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Posts Tagged ‘Johanna Großer’


Vom 28. August bis 2. September besuchte eine Delegation der Stadt Jena das partnerschaftlich verbundene Wladimir. Die Reise knüpfte an die einjährigen Kooperationsbemühungen im Bereich Gesundheit und Pflege an und war eingebettet in einen mehrjährigen, lebendigen Austausch. Angeführt wurde die Delegation von Norbert Hebestreit, Pflegewissenschaftler am Universitätsklinikum Jena, begleitet von Iwan Nisowzew, Vorstand der Eurowerkstatt Jena e. V., Johanna Großer, Studentin am Institut für Slawistik, Dagmar Kunze, stellvertretende Leiterin der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena, sowie Andreas Dippl, Bereichsleiter für Pflege und Soziale Dienste beim Deutschen Roten Kreuz Jena-Eisenberg-Stadtroda. Ebenfalls mit im Reiseteam – Ramona Schumacher, Sektionsleiterin Pflegewissenschaft am Koch-Metschnikow-Forum Berlin, begleitet von ihrem Mann Bernd.

Ziel des Besuches war die Weiterentwicklung der Kooperation zwischen der Berufsschule für Gesundheitsfachberufe Wladimir und den eingebundenen deutschen Partnerinstitutionen. Im Mittelpunkt der Kooperationsabsichten stehen Austauschprogramme für Schüler, Fach- und Lehrkräfte beider Schulen und angebundener Kliniken sowie gemeinsame Forschungsprojekte im niedrigschwelligen, drittmittelgeförderten Bereich. Entsprechend der vorgenannten Felder potentieller Projekte der Zusammenarbeit stellten die Gastgeber ein umfassendes Angebot an Besichtigungen fachlich unterschiedlich ausgerichteter Kliniken und Versorgungszentren zusammen. Hierzu zählen die Städtische Klinik für Notfall- und Unfallversorgung (Rot-Kreuz-Krankenhaus), das Zentrum für Tuberkuloseprävention und -behandlung, das Regionale klinische Onkologiezentrum sowie das Regionale Zentrum für Transfusionsmedizin. Neben dem fachlichen Austausch mit den jeweiligen leitenden Medizinern und Pflegekräften wurden auch Perspektiven des Austauschs von Fachleuten zu Hospitationszwecken eruiert und gegenseitige Fragen zum Schwerpunkt Fachausbildung erörtert.

Empfang im Rathaus mit Olga Dejewa

Von besonderer Bedeutung war der Empfang durch Oberbürgermeisterin Olga Dejewa im Rathaus, begleitet von der Leiterin des Roten Kreuzes, Olga Antropowa, und von Jelena Gusjewa, Vorsitzende des Euroklubs, einer Partnerorganisation der Eurowerkstatt Jena e. V. im Bereich Jugendaustausch. Frau Dejewa betonte ausdrücklich das Interesse ihrer Stadt an einem Auf- und Ausbau der Kooperationen zwischen Wladimir und Jena insgesamt und insbesondere im Bereich Gesundheit und Pflege, da die fachlichen Voraussetzungen und die zukünftigen Herausforderungen auf russischer wie auch auf deutscher Seite gleichermaßen hoch seien.

Norbert Hebestreit

Diesen Gedanken vertiefend, fand in der einladenden Berufsschule für Gesundheitsberufe unter Leitung der Direktorin, Inna Morosowa, die erste gemeinsam vorbereitete wissenschaftlich-praktische Fachkonferenz statt. Diese Tagung erwies sich aus fachlicher und kooperationsbezogener Sicht zweifellos als der Höhepunkt der Delegationsreise: aus beiden Ländern wurden Bildungsstandards, Curricula der unterschiedlichen Ausbildungsberufe und wissenschaftliche Projekte der Pflege- und Gesundheitsfachberufe präsentiert und als Impuls für einen intensiven – sprachmittlerisch herausfordernden – Fachdialog aufgegriffen. Die im Kreis der Fachkonferenz unter Pädagogen geführten Diskussionen setzte der kleine Kreis der Kooperationsentwickler – also die Leitungsebene der beteiligten Einrichtungen – im Hinblick auf zentrale Themen der zukünftigen Zusammenarbeit fort.

Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, und Norbert Hebestreit

Neben den fachlichen und kommunalpolitischen Programminhalten wurden die Delegationsmitglieder erneut Zeugen der ausgeprägten Gastfreundschaft und hohen Wertschätzung durch die Gastgeber. Ein den Arbeitsteil weit umspannender, kultureller und kulinarischer Anteil des Gesamtprogrammes führte die Teilnehmer gemeinsam mit den russischen Kollegen unter anderem nach Susdal, der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Ringes, zu den architektonischen Denkmälern der Stadt Wladimir und an den neu erbauten und zum diesjährigen Stadtfest eingeweihten musikalischen Springbrunnen – magnetischer Anziehungspunkt für die gesamte Stadtbevölkerung.

Ausflug nach Susdal

Diese Mischung aus fachlichem Austausch, freundschaftlicher Begegnung und kultureller Erfahrung hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Mitreisenden und ist zugleich Impulsgeber für die Zukunft der Zusammenarbeit beider Städte.

Inna Morosowa und ihre Gäste aus Jena

Die Reise fand im Rahmen des Jahres der Deutsch-Russischen kommunalen und regionalen Partnerschaft 2017/18 statt, wurde gefördert durch die Stadt Jena, die Stiftung West-Östliche-Begegnungen e. V. und das Koch-Metschnikow-Forum Berlin e. V. und organisatorisch vorbereitet, begleitet und nachbereitet durch die Eurowerkstatt Jena e. V.

Dr. Norbert Hebestreit, Delegationsleiter, Johanna Großer, Programmkoordination, Iwan Nisowzew, Delegationsleitung

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Nun ist der Jugendaustausch beendet

Vom 20. bis 27. April fand in Jena im Rahmen des Partnerschaftsdreiecks Jena-Wladimir-Erlangen, ein Jugendaustausch statt. Für die Vorbereitung und Durchführung der Begegnungen waren die ÜAG Jena GmbH und der Euroklub Wladimir zuständig, die Euro-Werkstatt Jena e.V. unterstützte sie. Die Jugenddelegation bestand aus Mitgliedern des Euroklubs, Schülern des Gymnasiums Nr. 35, Studentinnen der Berufsfachschule für Pflegeberufe und der Staatlichen Universität. Finanziert wurde der Austausch durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch im Rahmen des „Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaft 2017/2018“ (www.russlandpartner.de).

Nikolaj Kaplenko, 2. v.l. sowie Frederick Mathol, Cornelia Bartlau und Iwan Nisowzew, rechts im Bild

Während der Zeit in Deutschland berichteten die Besucher den Schülern der Staatlichen Berufsbildenden Schule (SBBS) für Gesundheit und Soziales von ihrer Heimatstadt Wladimir. Sie besuchten die Friedlich-Schiller-Universität mit einer Präsentation über Wladimir, besichtigten das Universitätsklinikum Jena sowie das Altersheim des Roten Kreuzes. Auf dem Programm stand auch ein Besuch des KZ Buchenwald. Außerdem pflanzten sie 250 Bäume in der Nähe der Stadt Jena. Selbstverständlich kam auch das Treffen mit der deutschen Jugend und internationalen Freiwilligen nicht zu kurz.

Deutsch-russische Graffiti-Wand in Jena

Wir hoffen, den Gästen hat die Reise gefallen, und sie nehmen nicht nur Souvenirs mit nach Hause, sondern auch viele schöne Eindrücke. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch und die Fortsetzung des Austausches!

Partnerschaft – unsere Zukunft

Wir hatten es kaum geschafft, die Jugendgruppe aus Wladimir zu verabschieden, als schon Jelena Guskowa, die Vorsitzende des Euroklubs, gemeinsam mit Schülern und Studenten nach Jena kam.

Diskussionskreis

Diese Gruppe hielt sich vom 29. April bis zum 01. Mai in Jena auf. Für sie wurde eine Stadtführung sowie ein Kennenlernen mit der deutschen Kultur organisiert. Die Exkursion wurde von den Freiwilligen und dem Leiter der Euro-Werkstatt Jena e.V., Iwan Nisowzew, durchgeführt. Die russischen Gäste brachten den deutschen Jugendlichen süße Geschenke aus ihrem Heimatland mit. Sie hoffen auf eine weitere Zusammenarbeit der Partnerstädte und freuen sich auf deutsche Gäste in Wladimir.

Willkommen und Abschied

Diese Reise verlief unter der Devise „Partnerschaft – unsere Zukunft“ und fand im Rahmen des „Deutsch-Russischen Jahres lokaler und regionaler Partnerschaften 2017/2018“ (www.russlandpartner.de) statt. Das Projekt wurde durch den Euroklub Waldimir und seine Partnerorganisationen in Jena, die Euro-Werkstatt e.V. und die ÜAG GmbH Jena, unterstützt durch die Stadtverwaltung Jena, durchgeführt.

Nikolaj Kaplenko, Übersetzung: Johanna Grosser

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Austausch und voneinander Lernen – unter dieser Prämisse fand vom 23. bis zum 27. Oktober ein Delegationsbesuch aus Wladimir in Jena statt. Die Gruppe bestand aus Inna Morosowa, Direktorin der Medizinischen Fachschule, Natalia Uschakowa, Abteilungsleiterin der Krankenpflege an der Fachschule, und Julia Arsenina, stellvertretende Direktorin vom Department für Gesundheitswesen des Wladimirer Gouvernements.

Empfang bei Oberbürgermeister Albrecht Schröter

Die Gäste kamen auf Einladung von Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der das Trio persönlich begrüßte und bei einer kleinen Führung die Stadt zeigte. “Das russische Gesundheitssystem ist hoch entwickelt. Von einem kontinuierlichen Dialog können beide Städte profitieren. Eine Zusammenarbeit ist also wünschenswert”, betonte er. Wie diese aussehen kann, sollte nun in Sondierungsgesprächen ausgelotet werden.

Jena pflegt seit zehn Jahren eine partnerschaftliche Verbindung zu Wladimir. Eine Besonderheit durch die Dreiecksbeziehung mit Erlangen, geprägt von regelmäßigem Austausch und Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Gebieten wie der Jugend- und Frauenarbeit, in der Verwaltung sowie auf kultureller Ebene.

Stadtführung mit Iwan Nisowzew

Die Partnerschaft soll nun um den Bereich Gesundheitswesen und Pflege ergänzt und bereichert werden. Insofern stand bei diesem Besuch vor allem ein avisiertes Kooperationsvorhaben zwischen dem Bereich Pflegebildung am Universitätsklinikum Jena (UKJ) und der staatlichen Berufsschule für Medizinische Fachberufe in Wladimir im Mittelpunkt. Aber auch eine Zusammenarbeit mit der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena (SBBS) sollte ausgelotet werden. Neben dem gegenseitigen Interesse an gemeinsamen Fachthemen zur schulischen und außerschulischen Ausbildung geht es darüber hinaus darum, gemeinsame Aktivitäten wie Studienreisen oder bilaterale Forschungsarbeiten vorzubereiten. Mögliche Themenfelder sind historische Fragen im Kontext der Gefangenschaft Deutscher in russischen Lazaretten oder das große Thema Robotik und Telemedizin in der Pflege. Außerdem besteht großes Interesse an einem fachlichen Austausch über curriculare Fragen im Kontext der jeweiligen Ausbildungsangebote und -standards in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen.

Während ihres Besuchs trafen sich die Gäste mit Arne-Veronika Boock, Pflegedirektorin und Norbert Hebestreit, leitender Pflegewissenschaftler am UKJ, der bereits im Februar Gelegenheit hatte, in Wladimir die ersten fachlichen Kontakte zur Gesundheitsfachschule knüpfen zu können. Gemeinsam mit Iwan Nisowzew, Vorstand des Vereins Eurowerkstatt Jena e.V. und aus Wladimir stammend, hat der promovierte Pflegewissenschaftler den Kooperationsbesuch vorbereitet. Für beide ist es besonders wichtig, eine Zusammenarbeit mit gegenseitigem Nutzen aufzubauen. Beide Partner sind auf unterschiedlichen Gebieten spezialisiert und an den gegenseitigen Erfahrungen interessiert. Der Verein Eurowerkstatt Jena e.V. koordiniert mehrere Programme im Bereich internationaler Jugend- und Bildungsarbeit. Aus diesem Grund wurde von den Vereinsmitgliedern das ausgerufene Deutsch-Russische Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 mit großem Enthusiasmus aufgegriffen und der Delegationsbesuch in diesen Kontext gestellt.

Regina Halbfinger, Anastasia Owtscharow, Martina Berrocal, Johanna Großer, Iwan Nisowzew, Inna Morosowa, Ramona Schumacher, Natalia Uschakowa, Norbert Hebestreit, Julia Arsenina, Janine Tavangarian, Arne-Veronika Boock und Albrecht Schröter

Auch ein Besuch an der SBBS stand im Programm. Hier trafen die russischen Gäste auf Dagmar Kunze, kommissarische Leiterin der Schule, und ihre Lehrerkolleginnen und Schüler unterschiedlicher Ausbildungsberufe. In Unterrichtsvisiten, Besichtigungen der Lehrkabinette und Skills-Labs sowie insbesondere in vielen fachlichen Gesprächsrunden gab es umfangreiche Gelegenheiten zur Sondierung möglicher Themen für eine weiterführende Zusammenarbeit und zum persönlichen Kennenlernen.

In den Gesprächen wurde deutlich: Auch wenn 2.200 km zwischen den beiden Städten liegen, sind die Herausforderungen im Pflegebereich doch sehr ähnlich. Der Fachkräftemangel macht sich verstärkt bemerkbar, und dadurch wird es immer wichtiger, Gesundheitsfachberufe wettbewerbsfähig zu halten. „Es ist für uns sehr interessant zu sehen, wie in Jena und in Deutschland gearbeitet wird“, sagt Julia Arsenina. Ein Austausch über mögliche Lösungsansätze sowie über den Pflegealltag, die Pflegeorganisation und die bestehenden Prozesse im Allgemeinen kann einen Mehrwert in Form von neuen Lösungsansätzen für beide Seiten bringen. Für Jena ist zum Beispiel das Berufsbild des sogenannten “Feldschers” interessant, einer Position, die zwischen den Ärzten und dem Pflegepersonal angesiedelt ist und eigene Sprechstunden abhält. Ein Haupteinsatzgebiet im russischen Gesundheitswesen liegt in der medizinischen Prophylaxe und der medizinischen Grundversorgung.

Iwan Nisowzew, Regina Halbfinger, Kati Egerland, Anastasia Owtscharow, Natalia Uschakowa, Julia Arsenina, Johanna Großer, Inna Morosowa und Norbert Hebestreit

Aber auch das breite Spektrum der außerschulischen Arbeit ist für die Jenaer Seite von großem Interesse. Wladimir wiederum interessiert sich besonders für die Begegnung von pädagogischen Fachkräften zum intensiveren fachlichen und curricularen Austausch sowie für die umfassende Untergliederung der unterschiedlichen Gesundheitsfachberufe, wie zum Beispiel für das Berufsbild des „Heilerziehungspflegers“.

Das Kooperationsvorhaben und insbesondere die damit verbundenen fachlichen Austauschprogramme werden durch das Koch-Metschnikow-Forum e. V. inhaltlich und ideell intensiv unterstützt. Der Verein fördert deutsch-russische Projekte im Bereich Medizin und Pflege. Ramona Schumacher, Sektionsleiterin Pflege / Pflegewissenschaft und langjährige Pflegemanagerin, war aus diesem Grund ebenso in Jena zu Gast, um aus ihren umfangreichen Erfahrungen im Kontext vergleichbarer Projekte Ideen und Anregungen zu geben und als Expertin insbesondere für russisch-deutsche Pflegebildungsprojekte zur Verfügung zu stehen.

Johanna Großer, Regina Halbfinger, Julia Arsenina, Ann-Kathrin Nefe-Schneider, Inna Morosowa, Anastasia Owtscharow, Uta Mayer, Iwan Nisowzew, Norbert Hebestreit, Dagmar Kunze und Natalia Uschakowa

Sprachmittlerisch vorbereitet und begleitet wurde der Delegationsbesuch von den Studentinnen Regina Halbfinger, Johanna Großer und Anastasia Owtscharow vom Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität, die im Rahmen eines studentischen Praktikums im Vorfeld der Besuchswoche erforderliche Übersetzertätigkeiten vorgenommen und während aller Termine als Dolmetscherinnen gearbeitet haben. Die Studierenden wurden angeleitet durch die Dozentin und Praktikumsbeauftragte des Instituts, Martina Berrocal.

Neben den finanziellen Mitteln der Stadt Jena und der beteiligten Kooperationspartner wurde der Delegationsbesuch finanziell unterstützt durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen (WÖB), deren Zweck es ist, Austauschprojekte zwischen Deutschland und den östlichen Partnerländern zu fördern. Andere Projekte innerhalb der Verbindung Jena – Wladimir wurden bereits durch die Stiftung finanziert. Insofern ist es besonders erfreulich, nun auch für Vorhaben im Bereich Gesundheit und Pflege Mittel zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Die Gäste verbrachten vier Arbeitstage in Jena. Es wurden viele fachliche Gespräche geführt, persönliche Kontakte hergestellt und gemeinsam Kultur erlebt. Das Wichtigste aber: Man schmiedete bereits konkrete Pläne für die Zukunft. Zunächst wollen die Partner in Telekonferenzen die gemeinsamen Arbeitspakete besprechen und verhandeln, um dann auf beiden Seiten an konkreten Schritten zur Umsetzung der Kooperation arbeiten zu können. Dem folgt eine Delegationsreise der deutschen Seite im folgenden Jahr – die Einladung dazu nach Wladimir wurde bereits ausgesprochen.

Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew

Kontakt: russisch@eurowerkstatt-jena.de

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Im Partnerschaftsdreieck Erlangen – Jena – Wladimir gibt es seit Mittwoch eine neue treibende Kraft, von der man getrost viele Impulse für das deutsch-russische Zusammenwirken erwarten darf. Das Manifest der Deutsch-Russischen AG hat exklusiv für den Blog ihr Mitbegründer, Iwan Nisowzew, verfaßt, der schon in seiner Zeit als Student in Wladimir an der dortigen Universität einen internationalen Klub ins Leben gerufen hatte.

Drei Studentinnen vom Institut für Slawistik und Kaukasiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die neben anderen Sprachen auch Russisch lernen, kamen vorgestern im Büro der Euro-Werkstatt Jena e.V. am Löbdergraben 28 zusammen, um sich Gedanken über das fünfmonatige Praktikum zu machen, währenddessen an dem Projekt der gerade neuentstehenden Partnerschaft zwischen dem Universitätsklinikum Jena und der Medizinischen Berufsschule Wladimir gearbeitet wird. Ein Delegationsbesuch aus Wladimir ist in Jena für den Oktober geplant. Die Koordination des Programms übernimmt die Deutsch-Russische Arbeitsgruppe von der Euro-Werkstatt: Anja Kulakowa, Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew haben schon viele Vorgespräche und Absprachen in der Sache hinter sich. Die Idee der Kooperation und eines Delegationsbesuches aus Wladimir nimmt allmählich Gestalt an, hat sich bereits als ein Projekt bei der Stiftung West-Östliche-Begegnungen und der Stadtverwaltung Jena etabliert und findet immer mehr Interesse in der Öffentlichkeit. Ab jetzt aber soll es richtig losgehen. Mit viel neuer Kraft, jeder Menge Ideen und großer Motivation starten Johanna Großer, Anastasia Owtscharow und Regina Halbfinger unter Betreuung durch die Dozentin des Instituts für Slawistik, Martina Berrocal, ihren Weg über das weite Feld der deutsch-russischen kommunalen Beziehungen.

Iwan Nisowzew, Anna Kulakowa, Anastasia Owtscharow, Johanna Großer und Regina Halbfinger

Auf dem Tisch liegen mehrere Listen von Aufgaben, Personen, Terminen. Organigrammen, Bildern, Grafiken, Tabellen. Man nimmt die Sache ernst. Ende Oktober sollen Vertreterinnen der Gesundheitsbehörde der Region Wladimir, die Direktorin der Medizinischen Berufsschule und ihre Stellvertreterin, nach Jena kommen. Es braucht ein Programm, wo alles reibungslos läuft, weil in fünf Tagen vieles geplant ist: Besuche am Universitätsklinikum, an der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales,  an der Ernst-Abbe-Hochschule, ein Empfang der Stadtverwaltung… Bei all diesen wichtigen Terminen stehen Fachgespräche, Vorträge, Führungen an, das Thema Pflege und Pflegebildung im Vordergrund. Das fachbezogene Dolmetschen insbesondere im medizinischen Bereich ist nicht gerade die einfachste Übung. Deswegen beginnt die Vorbereitung schon jetzt und soll in den nächsten Monaten über Textarbeit und Übersetzen bis hin zum Dolmetschen beim Besuch und bei der Nachbereitung laufen. Dabei werden vielleicht auch die Lateinkenntnisse endlich einmal gut zu gebrauchen sein. Jedenfalls sind die Slawistik-Studentinnen mit ihren vielfältigen Sprachkenntnissen da gerade richtig im Projekt.

Neben den Praktika bietet der Verein Euro-Werkstatt Jena seine zahlreiche Möglichkeiten und Netzwerke. Auch die Themen und Programme der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch oder des Deutsch-Russischen Forums kommen hier zum Zug. Die guten Kontakte zum „Euroklub Wladimir“ und zur Staatlichen Universität Wladimir wecken zusätzlich das Interesse der Slawistik-Studentinnen. Allen Studenten steht ja ein Auslandssemester bevor. Es geht aber auch nicht nur um die Partnerschaft mit Wladimir, sondern generell rund um Russisch und auch andere europäische Sprachen. Denn nicht umsonst ist die Euro-Werkstatt Jena eine anerkannte Einsatzstelle und koordinierende Organisation für die Europäischen Freiwilligendienste im Programm ERASMUS+. Und natürlich kommen in diesem September wieder neue europäische Freiwillige nach Jena, die dann zum 3. Oktober auch in Begleitung der Slawistik-Studentinnen in Erlangen erwartet werden.

Dann wünschen wir den neu startenden Lotsinnen stets guten Wind in die Segel, denn die Partnerschaft braucht mehr denn je Pflege.

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