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Posts Tagged ‘Jürgen Üblacker’


Auch nach dem erst vor einem Jahr vollzogenen Wechsel des Betreibers – von den Franziskusschwestern aus Vierzehnheiligen an die Malteser – bleibt das Waldkrankenhaus in Erlangen auf seinem internationalen Kurs und weiter offen für den Austausch mit Wladimir. Sogar mehr denn je.

Roman Lorz und Guram Tschjotschjew

Guram Tschjotschjew kam als junger Orthopäde mit der ersten Medizinerdelegation aus der Partnerstadt erstmals 1991 hierher und fand so Anschluß an Forschung und Lehre im Westen. Vor allem aber fand er Freunde und Kollegen, die ihn förderten und ihn auf den Wegen in die weltweit agierenden Gremien und Verbände begleiteten. Der Nordossete, in den 80er Jahren aus dem Kaukasus nach Wladimir gekommen, hatte sich in der neuen Heimat schon einen Namen bei der Behandlung von kleinwüchsigen Kindern gemacht. Nun fand er aber auch in Erlangen Anerkennung und rasch Aufnahme in den Deutschen und Amerikanischen Orthopädenverband, hielt weltweit Vorträge zu seinem Fachgebiet, habilitierte sich und gilt heute als Koryphäe nicht nur in seinem Land.

Raimund Forst und Guram Tschjotschjew, die beiden Professoren der Orthopädie

Bestimmt sieben bis acht Hospitationen folgten am Waldkrankenhaus, doch der letzte Besuch liegt nun doch schon zwölf Jahre zurück. Zeit, die Fäden wieder aufzunehmen. Und in Raimund Forst, Direktor des Universitätsklinikums im Waldkrankenhaus, findet der Gast denn am Freitag auch das Gegenüber, auf das er gehofft hatte. Schon nach wenigen Minuten ist man sich einig, der Austausch soll fortgesetzt werden, und es gibt auch gleich ein Thema, das den Gast brennend interessiert und wo der deutsche Kollege Pionierarbeit leistet: Duchenne, eine seltene, tödlich für die Kinder verlaufende Muskeldystrophie. Dank der Therapie von Raimund Forst werden nicht nur die Beschwerden gelindert, sondern auch die Lebenserwartung steigt signifikant an. Bisher kann man den Kindern in Rußland nicht helfen; das könnte sich jetzt bald ändern.

Chefarzt Horst Beyer und Guram Tschjotschjew

Und dann ein Rückblick auf die Geschichte des Waldkrankenhauses mit dem Chefarzt der Medizinischen Klinik I, Horst Beyer, der auch seinerseits Bereitschaft zeigt, den Austausch mit Wladimir fortzusetzen. Beste Voraussetzungen also für ein ganz neues Projekt, das Ingrid Dresel-Fischer, Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege, und Roman Lorz, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung am Waldkrankenhaus, vorschlagen: einen Austausch im Bereich der Pflegekräfte. Guram Tschjotschjew, hocherfreut über das Angebot, will sich in Wladimir umgehend in der Sache kundig machen und schlägt seinerseits vor, das Projekt mit älteren und erfahreneren Schwestern zu beginnen, um dann zu sehen, wie sich die Sache entwickelt. Eines ist klar: Da wächst schon bald ein neues Pflänzchen im fruchtbaren Garten der Partnerschaft.

Roman Lorz, Ingrid Dresel-Fischer und Guram Tschjotschjew

Den viertägigen Arbeitsbesuch beendete die fünfköpfige Delegation von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa im Kreis von alten Freunden. Vor genau 20 Jahren war Jürgen Ganzmann, damals Leiter der Werkstatt bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf, heute Geschäftsführer der WAB Kosbach, zum ersten Mal in Wladimir und kam mit der Idee zurück, im Bereich der Psychiatrie das Projekt „Lichtblick“ zu gründen, das in einen breiten Austausch mit ungezählten Praktika mündete und schließlich sogar den „Blauen Himmel“ mit seinem erlebnispädagogischem Ansatz hervorbrachte. In das Netzwerk mit Wladimir sind nun auch Städte wie Pskow, Nischnij Nowgorod und Irkutsk eingebunden, wobei Wladimir natürlich auch in Zukunft den Schwerpunkt bilden soll. Immer dem Motto entsprechend: Nicht alles bei uns ist gut, und nicht alles bei euch ist schlecht. Also im Geist des gegenseitigen Lernens.

Nadja Steger, Guram Tschjotschjew, Irina Tartakowskaja, Alina Kartuchina, Melitta Schön, Hans Ziegler, Olga Dejewa, Wladimir Rybkin, Jürgen Üblacker, Arina Alstrud, Jürgen Ganzmann und Alexander Krutow

„So oft ich jetzt schon in Erlangen war und Gäste aus der Partnerstadt in Wladimir empfangen konnte“, meinte am späten Freitagnachmittag kurz vor der Heimreise Olga Dejewa, „einen derart intensiven Einblick in die Dinge, einen derart innigen Kontakt zu den Menschen habe ich bisher noch nie erlebt. Wir gehören wirklich zusammen und können nichts Besseres tun, als noch viel öfter zusammenzukommen.“ Aber auch in Erlangen darf man ein erfreuliches Fazit ziehen. Das Konzept von „Prisma“ bewährt sich und verspricht für die Zukunft noch viele solcher Begegnungen, die zusammenbringen, was zusammenwill.

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Gestern fand die Jahresversammlung des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir statt. Schwerpunkt der Unterstützung bleibt das Projekt „Häusliche Pflege“, nachdem nun an jeder Klinik in der Partnerstadt zwar eine Stelle für Palliativmedizin eingerichtet wird, aber noch längst nicht für alle Patienten ein Bett zur Verfügung steht. Mit Hilfe von medizinischem Fachpersonal und begleitet von Freiwilligen aus der Fachschule für Pflegeberufe betreut deshalb das Rote Kreuz Wladimir schwerkranke Menschen und berät die Angehörigen in allen Fragen der Betreuung.

Melitta Schön, Barbara Wittig, Petra Müller-Hillebrand, Jürgen Üblacker und Wolfram Howein

Auch wenn der Wirkungskreis (noch) nicht sehr groß ist – ein gutes Dutzend Patienten ist derzeit die Obergrenze des Leistbaren – nimmt sich das Rote Kreuz in der Partnerstadt doch eines bisher unterschätzten und kaum wahrgenommenen Problems von höchster gesellschaftlicher Relevanz an, dessen Bedeutung mittlerweile von der Gesundheitspolitik erkannt wird, abzulesen daran, daß sich an dem Programm auch eine Poliklinik beteiligt, die ambulant die medizinische Versorgung der Kranken gewährleistet. Erste wichtig-richtige Schritte also bei der Pflege für Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. Schritte, die Erlangen und Wladimir gemeinsam tun. Wie sonst?!

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Montag, 7. August, Flug LH 2162 aus München ist fast pünktlich. Peter Steger und ich holen unsere Gäste aus Wladimir am Albrecht Dürer Airport in Nürnberg ab. Der Vorstand des Roten Kreuzes in Wladimir kommt mit seiner Vorsitzenden, Olga Antropowa. und ihrem Stellvertreter, Wladimir Prosor. auf Einladung des Erlanger Fördervereins zur Unterstützung des Roten Kreuzes in Wladimir zu einem intensiven Informationsbesuch nach Erlangen. Gemeinsam suchen wir nach neuen Ideen und Wegen, um die unzureichende häusliche Versorgung schwerkranker Menschen in Wladimir zu verbessern.

Hans Ziegler, Melitta Schön, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Nadja Steger

Am Dienstagmorgen geht es schon um 7.30 Uhr los. Als Dolmetscherin begleitet uns Anastasia Blasch, eine Wladimirerin, die seit zwei Jahren in Erlangen lebt. Wir fahren zum Roncallistift, wo die Gäste nach kurzer Einführung durch Adelheid Seifert (Leitung Pflege und soziale Dienste) direkt beim Pflegerundgang im Bereich des betreuten Wohnens dabei sein können. In den Diskussionen werden alle Aspekte in Zusammenhang mit der Pflegeversicherung in Deutschland behandelt, eine gute Grundlage für die weiteren Gespräche in den folgenden Tagen. Bemerkenswert schon hier, die herzliche Aufnahme und die umfassende Information durch die Mitarbeiter des Stifts, ein Eindruck, der sich in allen Folgeveranstaltungen wiederholt hat!

Anastasia Blasch, Adelheid Seifert, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

Am späteren Vormittag besuchen wir SAPVPalliativa (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung), eine gemeinnützige GmbH, gegründet vom Hospizverein Erlangen e. V. und dem Hausärzteverein Erlangen und Umgebung e. V.. Die Ärztin Anette Christian informierte uns gemeinsam mit einem Team ausführlich über das Leistungsangebot. In der angeregten Diskussion bleibt keine der vielen Fragen unbeantwortet. Begleitet wird die Diskussion von Jürgen Binder, einem Freund der Partnerschaft und Gründer des Hausärztevereins Erlangen und Umgebung.

SAPVPalliativa-Team mit Anette Christian (Mitte), Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Anstasia Blasch und Jürgen Binder (ganz rechts)

 

 

Nachmittags steht ein Besuch des Rot-Kreuz Altenheims in Etzelskirchen an. Sein Leiter, Jan Pyschny, gleichzeitig auch stellvertretender Geschäftsführer des BRK Erlangen-Höchstadt und Leiter der ambulanten Pflegedienste, erwartet uns. Auf der Terrasse am großen Garten seiner Einrichtung diskutieren wir Themen der stationären und ambulanten Pflege. Mit der „Dementen WG“ kommt eine für die Russen neue Idee aufs Tapet. Besonders beeindruckend ist für unsere Freude der Streichelzoo im Eingangsbereich des Hauses.

Anastasia Blasch, Wladimir Prosor, Jan Pyschny und Olga Antropowa

Über die Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen erfahren wir am Mittwochvormittag. Unser Ziel ist der Förderverein zur Unterstützung der Tagespflege am Martin-Luther-Platz e.V. Die Leiterin, Kristin Kalden, erwarten uns, und wir erleben, wie Menschen, die wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten Hilfe benötigen, liebevolle und kompetente Zuwendung erfahren. Die Besucher kommen an vorher vereinbarten Tagen, meistens für den ganzen Tag. Ein Bus des BRK sorgt für den Transport. Die Kosten können z. T. mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden, der Verein braucht aber die Unterstützung seiner Mitglieder und anderer Spender. Wir erfreuen uns an der abwechslungsreichen und häuslichen Atmosphäre der behindertengerecht ausgestatteten großen Wohnung und bekommen umfassende Antworten auf unsere Fragen.

Danach gehen wir zum Verein Dreycedern e.V. am Altstädter Kirchenplatz. Brigitta Hildner, im Verein verantwortlich für den Betreuungsbereich, hat ihre Mittagspause für uns geopfert und informiert umfassend über das Konzept der fachlich geschulten „Betreuungspaten“, ehrenamtlich tätige Menschen, die die Familien mit dementen Angehörigen durch Aufklärung und Beratung sowie durch stundenweise Unterstützung und Aktivierung zuhause entlasten. Umfangreiche Schulungsangebote und Gesprächskreise im Haus des Vereins runden das Angebot ab.

Brigitta Hildner, Wladimir Prosor, Olga Antropowa und Anastasia Blasch

Der Nachmittag gehört dem Roten Kreuz in der Henri-Dunant-Straße in Erlangen. Mit dem Vorstand und Mitgliedern des Vorstandes des Fördervereins diskutieren wir die bisherigen Aktivitäten in Wladimir und die Ziele für die noch zu vereinbarende Weiterarbeit. In der Diskussion sind wir uns einig: Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit der zukünftigen Aktivitäten sind die wichtigsten Voraussetzungen für die weitere Unterstützung durch den Förderverein.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prosor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Ein Ergebnis der bisherigen Aktivitäten in Wladimir sind Pflegekurse für Angehörige schwerkranker Menschen. Olga Antropowa berichtet über daraus entstandene neue Kontakte:

Wir arbeiten jetzt erfolgreich mit dem Institut für Justiz zusammen, wo Fachkräfte für den Strafvollzug und die Rechtsprechung ausgebildet werden. Unsere Pflegekurse finden dort großen Anklang und helfen sicher, die Versorgung von Patienten in Gefängnissen oder in U-Haft zu verbessern. Von diesem guten Beispiel ausgehend, planen wir jetzt auch eine Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und weiteren staatlichen und ehrenamtlichen Einrichtungen, die bisher alle nur eine Grundausbildung in Erster Hilfe erhalten. Ich denke, auch die Politik versteht zunehmend, wie wichtig unser Beitrag zum Gesundheitswesen ist.

Olga Antropowa, Melitta Schön und Wladimir Prosor

Abschließend gibt es einen Rundgang durch die Einrichtungen des Zentrums, dessen Umfang und technischer Stand tief beeindrucken.

Wladimir Prosor und Olga Antropowa auf dem Weg nach Jena

Das Regio-Ticket Franken-Thüringen bringt uns drei am Donnerstag ab 9 Uhr für nur 32 € nach Jena (hin und zurück), wo uns mittags am Bahnhof bereits Iwan Nisowzew, ein in Jena lebender Ingenieur aus Wladimir, und Robert Hebestreit, Pflegedirektion des Universitätsklinikums Jena, erwarten. Iwan wird die Rolle des Übersetzers übernehmen. Bei Pelmeni in einem russischen Bistro im Stadtzentrum kommt Peter Schreiber, der Vorsitzende des DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda e.V., hinzu. Mit ihm besuchen wir die Rettungsleitstelle Jena und die DRK-Rettungszentrale, wo unsere Gäste die neuesten technischen Einrichtungen der Notarztfahrzeuge bestaunen. Anschließend erfahren wir an der Schule Duolinga, wie das Rote Kreuz in Jena sogar eine zweisprachige Grundschule und insgesamt fünf Kindertagesstätten betreiben kann. Auf dem Parkplatz des DRK-Zentrums fallen die in Reih und Glied aufgestellten Kleinwagen des Pflegedienstes auf, in Wladimir müssen die Pflegekräfte bisher mit dem öffentlichen Personennahverkehr klarkommen! Peter Schreiber erläutert uns abschließend noch die Organisationsstrukturen seiner Einheit.

Peter Schreiber, Norbert Hebestreit, Olga Antropowa und Wladimir Prosor

In der abschließenden Diskussion mit Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew können noch Details der geplanten Folgebesuche und Kontakte mit dem Universitätsklinikum Jena geklärt werden, außerdem wird über mögliche Schulungen und Praktika russischer Pflegekräfte in deutschen Einrichtungen diskutiert. Dazu wären aber – wie bei der Zusammenarbeit mit der Wladimirer Psychiatrie – vorher Deutschkurse zu absolvieren. Voller Ideen und Eindrücke kommen wir gegen 21 Uhr wieder in Erlangen an.

Georg Meyer, Wolfgang Köstner, Melitta Schön, Olga Antropowa, Wladimir Prosor und Waldemar Wagner

Mit dem Freitagvormittag endet das Informationsprogramm. Wir fahren zum Hospizverein Eckental und Umgebung e.V., wo uns der Vereinsvorstand mit Georg Meyer, Melitta Schön und Wolfgang Köstner sowie die Koordinatorin Frieda Meier erwarten. Waldemar Wagner, wieder ein Wladimirer der in Franken seine neue Heimat gefunden hat, unterstützt uns als Dolmetscher. Es geht hier um die Begleitung sterbenskranker Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt, nach Möglichkeit in häuslicher Umgebung. Ca. 40 ehrenamtliche, durch den Verein ausgebildete Hospizbegleiter haben in den letzten Jahren etwa 60 Patienten begleitet. Wir können uns ausführlich über die Arbeit des Vereins, der über eigene Räume verfügt, informieren. Ein Sonderthema ist die in der Russischen Föderation so nicht bekannte Patientenverfügung.

Zurück in Erlangen, erwartet uns ein Gespräch mit der Bürgermeisterin Susanne Lender- Cassens, die als gelernte Krankenschwester die Gelegenheit nutzen will, den Austausch bei ihrem Besuch im September fortzusetzen.

Wladimir Prosor, Wolfram Howein, Olga Antropowa und Susanne Lender-Cassens

Nachmittags ist Sightseeing angesagt. Wieder unterstützt durch Anastasia Blasch, fahren wir nach Bamberg und erkunden die Altstadt, natürlich darf eine Rauchbierprobe im Schlenkerla nicht fehlen. Die Smartphones leisten als Fotoapparate Schwerstarbeit, und im Rosengarten der Residenz stoßen die Akkus an ihre Grenzen, es reicht aber noch für eine abschließende Fotoserie bei den Fachwerkfassaden am Forchheimer Rathaus im strömenden Regen!

Der Samstag stand dann für unsere Freunde aus Wladimir zur freien Verfügung. Sie berichteten am Sonntag über den schönen Tag in Nürnberg, als Peter Steger und ich Sie morgens um 6 Uhr zum Flughafen bringen. Eine Woche mit intensiven und neuen Eindrücken geht zu Ende, von der Wladimir Prosor meint, sie sei ihm vorgekommen wie ein ganzer Monat.

Es bleibt mir ein herzliches Dankeschön an alle, die an den Treffen teilgenommen und mitgeholfen haben. Ein besonderer Dank gilt Anastasia, Iwan und Waldemar, die als Dolmetscher ihre Freizeit für diesen Besuch geopfert haben. Bleibt zu hoffen, aus dem Besuch entstehen im Laufe der Jahre noch neue Ideen für die Aktivitäten des Roten Kreuzes in Wladimir.

Wolfram Howein

Was Wolfram Howein sich selbst nicht aussprechen kann, sei hier nachgeholt: Danke und спасибо für die Vorbereitung des Programms und die Begleitung durch die intensiven Tage. Die glücklichen Gäste werden es ihm nicht vergessen!

 

 

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Beide sind sie zum ersten Mal in Erlangen, und doch verbindet beide Gäste aus Wladimir eine lange und ganz persönliche Geschichte mit der deutschen Partnerstadt. Olga Antropowa brachte ihren Sohn 1994 zur Welt, als die russische Wirtschaft, insbesondere auch das Gesundheitswesen, am Boden lagen und die Aktion „Hilfe für Wladimir“ noch auf Hochtouren lief. Nicht einmal der Großvater des Jungen, der heute selbst Arzt ist, konnte als Leiter eines Krankenhauses helfen: Es gab einfach nirgends Babynahrung im Fall, daß Mütter nicht stillen konnten. „Wenn damals nicht die Hilfslieferungen aus Erlangen und das Bayerische Rote Kreuz gewesen wären… Wer weiß, ob ich den Kleinen durchgebracht hätte. Noch heute läuft es mir heiß und kalt über den Rücken, wenn ich daran denke“, erinnert sich die stellvertretende Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege und seit einem Jahr ehrenamtliche Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir.

Wolfram Howein, Olga Antropowa, Wladimir Prochor, Brüne Soltau, Melitta Schön, Jürgen Üblacker und Barbara Wittig

Wladimir Prochor ist seit 1965 mit dem Roten Kreuz in Wladimir verbunden und hatte eine Vielzahl von Leitungsfunktionen im Gesundheitswesen, später auch in der regionalen Verwaltung, inne. In den 90er Jahren allerdings, während der intensivsten Zeit der humanitären Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Erlangen-Höchstadt des BRK, war der gelernte Mediziner als stellvertretender Leiter des städtischen Gesundheitsamtes tätig und machte die ganzen Ausschreibungen für die Medikamente und Verbrauchsmaterialien, die vor Ort mit Spendenmitteln gekauft wurden, um sie dann an Wladimirer Krankenhäuser abzugeben. Seit fast zwanzig Jahren betreut Wladimir Prochor ehrenamtlich als Koordinator die Programme des Roten Kreuzes in der russischen Partnerstadt und steht nun Olga Antropowa als Stellvertreter zur Seite. Ein gutes Doppel, von dessen einwöchigen Arbeitsprogramm hier bald mehr zu lesen sein wird.

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Im Mai 2004 gründete sich unter dem Vorsitz von Günther Allinger, Gesamtleiter des Wohn- und Pflegeheims der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, nach russischem Recht die Stiftung „Lichtblick“ mit dem Ziel, in Wladimir Projekte im Bereich der Psychiatrie zu unterstützen und den Fach- und Praktikantenaustausch auf dem Gebiet der Behindertenarbeit zu fördern. Bald schon rückten Planung und Konzeption des im Dezember 2008 eröffneten Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ ins Zentrum der Aktivitäten der Stiftung, zu deren Gründungsvätern auf russischer Seite Alexander Bersenjew, der Chefpsychiater der Region Wladimir, gehörte, während die stellvertretende Leiterin des Erlangen-Hauses, Swetlana Schelesowa, in den letzten Jahren ehrenamtlich Buchhaltung und Geschäftsführung vor Ort übernahm.

Jürgen Ganzmann, Michael Kleiner, Jürgen Üblacker, Wolfram Howein und Günther Allinger

Jürgen Ganzmann, Michael Kleiner, Jürgen Üblacker, Wolfram Howein und Günther Allinger

Kurz vor Weihnachten nun nahmen die Stiftungsmitglieder – Jürgen Ganzmann für die WAB Kosbach, Michael Kleiner für das Erzbistum Bamberg, Jürgen Üblacker für das BRK Erlangen-Höchstadt, Wolfram Howein als Berater sowie der Partnerschaftsbeauftragte Peter Steger – die Einladung nach Gremsdorf an, um „Lichtblick“ aufzulösen. Das Projekt nämlich hat seine Ziele erreicht, erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe geleistet, ein gutes Ende genommen. Der personelle und organisatorische Fortbestand des Blauen Himmels ist durch die Unterstützung seitens der Gesundheitsbehörde der Region Wladimir gesichert, die weitere inhaltliche Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern bedarf keiner juristischen Form mehr. Blieb nur noch die Frage nach der Verwendung der Restmittel im Stiftungsbesitz zu klären. Die Spenden werden nach einstimmigem Beschluß für drei Projekte eingesetzt: zur weiteren Finanzierung einer Musikpädagogin für die Kinderpsychiatrie; zur Anschaffung von Betten für Eltern auf einer Station für junge autistische Patienten; zur Fortsetzung der Deutschkurse für die Teilnehmer am Praktikantenprogramm der WAB Kosbach.

Feuerwerk über der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir

Feuerwerk über der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir

Ein gutes Ende steht eben Pate für einen hoffnungsvollen Neuanfang. Kaum ein besserer Ausklang und Ausblick denkbar für das vergangene und auf das neue Jahr, aber auch wieder eine kleine Geburtstagsfreude für Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg, den Vater der Städtepartnerschaft, dem der Blog im Namen all seiner Freunde in Erlangen und Wladimir herzlich gratuliert. Prosit Neujahr!

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Die beiden ersten Teile der Reportage des russischen Senders RTVi sind nun im Internet abrufbar. Eine gelungene Mischung aus Interviews, kontrastiert mit bewegt-bewegenden Bildern aus Erlangen und Wladimir. Wir werden eingeladen zu einem Gespräch nach Hause zu den beiden Altoberbürgermeistern, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, denen die Begeisterung noch immer aus jeder Geste spricht, wenn sie sich an die Anfänge der Zusammenarbeit erinnern, wenn der Deutsche seine Idee der Völkerverständigung erläutert und der Russe – ganz wie damals in den frühen 90er Jahren – ungläubig-staunend rekapituliert, welchen Umfang damals die Aktion „Hilfe für Wladimir“ hatte, etwa in Form der Lieferung der beiden Kessel für das „Heizkraftwerk Erlangen“. Irina Chasowa lädt den Zuschauer ins Erlangen-Haus und gibt Einblicke in das Gestern und Heute der Heimstatt dieser Partnerschaft, wo es „nach Deutschland riecht“. Und schließlich schildert Jürgen Üblacker, seinerzeit Direktor des BRK Erlangen-Höchstadt, seine Haltung zur humanitären Hilfe und Kooperation mit den Wladimirer Rot-Kreuz-Freunden, womit die exakt elf Minuten des Berichts auch schon zu Ende sind, der hier aufzurufen ist: http://is.gd/FsFS2h

Alexej Nestorow und Andrej Schilow von RTVi im Gespräch mit Stephan Bergler

Alexej Nestorow und Andrej Schilow von RTVi im Gespräch mit Stephan Bergler

Teil 2 dauert drei Minuten länger und geht der Frage nach, was denn Erlangen von der Zusammenarbeit mit Wladimir haben könnte, wo doch bis heute von dort Unterstützung komme. Aber das TV-Team begleitet auch die Deutsch-Kurs-Teilnehmer im Club International der Volkshochschule, läuft mit ihnen durch die Stadt und landet nach einem Interview mit der Dozentin, Heide Thies, in einer Gastfamilie. Die Kamera hält aber auch fest, was die WAB Kosbach und der Blaue Himmel im Rahmen der Städtepartnerschaft leisten, läßt Jürgen Ganzmann, Wolfram Howein und Leonhard Hirl zu Wort kommen und schließt mit der optimistischen Aussicht der Psychologin Irina Arschanych, auch die russische Gesellschaft werde eines Tages das leisten, was sie an Deutschland so bewundere, nämlich das tolerante Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Zu sehen hier: http://is.gd/fxT3gG

Ja, die vierteilige Serie – die letzte beiden Folgen werden demnächst ins Netz gestellt – ist für das russische Publikum gemacht, in russischer Sprache. Aber auch ohne die Worte zu verstehen, lohnt es, sich die Reportagen anzusehen. Die Bilder sprechen beredt und anschaulich für sich, bieten ein Wiedersehen mit vielen Akteuren der Städtefreundschaft und stellen erstmals in einer Gesamtschau weltweit dieses Muster einer deutsch-russischen Partnerschaft vor.

Mehr zum Projekt unter: http://is.gd/IeiOE6

 

 

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Sehr geehrter Herr Üblacker,

zu Ihrem 65. Geburtstag gratuliere ich Ihnen im Namen des Stadtrates und ganz persönlich recht herzlich und verbinde mit meinen Glückwünschen auch die dankbaren Grüße meiner beiden Vorgänger im Amt, Dr. Dietmar Hahlweg und Dr. Siegfried Balleis.

Seit 1966 Mitglied des Roten Kreuzes und ab 1974 bis zu Ihrer Pensionierung 2011 Geschäftsführer und später Direktor des Kreisverbandes des BRK Erlangen-Höchstadt, haben Sie den Bereichen Medizin und Soziales, Rettungswesen und Ehrenamt unschätzbar wichtige Impulse gegeben. Wenn es in einer Zeitungsüberschrift heißt, Sie „haben getan, was zu tun war“, möchte ich dem hinzufügen, Sie haben mehr getan, als Sie hätten tun müssen. Und das haben sie gut getan, ob in der Seniorenarbeit oder bei der Anschaffung eines behindertengerechten Busses, ob bei ihren vielfältigen Bauaktivitäten oder der kontinuierlichen Entwicklung des Kreisverbandes zu einem der erfolgreichsten des Freistaates.

Barbara Wittig, Jürgen Üblacker, Melitta Schön und Robert Niersberger

Barbara Wittig, Jürgen Üblacker, Melitta Schön und Robert Niersberger

Von ganz besonderer Bedeutung ist auch Ihr Engagement im Bereich der Städtepartnerschaften. In Jena ist der Aufbau der Roten Kreuzes untrennbar mit Ihrem Namen verbunden und Ihre Feldküche bei der Verpflegung der Gäste nach der Maueröffnung vor 25 Jahren bleibt unvergessen. Die Aktion „Hilfe für Wladimir“ trug Ihre Handschrift und ungezählte soziale und medizinische Kontakte, die zum Teil bis heute gepflegt werden, gehen auf Sie zurück. Unbedingt nennen möchte ich Ihr segensreiches Wirken für das Rote Kreuz in Wladimir, stets unterstützt von Ihrer Frau, und Ihr einzigartiges Engagement für den Förderverein Rotes Kreuz Wladimir. Nicht von ungefähr wurden Sie ja bereits im Jahr 2000 vom Gouverneur der Region Wladimir mit der Ehrenmedaille für „Soziale Dienste“ ausgezeichnet und konnten dann 2002 für das Rot-Kreuz-Projekt aus den Händen von Bundespräsident Johannes Rau gemeinsam mit Brüne Soltau den 1. Preis für bürgerschaftliches Engagement entgegen nehmen.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Gesundheit, Glück und Zufriedenheit in der Hoffnung, auch in Zukunft in Erlangen, in der Metropolregion und in den Partnerstädten auf Ihren Rat und Ihre Erfahrung zählen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Dr. Florian Janik

Soweit der Gratulationsbrief von Erlangens Oberbürgermeister an einen Menschenfreund, dem Wladimir unendlich viel zu verdanken hat, mit dessen Namen das hohe Ansehen der Städtepartnerschaft untrennbar verbunden bleibt und der in seiner jetzigen ehrenamtlichen Rolle des Schriftführers im Förderverein für das Rote Kreuz Wladimir noch viel Gutes für die russischen Freunde zu tun bereit ist. Dem Schreiben sind deshalb nur noch der Dank und die besten Glückwünsche all derer aus Erlangen und Wladimir hinzuzufügen, denen Jürgen Üblacker in schwerer Zeit geholfen hat und die an seiner Seite den Dienst am Menschen verrichten durften. Mehr zu Jürgen Üblacker unter http://is.gd/nTkLDk

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