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Posts Tagged ‘John Stackmann’


Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens ist gestern nach fünfstündiger Stau-Fahrt vom Moskauer Flughafen Domodjedowo mit ihrer Sportdelegation – wohlbehalten, aber leider nicht vollständig – gegen 22.00 Uhr im Erlangen-Haus eingetroffen, gastlich empfangen von Irina Chasowa. Zu Hause geblieben ist mit einer Virusinfektion ausgerechnet John Stackmann, der sich in den letzten Wochen so zielstrebig auf den Halbmarathon in Wladimir vorbereitet hatte. Aber Gesundheit geht vor sportlichem Ehrgeiz. Nun werden also Gertrud Härer, Fredi und Manuel Schmidt mit Peter Steger am Sonntag ohne ihr Zugpferd auf die Strecke gehen müssen.

Susanne Lender-Cassens und ihre Delegation: Joachim Kokott, Manuel und Fredi Schmidt, Othmar Wiesenegger und Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses

Der aufmerksame Betrachter vermißt sicher auch Gertrud Härer auf dem Bild. Keine Sorge! Sie hat gestern planmäßig Wladimir per Fahrrad erreicht, zusammen mit dem Jonas Eberlein, dem Erlanger, der seit einer Woche an ihrer Seite fährt. Nur leider ist Blog https://gertrud.haerer.org „abgeschnitten“, ausgerechnet im Ziel. Nach der Reparatur gibt es dann sicher auch die Bilder zur Ankunft nach mehr als 3.000 km Radreise von Erlangen bis Wladimir. Und bestimmt vieles mehr – auch zu dem, was die Mitglieder der Delegation in den nächsten Tagen in der Partnerstadt so alles erleben werden.

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Während Gertrud Härer den Meilenfresser angeworfen hat und heute nachmittag in Wolokolamsk, gute 100 km vor Moskau, auf ihrer Solo-Radtour nach Wladimir endlich auf den Erlanger Mitarbeiter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Jonas Eberlein, trifft, mit dem zusammen sie am 7. September in der Partnerstadt einrollen möchte, um dann drei Tage später den Halbmarathon mitzulaufen, kruschtelte John Stackmann, der Chef de Mission des fränkischen Teams, mit Blick auf den Wettkampf am 10. September in seiner Photokiste und förderte beeindruckende Zeugnisse aus der Frühzeit des Sportaustausches zutage. Im Rückblick auf seine ersten Begegnungen mit den russischen Freunden erinnert sich der Ausnahmeathlet und Ausrichter des Winterwaldlaufs, an dem regelmäßig Gäste aus Wladimir teilnehmen:

John Stackmann in Wladimir mit der Startnummer 49

1991 war ich (nur) Zuschauer beim Sportfest mit Athleten aus Wladimir und Erlangen auf dem Uni-Sportplatz an der Gebbertstraße. Ich bestaunte den überlegenen Dmitrij Grischin beim Doppelsieg über 800 m und 5.000 m und unterhielt mich gut mit ihm bei der anschließenden Grillfeier. So richtig hatte die russisch-deutsche Sportfreundschaft für mich dann aber mit dem “Golden-Ring-of-Russia“-Marathon 1992 in Wladimir angefangen.

Das Läuferfeld in Wladimir

In meinem 15. Marathonjahr kam die Anfrage des Sportamts durch Ernst Bayerlein, ob wir mit einigen Athleten am Marathon in Wladimir teilnehmen könnten, mitten im heißen russischen Sommer des Jahres 1992. Pia Fischer, Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und ich nahmen diese Gelegenheit wahr. In Wladimir war ich bei Jurij Kissiljows Familie untergebracht. Jurij hatte seinerzeit über 1.500 m mit 3:35 min eine international hervorragende Zeit stehen. Aber dem auf die Funktionstüchtigkeit seiner Beine angewiesenen Laufprofi spielte das Schicksal einen schweren Streich. Er hatte sich damals eine Entzündung der Achillesferse zugezogen, die er später nicht mehr in den Griff bekam. Die wichtige Einnahmequelle aus seinen internationalen Starts im Ausland war entfallen! Jurij und seine Familie ließen es sich trotzdem nicht nehmen, mir damals den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. So fuhr er fast den gesamten Marathon im Auto in meiner Nähe, fotografierte, filmte und versorgte mich auch mit meinem Spezialgetränk.

Zeitungsbericht der EN Marathon in Wladimir

Die mit dem Marathon gestarteten 10 km hatte übrigens Jurij Michajlow gewonnen, der kurz nach dem Start schon direkt hinter der Spitze lief (im Bild des alten Zeitungsausschnitts hinter der rechten Schulter des Läufers mit Startnummer 165). Denkwürdig und gut in Erinnerung sind mir auch noch die häufigen Zusammenkünfte bzw. Tischrunden der Sportler und Funktionäre damals mit Speis und Trank. Einer hatte nämlich immer ein Aktenköfferchen dabei, das mit etlichen Flaschen Wodka gut gefüllt war. Die „sollten“ dann innerhalb der zwei Stunden alle geleert werden. Nur ich tanzte aus der Reihe, da ich schon immer keinen Alkohol trinke. Schnell hatten sich unsere Gastgeber auch auf meine vegetarische Ernährung eingestellt. Bei den Nachfragen habe ich Dmitrijs damalige Freundin und jetzige Frau Anastasia kennengelernt, die schon damals sehr am Austausch interessiert war.

Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und John Stackmann nach dem Lauf im Stadion Wladimir

Herbert, der damals noch seine Fröhlich-Brauerei in Dormitz betrieb, hatte bei den Wodka-Runden eine relativ geringe Hemmschwelle. Das merkte man ihm dann nach zwei Tagen auch deutlich an. Rudi hatte sich damals in Wladimir gesundheitlich nicht so wohl gefühlt und deshalb kurzfristig auf die Teilnahme am Marathon verzichtet. Aber für mich hatte der Aufenthalt ein trauriges Nachspiel: Ich hatte mir einen Virus eingefangen (wahrscheinlich weil öfters Strom und Wasser abgestellt worden waren) und konnte dann zu Hause für ein halbes Jahr eine Lungenentzündung auskurieren.

John Stackmann mit Team und Freunden nach dem Wettkampf

Jetzt, zum ersten Halbmarathon in Wladimirs Sportgeschichte, werden mindestens 300 Teilnehmer erwartet, hoffentlich alle gesund – davor und danach. Die Sportredaktion des Blogs jedenfalls wünscht schon heute einen fairen Wettbewerb und viel Erfolg – getreu dem Motto: Keine Gnade für die Wade! – und freut sich mit John Stackmann darauf, wenn sich für ihn nach 25 Jahren ein leichtathletischer Kreis im Lebenslauf schließt.

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Lauf- und Radreise zum Partnerstadtwettlauf:  3.200 km vom Erlanger Rathausplatz zum Start auf den Kathedralenplatz in Wladimir

25 Jahre oder ein Vierteljahrhundert ist es her: Vier Erlanger Langstreckenläufer genossen 1992 in Wladimir beim „Marathon Goldener Ring“ die überwältigende russische Gastfreundschaft. Heiß war’s – und die 42,195 km lange Strecke durch die vielen Steigungen alles andere als einfach, aber die Erlanger liefen bei bester Stimmung und kamen mit super Zeiten ins Ziel.

John Stackmann, 4. v.l., mit seinen Lauffreunden in Wladimir

Dann konnte der Marathon in Wladimir nicht mehr stattfinden, die Lauffreundschaften blieben aber erhalten, denn die Russen starteten auf Einladung von LGE-Chef und Organisator, John Stackmann, immer wieder beim Erlanger Winterwaldlauf in der Brucker Lache. Zu Gast bei ihm und seiner Frau Manuela, stellten sie heuer sogar den Sieger über 15 km.

voraussichtlicher Streckenverlauf

Nun aber revanchiert sich der Laufklub „Bodrost“ mit einer Gegeneinladung, denn es gibt wieder einen Wettkampf in Wladimir und zwar zum ersten Mal in der Sportgeschichte der Partnerstadt einen Halbmarathon am 10. September. Nach bisheriger Planung sind Start und Ziel auf dem Kathedralenplatz vorgesehen. Die für den Autoverkehr gesperrte Strecke führt in drei Runden à 6,25 km über die 21 km lange Distanz vorbei an allen Sehenswürdigkeiten, stellt freilich auch durch langgezogene Steigungen besondere Herausforderungen: hoch zur Erzengel-Michael-Kirche und wieder hinunter zum Frunseplatz mit anschließenden 2.300 m im Stadion unterhalb von der Rosenkranzkirche, um auf die 21,1 km zu kommen.

John Stackmann, 1. v.l., mit seinen Lauffreunden in Wladimir

Erste Erlanger haben die Einladung bereits angenommen. John Stackmann, Läufer der ersten Stunde, will es sich nicht nehmen lassen, wieder mit dabei zu sein. Peter Steger, der die Partnerschaft mit Wladimir so wunderbar pflegt und am Laufen (!) hält, organisiert die Laufreise und startet auch selbst auf dieser anspruchsvollen Strecke.

Die Anreise per Flug ist für Donnerstag, den 7. September, vorgesehen, der Rückflug findet am 11. oder 12. September statt. Wegen der Beantragung der Visa (die Reisepässe müssen noch sechs Monate über das Reisedatum hinaus gültig sein), sollten die Meldungen für die Reise und den Lauf bis zum 30. Juni eingegangen sein: peter.steger@stadt.erlangen.de

Neben dem Halbmarathon über 21,1 km wird auch ein 9 km langer Wettkampf angeboten.

Fahren statt Fliegen, und zwar mit dem Rad, auch das geht!  Vier Verwegene waren vor vier Jahren auf diese Weise ganz unmotorisiert von Ende März bis Mitte Mai 2013 von Erlangen nach Wladimir unterwegs. Schnee und Eis gab’s in diesem Jahrhundertwinter den ganzen April hindurch, dazu aber doch meistens blauen Himmel und Sonnenschein und stimmungsvolle, lange, helle Abende, ein unvergeßliches Erlebnis.

Zeltlager unterwegs Richtung Wladimir

Eine von den Vieren, eine Läuferin, möchte das nochmal machen, schon aus Neugier, wie die Sache im Sommer ausschaut – und dann beim Halbmarathon starten. Gertrud Härer organisiert diese Tour und lädt ausdauernde Reiseradler zum Mitfahren ein. Natürlich müssen die Radfahrer nicht unbedingt beim Wettkampf starten, und auch Teilstrecken der ca. 3.200 km langen Radreise sind möglich.

Wladimir, zum Greifen nah

Übernachten werden wir hauptsächlich im Zelt, die einzelnen Etappen sind nicht genau vorgeplant, sondern ergeben sich je nach Wind und Wetter, Lust und Laune. Jeder fährt auf eigene Verantwortung und hat auch Karten, Werkzeug und Ersatzteile dabei. Im Schnitt sind etwa 100 km am Tag angepeilt – mal mehr, mal weniger – sowie Ruhetage zum Besichtigen und Entspannen. Ende Juli geht es in Erlangen los, die erste Nacht verbringen wir auf bewährte Weise im Gasthof Herrenalb in Speichersdorf, bevor es über Tschechien zum Oder-Neiße-Radweg hinauf und hinüber nach Polen und dann entlang der Ostseeküste geht. Pausentage werden wir sicher bei den hohen Sanddünen von Leba, Danzig und anderen schönen Orten machen. Weiter führt die Reise durch Litauen und Lettland in die Russische Föderation hinein. Moskau wird nördlich umfahren, bevor wir über Susdal, auch „Perle des Goldenen Ringes“ und das „russische Rothenburg“ genannt, nach sechs Wochen Wladimir erreichen. Am 7. September, wenn die andere flugreisende Gruppe eintrifft, wollen wir auch da sein.

Mai 2013, angekommen im Erlangen-Haus in Wladimir: Walter Költsch, Jörg Gruner, Peter Smolka und Gertrud Härer

Für die Rückreise kann am Dienstag, den 12. September, ein günstiger Flug von Moskau nach Memmingen gebucht werden. Anfragen und Meldungen für diese ungewöhnliche Wladimir-Bike to Run-Partnerschaftsreise am besten baldmöglichst, spätestens aber bis 20. Juni, an gerthaer@gmail.com.

                                                                           Gertrud Härer

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Nach einem Jahr Pause konnte ich heuer endlich wieder die lieben Sportfreunde aus Wladimir zum Winterwaldlauf begrüßen und mit ihnen einen Tag vor dem Wettkampf die Strecke ablaufen. Das interessierte auch besonders die Neulinge unter ihnen, wie Wlad, Natalia und Anna. Wlad meinte nach 1,5 km: „Can we run faster?“ „No problem!“ erwiderte ich und zog an. Flotter mittlerer Dauerlauf, auch Olga blieb erstaunlicherweise in unserer Dreiergruppe und redete einfach weiter. Wlads Englisch war gut verständlich, obwohl nicht perfekt. Wir haben uns sofort verstanden, wie früher bei Dmitrij und Alexej anno 1992. Und ich spürte mit meinem Trainerinstinkt auch jetzt wieder bei unserer Unterhaltung den Ehrgeiz des Gastes: Er wollte die 15 km einfach sehr gut finishen. „How fast do you want to go?“ – „About 51 minutes.“ Das könnte schon zum Sieg reichen, dachte ich, denn die guten bayerischen Läufer sind alle in einer Woche bei der BLV-10-km-Meisterschaft in Neuhaus. Nachher machte er eindrucksvoll noch schnelle Steigerungen und Lauf-ABC mit seinen lange Beinen, und sein Haarzöpfchen stand dabei waagerecht im Laufwind. Die Lasagne meiner Ehefrau Manuela schmeckte uns allen danach prima. Sie hatte sich wieder reingehängt als aufmerksame Gastgeberin: Obst, Kuchen und … Doch ich mußte dann mal kurz weg zu Eisert, Drucksachen für die Teilnehmer hinbringen, die sich tags zuvor ihre Unterlagen abholen wollten. Schnell reingeradelt, aber doch nicht gleich wieder zurück, da trotz Zusage eine Helferin nicht kam und sich eine Lücke auftat, die ich schloß. Später waren Olga, Wlad, Wiktor und die anderen auch im Eisert – klar, daß ich mich um sie kümmerte. Manuela hatte sie nacheinander hinkutschiert.  Man hatte mich sowieso bei Eisert gebraucht, wie immer.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Siegerinterview: Wlad Demjanow und John Stackmann, Photo: Stefan Schöner

Denn schon die Anmeldezahlen (insgesamt 1660) waren so hoch wie nie zuvor. Am sonnigen Wettkampftag und tags zuvor gab es auch noch viele Nachmeldungen, zudem waren mehr als 120 Walker durch den Wald marschiert, so viele wie noch nie. Ganz abgetrocknet war die Strecke noch nicht gewesen von den kürzlichen Niederschlägen. Besonders im Startbereich gab es einiges an Schlamm und Pfützen. Also bin ich nach der Vorab-Startnummernausgabe bei Eisert noch los, um mit den Holzraspeln der KITA Mooswichtel e.V. die Piste nach dem Start zu verputzen. Die Frühlingssonne am nächsten Morgen stimulierte enorm, obwohl anfangs ein kalter Ostwind aufkam. Aber im Wald war der kaum zu spüren, und bei den Starts der Kleinsten ganz vergangen. Voll motiviert sprinteten schon die dann los (hinter mir her) mit ihren instruierten Eltern. Sie bauten zwar schnell ab, aber die Anfeuerungen der Eltern und deren Ziehkraft rissen sie weiter nach vorne. Ein ähnlicher Startsprint bei den zwei Tausendmeterläufen, aber mit nur wenigen Erwachsenen. Diesmal kam glücklicherweise trotzdem kein Kind zu Fall, denn ich hatte eindringlich auf Fairplay hingewiesen. Genau so wollte ich es haben.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Bambini-Lauf mit John Stackmann, Photo: Stefan Schöner

Der große Platz füllte sich immer mehr, der 15er-Hauptlauf stand bevor. Noch Siegerehrungen durchführen, den Johnny-Pokal übergeben, Ankündigungen, Hinweise nach kleine Zwischenfragen, Redemanuskript, Begrüßungen und gute Stimmung im heiteren Sonnenschein des Vorfrühlings. Pünktlich um 13 Uhr durften die gut 300 erwachsenen und 30 jugendlichen Läufer losrennen. Wlad und unser Felix nach einer Runde voran, Favorit Jürgen schon deutlich dahinter, bevor das restliche Feld kam. Nach zwei Runden Wlad dann alleine in der Spitzenposition nach seiner deutlichen Temposteigerung kurz zuvor. Das sah recht locker und souverän aus. Und so gewann Wlad Demjanow auch überlegen, die erste Überraschung des Tages! 51 Minuten und 10 Sekunden. Nach der Frauensiegerin, Angela Kühnlein, lief schon Olga Sagitowa als achte Frau ins Ziel, klar an der Spitze der W55. Auch Wiktor Winogradow überzeugte als Sieger der M70. Drei erste Plätze für Wladimir, darunter der Gesamtsieger. Ebenfalls drei erste Klassen-Plätze und den zweiten gesamt stellte die LG Erlangen.

17. Winterwaldlauf Erlangen 25.03.2017, Start 15-km-Lauf mit Wlad Demjanow, Photo: Stefan Schöner

Spannend auch das Jugendrennen: Zwei Kader-Triathletinnen gegen die Rekordhalterin Anja vom LAC. Triathletin Sofia Rubio entschied es für sich vor Anja, verfehlte aber knapp deren Rekord. Naja, sie lief ja dann noch in der LAC-Frauenstaffel mit Hannah, war da auch siegreich. Wieder viele asylsuchende Jugendliche von der Berufsschule waren dabei, sozusagen auf den letzten Drücker, und hatten ihren Spaß. Ich eilte derweil auf dem gesamten Platz umher, und neben meinen Hauptaufgaben Starts und Siegerehrungen löste ich so manches „Problemchen“, denn mit Micha moderierte auch Markus gut (ohne mich). Wieder Siegerehrungen (kleines Interview mit Wlad), die Micha wie immer sorgfältig vorbereitet hatte und zu denen Rüdiger pünktlich und schnell Listen und Urkunden lieferte. Es klappte wieder alles wie am Schnürchen, einfach professionell.

10-km-Start, Photo: Fabiana Garske

Kurz nach Hause gejoggt, kurz erholt und dann zum großen Finale: 10 km und Staffel bildeten wie üblich das größte Feld des Tages. Ob wir wohl die 500 knacken, trotz Neuhaus mit BLV-10? Zumindest waren wir knapp dran (496). (1-2-3🙂 Joseph hatte sich in alter Treue nachgemeldet, und ich habe ihn angestachelt, die 31 Min. zu unterbieten. Er drehte als erster weit vor allen anderen hinter dem Führungsfahrrad gekonnt und leicht seine zwei Runden im 3-Minuten-Tempo, sehr eindrucksvoll, Siegerzeit 30:26! Dann kam lange nichts. Erst nach drei Minuten finishte Markus klar vor Christian. Markus als aktueller LG-Starter und zwei Ex-LGler (Joseph und Christian) standen zusammen auf dem Podium. Treppenlauf-Europameister Christian Riedl war nicht undankbarer Vierter, denn er war hinter Markus zweiter der Siemens-Wertung vor meinem italienischen Freund Luigi. Ursula Schürle ließ sich diesmal den 10-km-Sieg nicht nehmen, lag aber deutlich hinter der siegreichen jugendlichen LAC-Frauenstaffel. Die zwei schnellsten Staffeln waren gemischte aus Forchheim und die von der LG Erlangen, wobei die Erlanger gegen die Gundermanns keine Chance hatten. Gesamtplatz 2 und zwei erste Plätze für die LG Erlangen und den zweiten Staffel-Rang des Mix-Teams gab es über 10 km, Wladimir überzeugte vor allem mit der bemerkenswerten Leistung des verletzt an den Start gegangenen Alexej Butakow, der vor wenigen Tagen erst seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte und mit 54 Minuten und 39 Sekunden auf den zweiten Platz der M70 lief.

Der Freundschaftspokal: Chankischi Emirgamsajew, Wlad Demjanow, John Stackmann, Wiktor Winogradow, Olga Sagitowa, Manuela Stackmann, Sofia Prutnikowa und sitzend Natalia Krutskich und Alexej Butakow

Aber das ist ja auch nicht so wichtig, denn den Freundschaftspokal hatten sie sicher. Und der wurde am nächsten Abend beim Abschiedsessen stimmungsvoll überreicht und mit Reden, die Peter übersetzte, und kleinen Geschenken unterfüttert. Und sie überreichten mir im Gegenzug den Läuferpokal von Laufklub Bodrost Wladimir. Eine Runde mit glänzenden, freudestrahlenden Gesichtern unter Freunden: Was gibt es Schöneres! Beim Betrachten der über 1.100 Bilder, von den Siemens-Photographen mit ihrem Gespür und Können aufgenommen, kommen mir am Tag darauf die Tränen.

Bodrost Kernteam

Das Kernteam mit John Stackmann

Welch eine schöne Veranstaltung hatten wir doch, das Orga-Team und die vielen Helfer, wieder auf die Beine gestellt und damit den über 1.430 Finishern welch eine Freude bereitet. Wie lange werde ich noch die Kraft dafür haben, obwohl mich mein Orga-Team aus fünf Freunden und am Veranstaltungstag bis zu 80 Helfer so gekonnt und freundlich unterstützen? Die Kraft, zu der Freude und Freundschaft so wesentlich beitragen. Kraft, die nicht nur in den Beinen steckt, die aber gefordert sein wird, wenn ich nachher mit Olga und Wlad trainiere. Kraft, die auch Manuela demonstriert, die schon den ganzen Tag nach dem Einkauf am Herd steht, um bei unserem Grillen für den Abendschiedsabend wieder für glänzende Gesichter zu sorgen. Natürlich, Freude und Freundschaft stecken einfach an.

John Stackmann

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Er kam, lief und siegte: Wlad Demjanow, Jahrgang 1982 vom Laufklub Bodrost aus Wladimir – gestern beim Winterwaldlauf in der Brucker Lache, auf der 15-km-Strecke mit einer Zeit von 51 Minuten und 10 Sekunden. Zum ersten Mal dabei und dann gleich Gesamtsieger, eine Leistung, über die er sich mit seinem Team freuen kann.

Der später Sieger Wlad Demjanow bei der Eröffnung des Laufes mit John Stackmann

Und das besonders, weil es da noch weitere Mitglieder auf den Siegertreppchen der 15-km-Distanz gab.

Natalia Krutskich, Sofia Prutnikowa und Alexej Butakow

Olga Sagitowa belegte in ihrer Altersklasse W55 auf der gleichen Strecke mit 1.12.33 ebenfalls den ersten Platz, ebenso wie Wiktor Winogradow, M70, mit 1.16.35, während Chankischi Emirgamsajew, M55, mit 1.12.20 als sechster ins Ziel lief.

Wiktor Winogradow, Olga Sagitowa und Chankischi Emirgamsajew

Aber auch über die zehn Kilometer gab es Zeiten, die Grund zur Freude sind. Besonders herausragend Alexej Butakow, M70, dessen Zeit 54.39 immerhin für Silber in seiner Altersklasse genügte. Natalia Krutskich und Anna Tschischowa erreichten in W20 und W30 jeweils den sechsten Platz, während Sofia Prutnikowa, W50, als Nummer 13 und Dmitrij Kuschpita M55 als achtzehnter das Rennen beendete. Eine großartige Gesamtleistung bei strahlendem Frühlingswetter – und wieder einmal ein Sieg für die sportliche Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir, ermöglicht von John Stackmann und seinem Orga-Team von der Sportgemeinschaft Siemens Erlangen Leichtathletik. Gratulation!

Bilder: Nadja Steger

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Am 25. März ist es wieder so weit: Nachdem die Athleten aus Wladimir im vergangenen Jahr eine Verschnaufpause eingelegt hatten, geht heuer der Sportverein Bodrost aus der Partnerstadt mit einem zwölfköpfigen Team an den Start des Winterwaldlaufs in der Brucker Lache. Erstmals werden die Gäste dann auch eine Gegeneinladung aussprechen können, die ihnen Ehre macht. Bisher nämlich – so stets ihre Klage – gab es keine rechten Laufveranstaltungen mehr in Wladimir, die letzten Rennen hatten Anfang der 90er Jahre stattgefunden – mit prominenter Beteiligung aus Erlangen übrigens, wie hier nachzulesen: https://is.gd/LiVIZM.

halbmarathon

Doch nun gibt es eine Neuauflage, endlich! Am 10. September startet der erste Wladimirer Halbmarathon, für den übrigens noch Bezeichnung, Motto und Logotyp – per öffentlichem Wettbewerb bis zum 31. März – gesucht werden. Festgelegt ist allerdings schon der Streckenverlauf entlang der Hauptstraße mit Start und Ziel auf dem Kathedralenplatz hoch zur Erzengel-Michael-Kirche bis hinunter zum Frunseplatz. Drei Runden à 6,25 km und eine weitere Runde mit 2,3 km Länge sind zu absolvieren, was insgesamt eine Distanz von 21 km ergibt. Wie sich das bei derartigen Veranstaltungen so gehört, sind natürlich auch Kinder-, Familien- und Spaßläufe einprogrammiert. Wer weiß, wie man in Wladimir zu feiern versteht, braucht sich um die gute Laune am Parcours nicht zu sorgen. Gästen aus Erlangen, die sich zur Teilnahme entschließen, sei freilich warnend gesagt: Das Profil ist durchaus anspruchsvoll. Vom Frunseplatz bis hoch zum Kathedralenplatz – eine Tour toujours bergauf, nicht zu steil, aber unbarmherzig lang. Ein Langstreckenlauf eben mit Anspruch, der freilich am Erlangen-Haus vorbeiführt, wo es an Anfeuerung für Gastsportler aus der Partnerstadt bestimmt nicht fehlen wird, also eine Stimmung herrschen dürfte, fast schon wieder wie daheim in der Brucker Lache. Anmeldungen unter dem Motto „keine Gnade für die Wade“ ab sofort möglich unter peter.steger@stadt.erlangen.de bis Ende des Monats.

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Da kann die Lage weltpolitisch noch so verfahren sein, Elisabeth Preuß ist sich beim gestrigen Empfang für die Sportfreunde aus Wladimir sicher: „Zwischen Erlangen und Wladimir paßt kein Blatt Papier. Wir lassen uns von nichts und niemandem auseinanderbringen.“

Anatolij Mitrofanow, Elisabeth Preuß und John Stackmann mit dem Freundschaftspokal

Anatolij Mitrofanow, Elisabeth Preuß und John Stackmann mit dem Freundschaftspokal

„Wie auch“, spinnt Anatolij Mitrofanow den Gedanken weiter, „wo wir uns doch hier in Erlangen wie zu Hause fühlen und gar nicht genug danken können für die Gastfreundschaft.“ Und John Stackmann, Cheforganisator der Winterwaldlaufs und mit Wladimir seit Anfang der 90er Jahre eng verbunden, findet schließlich die Formel für die Besonderheit dieser Partnerschaft, wenn er sagt: „Wir tun alles im Rhythmus der Freundschaft!“ Als äußeres Zeichen dieser innigen Verbindung übergibt der Marathon-Mann denn auch neben den Teilnehmerurkunden den diesjährigen Freundschaftspokal des Winterwaldlaufs, stellvertretend an Anatolij Mitrofanow, den dreimaligen Sieger im Fünf-Kilometer-Lauf der Nordischen Geher, nachdem Oberbürgermeister Sergej Sacharow darum gebeten hatte, den Vorjahrespokal, der ebenfalls an Wladimir gegangen war, als Dauerleihgabe in seinen Amtsräumen verwahren zu dürfen.

Elisabeth Preuß mit Familie Klaus und Doris Höhle sowie John Stackmann mit den Sport-Gästen aus Wladimir

Elisabeth Preuß mit Familie Klaus und Doris Höhle sowie John Stackmann mit den Sport-Gästen aus Wladimir

Zu dieser Freundschaft gehören auch die Sportlehrer um Michail Tschischow, die, wie schon in den Jahren zuvor, zu den Teilnehmern am Winterwaldlauf gestoßen sind und ebenfalls alte Bekannte treffen, wie das Ehepaar Klaus und Doris Höhle, die ja schon zwei Mal per Fahrrad Wladimir erkundet haben.

Der Gutschein

Der Gutschein

Dazu gehört aber auch eine Anerkennung der sportlichen Leistungen, eine Unterstützung für den weiteren Austausch, ein Gutschein über 1.000 Euro, ausgestellt von der SGS Erlangen Leichtathletik und dem Orgateam des Winterwaldlaufs für die Freunde aus Wladimir. Passend dazu die angeblich nur drei Worte, die Erlangens Bürgermeisterin auf Russisch spricht: Большое спасибо! Мир. Дружба. – Herzlichen Dank! Friede. Freundschaft.

Brauereibesichtigung Kitzmann

Brauereibesichtigung Kitzmann mit Benjamin Kloos in der Mitte stehend

Der Mensch lebt freilich nicht vom Sport allein. Schon lange ein Herzenswunsch der Läufer und Sportlehrer: nach Erlangen kommen und Kitzmann sehen! Kitzmann steht ja in Wladimir spätestens seit dem Fränkischen Fest 1993 mit 10.000 Litern Freibier für die Qualität des bayerischen Gerstensaftes. Am Montag war es dann soweit. Von den Brunnen mit dem 3.000 Jahre alten Quellwasser über die Gärung bis zur Abfüllung und einer Degustation an der kundigen Hand von Braumeister Benjamin Kloos.

Anatolij Mitrofanow beim Aufstieg zur Riesenhöhle

Anatolij Mitrofanow beim Aufstieg zur Riesenhöhle

Doch ein unerwarteter Höhepunkt war für die Besucher bereits am Sonntag erreicht, als sie staunend die Riesenhöhle erkundeten, die Pfade und Stufen auf- und abstiegen und die höchsten Gipfel erklommen.

Anatolij Mitrofanow auf dem Gipfel des Glücks oberhalb der Riesenhöhle

Anatolij Mitrofanow auf dem Gipfel des Glücks oberhalb der Riesenhöhle

„Ein sagenhaftes Gefühl, umwerfend, grandios“, lauteten noch die zurückhaltendsten Kommentare, die in dem nicht mehr steigerbaren „это круто!“ gipfelten.

Olga Sagitowa und ihr Sohn Sergej mit der Fränkischen Schweiz zu ihren Füßen

Olga Sagitowa und ihr Sohn Sergej mit der Fränkischen Schweiz zu ihren Füßen

Ebenso unerwartet aber auch das Wiedersehen mit Jekaterina Lehmann, die im Jahr 2000 im Rahmen des Projekts Lichtblick als eine der ersten Hospitantinnen aus Wladimir nach Gremsdorf gekommen war. Zwei Jahre später folgte ihr zweiter Aufenthalt bei den Barmherzigen Brüdern, sie verliebte sich und heiratete 2003. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in Gößweinstein, hat eine Stelle gefunden, die einigermaßen ihrer krankenpflegerischen Qualifikation entspricht – und ist künstlerisch tätig.

Treffen von Sport und Kunst: Jekaterina Lehmann

Treffen von Sport und Kunst: Jekaterina Lehmann

Wer freilich in der Fränkischen Schweiz Kunst schafft, wird früher oder später von Elvira und Heinz Gerhäuser entdeckt. Von da ist dann der Weg nicht mehr weit zu einer Ausstellung wie der, die am Sonntag unter dem Motto „Verborgene Talente und Nachwuchskünstler“ in der Burggalerie Waischenfeld vom 1. Vorsitzenden des Fördervereins des Kunstforums Waischenfeld, Heinz Gerhäuser, eröffnet wurde. Die Arbeiten, darunter auch die von Jekaterina Lehmann geschaffenen Schmuckstücke aus Glasperlen, sind dort von Donnerstag bis Sonntag noch bis zum 10. Mai zu sehen. Ein lohnendes Ziel.

Elvira Gerhäuser, Jekaterina Lehmann mit ihren Töchtern Diana und Viktoria sowie Heinz Gerhäuser

Elvira Gerhäuser, Jekaterina Lehmann mit ihren Töchtern Diana und Viktoria sowie Heinz Gerhäuser

Angemerkt sei da nur noch, daß Heinz Gerhäuser, Ehrenprofessor der Universität Wladimir, bereits 2001 zusammen mit Ehefrau Elvira und in Kooperation mit den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf an seinem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen eine Ausstellung unter dem Titel „Einblicke“ gezeigt hat, u.a. mit Arbeiten von Psychiatriepatienten aus dem Krankenhaus, an dem seinerzeit Jekaterina Lehmann arbeitete. So schließen sich im Rhythmus der Freundschaft die Kreise zwischen Erlangen und Wladimir und der Fränkischen Schweiz, zwischen Sport und Kultur und Wissenschaft. Bis eben kein Blatt mehr dazwischenpaßt.

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