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Posts Tagged ‘Irina Sokolowa’


An der Spitze des Russischen-Rot-Kreuz-Ortsverbands Wladimir hat sich ein reibungsloser Wechsel vollzogen. Die bisherige Leiterin, Olga Dejewa, der das Rote Kreuz in der Partnerstadt einen überaus gelungenen Neustart verdankt, konnte ihr Amt als Vorsitzende nach der Wahl zur Oberbürgermeisterin im Herbst 2015 nicht länger wahrnehmen und übertrug diese ehrenamtlichen Aufgaben zunächst an ihre Stellvertreterin, Irina Sokolowa, die mittlerweile die Geschicke der Hilfsorganisation auf regionaler Ebene lenkt, nachdem nun in Olga Antropowa eine Nachfolgerin für die Geschäftsführung des Ortsverbandes gefunden ist. Mit der stellvertretenden Direktorin der mehr als einhundert Jahre alten Berufsfachschule für Krankenpflege mit mehr als eintausend Ausbildungsplätzen steht nun eine überaus erfolgreiche Frau an der Spitze des Wladimirer Roten Kreuzes, machen doch so gut wie alle Krankenschwestern, Hebammen und Kräfte in den Bereichen Zahntechnik sowie Pharmazeutik – jährlich mehr als eintausend – in der Partnerstadt ihren Abschluß an diesem Institut. Mehr noch: Auch 600 bis 800 Mediziner – alle fünf Jahre müssen sie eine Fortbildung machen – erhalten hier Jahr für Jahr ihre Zertifizierungen. Im vergangenen Jahr kam dann auch noch eine überregionale Anerkennung mit der Aufnahme in die Liste der besten einhundert Lehreinrichtungen landesweit. Seit mehr als zehn Jahren gibt es einen Austausch mit der Universität von Illinois (Wladimir ist Partnerstadt von Bloomington-Normal, unweit von Chicago gelegen), während die Zusammenarbeit mit der tschechischen Partnerstadt Aussig an der Elbe, Ústí nad Labem, leider zum Erliegen kam. Doch schon zeichnet sich eine neue Kooperation mit Jena ab, von der Ende des Monats zu berichten sein wird. Hier nur so viel: Die Vorarbeiten verlaufen ausgesprochen vielversprechend.

Olga Antropowa, Irina Chasowa und Olga Dejewa

Olga Antropowa, Irina Chasowa und Olga Dejewa

 

Am Mittwoch nun konnte Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, im Beisein von Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, 600 Euro an Olga Antropowa übergeben, eine Spende des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir, bestimmt für die Versorgung der noch aus dem Vorjahr übernommenen Patienten des Programms „Häusliche Pflege“. Dieses bisherige „ambulante Hospiz“ soll nun seitens des Wladimirer Roten Kreuzes eine neue Stufe erreichen, indem Angehörige von schwerkranken Menschen eine Grundausbildung in der Pflege erhalten, handwerklich wie psychologisch. Wie das gelingen kann? Dazu gibt es schon viele Vorstellungen, etwa mit der Gründung eines Vereins „Pflegeschule“, wo auch Freiwillige aus der Berufsfachschule oder angehende Mediziner Praktika ableisten können und ihre Kenntnisse an die pflegenden Angehörigen weitergeben. Olga Antropowa hat sich darüber hinaus schon der Unterstützung durch die deutsche Hartmann-Gruppe versichert, die auch in Wladimir mit ihren Produkten für Medizin und Pflege vertreten ist. Noch läuft die Werbung von Mitgliedern für den Verein über die Medien, ab März dann gibt es monatlich bis Jahresende Fachvorträge und Schulungen zu Themen der Pflege. Wenn so viel Gutes getan wird, kann auch die Stadtverwaltung Wladimir nicht umhin, Unterstützung zu geben – in Form eines Zuschusses in Höhe von 50.000 Rubel, der Übernahme der Miet- und Nebenkosten für Räumlichkeiten sowie der Anschaffung des notwendigen medizinischen Geräts. Bei all dieser Selbsthilfe wird es sicher auch aus Erlangen noch weitere Unterstützung über die 600 Euro hinaus geben, sei es, um den Lehrkräften eine Anerkennung zukommen zu lassen, sei es, um weiteres Unterrichtsmaterial anschaffen zu können oder Fortbildungen zu übernehmen, vielleicht auch – in besonders schweren Fällen – Patenschaften für Familien. Es gibt jedenfalls noch viel Gutes zu tun – gemeinsam.

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Was wir an Gutem erhalten wollen, müssen wir immer wieder ändern, anpassen, verbessern. So banal diese Erkenntnis sein mag, so schwer fällt ihre Umsetzung im privaten Bereich wie im Berufsleben oder in der Politik. Auch ein Lernprozeß im Austausch zwischen Erlangen und Wladimir. So war zum Beispiel der Blaue Himmel von Beginn an der Psychiatrie direkt unterstellt, auch wenn sich die Einrichtung für verhaltensauffällige und psychisch behinderte Kinder etwa 40 km außerhalb der Partnerschaft befindet. Nun wurde von der regionalen Gesundheitsbehörde beschlossen, das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik an das in unmittelbarer Nähe befindliche Sanatorium für Veteranen anzugliedern. Zunächst befremdlich für die Gäste, dann aber durchaus einleuchtend, weil durch die Nachbarschaft zu dem Altenheim etwa die Verpflegung der jungen Patienten durch die eigene Küche wesentlich vereinfacht wird. Wolfram Howein, der noch bis Samstag in Wladimir bleibt, will sich deshalb die Zeit nehmen, mit der neuen Leitung zu sprechen.

Wolfram Howein und Alexander Bersenjew

Wolfram Howein und Alexander Bersenjew

Doch der seit 1997 bestehende Kontakt zu Alexander Bersenjew soll darunter nicht leiden. Im Gegenteil. Der Chefpsychiater der Region Wladimir, auf dessen Initiative hin der Blaue Himmel entstand, wünscht sich eine Wiederbelebung der Fachkontakte zu den Kollegen von der FAU, wichtig für ihn, da er doch selbst an der Staatlichen Universität lehrt.

Wolfram Howein, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Dejewa, Irina Sokolowa, Wladislaw und Peter Steger

Wolfram Howein, Wjatscheslaw Kartuchin, Olga Dejewa, Irina Sokolowa, Wladislaw Poldjajew und Peter Steger

Neue Wege geht auch das Rote Kreuz in Wladimir – zusammen mit den Partnern aus Erlangen. Nachdem die Finanzierung der beiden Projekte „Erste Hilfe“ und „Häusliche Pflege“ demnächst ausläuft – allein im Rahmen des letztgenannten Programms erhielten fast 40 Patienten Unterstützung in ihrem letzten Lebensabschnitt -, will man nun mehr auf eigene ehrenamtliche Kräfte setzen. Irina Sokolowa, Vorsitzende des Roten Kreuzes auf Ebene der Region und schon in den 90er Jahren aktiv in der Kooperation mit dem BRK Erlangen-Höchstadt, stellt sich vor, daß junge Leute aus der Fachschule für medizinische Berufe zum einen etwa in Ferienlagern Kindern und Jugendlichen altersgerecht die Grundlagen einer gesunden Lebensführung näherbringen, während eine andere Gruppe mit Angehörigen die häusliche Pflege von Palliativpatienten einüben soll, unterstützt von der Stadtverwaltung, die mietfrei Räume zur Verfügung stellt. Man glaubt so, mit noch weniger Finanzen mehr Menschen in diese erfolgreich mit dem Erlanger Förderverein Rotes Kreuz Wladimir entwickelten Programme einbinden zu können. Ein Ansatz, der überzeugt, weil er rasch zu einer eigenständigen Finanzierung und Weiterentwicklung der Arbeit führen kann. Ganz im Sinne des Mottos: Hilfe zur Selbsthilfe. Sehr zur Freude von Olga Dejewa, die in ihrer Zeit vor der Wahl zur Oberbürgermeisterin die Rot-Kreuz-Zusammenarbeit wiederbelebt hatte und jetzt zusammen mit Wjatscheslaw Kartuchin, dem Leiter der Akademie für Verwaltung und Wirtschaft, ein neues Forum ins Leben ruft, das den Austausch noch weiter intensivieren soll. Doch davon an anderer Stelle bald mehr.

Witalij Gurinowitsch, Maria Rodina, Irina Chasowa und Igor Konyschew

Witalij Gurinowitsch, Maria Rodina, Irina Chasowa und Igor Konyschew

Auch hinsichtlich der russischen Variante des Buches „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ tun sich unerwartete Perspektiven auf. In einem Gespräch mit Igor Konyschew, dem erst seit einem halben Jahr amtierenden neuen Direktor des Regionalmuseums, und seiner Stellvertreterin für wissenschaftliche Arbeit, Maria Rodina, gelingt es dem Historiker Witalij Gurinowitsch und Irina Chasowa, der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, rasch das Wesen der Publikation und ihre Bedeutung für die lokale Geschichte der Kriegs- und Nachkriegszeit darzustellen. Die Fachleute sind sich einig: Der im Dezember 2015 in Erlangen erschienene Band soll nach Möglichkeit mit photographischem Material aus dem Archiv ergänzt und im Rahmen einer Ausstellung zum Thema Kriegsgefangenschaft in den Räumen des Museums präsentiert werden, – voraussichtlich dann freilich erst im Frühjahr. Bis dahin hat Igor Konyschew dann möglicherweise sogar schon seinen Antrittsbesuch in Erlangen gemacht. So wie er anpackt, ist das durchaus zu erwarten.

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Igor Schamow, Eduard Sirko, Julia Alexandrowa und Jelena Tschilimowa

Der Aufschub gibt aber auch dem Übersetzungstrio mehr Zeit, an den Texten zu feilen, und Altoberbürgermeister Igor Schamow kann vielleicht weitere Sponsoren für das Projekt gewinnen, von dem die russische Seite glaubt, es gebe landesweit keine vergleichbare deutsch-russische Veröffentlichung über die Kriegsgefangenschaft.

Dieter Kümpers, P. Anatolij, Maria Fedotowa und Peter Steger

Dieter Kümpers, Anatolij Seida, Maria Fedotowa und Peter Steger

Aus der Fülle der Begegnungen den ganzen Tag über sei nur noch das Treffen von Dieter Kümpers mit dem Geistlichen, Anatolij Seïda, dem spirituellen Leiter des orthodoxen Pilgerzentrums, und seiner geschäftsführenden Tourismusexpertin, Maria Fedotowa, erwähnt. Hier, noch im 19. Jahrhundert als Siechenhaus neben der Erzengel-Michael-Kirche mit Blick über die Altstadt erbaut, hat man nicht nur mehr als ein Jahrzehnt wertvolle Erfahrung mit Gästen – 50 Betten für einfachste Ansprüche stehen zur Verfügung – gesammelt, sondern man ist auch bereit, mit dem Projekt der Rosenkranzgemeinde zusammenzuarbeiten und etwa die erarbeiteten Exkursionen zu heiligen Stätten in der ganzen Region mit den Katholiken zu teilen. „Wenn wir Christen über alle konfessionellen Grenzen hinweg nicht offen aufeinander zugehen und zusammenhalten, wer soll es dann tun?“ fragt der Geistliche, der nebenher auch noch landwirtschaftliche Eigenversorgung betreibt, mit einem Lächeln in die Runde, zeigt den Besuchern frischgeschlüpfte Küken und beschenkt sie zum Abschied mit Wachteleiern. Besser hätte das Dieter Kümpers vom Verein der christlichen Hoteliers auch nicht ausdrücken können, der natürlich auch interkonfessionell denkt und im Geist der Ökumene agiert. Ermutigend also nicht nur für das Pilgerzentrum der Rosenkranzgemeinde, sondern überhaupt eine schöne Wendung für all die vielen Windungen der Wege zwischen Erlangen und Wladimir.

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Oberbürgermeister Sergej Sacharow ist gerade erst aus Palästina zurückgekehrt, wo er die 20. Städtepartnerschaft Wladimirs abgeschlossen hat: mit Bethlehem. Und am Abend bricht er nach Berlin auf, um an einer Konferenz zum Thema „Kommunalpolitik und Wirtschaft“ teilzunehmen. Ein Mann zwischen den Kulturen und den Welten, vor allem aber ein Freund seiner Partner, besonders wenn sie aus Erlangen kommen, ein Freund, der sich viel Zeit für das Gespräch nimmt und für das Zuhören.

Jelena Owtschinnikowa und Sergej Sacharow.

Jelena Owtschinnikowa und Sergej Sacharow.

Es gibt freilich auch viel zu besprechen mit den Gästen. Natürlich das aktuelle Arbeitsprogramm, daneben aber auch die Pläne für das dreißigjährige Jubiläum der Partnerschaft. Ganze 33 Punkte sind auf der Agenda abzuarbeiten. Manche davon kann man gleich wieder streichen, doch weniger werden es deswegen nicht, weil immer wieder neue Ideen und Vorschläge kommen. Es ist eben noch alles im Werden und Entstehen. Aber das Gerüst steht, nun kann die Arbeit an den Feinheiten beginnen.

Großer Empfang im Rathaus.

Großer Empfang im Rathaus.

Kultur, Sport, Wirtschaft, Wissenschaft sind nur einige der Themen, die während des Jubiläums ihren Platz im Programm finden werden. Schwerpunkt aber soll die Jugend werden, die wesentlich auch selbst das Programm gestaltet. Es genüge hier, die Akteure aus Erlangen zu nennen: Stadtjugendring, Jugendparlament, Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums, Flötenensemble der Sing- und Musikschule, zwei Rockbands. Und auch an die Kinder ist gedacht, die sich auf eine Aufführung von Petterson und Findus des Theaters Kuckucksheim aus Heppstadt freuen dürfen.

Wladimirer Küche.

Wladimirer Küche.

Immer wieder bekommt man in Wladimir die Frage gestellt, was sich denn so aus der Sicht der Besucher verändert habe. Da darf man getrost die Gastronomie nennen: Feinschmecker finden hier Raffinesse, Liebhaber von russischer Hausmannskost können sich auf eine deftige Küche verlassen, und kulinarisch sind längst alle Länder dieser Welt in der Partnerstadt daheim. Am schönsten weiß Alexander Bersenjew, Chefpsychiater der Region Wladimir, zusammenzufassen, was sich hier in den letzten Jahren entwickelt hat: die Eleganz der Franzosen vereint mit dem Geschmack der Russen.

Alexander Bersenjew und Eliisabeth Preuß.

Alexander Bersenjew und Eliisabeth Preuß.

Alexander Bersenjew braucht man hier nicht mehr eigens vorzustellen. In Erlangen kennt man ihn seit 1998 als sympathischen Streiter für die Sache der Psychiatrie, die in der Sowjetunion und in den ersten Jahren des Bestehens der Russischen Föderation so sehr im dunklen Schatten der übrigen Medizin stand. Mit Hilfe von vielen Freunden aus Erlangen ist es aber nun nicht nur gelungen, die akute Therapie wesentlich zu verbessern, vor allem wurde es möglich, seine Anregung umzusetzen, den Blauen Himmel, das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik, aufzubauen, eine Einrichtung, die mittlerweile landesweit Beachtung findet. Mitgebracht hat Elisabeth Preuß dem Chefarzt und Professor ein Sprungtuch für die Kinder aus der Psychiatrie, ein Geschenk, das er sich selbst zum Geburtstag gewünscht hatte, für sich, damit er „seinen“ Kindern bei der Bewegungstherapie eine Freude machen kann. Das spricht für sich und für ihn!

Leonhard Hirl und Alexander Bersenjew.

Leonhard Hirl und Alexander Bersenjew.

Leonhard Hirl hat für die Zusammenarbeit mit der Psychiatrie in Wladimir unschätzbar viel geleistet. In seiner WAB (Wohnen Arbeit Betreuen) haben Dutzende von Fachkräften aus Wladimir Praktika und Hospitationen absolviert, und erst im November war ja Alexander Bersenjew gemeinsam mit Wladimir Besrukow, dem Gesundheitsminister der Region, bei dem Kollegen zu Gast. Nun soll es bald weitergehen. Das Jahr ist ja noch jung, viel Zeit also, um weitere Austauschmaßnahmen zu planen und umzusetzen.

Nadja Steger, Wladimir Besrukow, Elisabeth Preuß, Alexander Bersenjew, Andrej Sirin, Swetlana Makarowa, Ludmila Kondratenko,, Stephan Beck, Thomas Grützner, Leonhard Hirl, Peter Steger.

Nadja Steger, Wladimir Besrukow, Elisabeth Preuß, Alexander Bersenjew, Andrej Sirin, Swetlana Makarowa, Ludmila Kondratenko,, Stephan Beck, Thomas Grützner, Leonhard Hirl, Peter Steger.

Alexander Bersenjew kennen seine Freunde aber auch als Meister der Gastlichkeit. Besonders gerne wartet er dabei mit einer Überraschung auf. Außer ihm wußte denn auch niemand davon, wer da noch alles zum Essen eingeladen war: Mediziner, die sich natürlich alle gut kennen, die aber auch die enge Zusammenarbeit mit Erlangen vereint. Swetlana Makarowa als Chefärztin der Kinderklinik, die übrigens auch wieder Spenden aus Erlangen für ihre Krebsstation in Höhe von mehr als 1.700 Euro entgegennehmen darf; Andrej Sirin, der Chefonkologe der Region, früher einmal auch Leiter des Wladimirer Gesundheitsamtes; Wladimir Besrukow, seines Zeichens Psychologe und Herr über die Medizin des ganzen Gouvernements. Seit mehr als 20 Jahren hat die Zusammenarbeit der Ärzte in der Partnerschaft eine besondere Stellung, und die Gastgeber werden denn auch nicht müde, für die viele Unterstützung aus Erlangen zu danken, vor allem in den schweren 90er Jahren.

Irina Sokolowa und Wera Guskowa.

Irina Sokolowa und Wera Guskowa.

Ebensolange währt auch die Kooperation mit dem Roten Kreuz in Wladimir. Fast von Beginn an mit dabei Projektkoordinatorin Irina Sokolowa und Wera Guskowa vom Vorstand des Ortsverbands, die über Jahre hinweg als Fachbürgermeisterin für Soziales und Gesundheit, aber auch als Ärztin mit charmanter Durchsetzungskraft viel getan hat für die Hilfsorganisation. Sie wird sich besonders darüber freuen, welch erfolgreichen Weg das Rote Kreuz nun in Wladimir eingeschlagen hat.

Vorstandssitzung des Roten Kreuzes Wladimir mit Pjtor Panasenko.

Vorstandssitzung des Roten Kreuzes Wladimir mit Pjotr Panasenko.

Zusammen mit vielen Partnern vor Ort: der Schwesternschule, der Jugendorganisation „Retter“ mit Pjotr Ponassenko als treibender Kraft, aber auch nach wie vor der Stadtverwaltung, die der außerordentlichen Vorstandssitzung des Roten Kreuzes die Türen des Rathauses weit öffnet und den Konferenzraum für die Veranstaltung zur Verfügung stellt. Sichtbare Zeichen der Wertschätzung.

Medien bei der Vorstandssitzung Rotes Kreuz Wladimir.

Medien bei der Vorstandssitzung Rotes Kreuz Wladimir.

Auch seitens der Medien, die seit dem Wiederaufbau des Roten Kreuzes vor fast zwei Jahren keine Gelegenheit verstreichen lassen, um über die Fortschritte in der Arbeit und die einzelnen Projekte ausführlich zu berichten.

Elisabeth Preuß und Peter Steger, Vorstandssitzung Rotes Kreuz Wladimir.

Elisabeth Preuß und Peter Steger, Vorstandssitzung Rotes Kreuz Wladimir.

Wertgeschätzt werden natürlich besonders die Gäste aus Erlangen, für die Elisabeth Preuß und Peter Steger bei der Veranstaltung sprechen dürfen. Und die das gerne tun, wenn man all die jungen Gesichter sieht von ehrenamtlichen Kräften, die davon berichten, wie lieb sie bei der häuslichen Pflege ihre Schutzbefohlenen gewonnen haben, wie sehr ihnen die Arbeit eine Sache des Herzens geworden sei; wenn man von der Leitung der Schwersternschule hört, für wie wichtig man es erachte, den Nachwuchs nicht nur als Fachkräfte zu entlassen, sondern vor allem als Menschen, die eine soziale Verantwortung wahrnehmen können; wenn der Wunsch ausgesprochen wird, einen Jugendaustausch im Bereich Wohltätigkeit ins Leben zu rufen; wenn in allen Gesprächen der Aufbruch zu spüren ist.

Winter in Wladimir.

Winter in Wladimir.

Zeit bleibt da kaum, um auch einmal abseits der Sehenswürdigkeiten das winterliche Wladimir zu erkunden, aber es ist ja auch ein Arbeitsbesuch. Mit immer neuen Ausblicken.

Wiktoria Borowych und Elisabeth Preuß.

Wiktoria Borowych und Elisabeth Preuß.

Elisabeth Preuß hat im Blog http://is.gd/ptUqNt von Wiktoria Borowych gelesen und sich sofort gesagt: „Die Frau will ich kennenlernen!“ Sie sollte es nicht bereuen. Auf Anhieb waren sich die beiden sympathisch und einig darin, daß man gar nicht rasch genug mit der Zusammenarbeit beginnen kann. Seit einem Jahr ist Wiktoria Borowych Vorsitzende des Vereins Sozialdemokratischer Frauen mit schon etwa 200 Mitgliedern allein in Wladimir. Auch wenn der Name nach Partei klingt, handelt es sich dabei um eine gemeinnützige Organisation, die landesweit für die Gleichstellung der Geschlechter eintritt und für Familien kämpft. Ein besonderes Anliegen ist der 31jährigen das Schicksal von krebskranken Kindern und deren Familien. Ein Kinderhospiz einzurichten, ist ihr Ziel, und erste Gespräche mit Krankenhäusern führt sie dazu schon. Ein weiteres Thema ist die Betreuung von werdenden Müttern – gleich welchen Alters -, um sie dazu zu ermutigen, ihr Kind zur Welt zu bringen. Und dann ist da noch dieser, wie Elisabeth Preuß weiß, auch in Deutschland gefährdete Teil der Bevölkerung, der zwar zum Mittelstand gehört, aber mit seinem Einkommen knapp über den Fördergrenzen liegt und stets befürchten muß, in die Sozialsysteme abrutschen zu können. Genug Themen, um sie möglichst bald in Erlangen zu vertiefen, und Wiktoria Borowych zögert denn auch nicht lange, die Einladung der Bürgermeisterin in die Partnerstadt anzunehmen.

Elisabeth Preuß und Jekaterina Alexejenko.

Elisabeth Preuß und Jekaterina Alexejenko.

Man kann richtig neidisch werden, wenn man die Medienvielfalt in Wladimir erlebt – und das Interesse von Presse, Rundfunk und Fernsehen an der Partnerschaft. Eine ganze Handvoll von Sendern, darunter auch eine staatliche lokale Anstalt, nicht weniger Rundfunkstationen und ein knappes Dutzend von Zeitungen und Illustrierten berichten über alles, was so passiert. Und laden immer gerne Gäste aus Erlangen zum Interview ein. Eine ganze dreiviertel Stunde widmet der Privatsender Variant Geschichte und Gegenwart der Partnerschaft und gibt Elisabeth Preuß und Peter Steger reichlich Gelegenheit von den engen Beziehungen zu erzählen. Besonders schön dabei zwei Aspekte: Zum einen war Jekaterina Alexejenko, die Moderatorin, bereits im Vorjahr mit den Pfadfindern in Erlangen, weiß also, wovon sie spricht, und zum andern sind da die Anrufe von Zuschauern mit all den liebgewordenen Erinnerungen an Begegnungen mit Freunden aus der Partnerstadt. Man hätte die Sendezeit gut verlängern können. Wie auch immer. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Da ist auf die Wladimirer Medien Verlaß.

Olga Dejewa, Olga Chochlowa, Elisabeth Preuß, Jelena Owtschinnikowa und Ludmila Kondratenko.

Olga Dejewa, Olga Chochlowa, Elisabeth Preuß, Jelena Owtschinnikowa und Ludmila Kondratenko.

Anders als das Bild vermuten läßt, endet der Tag nicht mit einem reinen Frauentreffen. Zum Abendessen waren auch die Ehemänner der drei Gastgeberinnen gekommen. Wieder so ein Zeichen der Verbundenheit, auch wenn sie die Partnerschaft nur vom Hörensagen kennen. Bisher zumindest. Und auch Olga Chochlowa, stellvertretende Vorsitzende der Wladimirer Regionalduma, kennt Erlangen noch nicht aus eigener Anschauung. Sie hatte mit Jelena Owtschinnikowa und Olga Dejewa im Januar zwar kommen wollen, konnte die Reise dann jedoch aus dienstlichen Gründen nicht antreten. Aber den Besuch wird sie sicher eines Tages nachholen. Es ist ja noch viel Zeit, wenn man einem der Trinksprüche folgt, in dem es hieß: „Wir trinken auf die nächsten 30 Jahre der Partnerschaft und auf all die Generationen, die nach uns die Früchte unserer Freundschaft ernten können!“

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Eine Freude kommt selten allein. Kaum hat sich Olga Dejewa zu Hause wieder an die Arbeit gemacht, da darf die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Roten Kreuzes Wladimir schon einen Doppelerfolg vermelden. Beide Projekte, das ambulante Hospiz „Haus der Hoffnung“ und das Erste-Hilfe-Programm „Das sollte jeder wissen“, haben bei der städtischen Ausschreibung den Zuschlag erhalten, erhielten Bestnoten und belegten die zwei ersten Plätze. Da bleibt nur, den Tüchtigen zu ihrem Glück zu gratulieren und noch etwas Geschick beim Nachjustieren zu wünschen. Denn nun braucht es noch eine Lizenz zum Helfen und das notwendige medizinische Personal, von Onkologen bis hin Pflegekräften. Aber davor ist es Olga Dejewa nicht bange.

Olga Dejewa und ihre Projektkoordinatorin, Irina Sokolowa.

Olga Dejewa und ihre Projektkoordinatorin, Irina Sokolowa.

Braucht es auch nicht zu sein, denn sie kann sich ja auch der Unterstützung des Fördervereins in Erlangen sicher sein. Jetzt erst recht, wo es so richtig losgeht und wo noch von einer dritten Freude zu berichten ist: Eine Spenderin, die ungenannt bleiben möchte, hat dem Verein zur Förderung des Roten Kreuzes Wladimir: Sparkasse Erlangen BLZ 763 500 00 Konto-Nr. 91 181 großherzig 1.000 Euro überwiesen. Sie selbst schreibt dazu: „Sie können gern im Blog darauf hinweisen, daß es jemandem wichtig war, nach ausführlichem Studium Ihres Blogs für das Rote Kreuz in Wladimir zu spenden und dadurch seine vielseitigen Aktionen zu unterstützen…“ Wenn das nicht auch Ansporn ist, weiter über die Arbeit des Roten Kreuzes in Wladimir zu berichten – und dafür zu spenden. Herzlichen Dank und спасибо большое!

Mehr zum Thema in der Kategoriewolke rechts unter dem Begriff „Humanitäre Hilfe / Rot-Kreuz-Zentrum“.

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Am vergangenen Donnerstag hat der Wladimirer Ortsverband des Russischen Roten Kreuzes nach Jahren der Stagnation seine Projektarbeit wieder aufgenommen. Zwei Programme – „Licht des Guten“ und „Das sollte jeder wissen“ – gingen, ausgestattet mit einer städtischen Förderung, an den Start, sprich in die medizinische Berufsfachschule. 70 Studierende kamen zu dem Seminar, das nicht nur der Wissensvermittlung, sondern auch der Rekrutierung von Ehrenamtlichen diente.

Blick in den Vorlesungssaal

Die nämlich braucht man für die Umsetzung der Projekte: „Licht des Guten“ will für etwa 50 bettlägerige und alleinstehende Weltkriegsveteranen häusliche Pflege sicherstellen, und „Das sollte jeder wissen“ vermittelt an Schulen, in Betrieben und bei Behörden das ABC der Ersten Hilfe. Um das gewährleisten zu können, hat das Rote Kreuz mit der Berufsfachschule für Medizin  einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, der für die angehenden Pflegekräfte Praktika im Rahmen der Rot-Kreuz-Arbeit vorsieht.

Irina Sokolowa, Olga Dejewa, Jelena Owtschinnikowa

Man braucht aber auch noch etwas anderes, die persönliche Unterstützung durch die Lokalpolitik. Was könnte da besser sein, als Jelena Owtschinnikowa, als berufsmäßige Stadträtin und stellvertretende Bürgermeisterin zuständig für die Bereiche Soziales und Medizin, von Beruf selbst Ärztin und Mitglied des Rot-Kreuz-Vorstandes. Und man braucht vor allem jemanden wie Olga Dejewa, unter deren ehrenamtlicher Leitung, unterstützt von ihrer Stellvertreterin, Irina Sokolowa, der Neustart des Roten Kreuzes in der Partnerstadt zu einem Erfolg zu werden verspricht. Da wird es wohl auch nicht mehr lange dauern, bis die Mitglieder des Vereins zur Förderung des Roten Kreuzes in Wladimir helfen, um die Programme mit Spendenmitteln aus Erlangen nach Kräften zu unterstützen. Wer sich dem Verein anschließen möchte, melde sich beim Blog oder direkt beim BRK Erlangen unter 09131/1200100.

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Olga Dejewa

Auch wenn es wieder viel von vielen anderen Begegnungen zu berichten gäbe, vom Kinderkrankenhaus oder von der Universität, von Umweltfragen, von der Übergabe weiterer Spenden – insgesamt fast 6.000 Euro – oder von der Planung für das dreißigjährige Partnerschaftsjubiläum 2013, bleiben wir noch einmal beim Roten Kreuz, das, wie berichtet, kurz vor seiner Neugründung steht und nun in Olga Dejewa auch eine Frau an der ehrenamtlichen Spitze hat, der alle das Zeug dazu attestieren, aus der Organisation wieder das zu machen, was ihrer Bedeutung entspricht. Es wird sicher nicht leicht für die ebenso energische wie charmante Vorsitzende, denn ihre leitende Funktion beim Städtischen Sozialwerk erfordert allein schon Einsatz mehr als genug. Andererseits gibt ihr Brotberuf auch unmittelbaren Einblick in menschliche Notlagen, die möglicherweise mit Hilfe des Roten Kreuzes erträglicher werden.   

Rot-Kreuz-Zentrum Wladimir

Das Rote Kreuz hat in Rußland noch immer nicht seine frühere Bedeutung wiedergewonnen. In allen Staaten der Erde vertreten, übernimmt es überall ganz unterschiedliche Funktionen. In der Sowjetunion gab es fast so etwas wie eine freiwillige Zwangsmitgliedschaft, und vor allem der Blutspendedienst ging unter dem Vorzeichen des Roten Kreuzes vonstatten. Als Anfang der 90er Jahre die staatliche Unterstützung wegfiel, löste sich oft binnen Wochen und Monaten ein Ortsverband auf. Nicht so in Wladimir, weil da gerade in jener schwierigen Zeit das BRK Erlangen-Höchstadt gemeinsam mit dem Ortsverband Wladimir des Russischen Roten Kreuzes die vielfältigen Hilfsaktionen durchführte und ab 1999 dann auch die Arbeit an Sozialprojekten finanzierte und einen Förderverein gründete. In der ganzen Region Wladimir gibt es nur noch einen einzigen weiteren Ortsverband, in dem Städtchen Raduga, unweit von der Partnerstadt gelegen. Das alleine zeigt, vor welchen Herausforderungen beim Wiederaufbau der Organisation man steht.

Olga Dejewa und ihr gemischtes Team

Olga Dejewa ist sich sicher, dazu beitragen zu können. Sie setzt auf ihr Präsidium, dem Irina Sokolowa angehört, die schon in der Vergangenheit eine Stütze des Roten Kreuzes war, sie setzt auf die Lokalpolitik, der an einem starken Sozialpartner gelegen ist, sie setzt auf die Mitgliederwerbung und Sponsoren, besonders aber setzt sie auf die weitere fachliche Unterstützung aus Erlangen und die Ko-Finanzierung der Projekte „Häusliche Pflege“ und „Erste-Hilfe-Kurse“ durch den Erlanger Förderverein. Dessen Mitgliedern sei an dieser Stelle wiederum herzlich gedankt für ihre Geduld, für ihr Durchhaltevermögen über all die schweren Jahre der Ungewißheit und Stagnation in Wladimir hinweg. Nun darf man sagen, es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben. Nun, wo es schon bald wieder so richtig losgehen kann mit der Projektarbeit ist aber auch die Zeit gekommen, neue Mitglieder zu werben. Eine Sache, der sich gerade auch der Blog immer wieder zuwenden wird. Interessenten mögen sich aber schon jetzt an den 2. Vorsitzenden des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir wenden: peter.steger@stadt.erlangen.de

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Sozialpädagogisches Zentrum

One night in Paris is like a year in any other place, heißt es in einem der unvergessenen Songs von 10cc. Die Rockband aus Manchester war offenbar nie in Wladimir, denn hier in der Partnerstadt gibt es noch ganz andere Dimensionen der Zeit. Die beiden Tage, die Bürgermeisterin Elisabeth Preuß mit ihrem Kollegen Sergej Sacharow verbracht hat, kommen den beiden wie zwei Ewigkeiten vor, wie sie beim Abschiedsabend im Garten des Erlangen-Hauses einmütig-einträchtig bekennen. In jedem Fall aber ist in dieser auch nach irdischen Maßstäben so kurzen Zeit eine Freundschaft der Herzen entstanden, die verspricht, mindestens zwei Menschenleben lang zu halten.

Elisabeth Preuß und Anna Makarowa

Der gestrige Besuchstag von Elisabeth Preuß stand ganz im Zeichen ihrer kommunalpolitischen Profession. Schon am Morgen traf sie ihren neuen Kollegen, Roman Wlassow, erst wenige Wochen in Amt, um mit ihm über das weitere Schicksal des Roten Kreuzes zu sprechen. Auch wenn er sich noch nicht in alle Details der Vorgeschichte einarbeiten konnte, weiß er doch genug über die segensreiche Arbeit der gemeinnützigen Organisation, um den Gästen im Beisein von Irina Sokolowa und Pjotr Ponassenko, zwei verläßlichen Streitern für die Sache des Roten Kreuzes, versichern zu können: Wladimir braucht ein starkes Rotes Kreuz, um wichtige soziale Aufgaben zu übernehmen. Peter Steger berichtet in seiner Eigenschaft als zweiter Vorsitzender des Fördervereins Rotes Kreuz, die Mitglieder stünden bereit, um die Neugründung und die Durchführung von Projekten zu begleiten. Der bisherige Vorsitzende, Michail Wladimirow, dem es in seiner Amtszeit nicht gelungen war, das Rote Kreuz auch nur zu registrieren, ist mittlerweile zurückgetreten, seine Position nimmt Irina Sokolowa zunächst kommissarisch ein, bis im September eine Mitgliederversammlung stattfinden kann, wo sie sich als Kandidatin aufstellen lassen will. Bis dahin ist auch zu entscheiden, wo der Sozialfonds untergebracht werden kann, der noch immer die Räume des Roten Kreuzes belegt. Zunächst aber muß Irina Sokolowa einen Geschäftsplan vorlegen, damit Roman Wlassow Entscheidungen über eine mögliche Förderung treffen kann. Daß er auf das Rote Kreuz zählt, daran läßt er keinen Zweifel, wenn er von denkbaren künftigen Aufgaben wie der Einrichtung einer Kurzzeitpflege spricht oder die Bedeutung von Erste-Hilfe-Kursen lobt. Fragen von Obdachlosigkeit, häuslicher Gewalt oder der Förderung von Kindern aus sozial benachteiligten Familien werden darüber hinaus Elisabeth Preuß und Roman Wlassow in der Zukunft noch zu besprechen haben. Die Zeit drängt, und die Gäste wollen das Vertrauen in die deutsche Pünktlichkeit nicht zu sehr erschüttern.

Elisabeth Preuß, Olga Gontscharowa, Anna Makarowa

Olga Gontscharowa hat schon in den 90er Jahren, als Stadt und Land noch tief in der politisch-sozialen Krise lebten, als sich neben den wirtschaftlichen Strukturen auch viele Familienbande auflösten und eine ganze Generation verlorenzugehen drohte, ein Zentrum für sozialpädagogische Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Eltern gegründet. All das unter einem Dach, was in Erlangen von verschiedenen Stellen des Jugendamtes geleistet wird, einem Dach das in den knapp zwei Dekaden seines Bestehens oft hat umziehen und ums Überleben hat kämpfen müssen, das aber auch in den schwersten Zeiten, wie die Gründerin anerkennt, von der Kommunalpolitik getragen wird. Mehr noch: Erst kürzlich wurden in dem Zentrum alle Schulpsychologen der Stadt aufgenommen, eine große zusätzliche Aufgabe für den kommunalen Haushalt. Aber offensichtlich ist die Einrichtung das den Stadträten wert. Denn hier werden nicht nur verhaltensauffällige oder lernbehinderte Kinder betreut, sondern man bezieht Eltern und Lehrer ganz eng ein in die pädagogischen Maßnahmen. Autismus und Aggression bei Kindern ist so ein Problem, das immer mehr Sorgen bereitet. Mögliche Themen für weiterführende Gespräche im Jugendamt Erlangen, zu denen Elisabeth Preuß einlädt, denkbarer Anlaß auch für einen Abstecher nach München zu Anton Hergenhan, Leiter einer heilpädagogischen Tagesstätte in der Landeshauptstadt, dessen Ansatz bei diesen Fragen in seinem Blog erhellend diskutiert werden: http://anton-hergenhan.blog.de

Gesprächsrunde im Rathaus

Um die Mittagszeit dann stellt Elisabeth Preuß sich und die Stadt Erlangen einem großen Kreis von Interessierten aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft vor. Komprimiert und kompetent zeichnet sie das Bild der Medizinstadt mit ihrem Integrationsleitbild, wo Universität und Siemens eine herausragende Rolle spielen und vorbildliche Umweltpolitik betrieben wird, wo es aber auch Probleme zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt gibt, die bis heute nicht gelöst sind. Das Interesse ist gewaltig, die Fragen vielfältig, die Wünsche nach Zusammenarbeit bunt gemischt, darunter Wladimirs Absicht, die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen, wenig verwunderlich, wenn man die erfolgreiche Vergangenheit von Oberbürgermeister Sergej Sacharow als Geschäftsmann kennt. Nun soll geprüft werden, ob es sinnvoll ist, in Erlangen ein Büro zu eröffnen, das die Interessen der Wladimirer Wirtschaft in Franken und darüber hinaus vertritt. All die vielen anderen Anregungen lassen sich hier gar nicht aufzählen, aber sie bieten gewiß jede Menge Stoff aus dem nicht nur die Träume der Partnerschaft sind, sondern die bestimmt so oder anders einmal Gestalt annehmen. Noch nie war der Wunsch nach Zusammenarbeit greifbarer.

Swetlana Makarowa mit den Dankbriefen und Geschenken

Eine kurze Atempause zwischen den Terminen muß genügen, um Swetlana Makarowa, ärztliche Leiterin des Kinderkrankenhauses, Spenden in Höhe von 1.400 Euro zu überbringen. Wie diese Summe zusammengekommen ist, hat den Blog immer wieder beschäftigt, und schon bald wird von einer Aktion zu berichten sein, die in Tennenlohe zu Gunsten der Krebsstation der Klinik geplant ist. Da entwickelt sich etwas, das langfristige Hilfe verspricht. Aber wir wollen das hier noch nicht beschreien und uns lieber auf die konkrete Ankündigung beschränken, daß Prof. Wolfgang Rascher, Direktor der Erlanger Kinderklinik, mit seinem emeritierten Kollegen, Dieter Wenzel, Ende Juli nach Wladimir kommt, um den Medizineraustausch fortzusetzen.

Sergej Sujew und Elisabeth Preuß

Besonders bewegt ist Elisabeth Preuß von der Begegnung mit Sergej Sujew. Der Priester der Rosenkranzgemeinde versteht es fast im Handumdrehen, die Besucherin für sich und seine Sache einzunehmen. Es ist nicht nur die Jugendarbeit und der Austausch, der seit Jahren unter Leitung von Rolf Bernard das Erzbischöfliche Jugendamt, zur Partnerschaft wie das buchstäbliche Amen in der Kirche gehört. Die Verantwortliche für den interkonfessionellen und interreligiösen Dialog in Erlangen will lernen von den Erfahrungen der Rosenkranzgemeinde, die seit Jahren als Kommunikationszentrum für Orthodoxe, Altgläubige, Juden, Muslime, Protestanten und Katholiken dient. Sogar Buddhisten und Vertreter von Sekten treffen sich hier zum Austausch. Die Gemeinde darf sich völlig zu Recht als Visitenkarten Wladimirs fühlen, denn es sind gerade ausländische Delegationen, die hier immer wieder Station machen und von dem toleranten Klima in Wladimir erfahren. „Ich habe mich hier als Katholik noch nie als Mensch oder Christ zweiter Klasse gefühlt“, kann Sergej Sujew bezeugen. So etwas würde Elisabeth Preuß auch gerne von den Muslimen in Erlangen hören. Große Pläne hat die Gemeinde übrigens auch: Ein Pilgerheim, eine Art Kulturzentrum, soll entstehen, aus dessen Einnahmen die Gemeindearbeit finanziert werden könnte. Renovabis und Kirche in Not haben bereits zugesagt, die Hälfte der veranschlagten Kosten zu übernehmen, ein weiteres Drittel soll aus den USA kommen. Nun wird man klären, ob auch aus dem Erzbistum Bamberg Hilfe zur Selbsthilfe kommt. Jeden Versuch ist es sicher wert.

Die zweitägige Ewigkeit klingt im Garten des Erlangen-Hauses aus. Die Geschenke werden übergeben, vor allem der Defibrillator, der Russisch spricht, und den Feuerwehr-Chef Pawel Litow dankbar in Empfang nimmt. Er hatte sich bei seinem Besuch im Mai die Funktionen dieses lebensrettenden Geräts, in Erlangen von Corscience entwickelt, erklären lassen. Und nun kann er es – dank einer Gemeinschaftsaktion von Erlangen und Jena – schon selbst einsetzen und Menscben helfen, die ohne diesen Apparat, der sich und seine Funktionen selbst erklärt, sterben müßten. Aber der Abend, der erst gegen Mitternacht endete, als endlich auch die Professoren Werner Michl aus Nürnberg und Ulrich Lakemann aus Jena eingetroffen sind, die gemeinsam mit Wolfram Howein und Günther Allinger anderntags an dem von Alexander Bersenjew ausgerichteten Kongreß zu Fragen der Erlebnispädagogik als Referenten teilnehmen, dieser Abend nach einer zweitägigen Ewigkeit hat noch viele Menschen zusammengeführt, die in der Partnerschaft noch von sich reden machen werden.

Witalij Gurinowitsch und Wolfgang Morell

Wir wollen hier der Versuchung des Vorausgreifens nicht erliegen und uns einfach an dem freuen, was 70 Jahre nach Beginn des Unternehmens Barbarossa dank der Versöhnungsbereitschaft der Russen und des ehrlichen Umgangs der Deutschen mit ihrer Geschichte zwischen diesen einst so gegeneinander aufgehetzten Völkern möglich ist. Wolfgang Morell und Witalij Gurinowitsch – beide hier im Bild – machen es möglich. Und Sergej Sacharow ist noch immer tief beeindruckt: „Ich habe mir nicht vorstellen können, wie mächtig diese Kraft der Freundschaft und der Verständigung ist!“ Nun ist er selbst ein Teil von diesem Friedenswerk, und er wird sicher seinen Teil, einen großen Teil, dazu leisten.

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