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Posts Tagged ‘Jekaterina Medwedjewa’


Wünsche sind bei dem Besuch der Jugendgruppe aus Wladimir (s. http://is.gd/4iHSBL), die gestern wieder die Heimreise angetreten hat, keine offen geblieben. Nur an Zeit hat es gefehlt, wirklich allen Fragen nachzugehen. Ein Grund, bald in dieser oder einer anderen Zusammensetzung wiederzukommen und vor allem nun den Gegenbesuch der neuen deutschen Freunde vorzubereiten.

Spasatel Aßmus

Sergej Konstantinow, Alewtina Klimowa, Jekaterina Medwedjewa, Birgitt Aßmus, Swetlana Sokolowa, Gennadij Brajt

Dabei hatten sich die Gäste so manches doch anders vorgestellt. Zum Beispiel den Ablauf eines Empfangs im Rathaus, wo es statt des erwarteten steifen Protokolls ein angeregtes Frage- und Antwortspiel mit Bürgermeisterin Birgitt Aßmus gibt: von der Familienplanung bis hin zur Jugendpolitik.

Spasatel BDKJ

Gennadij Brajt, Jutta Schnabel, Amil Scharifow, Alewtina Klimowa, Swetlana Sokolowa, Jekaterina Medwedjewa, Rolf Bernard, Sergej Konstantinow

Die war dann in ihrer praktischen Umsetzung und vor allem der Anwendung in der Städtepartnerschaft auch Thema beim Treffen mit dem Bund der Katholischen Jugend in Deutschland, vertreten durch Jutta Schnabel und Rolf Bernard. Und schon war man übereins gekommen, beim nächsten Austausch die Organisation Retter und das Rote Kreuz Wladimir in die Programmplanung einzubeziehen. Denn genau nach dem haben die Erlanger gesucht, was diese Vereine in Wladimir bieten können: Zeltlager, Naturausflüge, Überlebenstraining. Im Gegenzug sollen im nächsten Sommer auch schon junge Leute aus den Reihen von Retter und Rotem Kreuz am Austausch in Erlangen teilnehmen. So schnell kann es gehen, wenn Partner zusammenpassen.

Spasatel BRK

Stefanie Wawra und Anna Kienreich lassen Gennadij Brajt bei der Jugendgruppe des BRK Erlangen-Höchstadt zur Ader

Das gilt nicht minder für die Jungendorganisation des Roten Kreuzes, wo man die Gäste nur zu Demonstrationszwecken zur Ader läßt. Nachdem das BRK Erlangen-Höchstadt das Fundament für die Zusammenarbeit mit den Rettungsorganisationen in Wladimir gelegt hat – und noch viel mehr! – ist es mehr als ein Anstandsbesuch, den die Gäste in der Henri-Dunant-Straße absolvieren. Denn ohne die Anstöße aus Erlangen, das darf man so sagen, gäbe es das Rote Kreuz in Wladimir nicht, könnten die Programme zur Ersten-Hilfe-Ausbildung und zur Häuslichen Pflege, an denen sich die Gäste alle ehrenamtlich beteiligen, nicht durchgeführt werden. Jetzt ist es an der jungen Generation des Bayerischen Roten Kreuzes, die Einladung in die Partnerstadt anzunehmen und das fortzuführen, was Jürgen Üblacker und Brüne Soltau so erfolgreich ins Werk gesetzt haben.

Spasatel DLRG

Gennadij Brajt an Bord der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft

Wißbegierig wie die ganze Gruppe ist, wollen sie aber auch im Laufe dieser Woche andere Rettungsorganisationen kennenlernen und mehr erfahren über die ehrenamtliche Arbeit in Deutschland. So bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, wo alles über und unter dem Wasser zu inspizieren ist, wo es gerade für die beiden Taucher, Gennadij Brajt und Sergej Konstantinow, vieles gibt, dem sie auf den Grund gehen und wo Stefanie Burhard und Serhat Uzun zeigen, was zu zeigen ist.

Spasatel Johanniter Katja und Sergej

Sergej Konstantinow und Jekaterina Medwedjewa mit Jennifer Kwapis bei den Johannitern

Da sind die Johanniter mit einer ähnlichen Struktur wie das BRK und doch wieder mit einem anderen Profil und einem in der Region einzigartigen Rettungswagen für Neugeborene.

Spasatel Johanniter Katja

Jekaterina Medwedjewa im Rettungswagen für Babys

Ob man sich da nicht bei Rettungsmaßnahmen ins Gehege komme, ob es da nicht Kompetenzstreitigkeiten gebe, Fragen über Fragen von jungen Leuten, die aus einem Land kommen, wo die Strukturen ganz anders sind, wo das Rote Kreuz zwar auf den Ambulanzen zu sehen ist, dahinter aber die Polikliniken stehen, wo bei Unfällen die Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums ausrücken und die Feuerwehr tatsächlich nur Brandbekämpfung betreibt, wo alles noch viel zentralistischer geregelt ist, eben auch im Rettungswesen.

Spasatel Johanniter

Gruppenbild bei den Johannitern

Und wo die Strukturen von oben nach unten geordnet sind, wo das Ehrenamt, wie vor allem Alewtina Klimowa beklagt, vielfach bisher nur auf dem Papier stehe, etwa bei den Freiwilligen Feuerwehren.

Die Gruppe beim Technischen Hilfswerk mit dem Ortsbeauftragten, Bernd Völkel, 5. v.l.

Die Gruppe beim Technischen Hilfswerk mit dem Ortsbeauftragten, Bernd Völkel, 5. v.l.

Wo bisher eine ehrenamtliche Rettungsorganisation wie das Technische Hilfswerk nur schwer vorstellbar ist mit ihrem weltweiten Einsatz, der übrigens vor mehr als 20 Jahren auch einmal nach Wladimir führte. Damals, im Winter 1991/92 brachte das THW die zwei Heizkessel in die Partnerstadt, die bei Siemens UBMed nicht mehr gebraucht wurden und bis heute in Wladimir Dienst tun.

Spasatel Förderverein 1

Gruppenbild mit Mitgliedern des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir

Auch nicht nur auf dem Papier steht der Förderverein Rotes Kreuz Wladimir, der zu einem Abendessen einlud und hören wollte, was die jungen Gäste beruflich machen und ehrenamtlich für das Rote Kreuz tun. Rudolf Schwarzenbach war als ehemaliger Partnerschaftsreferent derjenige am Tisch, der dabei den Blick am weitesten zurück bis in die Anfänge der Zusammenarbeit mit Wladimir richten konnte. Er war es aber auch, der im 30. Jahr der Partnerschaft die Jugend leidenschaftlich aufrief, den Austausch unbedingt fortzusetzen. Darum braucht er sich freilich keine Sorgen zu machen. Junge Menschen wie Sergej Konstantinow, der dieser Tage in Erlangen seinen 25. Geburtstag feierte, wissen diese Möglichkeiten der Begegnung zu schätzen und die Aktiven in Erlangen zu würdigen – wie Barbara Wittig für ihr so wichtiges Amt der Kassenwartin im Förderverein.

Spasatel Förderverein 2

Sergej Konstantinow und Barbara Wittig

Dafür steht auch der Stadtjugendring, der schon in den frühen 80er Jahren die Begegnungen mit jungen Leuten aus beiden Städten in die Hände nahm. Und seit Heino Sand und Matthias Buggert sich im Rahmen des Partnerschaftsjubiläums persönlich in Wladimir auf die Suche nach neuen Kontakten gemacht haben, sind die Verbindungen wieder greifbar geworden.

Spasatel Stadtjugendring

Heino Sand, Swetlana Sokolowa, Jekaterina Medwedjewa, Sergej Konstantinow, Matthias Buggert und Alewtina Klimowa

Verbindungen, die längst auch Jena einbeziehen, von wo eine kleine Gruppe, begleitet von Anna Kulakowa, zu einer Europaveranstaltung zum Thema Jugendaustausch nach Erlangen gekommen war und mit der die Wladimirer einen Abend verbrachten und eine gemeinsame Bamberg-Fahrt unternahmen. Das Freiwillige Europäische Jahr, in dessen Rahmen Anna Kulakowa derzeit in Jena arbeitet, könnte auch für die Organisationen Retter und Rotes Kreuz Wladimir Möglichkeiten bieten. Man braucht sie nur zu ergreifen. Wie das geht weiß das Quintett jetzt.

Spasatel Jena

Die Gruppe mit Anna Kulakowa und den Gästen aus Jena

Doch es könnte endlich auch zu einem ganz neuen Fachaustausch kommen. Ein gelungener Anfang jedenfalls ist mit Jekaterina Medwedjewa gemacht. Die angehende Krankenschwester, die ehrenamtlich bei der Pflege von schwerkranken Patienten dem Roten Kreuz in Wladimir hilft, durfte  dank der spontanen Zustimmung der Leiterin, Gunda Kramer, einen ganzen Vormittag lang die Staatliche Berufsfachschule für Krankenpflege kennenlernen.

Spasatel Katja 1

Jekaterina Medwedjewa, Gunda Kramer und Natalja Schutzeichel

Geführt von der russischsprachigen Natalia Schutzeichel mit viel Sachverstand und Herzlichkeit – durch eine Vielzahl von Kliniken und Abteilungen, vertraut gemacht von der Erlanger Kollegin mit Ausbildungsschwerpunkten – und angeregt, aus diesem Antrittsbesuch eines Tages mehr zu machen: eine Zusammenarbeit mit der Wladimirer Fachschule für Krankenpflege. Warum es nicht endlich den Ärzten gleichtun, die seit drei Jahrzehnten die Verbindung zu Erlangen nutzen, um in so gut wie allen Fachbereichen zu hospitieren und voneinander zu lernen!

Spasatel DAV 1

Gennadij Brajt, Sergej Konstantinow, Jekaterina Medwedjewa, Christian Goldhagen, Alewtina Klimowa, Swetlana Sokolowa und Amil Scharifow

Aber nicht vom Lernen allein lebt der Mensch, vor allem nicht der junge. Er will auch etwas erleben, sich selbst erproben, seine Grenzen kennenlernen.

Spasatel DAV 2

Alewtina Klimowa

Das bietet der Deutsche Alpenverein mit seinen 6.500 Mitgliedern und all den Angeboten in der Halle, auf dem Gelände und natürlich draußen in der Natur.

Spasatel DAV 3

Jekaterina Medwedjewa, Swetlana Sokolowa, Christian Goldhagen, Alewtina Klimowa, Gennadij Brajt und Sergej Konstantinow

Christian Goldhagen, der sich einen ganzen späten Vormittag für die Wladimirer freihielt, weiß, wonach jungen Leuten der Sinn steht und kann für Kletterer und Boulder-Freunde Dinge zeigen, die es so in Wladimir – leider – bisher nicht gibt.

Spasatel DAV 4

Christian Goldhagen, gefesselt von Gennadij Brajt

Gennadij Brajt, der an die 20 verschiedene Knoten zu binden weiß, würde gern mit Alewtina Klimowa eine Gruppe für Bergrettung gründen. Auch wenn das nicht ganz das Metier des Alpenvereins ist, wollen die Gäste dennoch von dem neuen Kontakt profitieren und können sich beispielsweise vorstellen, ihre Bergfexe für ein Praktikum nach Umhausen zu schicken, wo die Erlanger Hütte lockt. Mancher Traum will eben gleich hoch hinaus. Aber das ist ja auch das Vorrecht der Jugend.

Spasatel DAV 6

Alewtina Klimowa in der Wand

Während der Rest der Gruppe noch in der Wand hängt, trifft sich Swetlana Sokolowa, Vorsitzende des Ortsverbands Wladimir der Partei-Organisation Junge Garde mit etwa 3.000 Mitgliedern, mit Rufus Buschart und Johannes Heunisch von der Jungen Union.

Spasatel DAV 7

Sergej Konstantinow, Amil Scharifow, Swetlana Sokolowa, Jekaterina Medwedjewa, Gennadij Brajt und Alewtina Klimowa

Bei allen Gemeinsamkeiten in der politischen Arbeit und im Kampf gegen das politische Desinteresse der Jugend hier wie dort gibt es auch große Unterschiede: Die Junge Garde kann ihre Mitgliedsbeiträge für eigene Projekte verwenden – besonders im Sozialen -, steht aber im Oben-Unten-Verhältnis zur Mutterpartei Einiges Rußland. Dafür hat sie den Vorteil gegenüber der Jungen Union, die einzige „Ausgründung“ der Partei zu sein und dadurch größere Aufmerksamkeit zu genießen. Mit spätestens 28 Jahren müssen sich die Jung-Gardisten endgültig für die Partei entscheiden, während man bei der JU bis Mitte 30 zum Nachwuchs zählt.

Spasatel JU

Johannes Heunisch, Swetlana Sokolowa und Rufus Buschart

Politische Agitation an den Hochschulen – Swetlana Sokolowa studiert im 3. Jahr an der Verwaltungsakademie – ist in Rußland gesetzlich untersagt, aber auf dem Umweg über die enge Zusammenarbeit mit Organisationen wie Rotes Kreuz oder die Selbsthilfeinitiative Swet kommt sie doch immer wieder an ehrenamtlich, sozial und politisch interessierte Altersgenossen heran, die sich möglicherweise auch für die Junge Garde gewinnen lassen. Für Wladimir hat die Jungpolitikerin, die sich von den Krawall-Aktionen der Jugendorganisation „Naschi – Die Unseren“ distanziert, mehr auf inhaltliche Überzeugungsarbeit setzt und beklagt, daß die Oppositionsparteien kaum praktikable Gegenkonzepte auf den Tisch legen, auf jeden Fall schon einmal ihre Erlanger Kollegen gewonnen. Noch steht der Kontakt am Anfang, aber schon ist da die Einladung nach Wladimir und zu den alljährlichen Jugendtreffen am Seligersee. Mancher Traum will eben gleich hoch hinaus…

P.S.: Ein besonderer Dank der Gäste geht übrigens an Amil Scharifow für die ausgezeichnete Vorbereitung des Programms und die Rundumbetreuung!

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Viel Zeit ließ sich die fünfköpfige Gruppe nach ihrer Ankunft in Nürnberg nicht. Kaum aus dem Flugzeug gestiegen und in der Jugendherberge einquartiert, ging es schon zum ersten Termin. Oder soll man besser Einsatz sagen? Denn fast so schnell vollzog sich alles, um nach dem Nachtflug noch am Vormittag die Feuerwehrwache zu besuchen, deren Leiter, Friedhelm Weidinger, die jungen Freunde aus Wladimir schon erwartete.

Alewtina Klimowa, Amil Scharifow, Friedhelm Weidinger, Gennadij Brajt, Jekaterina Medwedjewa, Sergej Konstantinow, Swetlana Sokolowa

Alewtina Klimowa, Amil Scharifow, Friedhelm Weidinger, Gennadij Brajt, Jekaterina Medwedjewa, Sergej Konstantinow, Swetlana Sokolowa

Bis zum Wochenende wird es in Begleitung von Amil Scharifow als Betreuer und Dolmetscher noch eine ganze Reihe solcher Einsätze geben: beim Bayerischen Roten Kreuz, bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, beim Technischen Hilfswerk – neben Treffen mit Jugendorganisationen, einem Empfang bei Bürgermeisterin Birgitt Aßmus und so manchem mehr. Denn viel lernen wollen die Gäste, vor allem im Bereich Katastrophenschutz und Rettungswesen und wie man dafür junge Ehrenamtliche gewinnt.

Gennadij Brajt, Jekaterina Medwedjewa, Swetlana Sokolowa, Alewtina Klimowa, Sergej Konstantinow

Gennadij Brajt, Jekaterina Medwedjewa, Swetlana Sokolowa, Alewtina Klimowa, Sergej Konstantinow

Sie alle nämlich arbeiten in dem Bereich und wollen noch mehr Gleichaltrige für den Freiwilligendienst gewinnen. Gennadij Brajt ist der einzige, der Erlangen schon von einem früheren Besuch kennt und deshalb auch als Primus inter pares auftritt, vor allem natürlich gegenüber seinem Schichtleiter, Sergej Konstantinow, mit dem zusammen er eines der fünf Dreierteams beim Wladimirer Katastrophenschutz bildet, die rund um die Uhr für Rettungseinsätze bereitstehen. Vorbereitet wird man für diese anspruchsvolle Arbeit in der Partnerstadt von der Organisation Retter, der Alewtina Klimowa nach sechsjähriger Zugehörigkeit und vor allem nach dem überraschenden Tod von Pjotr Ponassenko seit kurzem vorsteht. Vor der Aufgabe ist ihr noch ein wenig bange, aber sie will das Angebot sogar noch ausweiten auf Bergrettung, aber auch Freizeitgestaltung und Selbsterfahrung, um den Verein noch attraktiver für Jugendliche zu machen. Und dann sind da noch Jekaterina Medwedjewa, Schwesternschülerin im dritten Ausbildungsjahr, die ehrenamtlich beim Wladimirer Roten Kreuz beim Projekt „Licht des Guten“ hilft und schwerkranke Patienten pflegt, sowie die Studentin Swetlana Sokolowa, die „Politikerin“ in der Runde, Als stellvertretende Vorsitzende der Wladimirer Jungen Garde, der Nachwuchsorganisation der Partei Einiges Rußland, kümmert sie sich um das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen in allen denkbaren Bereichen – von der Ökologie über Bildung bis hin zum Sozialen. Damit sind wir auch wieder bei dem, was die Gruppe insgesamt verbindet. Sie alle wollen in der Partnerstadt Leben retten und Menschen helfen. Und das, so haben sie für sich entschieden, kann man am besten in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz. Doch davon hier in Ihrem Blog bald mehr. Jetzt lassen wir das Quintett erst einmal hier in Erlangen seine Erfahrungen sammeln.

Zum Vermächtnis von Pjotr Ponassenko geht es hier: http://is.gd/wUuViQ

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