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Posts Tagged ‘John Stackmann’


Gestern fand landesweit in der Russischen Föderation die Aktion „Zur Arbeit mit dem Fahrrad“ statt. Mit welchem Erfolg in Wladimir? Darüber geben die Medien bisher keine Auskunft.

Aber einen zumindest gibt es, Altoberbürgermeister Sergej Sacharow, der dafür keiner besonderen Einladung bedarf. Er fährt nicht nur regelmäßig Straßenrennen, sondern setzt sich auch auf den Sattel, wenn er von der Partnerstadt aus, wo er nach wie vor wohnt, ins gut 30 km entfernte Rathaus von Susdal radelt, dessen Geschicke er als Stadtdirektor leitet.

John Stackmann und Sergej Sacharow am 7. September vor dem Erlangen-Haus

Unterdessen stritt man im Wladimirer Stadtrat darüber, ob man einen Bußgeldkatalog für die E-Roller-Fahrer einführen solle, deren Zahl beständig wachse. Zu einem Ergebnis kam die Lokalpolitik in der Sache noch nicht, zumal man erst einmal, wie der Abgeordnete Dmitrij Kuschpita einwarf, die Infrastruktur für die neuen Verkehrsmittel schaffen sollte. Mit dem zweigleisigen System – Straße und Bürgersteig – sei man nicht für die Zukunft gerüstet. Man brauche endlich auch das dritte Element: Fahrradwege, die es in Wladimir leider immer noch erst in Ansätzen gibt. Ein Grund auch, warum den Pedalen noch immer nicht trauen: zu gefährlich bei all dem Verkehr. Dabei kann es noch viel schlimmer kommen, wie vor einigen Tagen in der Kreisstadt Petuschki, wo ein 2018 aus dem Gefängnis entlassener 28jähriger Straftäter einen 59jährigen, der mit dem Rad zum Angeln unterwegs war, lebensgefährlich mit einem Beil verletzte und bei seiner Festnahme nicht einmal ein Motiv für seine bizarre Attacke angeben konnte. Einfach so, aus heiterem Himmel. Gottlob überlebte das Opfer, dem auch einige Finger abgehackt wurden. Bizarr eben.

Der gestrige weltweite Klimastreik mit Großdemonstrationen auch in Erlangen und seinen Partnerstädten Jena, Bozen, Rennes, Eskilstuna, Riverside und sogar Stoke-on-Trent blieb in Wladimir übrigens unbemerkt. Dort geht nach einem viel zu kühlen und verregneten Sommer ein bisher warmer und trockener Herbst in die jahreszeitlich übliche trübe Witterung über. Eben so, wie man es gewohnt ist. Klimawandel hin, Klimawandel her.

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Seine Schatten warf dieser Lauf schon lange voraus: Halbmarathon in Wladimir. Denn es ist nach wie vor ein formaler Prozeß abzuwickeln, bevor die Reise in die Erlanger Partnerstadt angetreten werden kann. Neuer Ausweis, ein Visum und und und… Parallel dazu läuft dazu ein anderer Prozeß ab: Training strikt nach Plan. Denn wir wollen ja mit unseren russischen Freunden mithalten können. Und so hatte ich mich entschlossen, mein Training doch wieder etwas hochzuziehen. Solange es die Knochen eben mitmachen. Mit Peter hatte ich zwar schon oft beim Training für unsere Ausdauer und bei so manchem Lauf in den Partnerstädten geschwitzt, nur nicht in den letzten, vielleicht entscheidenden Wochen vor dem HM, denn bei Peter entschied sich alles erst ganz kurzfristig. Ich dagegen hatte zwei Urlaube an der Ostseeküste in der Lübecker Bucht gute Bedingungen – alles lief nach Plan.

John Stackmann und Sergej Tschernow

Unsere Anreise klappte fast ausgezeichnet – bis auf den Abholer am Moskauer Flughafen. Schon auf der Zufahrt zeigte sich: Der Straßenverkehr hatte hier gegenüber 2013 enorm zugenommen. Am Erlangen-Haus konnten wir aufatmen und uns endlich strecken. Freundlich wurden wir von Swetlana Schelesowa und Nadeschda Sawina empfangen und konnten sogleich den überfälligen Spaziergang antreten. Auf der Hauptstraße ins Zentrum und zurück – kaum vorstellbar, daß hier übermorgen kein Reifen mehr rollte.

Aber so war es. Am Freitag hatten wir – nach Peters vielen Terminen – bereits unsere Startunterlagen geholt. Alles war perfekt organisiert. Ich stand auf dieser Liste ganz oben, welche Ehre 27 Jahre nach dem letzten Laufwettkampf hier, dem Wladimirer Golden-Ring-of-Russia-Marathon 1992!

John Stackmann

Ein schwarz-gelbes Funktionstrikot war auch im Startbeutel – nicht BVB – und ein 30%-Gutschein der Pizzeria “Papa John“. Gut, um Kohlenhydrate zu schaufeln für den Wettkampftag und sogleich von uns umgesetzt bevor es zum abendlichen Konzert ging.

John Stackmann und Peter Steger

Entlang der breiten verkehrsleeren Hauptstraße, der Laufstrecke, die wie eine Kammstraße über der Stadt thront, schlenderten wir am Samstag ab 11.30 Uhr – professionell präpariert – zum Startbereich. Da starteten gerade die 10 km, die ersten Läufer fegten wie irre los. Man konnte ihnen ansehen, daß sie das Tempo nicht lange würden durchhalten können. Bald darauf stürzte ein in gelb-schwarz gehüllter Läufer auf uns los, um uns mit überschwenglicher Freude zu begrüßen: Alexej Kruglow.

Mit den Freunden von Bodrost und Alexej Kruglow in der Bildmitte

Dann trafen wir noch mehrere vom Laufklub Bodrost, von denen auch fünf am HM teilnahmen, wie Olga Sagitowa mit Sohn Alexej und Nikolaj Petrow. Sechs Minuten nach dem um 13.15 Uhr geplanten Start ging es auch für uns los. Kurz davor war noch ein gordischer Knoten in Peters Schnürsenkeln zu lösen. Auch das gelang gerade noch.

Die 7-km-Runde, die dreimal zu laufen war, rochierte im Prinzip auf der Hauptstraße mit einigen seitlichen Schlenkern zwischen oberem und unterem Wendepunkt, zunächst angenehm abfallend, aber zurück teils anstrengend bergauf. Dafür galt es, sich genügen Körner aufzuheben. Wir hatten kurz vor dem Start die Pacemaker anhand ihrer Stern-Luftballons für 1:49 und 1:59 ausgemacht, Countdown und die gut 300köpfige Startermasse bewegte sich.

John Stackmann

Mit einigen schnellen Schritten war ich beim Luftballon-Mann. Der nahm mein Tempo auf und hielt es. 5:00 auf meiner GPS-Uhr, eben und leicht ansteigend, kurz nach der Kathedrale. Der Pacemaker taugte nicht. Nach km 1 war mir das zu schnell, ich ließ langsam abreißen, lief bei 5:08 am Erlangen Haus vorbei bis zur Wende und mit kurzen schnellen Schritten wieder bergauf, Peter abgeklatscht, nach dem Schlenker zum kleinen Stadion nahm ich ein Gel, trank erstmals und fand dann wieder bergan erst meinen Laufrhythmus bei km 6, bergan arbeiten und abwärts lange Schritte und erholen. So arbeitete ich mich langsam im Feld nach vorne, kämpfte und ließ nicht nach. Peter sah ich noch zweimal nach den beiden Wendepunkten, dann nicht mehr. Nach km 15 hatte seine Wade wieder keine Gnade, trotzdem finishte er mit seiner Willenskraft und im Finale mit Alexej Begleitung.

Aus dem Erlangen-Haus winkte mir fünfmal Nadeschda zu, Alexej war ständig präsent und brüllte “very good“ und machte Bilder und Othmar Wiesenegger, zwischenzeitlich erkrankt, war überraschend doch da und knipste, das gab Extrakraft!

John Stackmann

Mit mir lief ein Pärchen ohne Startnummern. Hat mich zwar geärgert und Kraft gekostet, aber auch gezogen. Fast bis zum Ziel, vor dem sie plötzlich aufhörten, während ich meine letzten Körner zum Zielspurt sammelte, um unter 1:55 zu bleiben. Meine Uhr zeigte 21,44 km und 1:54.43 an, offiziell waren es dann sogar nur 1:54:36. Das war’s also. Die Zwischenstation HM ist für mich demnach bei 1:52 gewesen, bei flacher Strecke doch in Richtung 1:50. Die Erlanger Ehre rettete ich als Dritter der M65. Ich war sehr zufrieden. Und Peter? Er lief nur 100m hinter seinem Pacemaker ein, schaffte die Strecke also knapp unter zwei Stunden. So gut kamen wir über die Runden!

Oberstadtdirektor Andrej Schochin und die drei Erstplatzierten in der Altersgruppe M65 mit John Stackmann

P.S.: Großes Lob an die Veranstalter mit Sergej Tschernow an der Spitze, denen es gelang, den mittlerweile dritten Wladimirer Halbmarathon nach internationalen Standards zu organisieren.

John Stackmann

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Achtung, Achtung! Letzter Aufruf. Noch bis zum 16. August nimmt die Sportredaktion des Blogs Anmeldungen zum Halbmarathon „Goldenes Tor“ in Wladimir an. Ungewöhnlicher und schneller kann man das Zentrum der Partnerstadt nicht erkunden – und in Gesellschaft von einigen Hundert wohlgelaunter Mitläufer. Der Parcours führt nämlich vom Kathedralenplatz aus an allen wichtigen Bauwerken vorbei, die nun schon zum dritten Mal als ehrwürdige Kulisse für dieses fröhliche Sportfest dienen, das natürlich auch kürzere Distanzen bietet: https://vladimir-marathon.ru

Das Team Erlangen 2017

Bei der Premiere 2017 kam auch ein Team aus Erlangen ins Ziel, freilich ohne John Stackmann, der damals aus gesundheitlichen Gründen auf den Start verzichten mußte. Heuer nun tritt der begnadete Trainer und Veranstalter des „Winterlaufs in der Brucker Lache“ nun mit einem seiner hoffnungsfrohen Schützlinge am Sonntag, den 8. September, an. Für ihn ein Wiedersehen mit alten Lauffreunden, nahm er doch bereits 1992 am „Golden-Ring-Marathon“ teil, dem Vorläufer des jetzigen Wettkampf. Vielleicht wird ja aus dem bisherigen Duo noch zumindest ein Trio. Siehe hierzu auch: https://is.gd/LiVIZM

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Den Kurs hat John Stackmann eben erst gesteckt und die Längen vermessen für die beiden Trailstrecken, die beim 19. Winterwaldlauf in der Brucker Lache am 23. März 2019 erstmals neben den traditionellen Distanzen Aufnahme ins Programm finden. Ganz im Sinne von Witalij Galkin, der heuer bereits mit am Start war und sich derzeit mit seiner Frau, Dozentin am Lehrstuhl für Philosophie und Religionswissenschaften an der Universität Wladimir, wieder in Erlangen aufhält, denn auch russische Organisatoren von Laufveranstaltungen bieten immer mehr Trails an. Für Nichtläufer: Das sind die unwegsamen Strecken über Stock und Stein, querfeldein, wo es stolpert und holpert, wo so manch einer über die Wurzeln purzeln kann, wenn man nicht trittfest ist und ein waches Auge hat.

Im Ziel: Witalij Galkin, John Stackmann und Peter Steger, gesehen von Manuela Stackmann

Aber diese Läufe entdecken – mit allen Unwägbarkeiten des Geländes – immer mehr Athleten als die Königsdisziplin für sich. Die Herausforderungen in der Brucker Lache halten sich freilich auch für Amateure im Bereich des Machbaren: Der eine oder andere Stamm im Weg läßt sich leicht überspringen oder umlaufen, und die unerwarteten Steigungen erhöhen nur den Reiz des ganz neu zu entdeckenden Waldstücks. Sehr zur Freude des Trios auf dem Jungfernlauf, der nach 50 entspannt-lockeren Minuten für neun Kilometer ein grandioses Rennen – übrigens erneut unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß – unter Wettbewerbsbedingungen verspricht, zumal auch wieder Gäste aus Wladimir kommen wollen. Die Anmeldung ist bereits möglich unter http://www.winterwaldlauf.de. Auf die Plätze, fertig, los!

Galkin

Witalij Galkin und John Stackmann beim Winterwaldlauf 2018

Nach Lektüre des Blogs schickte John Stackmann noch folgenden Kommentar:

Es war mir ein Vergnügen, den russisch-deutschen Freundschaftsexpreß diesmal als weißbärtige Lokomotive anzuführen, der über die neue zweite Runde des Trail-Laufs für 2019 mit 8,7 km dampfte und zwei Followern einheizte. Trotz winterlicher Kälte wurde es einem dadurch nicht kalt. Und die Abwechslung auf den schmalen Naturpfaden lenkte zumal von der eigenen körperlichen Anstrengung ab und motiviert und begeistert hoffentlich bei der ersten öffentlichen Aufführung am 23.03.2019. Da wird man allerdings davor schon die erste Runde mit 7,3 km hinter sich haben, die bereits 2018 als Premiere großen Zuspruch fand, wird man die Beine spüren und die Reserve einteilen, damit die gesamten 16 km gut zu überstehen sind …

Hier nochmals der Rückblick auf den diesjährigen Lauf: https://is.gd/EM1gv2

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Auch wenn die Ergebnisse zur frühen Morgenstunde noch nicht vorliegen – sicher später einzusehen unter http://www.winterwaldlauf.de -, hier doch schon ein kleiner Bericht vom gestrigen 18. Winterwaldlauf in der Brucker Lache, an dem nach einem Jahr Pause wieder ein Team aus Wladimir teilnahm.

Witalij Galkin und John Stackmann

Erstmals dabei auch Kinder, Angelina und Daniil Schazkich, die beim Lauf um den Johnny-Pokal antraten, während ihre Mutter, Olga Schazkich, die 10-km-Distanz absolvierte.

Angelina und Daniil Schazkich mit John Stackmann

Seit langer Zeit einmal wieder wurde der Lauf seinem Namen gerecht: Winterlich ging es zu bei der Null-Grad-Grenze und einem unangenehm naßkalten Ostwind, der freilich dank dem Parcours durch den Wald nur auf der kurzen Strecke vor und nach dem Ziel so richtig auf das Läuferfeld einblies.

Olga Schazkich, Olga Gorodnitschewa, Alexander Uschakow, Anton Woroschanow und Roman Tschernow

Doch der Stimmung tat das natürlich keinen Abbruch. Und auch nicht der sportlichen Leistung.

Olga Gorodnitschewa im Ziel

Alle erwachsenen Gäste aus Wladimir liefen übrigens die 10-km-Strecke, mit Ausnahme von Witalij Galkin, der am 15-km-Lauf teilnahm. Übrigens jemand mit Erlangen-Erfahrung, hatte er doch schon einmal den Philosophen und Religionswissenschaftler Jewgenij Arinin bei einer seiner Forschungsreisen hierher begleitet.

Peter Steger im Ziel

Noch eine Besonderheit des diesjährigen Wettbewerbs: Es war dies die bisher jüngste Mannschaft aus Wladimir. Also ein Wechsel auf die Zukunft des Sportaustausches, der nun so richtig gut eingelaufen ist.

Elisabeth Preuß und Peter Steger bei der Übergabe der Gastgeschenke an das Team Wladimir: Pawel Tschernow, Alexej Nikitin, Anton Woroschanow, Alexander Uschakow und Witalij Galkin sowie Olga Schazkich und Olga Gorodnitschewa

Und noch etwas war anders als in den Vorjahren. Es gab dieses Mal keinen Freundschaftspokal, sondern einen Partnerschaftsteller für das Team – aus den Händen von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, die nicht nur die zehn Kilometer gelaufen war, sondern auch die Gäste am Ende noch begrüßte. Das dann schon wieder in guter alter Tradition.

Nachtrag: Olga Schazkich hat sich in ihrer Altersgruppe W35 mit einer Zeit von 0:51:37 den ersten Platz erlaufen. Gratulation!

 

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Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens ist gestern nach fünfstündiger Stau-Fahrt vom Moskauer Flughafen Domodjedowo mit ihrer Sportdelegation – wohlbehalten, aber leider nicht vollständig – gegen 22.00 Uhr im Erlangen-Haus eingetroffen, gastlich empfangen von Irina Chasowa. Zu Hause geblieben ist mit einer Virusinfektion ausgerechnet John Stackmann, der sich in den letzten Wochen so zielstrebig auf den Halbmarathon in Wladimir vorbereitet hatte. Aber Gesundheit geht vor sportlichem Ehrgeiz. Nun werden also Gertrud Härer, Fredi und Manuel Schmidt mit Peter Steger am Sonntag ohne ihr Zugpferd auf die Strecke gehen müssen.

Susanne Lender-Cassens und ihre Delegation: Joachim Kokott, Manuel und Fredi Schmidt, Othmar Wiesenegger und Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses

Der aufmerksame Betrachter vermißt sicher auch Gertrud Härer auf dem Bild. Keine Sorge! Sie hat gestern planmäßig Wladimir per Fahrrad erreicht, zusammen mit dem Jonas Eberlein, dem Erlanger, der seit einer Woche an ihrer Seite fährt. Nur leider ist Blog https://gertrud.haerer.org „abgeschnitten“, ausgerechnet im Ziel. Nach der Reparatur gibt es dann sicher auch die Bilder zur Ankunft nach mehr als 3.000 km Radreise von Erlangen bis Wladimir. Und bestimmt vieles mehr – auch zu dem, was die Mitglieder der Delegation in den nächsten Tagen in der Partnerstadt so alles erleben werden.

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Während Gertrud Härer den Meilenfresser angeworfen hat und heute nachmittag in Wolokolamsk, gute 100 km vor Moskau, auf ihrer Solo-Radtour nach Wladimir endlich auf den Erlanger Mitarbeiter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Jonas Eberlein, trifft, mit dem zusammen sie am 7. September in der Partnerstadt einrollen möchte, um dann drei Tage später den Halbmarathon mitzulaufen, kruschtelte John Stackmann, der Chef de Mission des fränkischen Teams, mit Blick auf den Wettkampf am 10. September in seiner Photokiste und förderte beeindruckende Zeugnisse aus der Frühzeit des Sportaustausches zutage. Im Rückblick auf seine ersten Begegnungen mit den russischen Freunden erinnert sich der Ausnahmeathlet und Ausrichter des Winterwaldlaufs, an dem regelmäßig Gäste aus Wladimir teilnehmen:

John Stackmann in Wladimir mit der Startnummer 49

1991 war ich (nur) Zuschauer beim Sportfest mit Athleten aus Wladimir und Erlangen auf dem Uni-Sportplatz an der Gebbertstraße. Ich bestaunte den überlegenen Dmitrij Grischin beim Doppelsieg über 800 m und 5.000 m und unterhielt mich gut mit ihm bei der anschließenden Grillfeier. So richtig hatte die russisch-deutsche Sportfreundschaft für mich dann aber mit dem “Golden-Ring-of-Russia“-Marathon 1992 in Wladimir angefangen.

Das Läuferfeld in Wladimir

In meinem 15. Marathonjahr kam die Anfrage des Sportamts durch Ernst Bayerlein, ob wir mit einigen Athleten am Marathon in Wladimir teilnehmen könnten, mitten im heißen russischen Sommer des Jahres 1992. Pia Fischer, Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und ich nahmen diese Gelegenheit wahr. In Wladimir war ich bei Jurij Kissiljows Familie untergebracht. Jurij hatte seinerzeit über 1.500 m mit 3:35 min eine international hervorragende Zeit stehen. Aber dem auf die Funktionstüchtigkeit seiner Beine angewiesenen Laufprofi spielte das Schicksal einen schweren Streich. Er hatte sich damals eine Entzündung der Achillesferse zugezogen, die er später nicht mehr in den Griff bekam. Die wichtige Einnahmequelle aus seinen internationalen Starts im Ausland war entfallen! Jurij und seine Familie ließen es sich trotzdem nicht nehmen, mir damals den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. So fuhr er fast den gesamten Marathon im Auto in meiner Nähe, fotografierte, filmte und versorgte mich auch mit meinem Spezialgetränk.

Zeitungsbericht der EN Marathon in Wladimir

Die mit dem Marathon gestarteten 10 km hatte übrigens Jurij Michajlow gewonnen, der kurz nach dem Start schon direkt hinter der Spitze lief (im Bild des alten Zeitungsausschnitts hinter der rechten Schulter des Läufers mit Startnummer 165). Denkwürdig und gut in Erinnerung sind mir auch noch die häufigen Zusammenkünfte bzw. Tischrunden der Sportler und Funktionäre damals mit Speis und Trank. Einer hatte nämlich immer ein Aktenköfferchen dabei, das mit etlichen Flaschen Wodka gut gefüllt war. Die „sollten“ dann innerhalb der zwei Stunden alle geleert werden. Nur ich tanzte aus der Reihe, da ich schon immer keinen Alkohol trinke. Schnell hatten sich unsere Gastgeber auch auf meine vegetarische Ernährung eingestellt. Bei den Nachfragen habe ich Dmitrijs damalige Freundin und jetzige Frau Anastasia kennengelernt, die schon damals sehr am Austausch interessiert war.

Herbert Fröhlich, Rudi Kunstmann und John Stackmann nach dem Lauf im Stadion Wladimir

Herbert, der damals noch seine Fröhlich-Brauerei in Dormitz betrieb, hatte bei den Wodka-Runden eine relativ geringe Hemmschwelle. Das merkte man ihm dann nach zwei Tagen auch deutlich an. Rudi hatte sich damals in Wladimir gesundheitlich nicht so wohl gefühlt und deshalb kurzfristig auf die Teilnahme am Marathon verzichtet. Aber für mich hatte der Aufenthalt ein trauriges Nachspiel: Ich hatte mir einen Virus eingefangen (wahrscheinlich weil öfters Strom und Wasser abgestellt worden waren) und konnte dann zu Hause für ein halbes Jahr eine Lungenentzündung auskurieren.

John Stackmann mit Team und Freunden nach dem Wettkampf

Jetzt, zum ersten Halbmarathon in Wladimirs Sportgeschichte, werden mindestens 300 Teilnehmer erwartet, hoffentlich alle gesund – davor und danach. Die Sportredaktion des Blogs jedenfalls wünscht schon heute einen fairen Wettbewerb und viel Erfolg – getreu dem Motto: Keine Gnade für die Wade! – und freut sich mit John Stackmann darauf, wenn sich für ihn nach 25 Jahren ein leichtathletischer Kreis im Lebenslauf schließt.

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