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Posts Tagged ‘Jelena Jermakowa’


Gestern feierte der Chefredakteur des Blogs Geburtstag. Wie es die Fügungen des Lebens so wollen, holte Irina Chasowa just am 5. April das von Jelena Jermakowa im Jahr 2015 gezeichnete Portrait des Partnerschaftsbeauftragten aus der Galerie ab, wo es im Rahmen einer Ausstellung einen Monat lang bis zum vergangenen Sonntag gehangen hatte. Nun, so der Beschluß der Direktorin des Erlangen-Hauses und ihres Teams, soll das Kunstwerk in der Schaltzentrale der Städtepartnerschaft hängen, bis der Kollege und Freund endlich wiederkommt, der aus den bekannten Gründen seit September 2019 (!) nicht mehr in Wladimir gesehen ward.

Irina Chasowa, Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa und Swetlana Schelesowa

Die Arbeit von Jelena Jermakowa weckte natürlich sofort die Erinnerung an ein weiteres Portrait, gezeichnet im Jahr 2003 von Michail Belan. Und nun der wagemutige Blick in die Zukunft. Es laufen bereits die Vorbereitungen auf den Russisch-Deutschen Wochen im Januar 2022. Bis dahin sollte die Pandemie von all den Impfstoffen dahingerafft sein. Eingeladen jedenfalls ist schon einmal der Künstler aus Wladimir, um einen Zeichenkurs zu geben und das eine oder andere Bildnis anzufertigen. Und schon im Mai ist eine Arbeit des Karikaturisten im Rahmen einer Ausstellung der katholischen Hilfswerks Renovabis in Herz Jesu zu sehen. Näheres dazu etwas später.

Aber nicht nur zum Geburtstag gibt es einen Nachtrag: Gestern traf in der Redaktion auch noch dieser Ostergruß von Wladimir Fedin ein. Ein schönes Bild kommt ja nie zu spät – und außerdem steht ja am 2. Mai das orthodoxe Osterfest an. Dann freilich sollte rund um Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl auch der letzte Schnee weggetaut sein.

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Am 4. März öffnete in Wladimir eine Ausstellung mit Jelena Jermakowa und Anna Titowa aus der Kreisstadt Alexandrow, 125 km nordwestlich der Partnerstadt gelegen.

Partnerschaftsbeauftragter, Peter Steger, vor dem Erlanger Rathaus

Gestern nun schickte Jelena Jermakowa den bebilderten Veranstaltungshinweis mit Wiedererkennungseffekt.

Anna Titowa und Jelena Jermakowa

Die Künstlerin, die erst 2014, nach dem Tod ihres ersten Mannes, zum Bleistift griff und sich später auch der Skulptur zuwandte, zeigt nämlich in der Schau auch Arbeiten, die im Sommer 2015 entstanden, als sie zusammen mit Jurij Iwatko nach Erlangen, genauer gesagt in den Ortsteil Tennenlohe, kam, wo der Bildhauer sein „Letztes Opfer“ schuf, während sie unablässig Ansichten und Gesichter zeichnete.

Jelena Jermakowa und eine Ansicht vom Skulpturenpark Tennenlohe

Verkäuflich sind Jelena Jermakowas Werke übrigens nicht. Die Unternehmensgründerin führt ihre eigene Werbeagentur und betreibt die Kunst für Herz und Seele. Zum Weltfrauentag wünscht sie sich denn auch die Vereinbarung von Brotberuf, Familie und Kreativität. Wie schön das gelingen kann, ist hier zu sehen.

Skulptur „Ultraviolett“, 2018, Bronze und Ton

Weitere Portraits der russischen Künstlerin sind hier zu finden: https://is.gd/XS6qMs

Und die Glückwünsche zum Weltfrauentag? Die sind nicht vergessen und finden Ausdruck in diesem Bild, gesehen vom Chefredakteur des Blogs, der sich dilettierend immer wieder in der Lichtbildnerei versucht.

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Heute begeht der Künstlerverband der Region Wladimir seinen 75. Jahrestag mit der Eröffnung einer großen Ausstellung. Die Verbindungen nach Erlangen reichen bis ins Jahr 1986 zurück, als im Rahmen der Kultur- und Sporttage in Wladimir die ersten Künstlerbegegnungen stattfanden.

Dmitrij Cholin bei der Begrüßung einer Gruppe des Kunstvereins Erlangen in Wladimir 2009

Seither finden immer wieder wechselweise Ausstellungen statt, wobei die letzte, im Mai d.J. zum 75. Jahrestag des Kriegsendes ins Internet verlegt wurde. Unmöglich, alle gemeinsamen Aktionen und Initiativen hier zusammenzustellen – allein schon die erste Ausstellung mit Graphikern aus Wladimir im Jahr 1991, angeregt und betreut vom Journalisten Axel Mölkner mit dem Kunstvereinsvorsitzenden Adam Stupp wäre einen eigenen Rückblick wert -, aber die nun folgenden Glückwünsche mögen einen Eindruck von Intensität und Vielfalt der Verbindungen geben.

Rudolf Schloßbauer und Natalia Britowa 2011 vor Arbeiten des 2010 verstorbenen Wladimirer Künstlers Kim Britow, der bereits 1987 erstmals in Erlangen ausgestellt hatte.

Zuvor aber auch noch ein Wort des Dankes an Jutta Brandis.

Jutta Brandis

Sie betreute über drei Jahrzehnte hinweg die Kunstkontakte seitens der Volkshochschule und feierte mit der von der Gruppe Andersartig mit Kirill Wedernikow gestalteten Ausstellung im Februar 2019 ihren Ausstand.

Irene Hetzler, Florian Janik, Kirill Wedernikow, Carolin Gugel und Hans-Peter Singer, 2019

Lieber Herr Cholin, liebe Künstlerinnern und Künstler,

zu Ihrem 75jährigen Jubiläum wünschen wir Ihnen im Namen des Kunstvereins Erlangen und der Gruppe Plus alles Gute, weiterhin viel Erfolg und eine gute Zukunft!

Auch wenn uns ein paar Steine in den Weg gelegt werden, so bleiben wir weiterhin in Kontakt und hoffen, eine Ausstellung und eine Begegnung nachholen können. Die Beziehungen zwischen unseren Vereinen bestehen ja schon viele Jahre, und wir freuen uns darauf, auch in Zukunft etwas gemeinsam zu gestalten.

Viele Grüße & alles Gute

Jutta Keller (1. Vorsitzende ) & Nils Naarmann (Sprecher Gruppe Plus)

Herzliche Grüße und Glückwünsche aus Erlangen-Tennenlohe!

Der „Kunstkreis Tennenlohe“ gratuliert dem Kunstverein der Region Wladimir sehr herzlich zum 75jährigen Jubiläum. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen, die jetzt genau halb so alt wie Ihr Verein ist, haben zahlreiche Künstler ihres Verbandes Tennenlohe besucht und bei uns Arbeiten geschaffen, die dazu beitragen, diese Partnerschaft fest in unserem Stadtteil zu verankern. Für diesen künstlerischen Beitrag sind wir sehr dankbar.

Sergej Tschernoglasow und Dieter Puschmann, 2019

Ihr Verein ist unmittelbar nach dem Ende des furchtbaren Krieges gegründet worden, der über unsere beiden Völker unendliches Leid gebracht hat. Wir sind glücklich über den Frieden, der seitdem zwischen unseren Völkern herrscht. Heute ist der enge Austausch von Künstlern aus Wladimir und Erlangen ein starkes Zeichen dafür, wie gut sich die Menschen in unseren Regionen verstehen.

Isabelle Brisset, Nuna Frei, Sergej und Igor Tschernoglasow sowie Kirill Wedernikow vor ihrem kollektiv geschaffenen Bild, 2019

Der Beitrag, den Mitglieder Ihres Vereins dazu leisten, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Dazu übermitteln wir nochmals unseren Dank und unsere Glückwünsche.

Dietrich Puschmann,Vorsitzender des Kunstkreises Tennenlohe

Liebe Wladimirer und Mitglieder des Kunstvereins der Region Wladimir,

es ist mir eine besondere Ehre, Ihnen, meine liebgewonnenen Freunden und Künstlerkollegen, zu Eurem 75. Jubiläum gratulieren zu dürfen.

Jelena Jermakowa vor dem Trafohäuschen in Tennenlohe, gestaltet von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow

Ob Prof. Sergej Jermolin, Igor Tschernoglasow mit Sohn Sergej, Anatolij Denissow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa, Kirill Wedernikow oder auch die Gruppe der werdenden Kunsterziehungslehrer, wir können schon auf einige erstaunliche partnerschaftliche Projekte zurückblicken. Igor Tschernoglasow haben wir sogar bis nach Guatemala entführt.

Rolf Schowalter, Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko, 2015

Beim Künstlertreffen im Lewitan-Haus, hat es mir besonders gut gefallen! Das ist und war und bleibt echt gelebte Partnerschaft.

Dieter Erhard und sein im Lewitan-Haus entstandener Stein „Run 2016“

Für Eure und unsere gemeinsame Zukunft wünschen wir, meine Frau Miriam und ich, Euch eine gute Zeit alles erdenklich Gute und ein Glas Wodka zu Eurem 75. Geburtstag. Bleibt gesund!

Dieter und Miriam Erhard aus Erlangen-Tennenlohe

Im Anhang grüßt Euch mein Aquqila Giganteus aus Tennenlohe!

Meine liebe Freunde, meine lieben Kollegen,

Zu Eurem 75. Jubiläum wünschen Euch die Erlanger Künstler und ich alles Gute, weiterhin mindestens noch 75 kreative Jahre und sicherlich noch viele-viele Treffen und gemeinsame Ausstellungen mit uns.

Christian Hamsea und Oleg Modorow im Lewitan-Haus 2014

Ich schätze mich zu den Glücklichen, die die Ehre hatten, solch talentierte, hingebungsvolle und großartige Künstler wie Euch kennenzulernen. Neben gemeinsamen Treffen und Ausstellungen kann ich heute behaupten, unter Euch richtige Freunde für’s Leben gefunden zu haben. Ich bin bis heute dankbar für die gegenseitige Inspiration und die intensiv gemeinsam erlebte Zeit. 

Henrike Franz im Gespräch mit Anatolij Denissow, 2014

Was mit einem kleinen Clash of Civilizations 2002 bei unserem ersten Treffen in Wladimir begann, entwickelte sich zu einer der schönsten Freundschaften aller Zeiten! Hier auch mein Dank an die, die es möglich machten. 

Wladimir Rusin, verstorben an COVID-19 am 16. Juli 2020

Mit Trauer erinnere ich mich auch an die schon Verstorbenen unter uns und versichere, sie in meinen Gedanken, Malereien und in meinem Herzen lebendig zu halten. Ich bin überzeugt davon und glaube fest daran, was unser lieber Wolodja Rusin sagte: „Wir Künstler sind eine Nation mit einer eigenen Sprache!“

„Ausflug mit dem Lehrer“ von Pjotr Dik, verstorben 2002 im Künstlerdorf Worpswede

Seid herzlich umarmt und feiert schön, morgen kann alles anders sein! „Maybe чуть-чуть ЗА нашу дружбу!“

Prof. h.c. Lucian Christian Hamsea, Fine Artist

Zu guter Letzt noch die Grußbotschaft von Nils Naarmann nach Wladimir vom Mai des Jahres:

P.S.: Die besten Wünsche zum 75jährigen Jubiläum des Kunstvereines Wladimir nachgereicht von den Mitgliedern der Gruppe Andersartig, Hans-Peter Singer, Irene Hetzler, Carolin Gugel und Michael Ort, mit dem Wunsch auf zukünftig verstärkte Zusammenarbeit.

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Eine literarische Skizze von Tatjana Oserowa und Ansichten aus Tennenlohe von Jelena Jermakowa versuchen heute, eine Verbindung einzugehen und Sie durch den Tag zu begleiten.

Du gehst, läufst, hetzst durch das Leben und läßt etwas für immer hinter dir, etwas, das nie mehr zu dir zurückkommt, sich nie mehr wiederholt, nie mehr zu hören sein wird…

Jelena Jermakowa: Abendstimmung in Tennenlohe, 2015

Ich nahm so früh Abschied von Mamas zärtlicher Anrede „Mein Töchterchen!“. Keiner meiner verstorbenen Brüder wird mir je wieder sagen „Schwesterchen, du bist meine Kleine“ oder freudig rufen, wenn er mich von weitem auf der Straße sieht „Tanjuschka-a-a“, niemand wird mich mehr „meine Herzallerliebste“ nennen.

Jelena Jermakowa: Skulpturengarten in Tennenlohe, 2015

Doch das Herz erinnert schmerzlich die vertrauten Stimmen, die Intonation, das Timbre, den herzerwärmenden Klang, alle versunkenen Bilder deines gelebten Lebens blinken auf und beleben sich.

Jelena Jermakowa: Tennenlohe, 2015

Zum Glück „habe ich noch Adressen“, wo man mich Schwester, Mama und Oma nennt.

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Als Jelena Jermakowa 2015 ihren Mann, Jurij Iwatko, nach Erlangen begleitete, tat sie das nicht (nur) als seine Muse, sondern ganz in eigener Sache. Während der Bildhauer nämlich sein „Letztes Opfer“ für die Skulpturenachse in Tennenlohe schuf, füllte sie ganze Mappen mit ihren Skizzen und Graphiken.

Jelena Jermakowa, Tennenlohe, August 2015

Nun schickte die Künstlerin aus Alexandrow, fast zwei Autostunden nordwestlich von Wladimir gelegen, gestern eine Nachricht, die nicht viele Worte macht, es aber in sich hat:

Jelena Jermakowa: Dieter Erhard

Ein Gruß aus Alexandrow von Jelena Jermakowa. Ich habe eine Reihe von graphischen Arbeiten zu meinen Eindrücken von unseren Begegnungen angefertigt. Jurij und ich denken oft an unsere Deutschlandfahrt zurück. Ich möchte meine Arbeiten, den hier gezeichneten Freunden zur Erinnerung an unsere Freundschaft zum Geschenk machen.

In Liebe, Jelena

Jelena Jermakowa: Russana Hillmann

Da bekommt an eine Ahnung davon, was diese deutsch-russische Städtepartnerschaft im Innersten zusammenhält.

Jelena Jermakowa: Reiner F. Schulz

Zu der Meisterschaft der Künstlerin braucht wohl nichts weiter gesagt zu werden, ihr Können spricht für sich und sie.

Jelena Jermakowa: Peter Steger

Nur kurz zu den dargestellten Personen: Dieter Erhard, selbst Künstler und immer wieder Gast in Wladimir und anderen Partnerstädten, organisierte freundschaftlich das Symposium in Tennenlohe; Russana Hillmann begleitete das Ehepaar freundschaftlich nach Rothenburg o.d.T.; Reiner F. Schulz, wie Dieter Erhard in Wladimir nicht unbekannt, brachte die beiden freundschaftlich mit weiteren Mitgliedern des Erlanger Kunstvereins zusammen; der Partnerschaftsbeauftragte, Peter Steger, durfte das Projekt freundschaftlich begleiten. So schön kann die deutsch-russische Volksdiplomatie sein.

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Im September vergangenen Jahres schuf er bei dem Skulpturensymposium in Erlanger Stadtteil Büchenbach die Holzfigur „Widerstand“, nun plant Jurij Iwatko für heuer seine Teilnahme am Tennenloher Kunstfest im August. Begleitet von seiner Frau, Jelena Jermakowa.

Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Das Künstlerehepaar aus Alexandrow, fast zwei Autostunden nordwestlich von Wladimir gelegen, teilt bei allen Unterschieden – sie arbeitet viel im Bereich Enkaustik, er kann auf ein großes Œuvre auf dem Gebiet der Bildhauerei verweisen – die Meisterschaft in der Graphik und Lyrik. Nun würden die beiden Mitglieder des Wladimirer Kunstvereins gern beide ihr Können in Erlangen zeigen, sie bei einer Werkstattveranstaltung die Enkaustik, er bei der öffentlichen Gestaltung seiner neuen Skulptur „Sisyphos“.

Sisyphos-Entwürfe von Jurij Iwatko

Die mythologische Figur, verdammt dazu, den Fels, der immer wieder hinabrollt, fortwährend nach oben zu tragen, versteht Jurij Iwatko universell als Symbol für den Kampf gegen die Gravitation und hat dafür bereits eine Reihe von Entwürfen vorbereitet. Für welchen er sich dann aber vor Ort entscheidet, steht noch nicht fest. Das wird auch vom Material abhängen, das die Veranstalter vom Kunstkreis Tennenlohe bereitstellen.

Jurij Iwatkos Lieblingsmotiv im Kreml von Alexandrow

Aus Erlangen kommen nur wenige Besucher nach Alexandrow. Schade eigentlich, denn die Kreisstadt im Gouvernement war von 1564 bis 1581 Residenz von Iwan dem Schrecklichen, Sitz der staatlichen Druckerei, der Ort, wo der Zar die Gesandtschaften aus aller Welt empfing, von wo aus er den Feldzug gegen Nowgorod in Gang setzte – und wo er im Jähzorn seinen Sohn Iwan erschlug. Von dieser Bluttat erschüttert, kehrte der Selbstgekrönte zurück in den Kreml von Moskau, wo er schon drei Jahre darauf starb und ein folgenschweres Machtvakuum hinterließ, das ein Jahrhundert später Peter der Große zu füllen wußte, nachdem er sich auf den „Deutschen Bergen“, ganz in der Nähe von Alexandrow, in der Kriegskunst geübt hatte.

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Zum siebten Mal in Folge fand im August das Künstlertreffen in Jelisejkowo bei Petuschki statt, wohin alljährlich der Kunstverein der Region Wladimir einlädt. Immer wieder auch Gäste aus Erlangen, heuer, wie bereits berichtet, Dieter Erhard. Nicht von ungefähr finden diese Begegnungen in dem kleinen Dorf statt, gut 70 km südlich von der Partnerstadt gelegen.

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Plakat zum 7. Freiluft-Künstlertreffen zu Ehren von Isaak Lewitan und zum 25. Lewitan-Festival

Hier, genauer im Nachbardorf Gorodok, machte nämlich auch schon Isaak Lewitan im Mai 1891 Station und quartierte sich in der Datscha des Historikers Wassilij Kljutschewskij am Ufer der Pekscha ein.  Im Jahr darauf schuf der Maler hier sein wohl berühmtestes Werk, die „Wladimirka“, zu der dem Künstler die Idee kam, als er nach der Jagd mit Freunden auf die alte Wladimirer Landstraße stieß. Die Chaussee zog sich bis an den Horizont, rechts und links von ihr die weiten Felder und Waldstreifen.

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Skulptur auf dem Gelände des Isaak-Lewitan-Museums

Der Anblick erschütterte den Künstler, denn vor seinem inneren Auge sah er all die unglückseligen Menschen, die auf dem Weg in Fußfesseln via Wladimir bis nach Sibirien in die Verbannung zu laufen hatten. Das Gemälde entstand wie in einem Atemzug und gilt seither als Meilenstein nicht nur in der russischen Kunstwelt, sondern auch in der Geschichte des Landes. Bis heute liest man aus dem Bild den Wunsch heraus, Willkür zu überwinden und Veränderungen hin zu mehr Freiheit zu ermöglichen.

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow

Im Herbst 1982 kam Isaak Lewitan dann selbst schon als Verbannter. Der Ukas des Zaren über die Ausweisung der Juden aus Moskau betraf auch den Künstler, der erst im Dezember des Jahres wieder in die Metropole zurückkehren durfte. Das Exil nutzte er freilich kreativ und schuf in den wenigen Monaten 17 Gemälde, Etüden und Skizzen (z.B. „Am See“, „Weg“, „Mondnacht im Dorf“, „Zug unterwegs“, wo die Landschaft um Gorodok, Jelisejkowo und Kosterjowa Modell stand.

Igor Tschernoglasow und Anatolij Denissow

Igor Tschernoglasow und Anatolij Denissow

Hundert Jahre später entstand dann die Idee, hier ein Museum einzurichten, das an das Schaffen des großen Meisters erinnern sollte. Lokale Künstler und Heimatforscher taten sich zum „Lewitan-Komitee“ zusammen, das sich mit dem Erbe des Malers und der Einrichtung eines Museums beschäftigte. Zunächst stellte man das Popkow-Haus in Gorodok unter Denkmalschutz, wo Isaak Lewitan 1892 gelebt und gearbeitet hatte nach ihm schon eine Straße benannt war. 1990 dann begann man mit dem Bau des Museums.

Isaak Lewitan, Skulptur von Igor Tschernoglasow

Isaak Lewitan, Skulptur von Igor Tschernoglasow

1992 dann feierte man den 100. Jahrestag des Aufenthalts von Isaak Lewitan hier und beschloß, regelmäßig Künstlertreffen abzuhalten, an denen auch Kunstwissenschaftler aus Moskau und anderen russischen Städten teilnahmen.

Künstlerfreunde von Dieter Erhard: Igor Tschernoglasow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Künstlerfreunde von Dieter Erhard: Igor Tschernoglasow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa

Leider brannte dieses Gebäude 1999 unter bis heute nicht geklärten Umständen ab. Doch die Lewitan-Freunde beschlossen darauf, ein neues Museum im Nachbardorf Jelisejkowo zu eröffnen, mehr noch: dort auch ein Gästehaus für Künstler einzurichten, wovon der Meister selbst schon geträumt hatte. Hier sollte ein Ort der Begegnung mit der Natur und Kollegen entstehen, ein Ort der Inspiration und des Austausches, wo man die künstlerischen Ergebnisse der Treffen sammeln würde.

Im Künstlerhaus

Im Künstlerhaus

Es fand sich in dem Unternehmer Wladimir Kosjarumow sogar ein Mäzen, der bereit war, das Künstlerzentrum zu finanzieren. Der Verehrer des Werks von Isaak Lewitan hatte schon vorher immer wieder Künstler zu sich nach Jelisejkowo geladen und ihnen Gelegenheit gegeben, einige Zeit in Ruhe zu arbeiten, wozu er eine Volksschule aus dem frühen 20. Jahrhundert restauriert hatte.

Im Künstlerhaus

Im Künstlerhaus

Heute ist hier das Isaak-Lewitan-Museum untergebracht, wo Kopien der Werke zu sehen sind, die der Künstler im Gouvernement Wladimir geschaffen hat. Zum Fundus gehören außerdem einige persönliche Gegenstände und Photographien des Landschaftsmalers. Nebenan liegt das große Holzhaus im russischen Stil, das Wassilij Kosjarumow 2008 erbaut hatte und wo heute Arbeiten von Künstlern aus der Region Wladimir, aus Moskau, Sankt Petersburg, Kaluga, Rjasan, Lipezk und eben auch aus Erlangen zu sehen sind. 2009 besuchten übrigens die Urenkel von Isaak Lewitan den Komplex.

Malstunde im Freien

Malstunde im Freien

Igor Tschernoglasow, Vorsitzender des Kunstvereins der Region Wladimir und in Erlangen-Tennenlohe mit zwei Skulpturen prominent vertreten, schuf für das Museum eigens ein Lewitan-Denkmal.

Dieter Erhard und sein Stein "Run 2016"

Dieter Erhard und sein Stein „Run 2016“

Und nun steht der Stein mit den Kopffüßlern von Dieter Erhard hier und erwartet spätestens im nächsten Sommer die nächsten Gäste aus Erlangen.

Mehr zu der Arbeit von Dieter Erhard unter: https://is.gd/H51PPG – und mehr zu Isaak Lewitans „Wladimirka“ unter: https://is.gd/LxqEdN

 

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Mit 45 Jahren ist 2008 Pawel Jermakow bei einem Autounfall ums Leben gekommen. In dem Bändchen „Стих и песни“ hat seine Frau Jelena den literarischen Nachlaß des Autors zusammengetragen, illustriert von ihrem heuten Ehemann, Jurij Iwatko. Die Sammlung fand den Weg nach Erlangen mit dem Erlanger Künstler, Dieter Erhard, der die beiden – sie hatten 2014 und 2015 in Tennenlohe Kunstwerke in Tennenlohe geschaffen – während seiner Teilnahme an dem Sommer-Kunstsymposium in der Region Wladimir wiedersah.

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Hier ein kleines Gedicht in – für die russische Lyrik noch immer eher ungewöhnlichen – freien Versen in der Nachdichtung von Peter Steger.

pawel-jermakow-1

Weich sind deine Augen, – und sie stechen,

zart sind sie und flehen um Liebkosung,

brennen alles innen aus,

tief im Innern eines jeden, gleich ob fremd, ob eigen,

lassen als Erinnerung zurück

nichts als eine Handvoll heißer Tränen,

brennend heiß – so wie dein Herz.

 

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Geplant war die Eröffnung der Skulpturenachse Tennenlohe ja bereits für August, also noch zu der Zeit, wo Jurij Iwatko persönlich anwesend war. Doch administrative Gründe, sprich die Einholung von Genehmigungen, verzögerten den Termin, weshalb der Wladimirer Künstler und seine Frau, Jelena Jermakowa, ihr Werk, das „Letzte Opfer“, nicht im Ensemble mit den anderen Arbeiten im Sebalder Forst sehen konnten. Aber die beiden wollen ja schon im nächsten Jahr wiederkommen und werden dann sicher beurteilen können, wie gut es gelungen ist, das Konzept des Tennenloher Künstlers, Dieter Erhard, gemeinsam mit Forstdirektor, Peter Pröbstle, umzusetzen.

Das letzte Opfer

Das letzte Opfer

Am Sonntag ist es nun so weit: Um 14.30 Uhr trifft man sich am Feuerwehrhaus Tennenlohe, Sebastianstraße, gegenüber der Skulpturenwiese, um dann gemeinsam auf einer Strecke von etwa einem Kilometer die ersten zehn Werke (zwei weitere sind noch in Arbeit) von lokalen Künstlern – sowie den Beitrag aus Wladimir – in ihrer buchstäblich natürlichen Umgebung zu erleben. Zu sehen dabei übrigens auch ein Beitrag von Stefan Schnetz, der seine Spuren auch schon im Garten vom Erlangen-Haus hinterlassen hat. Herzliche Einladung also an alle kunstinteressierten Sonntagswanderer.

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Es war schon ein gewaltiger Aufwand, die Skulptur das „Letzte Opfer“ überhaupt zu errichten. Volle drei Sommerwochen hatte der Wladimirer Künster, Jurij Iwatko, mit seiner Frau, Jelena Jermakowa, für das Werk aus Stahlrohren benötigt und sich dabei auf der Skupturenwiese in Tennenlohe immer gern über die Schulter schauen lassen. Der Bildhauer wußte zwar von Beginn an, daß seine Arbeit nicht am Ort ihrer Entstehung würde bleiben können, aber wie es seinem Freund und Künstlerkollegen, Dieter Erhard, gelingen sollte, die Konstruktion unbeschadet an den endgültigen Standort zu bringen, konnte er sich nicht recht vorstellen. Doch dann kam mit einem Lächeln: „Wenn das einer schafft, dann Dieter!“

Das

Das „Letzte Opfer“ zieht um

Nun ist es geschafft. Das „Letzte Opfer“ wurde dieser Tage verladen – umsichtig und fachgerecht – und ist nun Teil der Skulpturenachse im Sebalder Reichswald.

Das

Das „Letzte Opfer“ an seinem endgültigen Standort

Noch sind wohl einige genehmungsrechtliche Fragen zu klären, deretwegen man die ursprünglich schon im August geplante Eröffnung hatte verschieben müssen, aber im Oktober wird das Projekt wohl offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Wanderer und Radfahrer, die in Tennenlohe am Feuerwehrhäuschen gegenüber der Skulpturenwiese die Brücke über die Bundesstraße nehmen und dann im Wald sich links halten, gelangen nach wenigen Metern schon zu der Figur des russischen Künstlers. Und wer mit dem Auto von Nürnberg kommt, erblickt das „Letzte Opfer“ rechter Hand zwischen den Bäumen einen knappen Kilometer hinter dem Pferdehof.

Wer noch einmal nachlesen will, wie Erlangen zu einem weiteren Kunstwerk aus Wladimir kam, gebe in die Suchmaske des Blogs „Jurij Iwatko“ ein.

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