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Posts Tagged ‘Irina Pogodina’


Wenn sich später einmal jemand mit der Historie dieser deutsch-russischen Städtepartnerschaft beschäftigen sollte, wird das Projekt von Jewgenij Arinin, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaften an der Staatlichen Universität Wladimir, sicher besondere Aufmerksamkeit erfahren. Seit gut 15 Jahren nämlich kooperiert der Gelehrte schon mit dem Lehrstuhl für Religions- und Missionswissenschaften an der FAU, und seit Anfang 2018 untersucht er, interdisziplinär unterstützt von Natalia Markowa, Dekanin des Instituts für Geisteswissenschaften, Irina Pogodina, Leiterin des Lehrstuhls für Finanzrecht, und dem Soziologen Dmitrij Petrosjan, den Komplex „Philosophie und Religionskunde als globales Projekt: die deutsche und russische Jugend im Religionsdialog“, ein Vorhaben, das die Russische Stiftung für Grundlagenforschung in Moskau fördert. Im Fokus dabei – die Frage, wie sich im Laufe des Austausches und der Begegnungen die sozialen und religiösen Werte von Jugendlichen aus den Partnerstädten entwickeln und verändern. Diese Woche schloß das Team nun die Forschungsarbeiten in Erlangen ab; im März will man die Fortsetzung des Projekts beantragen. Durchaus mit der Aussicht auf Erfolg, denn längst ist die Untersuchung über den engen Rahmen der Städtepartnerschaft hinausgewachsen: von Astrachan bis Archangelsk und von Ulan-Ude bis Moskau erhebt man Daten, und die Befragung von Jugendlichen soll im nächsten Jahr noch weiter intensiviert werden, möglichst auch unter Einbeziehung der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Elisabeth Preuß, Witalij Galkin, Natalia Markowa, Irina Pogodina, Jewgenij Arinin und Dmitrij Petrosjan

Dmitrij Petrosjan äußerte denn auch beim Empfang am Mittwoch im Rathaus gegenüber Bürgermeisterin Elisabeth Preuß die Hoffnung, die Datenbasis im nächsten Schritt zu erweitern, denn sogar innerhalb der russischen Städte gebe es große Unterschiede bei der Rolle von religiösen Werten. Archangelsk sei sehr stark säkular geprägt, erläutert Jewgenij Arinin, während Wladimir als eher rechtgläubig orientiert gelte, Kasan stärker in Richtung Islam ausgerichtet und Ulan-Ude vom Buddhismus bestimmt sei. Eine Kurzfassung der Ergebnisse präsentierte der Blog bereits Anfang des Monats unter: https://is.gd/zPbFN3, seit gestern liegt der Redaktion auch die umfangreiche Gesamtuntersuchung – auf Russisch – vor, die allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden kann.

Morgen reisen nach getaner Arbeit die Gäste wieder nach Hause zurück und schließen für dieses Jahr den Besucherreigen aus der Partnerstadt mit den besten Wünschen von Elisabeth Preuß für die nächste Etappe des Projekts, das in der Historie der Zusammenarbeit zwischen Erlangen und Wladimir schon jetzt eine Ausnahmestellung einnimmt.

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Vom 23. bis 29. April hielten sich wieder einmal Wissenschaftler von der Universität Wladimir in Erlangen auf: Jewgenij Arinin, Leiter des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaften, Natalia Markowa, stellvertretende Leiterin des Instituts für Geisteswissenschaften, und Irina Pogodina, Leiterin des Lehrstuhls für Finanzrecht. Ziel des Besuches war die Absprache einiger Fragen zum Komplex „Philosophie und Religionskunde als globales Projekt: die deutsche und russische Jugend im Religionsdialog“, ein Vorhaben, das die Russische Stiftung für Grundlagenforschung in Moskau für die Jahre 2018 bis 2020 fördert. Das Projekt begann vor etwa zehn Jahren als Initiative der katholischen und orthodoxen Gemeinden von Wladimir und Erlangen, dem sich die Wladimirer Universität anschloß.

Irina Pogodina, Karl Christian Felmy, Jewgenij Arinin und Natalia Markowa

Das neue Projekt nimmt die religionswissenschaftliche Analyse der Ergebnisse einer soziologischen Befragung von Jugendlichen in den Blick, die am internationalen Austausch zwischen den Partnerstädten teilgenommen haben. Dabei steht die Klärung von drei wesentlichen Aufgaben im Vordergrund: weitere soziologische Forschungen zur Jugend, die am Austauschprogramm zwischen Wladimir und Erlangen teilnimmt; die philosophische Analyse des Terminus „Beobachter erster Ordnung“, sprich der Teilnehmer am internationalen Austausch, und des Begriffs „Beobachter zweiter Ordnung“, also der Wissenschaftler, verantwortlich für die Fixierung der Veränderungsprozesse der kulturellen und religiösen Identität der Jugend als Ausdruck grundlegender Tendenzen im lokalen wie globalen Maßstab; Analyse der Dialogpraxis bei der Interaktion von deutschen und russischen Jugendlichen, wo neue Bedeutungen und Inhalte allgemein verwendeter Begriffe entstehen und die Vorstellungen vom „Eigenen“ und „Anderen“ neue Formen annehmen.

Einige Details des Projekts standen im Mittelpunkt von Treffen mit Jutta Schnabel, Organisatorin des Jugendaustausches, Andreas Nehring, Leiter des Lehrstuhls für Religions- und Missionswissenschaft an der FAU, Prof. em. Karl Christian Felmy (Diakon Wassilij), und Renate Winzen, die seit vielen Jahren die wissenschaftlichen Kontakte zwischen den Partnerstädten begleitet. Die Hauptarbeit bestand allerdings im Studium von Literatur in der Universitätsbibliothek, und ein Tag war dem Besuch von Bamberg mit all seinen Sehenswürdigkeiten und großartigen Museen vorbehalten.

Jewgenij Arinin

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