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Posts Tagged ‘Irina Chasowa’


Dieser Tage prüfte das Goethe-Institut Moskau wieder einmal das Sprachlernzentrum Wladimir im Erlangen-Haus auf Herz und Nieren. Immerhin werden ja in der Partnerstadt sämtliche Prüfungen abgenommen, für die man früher eigens in die Hauptstadt zu reisen hatte. Da muß Qualitätsmanagement sein. Und – man darf es vorwegnehmen – das Ergebnis überzeugte wieder einmal auf ganzer Linie. Von 180 möglichen Punkten erzielte das Team um Tatjana Kirssanowa fast 172 Zähler, in den entscheidenden Kategorien wie Qualifikation des Personals, Angebot und Kundenzufriedenheit sowie Sprachkursorganisation gab es sogar überhaupt keinen Abzug, sprich, die Erwartungen wurden zu 100% erfüllt. Da kann man nur voller Bewunderung und Anerkennung gratulieren!

Jelena Michajlowa, Natalia Dumnowa, Tatjana Kolesnikowa, Natalia Kirssanowa, Jekaterina Ussojewa und Tatjana Kirssanowa

Hinter diesem Erfolg stehen natürlich ganz konkrete Gesichter. Beginnen wir links mit Jelena Michajlowna, die nach längerer Pause im Mutterschutz mit zwei Kindern wieder an Bord ist und als einzige Lehrkraft des Erlangen-Hauses auch noch an der Fakultät für Fremdsprachen der Universität Wladimir tätig ist. Die Dozentin hat demnächst die Möglichkeit mit einem Stipendium des Goethe-Instituts einen Sprachkurs in Deutschland zu absolvieren. Am nächsten Dienstag beginnt ihr „Start Deutsch“ für alle, die bis Ende Januar rasch viel lernen wollen und dafür genug Zeit mitbringen, zum Beispiel jene, die es zwecks Eheschließlung in die Bundesrepublik zieht. Natalia Dumnowa, Tatjana Kolesnikowa und Natalia Korssakowa, die drei Allzweckwaffen im Team, wobei letztere auch noch für die Online-Kursräume zuständig ist und die beiden Accounts in den Sozialen Netzwerken betreut. Jekaterina Ussojewa kam schon als Zwölfjährige ans Erlangen-Haus und wurde damals ausnahmsweise aufgenommen, weil sie durch ihre Mutter, eine Deutschlehrerin, sprachlich schon „vorbelastet“ war. Noch vor ihrem Schulabschluß bestand sie die C1-Prüfung des Goethe-Instituts, bevor sie nach Sankt Petersburg zum Studium ging und nun im Vorjahr zurückkehrte nach Wladimir und ans Erlangen-Haus. Die Pädagogin ist neben Anna Lesnjak, derzeit im Mutterschutz, sozusagen ein hauseigenes Gewächs. Fehlt nur noch Tatjana Kirssanowa, die alle organisatorischen Fäden des Sprachlernzentrums in Händen hält und im Lehrberuf ihre Erfüllung findet.

Am ersten Sonntag im Oktober begeht man in der Russischen Föderation den „Tag des Lehrers“, den Natalia Korssakowa zum Anlaß nahm, um auf Instagram folgende Nachricht zu hinterlassen: http://www.instagram.com/n.kors @n.kors

Я люблю свою работу 💚

Ich liebe meine Arbeit.

💚Люблю за то, что она никогда не бывает скучной, как бы банально это не звучало 😊 люблю заходить в аудиторию и видеть интерес в глазах учеников, когда им нравится и процесс, и результат 👍

Ich liebe sie dafür, daß sie nie langweilig wird, wie banal das auch klingen mag. Ich gehe gern in die Klasse, um das Interesse in den Augen der Schüler zu sehen, wenn ihnen der Ablauf wie das Ergebnis gefallen.

💚Получаю истинное удовольствие от своих трудов: люблю и искренне радуюсь, когда ученики достигают своих целей – поступают в немецкие университеты, сдают международные экзамены, путешествуют без боязни быть непонятым, да и просто получают удовольствие от изучения немецкого ⠀

Meine Aufgaben bereiten mir ein wahres Vergnügen: Ich genieße es und freue mich aufrichtig, wenn meine Schüler ihre Ziele erreichen, an eine deutsche Universität gehen, internationale Prüfungen ablegen, Reisen machen, ohne zu fürchten, nicht verstanden zu werden, und einfach Freude am Deutschlernen haben.

💚 я сама люблю учиться! и моя работа дает мне возможность профессионально развиваться, и это не только семинары и онлайн- обучение, но и ежедневная рефлекция после занятий ⠀

Ich lerne selbst gern! Und meine Arbeit gibt mir Gelegenheit, mich beruflich weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Seminare und online-Fortbildung, sondern auch um die tägliche Reflexion nach dem Unterricht.

💚Люблю за возможность говорить на прекрасном языке 🇩🇪 и донести эту красоту другим

Ich liebe meinen Beruf für die Möglichkeit, mich in einer herrlichen Sprache auszudrücken und diese Schönheit anderen zu vermitteln. ⠀

💚 люблю за то, что в @erlangenhaus самые лучшие коллеги на свете ❤

Ich liebe ihn dafür, daß ich im Erlangen-Haus die allerbesten Kolleginnen auf der Welt habe.

Da bleibt der Kommentator sprachlos!

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Im Vorjahr nahm eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit am Sommerdeutschkurs des Erlangen-Hauses an der Volkshochschule teil: Marina Bit-Ischo, zu der hier mehr zu lesen ist: https://is.gd/8NYYIV.


Dieser Tage veröffentlichte die Kunsthandwerkerin auf Facebook folgende Zeilen:

Wahrscheinlich wird niemand abstreiten, daß FREUNDSCHAFT zu einem der wichtigsten Bestandteile des Glücks gehört. Vertrauen, Langmut und Gegenliebe bilden die wahren Pfeiler freundschaftlicher Beziehungen. Mein neues Pferdchen tritt nun sein Leben im Erlangen-Haus an, in einem Haus der echten und über Jahre bewährten Freundschaft.

Und dann fügt sie noch diesen Vierzeiler an:

Bewahrt die Freundschaft mir auf dieser Erde,

bewahrt sie, gleich, wer immer sie euch schenkt,

denn nur ein echter Freund kann für dich werden

zu dem, der ohne Worte wie du denkt.

Platon Schukow und Lissa Bit-Ischo

Vorgestern übergaben nun ihre Tochter, Lissa Bit-Ischo, und Platon Schukow, beide vom Gymnasium Nr. 3 und im Erlangen-Haus fleißig beim Erlernen der deutschen Sprache, das geschmückte Geschenk an Irina Chasowa.

Irina Chasowa

Die Geschäftsführerin darf sich nicht nur über die schöne Geste freuen. Glücklich ist sie auch über das anhaltende Interesse an den Deutschkursen mit wieder gut 200 Anmeldungen. Nun wäre nur noch zu klären, aus welchem Holz das Pferd geschnitzt ist. Vielleicht ja aus jenem Ebenholz wie in dem Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Den Zauber der Liebe und Freundschaft trägt es freilich ganz bestimmt in sich. Und sicher verwandelt sich das kleine Kunstwerk schon bald in das Trojanische Pferd der deutsch-russischen Partnerschaft.

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Die Anmeldungen für die Herbstkurse am Sprachlernzentrum des Erlangen-Hauses laufen auf Hochtouren. Parallel werden offene Stunden nach dem Programm des Goethe-Instituts „Brücke zur deutschen Universität“ angeboten. 30 Interessierte nahmen zum Erstaunen des Teams um Irina Chasowa daran teil. Deshalb ist für den September schon wieder eine solche Veranstaltung geplant. Überdies kommt die Regionale Kinderbücherei mit einer eigenen Gruppe zu diesem Programmpunkt ins Erlangen-Haus.

Und für alle, die es noch immer nicht wissen, hängt am Parkplatz des Einkaufszentrums Globus seit wenigen Tagen und noch den ganzen September hindurch ein Banner mit Werbung für die Deutschkurse am Erlangen-Haus. Gut so, denn ein französisches Sprichwort sagt, selbst der liebe Gott lasse für sich die Glocken läuten.

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Am späten Montagabend in Nürnberg gelandet, sitzt die 16köpfige Gruppe aus dem Erlangen-Haus nun seit Dienstag jeden Morgen bis Freitag nächster Woche im Deutschkurs von Heide Thies im Club International der Volkshochschule, paukt Grammatik und übt Konversation. In der Freizeit und am Wochenende sollen die Gäste dann Erlangen – von „Klassik am Berg“ bis zu den Regnitzwerkstätten – und möglichst viel von Franken kennenlernen und sogar einen Ausflug bis nach Kloster Weltenburg unternehmen. Ein vielseitiges Programm, zusammengestellt vom Freundeskreis Wladimir, der auch diese, die zwölfte Sprachreise des Erlangen-Hauses in Folge, aufmerksam vorbereitete und begleitet. Immer für die zweiten Julihälfte schreibt das Erlangen-Haus in Kooperation mit der Volkshochschule Erlangen für seine jährlich gut 200 Deutsch-Kursteilnehmer diese Möglichkeit der Vertiefung von Sprachkenntnissen aus. Es kann nicht oft genug gesagt werden: Was von Klaus Wrobel, dem seinerzeitigen Direktor der VHS, und seinen Nachfolgen, Christine Flemming und Markus Bassenhorst, mit der tatkräftig-kompetenten Unterstützung des Sprachenbeauftragten, Reinhard Beer, schon Mitte der 90er Jahre ins Werk gesetzt wurde und unermüdlich fortgesetzt wird, trägt nicht nur erstaunliche Früchte, sondern entwickelt eine großartige Eigendynamik.

Markus Bassenhorst

Dank den Bemühungen von Klaus Wrobel und Reinhard Beer kamen die Deutsch-Kurse des Erlangen-Hauses unter die Fittiche des Goethe-Instituts Moskau, die wachsende Dozentenschar aus Wladimir wurde dort geschult und auf die eigenen pädagogischen, an der Sprachpraxis ausgerichteten Lehrmethoden eingeschworen. Mit Erfolg. Das Konzept hebt sich offenbar so wohltuend von den Angeboten anderer Einrichtungen – vor allem der Schulen und Universitäten – ab, daß die Kurse ungeachtet des allgemein zu Gunsten des Englischen nachlassenden Interesses an der deutschen Sprache immer stärker nachgefragt werden, besonders übrigens von jungen Leuten.

Florian Janik und Irina Chasowa

Beim gestrigen Treffen mit Oberbürgermeister Florian Janik zeigte denn auch Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, eine gehörige Portion Selbstbewußtsein, als Markus Bassenhorst bei seiner Begrüßung meinte, man werde an seiner Volkshochschule erst demnächst das erste Smartboard einsetzen können, eine Technik, die im Wladimirer Sprachlernzentrum bereits vor gut zwei Jahren den Praxistest bestanden hatte. Die Besucherin bot nämlich gleich schlagfertig ein Praktikum in der Partnerstadt vor, um die Erlanger Dozentenschaft von den Vorteilen der schlauen Weißwandtafel zu überzeugen. Ein Angebot, das Florian Janik, der als Gastgeschenk seine russische Lieblingsleckerei erhielt, gern aufgriff, denn: „Gründe, Wladimir zu besuchen, gibt es viele!“

Aber natürlich gibt es auch nicht weniger Gründe, Erlangen zu besuchen. Gerade in diesen Zeiten, wie das Stadtoberhaupt anmerkte, wo, ohne Schuldzuweisungen aussprechen zu wollen, das Verhältnis zwischen unseren Staaten besser sein könnte. Gerade da komme es auf den bürgerschaftlichen Austausch, auf die Volksdiplomatie an. Und die lebt tatsächlich zwischen Erlangen und Wladimir, zumal wieder alle Gäste in Familien untergebracht sind und so, wie sich Florian Janik wünscht, neue Verbindungen und Freundschaften zwischen Deutschen und Russen entstehen. Denn davon kann es gar nicht genug geben. Gerade in diesen Zeiten.

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Gestern besuchte Sebastian Reichle, Beauftragter der Deutschen Botschaft Moskau für die Region Wladimir, im Rahmen seines ersten offiziellen Besuchs in der Partnerstadt auch das Erlangen-Haus. Der vierunddreißigjährige Diplomat interessierte sich lebhaft für die Organisation der Deutschkurse, die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und natürlich die Partnerschaft insgesamt. Er zeigte sich beeindruckt von Umfang und Intensität der Zusammenarbeit zwischen Wladimir und Erlangen und bedauerte sehr, daß es in seiner Heimatstadt Stuttgart keinen derart vielfältigen Austausch mit Samara gebe.

Natalia Korssakowa und Sebastian Reichle im Intensivkurs

Da das Programm des Gastes eng getaktet war, blieb leider nur wenig Zeit für das Gespräch, aber immerhin nutzte er noch die Gelegenheit für ein Treffen mit einer Gruppe aus dem Intensivkurs des Niveaus A2, die gerade Unterricht hatte.

Alexander Dunjuschkin

Leider konnte Sebastian Reichle nicht im Erlangen-Haus übernachten, da derzeit der Heizkessel, vor 25 Jahren von der Firma Niersberger gespendet und seither von der Firma Pillipp gewartet, auf Vordermann gebracht wird. Auf dem Bild kann man sehen, wie der Kesselraum bereits neu gefliest ist. Nach Abschluß der Arbeiten schaltet sich der Kessel je nach Außentemperatur automatisch ein und aus und arbeitet damit ökonomischer, zuverlässiger und ökologischer, zumal es dann auch in jedem Stockwerk – Keller, erste und zwei Etage – ein geschlossenes Heizsystem geben wird. Zu sehen ist hier Alexander Dunjuschkin, ein von der Firma Buderus zertifizierter Monteur.

Tatjana Kirssanowa und Swetlana Schelesowa im Gespräch mit Sebastian Reichle

Zurück zum Antrittsbesuch des Diplomaten, der bereits vorgestern mit dem Frühzug aus Moskau gekommen war und der zunächst gleich weiter nach Gus-Chrustalnyj reiste, um dort das mit deutscher Beteiligung gegründete Unternehmen Bautex zu besuchen. Der Nachmittag war dann für ein Treffen mit Oberstadtdirektor Andrej Schochin im Rathaus und mit der Staatlichen Universität sowie einen Stadtrundgang reserviert. Gestern dann noch neben den Begegnungen im Erlangen-Haus ein Empfang im Weißen Haus, der Staatskanzlei der Region Wladimir, und der Besuch der Schule Nr. 23 mit ihren intensiven Verbindungen zu Erlangen, bevor es am Abend wieder zurück nach Moskau ging.

Irina Chasowa

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Frau Holle meinte es in den letzten Wochen und Monaten gut mit Wladimir. Auch wenn die Temperaturen zumeist diesseits von dem lagen, was man vom russischen Winter glaubt, erwarten zu dürfen, fiel der Schnee in rauhen Mengen, und erst in den letzten Tagen setzte dauerhaftes Tauwetter ein, das die weiße Pracht nun überall dahinschmelzen läßt.

Hohe Zeit für Photographen wie Sergej Skuratow und Igor Gankow, aufzubrechen in jenes Zwischenreich des Abschieds vom Winter und der Vorfreude auf den Frühling.

Zeit aber auch, sich vorzubereiten auf die sprichwörtliche Weglosigkeit, auf Überschwemmungen und von der Außenwelt abgeschnittene Ortschaften. Die ersten Dörfer sind schon jetzt nur noch per Boot zu erreichen und müssen über das steigende Wasser versorgt werden.

Bald wird wohl auch Mariä Schutz an der Nerl wieder wie ein Eiland aus den Fluten ragen, aber wohl dank der künstlichen Aufschüttung aus dem 12. Jahrhundert auch heuer wieder nur nasse Füße riskieren.

Gestern dann ein Frühlingsbote im Weichselbaum des Gartens um das Erlangen-Haus, gesehen von Irina Chasowa: ein Dompfaff oder Gimpel mit einer Knospe im Schnabel. Im Russischen nennt sich der sangesfreudige Blutfink https://is.gd/eHvXqO, der bisweilen auch im Osten Erlangens gesichtet wird, снегирь, was sich von снег, Schnee, ableitet. Und dem Vogel ist ein schönes russisches Märchen gewidmet:

Es war einmal ein einsamer Vogel mit Namen Schneeling, so genannt, weil er weiß wie Schnee war und ein schwarzes Käppchen und einen schwarzen Umhang trug. Der Piepmatz war herzensgut und half immer allen, die in Not waren, teilte mit ihnen seine Beeren und Körner. Es gab viele Vögel im Wald, aber keines glich ihm, weshalb der Schneeling traurig wurde. Und als er eines Tages davonflog, weit weg, hinter die sieben Berge, traf er dort einen Vogel, der wie er selbst schneeweiß war. Die beiden Vögel freuten sich von Herzen, flogen zusammen umher, pickten Beeren im Wald, flöteten nach Herzenslust. Eines Tages aber brach über ihre kleine Welt ein schlimmer Schneesturm herein, der klirrenden Frost mitbrachte. Das ganze gefiederte Völkchen suchte sich einen Unterschlupf. Auch der Schneeling versteckte sich unter einem breiten Tannenzweig. Doch sein Freund blieb zurück. Da machte sich der Schneeling Sorgen, fragte sich, wo der Freund nur bleibe, als plötzlich ein kleiner Schneeball zu Boden fiel. Der Schneeling flog dem Schneeball nach und sah, daß es sein Freund war, erfroren und ohne Atem. Wie ihn der Schneeling auch schüttelte und rüttelte, es half alles nichts. Da weinte er lange und legte die Flügel um seinen Freund. In seiner Not wandte sich der Schneeling an die Eule um Rat. Die verriet ihm, es könne ein Wunder geschehen, wenn er dem Freund einen Tropfen seines eigenen Blutes schenke. Da pickte sich der Schneeling die Brust blutig, fing einen Blutstropfen auf und legte ihn auf die Brust des Freundes. Die ganze Brust des Freundes färbte sich sogleich purpurrot, und der Gefährte öffnete die Augen. Auch die Brust des Schneelings hatte sich vom Blut rot gefärbt. Da war die Freude der beiden Freunde groß, und die ganze Vogelwelt freute sich mit ihnen. Seither trägt der Schneeling den Namen Blutfink.

 

Michail Matjuschkin, der ein paar Kilometer vor den Toren Wladimirs wohnt, hielt bereits am 24. März die ersten Stare im Bild fest, die freilich um einiges zu früh in ihr Sommerquartier zurückkehrten. Dennoch, bald wird auch in die Partnerstadt die ganze Vogelschar zurückgekehrt sein und den Frühling besingen, während Frau Holle ihre Kissen wieder im Keller verstaut.

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Wie vielfältig sich vor allem in den Geisteswissenschaften der Austausch zwischen der Friedrich-Alexander-Universität und der Staatlichen Universität Wladimir gestaltet, zeigt der Besuch von Evelina Winter Anfang des Monats in der Partnerstadt. Die in ihrer Kindheit aus Usbekistan nach Deutschland übergesiedelte Wissenschaftlerin arbeitet am Lehrstuhl für Didaktik des Deutschen als Zweitsprache und koordiniert im Bürgermeister- und Presseamt das Wi.L.D.-Projekt im Rahmen der kommunalen Sprachförderung Erlangens. Hier nun ihr Bericht.

Nach einer eher schlaflosen Nacht – die Aufregung war doch sehr groß, nach 20 Jahren wieder einmal in einer russischsprachigen Umgebung zu sein – ging es um 6 Uhr zum Nürnberger Flughafen. Der Flug verlief recht ereignislos und auch glücklicherweise ohne weitere Turbulenzen, und so landete ich am frühen Nachmittag wohlbehalten in Moskau. Voller Vorfreude begab ich mich in die Innenstadt und wurde von wunderschön erleuchteten Straßen und Plätzen eingeladen, mir die Stadt, die den Tränen nicht glaubt anzuschauen.

Evelina Winter auf dem festlichen Roten Platz

Ich war sogleich hin und weg. Nicht zuletzt dank den überall reichlich präsenten Polizisten fühlt man sich in dieser riesigen Stadt (man braucht eine Stunde vom Flughafen ins Zentrum) sehr sicher und wohl. Hier ein paar Eindrücke aus Moskau.

Mir bot sich nun die Möglichkeit, ein etwas verfrühtes Butterfest (Masleniza), den russischen Karneval, zu erleben, da die Stadt sich sehr gut auf Touristen wie mich vorbereitet hatte. So hatte ich das Vergnügen, sowohl die Eisfläche am Roten Platz bestaunen zu können (ein Überbleibsel vom Neujahrsfest) als auch gleichzeitig im Hintergrund das Masleniza-Lied zu hören, das den Frühlingsanfang einläutet.

Feststimmung auf dem Roten Platz

Auch die Dekoration in Moskau spiegelte den Übergang zwischen Neujahr und Frühling wider. Tannen, die noch mit Kugeln geschmückt sind und gleichzeitig Ergänzung durch die Sonnenbilder finden, das Symbol der Masleniza.

Nach einer zwar kurzen, aber sehr schönen Zeit in Moskau begab ich mich mit dem Zug (Strisch, Mauersegler genannt) nach Wladimir. Dort wurde ich sehr freundlich von Nadeschda Troschina, der Beauftragten für Internationale Angelegenheiten an der Staatlichen Universität, und ihrem Mann in Empfang genommen und zum Erlangen-Haus gebracht. Dieses erwartete mich in vollem Glanz, über und über bedeckt vom Schnee, der wie ich nicht müde wurde, in der folgenden Woche zu erwähnen, mir wahre Freude bereitete. Im Gegensatz zur allgegenwärtigen Meinung der Wladimirer, ich hätte mir besser eine andere Jahreszeit für meine Reise aussuchen sollen, war ich vom Wetter für meinen Besuch begeistert (trotz teilweise -15° C). Davon wissen auch die folgenden Bilder zu berichten.

Erlangen-Haus

Am nächsten Tag begann mein offizieller, seitens der Universität organisierter Aufenthalt in Wladimir. Doch zuerst lernte ich die gute Seele des Erlangen-Hauses (oder besser gesagt eine davon), die Köchin Galina, kennen und lieben, denn diese, die Liebe, geht ja bekanntlich durch den Magen. An jedem einzelnen der nachfolgenden Tage verwöhnte sie uns Hotelgäste mit allerlei leckeren Sachen, wobei sich nie ein Gericht in dieser Woche wiederholte. Auch die Lehrkräfte des Erlangen-Hauses und dessen Chefin, Irina Chasowa, lernte ich an diesem Morgen kennen und fühlte mich sehr warm willkommengeheißen.

Demetrius-Kathedrale

An diesem ersten Vormittag holte mich Natalia Safronowa am Erlangen-Haus ab und führte mich zum historischen Museum der Stadt Wladimir, wo uns eine sehr nette Dame begrüßte und in die Geschichte über die Entstehung Wladimirs informierte. Danach waren wir uns beide einig darin, wie interessant die Führung war, jedoch sollte man diese wohl öfters mitmachen, um die vielen Informationen und vor allem Namen behalten zu können. Nun erhielt ich noch von Natalia eine kleine Stadtführung, wobei wir einen Blintschik (Pfannkuchen) aßen, um uns dann in das Hauptgebäude der Universität zu begeben, wo uns bereits nicht nur die Lehrstuhlinhaberin Tatjana Tjapkina und Nadeschda Troschina, sondern auch der Vizepräsident Alexej Panfilow erwarteten. Darauf war ich an diesem Tag so gar nicht vorbereitet, dabei hätte ich es eigentlich ahnen können: Hierzulande handhabt man solche Besuche anders und wesentlich offizieller als es bei uns der Fall ist. Es entwickelte sich ein sehr angenehmes Gespräch, welches vor allem die unterschiedliche Schulbildung in unseren Ländern beinhaltete.

Das Goldene Tor

Anschließend besprachen wir der Plan für die kommende Woche, und ich machte mich auf in die Innenstadt, um diese zu erkunden und eventuell ein paar Mitbrinsel zu besorgen.

Am nächsten Tag hatte ich einen richtigen Unitag. Ich besuchte einen Kurs, beantwortete Fragen zum Leben in Deutschland und wir stellten vielfältige Vergleiche mit den Studenten an. Nach einer kleinen Mittagspause in der Mensa hielt ich eine Vorlesung zum Thema Methoden, und so neigte sich der Tag dem Ende zu. Wobei den krönenden Abschluß fast jeden Abend ein Gespräch mit der Nachtpförtnerin darstellte. Sie gab mir dann Ratschläge wie diesen: „Man sollte so schnell über das Eis rennen, daß keine Zeit bleibt, um hinzufallen!“

Der Mittwoch war ein Tag voller wunderbarer Ereignisse. So hielt ich zuerst eine weitere Vorlesung an der Uni, danach begleitete mich eine Studentin zum Hauptgebäude. Dort fand ein Konzert zu Ehren des Frauentags am 8. März statt. Dieses war wundervoll inszeniert und ließ mich vollkommen begeistert zurück.

Allerdings bleib nicht viel Zeit, um darin zu schwelgen, da mich bereits die Lehrerinnen im Erlangen-Haus erwarteten. Dort hatten wir die Möglichkeit, uns zu dem Thema Methoden und Deutschvermittlung auszutauschen und einander besser kennenzulernen. Leider war der Zeitrahmen dafür sehr begrenzt, da ich die Ehre hatte, mit der Lehrstuhlinhaberin Tatjana Tjapkina am Abend noch das Theater  zu besuchen. Das Stück „Eine etwas sonderbare Dame“ von John Patrick bereitete uns einen wunderbaren, humorvollen Abend, weshalb wir auch die anschließende Rutschpartie draußen gerne in Kauf nahmen. Ein wirklich wundervoll modern inszeniertes Stück.

Das Schauspielhaus

So flog die Zeit in Wladimir unglaublich schnell vorbei, und kaum, daß man sich versah, war es schon Donnerstag. Noch einmal begann der Tag mit einem Besuch in der Uni, bei dem ich den Studenten diesmal zu einem landeskundlichen Thema (Soziale Strukturen und Steuern in Deutschland) Rede und Antwort stand. Nach der Stunde überraschte die Gruppe nicht nur ihre Dozentin, sondern auch mich mit einem Strauß Blumen zum 8. März. Was für ein wundervoller Feiertag, der auch bei uns ganz schnell eingeführt werden sollte!

Straßenszene in Susdal

Nach dem Seminar erwartete uns (zwei Studentinnen und mich) bereits ein Auto samt Fahrer, das uns nach Susdal bringen sollte, eine der ältesten Städte des Landes und Teil des Goldenen Rings. Dort rutschten wir von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten und genossen die beeindruckende Architektur des 11. und 12. Jahrhunderts sowie die leckeren Piroggen, die wir uns am Ende der Partie redlich verdienten, nachdem wir es geschafft hatten, uns nichts zu brechen und wohlbehalten zum Auto zurückgefunden haben.

Evelina Winter mit ihren russischen Freundinnen in Susdal

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sowie dem Versprechen an mich selbst, sobald wie nur möglich zurückzukommen, wurde ich von Frau Troschina am Freitag in den Zug nach Moskau gesetzt, von wo aus ich den Rückflug nach Nürnberg antrat, natürlich nicht ohne noch ein wenig die Feiertagsstimmung in Moskau mitzunehmen und in nostalgischen Erinnerungen zu schwelgen, als mich am Kursker Bahnhof die Filmmusik zu eben jenem obengenannten Streifen „Moskau glaubt den Tränen nicht“ (siehe: https://is.gd/MuBxsN) empfing.

Die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz

Evelina Winter

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