empfangen worden wäre, kein Großprojekt – wie das Erlangen-Haus oder der Blaue Himmel -, das er nicht maßgeblich unterstützt hätte. Kurzum: Die Bürgerpartnerschaft wäre nicht, was sie ist ohne das Mitwirken von Nikolaj Winogradow, der bei all seinen Besuchen in Erlangen – der letzte liegt nun freilich schon bald zehn Jahre zurück – immer auch das Gespräch mit Ehrenamtlichen und Interessierten suchte, besonders im Forum der Volkshochschule, wo er bereits in den 90er Jahren in dem von Klaus Wrobel geleiteten „Arbeitskreis Wladimir“ seine Sicht der Dinge vorstellte.

Ludmila und Nikolaj Winogradow

Ludmila und Nikolaj Winogradow

Stets anschaulich, pragmatisch und konstruktiv, ganz so wie er, ursprünglich aus dem Baugewerbe kommend, auch Politik machte. Nie ideologisch, wenngleich leitendes Mitglied der Kommunistischen Partei, sondern stets, wie ihm auch heute noch festzustellen wichtig ist, nach dem Buchstaben des Gesetzes und im Geist der Menschenliebe. Allein schon die lange Amtszeit, die übrigens mit der von Altoberbürgermeister Siegfried Balleis zusammenfällt, weist darauf hin, welch großen Respekt er sich in der Bevölkerung seiner Region erworben hatte. Man darf also gespannt sein, wenn Nikolaj Winogradow morgen um 20.00 Uhr im Club International der Volkshochschule mit seinem Vortrag über die gegenwärtige Lage in seinem Land – mit anschließender Diskussion – die Russischen Wochen eröffnet.

Siegfried und Angelika Balleis, Ludmila und Nikolaj Winogradow sowie Ludmila Kondratenko

Siegfried und Angelika Balleis, Ludmila und Nikolaj Winogradow sowie Dolmetscherin Ludmila Kondratenko

Wer jetzt noch nicht neugierg geworden ist, sei versichert, kein knochentrockenes Polit-Referat absitzen zu müssen, denn bei allem notwendigen Ernst, mit dem er jede Sache angeht, sitzt ihm der Schalk im Nacken, weiß er alles mit Humor zu nehmen. Kleine Kostprobe gefällig? Von seinem deutschen Freund darum gebeten, sich ins Gästebuch einzutragen, überlegt Nikolaj Winogradow kurz und lockert die Gedanken erst einmal mit einem Witz: Trifft ein Wolf im Wald ein Pferd. „Dich will ich fressen“, knurrt der Räuber seine Beute an. „Darfst du nicht!“ bekommt er da als Antwort zu hören. „Wie das? Ich darf, was ich will!“ – „Eben nicht, ich gehöre nämlich der Kolchose.“ – „Das kann jeder behaupten. Beweise mir das erst einmal.“ – „Ganz einfach: Das steht auf meinem Schweif. Schau doch nach, da kannst du es selber lesen.“ Der Wolf geht um das Pferd herum, sieht sich den Schweif an und bekommt im selben Moment einen Schlag mit dem Huf. Als er wieder zu sich kommt, kratzt er sich den Kopf und brummt: „Ich bin dir aber aber auch ein Blödmann. Ich kann doch gar nicht lesen…“

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Christine Flemming, Leiterin der Volkshochschule, traf die Stimmung des gestrigen Russischen Abends im Club International, als sie meinte, diese Begegnungen seien dazu da, nicht nur mit den Gästen aus Wladimir einen schönen gemeinsamen Abschluß zu feiern, sondern auch Lust zu machen, einmal wieder nach Erlangen zu kommen. Und gekommen waren viele: die beiden je zwanzigköpfigen Gruppen aus dem Erlangen-Haus und vom Lehrstuhl für Philosophie und Religionswissenschaften, die Praktikantinnen von der WAB Kosbach, das Künstlerehepaar Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko, die Ärztefamilie Jewgenij, Olga, Natalia und Alexander Nikolajew… – von den Mitgliedern des Freundeskreises Wladimir und den Quartiergebern ganz zu schweigen.

Kein Sitzplatz mehr im Club International

Kein Sitzplatz mehr im Club International

Just bei dem, verantwortlich für die private Unterbringung und das landeskundliche Programm der Deutschkursteilnehmer aus dem Erlangen-Haus, bedankte sich Irina Chasowa für die gelungene Organisation und führte in Erwiderung auf die Worte von Christine Flemming sich selbst als überzeugendes Beispiel an: „Ich bin schon so oft wiedergekommen, daß ich gar nicht mehr mit dem Zählen nachkomme!“ – Und immer wieder gern und besonders zum zweiwöchigen Sommer-Deutschkurs der Volkshochschule Erlangen, so gern, daß sie dafür sogar Urlaub nimmt. Aber davon spricht sie nicht. Das gehört sich fast schon so als Herbergsmutter des Erlangen-Hauses.

Irina Chasowa

Irina Chasowa

Der Einladung zum Russischen Abend mit seinem bunten Vortragsprogramm folgten auch einige derer, die im Mai zum zwanzigjährigen Jubiläum des Erlangen-Hauses mit Oberbürgermeister Florian Janik nach Wladimir gereist waren und spätestens seit dieser Fahrt wissen, welche unverzichtbare Rolle diese Residenz der deutsch-russischen Volksdiplomatie für die Städtepartnerschaft spielt.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Platz ist in der kleinsten Hütte

Die nämlich, das hat Erlangens Stadtoberhaupt in unzähligen Begegnungen erlebt, hat eine erstaunliche Eigendynamik und kann längst nicht mehr „allein von den Oberbürgermeistern oder einem Mitarbeiter im Rathaus allein mit Leben erfüllt werden.“ Vielmehr seien es doch all die Ehrenamtlichen, die gerade in politisch kritischem Umfeld das segensreiche Geschäft der Verständigung betreiben, neue Projekte ersinnen und den Austausch fortsetzen.

Wolfram Howein, Irina Chasowa und Barbara Wittig

Wolfram Howein, Irina Chasowa und Barbara Wittig

Wie um die Worte Florian Janiks zu bekräftigen überreichten dann auch Barbara Wittig und Wolfram Howein vom „Förderverein Rotes Kreuz Wladimir“ an Irina Chasowa eine Spende in Höhe von 2.250 Euro für die Fortsetzung des Projektes „Häusliche Pflege“. Ein Betrag, der es Olga Dejewa, der Vorsitzenden des Roten Kreuzes Wladimir, ermöglichen wird, die Versorgung von schwerkranken Patienten weiterzuführen, solange es in der Partnerstadt noch kein Hospiz gibt.

Rolf Bernard und Florian Janik

Rolf Bernard und Florian Janik; im Hintergrund Claudia Gebele und Jutta Schnabel vom Orga-Team des BDKJ

Aber auch im Gespräch mit Rolf Bernard, der in seiner aktiven Zeit die Kontakte für das Erzbischöfliche Jugendamt nach Wladimir aufgebaut hat und jetzt ehrenamtlich das Projekt „Pilgerhaus“ für die Rosenkranzgemeinde betreut, erfährt Erlangens Oberbürgermeister, wie intensiv sich mittlerweile – dank ehrenamtlichem Engagement des Orga-Teams um Jutta Schnabel – die Kontakte im Zusammenspiel mit dem Bund der Katholischen Jugend, der Rosenkranzgemeinde und der Universität Wladimir gestalten. Und er sieht, was sich noch so alles „am Rande“ der Veranstaltung tut.

Jelena Jermakowa, Rainer F. Schulz und Jurij Iwatko

Jelena Jermakowa, Reiner F. Schulz und Jurij Iwatko

Da trifft sich der Künstler Reiner F. Schulz mit seinen Kollegen Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko, die mittlerweile die Skulptur „Das letzte Opfer“ in Tennenlohe fast fertiggestellt haben und nun hoffen, den Erlanger Kollegen bald einmal in ihrer Heimat begrüßen zu können.

Andrej Schebanow, Anna Igolkina, Willi Merz und Jekaterina Lytschagina

Andrej Schebanow, Anna Igolkina, Willi Merz und Jekaterina Lytschagina

Da löst Willi Merz sein spontanes Versprechen vom Mai des Jahres ein, die Reise von drei Preisträgern eines Wettbewerbs des Erlangen-Hauses mit einer Spende der Max-und-Justine-Elsner-Stiftung in Höhe von 1.250 Euro zu unterstützen – und kann sich bei der beklatschten Präsentation des Trios gleich davon überzeugen, wie sinnvoll dieses Geld angelegt ist.

Wolfgang Morell im Interview mit Tomix-TV

Wolfgang Morell im Interview mit Tomix-TV

Da nutzt das mit der Studentengruppe der Universität Wladimir angereiste Team von Tomix-TV die Gelegenheit, mit Wolfgang Morell, einem der allerersten deutschen Kriegsgefangenen in Wladimir, ein Interview zu machen. Als ein Teil eines auf viele Folgen angelegten Films über den Austausch zwischen den Partnerstädten.

Klaus Wrobel und Reinhard Beer

Klaus Wrobel und Reinhard Beer

Und da sind Klaus Wrobel und Reinhard Beer, die zu den Menschen gehören, ohne die, um mit Florian Janik zu sprechen, die Partnerschaft nicht zu dem geworden wäre, als was wir sie heute kennen und schätzen. Den beiden nämlich, dem ehemaligen Leiter der Volkshochschule ebenso wie dem heutigen Chef der Sprachenabteilung, ist es zu verdanken, wenn das Erlangen-Haus seit fast zwei Jahrzehnten so erfolgreich mit dem Goethe-Institut Moskau zusammenarbeitet.

Reinhard Beer und ein Siegerquartett aus Wladimir

Reinhard Beer und ein Siegerquartett aus Wladimir

Und da sind natürlich die Hauptakteure, die Gäste aus Wladimir, die am Morgen eine Stadt-Rallye zu absolvieren hatten mit 20 durchaus kniffligen Fragen zu Geschichte und Gegenwart Erlangens, vom Nürnberger Tor bis zum Pauli-Brunnen, vom Markgrafen Christian Ernst bis zur Sophienkirche der Ritterakademie. Ohne Helferlein aus dem Internet! Nur durch Erkundung, Nachfrage, dank Teamgeist. Wer gewonnen hat, ist dabei weniger wichtig. Es galt allein, Erlangen zu entdecken, Lust zu bekommen, um nochmals Christine Flemming aufzugreifen, wiederzukommen in die Partnerstadt.

Leni Plack, Marina Gedina und Leonhard Plack

Leni Plack, Marina Gedina und Leonhard Plack im Febraur 2013

Einer freilich war gestern nicht da. Er mußte bereits wegen einer bevorstehenden Operation seine Teilnahme an der Reise nach Wladimir im Mai absagen. Leonhard Plack, der zur Kerntruppe der Monteure am Erlangen-Haus um Helmut Eichler gehörte, ist im Alter von 78 Jahren am vergangenen Sonntag verstorben und wird heute zu Grabe getragen. Irina Chasowa, die er besonders in Herz geschlossen hatte, wird seinem Sarg im Trauerzug folgen. Kein Thema für Mikrophon und Bühne. Aber da ist einer gegangen, ohne den die Partnerschaft auch nicht zu dem geworden wäre, als die wir sie heute kennen und schätzen. Leo war gestern nicht da. Er wird uns nun immer fehlen!

Siehe auch: http://is.gd/GE3ZRd

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