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Posts Tagged ‘Klaus Kobjoll’


Heute beenden Nicole Kobjoll-Setzer und Ehemann Marcel sowie ihr Sohn Max ihren Aufenthalt in Wladimir. Eingeladen hatte Anna Schukowa, Vorsitzende des regionalen Hotel- und Gaststättenverbands, die kurz vor Weihnachten den Schindlerhof in Boxdorf mit dem Ziel besucht hatte, Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu erkunden.

Anna Schukowa, Nicole Kobjoll mit Ehemann Marcel Setzer und Sohn Max sowie Peter Steger

Nun war es an den Gästen, die mit Klaus und Renate Kobjoll für den internationalen Erfolg des vielfach ausgezeichneten Schindlerhofs stehen, erst einmal zu sehen, in welchen Bereichen eine Kooperation mit Wladimir möglich und sinnvoll wäre. Da kann eine Besichtigung des Erlangen-Hauses nie schaden, wo schon, die Bauphase eingerechnet, seit 25 Jahren Tag für Tag bewiesen wird, wie fruchtbar ein deutsch-russisches Gemeinschaftsunternehmen wirken kann, wenn man es richtig angeht. Bleibt der Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir nur zu wünschen, daß sie nun auch noch eine gastronomische Note erhält. Eine Bestnote.

Mehrzweckhalle in Susdal

Wie es gemeinsam gehen kann, sehen die Gäste auch bei einem Abstecher nach Susdal, wo nicht nur der riesige, vor 40 Jahren errichtete Hotel- und Kongreßkomplex am Rande der Stadt runderneuert wird, sondern auch mit Traumblick auf das architektonische Märchen aus dem russischen Mittelalter ein modernes Freizeitzentrum entsteht, das den bis zu 700 Gästen des Hauses ebenso wie Touristen und Einheimischen zur Verfügung stehen soll.  Geplant und projektiert in Zusammenarbeit mit dem Studio Gollwitzer, vermittelt durch die Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir.

Amphitheater in Susdal

Hinter diesem Erfolg steht Oleg Schukow, ein russischer Selfmademan, von der Art, wie man sie dem Land – gern in größerer Zahl – nur wünschen kann. Der Bauunternehmer hat bereits im Mai 2010 Kontakt zu Erlangen aufgenommen, als er sein Spaßbad zu konzipieren begann, das verschiedener bürokratischer Hemmnisse wegen erst jetzt Gestalt annimmt. Mehr dazu unter: https://is.gd/qKiKwh

Oleg und Anna Schukowa mit Familie Kobjoll-Setzer, Peter Steger sowie Max und Gleb

Ein Erfolg, der freilich nicht möglich wäre ohne die politische und administrative Unterstützung durch Sergej Sacharow, den ehemaligen Oberbürgermeister von Wladimir und jetzigen Stadtdirektor von Susdal, vor seiner politischen Karriere selbst Unternehmer. Wenn 2024 Susdal im Glanz seiner Geschichte das tausendjährige Jubiläum feiern kann, wird das ganz wesentlich diesen beiden kreativen Machermännern zu verdanken sein.

Peter Steger und Sergej Sacharow

Der Vollständigkeit halber sei nur noch vermerkt: Susdal und Rothenburg feiern heuer auch schon 30 Jahre Partnerschaft, damals vermittelt und angeregt von Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg. Dito: Eine Partnerschaft, wie man sie den Ländern – gern in größerer Zahl – nur wünschen kann.

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Wer in Wladimirs bester Lage mit Blick auf die weiten Kljasma-Auen und die schier unendlich hingebreiteten Wälder nächtigen will, kennt das Hotel, wer die russische Küche, meisterhaft zubereitet, in apart-geschmackvoller Atmosphäre genießen möchte, schätzt das Restaurant in der „Wosnesenkaja Sloboda“ – https://vsloboda.ru -, das führende Haus am Platz, gegründet und geführt von Anna Schukowa. Bayerns Innenminister, Joachim Herrmann, war hier vor viereinhalb Jahren zu Gast, zuvor schon hatte Professor Heinz Gerhäuser hier Quartier bezogen, erst im November gaben sich Dirk von Vopelius, Präsident der IHK Nürnberg, und Erlangens Wirtschaftsreferent, Konrad Beugel, hier die Ehre, und kaum eine offizielle Delegation aus Wladimirs Partnerstadt, die nicht hier bewirtet würde. So viel sie schon in ganz Europa und natürlich auch Deutschland auf der Suche nach guten Weinen oder kulinarischen Anregungen unterwegs war, nach Erlangen hatte es die Mutter von vier Söhnen noch nie geschafft.

Willkommen, Anna Schukowa!

Nun also endlich von Donnerstag bis zum Heiligen Abend die Premiere, die – das darf man jetzt schon sagen, ohne zu viel zu verraten – bei aller Kürze der Zeit den vielversprechenden Auftakt zu einer „Nouvelle Cuisine“ der Partnerschaft macht. Anna Schukowa firmiert nicht nur als Besitzerin und Geschäftsführerin der „Wosnesenskaja Sloboda“, sie leitet auch ein weiteres Feinschmecker-Restaurant in Susdal und sitzt dem Hotel- und Gaststättenverband der Region Wladimir vor. Gerade erst ist aus ihrer Feder das Buch „Ein Fest nach Rezept – Ihre Lieblingsspeisen von Köchen des Goldenen Rings“ in einer Auflage von 4.000 Exemplaren im Moskauer Verlag „Э“, ISBN 978-5-699-97473-3, erschienen.

Klaus Kobjoll mit Tochter Nicole und Anna Schukowa

Viel zu besprechen gab es da denn auch im „Schindlerhof“ zu Boxdorf, dessen Gründer, Klaus Kobjoll, dank seinen zahlreichen Publikationen auf Russisch und all den von ihm abgehaltenen Seminaren von Moskau über Nischnij Nowgorod bis Irkutsk natürlich schon lange auch Anna Schukowa als Leitstern gilt. Noch gibt es nur handschriftliche Notizen zu den Gesprächen, der Entwurf einer Rezeptur der Zusammenarbeit bleibt noch unter Verschluß, aber das Päckchen unter dem Christbaum der Partnerschaft verspricht allen Gourmets der deutsch-russischen Küche für das kommende Jahr viele köstliche Überraschungen. Es ist angerichtet!

Roadhouse Blues aus der Jukebox von Klaus Kobjoll

Anna Schukowa, gelernte Köchin mit einem Studienabschluß der Betriebswirtschaft in Moskau und einem Diplom der „Akademie für Tourismus“ in Wladimir, genießt übrigens bei aller Liebe zur Raffinesse und ihrem „kulinarischen Gen“ die bodenständige Küche, tradiert von Mutter und Großmutter noch aus der Kinderzeit in Orenburg, südlich des Urals, wo es keine Fertiggerichte gab, die bei der Hausfrau aus Passion übrigens bis heute nicht in den Topf kommen.

Guten Appetit, Anna Schukowa!

Ein weiteres Prinzip der Besucherin: Alles essen, gern auch Butter, Sahne, Fett, alles, was schmeckt. Nur eben in Maßen. „Vom Guten nur wenig“, wie das russische Sprichwort sagt. Das gilt auch für die Bratwurst, von der eine im Weckla zum genußvollen Mittagessen vollauf genügt. Bei der Diät versagt man sich keine Freude, ohne die Figur aus der Form geraten zu lassen.

Anna Schukowa und Benjamin Förtsch

Viel Wert legt Anna Schukowa, die mit ihrem Team schon den Titel „Chef a la Russe“ gewonnen hat, auf Nachhaltigkeit bei den Lebensmitteln, ihre Lieferanten kennt sie persönlich; weniger hatte sie bisher dieses Thema beim Betrieb ihres 22-Zimmer-Hotels im Auge. Doch da will sie nun vom Kreativ-Hotel „Luise“ lernen, dem Flaggschiff für ökologisches Wirtschaften in Erlangen: Einsparen von Müll und Energie, Einbeziehung von Natur in das Gastgewerbe, Verwendung von biologisch unbedenklichen und wiederverwertbaren Materialien, aber auch ein sozialer Umgang mit dem Personal, von der persönlichen Betreuung der Kunden ganz zu schweigen.

Frohe Weihnachten: Oberbürgermeister Florian Janik und Anna Schukowa

Erst zum Ausklang der Waldweihnacht dann findet Anna Schukowa Zeit, die Partnerstadt zu erkunden, die ihr ältester Sohn bereits mit der Schwimmschule und ihr Mann auf Geschäftsreise besucht haben, und trifft prompt auf einen verblüfften Oberbürgermeister, der zwar weiß, wie intensiv die Kontakte sind, sich dann aber doch wundert: „Sogar über die Feiertage noch Besuch aus Wladimir hier?“

Erlanger Waldweihnacht: Innenminister Joachim Herrmann, Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, Anna Schukowa und Peter Steger

Und Anna Schukowa, wie schafft sie das alles? Im Vorwort zu ihrem Buch versucht sie eine ehrliche Antwort:

Wie ich das alles schaffe, weiß ich selbst nicht. Ich lebe einfach, arbeite, beschäftige mich mit den Kindern und im Haushalt, kümmere mich um meinen Mann, tue, was ich gerne tue und was mir besonderes Vergnügen bereitet – kochen.

Anna Schukowa 8

Weihnachtsbaum „Jolka“, gebastelt von Anna Schukowa

Aber das ist natürlich längst nicht alles: Die Frau des guten Geschmacks bastelt auch noch gern für Freunde, besonders zu Weihnachten. Sie selbst ist gestern wieder nach Wladimir abgereist, aber ihr süßer Gruß bleibt zurück – und das Versprechen, bald, im Frühling, wiederzukommen mit dem deutsch-russischen Rezept für die „Nouvelle Cuisine“ der Partnerschaft.

Bis dahin tröste uns der Roadhouse Blues von den Doors aus der Jukebox von Klaus Kobjoll: https://is.gd/Ff4LiC

 

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Russische Gastfreundschaft gilt allen, die sie je erlebt haben, schon fast als ein Weltkulturerbe. Aber, so meint zumindest Fjodor Lawrow, diese Tugend sei nicht angeboren, man könne sie auch erlernen und studieren. Besonders an seinem Institut für Tourismus und Gastfreundschaft, das 1997 von ihm gegründet wurde und dem er seither erfolgreich vorsteht. Der Professor für Pädagogik sieht denn auch weit über den heimatlichen Tellerrand hinaus und ermöglicht seinen 500 Studenten – gute Sprachkenntnisse vorausgesetzt – Praktika in aller Welt, um internationale Erfahrungen zu sammeln. Wichtig für eine Stadt wie Wladimir, die sich immer mehr mit dem Fremdenverkehr identifiziert, deren Hotels und Restaurants gut ausgebildete Fachkräfte in allen Bereichen, vom Management bis hin zur Animation, benötigen.

Oxana Sytschewa und Fjodor Lawrow

Oxana Sytschewa und Fjodor Lawrow mit dem Wladimirer Rotary-Wimpel

Das erklärt auch, warum Fjodor Lawrow in Begleitung seiner Mitarbeiterin, Oxana Sytschewa, nach Erlangen gekommen ist. Die Deutsch- und Englischlehrerin – in den 90er Jahren hatte sie bereits am Austausch mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde teilgenommen – leitet nämlich die Abteilung für Praktika und internationale Hospitationen, die sich bisher hauptsächlich auf die wichtigsten Urlaubsziele der Russen konzentrierten: Türkei, Ägypten, Tunesien, Skandinavien, Frankreich… Nun, da die Verbindungen zur Türkei wegen des Abschusses einer Militärmaschine und zu Ägypten auf Grund des Terroranschlags auf das Passagierflugzeug über dem Sinai gekappt sind, will man sich auch wieder mehr auf den deutschsprachigen Raum einstellen, zumal aus dem auch immer noch eine beträchtliche Zahl von Touristen nach Rußland kommt.

Fjodor Lawrow, Oxana Sytschewa und Werner Hohenberger

Fjodor Lawrow, Oxana Sytschewa und Werner Hohenberger

Da trifft sich gut, wenn die deutschen und russischen Rotarier gerade für dieses Jahr ein Projekt zur Berufs- und Studienförderung ausgerufen haben, an dem sich nun auch die Klubs in Erlangen und Wladimir beteiligen wollen. Besonders wenn Fjodor Lawrow auch noch im Ehrenamt Präsident von Rotary Wladimir ist, gegründet übrigens vor fast genau zwanzig Jahren und seither stets in engem Kontakt mit den Freunden in der Partnerstadt, mit denen man auch so manche Benefizaktion gemeinsam durchgeführt hat – in der Medizin wie im Sozialen.

Fjodor Lawrow, Alexander Eisenkolb, Oxana Sytschewa und Rainer Hornschild

Fjodor Lawrow, Alexander Eisenkolb, Oxana Sytschewa und Rainer Hornschild

So ist denn der Touristikfachmann nicht nur in eigener Sache unterwegs, sondern hat auch Vorschläge im Gepäck, wie man via Praktika und Fortbildungsmaßnahmen zudem jungen Fachleuten aus den Bereichen Medizin und Naturwissenschaften zu Zusatzqualifikationen verhelfen könnte – mit Hilfe der rotarischen Freunde aus Erlangen.

Fjodor Lawrow, Klaus Kobjoll und Oxana Sytschewa

Fjodor Lawrow, Klaus Kobjoll und Oxana Sytschewa

Dennoch: Hotellerie, Gastronomie, Tourismus stellen den Schwerpunkt des Besuchs dar, dessen wesentlich von Rainer Hornschild betreutes Vier-Tages-Programm gestern schon wieder endete. Und in dem Metier hat ja Mittelfranken mit Klaus Kobjoll einen weltweit renommierten Fachmann zu bieten, dessen mittlerweile in Rußland vergriffene Bücher auch am Institut in Wladimir zum Lehrmaterial gehören. Nun wird überlegt, wie man mit Seminaren, Vorträgen und Videokonferenzen den Erfahrungsschatz des fränkischen Experten nutzen könnte, der (s. http://is.gd/soLuQE) Wladimir schon lange zugetan ist. Man darf also sicher sein: Da bleibt es nicht bei unverbindlichen Absichtserklärungen. Ebensowenig wie bei dem Vorhaben, mit der Berufsfachschule für Hotelmanagement in Pegnitz und dem Verein Christlicher Hoteliers zusammenzuarbeiten, dessen Vizepräsident, Dieter Kümpers, der bereits 1990 die Woche der Fränkischen Küche in Wladimir arrangierte, eigens aus Feuchtwangen anreiste.

Oxana Sytschewa, Fjodor Lawrow, Rainer Hornschild und Dieter Kümpers

Oxana Sytschewa, Fjodor Lawrow, Rainer Hornschild und Dieter Kümpers

Ganz zu schweigen von einem Hotel in Erlangen, das bereit ist, schon im Frühjahr die ersten Praktikanten aus Wladimir aufzunehmen und damit auf gute Erfahrungen mit der Partnerstadt aufzubauen, von denen hier zu lesen ist: http://is.gd/GXJJJm. „Viel mehr, als erwartet“, verabschiedet sich Fjodor Lawrow, „haben wir mit diesem Besuch erreicht. Jetzt machen wir uns an die Arbeit, um all die Vorhaben umzusetzen. Da bleibt viel zu tun.“

 

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Wenn es noch eines Beweises für die Weiblichkeit der Partnerschaft bedurfte, wurde er gestern ebenso charmant wie beeindruckend erbracht. Und das obwohl wegen Krankheit und falsch ausgestellter Visa die Mission, von der nun die Rede sein soll, sich fast das Attribut „impossible“ erworben hätte. Von ursprünglich drei Ehepaaren hielten ungeachtet aller Widrigkeiten noch Angela und Hartmut Dörfler Kurs auf Moskau und Wladimir und trafen vorgestern abend nach einer entspannten Bahnreise, dem idealen Kontrastprogramm zu den staugeprüften Transfers per Auto oder Bus, auf dem Bahnhof der Partnerstadt ein, in Empfang genommen von einem rührigen Begrüßungsquartett des Wladimirer Soroptimist Klubs.

Hier ist nicht der Ort, die fruchtbare Dekade der Zusammenarbeit zwischen den beiden Klubs zu rekapitulieren, die nach nur zweijähriger Vorbereitung im September 2002 zur Gründung der Wladimirer Gruppe im weltweiten Verbund von Soroptimist International führte. Diese Geschichte wird der Klub selbst eines Tages kundiger, stimmiger, authentischer, einfach besser nacherzählen.

Wir bleiben heute lieber bei der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit dieses innerhalb der Partnerschaft so vorbildhaften und wirkmächtigen Zusammenspiels zweier Klubs, die ihrem Namen und Anspruch alle Ehre machen und sich guten Gewissens als die „sorores optimae“, die „besten Schwestern“ bezeichnen dürfen. Sie verstehen es nämlich nicht nur Gutes zu tun, sondern dieses auch noch zum Besseren und Besten zu raffinieren und zu steigern, indem sie es gemeinsam leisten – über Sprach-, Kultur- und Landesgrenzen hinweg. Was könnte besser sein!

Da ist zum Beispiel das gynäkologische Behandlungszentrum im Kinderkrankenhaus, das einzurichten schon bald nach Gründung des Klubs die damalige Leiterin der Klinik, Tatjana Zwetkowa, die Idee hatte. Der Gedanke, Mädchen und jungen Frauen einen geschützten Raum zu geben, wo sie guten Rat und beste medizinische Betreuung bei intim-schwierigen Angelegenheiten erhalten, verfing natürlich auch bei anderen Klubschwestern wie Galina Laritschewa, ebenfalls Ärztin, und der heutigen Klinikchefin, Swetlana Makarowa. Und von Beginn an ließen sich für das Vorhaben die Freundinnen aus Erlangen begeistern. Ganz besonders Angela Keese, die nicht zum ersten Mal für das Projekt spendet und dieses Mal durch Angela Dörfler 500 Euro übergeben ließ. Grund zur Freude für die Gynäkologin Evelina Simanowa, die zu berichten weiß, daß hier monatlich etwa 150 Untersuchungen stattfinden. Oft komme es sogar vor, daß die Mütter der Mädchen die entspannte Atmosphäre im Kinderkrankenhaus dem Gedränge in der Frauenklinik vorziehen und sich gleich mituntersuchen lassen.

Nicht weniger erfolgreich die Unterstützung für die Krebsstation der Kinderklinik, wovon im Blog schon so manches zu lesen ist. Auch dies eine Initiative der beiden Soroptimist-Klubs, der sich mittlerweile in Wladimir wie in Erlangen viele Privatleute und Organisationen angeschlossen haben, so daß heute die Bedingungen für die Unterbringung der jungen Patienten gemeinsam mit der Mutter fast keinen Wunsch mehr offen lassen. Vor allem nach der Spende in Höhe von 2.700 Euro des Erlanger Klubs, erwirtschaftet hauptsächlich aus dem Verkauf von Postkarten mit Motiven der Ausstellung, die heute in Wladimir eröffnet wird. Etwas Geduld also noch bitte in der Sache. Geduld und Ausdauer freilich bewiesen die Schwestern aus Erlangen bereits, die über fast zwei Jahre hinweg jede Gelegenheit nutzen und schufen, um die Karten – bei Wohltätigkeitsbasaren ebenso wie im Ladenverkauf oder mit Hilfe der Schüler aus der Heinrich-Kirchner-Schule – ihrem guten Zweck zuzuführen, sprich sie zu verkaufen.

Überhaupt die Schüler der Klasse 4c von Christine Delfs! Davon wenn es mehr gäbe… Für ihre erneute Spende geht an sie wieder ein besonders buntes Dankeschön: Kinder der Krebsstation malten für ihre gesunden Altersgenossen in Deutschland. Bilder voller Lebensmut, Schöpferkraft, Phantasie und Verspieltheit, vielleicht auch Sehnsucht nach dem, was so verletzlich ist, so rasch dahin sein kann, bevor es die Flügel so richtig spannen kann. So ist denn auch der Junge, der die beiden Köpfe gemalt hat, bereits verstorben. Das Mädchen, von dem die Flugphantasien stammen, wurde dieser Tage nach Hause geschickt, muß aber die Chemotherapie bald fortsetzen. Die Flügel dürfen noch tanzen.

Renate Kobjoll, Mitglied bei Soroptimist Erlangen, betreibt mit Tochter Nicole und ihrem Mann Klaus das vielfach prämierte Hotel Schindlerhof in Nürnberg-Boxdorf. Schon vor Monaten haben die Spitzenhoteliers Bücher für die Wladimirer Akademie für Tourismus gespendet, die ebenfalls gestern Angela Dörfler im Erlangen-Haus an den Rektor der Hochschule, Fjodor Lawrow, übergeben konnte. Klaus Kobjoll ist nicht nur in Deutschland ein gefragter Berater und Seminarleiter, eine charismatische Ausnahmeerscheinung in einem Geschäftsfeld, wo oft mehr Schein als Sein gehandelt wird. Besonders in seinen Bann lassen sich offenbar russische Hotelmanager schlagen, haben sie doch  nach Jahrzehnten einer Unkultur des Service gerade im Bereich Kundenbetreuung und Gastlichkeit viel nachzuholen und ihr Personal besonders sorgfältig auszusuchen und zu schulen. Da kommt auch nicht von ungefähr, daß es Klaus Kobjoll längst – in übrigens hervorragender Übersetzung – auf Russisch gibt. Bestes Lehrmaterial für die Akademie von Professor Fjodor Lawrow, der ein herzliches Dankeschön nach Boxdorf schickt und sicher bald einmal selbst dort vorstellig wird.

Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, kennt den Schindlerhof bereits aus eigener Anschauung und hat sich dort auch die eine oder andere Anregung für die Arbeit in ihrer Botschaft der Partnerschaft geholt. Sie hat auch die Bücher von Klaus Kobjoll bereits gelesen und verinnerlicht, wovon sich die Gäste immer wieder überzeugen können. Doch sie liest ebenso wie die Dozentinnen der Deutsch-Kurse gern auch einmal einen Krimi. Da kommt das Geschenk von Ines Schäfer, alias Inge Seltmann, die ursprünglich persönlich anwesend sein wollte, wie gerufen. Ein ganzes Paket mit allen fünf bisher erschienenen Erlangen-Krimis aus der Feder der Klubschwester konnte da gestern Angela Dörfler überreichen und an ein weiteres gemeinsames Projekt beider Klubs erinnern: die Übersetzung des Romans „Der Steinerne Markgraf“ ins Russische von Naina Akimowa und Peter Steger. Die Wladimirer Ausgabe des Krimis bietet übrigens nicht nur wohlportionierte fränkische Landeskunde und eine würzig gehopfte Spannung, sondern läßt auch die Klubkasse klingeln, finanziert also manches kulturelle und soziale Projekt mit.

Ohne die vielen anderen Akteure der Städtefreundschaft zurücksetzen zu wollen, liegt doch zu guter Letzt der Schluß nahe: Erst die besten Schwestern machen die Partnerschaft zur besten. Für jeden nach seinen Möglichkeiten zur Nachahmung empfohlen. Deshalb ganz zum Ende stellvertretend für die vielen Schwestern hier wie dort DANK an Brunhild Schneider-Jonitz, die derzeitige Präsidentin des Erlanger Klubs, an Inge Seltmann, die Kuratorin der Ausstellung, die am heutigen russischen Nationalfeiertag eröffnet wird, und an Angela Dörfler, die Stifterin der Klubpartnerschaft, die sich nun über die Früchte einer zehnjährigen Zusammenarbeit freuen darf.

Zum Nachblättern und Nachlesen nun noch einige Links: https://erlangenwladimir.wordpress.com/2010/01/22/die-emsigen-helfer-aus-der-klasse-4c, https://erlangenwladimir.wordpress.com/2009/01/10/kinder-helfen-kindern, https://erlangenwladimir.wordpress.com/2008/12/30/restpfennige-und-taschengeld, https://erlangenwladimir.wordpress.com/2010/01/14/die-troika-vom-schindlerhof.

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Die Troika vom Schindlerhof


Als Wanderprediger bezeichnet er sich gerne. Man könnte ihn aber auch als einen Menschen bezeichnen, der sein Leben so intensiv lebt und vorlebt, daß dieses eine, das uns gegeben ist, nicht ausreicht. Deshalb zieht er mit seiner Botschaft nicht nur durch die Lande und aller Herren Länder, sondern er, von Klaus Kobjoll ist die Rede, folgt auch dem Motto: Wer schreibt, der bleibt.

Renate und Klaus Kobjoll

Einen bleibenden Eindruck hinterläßt der Hotelier und Berater denn auch schon beim ersten Gespräch. Er kommt nicht nur gleich zur Sache, er lebt die Sache und macht seine Sache zu einem begeisternden Erlebnis für alle um ihn herum. Vielleicht läßt sich so sein großartiger Erfolg erklären, Wort und Bild geworden in fünf Büchern, von denen vier in Rußland erschienen sind. Übrigens mit einer Auflage von mehr als 200.000, mehr als in Deutschland! „In Rußland ist man jetzt angekommen, die Zeiten des Raubtierkapitalismus sind vorüber. Es kann nicht mehr viel schiefgehen. Allerdings hat die Krise gerade in Rußland hart zugeschlagen.“ Seither stocken die Einladungen zu Vortragsreisen. Seit vier Jahren veranstaltet Klaus Kobjoll in Rußlands Weiten Seminare für mittelständische Hoteliers und Unternehmer, häufig in Zusammenarbeit mit Universitäten, die seinen zupackenden Vortragsstil mehr schätzen, als die trockenen Vorlesungen der Theoretiker ihres Fachs. Seinen Einstand hatte er in Nischnij Nowgorod an der Wolga, gerade einmal 200 km von Wladimir entfernt. Auch wenn er selbst noch nie dort war, man kennt ihn in Wladimir bereits. Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses und „angefüttert“ von Nadja Steger, hat aus der Lektüre der Kobjoll-Bücher schon jede Menge Anregungen gewonnen und ist gespannt auf die Fortsetzung, zumal sie im vergangenen Sommer selbst einmal den Schindlerhof kennenlernen konnte. Und die Fortsetzung folgt  gewiß schon bald, denn der Autor schenkte gestern, also just am Vorabend des Alten Neuen Jahres in Rußland ein gutes Dutzend seiner Bücher dem Erlangen-Haus und der Akademie für Tourismus, ein Geschenk, das Bürgermeisterin Elisabeth Preuß im Mai vor Ort übergeben wird.

Wenn man den Erfolg Klaus Kobjolls gerade in Rußland erklären will, ist auch ein Blick in sein gemeinsam mit Jurij Rubzow herausgegebenes Buch „Ich-AG“ hilfreich. Da findet man Empfehlungen, von denen man glauben könnte, Präsident Dmitrij Medwedjew hätte sie für seine „Ruck-Rede“ im Herbst 2009 (s. Eintrag im Blog vom 1. Nov. 2009) abgekupfert:

Wenn wir ein wirklich demokratisches Rußland mit starken Menschen schaffen wollen, auf denen das Land aufbauen kann, müssen wir die alten Vorstellungen vom Untertanenstaat hinter uns lassen und für etwas anderes einstehen: Ein starkes Land ist ein Land der starken Menschen, die in ihm arbeiten; ein Land, in dem jeder Mensch in sich selbst ruht und seinen eigenen Platz im Leben einnimmt.

Klaus Kobjoll – russisches Buch

Diese Botschaft kommt an und könnte schon bald auf einem Seminar in Wladimir, veranstaltet für die ganze Region, erklingen. Mehr noch: Wladimir ist ja nicht der Nabel der Welt, auch wenn der Blog dies manchmal glauben machen mag. Im Sommer 2011, so das ebenso überraschende wie inspirierende Angebot des Managers, könnte man doch einmal für Jungunternehmer aus allen Erlanger Partnergemeinden von Eskilstuna bis Umhausen als Sponsoringaktion einen Sommerkurs unter seiner Leitung organisieren. Da funkeln die Augen gleich wie beim Sylvesterfeuerwerk. Klaus Kobjoll ist mit Erlangens Partnerstädten schon länger verbunden, als man seinem jugendlichen Aussehen nach glauben mag. Die Jumelage mit Rennes kennt er noch aus Zeiten von Oberbürgermeister Heinrich Lades, die erste Crêperie Deutschlands hat er in der Hauptstraße der Hugenottenstadt eröffnet, französische Freunde gingen bei ihm ein und aus. Heute kommen schon mal unangemeldet Neue Russen im Privatjet angeflogen, um ihn zu sprechen.

Auf Wladimir-Kurs hat den vielgefragten Motivationsexperten allerdings seine Frau Renate gebracht, Mitglied im Erlanger Soroptimist-Klub, der seit 2000 eng mit der Partnerstadt kooperiert (den Begriff „Soroptimist“ oben in die Suchmaske eingeben – und schon ist man inmitten der Fülle der Aktionen des Service-Klubs). Auch sie war zwar noch nie an der Kljasma, unterstützt aber immer wieder großzügig das dortige Kinderkrankenhaus, und Tochter Nicole, ebenfalls im Hotelfach tätig, spendete bereits ein Vortragshonorar für eben jene Klinik in Wladimir. Eine starke Troika eben!

Muß man zum Schindlerhof in Boxdorf zwischen Nürnberg und Erlangen noch viel sagen? Kennern wird man da nicht mehr viel erzählen können. Allen anderen kann man einen Besuch nur ans Herz legen wie einen besonderen Schatz. Zum siebten Mal in Folge belegt der Schindlerhof Platz 1 beim Grand Prix der ausgewählten Tagungshotels, ein Prädikat, das dem Ehepaar Kobjoll offenbar Ansporn und Verpflichtung ist, immer noch besser zu werden. Man läßt sich gerne davon überzeugen, immer wieder…  und nicht nur virtuell unter www.schindlerhof.de und www.kobjoll.de.

Als die reich beschenkten Besucher am frühen Abend wieder von dannen ziehen, hat Klaus Kobjoll schon wieder den Hörer in der Hand. Die nächste Anfrage für einen Vortrag oder ein Gespräch mit seinem Verleger? Wer weiß das schon, wenn man so viele Leben hat.

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