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Posts Tagged ‘Jurij Iwatko’


„Ich hätte nie gedacht, in nur fünf Tagen eine solche Skulptur zuwege bringen zu können“, schüttelte heute morgen noch kurz vor dem Abflug Jurij Iwatko staunend den Kopf. „Aber die Umstände und die Deutschen ließen mir keine Wahl…“ In der Tat war der Zeitrahmen für das Bildhauersymposium auf dem Rudeltplatz zum Thema „Tier – Liebe / Tierliebe“ vom Förderverein „Kunstzeit“ recht eng gezogen, um das so anspruchsvolle Material Holz zu bearbeiten. Doch der Künstler aus Alexandrow in der Region Wladimir wußte sich zu helfen und traf die richtige Wahl unter seinen fünf Entwürfen, die er von zu Hause mitgebracht hatte.

Widerstand, Skulptur von Jurij Iwatko, gesehen von Dominik Steger

Entschieden hat sich das Mitglied des Wladimirer Kunstvereins schließlich für den Fisch aus Holz, dem er den Namen „Widerstand“ gab, ohne zu wissen, wie sehr das zu den Stadtwerken passen würden, die seinen Aufenthalt finanzierten und für das hervorragende Erlanger Trinkwasser ebenso wie für die Fischtreppe an der Wöhrmühle zuständig sind.

Widerstand, Rückseite der Skulptur von Jurij Iwatko, gesehen von Dominik Steger

Laut Vereinbarung des Veranstalters mit den Teilnehmern am Symposium gehen die Arbeiten in den Besitz der Mäzene über. Die Erlanger Stadtwerke zeigten sich gestern glücklich über die gelungene Skulptur, die im neu einzurichtenden Ausbildungszentrum ihren Platz finden soll. Und der Künstler selbst: „Das war eine richtige Hamburger Rechnung, wie man auf Russisch sagt. Es ging alles fair und nach den Regel zu, und ich bin den Gastgebern dankbar für diese Erfahrung. Hauptsache, die Arbeit ist gelungen und der Künstler selbst ist auch zufrieden.“ Was will man mehr!

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Der Förderverein Kunstzeit für junge zeitgenössische Kunst im Erlanger Stadtteil Büchenbach veranstaltet vom 9. bis 16. September auf dem Rudeltplatz zum ersten Mal ein Bildhauersymposium mit dem Thema „Tier – Liebe / Tierliebe“. Gekommen ist zu der Veranstaltung unter freiem Himmel auch Jurij Iwatko, in Erlangen seit seinen Arbeiten in Tennenlohe kein Unbekannter mehr.

Jurij Iwatko bei der Arbeit an seiner neuen Skulptur, gesehen von Dieter Erhard

Noch hat das Mitglied des Kunstvereins der Region Wladimir seine Arbeit nicht abgeschlossen, aber wohl schon morgen wird die Skulptur fertiggestellt und dann mit den anderen Arbeiten im Neuen Park Büchenbach in der „Straße der Kunst“ zu sehen sein.

Jurij Iwatko und sein „Letztes Opfer“, gesehen von Dieter Erhard

Betreut von Jelena Schaab und seinem Künstlerfreund, Dieter Erhard, geht die Arbeit leicht von der Hand, und es bleibt natürlich auch Zeit, sein „Letztes Opfer“ an der Skulpturenachse in Tennenlohe zu besuchen. Eine Wiederbegegnung von Schöpfer und Geschöpf.

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Zum siebten Mal in Folge fand im August das Künstlertreffen in Jelisejkowo bei Petuschki statt, wohin alljährlich der Kunstverein der Region Wladimir einlädt. Immer wieder auch Gäste aus Erlangen, heuer, wie bereits berichtet, Dieter Erhard. Nicht von ungefähr finden diese Begegnungen in dem kleinen Dorf statt, gut 70 km südlich von der Partnerstadt gelegen.

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Plakat zum 7. Freiluft-Künstlertreffen zu Ehren von Isaak Lewitan und zum 25. Lewitan-Festival

Hier, genauer im Nachbardorf Gorodok, machte nämlich auch schon Isaak Lewitan im Mai 1891 Station und quartierte sich in der Datscha des Historikers Wassilij Kljutschewskij am Ufer der Pekscha ein.  Im Jahr darauf schuf der Maler hier sein wohl berühmtestes Werk, die „Wladimirka“, zu der dem Künstler die Idee kam, als er nach der Jagd mit Freunden auf die alte Wladimirer Landstraße stieß. Die Chaussee zog sich bis an den Horizont, rechts und links von ihr die weiten Felder und Waldstreifen.

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Skulptur auf dem Gelände des Isaak-Lewitan-Museums

Der Anblick erschütterte den Künstler, denn vor seinem inneren Auge sah er all die unglückseligen Menschen, die auf dem Weg in Fußfesseln via Wladimir bis nach Sibirien in die Verbannung zu laufen hatten. Das Gemälde entstand wie in einem Atemzug und gilt seither als Meilenstein nicht nur in der russischen Kunstwelt, sondern auch in der Geschichte des Landes. Bis heute liest man aus dem Bild den Wunsch heraus, Willkür zu überwinden und Veränderungen hin zu mehr Freiheit zu ermöglichen.

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow

Im Herbst 1982 kam Isaak Lewitan dann selbst schon als Verbannter. Der Ukas des Zaren über die Ausweisung der Juden aus Moskau betraf auch den Künstler, der erst im Dezember des Jahres wieder in die Metropole zurückkehren durfte. Das Exil nutzte er freilich kreativ und schuf in den wenigen Monaten 17 Gemälde, Etüden und Skizzen (z.B. „Am See“, „Weg“, „Mondnacht im Dorf“, „Zug unterwegs“, wo die Landschaft um Gorodok, Jelisejkowo und Kosterjowa Modell stand.

Igor Tschernoglasow und Anatolij Denissow

Igor Tschernoglasow und Anatolij Denissow

Hundert Jahre später entstand dann die Idee, hier ein Museum einzurichten, das an das Schaffen des großen Meisters erinnern sollte. Lokale Künstler und Heimatforscher taten sich zum „Lewitan-Komitee“ zusammen, das sich mit dem Erbe des Malers und der Einrichtung eines Museums beschäftigte. Zunächst stellte man das Popkow-Haus in Gorodok unter Denkmalschutz, wo Isaak Lewitan 1892 gelebt und gearbeitet hatte nach ihm schon eine Straße benannt war. 1990 dann begann man mit dem Bau des Museums.

Isaak Lewitan, Skulptur von Igor Tschernoglasow

Isaak Lewitan, Skulptur von Igor Tschernoglasow

1992 dann feierte man den 100. Jahrestag des Aufenthalts von Isaak Lewitan hier und beschloß, regelmäßig Künstlertreffen abzuhalten, an denen auch Kunstwissenschaftler aus Moskau und anderen russischen Städten teilnahmen.

Künstlerfreunde von Dieter Erhard: Igor Tschernoglasow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Künstlerfreunde von Dieter Erhard: Igor Tschernoglasow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Leider brannte dieses Gebäude 1999 unter bis heute nicht geklärten Umständen ab. Doch die Lewitan-Freunde beschlossen darauf, ein neues Museum im Nachbardorf Jelisejkowo zu eröffnen, mehr noch: dort auch ein Gästehaus für Künstler einzurichten, wovon der Meister selbst schon geträumt hatte. Hier sollte ein Ort der Begegnung mit der Natur und Kollegen entstehen, ein Ort der Inspiration und des Austausches, wo man die künstlerischen Ergebnisse der Treffen sammeln würde.

Im Künstlerhaus

Im Künstlerhaus

Es fand sich in dem Unternehmer Wladimir Kosjarumow sogar ein Mäzen, der bereit war, das Künstlerzentrum zu finanzieren. Der Verehrer des Werks von Isaak Lewitan hatte schon vorher immer wieder Künstler zu sich nach Jelisejkowo geladen und ihnen Gelegenheit gegeben, einige Zeit in Ruhe zu arbeiten, wozu er eine Volksschule aus dem frühen 20. Jahrhundert restauriert hatte.

Im Künstlerhaus

Im Künstlerhaus

Heute ist hier das Isaak-Lewitan-Museum untergebracht, wo Kopien der Werke zu sehen sind, die der Künstler im Gouvernement Wladimir geschaffen hat. Zum Fundus gehören außerdem einige persönliche Gegenstände und Photographien des Landschaftsmalers. Nebenan liegt das große Holzhaus im russischen Stil, das Wassilij Kosjarumow 2008 erbaut hatte und wo heute Arbeiten von Künstlern aus der Region Wladimir, aus Moskau, Sankt Petersburg, Kaluga, Rjasan, Lipezk und eben auch aus Erlangen zu sehen sind. 2009 besuchten übrigens die Urenkel von Isaak Lewitan den Komplex.

Malstunde im Freien

Malstunde im Freien

Igor Tschernoglasow, Vorsitzender des Kunstvereins der Region Wladimir und in Erlangen-Tennenlohe mit zwei Skulpturen prominent vertreten, schuf für das Museum eigens ein Lewitan-Denkmal.

Dieter Erhard und sein Stein "Run 2016"

Dieter Erhard und sein Stein „Run 2016“

Und nun steht der Stein mit den Kopffüßlern von Dieter Erhard hier und erwartet spätestens im nächsten Sommer die nächsten Gäste aus Erlangen.

Mehr zu der Arbeit von Dieter Erhard unter: https://is.gd/H51PPG – und mehr zu Isaak Lewitans „Wladimirka“ unter: https://is.gd/LxqEdN

 

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Mit 45 Jahren ist 2008 Pawel Jermakow bei einem Autounfall ums Leben gekommen. In dem Bändchen „Стих и песни“ hat seine Frau Jelena den literarischen Nachlaß des Autors zusammengetragen, illustriert von ihrem heuten Ehemann, Jurij Iwatko. Die Sammlung fand den Weg nach Erlangen mit dem Erlanger Künstler, Dieter Erhard, der die beiden – sie hatten 2014 und 2015 in Tennenlohe Kunstwerke in Tennenlohe geschaffen – während seiner Teilnahme an dem Sommer-Kunstsymposium in der Region Wladimir wiedersah.

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Hier ein kleines Gedicht in – für die russische Lyrik noch immer eher ungewöhnlichen – freien Versen in der Nachdichtung von Peter Steger.

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Weich sind deine Augen, – und sie stechen,

zart sind sie und flehen um Liebkosung,

brennen alles innen aus,

tief im Innern eines jeden, gleich ob fremd, ob eigen,

lassen als Erinnerung zurück

nichts als eine Handvoll heißer Tränen,

brennend heiß – so wie dein Herz.

 

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Während sich in den Erlanger Nachrichten derzeit Leserbriefschreiber in der Selbstproklamation zu Herolden der schweigenden Mehrheit üben und einen offenbar lange angestauten Furor gegen die angeblich dem gesunden Geschmack von Tennenlohe widerstrebende Skulpturenwelt des Dieter Erhard austoben, nimmt der Künstler derzeit an einem Symposium für Bildhauer des Wladimirer Kunstvereins teil. Auf Einladung von Igor Tschernoglasow, dem Vorsitzenden der Organisation, der selbst auf Initiative seines Erlanger Freundes bereits zwei Skulpturen in Tennenlohe geschaffen hat. Nun also, bei seinem zweiten Besuch in Wladimir – der erste liegt sechzehn Jahre zurück -, ein Kunstwerk von Dieter Erhard für Wladimir.

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Den Stein für den „Run 2016“ hatten die Gastgeber gestellt, seine Metallfiguren, die uns alle auf der Welt symbolisieren, die wir mit großen Köpfen und ohne Bauch und Körper den politischen Anführern hinterherrennen, brachte der Erlanger Künstler vorgefertigt im Gepäck mit. Nun steht die Skulptur aus Kalkstein und Edelstahl mit einer Höhe von 2,5 m und einem Gewicht von 2,5 t vor dem Museum in Jelissejewo, Region Wladimir, wo zehn Tage lang 14 russische Künstler zusammen mit Dieter Erhard an jenem Ort arbeiteten, wo Isaak Lewitan unter anderem sein berühmtes Gemälde „Wladimirka“ schuf.

 

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Der Besuch von Dieter Erhard in Wladimir war überfällig. Denn was hat der 2009 mit dem Erlanger Ehrenbrief für Kultur ausgezeichnete Schöpfer des Skulpturenparks Tennenlohe nicht schon alles an Projekten mit den russischen Künstlern ins Leben gerufen: die Skulpturen von Igor Tschernoglasow und Jurij Iwatko, die Bemalung von Trafhäuschen mit Sergej Jermolin und Anatolij Denissow, die Kunstaktion mit Praktikantinnen aus Wladimir bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf, den Freundschaftsring am OBI-Kreisel in der Kurt-Schumacher-Straße, um nur die wichtigsten Stationen zu nennen.

Irina Chasowa und Dieter Erhard

Irina Chasowa und Dieter Erhard

Nun wird man in Wladimir ein Urteil über die Kunst des Dieter Erhard und seine Kopffüßler fällen. Sicher auch dort nicht allfällig und einhellig, aber gewiß nicht in dem Geist und Ton jener, die wieder einmal den Sinnspruch bestätigen: nulla poeta in patria!

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Ideen, Vorschläge und Vermutungen zum Wesen der Skulptur „Das letzte Opfer “ von Jurij Iwatko gab es so viele wie Menschen, die das Kunstwerk des Bildhauers aus Wladimir auf der Wiese am Löschweiher von Tennenlohe entdeckten. Sehr zur Freude des Künstlers, denn mit seinen Arbeiten will er im Betrachter Denk- und Assoziationsprozesse auslösen.

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko

Immer wieder gedeutet wurde die Stahlkonstruktion als Seele, als Vogel, als Engel. Genau diese drei Begriffe wählte nun Alla Werr aus Tennenlohe als Titel für ihre siebenminütige Reportage über das Werden des Objekts, das jetzt, wie im Blog bereits vermeldet, seinen endgültigen Standort an der Skulpturenachse im Sebalder Forst gefunden hat. Es lohnt, sich die Zeit zu nehmen und zu beobachten, wie Kunst entsteht:  https://vimeo.com/140302109

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Es war schon ein gewaltiger Aufwand, die Skulptur das „Letzte Opfer“ überhaupt zu errichten. Volle drei Sommerwochen hatte der Wladimirer Künster, Jurij Iwatko, mit seiner Frau, Jelena Jermakowa, für das Werk aus Stahlrohren benötigt und sich dabei auf der Skupturenwiese in Tennenlohe immer gern über die Schulter schauen lassen. Der Bildhauer wußte zwar von Beginn an, daß seine Arbeit nicht am Ort ihrer Entstehung würde bleiben können, aber wie es seinem Freund und Künstlerkollegen, Dieter Erhard, gelingen sollte, die Konstruktion unbeschadet an den endgültigen Standort zu bringen, konnte er sich nicht recht vorstellen. Doch dann kam mit einem Lächeln: „Wenn das einer schafft, dann Dieter!“

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Das „Letzte Opfer“ zieht um

Nun ist es geschafft. Das „Letzte Opfer“ wurde dieser Tage verladen – umsichtig und fachgerecht – und ist nun Teil der Skulpturenachse im Sebalder Reichswald.

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Das „Letzte Opfer“ an seinem endgültigen Standort

Noch sind wohl einige genehmungsrechtliche Fragen zu klären, deretwegen man die ursprünglich schon im August geplante Eröffnung hatte verschieben müssen, aber im Oktober wird das Projekt wohl offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Wanderer und Radfahrer, die in Tennenlohe am Feuerwehrhäuschen gegenüber der Skulpturenwiese die Brücke über die Bundesstraße nehmen und dann im Wald sich links halten, gelangen nach wenigen Metern schon zu der Figur des russischen Künstlers. Und wer mit dem Auto von Nürnberg kommt, erblickt das „Letzte Opfer“ rechter Hand zwischen den Bäumen einen knappen Kilometer hinter dem Pferdehof.

Wer noch einmal nachlesen will, wie Erlangen zu einem weiteren Kunstwerk aus Wladimir kam, gebe in die Suchmaske des Blogs „Jurij Iwatko“ ein.

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