Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Jelena Owtschinnikowa’


Es ist ja jedes Mal eine Freude, die Kinderklinik in Wladimir zu besuchen und zu sehen, wie sich dort beständig alles weiter verbessert – von der Patientenaufnahme über die Therapie bis hin zu den baulichen Veränderungen oder der Ausstattung und Möblierung der Wartebereiche. Wie gut das – gerade auch mit Erlanger Hilfe – gelingt, war gestern bei der Übergabe des Umschlags mit 270 Euro zu erleben, dem Erlös aus dem Pausenverkauf an der Heinrich-Kirchner-Schule im Advent.

Swetlana Makarowa, Peter Steger und Nikita

Schon im Vorjahr hatte man mit dem Geld der Grundschüler Sitzecken für die kleinen Patienten eingerichtet; nun möchte Swetlana Makarowa, ärztliche Direktorin des Krankenhauses auch die übrigen Stationen so bunt und spielerisch gestalten. Wohl fühlt sich hier jedenfalls sichtlich schon Nikita, der sich nicht lange bitten läßt, um den Spendenbrief aus Erlangen in Empfang zu nehmen und den Elchtest zu machen.

Nikita

Ein drollig-vergnügtes Kerlchen, bereits nach kurzer Untersuchung in der Poliklinik an der Hand der Mama wieder nach Hause entlassen. Und der Elch hat den Test ebenfalls wohlbehalten überstanden.

Swetlana Makarowa, Peter Steger und Nadeschda Sergejewa

Getestet werden soll in diesem Jahr aber noch ein ganz anderes Vorhaben, der Austausch von Pflegepersonal. In der Ärzteschaft gehören Hospitationen an den Universitätskliniken in Erlangen ja seit Anfang der 90er Jahre sozusagen zum Standardprogramm der Fortbildung, Krankenschwestern hingegen hatten dazu bisher – von wenigen Ausnahmen, vor allem in der Psychiatrie, abgesehen – kaum Gelegenheit. Das soll sich nun ändern: Im November kommt Oberschwester Nadeschda Sergejewa mit einer Kollegin aus der Onkologie zu einer Hospitation an die Erlanger Kinderklinik.

Wjatscheslaw Dejew, Jelena Owtschinnikowa, Olga Dejewa und Peter Steger

Und kaum ist der Anfang gemacht, schon bringt Jelena Owtschinnikowa, stellvertretende Leiterin der Regionalen Gesundheitsbehörde und ehemalige Sozialbürgermeisterin, den Vorschlag ins Gespräch, in das Programm auch weitere Bereiche der Medizin einzubeziehen. Sehr zur Freude von Oberbürgermeisterin Olga Dejewa, die am Abend zu einem Essen einlädt, bei dem viele Pläne für das laufende und das kommende Jahr geschmiedet werden, von denen bald mehr zu hören sein wird. Denn, so viel sei schon einmal verraten, im Mai 2020 feiert das Erlangen-Haus, das seinen Elchtest bei den Gästen immer wieder mit Auszeichnung besteht, das erste Vierteljahrhundert.

Read Full Post »


Der Antrittsbesuch von Susanne Lender-Cassens ging gestern in die Zielgerade mit einem medizinisch-sportlichen Programm, unterwegs zu allen Terminen, ganz wie in Erlangen, mit dem Fahrrad. Und es zeigt sich: Entgegen der hier vorherrschenden Meinung kann man auch auf Wladimirs Straßen abgasfrei vorankommen, sogar recht zügig und ohne ständig fürchten zu müssen, so auf dem schnellsten Weg in die Unfallchirurgie zu gelangen.

Anna Reswowa, Susanne Lender-Cassens, Michail Tjukarkin und Jewgenij Jaskin

Ungläubiges Staunen denn auch in den Augen und Worten des ärztlichen Direktors vom Rot-Kreuz-Krankenhaus, wo alle schweren Fälle landen, als er von Erlangens Bürgermeisterin erfährt, wie sie sich hier fortbewegt, die den umgehend angebotenen Dienstwagen auch noch rundweg mit einem entschiedenen Lächeln ablehnt. Aber es geht hier ja auch um ein ganz anderes Thema, den Austausch von Krankenschwestern, der auf Wunsch des Gastgebers möglichst bald stattfinden soll, denn ohne die Pflege hilft dem Patienten auch die allerbeste Operation und Therapie nicht.

Anna Reswowa, Susanne Lender-Cassens und Maria Kabakowa

Wie gerufen, kommt beim Rundgang durch das Krankenhaus mit seinen 450 Betten, der Besucherin Michail Tjukarkin entgegen, der als erster Wladimirer Arzt – übrigens mit recht guten Deutsch-Kenntnissen – bereits 1989 in Erlangen hospitierte und den Anfang im Medizinaustausch machte. Ein gutes Omen für die Aufnahme von Krankenschwesternkontakten.

Gertrud Härer und Susanne Lender-Cassens beim Radkorso auf der Umgehungsstraße

Wenige Pedaltritte unterhalb des Krankenhauses eröffnete man gestern eine vierspurige Straße – ins einstige Bett des Baches Lybjed hineinasphaltiert -, von der man sich eine wesentliche Verkehrsbelastung für die bisherige Hauptachse durch die Altstadt verspricht. Mit welchem Erfolg, wird sich noch weisen.

Gennadij Stachurlow und Susanne Lender-Cassens

Erfreulich in jedem Fall, daß die Planungen auch noch Radwege entlang der Trasse vorsehen, für etwa 50 Mio. Rubel. Dabei, so buchstäblich die Erfahrung der Radler aus Erlangen, würde eine schlichte Markierung am Straßenrand auch schon ein Mehr an Sicherheit und Komfort bringen. Aber da geht man eben überall seiner eigenen Wege. Auch hier übrigens ein Wiedersehen: Susanne Lender-Cassens und der Wladimirer Fahrradpionier, Gennadij Stachurlow, kennen sich von einem Treffen in Erlangen und hoffen, noch viel gemeinsam für Umwelt und ökologische Verkehrsplanung machen zu können.

Inna Morosowa, Leiterin der Fachschule, Susanne Lender-Cassens, Jelena Owtschinnikowa, Tatjana Sajtschikowa und Olga Antropowa, beide stellv. Leiterinnen der Fachschule

Die Zeremonie freilich dauerte gar zu lange, auf die Bürgermeisterin wartete schon der nächste Termin in der Berufsschule für Pflegekräfte, die bereits in der Planung für einen Austausch mit Jena steht und natürlich auch Erlangen gern im Boot hätte. Überhaupt herrscht hier ein internationales Klima, denn es gibt auch schon Verbindungen zu einer Partnereinrichtung in Illinois. Was soll da dem Austausch noch entgegenstehen!

Interview im Garten des Erlangen-Hauses: Peter Steger und Susanne Lender-Cassens

Ein wenig später und etwa drei Radkilometer weiter geht es dann im Büro von Jelena Owtschinnikowa, der stellvertretenden Leiterin der Regionalen Gesundheitsverwaltung, um ein Herzstück der Partnerschaft, den „Blauen Himmel“. Wegen neuer föderaler Gesetze, die eine unmittelbare Anbindung von Reha-Einrichtungen an die jeweils zuständige Klinik fordern, wurde die Einrichtung in Penkino geschlossen. Man ist dort dabei, ein Sanatorium Senioren einzurichten, angegliedert an die bereits bestehende medizinische Einrichtung für Veteranen. Die Kinder hingegen sollen nach ihrer Behandlung in der Psychiatrie oder ihrem Aufenthalt in einer sozialen Einrichtung in Zukunft zur Rehabilitation und erlebnispädagogischen Nachsorge ein neues Dach, ebenfalls außerhalb Wladimir in naturnaher Lage finden. Auf keinen Fall, so die Medizinerin und ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin, werde man das Projekt „Blauer Himmel“ aufgeben, das könne sie allen versichern, die sich für dieses Gemeinschaftswerk verdient gemacht haben.

Witalij Iwantschuk, Susanne Lender-Cassens und Oleg Medwedjew

Zurück im Garten des Erlangen-Hauses stand noch ein Interview mit der Lokalredaktion des TV-Senders „Rossija 1“ auf dem Programm – mit Fragen zu Zielen und Ergebnissen des Besuchs. Immer wieder erfreulich, wie sehr sich die Medien für die Partnerschaft interessieren und damit den Austausch im Bewußtsein halten.

Schule für Rhythmische Sportgymnastik

Zu diesem Austausch gehört natürlich schon immer auch der Sport, besonders das Turnen, eine Disziplin, mit der Wladimir Weltruhm genießt. Nicht vergleichbar mit Erlangen – Susanne Lender-Cassens weiß das als Sportbürgermeisterin nur zu gut -, aber die Gastgeber, Witalij Iwantschuk und Oleg Medwedjew, ihres Zeichens Leiter der Turnschule und Chef des städtischen Sportamtes, bieten Trainern und deren Schützlingen aus ihrer Partnerstadt Meisterklassen an, auch im Bereich Rhythmische Sportgymnastik, die im Gebäude gleich gegenüber unterrichtet wird. Zumal so ja auch viele neue Freundschaften entstehen könnten. Recht haben sie natürlich

Kunstwerk von Stefan Schnetz im Garten des Erlangen-Hauses

Was bleibt? Vieles, woran angeknüpft werden kann, jede Menge neuer Ideen und Initiativen und noch viel mehr, als sich hier im Blog darstellen läßt. In jedem Fall Impulse, von denen der Austausch schon bald noch vielfältiger und intensiver wird. Ganz im Sinne der Erfinder dieser wunderbaren Freundschaft.

Read Full Post »


Derzeit hält sich eine siebenköpfige Medizinerdelegation aus Erlangen in Wladimir auf, die vorgestern vom Leiter der Regionalen Gesundheitsbehörde, Alexander Kirjuchin, und seiner Stellvertreterin, Jelena Owtschinnikowa, empfangen wurde. Hauptthema des Treffens – die Palliativmedizin.

Empfang bei Alexander Kirjuchin

Die Homepage der zentralen Verwaltung aller medizinischen Einrichtungen des Gouvernements Wladimir berichtet ausführlich über den Empfang für die deutsche Delegation, die der Hausarzt und medizinische „Wladimir-Beauftragte“, Jürgen Binder, zusammengestellt hatte und über deren Programm noch im einzelnen zu berichten sein wird.

Medizinstudent Felix Wackerbauer, Christiane Schöllhammer und Christoph Ostgathe

Heute deshalb hier nur erste Eindrücke von dem Besuch, der hauptsächlich der Palliativmedizin galt, die in der Region Wladimir noch im Aufbau steckt. Erst 2013 eröffnete man in der Partnerstadt eine Palliativstation, 2015 und 2016 folgten dann weitere Einrichtungen in Murom, Sudogda, Sobinka und im Landkreis Gus-Chrustalnyj mit insgesamt 60 Betten, deren Zahl man bis 2020 verdoppeln will. Ziel ist es, zehn Betten für 100.000 Einwohner bereit zu halten, was in etwa auch dem Angebot in Erlangen entspräche, wo es derzeit zwölf Betten im Universitätsklinikum gibt.

Jürgen Binder, Irina Chasowa, Anette Christian und Stephan Horn

Allein die Station in Wladimir hatte im vergangenen Jahr mehr als 200 Patienten. Allerdings wird – im Unterschied zu Erlangen – noch kaum ambulante Hilfe angeboten, die in der Hugenottenstadt von etwa 500 Patienten jährlich in Anspruch genommen wird.

Anette Christian, Jelena Owtschinnikowa und Alexander Kirjuchin, Jürgen Binder, Christoph Ostgathe, Stephan Horn, Felix Wackerbauer, Thomas und Christiane Schöllhammer

Wichtigstes Ergebnis der Unterredung: Professor Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativklinik an der FAU, sagte zu, den Austausch mit Wladimir fortzusetzen, und Hospitationen anzubieten. Dies wird dann sicherlich auch Gelegenheit geben, mit Unterstützung von Stadträtin Anette Christian, federführend in der ambulanten Palliativversorgung tätig, die häusliche Pflege in Wladimir besser zu organisieren.

Christoph Ostgathe mit seinen Wladimirer Kolleginnen auf der Palliativstation

Siehe hierzu auch: https://is.gd/xLCt8G

Read Full Post »


Alexander Bersenjew, Direktor der Psychiatrie und Professor an der Universität Wladimir, versagt noch immer die Stimme, wenn er daran erinnert, welche Zustände in den 90er Jahren in seinem Tausend-Betten-Klinikum herrschten. „Die Hilfe aus Erlangen betrug damals das Dreifache meines Haushalts, und ohne die Unterstützung aus der Partnerstadt hätten wir unsere Patienten nicht versorgen können, weder mit Lebensmitteln noch erst recht nicht mit Medikamenten. Damals gab es psychiatrische Einrichtungen im Land, wo die Kranken Kräuter und Blätter sammelten…“ In diesen schlimmen Zeiten regte auch Stadtrat Jürgen Zeus in seinem Rotary-Klub an, sich an der humanitären Hilfe zu beteiligen, und so kennen und schätzen sich die beiden Mediziner seit 1997. Damals kam auch viel Unterstützung von der Aktion Sternstunden, und es begann die Zusammenarbeit mit dem Klinikum am Europakanal, der WAB Kosbach, den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf, – und ein in seinem Umfang einmaliges Austauschprogramm von Fachkräften begann, das schließlich im Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ seine Erfüllung fand und heute auch die Technische Hochschule Nürnberg mit ihrem Bereich für Sozialwesen einbezieht.

JÜrgen Zeus, Herbert Lerche, Alexander Bersenjew, Manfred Kirscher und Elisabeth Preuß

JÜrgen Zeus, Herbert Lerche, Alexander Bersenjew, Manfred Kirscher und Elisabeth Preuß

Heute steht die Psychiatrie noch immer hintan, wenn es um die Mittelvergabe geht; das Haus hat nur noch 800 Betten, und seit einem guten Jahr ist die Kinderabteilung wegen Baufälligkeit des Gebäudes auf unbestimmte Zeit nach Sobinka, ca. 30 km westlich von Wladimir, verlegt. Die Räume, einst mit Unterstützung aus Erlangen renoviert, harren nun wieder einer Generalsanierung. Doch den Chefpsychiater der Region Wladimir plagen auch andere Sorgen: Gerade einmal die Hälfte seiner ärztlichen Planstellen kann er besetzen, und zwei Drittel seines verbliebenen medizinischen Personals erreicht demnächst die Pensionsgrenze oder hat die sogar bereits überschritten. Zu unattraktiv das Berufsbild, zu stark die Magnetwirkung Moskaus, zu gering die Honorierung. Viele Gründe für einen Mißstand, der Sorgen bereitet, weil die wehrlosesten Menschen der Gesellschaft darunter leiden. Aber ganz ohne Hoffnung kann Alexander Bersenjew nicht sein, und so setzt er wieder einmal auf den fachlichen Austausch mit Erlangen, der sicher auch für junge Kollegen zusätzliche Anreize schaffen kann.

Manfred Kirscher, Herbert Lerche, Elisabeth Preuß, Olga Dejewa, Jürgen Zeus, Olga Dugina und Wladislaw Poldjajew

Manfred Kirscher, Herbert Lerche, Elisabeth Preuß, Olga Dejewa, Jürgen Zeus, Olga Dugina und Wladislaw Poldjajew

Ein wichtiges Thema deshalb auch beim Empfang im Rathaus mit Oberbügermeisterin Olga Dejewa, die ja als ehemalige Vorsitzende des Sozialfonds und Geschäftsführerin des Roten Kreuzes ihrer Stadt weiß, wo die Not am größten ist. Und die wirkt sich in Zeiten der Wirtschaftskrise natürlich auch auf den städtischen Haushalt aus. Dennoch – auch hier geht der Blick nach vorne: Eine Plattform von Wissenschaftlern und Intellektuellen ist in Planung, die, in beiden Partnerstädten installiert, Fragen diskutieren soll, die angesichts der politischen Verwerfungen zwischen Ost und West offene die häufig unartikulierten gegenseitigen Befürchtungen und Bedrohungsszenarien diskutieren und neue Verbindungen der Verständigung herstellen sollen. Noch in Planung, noch nicht mit Personen und Funktionen besetzt, aber schon vielversprechend als gemeinsames Ziel, über das dieser Tage noch zu sprechen sein wird.

Elisabeth Preuß und Jürgen Zeus mit zwei Heimbewohnerinnen

Elisabeth Preuß und Jürgen Zeus mit zwei Heimbewohnerinnen

Das soeben erst eröffnete Altenheim, nur wenige Autominuten außerhalb von Wladimir in Richtung Susdal inmitten von Obstgärten gelegen, wirkt da wie eine Gegenwelt des Umsorgtseins, der Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit. Auf 110 Personen ist die Einrichtung in einem ehemaligen Schulgebäude für landwirtschaftliche Berufe angelegt, und die ersten drei Dutzend Frauen und Männer – darunter auch ein Ehepaar – sind bereits eingezogen. Zwei Drittel ihrer Rente bezahlen sie als Miete für Unterkunft, Pflege, fünf Mahlzeiten am Tag, alle therapeutischen Anwendungen, den Rest legt der Staat drauf, und die Bedürftigkeit prüft das Sozialamt.

Manfred Kirscher, Herbert Lerche, Swetlana Sergejewa, JÜrgen Zeus und Elisabeth Preuß

Manfred Kirscher, Herbert Lerche, Swetlana Sergejewa, JÜrgen Zeus und Elisabeth Preuß

Überall in der Region entstehen derzeit ähnliche Heime, die allesamt behindertengerecht eingerichtet sind und eine Lebensqualität bieten, die hinter den Ansprüchen an Qualität in Deutschland nicht zurückbleiben. Gepflegte Außenanlagen, großzügige Zimmer mit bester technischer Ausstattung, eine Turnhalle, medizinische Grundversorgung. Swetlana Sergejewa kann stolz auf ihr Haus sein und ist dennoch oder gerade deshalb an einem Fachaustausch mit Erlangen interessiert, denn „lernen kann man nie genug voneinander“.

Elisabeth Preuß, und Manfred Kirscher

Elisabeth Preuß, und Manfred Kirscher

Beeindruckend vor allem aber das Miteinander, das große Angebot an Freizeitgestaltung: etwa der Frauenchor, der täglich seine Proben abhält und eine Sängerin in seinen Reihen weiß, die bei ihrer Aufnahme ins Heim nicht gesprochen hat und erst über das Singen wieder zur Kommunikation zurückfindet. Oder auch die so vergnügte Dame, die am liebsten all ihre schönen Eindrücke vom Leben hier in Reime gießt und sie voll Freude den Gästen vorträgt.

Manfred Kirscher, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche mit dem Frauenchor des Altenheims

Manfred Kirscher, Jürgen Zeus, Elisabeth Preuß und Herbert Lerche mit dem Frauenchor des Altenheims

Bücherei, Internetzugang, Bastelkurse – und in unmittelbarer Nähe auch noch ein Haus der Kultur, wo regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Gegenüber dem Heim ein weiterer Gebäudeteil, wo Kurzzeitpflege und Kuraufenthalte geplant sind, die dann freilich schon gegen Gebühr. Ein Zukunft mit einem Lächeln verspricht das für die alten Menschen in der Region Wladimir, wenn bald alle staatlichen Heime dieser Art eröffnet sind.

Elisabeth Preuß mit einer Bewohnerin und der Bibliothekarin des Altenheims

Elisabeth Preuß mit einer Bewohnerin und der Bibliothekarin des Altenheims

Wir bleiben beim Blick in die Zukunft. Jelena Tschilimowa, die früherer Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, arbeitet seit einigen Wochen an der Übersetzung des Veteranenbandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“. Wenn alles gut geht, kann das Buch noch in diesem Jahr in russischer Sprache erscheinen und damit die Erlebnisse und Erfahrungen der einstigen Gefangenen in Lagern der Region Wladimir auch allen Interessierten in der Partnerstadt und darüber hinaus zugänglich machen. Noch sind aber viele Details – gerade auch bei der Übertragung ins Russische – zu klären.

Jelena Tschilimowa

Jelena Tschilimowa

Herbert Lerche hat unterdessen seinen eigenen Blick auf die Dinge. Als langjähriger Sachgebietsleiter im Bürgermeister- und Presseamt hatte er in den 80er und 90er Jahren u.a. die Städtepartnerschaften zu verantworten und hatte wesentlichen Anteil am Aufbau der Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir. 1987 reiste er schließlich mit einer Kulturdelegation an die Kljasma und wohnte damals auch im gleichnamigen Hotel, wo bis zur Eröffnung des Erlangen-Hauses so gut wie alle Gäste aus Erlangen untergebracht wurden. Fast 30 Jahre sind seither vergangen, aber vieles ist noch wie damals, mehr, viel mehr freilich ganz anders und kaum wiederzuerkennen. Nun als Leiter des Bürgermeister- und Presseamtes wollte er endlich auch mit eigenen Augen sehen, was aus seinem „Frühwerk“ geworden ist, wie sich die vielen Projekte, die seither als Vorlagen, Vermerke und Reiseberichte über seinen Schreibtisch gingen, mit der Zeit entwickelt haben.

Herbert Lerche

Herbert Lerche

Nun aber auch Zeuge zu werden, wie ganz neue Ideen des Austausches Gestalt annehmen, hätte er nicht erwartet, um nur von dem Vorhaben der Rotarier in Erlangen zu sprechen, die Medizinern und Wissenschaftlern sowie Fachkräften aus dem Bereich Tourimus die Möglichkeit bieten wollen, in der deutschen Partnerstadt Praktika, Hospitationen und Fortbildungen zu absolvieren. Ein Gedanke, vorgetragen von Jürgen Zeus, der auch bei Jelena Owtschinnikowa, der stellvertretenden Leiterin des Gesundheitsamts der Region, und Ljubow Bykowa, der ärztlichen Direktorin des Bezirkskrankenhauses, auf viel Zustimmung stößt. Und da ist ja auch noch der Radiologe, Iwan Seliwjorstow, der soeben erst seine Hospitation in Erlangen abgeschlossen und nun auch schon Gedanken entwickelt hat, wie die Sache in Gang kommen könnte. Davon ganz sicher in nächster Zeit mehr.

Ljubow Bykowa, Elisabeth Preuß, Jelena Owtschinnikowa, Jürgen Preuß, Jewgenij Jaskin, Iwan Seliwjorstow und Herbert Lerche

Ljubow Bykowa, Elisabeth Preuß, Jelena Owtschinnikowa, Jürgen Preuß, Jewgenij Jaskin, Iwan Seliwjorstow und Herbert Lerche

Denn mehr sollen es werden, wenn es nach Elisabeth Preuß geht, mehr Fachleute aus der Medizin, die sich austauschen, wie gerade auch Jewgenij Jaskin, der ärztliche Direktor des Unfallkrankenhauses, der selbst schon mehrfach in Erlangen war und seine Fachärzte regelmäßig zu den deutschen Kollegen schickt. „Man kann eben gar nicht genug voneinander lernen“, meint die Bürgermeisterin zum Ende des Abends – „und das am besten mit und bei Freunden“.

 

Read Full Post »


Als Anfang Mai 2009 Brüne Soltau nach 16 Jahren als Vorsitzender des Kreisverbands Bayerisches Rotes Kreuz Erlangen-Höchstadt aus dem Ehrenamt verabschiedet wurde, zollte ihm Siegfried Balleis, der damalige Erlanger Oberbürgermeister, Lob für einen „beispielhaften Einsatz im humanitär-ehrenamtlichen Bereich“ und bescheinigte dem scheidenden Präsidenten, die Aktion „Hilfe für Wladimir“ zu einem „wahren Vorzeigeprojekt gemacht“ zu haben. Florian Janik, Nachfolger im Amt, geht in seinem Glückwunschschreiben zum heutigen 75. Geburtstag noch einen Schritt weiter und hält fest, ohne Brüne Soltau, sei die Aktion „Hilfe für Wladimir“ gar nicht denkbar gewesen.

Brüne Soltau

Brüne Soltau 1994 in Wladimir

Wir wissen nicht, ob der Jubilar die Maxime von Leo Tolstoj kennt, wonach die allerwichtigste Sache sei, Gutes zu tun, weil der Mensch nur dafür lebe, was wir aber wissen ist: Brüne Soltau hat sein Leben danach ausgerichtet – und daran offenbar gut getan. Wenn nämlich heute Erlangen in den Herzen der Menschen von Wladimir untrennbar mit Begriffen wie „Freundschaft“, „Hilfsbereitschaft“ oder „Menschlichkeit“ verbunden ist, kommt dem in Hamburg geborenen Herzogenauracher ein erheblicher Anteil daran zu. Die Anerkennung für sein humanitäres Wirken blieb denn auch nicht lange aus: 1998 der „Ehrenbrief für Soziales Engagement“ der Region Wladimir, 2002 der „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“, verliehen von Bundespräsident Johannes Rau. Vor allem aber die vielen Dankesworte von Ärzten und Pflegekräften, von Patienten und Politikern, von Kindern und Alten, von all den ungenannten Menschen, die Unterstützung durch die Hilfsaktionen des „Ritters vom Roten Kreuz“ erhielten.

Brüne Soltau neben Johannes Rau

Peter Steger, Alexandra Gräfin Lambsdorff, Fritz Wittmann, Brüne Soltau, Johannes Rau und Jürgen Ganzmann

Neben der akuten Nothilfe vor allem zu Beginn der 90er Jahre und in den Krisenmonaten von 1998 war es Brüne Soltau stets besonders wichtig, das Rote Kreuz in Wladimir wieder handlungsfähig zu machen, den weitgehend paralysierten Ortsverband in den Stand zu versetzen, seine Aufgaben wahrzunehmen und Menschen in Notlagen beizustehen. Ungeachtet der vielen Rückschläge hielt der Retter vom BRK Kurs und bewies einen bewundernswert langen Atem. Und wurde für seine Ausdauer und Beharrlichkeit belohnt.

Brüne Soltau, 2013, mit Jelena Owtschinnikowa, damals stellv. Bürgermeisterin, heute stellv. Leiterin des Gesundheitsamts der Region Wladimir, und Olga Dejewa, damals Leiterin des Sozialwerks und Vorsitzendes des Roten Kreuzes, heute Oberbürgermeisterin von Wladimir

Brüne Soltau, 2013, mit Jelena Owtschinnikowa, damals stellv. Bürgermeisterin, heute stellv. Leiterin des Gesundheitsamts der Region Wladimir, und Olga Dejewa, damals Leiterin des Sozialwerks und Vorsitzendes des Roten Kreuzes, heute Oberbürgermeisterin der Partnerstadt

Heute kann das Geburtstagskind erleichtert durchatmen, denn der russischen Partnerorganisation kommt mittlerweile dank ihren Programmen zur Ersten Hilfe und Häuslichen Pflege eine geachtete Rolle in der Wladimirer Sozialpolitik zu, und der von Brüne Soltau 1999 aus der Taufe gehobene Förderverein für das Wladimirer Rote Kreuz sorgt für die notwendige Kontinuität und Verläßlichkeit der Zusammenarbeit. Dafür und für vieles mehr kann der Blog nur DANKE und СПАСИБО sagen sowie die besten Glückwünsche von den Ufern der Regnitz und Kljasma an die Aurach schicken.

 

Read Full Post »


Die ersten 40 Minuten seiner Sitzung vorgestern widmete der Wladimirer Stadtrat nur einem Thema: der Grippewelle, die sich zu einer Epidemie ausgewachsen hat. Seit Donnerstag sind alle Schulen für fast zwei Wochen geschlossen, sogar Kindergärten unternehmen Präventivmaßnahmen. Da wollen / sollen auch die Volksvertreter mit guten Beispiel vorangehen und einander und sich selbst durch das Anlegen von Masken vor Ansteckung schützen. Immerhin leiden in der Partnerstadt 45% mehr Menschen an Atemwegserkrankungen und Grippe als per Grenzwert festgelegt. In absoluten Zahlen: 4.000 Fälle, davon fast 2.500 Kinder unter 14 Jahren.

Wladimirer Stadträte

Wladimirer Stadträte

Wie kritisch die Lage einschätzt wird, beweist der Auftritt der ehemaligen Fachbürgermeisterin für Soziales, Kultur und Gesundheit, Jelena Owtschinnikowa, die mittlerweile zur stellvertretenden Leiterin der obersten Gesundheitsbehörde der Region Wladimir ernannt wurde. Die Ärztin berichtete denn auch, derzeit gingen zwischen 400 und 700 Notrufe pro Tag bei der Kinderambulanz ein, das Vier- bis Siebenfache im Vergleich zur Norm. Ein Ansturm, dem die 15 Einsatzteams gar nicht mehr gewachsen seien, weshalb es oft zu zwei- bis dreistündigen Verspätungen komme. Überdies gebe es bereits Engpässe bei den Medikamenten und Atemschutzmasken.

Jelena Owtschinnikowa

Jelena Owtschinnikowa

Noch bedenklicher freilich ist, daß in der Region Wladimir derzeit auch die Schweinegrippe grassiert, unter anderem vom Typ А H1N1 und A H3N2. Mehr als 60 Ansteckungen, davon zwei mit letalem Ausgang, sind in dem Zusammenhang bereits zu beklagen. Da tröstet es wenig, wenn man weiß, daß sich die Lage landesweit ähnlich darstellt und sogar die Staatsduma in der Sache schon aktiv wurde. Uns bleibt nur, Gesundheit zu wünschen, denn der russische Winter kann noch lang werden.

 

Read Full Post »


„Wenn Dietmar Hahlweg in unsere Stadt kommt, ist es eine Sache der Ehre, sich mit ihm zu treffen. – Und eine Sache des Herzens“, bekennt Nikolaj Winogradow, von Dezember 1996 bis März 2013 Gouverneur der Region Wladimir. Die beiden Politiker kennen und schätzen einander bereits seit 1995, als sie gemeinsam das Erlangen-Haus eröffneten. Der spätere Landesvater des Gouvernements war damals noch Präsident der Regionalduma.

Nikolaj Winogradow und Dietmar Hahlweg

Nikolaj Winogradow und Dietmar Hahlweg

Auch wenn die Städtepartnerschaft sicherlich nicht zu seinen Kernaufgaben gehörte, haben ihm die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir viel zu verdanken. Ohne seine persönliche Unterstützung gäbe es beispielsweise den Blauen Himmel nicht, und viele andere Projekte, die über den engeren Rahmen der beiden Städte hinausgehen, wären ohne sein aktives Wohlwollen nur schwer vorstellbar. Desto mehr freut er sich jetzt, wenn er sieht, wie die Zusammenarbeit fortgesetzt wird, – und er bietet, wo nötig und möglich, an, auch in Zukunft beim Austausch anzupacken. „Denn diese Kontakte sind in der momentanen politischen Lage wichtiger denn je. Mindestens ebenso wichtig wie damals gegen Ende des Kalten Krieges“, mahnt Nikolaj Winogradow am gestrigen Vormittag zum Abschied von seinem deutschen Freund.

Anna und Fjodor Lawrow, Wiktor Malygin, Dietmar Hahlweg und Alexander Rybakow

Anna und Fjodor Lawrow, Wiktor Malygin, Dietmar Hahlweg und Alexander Rybakow

Altoberbürgermeister Alexander Rybakow, in der Amtszeit von Dietmar Hahlweg stellvertretendes Stadtoberhaupt von Wladimir und u.a. zuständig für die Organisation des Fränkischen Festes 1993 und die Koordination der Sanierungsarbeiten am Erlangen-Haus, sieht das nicht anders. Der Nachfolger von Igor Schamow und Vorgänger von Sergej Sacharow hat viel Kärrnerarbeit für die Partnerschaft geleistet und ist, wenn auch schon vier Jahre nicht mehr im Dienst, noch immer am Austausch interessiert. Da kommt es auch nicht von ungefähr, wenn er gemeinsam mit Fjodor Lawrow und Wiktor Malygin im Erlangen-Haus erscheint, die beide vor allem in den Bereichen Sport, Tourismus und Bildung ihre ganz eigenen Akzente setzen.

Jurij Iwatko und Jelena

Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Fast gleichzeitig klingeln Jermakowa und Jurij Iwatko an der Tür des Erlangen-Hauses. Das Künstlerehepaar hatte ja schon gleich nach seinem ersten Besuch in Erlangen im vergangenen Dezember angekündigt, möglichst bald wieder in die Partnerstadt kommen zu wollen, nachzulesen unter  http://is.gd/w0ZWqK. Und nun ist es tatsächlich schon im Juli so weit. Jurij Iwatko hat bereits die Skizzen und Modelle für eine Arbeit gefertigt, die er für den geplanten Skulpturenweg in Tennenlohe schaffen will. Ob sie figürlich wird mit einem tiefen Riß durch den Oberkörper als symbolisches Wundmal des Krieges oder eher abstrakt als „erster Stein“, den ein Mensch auf einen anderen geworfen, wird sich vor Ort weisen.

Marlene Wüstner und Soroptimist International Wladimir

Schon seit einigen Jahren trifft sich der Frauenklub Soroptimist International, gegründet 2001 mit Unterstützung aus Erlangen, und entwickelt Projekte, die mit den fränkischen Schwestern umgesetzt werden. Genannt werden sollen hier nur die Unterstützung für die Kinder-TBC-Station, die Einrichtung eines gynäkologischen Behandlungsraums für Mädchen, die Aussstellung zum Thema „Heimat“ mit Schülerarbeiten aus den Partnerstädten oder die Übersetzung eines Romans der Erlanger Krimi-Autorin Ines Schäfer. Gestern nun versammelte sich der Service-Klub, um mit Marlene Wüstner und Bürgermeisterin Jelena Owtschinnikowa die nächsten Aktionen zu besprechen, von denen der Blog sicher bald berichten kann.

Margartia Bersenjewa, Elke Sausmikat, Alexander Bersenjew und Jürgen Ganzmann

Margartia Bersenjewa, Elke Sausmikat, Alexander Bersenjew und Jürgen Ganzmann

Ebenso wie von dem, was Alexander Bersenjew, Chefpsychiater der Region Wladimir, mit Jürgen Ganzmann und seiner Mitarbeiterin, Elke Sausmikat, besprochen hat. Seit 1999 sind die beiden Fachleute für die Therapie von Menschen mit psychischen Erkrankungen nun schon befreundet, wollen es aber nicht beim Rückblick auf ihre großartigen Leistungen – das Projekt „Lichtblick“ gehört ebenso dazu wie das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ – belassen, sondern arbeiten schon wieder an neuen Ideen für den Austausch, von dem es ja gerade jetzt gar nicht genug geben kann.

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: