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Posts Tagged ‘Katze als Mordmotiv’


Dieser Fall hat das Zeug, in die Kriminalliteratur Eingang zu finden: Katzen als Mordmotiv. Die Belletristik ist reich an Beispielen für die unberechenbaren Schmusetiere wie Kater Murr von E.T.A. Hoffmann, der riesenhafte Begemoth von Michail Bulgakow oder der Schwarze Kater von Edgar Allan Poe, um nur drei der bekanntesten felinen Figuren zu nennen. Nun aber gleich zu dem ungeheuerlichen Kasus, der sich im Landkreis Alexandrow der Region Wladimir am 11. Juni auf tragische Weise zutrug.
Die Polizei wurde auf das Gelände eines Heimgartenvereins gerufen, wo sie eine 65jährige Frau mit tödlichen Hieb- und Schußwunden auffand. Als dringend der Tat verdächtig wurde der 37jährige, aus Moskau stammende Vorsitzende der Datschengemeinschaft festgenommen, der freilich zunächst alles abstritt. Doch die Indizien überführten den Mann so überzeugend, daß er bald gestand und auch das Motiv angab, von dem sich die Sprecherin der Staatsanwaltschaft „gelinge gesagt geschockt“ zeigte: Der Tatverdächtige sei nach der Scheidung zunächst auf seine Datscha gezogen – mit einer Katze, die bald darauf verschwand und später in erbärmlichem Zustand in der Nähe seines Gartengrundstücks aufgefunden wurde. Darauf habe er sich ein neues Kätzchen zugelegt, das ebenfalls verschwunden sei, und auch das mittlerweile dritte Tier sei seit dem 10. Juni abgängig. Schuld daran waren nach Auffassung des mutmaßlichen Mörders die Nachbarn. Er habe deshalb nach Verschwinden des dritten Kätzchens zur Luftdruckpistole gegriffen und, gut versteckt, gewartet, wer als erster aus der Nachbardatscha treten werde. Es traf besagte Rentnerin, die alleine war. Der Rächer seiner Katzen stürzte sich auf die Frau, schlug sie und schoß. Doch damit nicht genug: Er stürmte in das Haus des Opfers, wo er eine Schaufel fand, mit der er erneut zuschlug. Nun wird erst einmal ein psychiatrisches Gutachten erstellt. Da wird sich hoffentlich klären, wie Katzenliebe eine solch irrsinnige Tat motivieren kann. Und sicher liegt hier ein Fall für die forensische Literatur vor. Einem Krimi-Autor würde man ja einen solchen Plot kaum abnehmen.

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