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Posts Tagged ‘Jugendaustausch Erlangen – Wladimir’


Vom 13. bis 23. August fand der zweite Teil des Jugendaustausches zwischen Wladimir und Erlangen statt. Junge Leute aus Rußland und Deutschland interagierten im Lauf von elf Tagen miteinander, tauschten Erfahrungen bei der Lösung von Fragen aus den Bereichen Soziales und Spirituelles.

Heuer wählte man für die Begegnungen das Thema „Herausforderungen bei der Überwindung von Meinungsverschiedenheiten – Interkulturelle Interaktion in den russisch-deutschen Beziehungen“. Die Interaktion nämlich stellt sich unter den Bedingungen der Moderne als außerordentlich aktuelles Thema dar. Die Kommunikation zwischen Menschen, die Diskussion aktueller Fragen sowie der Austausch von Informationen zu den Ansätzen zur Lösung von Problemen ermöglichen erst eine allseitige Annäherung an die Betrachtung der aktuellsten Fragen.

Das Austauschprogramm war so gestaltet, daß die Betrachtung aktueller sozialer Probleme und von Möglichkeiten ihrer Lösung als Grundlage diente. Die Austauschteilnehmer absolvierten einige Treffen mit Organisationen aus den Bereichen Obdachlosigkeit und Migration, um die wichtigsten Schwierigkeiten zu diskutieren, die im Lauf dieser Arbeit auftreten. Darüber hinaus kam es zu einer Begegnung mit einem katholischen Geistlichen, der über seine Tätigkeit erzählte und von der Rolle des Priesters im Leben eines Menschen berichtete. Die Gruppe interessierte sich für die Spezifik seiner Aufgaben im aktiven Zusammenwirken mit der Jugend und in deren Beteiligung an der Hilfeleistung für bedürftige Menschen.

Besondere Erwähnung verdient die Begegnung mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Peter Steger, die bereitwillig Auskunft über verschiedene Projekte in den Bereichen Umwelt, Soziales und Politik gaben. Die Einbeziehung der Jugend bei der Lösung schwieriger Probleme, beginnend bei der Schule  und der Einrichtung von speziellen Jugendorganisationen, ermöglicht die Nutzung des Potentials junger Menschen zur Entwicklung der Stadt im einzelnen und des Staates im ganzen.

Eine der Aufgaben des Austausches besteht in der interkulturellen Interaktion, da sie es ermöglicht, die Kommunikation zwischen den Teilnehmern des Austausches vollwertig zu verwirklichen und sie zu einem großen Ganzen zu vereinen. Die Beschäftigung mit den Traditionen auf dem Weg über die Bekanntschaft mit der russischen und deutschen Küche, die Durchführung verschiedener Meisterklassen und Schnitzeljagden durch die Stadt brachte die jungen Leute aus den Partnerstädten zusammen und schuf eine einheitliche Gruppe. Außerdem konnten sich alle während des Besuchs mit der Geschichte Deutschlands vertraut machen, indem verschiedene Museen, darunter das KZ Dachau, dieses für die Weltgeschichte so wichtige Gedenkstätte.

Zur Organisation dieses Austausches ist zu sagen, daß alles bestens verlief. Diese Begegnungen ermöglichten wirklich eine Interaktion zwischen russischen und deutschen Studenten und benannte die Herausforderungen der Gegenwart, die im weiteren zu bewältigen sind, indem wir interagieren!

Alexej Michajlow

Siehe auch: https://is.gd/atGqSG

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Auch dieses Jahr fand wieder ein Jugendaustausch zwischen Wladimir und Erlangen statt. Im August durften wir unsere russischen Freunde in Deutschland begrüßen, und Mitte September machten wir uns selbst auf die Reise in den Osten.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit ausfallenden Bahnverbindungen fanden sich 16 junge Erwachsene in München am Flughafen zusammen, um sich zum diesjährigen Abenteuer aufzumachen.

In Moskau angekommen, durften wir gleich unsere ersten russischen Gastgeber begrüßen, die uns halfen, uns in der Moskauer U-Bahn zurechtzufinden. Mit vereinten Kräften konnten wir am Abend müde, aber gut gelaunt den Rest unserer Gastgeber in Wladimir in die Arme schließen. Ein Wiedersehen wie von alten Freunden.

Die ersten Tage wohnten wir gemeinsam in dem Freizeitcamp Ladoga nahe Wladimir. Dort nutzten wir die gemeinsame Zeit, um durch ein Stadtspiel quer durch Wladimir Land und Leute besser kennenzulernen.Auch die folgenden Tage waren vom russischen Leitungsteam perfekt durchgeplant. Einige Highlights darunter: Schlittschuhlaufen, ein gemeinsames Fußballtraining unter professioneller Aufsicht, ein Besuch der Universität Wladimir und das gemeinsame Kochen eines russischen Festmahles. Auch eine spannende Diskussionsrunde mit einem orthodoxen Pfarrer war Teil unserer gemeinsamen Zeit.

Natürlich gab’s auch reichlich Zeit um miteinander zu diskutieren. So nahmen wir uns an einem Abend Zeit, um der Frage auf den Grund zu gehen: „Freundschaft zwischen Mann und Frau – geht das? Beziehungsweise welche Probleme bringt das mit sich?“

An einem anderen Tag durften wir ein russisches Sozialprojekt hautnah erleben. Zusammen mit der russischen Gruppe besuchten wir alte Menschen und halfen ihnen bei der täglichen Hausarbeit (Teppichklopfen, Fensterputzen, Saugen…) und hatten natürlich auch Zeit, einiges aus deren spannenden Leben zu erfahren.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch bei den Kosaken, einer Gruppe in der Tradition des russischen Reitervolks. Dort wurden wir in die hohe Kunst des Kampfes mit dem russischen Kurzschwert, dem Schaschka, eingeführt. Außerdem zeigte uns der Leiter dieser Gemeinschaft einige Trainingsspiele. Zu guter Letzt gab er uns eine Kostprobe seiner meisterhaften Reiterkunst. Kurz gesagt: Einmalig!

Doch dann kam der Programmpunkt, auf den alle gewartet hatten: Rent a German.

Dafür wurden wir aufgeteilt, um einen Tag in einer russischen Familie zu erleben. So durften sich einige im Quadfahren üben, andere sausten mit Buggys durchs Land. Einige russische Traditionen, wie das Anfertigen von Blumengestecken oder der Volkstanz, gab es zu bewundern. Andere gingen Angeln. Und einige durften eine Datscha (vergleichbar mit einem Schrebergarten) bestaunen. Jeder dieser Punkte endete mit einem phantastischen Essen. Ein brillanter Tag.

Um noch ein wenig mehr von Land und Leuten zu erforschen, ging es am siebten Tage mit dem Bus nach Murom und von dort aus etwas entlang der transsibirischen Eisenbahn nach Kasan, der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan.

Durch diese geschichtsträchtige Stadt erhielten wir dank einer Unidozentin eine überaus spannende Stadtführung und durften einen kurzen Einblick in die lutherische Gemeinde erhaschen. Abends besuchten wir noch die Universität von Kasan. Dort hörten wir einen Vortrag inmitten des Studentenbundes. Danach hielt einer der Studenten ein überaus interessantes Referat über die Tataren, eine überwiegend muslimische Volksgruppe, namensgebend für Tatarstan.

Mit dem Nachtzug der Transsibirischen ging es dann nach Moskau. Dort hatten wir noch kurz Zeit, um den Roten Platz genauer zu erforschen. Nachdem alle Sehenswürdigkeiten ausgiebig bestaunt waren, hieß es auch schon wieder, schweren Herzens Abschied nehmen.

Doch eins ist sicher: Durch diesen Jugendaustausch sind Verbindungen und Freundschaften entstanden, die selbst diese Distanz nicht mindern können.

Jonas Zelkowicz

Mehr, sehr viel mehr Bilder zu diesem bemerkenswerten Austausch gibt es auf Facebook unter: https://is.gd/kcgWkA

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Vom 20. bis 29. September reist wieder eine Jugendgruppe aus dem Erzbistum Bamberg nach Wladimir. Ladoga, das „Basislager“, von wo aus Ausflüge in den russischen Alltag – bis nach Moskau – unternommen werden, befindet sich ganz in der Nähe der Partnerstadt und besteht aus kleinen Hütten, ideal geeignet für kleinere und größere Begegnungen. Und die sind gewollt, denn die deutschen Gäste verbringen die gesamte Zeit gemeinsam mit russischen Gleichaltrigen.

Ladoga

So wie die russischen Jugendlichen bei ihrem Besuch in Erlangen im August einen Tag in deutschen Familien verbringen werden, ist auch für Wladimir wieder die Aktion „Rent a German“ vorgesehen, um den Gästen Gelegenheit zu geben, Einblicke in die russische Lebensart zu gewinnen. Das endgültige Programm ist noch in Arbeit, aber anmelden kann man sich ja schon mal unter https://is.gd/M5lLRi zum Pauschalpreis von 350 Euro, wobei Mitglieder des Vereins Nadjeschda nur 315 Euro zu zahlen haben. Näheres unter: https://is.gd/Ufr58M

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Worum es geht beim Jugendaustausch mit Wladimir, erklärt der BDKJ in einem neuen Faltblatt. Da Deutsche und Russen „anders ticken“, ist der Besuch von Schauplätzen der gemeinsamen Geschichte ebenso vorgesehen wie der von sozialen Einrichtungen und natürlich kirchlichen Institutionen. Vor allem aber seien „die Abende am Lagerfeuer und in der russischen Banja (Sauna)“ wichtig – „oder Tage zusammen im Klettergarten und auf der russischen Datscha (Wochenendhaus) zu verbringen“. Denn daraus entstehen Freundschaften, „die diese Begegnungen über Jahre weitertragen“.

Die nächsten Gelegenheiten rücken schon näher: Vom 14. bis 24. August kommt eine Jugendgruppe aus Wladimir nach Erlangen, und der Gegenbesuch ist für die Zeit vom 30. September bis 9. Oktober geplant. Wer auf deutscher Seite Interesse an einer Teilnahme hat, kann am 17. Juni um 19.00 Uhr zu einem Kennenlern-Treff beim „traditionellen russischen Schaschlik (und Gemüse) im Jugendbüro“ kommen und mehr Informationen erhalten. Eine konfessionelle Bindung ist übrigens nicht erforderlich, zumal russischerseits drei Partner beteiligt sind: die katholische Rosenkranzgemeinde, die orthodoxe Erzdiözese sowie die Universität mit Studenten vor allem aus den Bereichen Philosophie, Sozial- und Religionswissenschaften.

Mehr unter: http://www.bdkj-erlangen.de und bei Facebook JADA Erlangen-Wladimir

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Heute noch ein Rückblick auf den diesjährigen Austausch des BDKJ, dieses Mal mit den Augen einer Studentin aus Wladimir, veröffentlicht ursprünglich hier: https://is.gd/e9V1ft

Nun schon seit einigen Jahren nehmen auch Studenten des Geisteswissenschaftlichen Instituts der Wladimirer Staatlichen Universität am Austausch mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Erlangen teil. Das Jahr 2016 machte da keine Ausnahme. Heuer widmeten die Organisatoren die Begegnungen der Überwindung von Stereotypen.

Deutsch-russische Gemütlichkeit

Deutsch-russische Gemütlichkeit

Am 10. August überschritten die Austauschteilnehmer die Schwelle eines altehrwürdigen Hauses auf deutschem Boden, in Coburg. Die folgenden elf Tage verflogen unglaublich abwechslungsreich: Gemeinsam mit den deutschen Freunden entdeckten wir die Kultur Deutschlands, allerdings ganz und gar nicht nach den Regeln von Lehrwerken zu Geographie und Geschichte.

Deutsch-russische Lagerfeuerromantik

Deutsch-russische Lagerfeuerromantik

Unsere Gruppe besuchte jede Menge Städte: Coburg, Neustadt, Erlangen, Bamberg, Ahorn, München und natürlich die, wie man uns sagte, „deutscheste“ Stadt, Nürnberg. Für die Bekanntschaft mit jeder Stadt hatten sich unsere Gastgeber Abenteuerspiele ausgedacht, dank denen wir mit Architektur, Geschichte und Brauchtum der Deutschen vertraut wurden. Beeindruckend die Exkursion ins Nürnberger Dokumentationszentrum über den Faschismus. Die Gruppe war derart beeindruckt, daß wir mit der vorgesehenen Zeit dafür nicht zurechtkamen.

Deutsch-russisches Yoga

Deutsch-russisches Yoga

Ein ganzer Tag war für verschiedene sportliche Aktivitäten reserviert, wobei die einen Yogastellungen einnahmen, während die anderen sich in Aikido oder Karate übten. Wir hatten sogar Gelegenheit, in den bayerischen Höhlen herumzuklettern, mit dem Kanu einen Fluß hinabzufahren und Schwimmen zu lernen! Für viele war der interessanteste Programmpunkt der Tag in einer deutschen Familie. Was könnte mehr Spaß machen als die unmittelbare Begegnung!

Deutsch-russische Spiritualität mit Universitätspfarrer P. Warfolomej

Deutsch-russische Spiritualität mit Universitätspfarrer P. Warfolomej

Der ganze Sinn des Austausches besteht freilich darin, daß nach den Abenteuern der Russen in Deutschland die Abenteuer der Deutschen in Rußland beginnen. Und so betraten denn auch schon am 22. September dreizehn wagemutige Deutsche russischen Boden. Den Einstieg in unser Land nahmen die Gäste in Sankt Petersburg, wo sie zwei Tage zubrachten. In den folgenden zehn Tagen tat dann das russische Team alles, was von ihm abhing, damit es den Jugendlichen aus Erlangen bei uns gefalle, damit Stereotypen überwunden werden und an ihre Stelle eine feste Freundschaft trete. Im Lauf des Austausches führten die Teilnehmer Seminare und Diskussionen durch, sprachen über familiäre Werte sowie gemeinsame Vorstellungen von Glück. Dies alles ließ beide Seiten sehr viel Erfahrung sammeln.

Deutsch-russischer Waldspaziergang

Deutsch-russischer Waldspaziergang

Gemeinsam mit den Gästen besuchte das russische Team Susdal und Murom, zwei historische Städte der Region Wladimir. Ein Tag war der Sozialarbeit gewidmet. Gemeinsam halfen wir Veteranen des Zweiten Weltkriegs und Arbeitsveteranen, eine wertvolle Erfahrung, denn die Austauschteilnehmer konnten nicht nur den alten Menschen unter die Arme greifen, die so viel hatten durchmachen müssen, sondern sie konnten sich auch mit ihnen unterhalten.

Deutsch-russisches Lächeln in Susdal

Deutsch-russisches Lächeln in Susdal

Der letzte Tag war ganz der Universität gewidmet. Im Gespräch mit Alexej Panfilow, Prorektor für die Lehre, besprachen wir das Wesen des Austausches und seine Perspektiven. Mit großem Interesse besuchten die Gäste auch eine Deutschstunde und unterhielten sich mit den Studenten.

Deutsch-russisches Symposium an der Universität Wladimir

Deutsch-russisches Symposium an der Universität Wladimir

Die Zeit verflog so schnell! Wir trennten uns in der Hoffnung auf eine Fortsetzung des Austausches im nächsten Jahr!

Polina Sakotjonkowa

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Wenn Freundschaften entstehen, verändern Länder ihr Gesicht. Als wir, die Rußlandgruppe des BDKJ Erlangen, nach Wladimir aufbrachen, war das für jeden von uns ein anderes Abenteuer: für jene, die vorher bei dem Besuch unserer Austauschgruppe im August das erste Mal dabei waren, eine Vorfreude auf die Menschen; für unsere “Wiederholungstäter” die Lust auf was Neues und schon halbwegs Vertrautes; für unser Orgateam eine Herausforderung, die letzten Jahre und unsere immer besser werdende Zusammenarbeit nicht nur zu vertiefen, sondern vielleicht sogar zu toppen. Alle jedenfalls waren voller großer Erwartungen und freuten sich mit Spannung auf das Wiedersehen. – Wir sollten nicht enttäuscht werden. Hier ein paar Eindrücke aus unseren Erfahrungen, als wir nach zwei wunderbaren Tagen in Sankt Petersburg ins gemeinsame “Camp” in der Nähe von Wladimir zogen: kleine Häuschen, mit deutschen und russischen Teilnehmern gemischt, am Ufer der Kljasma im russischen Wald… Und dann kam das Feuerwerk des Programms, das die Studenten und Dozenten aus der Uni, der orthodoxe Unigeistliche und unsere katholische Partnergemeinde vorbereitet hatten.

Warten in Sankt Petersburg auf den Zug nach Wladimir

Warten in Sankt Petersburg auf den Zug nach Wladimir

An einem Abend kamen wir in den Genuß eines russischen Folklore-Theaterstückes, das von einem Jahrmarkt handelte und von traditioneller russischer Musik untermalt war. Wir hatten eine Exklusiv-Vorstellung für unsere Gruppe, und bei den verschiedenen Elementen des Stückes wurden immer wieder Leute aus dem Publikum mit auf die Bühne gebeten, um gemeinsam mit den Darstellern zu spielen. Die unterschiedlichen Szenen reichten von Kampfeinlagen bis hin zu traditionellen Paartänzen.  Während des Abends zeigten sich wahre schauspielerische Naturtalente, und die ganze Gruppe hatte sehr viel Spaß.

Jojo

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Gemeinsam auf der Bühne

Nachdem wir uns schon einige Zeit in Wladimir eingelebt und auch die Sightseeing-Touren abgeschlossen hatten, folgte der „Soziale Tag“ im Programm. Hierbei war die Idee, die Teilnehmer des Austausches „Veteranen der Arbeit“, die aus Altersgründen nicht mehr (vollständig) sich selbst versorgen können, bei verschiedenen Haushaltsarbeiten unterstützen zu lassen. Die meisten von uns hatten diesen Tag daher mit dem Putzen von Fenstern und Balkonen begonnen, was zusammen mit den Russen schon allein sehr viel Spaß gemacht hat. Gleichzeitig bot dieser Tag aber auch die Gelegenheit, von diesen Menschen viele interessante Geschichten zu hören und – der russischen Gastfreundschaft sei Dank – dabei ein zweites Frühstück zu genießen.

Patrick

Der

Der „Soziale Tag“

Den interessantesten und schönsten Tag der gesamten Reise verbrachte ich mit Steffi bei der russischen Gastfamilie von Palina. Schon morgens ging es los, und wir fuhren mit Mutter und Tante in die mir schon bekannte Stadt Gus-Chrustalnyj. Das Museum war dort eher weniger interessant, dafür waren wir noch auf einem typisch russischen Markt, was mir sehr gefiel. Allgemein mag ich das Flair auf Märkten sehr, und auch dieser war sehr besonders. Es gab dort vor allem eine Vielzahl von kitschigem russischen Porzellan, Tausende von Kronleuchtern und megabunte typische Gartenfiguren, bei deren Anblick einem fast die Augen übergingen. Besonders aufmerksam fand ich, wie die ganze Familie extra einen riesigen Umweg gefahren ist, nur um uns davor diese Stadt zu zeigen und uns alles genau zu erklären. Die Tante konnte genauso wie Palina einige Brocken Deutsch, deswegen war sie auch so begeistert, uns zwei Deutsche kennenzulernen. Danach fuhren wir auf ein russisches Dorf. Die Fahrt dorthin schliefen wir drei Jugendliche natürlich alle, weil wir von den vorherigen Tagen noch sichtlich geschlaucht waren. Nach Ewigkeiten auf einsamen schlechten Landstraßen inmitten eines riesigen Waldes entdeckten wir endlich wieder einige kleine Häuser am Wegrand. In diesem Dorf wohnte die Oma von Palina, bei der wir herzlich eingeladen waren. Ich fand es so interessant, ein russisches Dorf zu sehen und nun eines der schnuckeligen, bunt verzierten, kleinen Holzhäuser von innen zu erleben. Die Großeltern war total gastfreundlich, der Tisch war reichlich mit den verschiedensten russischen Köstlichkeiten gedeckt. Fast alles war frisch aus dem danebenliegenden riesigen Garten. Vor allem auf die Vielzahl von Pilzen in allen verschiedenen Variationen war die Familie stolz. Nach dem üppigen Essen mit Hühnchen, Kartoffelsalat, Mayonaise-Salat, Fisch, Pilzen, Gemüsesuppe und natürlich Kuchen als Nachtisch stellten uns die Großeltern eine Auswahl an Gummistiefeln und kleinen Körbchen vor die Nase, und dann ging es damit auch schon los in den nahen Wald. Mit Oma, Tante und Mama sammelten wir dort mehrere Stunden einige Körbe voller Pilze und Beeren. Zu Beginn war es sehr schwer die guten Pilze von den giftigen zu unterscheiden, aber nach einiger Zeit fiel es uns leichter. Ich habe wirklich noch nie so viele Pilze auf einem Schlag gesehen. Vor allem die Fliegenpilze fand ich rein äußerlich natürlich sehr hübsch. Dann machte die Tante von Palina einen Glückgriff und fand den wohl größten eßbaren Pilz, den wir alle je gesehen hatten.

Pilzsammlerinnenglück

Pilzsammlerinnenglück

Die Mutter von Palina rastete total aus und freute sich riesig. Daraufhin ließ sie sich freudestrahlend einige Male von uns mit dem Prachtstück ablichten. Nach dem Ausflug in den Wald bekamen wir vom Opa noch eine Privatführung durch seinen Garten und durch alle Zimmer des Hauses. Im Garten durften wir natürlich, wie befürchtet, alle seine Früchte probieren. (Als wären wir nicht satt genug gewesen!) Danach gab es Kaffee und Kuchen, und wir machten uns auf dem Heimweg nach Wladimir, in das Elternhaus Palinas. Auf dem Rückweg quetschten wir uns zu viert auf die Rückbank, was uns aber keineswegs davon abhielt, in eine zweistündige Tiefschlafphase zu verfallen. Bei Palina daheim wartete schon ihr süßer kleiner Bruder, ihr Flauschi-Hund, ihre Katze und ihr Dad auf uns. Vor allem ihr Bruder war sehr neugierig, stellte uns viele Fragen und zeigte uns stolz seine Spiele und Auszeichnungen. Zum Ende zockten wir noch fünf Runden Domino mit Palina und ihrem Bruder, bevor es schon wieder Abendessen gab. Die Mutter bereitete extra die Pilze, die wir zuvor gesammelt hatten, liebevoll für die ganze Familie und auch für alle anderen des Austausches zu. Das Essen war mal wieder meeega-gut, aber einfach zu viel. Dann wurden wir noch mit russischer Schokolade überhäuft, und wir fuhren mit dem Freund des Vaters wieder zurück. Die russische Gastfreundschaft, die liebe Art der ganzen Familie, ihr Lifestyle und ihre Einstellungen haben mich sehr beeindruckt und bewegt. Durch diesen Tag konnte ich sowohl Palina, als auch im allgemeinen den russischen Lebensstil besser kennenlernen. Der Tag schweißte uns auf jeden Fall zusammen, und ich bin froh, nun diese Erlebnisse mit ihnen allen teilen zu können. Zusammenfassend war die ganze Reise wunderschön und von vielen ereignisreichen und verrückten Momenten geprägt, deswegen ist mir auch die Entscheidung, mich für einen „schönsten“ Tag festzulegen, sehr schwer gefallen.

Teresa

Unterwegs im russischen Wald

Unterwegs im russischen Wald

Irinas Eltern – sie arbeitet im Krankenhaus und er in einem Metallbetrieb – haben uns zu ihrer eigens gebauten Unterkunft mitten im russischen Wald genommen. Den Weg dorthin hat Jojo hin alleine und zurück mit mir in einem alten UAZ-452 bezwingen dürfen. Dort angekommen haben wir gemeinsam gekocht, gegrillt und uns beim Essen näher kennengelernt, bevor wir uns dem Highlight des Tages zuwandten: Iras Vater hat uns mit seinem Gewehr auf Dosen schießen lassen. Vielen Dank für diesen unvergeßlichen Tag, der leider viel zu schnell vorüber gegangen ist!

Der Kathedralenplatz bei Nacht

Der Kathedralenplatz bei Nacht

Nach dem laaangen Programm, das uns nach Susdal und Murom gebracht hatte, in dem wir uns bei Sporteinheiten verausgabt hatten und uns in Gesprächskreisen auf eine spannende neue Art kennenlernen konnten, waren wir uns am Ende alle einig: Dieses Jahr war es noch schöner als letztes Jahr. So kann es gerne weitergehen.

Robert

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Am 18. August https://is.gd/6W0zua gab der Blog das Versprechen, demnächst Augenzeugen des Jugendaustausches zu Wort kommen zu lassen, den der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Erlangen mit seinen Partnern aus Wladimir – der Staatlichen Universität, der Rosenkranzgemeinde und der Orthodoxen Erzdiözese – so erfolgreich veranstaltet. Es hat ein wenig gedauert, aber nun sind sie zu hören, die Stimmen der Jugendlichen aus den Partnerstädten: 

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Als wir unsere Koffer packten blickte jeder von uns unterschiedlich auf das, was uns erwartete: Wer das erste Mal am Austausch teilnahm, wagte den Schritt ins Unbekannte. Doch alle, die bereits zum zweiten oder dritten Mal fuhren, erlebten schon den Vorgeschmack und die Vorfreude auf die Gefühle und Emotionen, die noch vom letzten Austausch nachhallten.

Irina

Etwas ausführlicher berichtet Sabrina Pfau von den Begegnungen:

Am Mittwoch fuhren wir gemeinsam nach Callenberg, um unser diesjähriges Quartier zu beziehen. Wie schon im letzten Jahr, wohnten wir gemeinsam mit unseren Gästen in einem Jugendhaus. Das charmant rustikale Pfadfinderheim in der Nähe von Coburg lag idyllisch mitten im Wald, und praktischerweise konnten wir den angrenzenden Zeltplatz auch mitnutzen. Nach der ersten hektischen Einkaufstour für die abendlichen Lunchpakete, ging es für einen kleinen Teil von uns mit einem Reisebus weiter zum Münchner Flughafen. Dort sammelten wir einen Haufen leicht übermüdeter Russen ein. Die scheinbar endlos dauernde Ausweiskontrolle, wegen eines verlorenen Gepäckstücks vergossene Tränen und die fehlende Heizung im Bus gestalteten den Anfang der Woche etwas holprig. – Jedoch war das leicht mit einer ordentlichen Mütze Schlaf und einem guten Frühstück wieder behoben. Johannes und Alice, unser fabelhaftes Küchenteam, hatten sich voll und ganz auf die russischen Gaumen eingestellt, und daher gab es jeden Tag Kascha und Tschaj in rauhen Mengen. Der Rest der Woche glich jedoch ganz einer typisch deutschen Jugendfreizeit, kurz unterbrochen von Museumsbesuchen, Stadtbesichtigungen und natürlich Shoppingtouren. So starteten wir jeden Morgen mit einem gemeinsamen Impuls, und vor dem gemütlichen Beisammensein am Lagerfeuer, rundeten wir den Tag mit einem Abendimpuls ab.

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Ganz in diesem Sinne hatten wir Kennenlernspiele und eine Stadtralley durch Coburg vorbereitet. Danach ging es zu unserer ersten Geschichtseinheit. Wir besuchten eine Informationsstelle zur deutsch-deutschen Teilung in Neustadt. Ein Thema, für uns alle besonders spannend, weil es von jemandem erzählt wurde, der alle Phasen selbst miterlebt hatte. Zu Hause angekommen, vertieften wir das Gehörte nochmals, erzählten von eigenen Erlebnissen und diskutierten über Gründe und Ursachen. Abends ging es dann der Sprachbarriere an den Kragen. Spielerisch brachten wir uns gegenseitig erste Worte und Phrasen bei und beschrifteten alle möglichen Dinge und Räumlichkeiten. Wenn es dann doch mal etwas komplexer wurde, hatten wir aber immer noch unsere liebe Natalia Dumnowa zum Übersetzten dabei. Die Deutschlehrerin am Sprachlernzentrum des Erlangen-Hauses war als Dolmetscherin dabei und stand uns rund um die Uhr zur Seite.

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Am Freitag stand Ahorn auf dem Programm. Dort besichtigten wir die Wefa, eine soziale Einrichtung der Diakonie. Hier arbeiten Menschen mit Behinderung in der Metallverarbeitung, in Großküchen, in der Landwirtschaft und vielen anderen Bereichen. Wir erhielten dank der großartigen Führung einen einmaligen Einblick in diese doch etwas andere Arbeitswelt. Bei der Besichtigung des Werkes stießen wir dann auch noch auf einen ukrainischstämmigen Praktikanten. So wie er von unserer russischen Gruppe umringt war und ausgefragt wurde, war klar erkennbar: Er hatte viel Spannendes zu erzählen. Nachmittags widmeten wir uns dann dem Ehrenamt, sozialen Engagement und der Jugendarbeit. In Kleingruppen unterhielten wir uns darüber, wie diese Themen bisher das eigene Leben beeinflussen, oder was sie vielleicht einmal in uns bewirken. Schnell war klar: Die Strukturen auf beiden Seiten gleichen sich kaum, und wir verstehen ganz unterschiedliche Dinge unter diesen Begriffen.

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Am Samstag starteten wir in unser traditionelles Äktschen- und Relax-Wochenende. Eine feuchtfröhliche Kanutour auf dem Main, entspanntes Planschen in der Therme oder eine abenteuerliche Erkundung der Schönsteinhöhle – es war für jeden etwas dabei, und zum Ausklang des Tages hatten alle viel zu erzählen und erlebten bei einem gemütlichen BBQ viel Lagerfeuerromantik.

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Am Sonntagmorgen überforderten wir unsere Gäste mit einem deftig bayrischen Weißwurstfrühshoppen. Da dazu auch das ein oder andere Weizen gehört, ließen wir den Tag dann etwas entspannter angehen. Wir boten unterschiedliche Workshops an und genossen die Sonne, die sich endlich mal wieder blicken ließ. Die einen bastelten Drachen, die anderen bauten einen Backofen aus Naturmaterialien oder lernten Jonglieren, Karate oder Joga. Der Tag wurde auch jedem von uns von einem „geheimen Freund“ versüßt, eine kleine Aktion, die Natascha am Abend vorher angeleitet hatte. Jeder zog einen Namen und hatte die Aufgabe, dieser Person am kommenden Tag etwas Gutes zu tun, ohne merken zu lassen, von wem die kleine Aufmerksamkeit stammt. Eine wunderschöne Aktion, die unsere Gruppe etwas näher zusammenkommen ließ. Entweder, weil man jemanden bat, einen Brief zu übersetzen, beim Verstecken zu helfen oder, um etwas über die Vorlieben des „geheimen Freundes“ zu erfahren. Am Abend ging es für alle, die Lust hatten in eine katholische Abendmesse, und danach wurde nochmal ein Feuer angeschürt.

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Was uns konkret erwartete? Coburg, Bamberg, Nürnberg, Erlagen, München: Wohin wir auch kamen, erkundeten wir alle Ecken und besichtigten die erstaunlichsten Plätze. Wir besuchten das Museum an der einstigen Grenze zwischen DDR und BRD, das Dokumentationszentrum auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, Schloß Callenberg, eine Einrichtung der Lebenshilfe, Bierkeller, das BMW-Museum, die Pinakothek der Moderne… Doch das alles war bei Weitem nicht das Wichtigste. Das Wichtigste war die Möglichkeit, sich auszutauschen: bei „Rent a Russian“, auf dem „Äktschn-Wochenende“, beim Singen von Liedern zur Gitarre am Lagerfeuer, beim Genießen der traditionellen Küche, in den Gesprächsrunden zu verschiedenen Themen, beim Meinungsaustausch. Die Sprachbarriere und andere Unterschiede hielten uns nicht davon ab, viel Neues übereinander zu lernen. Das, was uns zu Beginn noch fremd erschien, wurde für uns mit der Zeit zu einer richtigen Familie. Wir überwanden alle Stereotypen, und Deutschland wurde uns zur zweiten Heimat.

Irina

Jutta Schnabel und die

Jutta Schnabel und die „Jugendaufstellung“

Und Jutta Schnabel, ehrenamtliche Cheforganisatorin des Austausches, ergänzt:

Die zweite Woche ging geschichtsträchtig los mit einem Ausflug nach Nürnberg, wo der Besuch des Dokuzentrums schon zum traditionellen Programmelement geworden ist. Dieses Jahr wollten wir allerdings die Eindrücke des Museumsbesuches nicht unreflektiert lassen und tauschten uns deswegen in einer Einheit, in der wir der „Botschaft der Steine“ nachspürten, über die Wirkung von Bauten und Propaganda aus. Fast jeder konnte danach etwas dazu beitragen, welche Bruchstücke der Weltkriegsgeschichte noch heute in den Familien exisieren und nachwirken. Wie man mit Steinen auch etwas Gutes bauen kann, bekräftigten wir danach gemeinsam in unseren Wünschen im „Denkmal der Zukunft“, das wir auf unserer Wiese errichteten.

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Einer der Höhepunkte des Programms war, wie immer, das „Rent a Russian“, also ein Nachmittag, in dem Kleingruppen von zwei bis drei unserer russischen Teilnehmer gemeinsam eine Familie zu Hause besuchen konnten, um ein klein wenig Alltag zu erleben. Von einer Motorradtour über den Besuch im Walderlebniszentrum bis zum gemütlichen Grillabend war alles dabei. An dem Tag fand auch der obligatorische Besuch des Rathauses statt, wo wir sehr nett von Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens empfangen wurden.

Rent a Russian

Rent a Russian

Und dann war es schon fast wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Wir räumten das Haus auf, schauten nochmal kurz in Bamberg vorbei, um die schöne Stadt zu genießen, und blieben dann noch für zwei kurze Nächte in München, um den Weg zum Flughafen abzukürzen und die andere Seite von Bayern auch mal anzusehen. Nach einigen Besuchen in den verschiedenen Biergärten – natürlich vor allem zum Essen! – und einer kurzen Tour durch die Museen der eigenen Wahl sagten wir mit einem Lebkuchenherz für jeden nach zwölf anstrengenden, aber wunderbaren Tagen Servus zu unseren Freunden. Doch der Abschiedsschmerz verhallte bald, denn als nächstes stand auf der Aufgabenliste: Flugtickets kaufen für unsere Fahrt nach Wladimir!

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