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Posts Tagged ‘Kitzmann Bräu’


Nicht nur für viele Erlanger, gleich ob alteingesessen oder zugezogen, bedeutete die Privatbrauerei Kitzmann einen Teil der Identität ihrer Heimat. Bier und Erlangen: eine jahrhundertealte Tradition – und nun mit Peter Kitzmann die letzte Generation. Was das bedeutet, wird man wohl erst mit einiger Zeit Abstand so richtig begreifen.

Dietmar Hahlweg, Gennadij Adrijanow, Igor Schamow und Richard Heindl beim Fränkischen Fest, gesehen von Wladimir Filimonow

Für Wladimir stand Kitzmann stellvertretend für die Qualität des fränkischen, des bayerischen, des deutschen Biers. Nicht mehr und nicht weniger. Viele kamen überhaupt erst dank Kitzmann auf den Geschmack, denn das Brauen gehörte nicht eben zu den Stärken der sowjetischen Getränkeindustrie. Und so waren denn auch die zehntausend Liter Kitzmann-Bier, die im September 1993 zum Fränkischen Fest in Wladimir kostenlos ausgeschenkt wurden, eine Probe, die im kollektiven Gedächtnis der Partnerstadt fortlebt.

Partnerschaftskrug Wladimir

Natürlich gab es auch Versuche, das Bier aus Erlangen nach Wladimir zu exportieren. Doch Zoll und Transportkosten standen dem entgegen, wohl auch der ökologisch zu begrüßende Umstand, daß Kitzmann sein Bier einzig im Mehrwegsystem, also abgefüllt in Flaschen und Fässern, abgab, was die Fuhren doppelt teuer gemacht hätte.

Sportlehrergruppe aus Wladimir bei Kitzmann

Aber immerhin holte sich Alexander Juswik, ein Jungunternehmer aus Wladimir, das Rüstzeug bei Kitzmann, um sein eigenes Bier vor Ort zu brauen. Und natürlich besuchten fast alle Delegationen und Gruppen Gaststätten und Keller, wo der Gerstensaft nach Erlanger Rezeptur ausgeschenkt wurde, manche baten – immer wohlgelitten – gar um eine Führung durch die Brauerei, vom Sudhaus bis zur Abfüllanlage.

Jochen Buchelt, Florian Janik, Olga Dejewa, Petra „Willy“ Paulsen und Peter Kitzmann

Erst vor zweieinhalb Jahren beging man auch im Hause Kitzmann die 500 Jahre Reinheitsgebot, und Bürgermeisterin, Olga Dejewa, nahm natürlich an den Festivitäten teil und trank auf das Wohl von Peter Kitzmann, der nun nach drei Jahrhunderten seinen Betrieb verkaufen mußte. Ja, auch die Kulmbacher werden dann in Erlangen weiterhin Bier brauen. Aber es ist dann eben kein Kitzmann-Bier mehr. Schade, jammerschade! Und ein großer Dank an Peter Kitzmann für alles, was er Wladimir Gutes getan. Es bleibt unvergessen – wie die süß-bittere Erinnerung an den ersten Schluck Bier.

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Partnerschaftskrug

Seit gestern ist er offiziell im Handel, der mittlerweile vierte Partnerschaftskrug, Wladimir gewidmet. Es ist eine schöne Tradition der Privatbrauerei Kitzmann, die internationalen Kontakte die Runde machen zu lassen, sie buchstäblich von Mund zu Mund zu reichen, ihnen bleibende Form mit immer wieder neuem süffigen Inhalt zu verleihen. Gelungene Sammlerstücke für Kenner und Genießer sind diese Halblitertrinkgefäße, veritable Artefakte mit magischer Kraft für Adepten wie Meister der so vielgestaltigen Welt der Partnerschaftssouvenirs. Nur zum Brunnen sollte man mit dem guten Stück nicht so oft gehen, bis er bricht, denn die Auflage ist limitiert, wie sich das für Objekte mit Anspruch auf Originalität gehört. Nur ganze 400 Exemplare – mit und ohne Deckel – kommen in Umlauf.

Der gedeckte Tisch

Vorausgegangen sind Wladimir in dieser originellen Serie der Völkerfreundschaft bereits in chronologischer Abfolge Eskilstuna, Rennes und Jena. Die Privatbrauerei Kitzmann hält sich dabei strikt an das jeweilige Datum des offiziellen Abschlusses der Städtepartnerschaft. Bei Wladimir ist das so eine Sache, denn da rechnet man im Rathaus etwas großzügiger und setzt den Beginn der Jumelage schon mit dem Jahr 1983 an – daher auch 2008 die Feier des 25jährigen Jubiläums -, als der Austausch mit einer fünfjährigen „Verlobungsphase“ begann. Tatsächlich ist die Partnerschaftsurkunde aber erst 1987 während der Wladimirer Kultur- und Sporttage unterzeichnet worden. Geschenkt. Hauptsache, es ist eine Ehe daraus geworden, die bis heute hält und geglückt genannt werden darf, wovon der Blog ja immer wieder kündet.

Patrick Siegler, Peter Steger, Familie Schweichler

Patrick Siegler, Geschäftsführer der Werbeagentur 1601 GmbH, Betreiber des Portals www.berch.info und Spiritus rector der Bierkrugaktion, hätte es nicht besser treffen können. Schon am Morgen des gestrigen Pfingstsonntags hatte er getwittert: „Petrus muß ein Franke sein!“ Auch wenn Wald und Flur nach Monaten der Trockenheit einen kräftigen Wolkenguß bestens vertragen könnten, für die Präsentation der Wladimir-Krüge hätte das Wetter besser nicht sein können. Zarenwetter – und das auch noch am Russischen Nationalfeiertag. Das muß man Patrick Siegler erst einmal nachmachen, der Wladimir übrigens schon im Rahmen des Schüleraustausches der Wirtschaftsschule und später als Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren kennengelernt hat. Da darf man ein geschicktes Händchen für alles Russische fast voraussetzen.

Hoch die Krüge mit Patrick Siegler, Lutz Posse, Peter Steger, Siegfried und Angelika Balleis, Wolfram Howein

Berufen zu kommen waren viele, gekommen sind dann doch auch einige zur spätmorgendlichen Stunde. Unabkömmlich war leider die Bierkönigin – man sollte vielleicht einmal darüber nachdenken, ob man ihr nicht einen Kronprinzen zur Seite stellt oder eine jüngere Schwester, um die mangelnde Befähigung zur Bilokation auszugleichen -, ebenso der Patron der Veranstaltung, Peter Kitzmann. In seinen Bergkalender fest eingetragen aber hatte den Termin Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis und bewies in Begleitung seiner wie immer fesch-charmanten Gattin Angelika seine unverbrüchliche Verbundenheit mit den Partnerschaften. Richtig schön! Gekommen waren aber auch Mitglieder des Freundeskreises Wladimir und Chefredakteur Peter Millian mit seinem Photographen Berd Böhner von den Erlanger Nachrichten, so daß wir uns auf einen kleinen bebilderten Rückblick auf die Präsentation in der morgigen Ausgabe freuen dürfen. Nicht dabei war übrigens – obwohl er gerne gekommen wäre – Sergej Sacharow, der neue Oberbürgermeister der Partnerstadt, bekannt für seine Leidenschaft für Bierkrüge. Doch er wird wohl nicht lange warten müssen, bis er das kostbare Trinkgefäß in Händen hält. Die nächste offizielle Delegation nach Wladimir rüstet sich nämlich schon für die Reise.

Noch ein Wort des Dankes ist zu sagen an Ljubow Weber und Elena Schweichler, die für die köstlich-herzhaften russischen Happen – Piroggen und „buterbrody“ – sorgten, sowie an Nadja Steger, die alles vortrefflich fürs Auge ins Szene setze und die Photos machte. Nachzutragen ist auch, daß die Partnerschaftskrüge nur am Kitzmannstand während der Bergkirchweih erhältlich sind, später exklusiv im www.berchshop.de zum „Preis einer Maß“.

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