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Posts Tagged ‘Joachim Adamczewski’


Das Erlanger Ensemble „Vocanta“ pflegt einen Austausch mit dem Kammerchor „Raspew“ in Wladimir und besuchte nun vom 28. Mai bis 2. Juni bereits zum dritten Mal die Partnerstadt. Gleich nach der Ankunft am Moskauer Flughafen Domodjedowo wurden wir von Deutsch-Studenten herzlich begrüßt und zum von der Stadt Wladimir gestellten Bus begleitet. Dieser schipperte uns durch den Moskauer Feierabendverkehr und an unzähligen Baustellen vorbei.

Plakat Vocanta in Wladimir

Auch wenn es unterwegs so schien, als würde die Fahrt nie enden wollen, waren wir irgendwann doch am Erlangen-Haus in Wladimir angekommen. Dort wurden wir von Irina Chasowa herzlich begrüßt und auf unsere Gastfamilien aufgeteilt. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde, verbrachten wir den Rest des Abends gemütlich bei den Freunden zu Hause.

Frühstück für die im Erlangen-Haus untergebrachten Chormitglieder

Am nächsten Morgen besuchten wir das Kloster Bugoljubowo. Auch für alle, die das Kloster schon kannten, war der Ausflug ein Erlebnis mit den vielen Ikonen, die den Innenraum der Kirche schmücken. Die dort lebenden Nonnen unterliegen der Schweigegelübde, aber eine Schwester durfte uns dann doch etwas zu dem Marienbild erklären. Leider sprach sie zu leise, weshalb nur wenige ihr sehr gutes Englisch verstanden.

Bogoljubowo

Auch die kleine, viel ältere „Urkirche“ besuchten wir. In ihr wird wohl nicht mehr Gottesdienst gefeiert, sie scheint vor allem für neugierige Touristen wie uns geöffnet zu sein. Vor diesem Gotteshaus stellten wir uns auf und sangen im stürmenden Wind „Alta trinita beata“ und „Domine, ad adjuvandum me“.

Züchtig-zünftig gekleidet für den Klosterbesuch

Anschließend nutzten wir die Gelegenheit, bei schönstem Sonnenschein den kurzen Weg zu dem Kirchlein „Mariä Schutz und Fürbitte“ zu gehen. Herrlich, über die sumpfigen Wiesen zu blicken, wo der Wind die Gräser heftig bog, wunderbar die Wallfahrtsstätte zu erreichen und anzusehen! Einige der Wladimirer Chorfreunde, die uns auf diesem Ausflug begleiteten, verrieten uns, wer im Leben viel Glück haben und seine Jugend erhalten wolle, müsse dreimal um das Gotteshaus herumlaufen. Man könnte die Reaktion auf diesen Hinweis als kleine Völkerwanderung bezeichnen…

Freiluftkonzert Vocanta

Zum Mittagsimbiß brachte man uns wieder nach Wladimir zurück, und danach trafen wir uns zu einer dringend nötigen Probe. Hierfür hatten die Verantwortlichen im Erlangen-Haus alles möglich gemacht, um uns den Saal für ein Maximum an Zeit zur Verfügung zu stellen. Dies erlaubte uns ein intensives und ungestörtes Singen, das unsere Vorfreude auf die bevorstehenden Konzerte erheblich steigerte.

Isa und Joachim Adamczewski vor dem Hintergrund von Bogoljubowo

Vorläufig aber waren wir Ehrengäste im Konzert der Solisten des Chores Raspew. Gebannt und fasziniert lauschten wir den großartigen Stimmen, begleitet am Klavier. Musikalisch abgerundet wurde das Konzert von einem hervorragenden Violinisten im Zusammenspiel mit einer Pianistin. Leider nutzen uns die einführenden und erklärenden Worte von Maria wenig, weil wir sie alle nicht (oder viel zu wenig) verstanden. Gerührt beobachteten wir, wie Leute aus dem Publikum anschließend einzelnen Solisten Blumen überreichten – so etwas kennen wir allenfalls aus der Oper.

Solistenkonzert unter Leitung von Natalia Kolesnikowa

Anderntags hatte das Wetter umgeschlagen: Der Wind wehte noch immer heftig, und es war spürbar kälter. Der Kaltlufttropfen aus der Arktis war in Wladimir angekommen. Im Bus nach Murom war davon allerdings nichts zu spüren. Dort durften wir in der Musikfachschule unser erstes Konzert singen. Begleitet vom Tosen des Windes vor den Fenstern, trugen wir unser weltliches und geistliches Programm vor und ernteten schiere Stürme der Begeisterung. Spaß hatte es gemacht, und es war toll, so einen Jubel zu erleben!

„Bei Betreten des Klosters darf die Frau keine Männerkleidung, sondern muß vielmehr ein Kleid (einen Rock) und auf dem Kopf ein Tuch (einen Schal) tragen. Männern ist das Betreten in kurzen Hosen verboten.“ Gesehen von Peter Steger in Murom.

Beim Verlassen der Musikfachschule bemerkten wir, daß während des Konzertes der Wind einen Baum um- und auf die Musikschule geworfen hatte, glücklicherweise ohne großen Schaden anzurichten.

Vocanta und ihr Wladimir-Bus

Nach einem ausgiebigen Mittagessen waren wir gestärkt für die Führung in Murom, ein ganz altes, aber ziemlich kleines Städtchen. Wieder durften wir verschiedene Kirchen und Klöster besuchen, darunter eines, in dem noch Brot nach einem Rezept aus dem 16. Jahrhundert gebacken wird. Das wollte natürlich probiert werden: Es erinnert an Milchbrötchen oder auch an Martinswecken. Ein Abstecher an die Oka zeigte uns einen beeindruckenden, riesig breiten Fluß mit heftiger Strömung, auf den Ilja Muromez eine ganzjährig gute Aussicht hat. Er steht als denkmalgewordener Märchenheld an der Stelle des ehemaligen Kreml. Dann war es  auch schon Zeit, wieder nach Wladimir zurückzufahren.

Natalia Kolesnikowa und Natalia Dumnowa

Der 31. Mai, ein Donnerstag, begann gemütlich mit einem freien Vormittag. Sightseeing oder Shopping waren angesagt, für manche tat es aber auch nur ein Kaffee in gemütlicher Runde, bis es Zeit für die Probe wurde, nach der uns wieder ein üppiges Mittagessen erwartete, von dem der Ranzen fast ein wenig zu voll war für das folgende Konzert. Aber die Aufregung macht einen so etwas Banales völlig vergessen. So gaben wir unser gemischtes Programm ein weiteres Mal zum Besten.

Joachim Adamczewski

Obwohl wir subjektiv den Eindruck hatten, nicht so schön gesungen zu haben wie in Murom, applaudierten und jubelten auch die Wladimirer Konzertbesucher, lobten uns und unseren „Meister“, Joachim Adamczewski, über den grünen Klee, und er bekam ein Bild einer russischen Winterlandschaft geschenkt.

Joachim Adamczewski und Natalia Kolesnikowa

Der Rest des Abends war dem „Bankett“ gewidmet: Festlich gedeckte Tische, die sich unter der Last der Speisen und Getränke bogen, zeigten einmal mehr russische Gastfreundschaft. Viele zu Herzen gehende Trinksprüche (glücklicherweise mit kompetenter Übersetzung) leiteten den ausgelassenen, lustigen Abend ein: Ein Geburtstagsständchen für Sascha, der sich bei uns dafür bedankte, wegen seines Geburtstages eine so weite Reise auf uns genommen zu haben, Volkslieder, die unsere Gastgeber zu den Klängen einer Harmonika darboten, Tanz und übersprudelnde Fröhlichkeit, wo man hinsah. Wie schön, diese Verbundenheit so stark zu spüren!

Festmahl nach dem Konzert

Als verantwortungsbewußte Chorleiterin setzte Natalia Kolesnikowa dem Fest gegen 22.00 Uhr ein Ende, mußten wir doch anderntags früh aufstehen und abends in Moskau ein letztes Konzert geben.

Ankündigung des Konzerts in Moskau

Alle versammelten sich brav am Freitag pünktlich am Bahnhof in Wladimir, und auch unsere Freunde von Raspew waren, soweit möglich, alle da. Sie geleiteten uns zum Zug und winkten, bis wir einander nicht mehr sehen konnten. Ob sie wohl bald einmal wieder nach Deutschland kommen werden und wir ihnen einen ähnlich komfortablen Aufenthalt bereiten können, wie sie uns? Das war sicher ein Gedanke, der viele von uns auf der Fahrt begleitete.

Vocanta vor dem Hintergrund der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau

Keine zwei Stunden später waren wir schon in Moskau. Dank ortskundiger Chormitglieder fanden wir unser Hotel schnell und unkompliziert und starteten gleich anschließend zum Sightseeing. Wie riesig Moskau ist, merkte man schnell an den brennenden Füßen. Beizeiten zurück ins Hotel, Chorkleidung schnappen und gleich wieder los zur evangelischen Peter-und-Paul-Kirche, wo die Kulturabteilung der Deutsche Botschaft unter Federführung von Marina Isjumskaja (herzlichen Dank an sie für die perfekte Vorbereitung!) ein Konzert für uns organisiert hatte. Das zentrumsnah gelegene Gotteshaus erwies sich als echte Überraschung, ist es doch nicht im russischen, sondern eher im europäischen Stil gebaut. Außerdem ist es enorm groß, eine riesige Halle mit viel Hall.

Vocanta vor St. Peter und Paul in Moskau

Wir probten kurz in der Kirche, bevor wir uns in einem Aufenthaltsraum, der quasi im Keller der Kirche lag, zu sammeln und zu konzentrieren versuchten. Nach den bisher moderierten Konzerten war es ganz ungewohnt geworden, nach einem gedruckten Programm zu singen. Aber es gelang, und wenn es auch nicht die Begeisterungsstürme gab, die wir in Murom und Wladimir erlebt hatten, kamen doch viele aus dem Publikum auf uns zu, um uns zu sagen, wie gut ihnen der Auftritt gefallen habe – auch sehr schön.

Auftritt Vocanta in St. Peter und Paul zu Moskau

Wir fuhren zurück zum Hotel, von wo aus sich verschieden große Grüppchen zu diversen Restaurants aufmachten, um zum Essen zu gehen. Damit war auch der letzte Abend schon vorbei.

Am Zubringer zum Flughafen

Die Fahrt zum Flughafen und der Rückflug am Sonntag verliefen problemlos. Dann hieß es rasch, sich wieder im Alltag zurechtzufinden. Wir alle sind voller guter Erinnerungen an Herzlichkeit, Frohsinn und absolut bedingungslose Gastfreundschaft, voller Erfahrungen, von denen wir noch lange zehren werden.

Text Isa Adamczeski, Bilder Vocanta und Wladimir Fedin

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Gefeiert hat Joachim Adamczewski seinen 60. Geburtstag bereits am 20. Dezember, aber gestern lud er dann zum großen Fest ins Logenhaus mit nach unten gerundeten 120 Gästen und einem von Sohn Jakob großartig zusammengestellten Programm, zu dessen Gelingen auch die a-cappalla-Aufführung von Helmut-Haberkamm-Gedichten gehörte, in erstaunliche Töne gesetzt von Gerald Fink und aufgeführt von Vocanta in seiner immer wieder überwältigenden Sangeslust und Stimmenkunst.

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde, November 2016

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde, November 2016

Gegen Ende der Feier dann ein musikalischer Geburtstagsgruß aus Wladimir, genauer von Alexander Sneschin und seinem Mädchenchor, der – die Vorfreude darf beginnen! – in der letzten Aprilwoche wieder nach Erlangen kommt. Das Ensemble, dieses Mal verstärkt durch zwei Knaben, präsentiert die russische Variante von „Hoch soll er leben“ mit dem Wunsch für noch viele gesunde, glückliche und erfolgreiche Jahre. Aber hören Sie selbst – mit ein wenig Geduld, denn es sind – wenn Sie auf das blau unterlegte скачать klicken, gute 130 MB hochzuladen, die es freilich in sich haben: https://is.gd/I84T9m.

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Alle zwei Jahre nur wird er vergeben, und mit satten 10.000 Euro ist er dotiert, der Kulturpreis der Stadt Erlangen, mit dem gestern Oberbürgermeister Florian Janik im prächtig restaurierten Saal von „Kreuz und Quer“ den Chor Vocanta für drei Jahrzehnte eines einzigartigen musikalischen Schaffens auszeichnete. Gewürdigt wurde damit auch ein Ensemble, das dank seinem Zusammenwirken mit dem Kammerchor Raspew aus Wladimir seit 2006 bei gemeinsamen Konzerten sein deutsch-russisches Publikum beglückt.

Vocanta mit Joachim Adamczewski, Florian Janik, Dieter Rossmeissl und Jörg Krämer

Vocanta mit Joachim Adamczewski, Florian Janik, Dieter Rossmeissl und Jörg Krämer

Bei Vocanta ist alles stimmig, bei dem Chor stimmt alles, das Ensemble nimmt alle für sich ein, Kenner wie Laien. Das kann nicht nur an der streng geschulten Stimmbildung, der künstlerischen Disziplin, der stupenden Vielfalt des Repertoires liegen. Da ist mehr am Werk. Vielleicht etwas, wovon Anton Tschechow in seiner Erzählung  Krankensaal Nr. 6 schreibt: „Es ist wahr, wir haben Bücher, doch diese geben uns nicht dasselbe wie ein lebendiges Gespräch und der geistige Austausch… So sind Bücher mit Noten zu vergleichen, aber ein Gespräch – mit Gesang.“ Vielleicht liegt tatsächlich in dieser unprätentiösen Wendung das Geheimnis von Vocanta: in der Hinwendung des Chors zum Publikum, wo Gesang zum Gespräch wird.

Vocanta mit Joachim Adamczewski und Florian Janik

Vocanta mit Joachim Adamczewski und Florian Janik

Aber auch das trifft noch nicht den Zauber, der jedem Auftritt von Vocanta innewohnt. Da ist noch eine andere Dimension, eine spirituelle Ebene – wie in einer Ikone, geschaffen, um dem Menschen einen Blick ins Reich der jenseitigen Dinge zu gestatten, wie in einem Bild, das den Ausblick in den Himmel öffnet, gerade weit genug, um eine Ahnung zu bekommen von dem, was einen dort erwartet. Mehr – so die Botschaft – würden wir ohnehin nicht verkraften.

Vocanta mit seinem Leiter Joachim Adamczewski

Vocanta mit seinem Leiter Joachim Adamczewski

Wie das bei Vocanta gelingt, hat sicher auch mit der Wahl der Werke zu tun, die in kluger Folge vom strahlenden Gotteslob des Bach-Schülers Gottfried August Homilius über Robert Schumanns changierende Lieder „An die Sterne“ und „Ungewisses Licht“ bis zu dem tektonisch so vielgestaltigen „Alleluia“ des zeitgenössischen Komponisten Eric Whitacre aus den USA reicht, abgeschlossen von dem sphärisch verklingenden „Little Picture Frame“ des 1977 geborenen Letten Ēriks Ešenvalds. Spätestens hier ist nun aber Anton Tschechow auch schon wieder widerlegt, meinte er doch einmal an anderer Stelle: „Die Leute lieben an der Kunst zumeist das Banale und längst Bekannte, das, woran sie gewöhnt sind.“ Mag stimmen, zumeist. Nie aber für das Publikum von Vocanta. Wie das der Chor hinbekommt, ob mit Gespräch, ob mit Zauber, ob mit Spiritualität, das möge sein Geheimnis bleiben, das wir alle gern auch in Zukunft mit ihm teilen. Ebenso wie die Freude über die gestrige Auszeichnung, die Joachim Adamczewski als Gründer und Leiter des Ensembles auch als Verpflichtung und Versprechen für die Zukunft versteht.

Joachim Adamczewski und sein Chor Vocanta

Joachim Adamczewski und sein Chor Vocanta

Zu diesem Versprechen gehören sicher auch neue Konzerte mit Raspew in Erlangen und Wladimir, aber ebenso der schon im Frühjahr bevorstehende Besuch des Mädchenchors aus der russischen Partnerstadt, mit dem Joachim Adamczewski als Musiklehrer am Christian-Ernst-Gymnasium seit 2010 den Austausch pflegt. Wer so lange nicht warten will: Am 26. Dezember um 17.00 Uhr ist Vocanta wieder in Heilig Kreuz mit seinem Weihnachtskonzert zu hören. Garantiert ohne musikalische Banalitäten, lieber Anton Tschechow!

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Daß es so schnell mit dem Gegenbesuch gehen würde, hatte im Herbst vergangenen Jahres, als der Mädchenchor Wladimir in Erlangen zu Gast war, niemand gedacht. Doch nun reiste Joachim Adamczewski auf Einladung seines Kollegen, Alexander Sneschin, doch bereits Ende Juni mit seinem Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums nach Wladimir und hielt die Eindrücke exklusiv für den Blog in einem Tagebuch fest, das hier im Wortlaut wiedergegeben werden soll.

Do, 25.06.15

Hinflug problemlos. Pünktlich um 17.45 Uhr in Moskau angekommen. Dort keine Koffer. Erfahren später, diese seien in Frankfurt stehen geblieben und kämen erst mit der nächsten Maschine am Freitag nach Moskau. Zweieinhalb Stunden Formalitäten – extrem entnervend. Anfangs wenig Unterstützung, schließlich hat sich eine junge Flughafenmitarbeiterin erbarmt und sich unserer Gruppe angenommen. Sie konnte gut Englisch. Gegen 21.15 Uhr also dann endlich – ohne Koffer – in den Bus gestiegen. Fahrt durch viele Staus nach Wladimir, gegen 23 Uhr kurzer Halt und endlich etwas zu Trinken gekauft – kleiner Imbiss, Toiletten.

Mädchenchor CEG im Jugendlager Artek

Mädchenchor CEG im Jugendlager Ikar

0.35 Uhr Ankunft in der Musikschule Nr. 3 in Wladimir. Alle Mädels (bis auf Elli) in Zweiergruppen untergebracht. Tee und ein paar Happen mit Alexander Sneschin in dessen Büro. Um 1 Uhr nachts! Dann fährt er uns Erwachsene ins Hotel. Ohne Zahnbürste, ohne Klamotten.

Fr., 26.06.15

Um 9.30 Uhr holt uns Alexander in die Musikschule ab. Dort leihe ich mir von einem Mädchen die Noten und kopiere genug nach, damit wir proben können. Chorprobe von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr.
Nach dem Mittagessen im Hotel Eremitage holt und uns dann ein Bus ab, und wie fahren in das etwa 35 km entfernte Ferienlager „IKAR“. Dort ist gerade die letzte „Schicht“. Wir werden sehr herzlich und „traditionell“ begrüßt und professionell betreut. Die Mädels sind der Mittelpunkt…

Mädchenchor CEG am Lagerfeuer im Jugendlager Ikar

Mädchenchor CEG am Lagerfeuer im Jugendlager Ikar

Fahnenappel mit russischer und deutscher Nationalhymne! Polonaise durch die Anlage… Viel Musik und Tanz und Showeinlagen… Traditionelles Brauchtum, das die russischen Kinder und Jugendlichen offensichtlich sehr gerne präsentieren! Zur Eröffnung des bunten Abends singen wir unser Programm – in „Räuberzivil“. Danach kommt das bunte Programm, das die russischen Kinder wohl während des Ferienlagers einstudiert haben. Sehr beeindruckend – leider auch sehr laut.

Unter dem Goldenen Tor

Mädchenchor CEG nter dem Goldenen Tor

Dann Abendessen in einer charmanten, riesigen Betonhalle und Ausklang mit einer großen Open-Air-Tanzdisco. Die Mädels sind erst sehr skeptisch und wollen gar nicht dableiben. Doch dann zieht sie die ungewohnte Art zu tanzen völlig in ihren Bann, und sie machen (fast) alle sehr ausgelassen mit! Nach einem kurzen Feuerwerk und einer traditionellen Abschiedsrunde am Lagerfeuer geht es um 21.30 Uhr zurück nach Wladimir. Die Koffer sind noch immer nicht da, sie kommen (angeblich) morgen nachmittag.

Sa., 27.06.15

In der Nacht und am Morgen wieder viel geregnet. Um 10 Uhr holt uns Alexander ab. Dann eine Stadtführung durch Wladimir mit Ludmila: Goldenes Tor, Kristallmuseum mit einem Ständchen des Chores. Demetrius-Kathedrale und Mariä-Entschlafens-Kathedrale besichtigt. Mittagessen im Eremitage. Dann wieder zurück in die Stadt und Besuch im Kunstmuseum (Gemälde, Stickereien, Trachten-Mode und Kunst), dann der nächste Wolkenbruch mit 40 cm Wasser auf den Straßen! Wir sind „gefangen“ im Museum und verbringen dort wartend etwa eine dreiviertel Stunde. Dann im Eilschritt ins Arkaden-Einkaufszentrum zu einem sehr guten Kaffeetrinken! Danach zurück in die Musikschule. Ich singe viel mit den Kids, und die Laune bleibt recht gut. Um 21.15 Uhr bringen Eltern etwas zum Essen für die Kinder. So bleibt die Stimmung gut bis 22 Uhr… Dann schicke ich die Mädels nacheinander ab in die Familien.

Mädchenchor CEG im Regen von Wladimir

Mädchenchor CEG im Regen von Wladimir

Es scheint keinen Sinn mehr zu haben, endlos auf die Koffer zu warten. Alle haben sich sehr tapfer gehalten. Dennoch ziehen sie nun mit langen Gesichtern ab. Die Koffer waren ja für 17 Uhr angekündigt worden, dann, nach langem Warten und vielen Anrufen, hieß es, sie kämen gegen 21 Uhr. Ich habe dann nach 22 Uhr mit Marina und Alexander noch die Pässe und die Zollformulare organisiert, um sicher zu gehen, die Koffer auch ausgehändigt zu bekommen. Um 23.35 Uhr trafen sie dann tatsächlich ein. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer! (Segen der modernen Netzwerke.) Die Mädels, die es nicht so weit zur Schule hatten, waren nach fünf Minuten mit Freudengeheule da. Die anderen folgten zum großen Teil. Ein Fest für die Kids wie Weihnachten und Geburtstag gleichzetig!

Mädchenchor CEG auf der Brücke nach Bogoljubowo

Mädchenchor CEG auf der Brücke nach Bogoljubowo

So., 28.06.15

Um 10 Uhr Abfahrt von der Musikschule nach Susdal. Leider regnet es mal mehr, mal etwas weniger, und so ist der Besuch des Freílandmuseums nicht so schön, und alles müssen wir recht kurz halten. Wir haben eigentlich viel zu wenig Zeit für das schöne Susdal, – sollen schon um 14 Uhr zurück sein. Nach dem Kloster und der Besichtigung des Kremls geht es mit einiger Verspätung zurück. Also um 14.45 Uhr Mittagessen. Dannach eine Chorporbe in der Musikschule. Die Mädels sind aber eigentlich viel zu fertig für eine konzentrierte Probe. Ein weiteres Mädchen bekommt Halsweh! Der Tribut an das nasse Wetter? Um 17 Uhr dann Abfahrt in ein Jugend-Café, wo sehr schön Spiele gemacht werden und man vor einer Videoleinwand tanzen kann.

Bogoljubowo-Konzert Mädchenchor CEG

Bogoljubowo-Konzert Mädchenchor CEG

Mo., 29.06.15

Regen begleitet uns den ganzen Tag – mal mehr, mal weniger. Um 10 Uhr Start an der Musikschule nach Bogoljubowo. Klosterbesichtigung wieder mit unserer Führerin Ludmila. Sie macht das wirklich sehr gut und schafft es immer wieder, die Mädels zum Zuhören zu bringen. Dann laufen wir vom Bahnhof zu der schönen Kirche Mariä Schutz und Fürbitten, die auf einer kleinen Erhöhung inmitten der Nerl-Auen liegt.. Leider regnet es die ganze Zeit, weshalb die Bilder vom Chor immer Regenschirmbilder sind. Wir konnten in die kleine Kirche hinein und haben dort auch gesungen – sehr bewegend in dieser phantastischen Akustik und diesem heiligen Raum…

Mädchenchor CEG auf dem Regenweg zu Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl

Mädchenchor CEG auf dem Regenweg zu Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl

Nach einer Mittagspause ging es dann zum Konzertsaal. Ein riesiges Gebäude mit einem schönen Konzertsaal, Restaurant, Tagungsräumen etc., gestiftet von einem Millionär für seine Wladimirer. Die Generalprobe verlief sehr diszipliniert. Leider störte eine laute Lüftungsanlage – völlig unverständlich, wie so etwas in einem Konzertsaal eingebaut werden kann! Nach einem Zeitungsinterview und Photos auf und hinter der Bühne begann dann um 19 Uhr unser Auftritt.

Mädchenchor CEG gemeinsam mit den Sangesfreundinnen aus Wladimir

Mädchenchor CEG gemeinsam mit den Sangesfreundinnen aus Wladimir

Das Konzert war recht gut besucht, das Publikum zunehmend enthusiastisch – sehr nett, sehr lieb zu uns. Vor allem die deutschen Volkslieder wurden so heftig beklatscht, daß wir uns mehrmals verbeugen durften! Leider war unsere 1. Stimme krankheitsbedingt etwas geschwächt! Nach dem Konzert waren wir noch sehr nett zusammengesessen – Ludmila hat übersetzt.

Mädchenchor CEG vor der Musikschule

Mädchenchor CEG vor der Musikschule Nr. 3

Di., 30.06.

9.30 Uhr holt uns Alexander ab zur Musikschule. Von dort geht es um 10 Uhr mit dem Stadtbus ins Zentrum. Wir besuchen das „Stadtmuseum“ (zwischen Mariä-Entschlafens-Kathedrale und Demetrius-Kathedrale) und haben dort viel Spaß. Wir sehen eine alte Wohnstube und verschiedene bäuerliche Gerätschaften. Die Frauen zeigen uns, wie man spinnt und einiges Kochgerät. Dann geht es ins Klassenzimmer. Dort bekommen wir eine richtige Schulstunde (auf Deutsch) geboten. Das war sehr lustig. Wir lernten, unseren Namen auf Russisch zu schreiben und erfuhren einiges über die Strafen, die einem blühten, wenn man nicht aufmerksam genug war. Dann ging der Stadtbummel weiter durch den Puschkin-Park (Phototermine) und in eine alte Kirche. Von dort zurück zum Mittagessen.

Mädchenchor CEG vor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale Wladimir

Mädchenchor CEG vor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale Wladimir

Den Nachmittag hatten die Mädels frei zum Shoppen oder, um ihn in den Familien zu verbringen. Um 18 Uhr begann unser Abschiedsabend. Zuerst hörten wir ein kurzes Konzert unserer russischen Gastgeber mit Beiträgen am Klavier und von Solosängerinnen. Toll! Schließlich trafen wir uns alle auf der Bühne für ein gemeinsames Lied – „Halleluja“. Sehr wirkungsvoll – unser internationaler Chor! Nach einer Stärkung am Buffett wurde dann in die Eingangshalle die Disco eröffnet.

Mi., 01.07.

Viele Abschiedsphotos, Geschenke, Umarmungen. Als um 10 Uhr der Bus eintrifft, will niemand los! Großes Geheule… Doch dann kommt doch langsam der „Pilgerstrom“ in Gang, und alle bringen ihr Gepäck zum Bus. Wir stellen uns zum Abschied noch einmal im Kreis auf und versuchen, eine Strophe von „Nehmt Abschied Brüder“.  Vom Text her gelingt sie zwar nicht so recht, aber alle summen, brummen und singen irgenwie mit.

Wir liegen uns in den Armen

Abschied

Dann liegen wir uns wieder in der Armen. Der endgültige Abschied wird schwer. „Wir sehen uns bald wieder!“ Schließlich habe ich dann doch alle meine Schäfchen in den Bus gebracht, und wir starten um 10.15 Uhr nach Moskau. Rückreise problemlos, und pünktlich um 22 Uhr landen wir – diesmal mit Koffern – in Nürnberg.

Joachim Adamczewski

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Vor wenigen Tagen ging eine Mail aus Wladimir ein, wo Alexander Sneschin, Leiter der Kunstschule Nr. 3, eine freudige Mitteilung zu machen hatte. Der Wladimirer Mädchenchor  hat Mitte März an dem Zentralrussischen Wettbewerb für Chormusik in Moskau teilgenommen – und dort den Pokal gewonnen.

Der Mädchenchor Wladimir beim Sängerwettstreit in Moskau

Der Mädchenchor Wladimir beim Sängerwettstreit in Moskau

Die Freude darüber, so der Musikpädagoge, sei besonders groß, weil dieser Erfolg mit dem vierzigjährigen Jubiläum seiner Schule zusammenfalle und Gelegenheit biete, sein Können auch in Wladimir einmal wieder einem größeren Publikum vorzustellen. Am 15. April schon treten deshalb die Mädchen im Tanejew-Konzertsaal auf, – bestimmt vor vollen Rängen.

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde

Marina Maximowa, Joachim Adamczewski, Jekaterina Pudonina, Alexander Sneschin und Darja Ljagowa im Calvin-Saal der Reformierten Gemeinde

Eine geteilte Freude ist das jetzt aber auch für den Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums unter der Leitung von Joachim Adamczewski, ein Grund zur Gratulation – und ein Ansporn für die Vorbereitung auf die Wladimir-Reise im Frühsommer, die verbunden ist mit der schönsten aller Freuden, der Vorfreude.

Und wer sich nochmals erfreuen will an den Erfolgen dieser großartigen Schulchorpartnerschaft, klicke einmal hier: http://is.gd/GIX3VS und da http://is.gd/Z5N8UP

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Rußland findet sich in vielen internationalen Bewertungstabellen von Pressefreiheit bis Investitionsklima auf wenig schmeichelhaften Plätzen. Aber was Präsenz und Potenz seiner Frauen angeht, nimmt der größte Flächenstaat der Erde – ungeachtet des halbstarken Machogehabes einiger prominenter Vertreter des männlichen Geschlechts – einen unangefochtenen Spitzenplatz ein. Und das schon lange dank einer gezielten Politik zu Zeiten der Sowjetunion – und wohl auch noch für lange dank der Bewahrung einer guten Tradition der Förderung, wenn man sich den Bericht von Grand Thornton International unter http://is.gd/YGA2bB ansieht, wonach Russinnen 43% der Positionen auf den Chefetagen von Wirtschaftsunternehmen besetzen. Zum Vergleich: In Deutschland und Dänemark sind das gerade einmal schmähliche 14%. Diesen Rückstand aufgeholt zu sehen, bleibt wohl künftigen Generationen vorbehalten, während Rußland das Zeug – und die Frauen! – dazu hat, vielleicht sogar die volle Parität zu schaffen. Weiter so!

Alissa Birjukowa, stellv. Leiterin des Kulturamtes der Region Wladimir

Alissa Birjukowa, stellv. Leiterin des Kulturamtes der Region Wladimir

Die ebenso charmanten wie starken Frauen finden sich aber nicht minder zahlreich in führenden Positionen der Verwaltung und des gesamten öffentlichen Lebens vertreten. Exempli gratia? Nichts lieber als das! Natürlich am Beispiel der Region Wladimir, die in Swetlana Orlowa auch eine Landesmutter hat, und nicht ohne Reverenz an den heutigen Valentinstag sowie die galante Gelegenheit nutzend, einmal in toto eine Liebeserklärung an das laut dem Meister der Ästhetik, Friedrich Schiller, höchste aller Güter auszusprechen: an der Frauen Schönheit.

Walentina Borodina, Leiterin eines Kaufhauses, Vorsitzende des Verbands der Unternehmerinnen der Region Wladimir

Walentina Borodina, Leiterin eines Kaufhauses, Vorsitzende des Verbands der Unternehmerinnen der Region Wladimir

Wohlan denn ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Swetlana Makarowa leitet in der Nachfolge von Tatjana Zwetkowa das Wladimirer Kinderkrankenhaus und ist Mitglied des von Erlangen aus gegründeten Frauenklubs Soroptimist International.

Swetlana Makarowa, 3. v.l. im Kreis ihrer Klub-Schwestern von Soroptimst Internationa Erlangen

Swetlana Makarowa, 3. v.l. im Kreis ihrer Klub-Schwestern von Soroptimst International Erlangen

Alissa Axjonowa, Gründerin des Wladimirer Landesmuseums und ein halbes Jahrhundert dessen Leiterin, hat in Swetlana Melnikowa ihre Nachfolgerin gefunden, die das Haus auf dem Niveau der zehn besten Einrichtungen dieser Art europaweit hält.

Swetlana Melnikowa, Helmut Schmitt und Alissa Axjonowa

Swetlana Melnikowa, Helmut Schmitt und Alissa Axjonowa

Bürgermeisterin Jelena Owtschinnikowa und die ehrenamtliche Vorsitzende des Roten Kreuzes, Olga Dejewa, sorgen in enger Zusammenarbeit mit Erlangen für den sozialen Frieden in Wladimir.

Olga Dejewa, Elisabeth Preuß und Jelena Owtschinnikowa

Olga Dejewa, Elisabeth Preuß und Jelena Owtschinnikowa

Anna Makarowa leitet seit fast vier Jahren die Abteilung für Internationale Beziehungen im Rathaus und widmet den Großteil ihrer Arbeitszeit den Beziehungen zu Erlangen und Jena.

Anna Makarowa im Garten des Erlangen-Hauses

Anna Makarowa im Garten des Erlangen-Hauses

Ljubow Katz war im Stadtrat Wladimir tätig, zeichnete verantwortlich als Kinderbeauftragte der Region.

Ljubow Katz und Oberbürgermeister Sergej Sacharow

Ljubow Katz und Oberbürgermeister Sergej Sacharow

Sie leitet die von ihr und ihrem Mann, Jurij, gegründete Selbsthilfegruppe Swet für Eltern mit schwerbehinderten Kindern.

Jelena Owtschinnikowa, Joachim Adamczewski, Natalia Kolesnikowa und Birgitt Aßmus

Jelena Owtschinnikowa, Joachim Adamczewski, Natalia Kolesnikowa und Birgitt Aßmus

Natalia Kolesnikowa, Professorin für Dirigieren, hat vor mehr als einem Vierteljahrhundert den Kammerchor Raspew gegründet, leitet ihn bis heute und hat ihr Ensemble mit Vocanta in Erlangen verpartnert.

Larissa Wyssozkaja und Dieter Rossmeissl mit dem Ensemble Jazztring aus Wladimir

Larissa Wyssozkaja und Dieter Rossmeissl mit dem Ensemble Jazztring aus Wladimir

Larissa Wyssozkaja führt das Institut für Kultur an der Universität Wladimir und fördert vor allem den Austausch von Jazzmusikern aus beiden Städten.

Lilia Renn, Natalia Klimowa, Susanne Lender-Cassens, Jelena Guskowa und Jelena Schischkina

Lilia Renn, Natalia Klimowa, Susanne Lender-Cassens, Jelena Guskowa und Jelena Schischkina

Jelena Guskowa sitzt dem Euroklub vor, der vor allem mit Jena großartig den Jugendaustausch voranbringt, aber natürlich auch mit Erlangen eng verbunden ist, besonders mit der Franconian International School.

Eva Steffgen und Tamara Dschulaj

Eva Steffgen und Tamara Dschulaj

Tamara Dschulaj hat in Wladimir ein Jugend-Theater-Festival ins Leben gerufen, hat bereits erfolgreich mit dem Erlanger Brücken-Verein zusammengearbeitet und plant nun eine Kooperation mit Arena.

Ludmila Suschkowa bei der Eröffnung einer Tagung in Wladimir mit Heinrich Niemann von der FAU (Mitte)

Ludmila Suschkowa bei der Eröffnung einer Tagung in Wladimir mit Heinrich Niemann von der FAU (Mitte)

Ludmila Suschkowa, Professorin an der Universität Wladimir, darf als Begründerin des wissenschaftlichen Austausches mit dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen gelten.

Jelena Axjonowa

Jelena Axjonowa

Jelena Axjonowa leitet das Jugendamt der Partnerstadt.

Alina Wedechina

Alina Wedechina

Und Alina Wedechina ist Chefin des Kulturamtes der Stadtverwaltung Wladimir.

Kira Limonowa

Kira Limonowa

Kira Limonwa hat sich als Architektin des Erlangen-Hauses ein Denkmal der Partnerschaft gesetzt und pflegt das künstlerische Erbe ihre verstorbenen Mannes, des Malers Pjotr Dik.

Ludmila Romanowa

Ludmila Romanowa

Ludmila Romanowa zeichnet als Ombudsfrau zuständig für die Menschenrechte im Gouvernement Wladimir.

Jekaterina Pudonina und ihr Mädchenchor bei den Russengräbern auf dem Erlanger Zentralfriedhof

Jekaterina Pudonina und ihr Mädchenchor bei den Russengräbern auf dem Erlanger Zentralfriedhof

Jekaterina Pudonina dirigiert den Mädchenchor Wladimir, der im vergangenen Herbst schon zum zweiten Mal in Erlangen war und nun im Frühsommer den Gegenbesuch vom Christian-Ernst-Gymnasium erwartet.

Olga Andrijenko, Birgitt Aßmus, Marina Goljakowa und Wolfram Howein

Olga Andrijenko, Birgitt Aßmus, Marina Goljakowa und Wolfram Howein

Olga Andrijenko ist Herrin über den Blauen Himmel und hat in ihrem Herzen viel Platz für all die vielen Kinder.

Swetlana Schelesowa, Natalia Smirnowa, Irina Chasowa und Tatjana Kirssanowa mit Johann Wolfgang von Goethe

Swetlana Schelesowa, Natalia Korssakowa, Irina Chasowa und Tatjana Kirssanowa mit Johann Wolfgang von Goethe

Zu guter Letzt das Team um Irina Chasowa, ohne das und die das Erlangen-Haus nicht wäre, was es ist: Das Beste und Schönste, was wir in der Partnerschaft haben. Ersteres vielfach bewiesen, letzteres offenkundig.

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Der Tag des Mauerfalls hatte für den Mädchenchor der Kunstschule Nr. 3 in Wladimir mit der Ode an die Freude in der Erlanger Volkshochschule begonnen. Und tatsächlich sollte es für die Gäste ein Tag der Freude werden – mit einem Ausflug in die Fränkische Schweiz, nach Gößweinstein und zur Sommerrodelbahn in Pottenstein, von wo es dann doch wieder viel zu früh nach Thuisbrunn ging, wo nach einer kurzen Probe um 18.00 Uhr das letzte Konzert des Ensembles aus der russischen Partnerstadt auf dem Programm stand.

Mädchenchor Wladimir in der Katharinenkirche zuThuisbrunn

Mädchenchor Wladimir in der Katharinenkirche zuThuisbrunn

Bei der Stellprobe noch zitterten alle vor Kälte, beim Einsingen hatte Jelena Pudonina, die Dirigentin, Sorge um die Stimmen der jungen Sängerinnen. Joachim Adamczewski, der den Chor schon vor drei Jahren hierher, in die evangelische Kirche, gebracht hatte, sollte recht behalten, als er schon in Erlangen warnte: „Zieht euch warm an – mit viel Unterwäsche!“

Katharinenkirche zu Thuisbrunn

Katharinenkirche zu Thuisbrunn

Beim etwa einstündigen Auftritt wurde es dann aber doch immer wärmer. Die Kirche hatte sich gut gefüllt, die Kerzen und Lichter, die Heizstrahler und vor allem die Musik sorgten für fast wohlige Temperaturen. Zur Qualität des Chores wurde hier ja schon viel gesagt. Deshalb hier nur das Zitat eines aus den Niederlanden stammenden Konzertbesuchers in der Katharinenkirche zu Thuisbrunn: „Die holländischen Kinder trinken Milch, die russischen Kinder trinken Musik!“ Schöner läßt sich das nicht sagen.

Mädchenchor Wladimir an den Russengräbern auf dem Zentralfriedhof

Mädchenchor Wladimir an den Russengräbern auf dem Zentralfriedhof

Wenn es heute gegen Mittag sicher mit viel Tränen zurück nach Wladimir geht, nehmen die Mädchen unvergeßliche Eindrücke mit. Nicht nur von den Konzerten und Ausflügen, sondern vor allem vom Miteinander mit ihren Gastfamilien. Alexander Sneschin, Leiter der Kunstschule Nr. 3, betonte gerade diesen Begegnungscharakter des nun schon fünf Jahre währenden Austausches mit dem Christian-Ernst-Gymnasium und wußte sich beim gestrigen Abschiedsabend einig mit seinem Freund und Kollegen, Joachim Adamczewski, darin einig: „Wir wollen und werden diese Chorpartnerschaft fortsetzen!“

Jekaterina Pudonina und ihr Mädchenchor an den Russengräbern auf dem Zentralfriedhof

Jekaterina Pudonina und ihr Mädchenchor an den Russengräbern auf dem Zentralfriedhof

Einen ganz innig-intimen Ausklang, eine musikalische Andacht hatte sich zuvor noch auf dem Zentralfriedhof an den Russengräbern ereignet, wo 271 Kriegsgefangene aus dem Zarenreich ihre letzte Ruhe fanden. Die Mädchen sangen für die in Erlangen verstorbenen Landsleute zwei Lieder, ganz entgegen den Worten des Liedes „Massengräber“ des sowjetischen Barden, Wladimir Wyssozkij, wo davon die Rede ist, hierher kämen keine verweinten Witwen, sondern nur kräftigere Menschen. Hätte der Liedermacher nur die zerbrechlichen Stimmen an der Gedenkstätte gehört und die stillen Tränen in den Augen gesehen.

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