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Posts Tagged ‘Kirill Wedernikow’


Künstler verfügen über ein besonderes Gespür, über einen eigenen Sinn, Stimmungen zu erfassen, die uns alle bewegen. Als hätte Kirill Wedernikow gespürt, was auf uns alle zukommt, schuf er in den letzten Tagen und Wochen zwei Arbeiten, die der Wladimirer gestern virtuell nach Erlangen mit den Worten schickte:

Ich schreibe Ihnen in weltschweren Zeiten, wo ein Virus durch die Länder tobt und unsere ganze Hoffnung einzig auf der Kunst ruht!

Diese unversell-orthodoxe Pietà könnte man sich ebenso im Bamberger Dom wie an den Mauern einer modernen Kirche vorstellen.

Oder dieser Ritter würde doch in die Dürerstadt passen. Von dem fränkischen Renaissancemaler ließ sich Kirill Wedernikow übrigens bei seinen beiden Besuchen in Erlangen 2019 besonders inspirieren. Nicht von ungefähr könnte er sich auch den Titel „Melancholie“ für diese Arbeit vorstellen. Inspiriert jedenfalls wurde sie von einer Besichtigung der Lorenzkirche in Nürnberg. Der Geist des Austausches lebt weiter – auch in Zeiten des Besuchsverbots und der Ausgangssperre.

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Seit gut zwei Jahren geht wladimirpeter mit Facebook fremd, wo auf https://is.gd/Dlyc6c ein kleiner Artikel über Kirill Wedernikow erschien, dessen von der Volkshochschule angekaufte Arbeit einen Handzettel zur Werbung für die Veranstaltungsreihe „Studium generale“ ziert. Nun veröffentlichte der Wladimirer Künstler eine Stellungnahme hierzu, die es verdient, hier in Übersetzung wiedergegeben zu werden:

Kirill Wedernikow reagierte spontan auf diese Publikation mit den Worten: „Das ist SEHR wichtig für mich!“

Vor ungefähr einem Jahr fand in Erlangen (Deutschland) die Eröffnung der Ausstellung (R)Evolution in der Volkshochschule statt. Bevor ich die Einladung zur Teilnahme erhielt, hatte ich durchaus seltsame Mißgeschicke wegzustecken. Das eine ums andere Mal verweigerte man mir die Möglichkeit, Monumentalarbeiten in meiner Heimat, der Region Wladimir, zu verwirklichen. Mal ging es ums Geld, mal kam Druck durch kritische Worte, wonach ich alles andere als ein Künstler sei. Und das, obwohl es damals schon Straßenkunst von mir in Petersburg, Nischnij Nowgorod oder Astrachan gab. Alles Situationen, die ganz gewöhnlich sind für die Kunstwelt! Doch damals nahm ich mir mein Mißlingen sehr zu Herzen.

Und da kam die Ausstellung (R)Evolution! Es drängt mich gleich, einige Worte zu Erlangen zu sagen, wo das alles geschah. Ungeachtet dessen, daß sie eher klein ist, überwältigt Wladimirs Partnerstadt mit ihrer Zahl an wissenschaftlichen Forschungsinstituten und Hochschulen. Natürlich war denn auch das entsprechende Publikum anwesend. Ohne auf Einzelheiten der Ausstellung selbst und der teilnehmenden Menschen einzugehen, kann ich mit Überzeugung sagen: Alles fand auf höchstem Niveau statt! Einfach und lakonisch gesagt! Neben allem anderen gab es einen Runden Tisch, an dem ich mit Kulturschaffenden über die Kunst und über Rußland sprach. Gar nicht so wenige meiner Arbeiten blieben dort, in Deutschland. All das ist zweifellos sehr wichtig für mich. Aber noch wichtiger und wohl die Hauptsache ist jener Impuls der deutschen Kultur und Philosophie, den ich erhielt. Etwas, das ich jetzt in meinem Werk verarbeite. Im Raum irgendwo zwischen Industrieschloten und verfallenen gotischen Gotteshäusern…

Kirill Wedernikow: Ohne Titel, 2019/20

Und dann verweist der Künstler auf den Artikel „der Kollegen“: https://is.gd/BC2Z9s, wobei er auch diesen Eintrag im Blog hätte erwähnen können: https://is.gd/oj42Mw

Kirill Wedernikow: Festmahl der Könige, 2019

Anlaß genug, neben der Gruppe Andersartig und dem Kunstverein Tennenlohe in Zusammenarbeit mit Dieter Erhard wieder einmal besonders der Volkshochschule, namentlich Jutta Brandis, für den unschätzbaren Beitrag zur Städtepartnerschaft und insbesondere für die künstlerische Entwicklung von Kirill Wedernikow zu danken.

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Vor viereinhalb Jahren stand Otmar Koch, begleitet von seiner Frau Anni, an dem Ort, wo sein Vater mutmaßlich Ende August 1947 auf dem Gelände des Wladimirer Traktorenwerks beigesetzt wurde, und besuchte zusammen mit dem Weltkriegsveteranen, Philipp Dörr, jene Kirche, wo der Wehrmachtssoldat einquartiert war, der seine Familie nie mehr sehen sollte.

Peter Steger und Otmar Koch

„Möglich wurde das nur dank dem Blog“, erinnert sich der Künstler dankbar. „Ich war beseelt von dem Gedanken, das Grab meines Vaters zu finden, aber erst eine Frau aus der weiteren Verwandtschaft, der ich von meinen Plänen berichtete, fand die Verbindung zwischen Erlangen und Wladimir und machte mich auf die Städtepartnerschaft und den Blog aufmerksam. Was da daraus entstanden ist – unglaublich!“

Otmar und Anni Koch mit der Arbeit von Kirill Wedernikow im Skulpturengarten Tennenlohe

Das Ehepaar aus der Wachau verfolgt zwar seither regelmäßig den Blog, erfuhr aber erst gestern in Erlangen vom elften Geburtstag dieses Mediums der deutsch-russischen Verständigung. Wieder so eine Fügung und Wendung, wie sie nur das Leben und der Blog bereithalten. Und so wurde der gestrige Tag unversehens zur kleinen Feier einer vom Blog gestifteten Freundschaft fürs Leben.

Mehr zu Otmar Koch und zum gestrigen Tag unter: https://is.gd/ZwAIeG und https://is.gd/Dlyc6c

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Der Kunstkreis Tennenlohe wurde 1999 gegründet, um der bereits drei Jahre zuvor von Dieter Erhard ins Leben gerufenen „Fiesta de Arte“ zusätzlichen organisatorischen Halt zu geben. Sechsmal führte der Tennenloher Verein die „Fiesta de Arte“ dann selbst durch und schrieb dreimal einen „Tennenloher Kunstförderpreis“ unter Kunststudenten aus.

Dietrich Puschmann eröffnet die Veranstaltung

Jetzt, zum zwanzigjährigen Jubiläum, knüpft der Kunstkreis wieder an seine Anfangsjahre an und lud in der vergangenen Woche noch einmal zu einer – wenn auch kleinen – „Fiesta de Arte“ ein. Zwei der fünf Künstler haben schon einmal bei einer früheren „Fiesta de Arte“ eine Arbeit für Tennenlohe geschaffen: Isabelle Brisset (2008) aus Rennes und Igor Tschernoglasow (2006) aus Wladimir,  die drei übrigen – Nuna Frei aus Nürnberg sowie Kirill Wedernikow und Igor Tschernoglasows Sohn Sergej, beide aus der russischen Partnerstadt – sind zum ersten Mal in Tennenlohe dabei.

Sergej und Igor Tschernoglasow, Kirill Wedernikow, Nuna Frei, Tobias Ott und Isabelle Brisset

Isabelle Brisset hat ein winziges Atelier am schönsten Platz von Rennes. Ihre poetischen, leuchtend farbigen, verspielten Bilder zeigen eine fantastische Welt von Zwergen, Schmetterlingen, Elfen, fliegenden Fischen und anderen zauberhaften Wesen. Zwischen England und China hat sie schon in vielen Ländern ausgestellt. Aber nach Tennenlohe ist sie gerne ein zweites Mal gekommen.

Isabelle Brisset, Nuna Frei, Sergej und Igor Tschernoglasow sowie Kirill Wedernikow vor ihrem kollektiv geschaffenen Bild

Nun Frei, bürgerlich Sabrina Brandstätter, lebt in Nürnberg, stammt aber aus der Oberpfalz. Dazwischen liegt eine lange Reise, die sie durch mehrere Länder Südamerikas – Chile, Argentinien, Peru, Bolivien und Ecuador – führte. Die Farben Südamerikas und die Kunst der Fassadenmalerei, der „Murales“ hat sie von dieser Reise mitgebracht. Gegenwärtig zeigt die Nürnberger „Nordkurve“ in Gostenhof eine Ausstellung mit ihren Arbeiten.

Sergej Tschernoglasow und Dietrich Puschmann mit einem Geschenk aus Stein des Wladimirer Künstlers

Traditionell fand die „Fiesta de Arte“ immer in der Kirchweih-Woche in Tennenlohe am dritten August-Wochenende statt. Deswegen lebten und arbeiteten die Künstler auch jetzt in Tennenlohe, wo gestern Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und ein großer Kreis Interessierter im Skulpturenpark die fertigen Werke abnahm.

Sergej Tschernoglasow und seine „Umarmung“

Fertig? Nicht ganz. Die beiden Bildhauer, Igor und Sergej Tschernoglasow, legen heute noch letzte Hand an ihre Skulpturen an. Der Stein mit den vielen Einschüssen hatte zu viel Widerstand gegen die Bearbeitung geleistet. Doch die beiden Perfektionisten machen keine halben Sachen.

Sergej Tschernoglasow, Susanne Lender-Cassens, Igor Tschernoglasow und seine „Waldfrau“ sowie Kirill Wedernikow

Igor Tschernoglasow, lange Jahre Vorsitzender des Künstlerverbands der Region Wladimir, gehört zu den angesehensten Meistern seines Fachs und erhält Aufträge aus dem ganzen Land – ebenso wie Kirill Wedernikow, der trotz seiner jungen Jahre schon in Moskau, Sankt Petersburg oder Nischnij Nowgorod seine Arbeiten schuf, die in ihrer ikonographischen Verbindung von Tradition und Moderne, in ihrem unverwechselbaren Amalgam aus inniger Spiritualität und manifester Diesseitigkeit beweisen, daß er seinen ganz eigenen Weg gefunden hat.

Susanne Lender-Cassens, Kirill Wedernikow und sein „Schutzengel“ sowie Igor und Sergej Tschernoglasow

Die Arbeiten bleiben auf der Wiese an der Wied, also für jedermann jederzeit zugänglich. Eines der beiden Bildnisse von Tschernoglasow d. Ä. und Tschernoglasow d. J. wird allerdings demnächst einen Platz auf der Skulpturenachse jenseits der B2 im Tennenloher Forst finden. Welche, das entscheidet der Kunstkreis. Es soll ja noch Platz sein für weitere Werke von Künstlern aus dem Großraum und den Partnerstädten.

Detail aus dem „Schutzengel“ von Kirill Wedernikow: die Vielfalt des Glaubens mit nur einer gemeinsamen Tür. Es ist an uns, sie zu öffnen…

Doch jetzt erst noch einmal ein großes Danke, Merci und Спасибо an Mister Puschmann, wie die Gäste aus Wladimir den Vorsitzendenden des Kunstkreises, Dietrich Puschmann, nannten, an sein Team, an die Anwohner und vor allem auch an Dieter Erhard, der mit Rat, Gerät und Tat viel zum Gelingen dieses Festes der partnerschaftlichen Kunst beitrug.

Und hier ist noch einmal alles auf Anfang gesetzt: https://is.gd/DvYEYj

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Dietrich Puschmann, Vorstand des Kunstkreises Tennenlohe, hat allen Grund, sich zu freuen. Nachdem Isabelle Brigget bereits am Sonntag aus Rennes eingetroffen war, landeten gestern auch Kirill Wedernikow sowie Igor und Sergej Tschernoglasow aus Wladimir wohlbehalten am Flughafen Nürnberg.

Dietrich Puschmann, Sergej Tschernoglasow, Isabelle Brigget, Albrecht Dürer, Igor Tschernoglasow und Kirill Wedernikow

Das Partnerschaftsquartett wird nun bis zum kommenden Sonntag zwei Figuren und zwei Wandgemälde schaffen und damit den Skulpturenpark im Erlanger Stadtteil Tennenlohe um vier neue Werke erweitern. In einer bisher nicht dagewesenen deutsch-französisch-russischen Konstellation. Die Kultur macht es möglich.

Nun besteht also in den nächsten Tagen die einmalige Gelegenheit, den Gästen bei ihrem schöpferischen Akt über die Schulter zu schauen, zu sehen, wie aus der rohen Materie ungeahnte Gestalten entstehen.

Igor Tschernoglasow, langjähriger Vorsitzender des Künstlerverbandes der Region Wladimir, war vor 14 Jahren zum letzten Mal in Erlangen, und hinterließ in Tennenlohe bereits zwei Skulpturen. Nun will er seine dritte Arbeit aus Kalkstein hauen, während sein Sohn Sergej seinen Einstand gibt.

Engel, Igor Tschernoglasow

Kirill Wedernikow hatte während seiner Ausstellung im Februar an der Volkshochschule Erlangen https://is.gd/WOpuWi die Aufmerksamkeit von Dietrich Puschmann auf sich gezogen. Ohne lange zu zögern lud damals der Kunstfreund den Maler zu dem August-Symposium während der Tennenloher Kirchweih ein.

Dialog, Igor Tschernoglasow

Wer es unter der Woche nicht schaffen sollte, im Skulpturenpark vorbeizuschauen, sollte sich die Präsentation der Arbeiten am Sonntag, den 18. August, um 15.00 Uhr nicht entgehen lassen.

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Kaum sind die Arbeiten von Kirill Wedernikow in der Volkshochschule Erlangen abgehängt, da schließt sich ein neues internationales Projekt an diese erste Ausstellung im Ausland des Wladimirer Künstlers an. Nicht verwunderlich für all jene, die sein Werk kennen.

Derzeit arbeitet Kirill Wedernikow an dem Projekt „35×35“, und demnächst zeigt das Copelouzos Family Art Museum in Athen seine jüngsten Werke, darunter ein Minotaurus. Es ist sogar geplant, ein Buch mit Arbeiten des Künstlers herauszugeben. Da kommt Vorfreude auf!

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Die Ausstellung mit Arbeiten der Gruppe Andersartig und des Wladimirer Künstlers Kirill Wedernikow ist noch bis zum 12. April in den Räumen der Volkshochschule, Friedrichstraße 19, zu sehen. Wer schon bei der Vernissage zugegen war, erlebte eine beeindruckende animierte Schau vom Schaffen des russischen Gastes. Dieses Video ist nun auch im Internet – und natürlich in Ihrem Blog unter https://is.gd/VPWVsI zu sehen.

Irene Hetzler, Florian Janik, Kirill Wedernikow, Carolin Gugel und Hans-Peter Singer am 24.02.2019 bei der Vernissage vor Arbeiten des Wladimirer Künstlers

Bei aller Meisterschaft dieses Films mit dem Titel „Der Sand der Zeit“ ersetzt der Klick auf den Link natürlich nicht den (wiederholten) Besuch der Ausstellung – bei freiem Eintritt und zu den üblichen Geschäftszeiten. Hereinspaziert!

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