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Posts Tagged ‘Jelena Ljubar’


In Erlangens Partnerstadt am frühen Morgen angekommen, folgte eine etwas längere Wanderung zum Hostel. Wladimir bot bereits auf den ersten Blick einen deutlichen Kontrast zur Metropole Sankt Petersburg. Viele Häuser sind einfach und von der Sowjetarchitektur geprägt. An vielen Fassaden kann man auch noch Hammer und Sichel oder rote Sterne als Ornamente entdecken. Nach dem Einchecken, Frühstück und Erholungspause machte sich die Gruppe per Bus zur Universität auf. Auf dem Weg dorthin konnten wir weitere Eindrücke der Stadt gewinnen, so passierten wir beispielsweise eine weitere Lenin-Statue.

Willkommen in der Welt des Wissens

An der Universität angekommen, wurden wir in einen prachtvollen Konferenzraum geführt, wo eine Delegation russischer Studenten auf uns wartete. Da Wladimir die Partnerstadt von Erlangen ist und auch die Universitäten eine Kooperation pflegen, hatten wir die Möglichkeit, uns auszutauschen und einander anzunähern. So gewannen wir viele Erkenntnisse über den Alltag der russischen Kommilitonen, beispielsweise liegt die zu erwartende Bezahlung für angehende Akademiker hier weit niedriger als in Deutschland. Andererseits war zu erkennen, wie eng an russischen Hochschulen das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden zu sein scheint. Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten entfaltete sich eine lebhafte Diskussion über die Revolution, Geschichtspolitik und Geschichtsunterricht in beiden Ländern. Nach der Diskussionsrunde bot eine längere Mittagspause die Möglichkeit, sich mit den Gastgebern in kleinerem Kreis zu unterhalten. So wurden uns einige Hörsäle gezeigt, und wir probierten die Mensa aus. Außerdem machten wir nähere Bekanntschaft mit dem Erlanger Austauschstudenten Max Firgau, der ebenfalls bei der Diskussion anwesend war und uns für den Rest unserer Exkursion begleitete. Moritz Florin und Julia Obertreis hatten zudem die Gelegenheit, sich mit ihren russischen Kollegen über weitere Pläne zur Zusammenarbeit auszutauschen.

Demetrius-Kathedrale

Nach der Mittagspause folgte eine Stadtbesichtigung, bei der uns die kenntnisreiche Stadtführerin Jelena Ljubar die Sehenswürdigkeiten von Wladimir präsentierte. Zunächst besichtigten wir die Demetrius-Kathedrale, einen von außen reich mit Reliefs geschmückten Kreuzkuppelzentralbau aus dem 12. Jahrhundert. Der Innenraum ist sehr schlicht, allein einige wenige Fresken aus der Erbauungszeit und ein Dachkreuz, das nun am Altar steht, schmücken das Innere der Kirche. Dann gingen wir zur nahe gelegenen Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert und der Zeit des Großfürstentums Wladimir – Susdal stammt. Im Inneren befinden sich eindrucksvolle Fresken von Andrej Rubljow aus dem 15. Jahrhundert, die unter anderem eine Darstellung des Jüngsten Gerichts zeigen. Der letzte Programmpunkt war dann die Besichtigung der Anlage des Goldenen Tors, das aus derselben Zeit wie die anderen Sehenswürdigkeiten stammt und eine Ausstellung beherbergt. Am Abend traf sich die Gruppe wieder mit einigen der russischen Studenten vom Vormittag, um gemeinsam essen zu gehen. Dabei legten sich vor allem die männlichen Exkursionsteilnehmer mächtig ins Zeug, um bei den russischen Studentinnen einen guten Eindruck zu machen, natürlich nur aus Gründen der Völkerverständigung…

Den letzten Tag unserer Exkursion verbrachten wir im kleinen, ländlichen aber historisch wichtigen Ort Susdal. Neben Max begleitete uns hier auch eine russische Studentin und wieder unsere Städteführerin Jelena Ljubar. Die Reise von Wladimir nach Susdal gestaltete sich als ein kleines Abenteuer an sich, denn der Bus war brechend voll, und eine chinesische Touristengruppe schien, sich uns anschließen zu wollen. In Susdal angekommen, besichtigten wir zunächst das Erlöser-Euphemius-Kloster. In der dortigen Erlöser-Verklärungs-Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert durften wir einem fünfköpfigen Männerchor bei der Interpretation eines Abendgebets in Altrussisch zuhören. Der sphärische Klang des Gesangs vor der Kulisse der bunten Fresken im reich ausgemalten Innenraum war ein einmaliges Erlebnis. Eine weitere Sehenswürdigkeit stellte der Glockenturm der Anlage dar. Um 12 Uhr hörten wir dem dort per Hand intonierten Glockenspiel zu, das überraschend dynamisch und rhythmisch klingt. Außerdem legten wir einen kurzen Halt am Mausoleum des Fürsten Dmitrij Poscharskij ein. Vom Kloster aus liefen wir dann zum Susdaler Kreml. Dort besichtigten wir die innerhalb der Kremlmauern befindliche Mariä-Geburts-Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Ihre blauen Zwiebeldächer muten durch ihre Verzierung an wie ein Sternenhimmel.

Mariä-Geburts-Kathedrale

Im Inneren der Kirche kann man ein goldenes Tor bestaunen, das in der Art auch einmal in Wladimir vorhanden war, bevor es geraubt wurde. Eine weitere Besonderheit im Inneren ist die archetypische Ikonenwand, die durch ihr üppiges Gold beeindruckt. Vom Kreml aus spazierten wir durch den Ort über weite Wiesen und über einen Markt, der allerhand Souvenirs und russische Spezialitäten bot. Die letzte Station in Susdal war das Freilichtmuseum für Holzarchitektur, das Bauernhäuser und Holzkirchen aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausstellt. In der Holzkirche konnten wir im Vergleich zu den bisher besichtigten Kircheninnenräumen eine sehr einfach gehaltene Ikonenwand sehen. Schnitzereien setzten die Ikonen stimmungsvoll in Szene und handgewebte Läufer sorgten für ein familiäres Gefühl. Verschieden große Bauernhäuser auf dem Gelände veranschaulichten die Lebensweise der Bauern unterschiedlicher sozialer Schichten. Im Inneren konnte man sehen, wie die Menschen früher lebten: mit dem Ofen als wichtigstem Einrichtungsgegenstand, den Bänken entlang der Wand und dem großen Tisch in der Stube, über dem in der rechten Ecke des Raums die Ikonenecke schwebte.

Gruppe in Susdal

Nach diesem ereignisreichen Vormittag in Susdal kehrten wir am Nachmittag zurück nach Wladimir. Dort besuchten wir noch das Erlangen-Haus als zentralen Ort der Städtepartnerschaft. Dann ging es zum Abendessen in ein aserbaidschanisches Restaurant. Ein Teil der Gruppe besuchte zuvor jedoch noch einen orthodoxen Gottesdienst in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale. Auch dies war ein faszinierendes Erlebnis, da die Art und Weise, wie der Gottesdienst in der orthodoxen Kirche abgehalten wird, so stark von den katholischen und evangelischen Riten abweicht. Die Gläubigen stehen und können umhergehen. In der Mitte des Raums vor dem Altar stehen die Priester mit der heiligen Schrift und halten im Sprechgesang den Gottesdienst ab, während die Gläubigen sich wiederholt bekreuzigen und verbeugen. Da die Orthodoxie so allgegenwärtig ist und Religiosität in ganz Osteuropa immer noch einen hohen Stellenwert besitzt, war es interessant, während dieser Exkursion auch einen Einblick in die spirituellen Traditionen und Praktiken des Landes zu erhalten. Insgesamt kann man sagen: Die Städte Wladimir und Susdal bilden einen enormen Kontrast zur Millionenmetropole Sankt Petersburg mit ihrer westlichen und imposanten Architektur. Wir erhielten so einen vielseitigen Blick auf das Land mit all seinen Facetten.

Gruppe in Wladimir

Nach einer spannenden Woche machten wir uns am 28. Mai wieder auf den Weg zurück nach Deutschland, was sich ein wenig anstrengender gestaltete als die Hinreise. Zunächst hatten wir drei Stunden in einem eiskalten Zug bis nach Moskau auszuharren, der von Kleinwarenverkäufern und einer in Tarnanzügen gekleideten Gesangsgruppe frequentiert wurde. In Moskau konnten wir dann auf dem Weg vom Bahnhof zum Flughafen einen flüchtigen Blick auf die reich verzierten U-Bahn-Stationen erhaschen. Letztlich kamen wir jedoch alle pünktlich und wohlbehalten wieder in Nürnberg bzw. Erlangen an. Die Exkursion hat uns viele neue und lehrreiche Einblicke in die russische Geschichte und Gegenwart eröffnet, an die wir während unseres weiteren Studiums sicher noch oftmals denken werden.

Jessica Wengel

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Passend zum Pfingstwunder, heute ein weiterer Gastbeitrag von Max Firgau:

Mit dem Vorhaben, innerhalb der Städtepartnerschaft die Kooperation auf Universitätsebene zu stärken, reiste eine 19-köpfige Gruppe Geschichtsstudenten der FAU nach Wladimir. Meine Rolle als Austauschstudent vor Ort war es, für Kontakt zu den lokalen, russischen Studenten zu sorgen. Deshalb animierte ich meine Kommilitonen, die ebenfalls Englisch und Deutsch studieren, sich mit der deutschen Delegation zu treffen.

Gemischte Studentengruppe mit Fremdenführerin Jelena Ljubar ganz rechts im Bild

Anfängliche Skepsis und Schüchternheit wichen rasch offenen und spaßigen Unterhaltungen. So verbrachten die Deutschen und die Russen zwei aufeinanderfolgende Abende in Wladimirer Kneipen miteinander, auch bei der Fahrt nach Susdal schloss sich eine russische Studentin der deutschen Reisegruppe an.

Kneipentour

Letztendlich genossen beide Seiten die Chance zum interkulturellen Austausch, und nach den vielen gemeinsam verbrachten Stunden waren viele neue Freundschaften geknüpft worden, wodurch der Abschied auch nicht ganz leicht fiel. So kann Völkerverständigung gerne funktionieren!

Genaueres ist auf meinem Blog zu lesen, den ich laufend zu meinem Auslandssemester in Wladimir schreibe: http://5monatemitwladimir.blogspot.ru/2017/05/kapitel-15-mal-wieder-besuch-aus.html

Max Firgau

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Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena pflege ich auch einen sehr regen Austausch zwischen Frauen aus unseren Partnerstädten. Schwerpunkte liegen dabei auf Netzwerkbildung bei den Themen „Häusliche Gewalt“, „Alltagsbewältigung“ und ….

Cornelia Bartlau und Olga Dejewa

Nach Reisen in die Partnerstädte Jenas, Berkeley und Lugoj, fuhren in diesem Jahr elf Frauen nach Wladimir. Vom 5. bis 10. Mai mieteten wir uns im Erlangen-Haus ein und waren dort sogleich begeistert vom herzlichen Empfang durch Irina Chasowa, von den gemütlichen Zimmern und vom praktischen Gemeinschaftsraum mit Balkon. Wir fühlten uns in diesem Haus wie in einer großen Wohngemeinschaft. Von dem üppigen Frühstück, welches jeden Morgen für uns wie ein kleines Kunstwerk vorbereitet wurde, schwärmten vor allem diejenigen, die den süßen Start in den Tag bevorzugen.

Frauendelegation aus Jena im Erlangen-Haus

Für fast alle Frauen war es die erste Reise nach Rußland, die erste Begegnung mit russischer Kultur und Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen.

Patriarchengarten

Wir wurden sehr herzlich von der Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, empfangen. Sie begleitete unsere Delegation im Patriarchengarten mit seinem einzigartigen Blick auf die Altstadt, und Walentina Blinowa, seit 25 Jahren dort angestellt, gab uns einen interessanten Einblick in die Geschichte und in die innovativen Zukunftsvorstellungen des Parks. Wir durften uns in das Gästebuch eintragen, welches auch Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew schon für seinen Eintrag in den Händen hielt.


Danach ließ es sich Frau Dejewa nicht nehmen, uns die neugestaltete Fußgängerzone zu zeigen. Auch für mich war vieles neu, vor allem aber überraschte mich, wie ein Stück altes Wladimir so geschmackvoll wiederhergestellt wurde. Ein Bummel bei Sonnenschein wäre ganz sicher noch schöner gewesen, so zog es uns schnell in die warmen Stuben der Souvenirläden. Interessant hier, wie nicht nur viel selbstgemachtes Handwerk verkauft, sondern wie auch Frauen vor Ort ihr Können öffentlich zeigen. Die wunderschönen Schatullen mit der Lackkunstmalerei sind immer wieder ein Hingucker und exotisches Mitbringsel für Freunde zu Hause.
Der Besuch im Wladimirer „Frauenhaus“ wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Mit sehr viel Engagement und großer städtischer Unterstützung finden hier Frauen für einen begrenzten Zeitraum nicht nur eine Unterkunft, sondern auch psychologische und soziale Unterstützung. Den Kontakt zu dieser Einrichtung gibt es schon über einige Jahre, und die Leiterin, Alla Gawrilowa, konnten wir im letzten Jahr zu unserer Tagung „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ in Jena begrüßen.


Susdal, gerade mal 30 Kilometer von Wladimir entfernt, stand ganz oben auf dem Besichtigungsplan. Dank unserem Freund Peter Steger konnten wir diese Fahrt mit Jelena Ljubar machen. Ich war ja schon oft in dort, aber noch nie habe ich es so schön erlebt. Jelena verstand es einfach hervorragend, für uns die Geschichte lebendig werden zu lassen. Wir gingen durch jahrhundertealte Klöster, den Kreml, und immer wieder überraschte unsere Führerin mit einer erfrischend modernen, lockeren Sprache über Details und Zusammenhänge der russischen Kultur. Wir haben es sehr genossen, mit ihr sechs Stunden durch die Stadt zu gehen, und immer hatte sie ein wachsames Auge auf uns. Als eine Teilnehmerin von uns fehlte bemerkte sie es als erste. Mit ihren Anweisungen an den Taxifahrer konnten wir die Vermißte wieder „einfangen“.

Mit Jelena Ljubar in Susdal

Den Abschluß unserer kurzen Reise krönten wir mit dem Besuch der Festlichkeiten zum 9. Mai, dem Tag des Sieges. Obwohl es eiskalt war und leichter Regen fiel, waren viele Wladimirer Frauen, Männer und Kinder auf den Beinen, trugen zu Tausenden das Bild eines gefallenen Angehörigen vom Großen Vaterländischen Krieg. Nach den offiziellen Reden bekam der Tag einen Jahrmarktcharakter mit viel Musik, Tanz zum Mitmachen und Leckerein aller Art.

Wir haben uns in die warme Wohnung einer russischen Familie aufgemacht, die uns alle herzlich eingeladen hatte. Zuerst trauten sich nicht alle Frauen, zweifelten daran, dass wir alle elf Personen Platz hätten. Aber ich kenne die russische Gastfreundschaft und wußte: Das ist kein Problem. Keine fünf Minuten nachdem wir angekommen waren, hatte jede einen Sitzplatz, ein Schnapsglas, und das Essen roch schon aus der Küche. Eine Teilnehmerin fragte unsere Gastgeberin, Sonja Babanina, wie denn das russische Gericht genannt werde und ob es traditionell sei. Mit dem einzigartigen Humor, den ich nur bei Sonja kenne, antwortete sie: „Das sind ja nur Kartoffeln mit Fleisch aus der Dose, ihr seid so viele, und es mußte schnell gehen!“ Gelacht und geredet haben wir viel in den zwei Stunden. Sonja, als ehemalige Deutschlehrerin bei einigen Jugendaustauschbegegnungen im Rahmen von „Mix-Tour“ unsere Übersetzerin, konnte jede neugierige Frage der Deutschen in deren Sprache beantworten.

Uns haben die Begegnungen sehr beeindruckt. Die Menschen in Rußland besitzen eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir hier nicht kennen.


Eine Reise in eine unserer Partnerstädte ist mehr als eine touristische Tour, sie öffnet die Herzen für Verständnis und Freundschaften – in den heutigen Zeiten ein kostbares Gut.


Für uns war es ein großer Schritt nach Wladimir, aber hoffentlich auch viele kleine Schritte für eine kommende Städtepartnerschaft im Dreieck mit Erlangen.

Cornelia Bartlau
Gleichstellungsbeauftragte

s. auch: https://is.gd/37RoHP

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Bei einem auf gerade einmal zwei Tage begrenzten Arbeitsbesuch und der ganz unterschiedlichen Interessen und Aufgaben der Delegationsmitglieder bedürfte es schon einer Drohnenüberwachung, um alles zu verfolgen, was sich gestern so  zwischen dem Erlangen-Haus und der Universität, beim Roten Kreuz und in Deutsch-Kursen, auf dem Stadtrundgang oder dem Ausflug nach Susdal so alles tat. Mangels nachrichtendienstlicher Ambitionen belassen wir es bei einem Blick auf das Ereignis, das am späteren Nachmittag im Landesmuseum alle wieder zusammenführte: die Präsentation des Bandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ in russischer Sprache.

Rose Ebding, Witalij Gurinowitsch und Jelena Ljubar mit Lampenfieber

Dabei handelte es sich nicht einfach „nur“ um eine Lesung, umrahmt von Reden der beiden Stadtoberhäupter, Olga Dejewa und Florian Janik, sowie des Botschaftsvertreters, Lutz-Michael Meyer, die den Band mit Erinnerungen von Wehrmachtssoldaten an ihre Gefangenschaft hauptsächlich in Lagern der Region Wladimir als Zeugnis der Versöhnung zwischen Deutschen und Russen würdigten, vielmehr gewann das in einer Auflage von 450 Exemplaren erschienene Werk eine plastische Tiefenschärfe und einen emotionalen Höhepunkt durch eine szenische Aufführung von Schülern aus Nischnij Nowgorod und den bewegenden Auftritt von Wolfgang Morell, dem man in Wladimir als Gefangenem nach schwerer Erkrankung 1942 „das Leben zurückgegeben hatte“.

Stilleben mit Büchern

Doch bleiben wir kurz bei dem Band, der so angenehm leicht in der Hand liegt, ein gelungenes Layout hat und durch ein ansprechendes Schriftbild überzeugt. Einfach gut gemacht, wie schon in Erlangen auch nur möglich dank einer Reihe von Sponsoren und natürlich durch das Geschick des Historikers, Witalij Gurinowitsch, der alle Fäden in den Händen hielt und das bisher aufwendigste publizistische Projekt der Partnerstädte mit Verve vorantrieb. Und der Autor, Peter Steger? Er konnte sich nur freuen über das große Interesse an dem Buch, das er als sein ganz persönliches Geschenk an die Menschen in der Partnerstadt versteht, mit der er selbst seit nunmehr schon dreißig Jahren eng verbunden ist.

Max Firgau

Besonders erfreulich die Anteilnahme der Jugend, etwa des FAU-Studenten, Max Firgau, der gegenwärtig im Rahmen des Go-East-Programms in Wladimir Russisch lernt, Deutsch unterrichtet, Seminare und Vorlesungen an der Universität besucht und bei der Betreuung von Gästen aus Erlangen hilft. Aber natürlich auch die Anerkennung seitens der Deutschen Botschaft und die Berichterstattung der lokalen Medien.

Florian Janik, Olga Dejewa, Wladislaw Poldjajew und Lutz-Michael Meyer

Die größte Freude wurde aber sicherlich Wolfgang Morell zuteil, dem am Ende seines ergreifenden Rückblicks auf die Geschehnisse vor 75 Jahren ein Pärchen aus der Schule, wo seinerzeit das lebensrettende Hospital untergebracht war, eine Bühneneinlage widmeten und ein Bild überreichte. Noch spät am Abend fand der Veteran kaum Worte, um seinen überwältigenden Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Ein Bild für Wolfgang Morell

Dabei sollte die große Überraschung erst noch kommen: der große Auftritt der Schülertruppe des Gymnasiums Nr. 1 in Nischnij Nowgorod, an dem Rose Ebding Deutsch unterrichtet. Von ihrem Projekt berichtet sie selbst in dem gemeinsam mit ihrem Mann, Hans-Joachim Preuß, betriebenen Blog, weshalb hier zum Inhalt der Link genüge: https://is.gd/dT7SCo

Schülertheater Rose Ebding

Gesagt werden soll aber schon, wie überzeugend die Jugendlichen den Stoff auf die Bühne bringen, ausdrucksstark, mit wohldosierten Gesten, erstaunlich sauber intonierten Liedern und immer wieder überraschend eingeworfenen deutschen Versatzstücken. Man spürt die strenge Hand der Regie, wenn Mimik und Bewegung Stimmung vermitteln, man spürt aber auch, wie intensiv sich das Ensemble mit dem für die heutige Generation so fernen Stoff aus Gefangenschaft, Verzweiflung, Not, gepaart mit Barmherzigkeit und Anteilnahme, verzaubert vor sieben Jahrzehnten von der zarten Liebe von zwei Deutschen, Wolfgang Morell und Claus Fritzsche, zu einer Russin, Schanna Woronzowa, mit der sie über den erzwungenen Abschied hinaus bis heute verbunden bleiben. Nachzulesen für alle, die das Buch nicht zur Hand haben, hier im Blog unter https://is.gd/3DVrjV

Schülertheater Rose Ebding

Hellauf begeistert von der schauspielerischen Leistung, sprach Florian Janik noch an Ort und Stelle eine Einladung an die Truppe nach Erlangen für den Herbst aus. Ort und Zeit dieses Gastspieles stehen natürlich noch nicht fest. Wladimir hat es da besser, denn das Stück, nach dem Buch „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ benannt, wird heute in der Partnerstadt in voller Länge gegeben, nachdem gestern nur Auszüge zu sehen waren.

Schülertheater Rose Ebding

Die Frage eines Journalisten nach möglichen Auswirkungen der Publikation des Erinnerungsbandes auf die Städtepartnerschaft ist damit auch schon beantwortet.

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Was nun noch fehlt, ist der Dank an Altoberbürgermeister, Igor Schamow, der es erfolgreich übernommen hatte, Sponsoren für das Vorhaben anzusprechen, und natürlich an die Übersetzerin, Jelena Tschilimowa, unterstützt von Julia Alexandrowa und Eduard Sirko. Die Mühe hat sich gelohnt, und wieder schließt sich ein weitgezogener Kreis, in dem sich Freundschaft im Miteinander vollendet.

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Was Sie über Wladimir wissen sollten:

Mariä-Entschlafens-Kathedrale mit Wladimir-der-Täufer-Denkmal

  1. Wladimir und Erlangen sind 1983 das erste Partnerschaftspaar zwischen der UdSSR und Bayern.
  2. Wladimir nannte sich früher Wladimir an der Kljasma und Wladimir hinterm Wald, um Verwechslungen mit der gleichnamigen Stadt im Südwesten des Russischen Reiches, Wladimir Wolynskij, in Wolhynien (heute Ukraine) gelegen, zu vermeiden.
  3. Wladimir ist eine der ältesten russischen Städte, doch bis heute streiten sich zwei Fürsten um den Titel des Gründervaters: Wladimir der Täufer im Jahr 990 und Wladimir Monomach im Jahr 1108.
  4. Wladimir war nach dem Fall Kiews und vor dem Aufstieg Moskaus vom 12. bis 14. Jahrhundert Hauptstadt des Russischen Reiches.
  5. Am Stadtrand von Wladimir liegt Sungir mit Ausgrabungen aus dem Jungpaläolithikum (25.000 bis 30.500 Jahre v.Chr.) und ca. 70.000 Funden aus der Frühzeit des Menschen.
  6. Die Wladimirer Gottesmutter, eine wundertätige und besonders verehrte Ikone, soll Moskau vor dem Angriff Tamerlans im Jahr 1395 gerettet haben, als er mit seinem Reiterheer ohne erkennbaren Grund bei Jelzo umkehrte, ohne weiter auf die künftige Hauptstadt vorzurücken, wo sich damals das Heiligenbild befand. Seither gilt die Wladimirer Gottesmutter als Schutzpatronin des ganzen Landes und kehrte nie mehr in die alte Hauptstadt zurück. Das Original ist heute in der Tretjakow-Galerie zu sehen.
  7. Der weltbekannte Ikonenmaler Andrej Rubljow gestaltete die berühmte Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir aus und schuf damit sein größtes zusammenhängendes Fresko, deren zentraler Teil das Jüngste Gericht darstellt, wo die traditionell so bedrohliche Szene sich in ein lichtes Fest des Triumpfes von Gerechtigkeit und Glorie verwandelt, ein Beleg für den spirituellen Wert des Menschen.
  8. Alexander Newskij, ein später heiliggesprochener Feldherr, regierte elf Jahre lang Wladimir und wurde dort auch im Weihnachtskloster begraben, bevor man seine sterblichen Überreste unter Zar Peter I nach Sankt Petersburg überführte. Der Großfürst wurde im Jahr 2008 beim Wettbewerb „Der Name Rußlands“ von Internetnutzern, Fernsehzuschauern und Radiohörern zum Sieger gewählt.
  9. Der italienische Architekt Aristotele Fioravanti baute in den 70er Jahren des 15. Jahrhunderts die Entschlafenskathedrale im Moskauer Kreml nach dem Vorbild der gleichnamigen Kirche in Wladimir.
  10. In Wladimir gab es früher fünf oder sogar sieben Tore. Heute steht nur noch das Goldene Tor, der Einlaß in das prächtige Innere der Stadt.
  11. In den 60er Jahren drehte Andrej Tarkowskij in Wladimir einen Film von Weltruf: „Andrej Rubljow“.
  12. In Wladimir gibt es drei Bauten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen: das Goldene Tor, die Demetriuskathedrale und die Mariä-Entschlafens-Kathedrale.
  13. Einzigartig an der Demetriuskathedrale – ihre dekorative Fassadengestaltung. Der gesamte obere Teil ist wie von einem Teppich von Steinmetzarbeiten bedeckt, Figuren und Gestalten, die auch nach acht Jahrhunderten noch Rätsel aufgeben. Was bedeuten die galoppierenden Reiter, was sagt uns der auf einem Thron sitzende biblische König David, warum steigt Alexander der Große in den Himmel auf, wozu zeigt Herakles hier seine berühmten Heldentaten, welche Funktion haben die die Löwen, Vögel, Greife und Fabelwesen?
  14. Das Goldene Tor in Wladimir ist das einzige Denkmal, das drei Funktionen in sich vereint: Triumphbogen, Verteidigungsanlage und Turmkirche.
  15. Eine der bekanntesten Legenden der Stadt hängt mit dem Besuch von Zarin Katharina II im Jahr 1767 zusammen, die – nach der einen Version – mit ihrer Kutsche im Goldenen Tor steckenblieb, obwohl es fünf Meter breit ist, oder – wie eine andere Überlieferung behauptet – einfach die Durchfahrt fürchtete, weil das Gebäude in einem baufälligen Zustand war. Jedenfalls befahl die Herrscherin eine Renovierung und den Abriß des Teils vom Befestigungswall, der damals noch unmittelbar bis zu den Mauern des Goldenen Tors reichte, um ungehindert in die Stadt gelangen zu können.

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Zusammengestellt von Jelena Ljubar und Nadja Steger. Fortsetzung folgt.

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1964 erschien „Herzog“, ein Roman von Saul Bellow, der heute so lesenswert ist wie damals und einen Aufruf enthält, den man angesichts der Menschenschlächterei in Syrien hinausschreien möchte in eine Welt, die scheinbar nur noch weghören will:

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Dreiländertreffen Soroptimist International

Die Sache war, daß es Menschen gibt, die die Menschheit vernichten können, und daß sie töricht, anmaßend und verrückt sind und gebeten werden müssen, es nicht zu tun. Laßt die Feinde des Lebens abtreten. Laßt jeden Menschen sein Herz prüfen. Ohne einen großen Wandel meines Herzens würde ich mir nicht zutrauen, eine führende Stellung zu bekleiden. Liebe ich die Menschheit? Genug, um sie zu verschonen, wenn ich imstande wäre, sie in die Hölle zu schießen? Laßt uns alle unsere Leichentücher umhängen und nach Washington und Moskau marschieren. Laßt uns alle, Männer, Frauen und Kinder, uns hinlegen und schreien: „Laßt das Leben fortdauern – wir mögen es nicht verdient haben, aber laßt es dauern.“

Christine Faigle

Christine Faigle

Dem Flehen und Bitten setzt der Literatur-Nobelpreisträger, dessen Eltern aus Sankt Petersburg in die Neue Welt emigriert waren, freilich einen wenig hoffnungsfrohen Kontrapunkt entgegen:

Dreiländertreffen Soroptimist International

Dreiländertreffen Soroptimist International: Rentia van Eldik und Inge Richter

In jeder Gemeinschaft gibt es eine Kategorie von Menschen, die für die übrigen unsäglich gefährlich ist. Ich meine nicht die Verbrecher. Für die haben wir Strafmaßnahmen. Ich meine die Führer. Ohne Ausnahme streben die gefährlichsten Leute nach der Macht.

Karin Roberts, Gabriele Saemann und Natalia Serdjukowa

Karin Roberts, Gabriele Saemann und Natalia Serdjukowa

Auch wenn sie es nicht für sich öffentlich reklamieren, wirken die Verantwortlichen der Lokalpolitik in Erlangen und seinen Partnerstädten fast wie wider besseren Wissens fünf Jahrzehnte später noch immer dem drohenden Weltenbrand entgegen, unterstützt von ihrer internationalen Armee der kleinen Leute, die da guten Willens sind. Gäbe es nur mehr von ihnen…

Schulleiterin und Gastgeberin Carmen Vogt

Schulleiterin und Gastgeberin Carmen Vogt

Mehr von ihnen – wie von Soroptimist International, die gestern in der Pestalozzischule ihr Dreiländertreffen abhielten, dessen Ergebnis Schatzmeisterin Doris Lang ebenso spontan wie treffen auf die Formel brachte: „Viele Unterschiede, aber keine Differenzen!“

Die drei Gäste aus Riverside: Lynn Scecina, Jeanne Hatcher und Karin Roberts

Die drei Gäste aus Riverside: Lynn Scecina, Jeanne Hatcher und Karin Roberts

Just an dem Tag waren Mitglieder des Service-Klubs für Frauen aus den amerikanischen und russischen Partnerstädten, Riverside und Wladimir, mit ihren Schwestern aus Erlangen zusammengekommen, als der diplomatische Faden zwischen Washington und Moskau auf der Bühne der UNO zum Zerreißen gespannt war, just an dem Tag suchten die Sorores gemeinsam nach Ähnlichkeiten und Verschiedenartigkeiten der Rolle von Frauen in den unterschiedlichen Gesellschaftssystemen.

Natalia Serdjukowa

Natalia Serdjukowa

Moderiert von Christine Faigle kamen in Kurzreferaten und Diskussionen all die Fragen zur Sprache, die nirgendwo auf der Welt bisher zufriedenstellend geklärt sind: Warum haben es Frauen noch immer so schwer, in Führungspositionen aufzurücken? Wann gibt es für gleiche Leistung endlich auch gleiche Entlohnung? Wie lassen sich junge Frauen auf ihrem Weg ins Berufsleben begleiten und unterstützen?

Naina Akimowa und

Naina Akimowa und Marianne von der Emde

Während amerikanische und deutsche Frauen sich in der Karriere oft ähnlich behindert erleben, betonen die russischen Gäste, ihnen stünden alle Türen zum Aufstieg offen, und unterschiedliche Löhne und Gehälter gebe es ohnehin nicht. Dafür sei es in Wladimir wiederum erheblich schwieriger – wegen der Steuergesetzgebung -, Spenden einzuwerben und überhaupt eigene Projekte auf die Beine zu stellen. Wohl auch, weil dort nach dem allgemeinen gesellschaftlichen Verständnis noch immer und schon wieder die öffentlichen Einrichtungen für die Daseinsfürsorge als zuständig gesehen werden. Ganz anders als in den USA, wo ein mit Steuern finanziertes Sozialsystem – vom Gesundheitswesen ganz zu schweigen – von einem großen Teil der Bevölkerung mit Argwohn betrachtet wird.

Naina Akimowa und Doris Lang

Naina Akimowa und Doris Lang

Wie enorm auch in einer durchaus wohlhabenden Stadt wie Riverside der Bedarf an Wohltätigkeitsorganisationen ist, zeigt eine beeindruckende Zahl: Mehr als 70 Benefizvereine tun Gutes in der kalifornischen Partnerstadt, in der Region, dem County, sind es über 300 solcher Serviceklubs. Will man da ehrenamtlich erfolgreich sein, sollte man sich kreativ zeigen bei der Suche nach Sponsoren und bei der Organisation von Wohltätigkeitsveranstaltungen.

Jelena Ljubar

Jelena Ljubar und Rentia van Eldik

Und noch so ein Unterschied: Während an Soroptimist Riverside zumeist von außen Anträge auf Unterstützung gestellt werden, sucht sich der Erlanger Klub seine Projekte selbst aus – ebenso wie die seit 2001 in Wladimir bestehende Organisation.

Natalia Serdjukowa und Galina Larytschewa

Natalia Serdjukowa und Galina Larytschewa

Aber da gibt es auch überraschende Übereinstimmungen zwischen den amerikanischen und russischen Schwestern: Hier wie dort kostet es buchstäblich ein Vermögen, wenn man studieren will und nicht gerade ein Stipendium erhält. Da sehen es die Frauen von Soroptimist International als ihre Aufgabe, junge Talente zu fördern, denen die finanziellen Mittel fehlen. Überhaupt die Bildung und im weitesten Sinne Aufklärung – ein gemeinsames Betätigungsfeld, angefangen von der Beratung für Mädchen, um nicht ungewollt schwanger zu werden, bis hin zur Berufsorientierung.

Jelena Ljubar

Jelena Ljubar

Viele Gemeinsamkeiten bei allen Unterschieden, ein Arbeitstag, der mit einem Kochabend ausklang und alle zufrieden stimmte. Mehr noch: Im April 2018 feiert Soroptimist Riverside sein siebzigjähriges Bestehen, und spätestens dann will man sich wiedersehen zum nächsten Dreiländertreffen. Bis dahin lassen die Führer dieser Welt unser Leben hoffentlich weiter fortdauern, damit die Armee der kleinen Leute guten Willens um einige weitere Köpfe und Herzen wachsen kann.

Bilder: Nadja Steger

P.S.: Heute ist der Internationale Tag zur vollständigen Abschaffung der Atomwaffen.

 

 

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Das letzte große Gemeinschaftsprojekt des Stadtmuseums Erlangen und des Landesmuseums Wladimir – „Gottes Acker“ mit Bildern des Künstler-Mönchs, Pater Innokentij – geht ins Jahr 2008 zurück. Davor gab es immer wieder Ausstellungen zu den Themen „Landeskunde“, „Ikonen“ oder „Kriegsgefangenschaft“ – und einen Fachaustausch, besonders im Bereich Museumspädagogik. Um diese gute Tradition fortzusetzen, besuchte nun Jelena Ljubar, im Wladimirer Landesmuseum für die Ausbildung von Fremdenführern zuständig, die Kolleginnen am Martin-Luther-Platz und brauchte nicht lange für eine engere Zusammenarbeit werben. Gertraud Lehmann, die Kuratorin der Photographie-Schau „Gottes Acker“, kennt Wladimir bereits aus eigener Erfahrung, und Brigitte Korn, seit dem Herbst Leiterin des Stadtmuseums, an dem sie vor den „Gastspielen“ auf der Burg Abenberg und im Nürnberger Fembohaus ihre ersten beruflichen Schritte getan hatte, freut sich schon darauf, ihre städtepartnerschaftlichen Wissenslücken bald schließen zu können.

Getraud Lehmann, Jelena Ljubar und Brigitte Korn

Getraud Lehmann, Jelena Ljubar und Brigitte Korn

Und sie ist stolz darauf, eine Kooperation mit einem Museumskomplex eingehen zu können, zu dem 56 Architekturdenkmäler – darunter acht mit dem Status des UNESCO-Weltkulturerbes – gehören und wo in drei Städten – Wladimir, Susdal und Gus-Chrustalnyj – bis zu 35 Ausstellungen zeitgleich gezeigt werden. Nicht von ungefähr zählt das Landesmuseum europaweit zu den zehn größten und wichtigsten seiner Art. Da darf man jetzt schon gespannt sein, was in der musealen Zusammenarbeit zum 35jährigen Partnerschaftsjubiläum 2018 zu erleben sein wird.

Nadja Steger und Jelena Ljubar

Nadja Steger und Jelena Ljubar

Doch Jelena Ljubar, deren Besuch morgen schon wieder zu Ende geht, ist auch noch in einer anderen Mission unterwegs. Nein, es geht nicht um den Vortrag vom Freitag an der Volkshochschule, über den Bürgermeisterin Elisabeth Preuß sagte: „Der Abend war wunderbar, ich hätte Lena noch lange zuhören können!“, es ist das ehrenamtliche Engagement der Besucherin, von dem noch kurz die Rede sein soll. Heuer werden es nämlich 15 Jahre, seit Soroptimist International Erlangen in Wladimir einen Partnerklub gegründet hat. Und von Beginn an dabei: Jelena Ljubar.

Jelena Ljubar, Nadja Steger, Carmen Vogt und Gabriele Saemann

Jelena Ljubar, Nadja Steger, Carmen Vogt und Gabriele Saemann

Einen sogenannten „Partner-Link“ hat der Erlanger Service-Klub aber auch – seit fünf Jahren – zu den Schwestern in Riverside, Kalifornien. Ganz dem internationalen Austausch verpflichtet, ist deshalb für den September in Erlangen ein Drei-Länder-Treffen von Soroptimist geplant: deutsch-russisch-amerikanisch. In politisch so angespannten Zeiten ein ermutigendes Zeichen – und viel Stoff für Planungsgespräche der Klub-Schwestern Gabriele Saemann, Carmen Vogt, Nadja Steger – und vorab schon Angela Dörfler und Doris Lang – mit Jelena Ljubar. Schöner kann Partnerschaft kaum sein. Gutes Gelingen!

S. auch: http://is.gd/JMszlM

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