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Posts Tagged ‘Karin Günther’


Offiziell begründet wurde es zwar erst 2008, aber bereits auf den Tag genau vor 30 Jahren nannte Joachim Sossalla, 1. Vorsitzender des 1. Nordbayerischen Amateur Fotoclubs, in seinem Schreiben vom 19. Juni 1990 an Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg, die Drei-Länder-Ausstellung von Photographen aus Erlangen, Jena und Wladimir „sowie eines Lichtbildners aus Moskau“ ein Städtepartnerschaftsdreieck. Fast schon seherisch wählte der Vereinsleiter aus Nürnberg, dessen Erlanger Vertreterin, Karin Günther, später die Erlanger Foto Amateure gründete, diesen Begriff und wies darauf hin, dieses Zusammenwirken sei in der „gegenwärtigen politischen Situation von hoher Aktualität“, etwas, das leider noch immer im deutsch-russischen Verhältnis gilt. Fast könnte man daran verzweifeln, wären da nicht diese großartigen Zeugnisse der Verständigung zwischen Erlangen, Jena und Wladimir, die bis ins Jahr 1989 zurückreichen und bis heute fortbestehen.

Die ausgesprochen erfolgreiche Ausstellung wurde dann übrigens gar nicht so teuer, unter anderem weil Peter Steger, damals schon Partnerschaftsbeauftragter für beide Städte, die sprachliche und organisatorische Betreuung der Gäste aus Wladimir übernahm: Wladimir Fedin, Sergej Uchin und Wladimir Filimonow. Diese drei bauten dann eine ganz wunderbare Freundschaft mit Karin Günther und ihren Erlanger Foto Amateuren auf, der die Partnerschaft ungezählte Ausstellungen verdankt, und die bis heute anhält. Erst dieser Tage traf von Wladimir Fedin eine Mail mit drei Eidechsenbildern ein, wo er seiner deutschen Kollegin mitteilte, er begeisterte sich neuerdings für Makrophotographie, habe aber auch wegen Corona weniger Aufträge…

Karin Günther im Mai 2013 vor dem Erlangen-Haus in Wladimir mit ihren Photofreunden Wladimir Fedin, Wladimir Filimonow und Sergej Uchin sowie deren Ehefrauen

Und Jena? Damals schon dabei Klaus Enkelmann von Unifok, dessen Vorsitzender er heute ist. Bestimmt zwei Dutzend gemeinsamer Ausstellungen ließen sich auflisten – und jedes Jahr ein Gruppenausflug, immer auf der Suche nach neuen Motiven.

Karin Günther mit Oberbürgermeister Albrecht Schröter und Klaus Enkelmann im Januar 2015 bei einer Ausstellungseröffnung im Rathaus Jena

Der Bericht wäre unvollständig ohne den Hinweis darauf, daß die Erlanger Foto Amateure längst unser aller Bild von allen Partnerstädten prägen; sogar mit dem tschechischen Chomutov, dem früheren Komotau – Erlangen hat für die Vertriebenen aus dieser nordböhmischen Stadt bereits 1963 die Patenschaft übernommen – ist es dem Verein gelungen, einen intensiven Austausch aufzubauen. Sogar? Nicht so ganz verwunderlich, wenn man weiß, daß Karin Günther, diese Weltbürgerin, dort geboren wurde und selbst die Flucht mitmachte. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte, die hier nachzulesen ist: https://is.gd/UmEE7q

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Im Rahmen des mit Wladimir entwickelten Projekts „Kriegskinder“ folgen heute die Erinnerungen von Karin Günther, die als Vorsitzende der Erlanger Foto Amateure seit 1989 besonders eng mit der Partnerstadt verbunden ist und dort viele Freundschaften pflegt.

Karin Günther im Gespräch mit Peter Millian, Februar 2019, Ausstellung Kirill Wedernikow

Bauernhof, Bunker und Baracke.

An meinen Geburtsort, Komotau im Sudetenland, kann ich mich so gut wie nicht erinnern. Nur daß es mich beeindruckte, bei Bombenalarm mit dem Förderkorb in den Bergwerksschacht einzufahren und an den Schreck, als plötzlich eines Abends, kurz vor Kriegsende ein farbiger Soldat der US-Army an meinem Bett stand. Wir wohnten damals  bei meinen Großeltern, mein Vater war irgendwo an der Ostfront. Er wurde 1945, beim Rückzug, kurz vor seiner Heimatstadt von den Russen gefangengenommen.

Bald darauf zwang man meine Mutter und mich, fünf Jahre alt, in einem Viehwagen Komotau in westlicher Richtung zu verlassen. Mein Opa wurde als Werkmeister bei Mannesmann dringend gebraucht und mußte erst zwei Jahre später mit meiner Oma seine Heimat verlassen.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Durchgangslager wurden wir mit anderen Ausgewiesenen per Lastwagen auf verschiedene Dörfern verteilt, meine Mutter und mich quartierte man in einem Bauernhof in der Nähe von Eltmann in den Haßbergen ein. In unserem Zimmerchen befanden sich außer einem Bett nur noch ein Stuhl, eine Holztruhe und ein Haken an der Tür. Zum hölzernen Klohäuschen mußte man über einen Steg am Misthaufen vorbei – nachts ziemlich gruselig.

Mittags aßen wir nach einem Tischgebet gemeinsam mit der Bäuerin, den beiden volljährigen Töchtern, Anna und Walli, und einem Knecht in der Küche.

„Wer nichts arbt, brauch nichts fraß!“

Meine Mutter mußte im Sommer  bei der Ernte mithelfen. Bereits um vier Uhr morgens begann man, das Getreidefeld mühsam mit der Sense zu mähen. Noch am frühen Morgen war es meine Pflicht, nachzukommen, um das Baby vom Nachbarhof zu hüten. Mein Lohn – eine Kanne Milch.

Mein ganzer Stolz war es, als ich einmal Melitta, die große Schwester, in die Schule begleiten durfte. Über eine lange Hose mußte man als Mädchen immer einen Rock anziehen und darüber noch eine Schürze. Alle Klassen waren in einem Raum untergebracht und ich vorn in der ersten Reihe.

Mit den Kindern des Dorfes genoß ich eine sorglose Freiheit. Wir streunten auf den Wiesen und Feldern umher, schürten Feuerchen, um darin Kartoffeln zu braten oder liefen in den nahen Wald, um Beeren und Pilze zu sammeln.

Im Sommer 1947 wurde ich eingeschult und lief ein Jahr bei jedem Wetter gemeinsam mit dem Sohn des Verwalters den langen Weg ins Nachbardorf .

Im Bunker

Als meine Großeltern nach zweijähriger Trennung Komotau mit dem Zug verlassen mußten, zogen wir von unserem Dorf in den Haßbergen zu ihnen nach Fürth in einen Hochbunker. Dieser diente im Krieg der Bevölkerung zum Schutz vor Bombenangriffen.

In der heutigen Zeit kann man sich kaum vorstellen, mehrere Monate in so einer ungewöhnlichen Unterkunft zu leben.

Meine Großeltern, meine Mutter und ich waren in einer Art Kabine von ca. acht qm untergebracht, ohne Fenster und mit einem Vorhang als Türe. Das Schlimmste waren die Wanzen, die nachts aus ihren Verstecken kamen.

Die zahlreichen Flüchtlingskinder, bereits erfahren mit dem Leben im Bunker, nahmen mich sofort in ihre Mitte auf. Ich besuchte die erste Klasse in der nahen Schule und fand auch dort Freunde. Nur die Schulspeisung war für uns etwas ungewohnt, verzehrt wurde trotzdem alles.

Unsere Freizeit verbrachten wir auf dem Sportplatz in Ronhof, teilweise betreut von amerikanischen Soldaten. Sie beschenkten uns mit Kleidung und den ungewöhnlichsten Spielsachen aus ihrer Heimat. Besonders beliebt waren Kaugummi und Bonbons.

Viel Spaß hatten wir Kinder, wenn jemand auszog und wir die leere Kabine als Spielzimmer in Beschlag nehmen durften.

Meine Mutter war glücklich, endlich wieder mit ihren Eltern vereint zu sein. Große Sorgen bereitete ihr die Ungewißheit über das Schicksal meines Vaters, da die Feldpostbriefe nach seiner sowjetischen Gefangennahme im Frühjahr 1945 ausblieben.

Da die meisten Flüchtlinge im Bunker aus ihrer Heimat, dem Sudetenland, vertrieben waren, wurden in kürzester Zeit enge Freundschaften geschlossen. Nach der Umsiedlung in die ehemaligen Arbeitsdienst-Baracken in Oberfürberg blieben sie noch viele Jahre bestehen.

Dank an Rudolf Mock für dieses Fundstück aus unseligen Zeiten

In der Baracke

Der Einzug in die Zweizimmerwohnung einer der ersten vier bezugsfertigen, ehemaligen Arbeitsdienstbaracken, mitten im Wald gelegen, war für uns wie ein Traum. Allerdings gab es  kein Bad und nur Gemeinschaftstoiletten. Unsere Zinkbadewanne, die einmal in der Woche zum Einsatz kam, steht heute noch im Garten unseres Wochenendhauses.

Meine im Bunker gewonnenen Freunde fanden sich nach und nach ein. Gemeinsam machten wir bis Sonnenuntergang den nahen Fürther Stadtwald unsicher. Besondere Anziehungskraft hatte der „Hexentanzplatz“, auf einem Hügel gelegen und mit Blick auf die ganze Siedlung.

Nach und nach wurden die anderen Baracken renoviert. Ein Konsum wurde eingerichtet, in dem die meisten Lebensmittel noch abgewogen wurden. Sportler und Naturfreunde bekamen ebenfalls Räumlichkeiten zugewiesen. Eine Grundschule wurde mit einfachen Möbeln ausgestattet, und man stellte ehemalige Lehrer ein. Zwei Jahre lang kam ich in den Genuß, nur wenige  hundert Meter dorthin laufen zu müssen. Die Erziehungsmaßnahmen damals unterschieden sich erheblich von der heutigen Vorstellung. Bei Ungehorsam oder Lärm in der Klasse mußten wir nach der Stunde dableiben und die schweren Stühle hochstemmen. Bei frechen Schülern kam sogar ein Stock zum Einsatz – es gab Tatzen auf die Hand.

Endlich bekam meine Mutter Nachricht von meinem Vater aus der russischen Gefangenschaft. Ende November 1949 kam er nach jahrelanger Trennung, gesundheitlich schwer angeschlagen, zu seiner Familie zurück. Für mich, inzwischen neun Jahre alt, war der Vater völlig fremd. Zum Glück fand er bald eine Anstellung als Vertreter in seinem Beruf als Elektroingenieur. Einige Monate fuhr er mit Zug und Fahrrad die ganze Woche übers Land. Bald legte er sich einen alten Pkw zu, lange der einzige in der Siedlung. Stolz durfte ich bei der Probefahrt meine Freundinnen einladen.

Mit zehn Jahren wurde ich an der Mädchenoberrealschule in Fürth angemeldet, als einzige meiner Klasse. Das hieß für mich, mutterseelenallein bei jedem Wetter die zwei km bis zum kleinen Bahnhof zu laufen.

Zwei Jahre später  wurde in Unterfürberg eine Heimkehrersiedlung mit kleinen Doppelhäusern gebaut – mit den einfachsten Mitteln und Geräten. Die ehemaligen Spätheimkehrer halfen sich gegenseitig am Abend nach Arbeitsschluß. Der Einzug gestaltete sich fast wie ein Wunder. Ich bekam ein eigenes Zimmer, es gab ein Bad und einen Garten mit Obst und Gemüse. Zum Bahnhof waren es jetzt nur noch zehn Minuten.

Trotz der schweren Zeiten, habe ich mich nach unserer Vertreibung aus dem Sudetenland immer sicher und behütet gefühlt und nun endlich nach Bauernhof, Bunker und Baracke eine zweite Heimat in Franken gefunden.

Karin Günther

P.S.: Mitte April besuchte das Flüchtlingskind von einst noch einmal den Bunker, der heute in ganz anderer Funktion genutzt wird. Hier nachzulesen: https://fanbunker.de/zeitzeugin-besuchte-die-bunker-baustelle

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Das Lebensmotto von Marina Trubizyna lautet: „Willst du ein besonderer Mensch sein, da sei du selbst.“ Kein schlechter Wahlspruch für eine Lehrerin, die offenbar auch pädagogisch gemäß dieser Sentenz arbeitet. Eigentlich unterrichtet sie ja Englisch an der Schule Nr. 23, aber es liegt ihr offenbar viel daran, ihren Schülern gerade auch die Partnerstadt Erlangen nahezubringen.

Marina Trubizyna mit ihrer Gruppe, gesehen von Karin Günther

Seit 2011 schon kommt sie in zweijähriger Stetigkeit mit einer kleinen Gruppe, mit der sie, ganz ihrem Motto verpflichtet, weitgehend in Eigenregie das Programm zusammenstellt, das möglichst viele landeskundliche Elemente enthalten soll, sprich, gespickt ist mit Ausflügen wie heute nach München.

Ute Schirmer und Marina Trubizyna, gesehen von Karin Günther

Am 3. Oktober angekommen, bleiben die privat untergebrachten Gäste noch bis zum Donnerstag und üben in der Zeit nicht nur ihr Englisch, sondern auch die Zweitsprache Deutsch. Einige, die schon zwei oder drei Mal an diesen Reisen teilnahmen, bringen es da mittlerweile schon zum Gesellenbrief.

Ute Schirmer und die Gruppe, gesehen von Marina Trubizyna

Bei aller Eigenständigkeit nimmt Marina Trubizyna aber gern die Hilfe des Freundeskreises Wladimir an, nicht nur bei der Auswahl der Gastfamilien oder der Ausflugsziele. Wie auch nicht! Dafür haben wir schließlich die Bürgerpartnerschaft, eine besondere, wo alle nach dem Wahlspruch der Wladimirer Pädagogin leben können, immer im Austausch miteinander.

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Er ließ es sich nicht anmerken, aber ein wenig nervös war Kirill Wedernikow gestern schon, so kurz vor der Ausstellungseröffnung in der Volkshochschule mit Oberbürgermeister Florian Janik und all den vielen Gästen aus Politik, Verwaltung und vor allem natürlich Kunst und Kultur. Doch schon im Gespräch mit Erlangens Stadtoberhaupt löste sich die Spannung und wich der Freude darüber, mit welcher wißbegierigen Offenheit man seinen Arbeiten begegnete.

Irene Hetzler, Florian Janik, Kirill Wedernikow, Carolin Gugel und Hans-Peter Singer

Der Künstler hätte es freilich auch schon vorher wissen können. Denn von Beginn an hatte er – „trotz meiner geringen Englischkenntnisse“ – mit der Gruppe Andersartig eine gemeinsame Sprache gefunden, hatte die Verständigung über die Kunst, diese universelle Form des menschlichen Ausdrucks, bestens funktioniert. Und es war manchmal beim Aufbau, als hätten die Bilder ihren Platz an den Wänden und in den Räumen selbst gefunden.

Jutta Brandis

Glücklich und zufrieden jedenfalls waren nicht nur die Künstler, sondern vor allem Jutta Brandis, die mit „(R)Evolution“ nach dreißig Jahren des Wirkens an der Volkshochschule hiermit ihre vorletzte Ausstellung kuratierte, darunter viele mit Gästen aus Wladimir. Doch keine hatte sie nach eigenen Worten bisher so mit Freude über das Gelingen erfüllt wie diese, die nun noch bis zum 12. April in den Räumen der Volkshochschule, Friedrichstraße 19, zu sehen sind.

Peter Steger, Kirill Wedernikow, Hans-Peter Singer, Jutta Brandis, Carolin Gugel, Irene Hetzler, Michael Ort und Eva Herrmann

Zeit genug also, sich selbst noch einen Eindruck zu verschaffen von diesem deutsch-russischen Projekt einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die Florian Janik in seinem Grußwort als wichtiges Element der Verständigung in Zeiten politischer Konflikte lobte, die aber auch zeigt, wie gut Künstler verschiedener Länder konzeptionell zusammenfinden können. Denn, so Kirill Wedernikow: „Sie entsteht zwar in Raum und Zeit, ist aber nicht an diese Dimensionen gebunden, wirkt darüber hinaus.“ Worte, die so auch gelten könnten für das eigens zu dieser Ausstellung komponierte „Concertino für Vibraphon und Klavier“, uraufgeführt von Michael Ort und Eva Herrmann.

Anke Steinert-Neuwirth, Peter Steger, Kirill Wedernikow, Hans-Peter Singer, Carolin Gugel und Irene Hetzler

Ein großer Teil der Bühne – und auch der Ausstellungsfläche – gehörte gestern dem Gastkünstler, der Gelegenheit erhielt, anhand eines Videos mit beeindruckend animierten Arbeiten aus seiner jüngsten Schaffensperiode und einer Präsentation seinen Werdegang darzustellen. Erstmals im Ausland und erstmals in dieser Ausführlichkeit, denn in der Heimat können sich nicht alle an seiner Ästhetik etwas abgewinnen.

Karin Günther und Peter Millian

Sie hat ja auch tatsächlich etwas Düsteres, und vor allem in seinem Zyklus der Lost Places und Industriebrachen sehe man wenig Optimismus und Aufbruch, wie Peter Millian von den Erlanger Nachrichten bemerkte. „Richtig“, bestätigte der 27jährige Künstler aus Wjasniki, hundert Kilometer östlich von Wladimir gelegen, „aber aus diesem Schatten bin ich herausgetreten, diese Periode liegt hinter mir.“

Zwar, so der Künstler, ziehe ihn noch immer diese Landschaft des Verfalls mit ihren groben Formen und den unendlichen Räumen des Vergehens magisch an, weil es da so viel Gestaltungsmöglichkeit gebe, aber nach seinen Anfängen im Bereich des Graffiti und der Straßenkunst und all den Lehrjahren durch die Kunsthochschule in Susdal sowie die Aufenthalte in Sankt Petersburg und Moskau wende er sich nun stärker philosophischen, theologischen und mythologischen Themen zu.

Kirill Wedernikow im Gespräch

Man hört es aus seinen Worten heraus, man merkt es seinen Bildern an: Hier wird man Zeuge eines künstlerischen Reifeprozesses, der auf dem Weg zu echter Meisterschaft ist, im Ausdruck wie im Handwerk. Passend zum evolutionären Titel der Ausstellung mit dem R in Klammern.

So richtig zur Geltung kommt das im Musikzimmer, wo die Keramiken von Carolin Gugel und die Arbeiten von Kirill Wedernikow einander nicht nur ergänzen, sondern in ihrer Wirkung verstärken, formal wie inhaltlich. Aber davon sollte man sich selbst überzeugen. Zeit ist ja noch genug.

Und nehmen Sie sich auch ein paar Minuten für die Mappen, wo sich neben Angaben zu den Persönlichkeiten auch die Preise für die Arbeiten finden. Es bietet sich die exklusive Gelegenheit, eine Wedernikow-Sammlung, die erste in Deutschland und außerhalb seiner russischen Heimat, aufzubauen.

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Vor acht Jahren veranstaltete das Bürgermeister- und Presseamt zum ersten Mal einem Empfang für Personen und Gruppen, die sich ehrenamtlich für die Städtepartnerschaften engagieren. Seither entwickelte sich die Feier im Ratssaal zu einer festen Institution, bei der von Mal zu Mal die Sessel und Stühle zahlreicher besetzt sind. Gestern nun, als Wolfram Howein aus den Händen von Oberbürgermeister Florian Janik den Ehrenbrief für Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften entgegennahm, blieb freilich wirklich kein Platz mehr frei. Vielleicht, weil, wie der Laudator, anerkennend und vom Manuskript abweichend, meinte, der Geehrte es beispielhaft verstehe, andere in seine vielfachen Aktivitäten und Initiativen einzubinden.

Wie vielfältig und für das Gemeinwohl entscheidend dieses Engagement gerade auch im Internationalen Bereich wirkt, betonte Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens in ihrer Begrüßung. Durchaus auch aus eigener Anschauung vor Ort auf dem Feld der Ökologie, Jugendarbeit oder Kulturvereine. Das Stadtoberhaupt ging sogar noch weiter und stellte diese Arbeit in einen globalen Zusammenhang: „Heute bedarf es mehr denn je der Menschen, die Brücken bauen; gerade jetzt, wo so viele andere sich daran machen, Brücken einzureißen und Mauern hochzuziehen.“

Florian Janik und Wolfram Howein

Desto wichtiger, einmal im Jahr all die einzuladen, denen die Zusammenarbeit mit den zehn Partnerstädten und den drei befreundeten Kommunen, von den sonstigen Verbindungen Erlangens in alle Welt zu schweigen, am Herzen liegt. Und eine Person stellvertretend für die anderen auszuzeichnen, gestern Wolfram Howein. Wofür und mit welchen Worten ist hier nachzulesen: Laudatio Wolfram Howein – 21.11.2018

Wolfram und Inge Howein

Florian Janik machte es sichtlich Freude, dem ehemaligen Siemens-Manager das in vierzehn Jahren und auf vierzig Wladimir-Reisen verdiente Lob auszusprechen, kennt er doch die Ergebnisse dieser großartigen Arbeit aus eigener Anschauung, im Blauen Himmel wie beim Roten Kreuz, im Forum Prisma wie bei den wissenschaftlichen Projekten, besonders aber im Erlangen-Haus, wo beide das „beste Frühstück in der Partnerstadt“ zu schätzen wissen, und von wo aus beide sich auch schon auf die Suche nach einem Schlummertrunk machten.

Gratulation von Melitta Schön an Wolfram Howein

Wolfram Howein nahm es in seiner Erwiderung sportlich: „Mein Engagement für Wladimir ist allemal billiger als Golf zu spielen.“ Aber im Ernst: „Mein Leben ist reicher geworden durch diese Begegnungen, und Wladimir ist mir zum Jungbrunnen geworden.“ Möglich aber natürlich auch nur, wenn die Frau diesen Einsatz unterstützt. Deshalb galt denn der erste und größte Dank Inge Howein, die nun auch schon zehn Reisen in die Partnerstadt hinter sich hat.

Gratulanten: Margrit Vollertsen-Diewerge, Ute Schirmer, Jürgen Binder, Inge und Wolfram Howein, Gerda-Marie und Michael Reitzenstein

Was das Ehepaar noch vor sich hat? Hoffentlich noch viele Jahre der Zusammenarbeit mit Wladimir – zumal sich, siehe Blogeintrag von gestern, im Bereich Erlebnispädagogik schon wieder neue Türen öffnen – und die dafür nötige Gesundheit.

Knut Gradert und seine Stadl Harmonists

Zum Gelingen des Abends trugen auf ihre Weise die Stadl Harmonists aus Kosbach mit „Weltmusik“ bei, von „California Dreaming“ über „Ein Freund, ein guter Freund“ oder „Über den Wolken“ bis hin zum abschließenden „Oj, moros, moros“, das der Leiter des Ensembles, Knut Gradert, bereits 1993 zum Fränkischen Fest in Wladimir mit seinem großen Chor einstudierte und zur Überraschung der Gastgeber auf Russisch interpretierte. Gestern nun also auch noch diese musikalische Brücke über ein Vierteljahrhundert Partnerschaft. Was kann schöner sein?!

Karin Günther, Ruth Sych mit der Broschüre über ihr Engagement in Wladimir vor 20 Jahren und Susanne Lender-Cassens

Höchstens noch die vielen Gespräche, die beim Stehempfang zustandekamen – über die Grenzen der jeweiligen Städtepartnerschaften hinweg. Jena stand da neben Riverside und Rennes kam mit San Carlos ins Gespräch, während Wladimir mit Cumiana Erfahrungen austauschte.

Rudolf und Inge Schloßbauer mit Giuseppe Andolina

Eine Börse der internationalen Beziehungen eben, wo, wie Florian Janik bei der Eröffnung des Buffets meinte, „bestimmt wieder neue Ideen und Projekte entstehen“.

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Vom 14. bis 20. März war ich nach einer zehnjährigen Pause endlich wieder in Erlangen zu Gast, anläßlich des 35jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft auf Einladung von Othmar Wiesenegger vom Photoklub der Siemens AG.

Erlangen, gesehen von Wladimir Fedin

Müßte ich die Eindrücke von dieser Reise in ein Wort zusammenfassen, käme etwas heraus wie „umwerfend“. Vom ersten Tag an, als meine Frau Swetlana und ich mit Othmar und seiner Frau Beatrix durch Erlangen spazierten und dann in Begleitung der großartigen Lutz Weinrebe den Turm der Neustädter Kirche bestiegen. Den Eindruck der Schönheit dieses weiten Blicks konnten weder Kälte noch schneidender Wind trüben.

Straßenszene ich Erlangen

Am zweiten Tag besuchten wir das unglaublich nette und gemütliche Dorf Hetzles, eine halbe Autostunde von Erlangen entfernt, wohin uns Karin Günther begleitete, die Vorsitzende der Erlanger Foto Amateure. Jedes Fachwerkhaus am Wegrand wurde zu einer kleinen Entdeckung, jede Einzelheit erfreute das Auge.

Birgitt Aßmus, Othmar Wiesenegger, Karin Günther, Wladimir Fedin und Peter Steger

Am Abend dann eine angenehme Überraschung, die uns Karin Günther bereitete, ein Mensch, der sich darauf versteht, zu organisieren und Menschen zusammenzubringen: Die Ausstellung von Wladimir Fedin „Winter in Wladimir“. Eine überaus herzliche Atmosphäre in der Redaktion der Erlanger Nachrichten, so herzerwärmend, daß fast der Schnee auf den Bildern getaut wäre.

Karin Günther und Wladimir Fedin

Tag drei brachte mit dem Ausflug nach Würzburg eine weitere erstaunliche Überraschung. Man kann sich ja nicht anders als begeistern für diese alte und klassische Stadt am Main!

Würzburg, gesehen von Wladimir Fedin

Nicht unterschlagen will ich auch ein weiteres Ereignis dieses Tages, den Geburtstag von Othmar. Wir waren ganz wißbegierig zu sehen, wie ein Geburtstag in Deutschland gefeiert wird. Zu unserer Verwunderung gab es da jede Menge Übereinstimmungen, besonders die wichtigste, die für Wladimir wie Erlangen gilt: Kommen gute Freunde zum Fest, ist die Feier gelungen.

Wladimir Fedin in Würzburg

Der vierte Tag führte uns zusammen mit unseren Gastgebern ins märchenhafte Rothenburg o.d.T., wo es wieder großartige Eindrücke gab, so etwa eine für uns ganz unerwartete Begegnung mit ganz arglosen Störchen und den Besuch eines fränkischen Weingutes.

Rothenburg, gesehen von Wladimir Fedin

Und dann all die Motive für die Kamera, all das Schöne in der Stadt! Einfach umwerfend!

Przewalski-Wildpferde im Tennenloher Forst

Tag fünf begann mit einem Spaziergang durch den verschneiten (!) Tennenloher Forst, wo wir ganz ungewöhnliche Skulpturen bewunderten und uns an den Wildpferden erfreuten.

Othmar Wiesenegger

Lustig gestaltete sich dann ein weiterer Spaziergang durch Erlangen, wobei wir immer wieder einen Blick in eines der kleinen Geschäfte waren, wo uns immer wieder etwas Angenehmes erwartete, mal Live-Musik oder eine Begegnung mit Landsleuten, ein Glas Sekt zum Anstoßen und vieles mehr. Danke, Beatrix!

Am Wegrand

Der Tag klang dann aus dem dem Festkonzert zum 35jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft.

Fachwerk

Eine großartige Tour durch die Fränkische Schweiz mit Familie Martin erwartete uns am sechsten Tag. Diese geheimnisvolle Gegend zeigt sich übervoll mit allen möglichen Schönheiten der Natur und Geschichte, ungezählten bizarren Felsen und gigantischen Brocken. Einfach unmöglich, sich da von der Kamera loszureißen. Ein Ort schöner als der andere.

Swetlana Sirko, Othmar Wiesenegger und Renate Winzen

Einen unauslöschlichen Eindruck machte zum Abschluß unserer Reise an Tag sieben der kleine Spaziergang durch Nürnberg und die improvisierte Photosession mit Othmar, Renate Winzen und meiner Frau Swetlana im Museumsladen „Leika“. Zwei Photographen, die sich hier so richtig austoben konnten.

Wladimir Fedin mit seinen Bildern im Club International der Volkshochschule Erlangen

Um 18.25 Uhr dann – auf Wiedersehen, Deutschland, auf Wiedersehen, du heimeliges Erlangen. Bis zum nächsten Mal, bis zu den nächsten Photoeindrücken!

Wladimir Fedin

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Auch wenn die Wladimirer Winterbilder von Wladimir Fedin schon seit dem 26. Februar in den Räumen der Redaktion der Erlanger Nachrichten hängen, ist die Ausstellung doch erst mit der gestrigen Midissage so richtig eröffnet worden. Mit Stadträtin Birgitt Aßmus, die von der Städtepartnerschaft in ihrem 35. Jahr des Bestehens als einer „Bewegung von unten“ sprach, in der Vereine wie die Erlanger Foto Amateure die treibende Rolle spielen und wo man aus den gleichen Gründen miteinander lacht und weint.

Karin Günther, Wladimir Fedin, Othmar Wiesenegger und Birgitt Aßmus

In der Tat ist dieses Miteinander immer wieder so überraschend wie erstaunlich und führt nicht nur Russen und Deutsche, sondern auch Erlanger mit Erlangern zusammen. Exempli causa: Othmar Wiesenegger schließt sich als Mitglied der Fotogruppe Siemens Erlangen der Gruppe an, die im September vergangenen Jahres zum Halbmarathon nach Wladimir reist und lernt dort den Photographen Wladimir Fedin kennen, der ihn nicht nur als Gast bei sich aufnimmt, sondern auch hilft, so manches Motiv zu entdecken. Es kommt, wie es kommen soll. Die beiden freunden sich an, und es folgt die Einladung nach Erlangen.

Winterbilder aus Wladimir

Hier, in Erlangen, pflegt Wladimir Fedin aber schon seit Anfang der 90er Jahre Freundschaft zu den Erlanger Foto Amateuren, deren Vorsitzende, Karin Günther, für den Gast die Ausstellung bei den Erlanger Nachrichten vermittelte. So erst kam zustande, was jetzt noch bis zum 6. April jeweils von Montag bis Freitag zwischen 13.00 Uhr und 17.30 Uhr zu sehen ist: Winterbilder aus Wladimir, wo es übrigens schon wieder kräftig geschneit hat, während die Temperaturen dieser Tage noch einmal unter die Minus-Zwanzig-Grenze fallen können.

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Wladimir leutet weiß und kalt, / die Schritte gehn im Schnee verloren, / der Himmel spannt sich blau, gefroren, / gibt allem eine Lichtgestalt.

Wladimir Fedin – winterliche Straßenszene in Wladimir

Ein Schweigen auf den Hügeln ruht, / und nur die Träume leise sprechen / vom Frost, in dem die Bäume brechen, / vom warmen Glimmen einer letzten Glut.

Wladimir Fedin – Nachtblick auf Wladimir

Die Stadt liegt starr entlang dem Rain, / der Kljasma will der Atem stocken. / Und später fallen stumme Flocken / auf Wald und Feld und Stein.

Wladimir Fedin – Wladimir an der Kljasma

So bleibt es nun noch lange Zeit, / in der die Worte Wolken hauchen / und klanglos in die Tiefe tauchen, / wo alles weiß wird und so weit.

Wladimir Fedin – Stadt im Frosthauch

Aber was vermögen schon Worte – gewidmet Inge Obermayer, die heute zu Grabe getragen wird – angesichts solcher Bilder, gesehen von Wladimir Fedin, der Mitte März nach Erlangen kommen will. Wahrscheinlich gerade rechtzeitig zur Finissage seiner Ausstellung in den Redaktionsräumen der Erlanger Nachrichten.

Wladimir Fedin – Stilleben mit Kontrabaß in Wladimir

Eine Idee und Initiative von Karin Günther, Vorsitzende der Erlanger Foto Amateure, die schon Mitte des Monats Gestalt annehmen wird. Und Ergebnis einer schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert währenden künstlerischen Zusammenarbeit zwischen den Erlanger und Wladimirer Hobbyphotographen.

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Ja, der Abschied gestern fiel Olga Dejewa schwer. Auch wenn Wladimirs Oberbürgermeisterin dank ihrem ersten Besuch vor drei Jahren, damals als Vorsitzende des Roten Kreuzes in der russischen Partnerstadt, sowie einer fruchtbaren Zusammenarbeit im Bereich Hospiz und Erste-Hilfe-Ausbildung mit dem Förderverein bereits kunstvoll an dem Beziehungsnetz mitgeknüpft hatte, waren der Einblick in die Fülle der Kontakte und der Ausblick auf die weiteren Möglichkeiten der Kooperation doch überwältigend für die Besucherin.

Olga Dejewa, Peter Steger und Dieter Rossmeissl

Olga Dejewa, Peter Steger und Dieter Rossmeissl © Karin Günther

Vor allem die Allgegenwart des Partnerschaftsgeistes in Erlangen taten es Olga Dejewa an. Nicht nur bei den Veranstaltungen wie im Club International der Volkshochschule oder bei der Eröffnung der Tschernobyl-Ausstellung im Rathaus und den Unterredungen mit ihrem Kollegen, Florian Janik, sondern im Alltag, auf der Straße, wenn etwa eine Marktfrau den Gast aus Wladimir erkennt und anspricht oder Dekan Josef Dobeneck sich in der Fußgängerzone Zeit für einen kleinen Plausch nimmt. Kleine Zeichen, die oft mehr sagen als wohlgesetzte Deklarationen und Absichtserklärungen.

Wolfram Howein, Jürgen Ganzmann, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Leonhard Hirl

Wolfram Howein, Jürgen Ganzmann, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Leonhard Hirl

Aber für diesen Partnerschaftsgeist stehen natürlich auch ganz konkrete Projekte wie der Austausch von Fachkräften mit der WAB Kosbach, die in den nächsten Tagen wieder vier Hospitanten aus Wladimir aufnimmt, um ihre Ansätze bei der Arbeit mit Menschen zu vermitteln, die an psychischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden. Ein Austausch übrigens, der bis in das Jahr 1999 zurückreicht und aus dem u.a. das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ hervorgegangen ist.

Stefan Engelhardt, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Wolfgang Fuchs

Stefan Engelhardt, Olga Dejewa, Irina Chasowa und Wolfgang Fuchs hoch über dem Klärwerk Erlangen

Noch weiter in die Geschichte der Partnerschaft zurück, bis ins Jahr 1991, reicht die Kooperation des Entwässerungsbetriebs der Stadt Erlangen mit den Kollegen aus Wladimir. Und zum 25jährigen Jubiläum dieser so pragmatischen Freundschaft bietet das Erlanger Klärwerk dem russischen Partnerbetrieb – kostenlos – eine hochmoderne Schlammentwässerungsanlage an, die hier wegen der Umstellung auf eine andere Technik nicht mehr benötigt wird. Schon im Sommer kommen dann Fachleute von der Kljasma an die Regnitz, um Fragen der Demontage und des Transports all der vielen Gewerke und Aggregate für das erste Halbjahr 2017 vorzuklären. Da erklärt es sich fast von selbst, daß Wolfgang Fuchs, Leiter des Entwässerungsbetriebs, und Stefan Engelhardt, zuständig für das Klärwerk, Olga Dejewa zusagen, den Kollegen in Wladimir auch weiterhin bei allen Modernisierungsmaßnahmen beratend zur Seite stehen zu wollen.

Karin Lippert und Olga Dejewa

Karin Lippert und Olga Dejewa

Noch nicht so lange, aber immerhin auch schon seit fünf Jahren, betreut Karin Lippert vom Kulturamt den Austausch von Newcomer-Rockbands mit Wladimir, so erfolgreich, daß eine Erlanger Band, die schon einmal in der Partnerstadt von den Fans gefeiert wurde, nun auf eigene Faust und Kosten nochmals nach Osten aufbrechen will. „Es ist unglaublich, wie begeistert bisher alle Musiker zurückgekehrt sind“, freut sich Karin Lippert, und Olga Dejewa weiß von ihren ersten Erfahrungen mit dem Projekt, daß auch schon die erste Wladimirer Band gerne ein zweites Mal nach Erlangen käme… Was könnte deutlicher für den Erfolg sprechen?! Schön jedenfalls zu wissen: Unter Olga Dejewa soll nichts von dem, was bereits in der Zusammenarbeit geschaffen wurde, auf der Strecke bleiben. Im Gegenteil: Neue Projekte sollen dazukommen.

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Besonders wünscht sich Wladimirs Oberbürgermeisterin unmittelbar vor dem Abflug bei ihrem Überraschungstreffen mit Altoberbürgermeister, Siegfried Balleis, der die Partnerstadt seit 1989 aus eigener Anschauung kennt, einen Ausbau der Wirtschaftskontakte, ein „steiniges Feld“, wie das ihr Gegenüber nennt, aber natürlich wert, immer wieder neu bestellt zu werden. Und so war es denn für Olga Dejewa ein Abschied, der neue Treffen, der ein Wiedersehen in der Zukunft verheißt, um Altes zu bewahren und Neues zu gestalten.

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Nur ganz hinten waren beim gestrigen Konzert des Wladimirer Staatlichen Tanz- und Gesangsensembles Rus einige Reihen in der Heinrich-Lades-Halle frei geblieben. Ansonsten ein volles Haus in Erlangen für die 25köpfige Truppe um den künstlerischen Leiter, Nikolaj Litwinow, und – es sei vorweggenommen – am Ende der Altrussischen Weihnacht eine Zugabe nach der anderen. Die Funken der Begeisterung stoben nur so hin und her zwischen Bühne und Publikum. Und so wurde denn auch der Auftritt zu einem Leuchtfeuer aus Choreographie und Chorgesang, angefacht von einem inspirierten Septett mit doppelt besetztem Bajan, Balalaika, Domra, Baß, Schlagzeug, einer ganzen Wundertüte von Perkussionsinstrumenten und dieser unglaublichen Vielfalt von Blasinstrumenten: Okarinas, Schalmeien, Hörner, Pfeifen, Flöten…

Tanz- und Gesangsensemble Rus

Tanz- und Gesangsensemble Rus

Voll andächtiger Innigkeit und farblicher Tiefe die Gesänge aus der Weihnachtsliturgie, still und in sich gekehrt die vielstimmigen Melodien, hinüberweisend in jene andere Welt jenseits der unseren, ganz wie es der orthodoxen Ikone eigen, die sich als irdisches Fenster versteht, die den Blick in den Himmel eröffnet. Momente der Verzauberung, wenn nicht gar Entrückung.

Tanz- und Gessangsensemble Rus

Tanz- und Gessangsensemble Rus

Es ist – auch hier im Blog – viel gesagt und geschrieben worden über diese selbst nach vier Jahrzehnten stets junge Gruppe, die sich immer wieder neu erfindet und in ein ausgereiftes Programm jede Menge Überraschungen packt: etwa eine groovende Jazz-Nummer des Orchesters, ein getragenes Gesangssolo oder einen ausgelassenen Kosakenwirbel der Tänzer. Ein Kaleidoskop der Sinne. Dazu eine Stimme aus dem Publikum: „Das kann gar nicht sein, daß die alle aus Wladimir sind. So groß kann die Stadt doch unmöglich sein, daß sie so viele Talente hervorbringt…“ Und ob! Auf Gastspielreise können ja gar nicht alle mitfahren, die daheim ebenfalls auf der Bühne stehen, und dann ist da ja auch noch die Kindergruppe von Rus, wo stimmliche, instrumentale und tänzerische Begabungen auf die spätere Virtuosität vorbereitet werden. Eine Meisterwerkstatt der Kultur in Wladimir!

Tanz- und Gessangsensemble Rus

Tanz- und Gesangsensemble Rus

Stadträtin Rosemarie Egelseer-Thurek, selbst professionelle Tänzerin, brauchte denn auch am Ende des zweistündigen Programms – Nikolaj Litwinow hatte eigens für Erlangen einige Extras ins Programm eingebaut – keine Worte, um ihrer Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Eine Umarmung für die Impressaria und Tourneeleiterin, Regine Burk, Blumen, Pralinen und ein Geschenkkorb für die musikalischen Gäste aus der Partnerstadt, noch eine Zugabe und noch eine, Verbeugungen, nicht enden wollender Beifall, Vorhang.

Sttadträting Rosemarie Egelseer-Thurek mit Regine Burk

Stadträtin Rosemarie Egelseer-Thurek mit Regine Burk. Photo: Karin Günther

1987 hatte das Ensemble Rus seinen ersten Auftritt in Erlangen auf eben jener Bühne, und es war just diese Gruppe, mit der die Bürgerpartnerschaft, voller Enthusiasmus unterstützt vom Stadtverband Kultur, erst so richtig in Gang kam. Ungezählte persönliche Kontakte wurden damals geknüpft, die zum Teil bis heute gepflegt werden. Viele sind denn auch von denen im Publikum, die seinerzeit schon Feuer für Wladimir gefangen haben und sich bis heute ein Leuchten im Blick bewahrt haben. Noch mehr Gesichter aber im Saal, die dieses Fest der Farben, diesen Rausch der Reigen, diese Meisterschaft der Musik zum ersten Mal erleben – bestimmt jedoch nicht zum letzten Mal!

Blumen von Stadträtin Rosemarie Egelseer-Thurek für Swetlana Sawina und Regine Burk

Blumen von Stadträtin Rosemarie Egelseer-Thurek für Swetlana Sawina und Regine Burk. Photo: Karin Günther

Wenn dem so ist, gelten dafür Dank und Anerkennung Regine Burk, die schlichtweg kongenial mit den Kulturbotschaftern Wladimirs zusammenwirkt und die Truppe Jahr für Jahr durch ganz Deutschland und immer wieder auch in die Schweiz begleitet, die Tourneen zusammenstellt, alle Fäden knüpft und zusammenhält. Natürlich spielt Rus für sein Publikum – und das ganz besonders in Erlangen. Aber gewidmet ist jedes Konzert, das kann man spüren, vor allem einer Frau: Regine Burk, dank und mit der das Ensemble sich von Mal zu Mal selbst übertrifft. Denn es gilt: Nur Rus kann besser sein als Rus.

 

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