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Posts Tagged ‘Irina Morosowa’


Im Blogbeitrag vom letzten Donnerstag https://is.gd/eFamCl berichtete Ute Schirmer u.a. auch von unserem gemeinsamen Besuch im Wladimirer Psychoneurologischen Heim und dem Treffen mit dem Dichter Stanislaw Katkow. Leider ohne Photos. Ute bat mich, meine Aufnahmen vom Besuch der Einrichtung dem Blog zur Verfügung zu stellen, was hiermit geschieht.

Prospekt des Altenheims

Ich selbst war von dem „Internat“, wie man es auf Russisch nennt, mehr als positiv überrascht. Deshalb habe ich noch einige Photos vom Hausprospekt mit aufgenommen. Bisher kannte ich ähnliches nur von der Kinderpsychiatrie, in die mich Tatjana Parilowa vor zehn Jahren mitnahm, weil sie dort Musiktherapie anbot. Und vor vier Jahren hatte ich Gelegenheit, das Kinderkrankenhaus detailliert kennenzulernen.

Aus dem Prospekt

Diesmal also das Psychoneurologische Internat. Das Angebot an die Bewohner könnte nicht vielseitiger sein. Zur Zeit unseres Besuches fand gerade eine kleine Musik- und Tanzdarbietung statt.

In der Aula

Viele andere Talente werden gefördert. Und so verfaßt hier auch Stanislaw Katkow, der nicht mehr schreiben und sich nur mit für uns unverständlichen Lauten äußern kann, seine Gedichte. Seine Frau muß eine besondere Begabung des Verständnisses haben, um seine lyrischen Gedanken zu Papier zu bringen. Das war denke ich, für uns alle, eine Begegnung, die lange nachwirkt.

Stanislaw Katkow, Tatjana Kolesnikowa (Deutschdozentin aus dem Erlangen-Haus), Ute Schirmer und Hans Gruß

Die Ordnung und Sauberkeit innerhalb und außerhalb der Gebäude ist vorbildlich. Nicht umsonst ist ein Platz in diesem Heim sehr begehrt. Es steht nicht nur den Bürgern der Stadt Wladimir offen , sondern allen aus der ganzen Region.

Irina Morosowa, Tatjana Kolesnikowa und Ute Schirmer

Die Direktorin, Irina Morosowa, führt eine sehr moderne und menschliche Institution, und sie wurde bei unserem Rundgang oft erfreut angesprochen und geherzt. Chapeau! Die beiliegenden Photos mögen sprechen.

Hans Gruß

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Wir blicken heute nochmals zurück auf den Besuch von Ute Schirmer und ihrer Freundin, Gabriele Erkelenz, in Wladimir. Während die Erlanger Ärztin seit 1991 engstens mit der Partnerstadt verbunden ist und dort einen riesigen Freundeskreis hat, besuchte die promovierte Rechtsanwältin aus Bonn Wladimir ersten Mal, freilich auf den Spuren ihrer bereits verstorbenen Mutter, die den Goldenen Ring einst bereist hatte. Machen wir nun aber den Rückblick auf den Besuch mit Anastasia Filimonowa, die ebenso wie Gabriele Erkelenz, einen kleinen Bericht an die Blog-Redaktion schickte.

Anastasia Filimonowa, Gabriele Erkelenz, Ute Schirmer und Galina Postnikowa im Mariä-Schutz-Nonnenkloster, Susdal

Vom 2. bis 7. Juni besuchte Ute Schirmer uns zusammen mit ihrer Schulfreundin Gabriele Erkelenz aus Bonn. Die beiden hatten ein pralles Programm, trafen die Familien russischer Freunde aller Generationen. Frau Schirmer kommt nicht einfach müßig zu uns. All ihre Reisen hatten immer einen wohltätigen oder spirituellen Anspruch.

Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz im Kreis der Familie Filimonow

Das war auch dieses Mal nicht anders. So brachte sie Aufnahmen ihres Mannes aus Erlangen mit, mit denen sie an einem Abend im Erlangen-Haus ihre ausführliche und interessante Schilderung unserer Partnerstadt bebilderte.

Ute Schirmer

Der zweite Teil der Veranstaltung war dem Schaffen des Wladimirer Dichters Stanislaw Katkow gewidmet, dessen Gedichte erfüllt sind von Freude, Schönheit und Zartheit, obwohl er im Pflegeheim lebt, wo die beiden Freundinnen ihn später auch noch besuchten.

Blick ins Publikum im Erlangen-Haus

Frau Schirmer rezitierte seine Gedichte in ihrer eigenen Übersetzung. Zu dem Abend hatte sie Freunde eingeladen, mit denen sie schon seit vielen Jahren eine enge Verbindung pflegt.

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa bei der Lesung im Erlangen-Haus

Dann war da noch der Besuch in der Schmiede, wo die Handwerkstraditionen der Familie Borodin am Leben erhalten werden. Alles wird hier nach überlieferter Art gemacht, etwas, das man kaum noch so antrifft. Wir hatten sogar die Gelegenheit gezeigt zu bekommen, wie wir unseren eigenen Nagel schmieden können. Diese ungewohnte Betätigung machte unseren Damen richtig Spaß.

Ute Schirmer in der Kunstschmiede

Natürlich durfte bei dem Besuch auch Susdal nicht fehlen. Wir konnten auf den Glockenturm des Erlöser-Euphemius-Klosters, erbaut Anfang des 16. Jahrhunderts. Vor unseren Augen brachte der Glöckner 16 Glocken zum Klingen. Später erlaubte er es auch uns, es als Glöckner zu versuchen. Der Aufstieg war mühsam. Es führt eine Wendeltreppe nach oben, die in alten Zeiten auch eine Wehrfunktion hatte. Im Fall einer Verschwörung konnte jemand da oben in der vorteilhaften Position eine große Zahl von Angreifern abwehren. Derartige Treppen erlauben es dem Angreifer nicht, sich zur vollen Größe aufzurichten. In seiner Rüstung und mit dem Schwert in der Hand ist der Krieger gezwungen, sich langsam und seitwärts nach oben zu bewegen, wobei er die Waffe gar nicht erheben kann. Somit ist er schutzlos den Schlägen von oben ausgeliefert. Zu zweit kommt man gar nicht hoch.

Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz

Leider verging die Zeit in Wladimir mit unseren Freundinnen viel zu schnell. Und jetzt überkommt mich eine ganze Welle farbenfroher Erinnerungen. Wir hoffen auf neue Begegnungen!

Anastasia Filimonowa

 

Zwischenmeldung: Der Freundeskreis ist derart groß, daß Ute Schirmer manche ihrer Bekannten erst im Nachhinein wiedererkennt, wenn sie sich nicht selbst zu erkennen geben. Da ist beispielsweise der Fahrer, Jewgenij Tschilimonow, den sie bereits 1991 traf und auf dessen Heirat sie später zu Gast war. Aber so eine Reise offenbart auch unbekannte Seiten der eigenen Freundin, wenn etwa bei dem Treffen mit Damen von Soroptimist International Gabriele Erkelenz plötzlich zu erkennen gibt, dem gleichen Serviceklub anzugehören. Aber bleiben wir noch kurz bei den russischen Freunden, zu denen die Familien der Musiker Alexander und Dmitrij Tichonow gehören, wo Ute Schirmer spät abends noch Flötenunterricht gab und nach Auskunft der Gastgeber so anrührend sang, daß niemand mehr zu Bett gehen wollte.

Galina Postnikowa, Anastasia Filimonowa, Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz in Susdal

Es ist eine besondere Reise, wenn man mit Ute Schirmer nach Wladimir fährt und dort im Erlangen-Haus wohnt. Dank Ihrer vielen Freunde und der russischen Gastfreundschaft habe ich viele Menschen kennengelernt und einen kleinen Einblick in das russische Leben gewinnen können.

Abschied und Willkommen für Ute Schirmer im Erlangen-Haus

Das Erlangen-Haus ist ein Schmuckkästchen; die Partnerstädte dürfen stolz auf ihr großartiges Werk sein. Aus einer unbewohnbaren Ruine ist ein bildschönes, repräsentatives Gebäude geworden, behaglich zum Wohnen und zweckmäßig für Kurse und Verwaltung. Das dort beschäftigte russische Team ist liebenswürdig und sympathisch, hilfsbereit und kompetent.

Auf einem Empfang, den Ute Schirmer für ihre Freunde im Erlangen-Haus gab, präsentierte sie Gedichte des russisches Dichters Stanislaw Katkow, der gelähmt in einem Heim für neurologisch Kranke lebt. Zunächst las eine russische Deutschlehrerin den russischen Text sehr ausdruckstark vor, danach Ute Schirmer ihre hervorragende deutsche Übersetzung. Naturbetrachtungen und tiefsinnige Gedanken haben alle sehr beeindruckt.

Ute Schirmer und Stanislaw Katkow, 2013

Tags darauf besuchten wir zusammen mit Ute Schirmers Freundin, Tatjana Oserowa, Stanislaw Katkow  in dem Heim. Begleitet von der liebenswürdigen Leiterin des Hauses, Irina Morosowa, und einer Schwester, wurden wir zu Stanislaw Katkow geführt, der uns im Rollstuhl sitzend empfing. Er war überglücklich, als ihm Tatjana Oserowa in lebhafter Weise von der Präsentation seiner Gedichte im Erlangen-Haus erzählte.

Tamara Neiswestnaja und Ute Schirmer

Bei verschiedenen Einladungen habe ich verschiedene Wohnungen kennengelernt, von einfach bis wohlsituiert; gleich war überall eine wunderbare Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit. Ich hatte den Eindruck, die Freundschaft und die guten Kontakte zu Erlangen liegen allen sehr am Herzen.

Gabriele Erkelenz

Die Bilder sind übrigens von Wladimir Fedin mit Ausnahme des Photos von der Hausmusik, das Dmitrij Tichonow machte. Einen kleinen Videofilm vom Glockenspiel gibt es hier zu sehen: https://is.gd/QMJoBu (bitte auf das Symbol VID_ klicken).

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Olga Dejewa ist weiter zuversichtlich. Die ehrenamtliche Vorsitzende des Roten Kreuzes in Wladimir setzt auf die Jugend und Mäzene. Die Zusammenarbeit mit Schulen liegt ihr besonders am Herzen, was man unschwer sehen kann, wenn man einmal die vielen kleinen Zeichnungen und die detailfreudigen Plakate betrachtet, die in den letzten Wochen entstanden sind. Ergebnis einer erfolgreichen pädagogischen Arbeit mit dem Ziel, die Aufgaben des Roten Kreuzes der jungen Generation nahezubringen. Wer so viel vorzuweisen hat, tut sich auch leichter, private Geldgeber für die Rot-Kreuz-Sache zu begeistern. Und so ist denn zur Freude von Olga Dejewa schon die erste größere Spende in Höhe von 5.000 Rbl. eingegangen. Dabei soll es natürlich nicht bleiben, denn neben den bereits laufenden Projekten „Licht des Guten“ und „Das sollte jeder wissen“, also Programmen, die zum einen häusliche Pflege für Kriegsveteranen, zum andern Ausbildungskurse für Erste Hilfe umfassen, ist jetzt auch noch ein Kurs für Notversorgung in Planung. Und alles begleitet durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit. Fehlt nur eine eigene Homepage, für die allerdings rasch einmal 30.000 Rbl. zu bezahlen wären. Vielleicht aber tut es für den Anfang ja auch ein Blog, der keinerlei Kosten verursacht, freilich regelmäßig gepflegt werden will, wie die geneigten Leser aus eigenem Erleben wissen.

 

Olga Dejewa und Peter Steger vor dem Erlangen-Haus

Was und wie auch immer: Olga Dejewa freut sich schon jetzt auf den Besuch der offiziellen Delegation unter Leitung von Bürgermeisterin Birgitt Aßmus Anfang September und hofft, dann auch das Raumproblem lösen zu können. Schon heute nämlich reicht der Platz nicht mehr für all die vielfältigen Aktivitäten, und gerade für die geplanten Kurse braucht man ja auch Unterrichtsräume. Und dann, wie weiter? Einen Deutsch-Kurs im Erlangen-Haus möchte die hauptamtliche Direktorin des Wladimirer Sozialwerks belegen – und möglichst noch in diesem Jahr ihre erste Reise nach Erlangen und Jena unternehmen. Da kann man jetzt schon sagen: Herzlich willkommen! In Erlangen hat sie ja bereits erste Freunde. Und das werden bestimmt bald mehr!

 

Vorgarten des Alten- und Pflegeheims

Willkommen ist auch Irina Morosowa, die Leiterin des Alten- und Pflegeheims mit seinen fast 700 Plätzen für Senioren und Behinderte. Dessen bekanntester Bewohner heißt Stanislaw Katkow und hat schon mehr als ein halbes Dutzend Lyrikbände veröffentlicht, aus denen einige Gedichte auch in deutscher Übersetzung von Ute Schirmer und Peter Steger vorliegen. Zeugnisse der unbändigen Lebenslust eines Menschen, dem das Schicksal übel mitgespielt hat, der, kaum auf der Welt, so schwer erkrankte, daß er bis heute halbseitig gelähmt ist und nur schwer verständlich sprechen kann. Und doch hält er sich selbst für ein Glückskind, sprüht vor Witz und ist nie um ein Lächeln verlegen. Wenn man sieht, mit welcher Aufmerksamkeit sich Irina Platowa um ihn kümmert, die viele seiner Gedichte auswendig rezitiert und seit der Autor wegen der fortschreitenden Lähmung kaum mehr selbst leserlich schreiben kann auch dessen Lyrik ins reine schreibt, wundert man sich freilich nicht mehr allzu sehr über seine Frohnatur. Und dann ist da noch Sinaida Gagulajewa, im Heim zuständig für das Kultur- und Freizeitprogramm, die den Dichter versteht wie kaum jemand sonst. Fast sollte man meinen, ihm fehlte fast nichts mehr zu seinem Glück. Zumal es da in Erlangen auch noch zwei Damen gibt, Ruth Sych und Ute Schirmer, die Stanislaw Katkow seit zwei Jahrzehnten begleiten und die Ausstellungen in Etzelskirchen und in Dreycedern mit Illustrationen von Alewtina Sínowjewa zu seinen Gedichten organisiert haben.

 

Sinaida Gagulajewa

Die beiden würden ihren Augen nicht trauen, wenn sie sehen könnten, was sich alles zum Guten gewendet hat seit ihren ersten Besuchen in den frühen 90er Jahren. Der Garten blüht, was das Zeug hält, überall wird gewerkelt und renoviert, die Bewohner machen einen zufriedenen und heiteren Eindruck, und Irina Morosowa will es dabei nicht bewenden lassen. Geht es nach ihr, werden schon bald alle ihre Schutzbefohlenen moderne Hilfsmittel nutzen können, sogar ein Schwimmbad schwebt ihr vor. Das mag alles noch dauern, aber die Aufbruchstimmung ist jetzt schon da. Und es gibt ein konkretes Ziel: Zum dreißigjährigen Jubiläum der Partnerschaft vom 29. Mai bis 2. Juni 2013 soll es in Wladimir eine Ausstellung geben – mit Arbeiten von behinderten Künstlern aus Erlangen.

Sinaida Gagulajewa, Irina Morosowa, Stanislaw Katkow, Irina Platowa

Stanislaw Katkow, der 2013 seinen 70. Geburtstag feiert, wird sicher im Organisationskomitee sitzen. Und vielleicht ein wenig Deutsch mit Irina Platowa lernen. Seine fehlenden Sprachkenntnisse beklagt er nämlich in einem Gedicht, das er den beiden Freundinnen aus Erlangen gewidmet hat und das mit dem Vers endet: „Zu den Deutschen, nach Erlangen / schick ich diese Zeilen ab. / Euch will ich von Herzen danken / und dem Glück, daß ich Euch hab.“ Dem ist nichts hinzuzufügen!

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