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Posts Tagged ‘Irina Chasowa’


Das russische Generalkonsulat in München hatte zum feierlichen Empfang geladen. Der Nationalfeiertag heißt „Tag Russlands“. Der 12. Juni erinnert an die staatliche Unabhängigkeit und wird seit 1994 begangen. In vielen Städten des Landes feiert man der Tag parallel zum Stadtfest, so auch in Nischnij Nowgorod, wo die neue Bürgermeisterin, Jelisaweta Solomon, mich zu den Feierlichkeiten einlud, als ich vor kurzem meinem Vater dort einen Besuch abstattete.

Elisabeth Preuß in Nischnij Nowgorod im Mai 2017

Vielerlei Vergnügungen wurden geplant, so auch ein Auftritt des Theaters der Gehörlosenschule „Piano“. Wir trafen die talentierten Protagonisten bei einer Probe auf der Bühne hoch über der sommerlichen, in der Sonne glitzernden Wolga. Leider konnte ich diese Einladung nicht annehmen, da ich zu dem Zeitpunkt schon wieder seit zwei Tage zuhause im Rathaus sein würde.

Pantomimentheater „Piano“

Die Bevölkerung allerdings begeht mit viel mehr Herzblut den 9. Mai, den Tag des Sieges, jedes Jahr ein großes Fest. Zurecht gedenkt man der mehr als 50 Millionen Toten, die der von den Nationalsozialisten über die Welt gebrachte Krieg allein in der Sowjetunion kostete.

Irina Chasowa und Elisabeth Preuß, die beiden Botschafterinnen der Partnerschaft im Dezember 2015, Bahnhof Wladimir

Am 13. Juni folgten die Vertreter vieler Nationen der Einladung von Generalkonsul Sergej Ganscha nach München in den „Bayrischen Hof“, und ich nutzte diese Gelegenheit, um dem Generalkonsul von dem beeindruckenden Unterfangen „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ zu erzählen. Das Werk von Peter Steger liegt ja seit einigen Monaten auch in russischer Übersetzung vor, der Blog hat über die Präsentation in Wladimir berichtet. Die Erzählungen, Interviews und Bilder der Veteranen unserer beider Völker, die sich einst als Feinde gegenüber standen und sich jetzt im Rahmen der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir treffen: Dieses Buch ist ein Jahrhundertwerk. Ich weiß nicht, ob mir als Laie in Sachen Literatur dieses Wort zusteht, für mein Gefühl aber greift jedes andere Wort zu kurz.

Elisabeth Preuß und Sergej Ganscha

Glücklicherweise (aber nicht zufälligerweise) hatte ich bei meiner Fahrt nach München sogar je ein Exemplar der deutschen und der russischen Ausgabe dabei und konnte dies dem Generalkonsul als Geschenk überreichen. Es ging ihm wie vielen, denen ich von diesem Werk erzähle: Zuerst Staunen, dann Freude steht in den Augen des Beschenkten. Wer dieses Buch liest und verinnerlicht, für den ist Krieg zur Unmöglichkeit geworden.

Elisabeth Preuß

Wjatscheslaw Gadalow

Erlangens Botschafterin in Wladimir, Irina Chasowa, vertrat unterdessen am gestrigen Tag der Erinnerung und Trauer die deutsche Seite, als einige wenige Zeitzeugen zusammen mit vielen Kindern des Überfalls der Hitlertruppen auf die Sowjetunion vor 76 Jahren gedachten.

Gedenkstein

Ort des Gedenkens: der Freundschaftsbaum, ganz in der Nähe vom Platz des Sieges am 22. Juni 2011 im Beisein von Elisabeth Preuß und Wolfgang Morell auf Initiative von Wjatscheslaw Gadalow gepflanzt, der sich bis heute um die kleine Eiche kümmert, dem Frieden zwischen Deutschen und Russen gewidmet. Siehe: https://is.gd/QTIWH5.

22. Juni 3

Gedenken an der Friedenseiche

Hier zumindest und mit diesen Menschen ist Krieg wirklich zur Unmöglichkeit geworden.

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Nach unserem ersten Aufenthalt vor zwei Jahren freuten wir uns über eine erneute Einladung vom 12. bis 16. Juni nach Wladimir, verbunden mit der Teilnahme an dem dort seinerzeit ins Leben gerufenen Jazzfestival „Jazz Grom“.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann

Nastja und Igor, die derzeit an der Hochschule Geige studieren, holten uns wieder am Flughafen Domodedowo in Moskau ab, und so konnten wir schon auf der mehrstündigen Fahrt nach Wladimir unser geplantes Besuchsprogramm besprechen.

Wladimir im Frühsommer

Untergebracht waren wir erneut in einer Wohnung der Universität, wo uns am nächsten Vormittag Igor abholte und von wo wir gemeinsam mit dem elektrischen Bus der Linie 8 zur Philharmonie fuhren. Dort waren wir Zuschauer einer Aufführung von Studierenden des Instituts für Kunst und Musik, die unter Leitung von Larissa Uljanowa ein humorvolles Kindermusical über den russischen Schulalltag darboten.

Kindermusical

Danach lauschten wir in der Kunst- und Musikfakultät einer Probe und dem Konzert des „High Life Jazz Orchestras“ unter Leitung von Andrej Schewljakow, das dieses Mal ihren musikalischen Schwerpunkt auf Bossa Nova und Samba legten, und gaben selbst noch eine halbstündige Kostprobe unseres Konzertprogramms.

Andrej Schewljakow (ganz rechts stehend) und sein Ensemble

Der nächste Tag war zunächst angefüllt mit einem Seminar der Dekanin Larissa Uljanowa über die musikalische Ausbildungssituation hier wie dort, wobei Florian Fischer, unser Schlagzeuger und derzeit Student an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg, ein begehrter Gesprächspartner war. Einen Dank hier noch an Irina Chasowa vom Erlangen-Haus, die für uns dolmetschte.

Florian Fischer und Gunther Rissmann

Danach ging es in die Philharmonie für einen ersten Soundcheck für das morgige Konzert und dann noch weiter an die Berufsfachschule für Musik in Wladimir. Hier spielten wir Ausschnitte aus unserem Konzertprogramm, beteiligten uns an einer kleinen Jamsession mit den dortigen Studierenden und kamen in ein angeregtes Gespräch über Improvisationskonzepte und mögliche didaktische Umsetzungen.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann im Schatten von Wladimir Lenin

Gemeinsames Musizieren hat eben eine ganz stark verbindende Wirkung auch über Ländergrenzen hinweg, die in diesem Workshop auch gut zu spüren war.

Das Trio vor der Philharmonie

Am Donnerstag blieb am Vormittag noch Zeit, die neu angelegten Gärten eines ehemaligen Klosters zu besuchen, bevor wir am Nachmittag dann in die Philharmonie gingen für einen letzten Soundcheck und die Vorbereitung auf das Festivalkonzert. Der Konzertabend wurde von einem Chor aus Wladimir eröffnet, der jazzinspirierte Kompositionen darbot, gefolgt von unserem Trioauftritt.

Auftritt des „High Life Jazz Orchestra“

Nach einer Pause spielte zunächst die landesweit bekannte russische Formation „Acapella Express“, die Vokalmusik auf höchstem Niveau bot. Dann folgte das Konzert unserer Gastgeber, des “High Life Jazz Orchestra“, bevor der Moskauer Pianist, Sergej Schilin, den Abend mit seiner Darbietung beendete.

Das Jens-Magdeburg-Trio inmitten der Wladimirer Freunde

Am nächsten Morgen traten wir schon früh die Heimreise an und bestiegen den Zug nach Moskau, begleitet von Natalia Dumnowa, Dozentin am Erlangen-Haus, die sich freundlicherweise an ihrem freien Tag bereit erklärt hatte, uns Gesellschaft zu leisten.

Florian Fischer, Gunther Rissmann mit Natalia Dumnowa in der Moskauer Metro

So konnten wir abschließend noch ein paar Impressionen aus der beeindruckenden Zehnmillionen-Metropole Moskau erhaschen, bevor wir über Zürich wieder ins heimatliche Franken flogen.

Das Jens-Magdeburg-Trio auf dem Roten Platz

Unser Dank gilt wieder unseren herzlichen Gastgebern in Wladimir, Peter Steger sowie den Damen des Erlangen-Hauses für ihre Mühe und ihr Wohlwollen.

Jens Magdeburg

s. auch: https://is.gd/9clJsG

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Derzeit hält sich eine siebenköpfige Medizinerdelegation aus Erlangen in Wladimir auf, die vorgestern vom Leiter der Regionalen Gesundheitsbehörde, Alexander Kirjuchin, und seiner Stellvertreterin, Jelena Owtschinnikowa, empfangen wurde. Hauptthema des Treffens – die Palliativmedizin.

Empfang bei Alexander Kirjuchin

Die Homepage der zentralen Verwaltung aller medizinischen Einrichtungen des Gouvernements Wladimir berichtet ausführlich über den Empfang für die deutsche Delegation, die der Hausarzt und medizinische „Wladimir-Beauftragte“, Jürgen Binder, zusammengestellt hatte und über deren Programm noch im einzelnen zu berichten sein wird.

Medizinstudent Felix Wackerbauer, Christiane Schöllhammer und Christoph Ostgathe

Heute deshalb hier nur erste Eindrücke von dem Besuch, der hauptsächlich der Palliativmedizin galt, die in der Region Wladimir noch im Aufbau steckt. Erst 2013 eröffnete man in der Partnerstadt eine Palliativstation, 2015 und 2016 folgten dann weitere Einrichtungen in Murom, Sudogda, Sobinka und im Landkreis Gus-Chrustalnyj mit insgesamt 60 Betten, deren Zahl man bis 2020 verdoppeln will. Ziel ist es, zehn Betten für 100.000 Einwohner bereit zu halten, was in etwa auch dem Angebot in Erlangen entspräche, wo es derzeit zwölf Betten im Universitätsklinikum gibt.

Jürgen Binder, Irina Chasowa, Anette Christian und Stephan Horn

Allein die Station in Wladimir hatte im vergangenen Jahr mehr als 200 Patienten. Allerdings wird – im Unterschied zu Erlangen – noch kaum ambulante Hilfe angeboten, die in der Hugenottenstadt von etwa 500 Patienten jährlich in Anspruch genommen wird.

Anette Christian, Jelena Owtschinnikowa und Alexander Kirjuchin, Jürgen Binder, Christoph Ostgathe, Stephan Horn, Felix Wackerbauer, Thomas und Christiane Schöllhammer

Wichtigstes Ergebnis der Unterredung: Professor Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativklinik an der FAU, sagte zu, den Austausch mit Wladimir fortzusetzen, und Hospitationen anzubieten. Dies wird dann sicherlich auch Gelegenheit geben, mit Unterstützung von Stadträtin Anette Christian, federführend in der ambulanten Palliativversorgung tätig, die häusliche Pflege in Wladimir besser zu organisieren.

Christoph Ostgathe mit seinen Wladimirer Kolleginnen auf der Palliativstation

Siehe hierzu auch: https://is.gd/xLCt8G

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Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena pflege ich auch einen sehr regen Austausch zwischen Frauen aus unseren Partnerstädten. Schwerpunkte liegen dabei auf Netzwerkbildung bei den Themen „Häusliche Gewalt“, „Alltagsbewältigung“ und ….

Cornelia Bartlau und Olga Dejewa

Nach Reisen in die Partnerstädte Jenas, Berkeley und Lugoj, fuhren in diesem Jahr elf Frauen nach Wladimir. Vom 5. bis 10. Mai mieteten wir uns im Erlangen-Haus ein und waren dort sogleich begeistert vom herzlichen Empfang durch Irina Chasowa, von den gemütlichen Zimmern und vom praktischen Gemeinschaftsraum mit Balkon. Wir fühlten uns in diesem Haus wie in einer großen Wohngemeinschaft. Von dem üppigen Frühstück, welches jeden Morgen für uns wie ein kleines Kunstwerk vorbereitet wurde, schwärmten vor allem diejenigen, die den süßen Start in den Tag bevorzugen.

Frauendelegation aus Jena im Erlangen-Haus

Für fast alle Frauen war es die erste Reise nach Rußland, die erste Begegnung mit russischer Kultur und Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen.

Patriarchengarten

Wir wurden sehr herzlich von der Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, empfangen. Sie begleitete unsere Delegation im Patriarchengarten mit seinem einzigartigen Blick auf die Altstadt, und Walentina Blinowa, seit 25 Jahren dort angestellt, gab uns einen interessanten Einblick in die Geschichte und in die innovativen Zukunftsvorstellungen des Parks. Wir durften uns in das Gästebuch eintragen, welches auch Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew schon für seinen Eintrag in den Händen hielt.


Danach ließ es sich Frau Dejewa nicht nehmen, uns die neugestaltete Fußgängerzone zu zeigen. Auch für mich war vieles neu, vor allem aber überraschte mich, wie ein Stück altes Wladimir so geschmackvoll wiederhergestellt wurde. Ein Bummel bei Sonnenschein wäre ganz sicher noch schöner gewesen, so zog es uns schnell in die warmen Stuben der Souvenirläden. Interessant hier, wie nicht nur viel selbstgemachtes Handwerk verkauft, sondern wie auch Frauen vor Ort ihr Können öffentlich zeigen. Die wunderschönen Schatullen mit der Lackkunstmalerei sind immer wieder ein Hingucker und exotisches Mitbringsel für Freunde zu Hause.
Der Besuch im Wladimirer „Frauenhaus“ wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Mit sehr viel Engagement und großer städtischer Unterstützung finden hier Frauen für einen begrenzten Zeitraum nicht nur eine Unterkunft, sondern auch psychologische und soziale Unterstützung. Den Kontakt zu dieser Einrichtung gibt es schon über einige Jahre, und die Leiterin, Alla Gawrilowa, konnten wir im letzten Jahr zu unserer Tagung „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ in Jena begrüßen.


Susdal, gerade mal 30 Kilometer von Wladimir entfernt, stand ganz oben auf dem Besichtigungsplan. Dank unserem Freund Peter Steger konnten wir diese Fahrt mit Jelena Ljubar machen. Ich war ja schon oft in dort, aber noch nie habe ich es so schön erlebt. Jelena verstand es einfach hervorragend, für uns die Geschichte lebendig werden zu lassen. Wir gingen durch jahrhundertealte Klöster, den Kreml, und immer wieder überraschte unsere Führerin mit einer erfrischend modernen, lockeren Sprache über Details und Zusammenhänge der russischen Kultur. Wir haben es sehr genossen, mit ihr sechs Stunden durch die Stadt zu gehen, und immer hatte sie ein wachsames Auge auf uns. Als eine Teilnehmerin von uns fehlte bemerkte sie es als erste. Mit ihren Anweisungen an den Taxifahrer konnten wir die Vermißte wieder „einfangen“.

Mit Jelena Ljubar in Susdal

Den Abschluß unserer kurzen Reise krönten wir mit dem Besuch der Festlichkeiten zum 9. Mai, dem Tag des Sieges. Obwohl es eiskalt war und leichter Regen fiel, waren viele Wladimirer Frauen, Männer und Kinder auf den Beinen, trugen zu Tausenden das Bild eines gefallenen Angehörigen vom Großen Vaterländischen Krieg. Nach den offiziellen Reden bekam der Tag einen Jahrmarktcharakter mit viel Musik, Tanz zum Mitmachen und Leckerein aller Art.

Wir haben uns in die warme Wohnung einer russischen Familie aufgemacht, die uns alle herzlich eingeladen hatte. Zuerst trauten sich nicht alle Frauen, zweifelten daran, dass wir alle elf Personen Platz hätten. Aber ich kenne die russische Gastfreundschaft und wußte: Das ist kein Problem. Keine fünf Minuten nachdem wir angekommen waren, hatte jede einen Sitzplatz, ein Schnapsglas, und das Essen roch schon aus der Küche. Eine Teilnehmerin fragte unsere Gastgeberin, Sonja Babanina, wie denn das russische Gericht genannt werde und ob es traditionell sei. Mit dem einzigartigen Humor, den ich nur bei Sonja kenne, antwortete sie: „Das sind ja nur Kartoffeln mit Fleisch aus der Dose, ihr seid so viele, und es mußte schnell gehen!“ Gelacht und geredet haben wir viel in den zwei Stunden. Sonja, als ehemalige Deutschlehrerin bei einigen Jugendaustauschbegegnungen im Rahmen von „Mix-Tour“ unsere Übersetzerin, konnte jede neugierige Frage der Deutschen in deren Sprache beantworten.

Uns haben die Begegnungen sehr beeindruckt. Die Menschen in Rußland besitzen eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir hier nicht kennen.


Eine Reise in eine unserer Partnerstädte ist mehr als eine touristische Tour, sie öffnet die Herzen für Verständnis und Freundschaften – in den heutigen Zeiten ein kostbares Gut.


Für uns war es ein großer Schritt nach Wladimir, aber hoffentlich auch viele kleine Schritte für eine kommende Städtepartnerschaft im Dreieck mit Erlangen.

Cornelia Bartlau
Gleichstellungsbeauftragte

s. auch: https://is.gd/37RoHP

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Obwohl es kalt ist, hatten wir bis jetzt eine wunderbare Zeit und hoffen, es bleibt weiterhin so. Morgen fahren wir weiter und wollen dann den nächsten Tag nach Kasachstan einreisen. Dort wird es schwieriger sein mit Internetverbindung. Wenn möglich, werden wir uns in jedem Fall wieder bei Ihnen melden. Überall in den kleinen Orten wo wir uns mit unserem Auto hinstellten, waren die Leute freundlich, und jeder lobte unser Auto. Sogar Autos die uns in den Städten überholten, waren davon begeistert und taten ihre Freude kund.

So schreibt Doris Höhle, die jetzt mit ihrem Mann Klaus seit zwei Wochen via Wladimir unterwegs in die Mongolei ist und nun von Wolgograd aus nach Kasachstan aufbricht. Bei winterlichem Wetter: Am 9. Mai, dem Tag des Sieges, hatte es in Sergijew Possad gerade einmal +3° C. Am nächsten Morgen war es noch etwas kälter, und es lag Schnee auf dem geländegängigen Auto. Anderntags, weiter Richtung Susdal, setzte dann sogar Schneetreiben ein, der Campingplatz war geschlossen. Aber bei dieser Reise der Familie Höhle ist ohnehin fast alles anders. Die Fahrräder blieben zu Hause, der Zeitrahmen wurde anspruchsvoller, noch mehr Begegnungen am Straßenrand sollten möglich werden. Von den vorhergehenden Touren, alle hier im Blog zu finden, gab es aber eine Konstante: die vielen Freunde, sei es in Wladimir oder Wolgograd, die das Ehepaar schon erwarteten.

Doris und Klaus Höhle im Gespräch mit Irina Chasowa

Oder der obligatorische Besuch im Erlangen-Haus, wo die Gäste Irina Chasowa viel Post abzugeben und noch mehr zu brichten hatten. Oder die Visite der Rosenkranzgemeinde, wo der Messner die beiden nach immerhin drei Jahren gleich wiedererkennt und die Baufortschritte am Pilgerzentrum zeigt.

Pilgerzentrum der Rosenkranzgemeinde

Weiter führte der Weg über Murom, Pensa, Saratow bis Wolgograd mit vielen Baustellen und noch mehr Regen, aber bei guter Stimmung.

Doris und Klaus Höhle mit ihren Freunden und Sergej Sacharow

Nun kann es dauern, bis sich die beiden wieder von unterwegs melden, aber auf den Reisebericht insgesamt darf man sich jetzt schon freuen und weiter gute Fahrt wünschen.

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Es ist so weit: Das Gesprächsforum „Prisma“ kann sich heute in Wladimir konstituieren und seine Dialogfunktion zwischen den Partnerstädten aufnehmen. Die Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Florian Janik traf gestern am späteren Abend im Erlangen-Haus ein, abzüglich eines Koffers, der noch nachzuliefern ist, ansonsten aber wohlbehalten und komplett, nachdem in der Nacht auch noch Professorin Julia Obertreis, Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Osteuropa an der FAU, gesondert angereist ist.

Willkommen im Erlangen-Haus mit Irina Chasowa

Etwas Besonderes hat der Besuch sicherlich für Wolfgang Niclas, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt, denn er feierte bei seinem ersten Besuch in Wladimir seinen 65. Geburtstag, gewissermaßen als seinen ersten russischen Geburtstag – an der Willkommenstafel und mit einem Geschenk aus den Händen des Autorenpaars Irina Chasowa und Wolfram Howein, der bebilderten und zweisprachigen Geschichte des Erlangen-Hauses. Ein gelungener Einstand. Die Arbeit der Verständigung kann beginnen.

Wolfgang Niclas, Irina Chasowa und Wolfram Howein

Mehr zu „Prisma“ unter: https://is.gd/5491kC

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Die medizinischen Kontakte zwischen Erlangen und Wladimir – sie begannen bereits 1989 – schließen ja so gut wie alle Fachbereiche ein. Da verwundert es doch, wenn die Krankenpflege bisher im Austausch der Partnerstädte überhaupt nicht vorkommt, obwohl hier wie dort natürlich ausgebildet wird. Nun ist aber auch diese Nische endlich gefüllt – dank einer Initiative von Norbert Hebestreit, Leiter des Bereiches Pflegebildung am Uniklinikum Jena, der zusammen mit Iwan Nisowzew von der Eurowerkstatt Jena als Dolmetscher und Koordinator in der vergangenen Woche Wladimir besuchte. Lesen Sie heute den Bericht der beiden mit ganz neuen Ein- und Ausblicken für die Dreieckspartnerschaft Erlangen – Jena – Wladimir:

Am 20.2.2017 trafen wir in Wladimir ein, um im Rahmen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Städten erste Schritte für neue Kooperationsprojekte zu besprechen.

Norbert Hebestreit, Irina Chasowa und Iwan Nisowzew

Norbert Hebestreit, Irina Chasowa und Iwan Nisowzew im Erlangen-Haus

 

 

 

 

Im Mittelpunkt steht ein Kooperationsvorhaben zwischen dem Bereich Pflegebildung am Universitätsklinikum Jena und der staatlichen Berufsschule für Medizinische Fachberufe in Wladimir. Neben dem gegenseitigen Interesse an gemeinsamen fachlichen Themen zur Ausbildung der Pflegeschüler geht es auch darum, gemeinsame Aktivitäten wie Studienreisen oder Forschungsprojekte vorzubereiten.

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Iwan Nisowzew, Norbert Hebestreit, Inna Morosowa, Tatjana Sajtschikowa und Olga Antropowa

Kooperationsgespräche führten von Seiten der Medizinischen Berufsfachschule Wladimir deren Direktorin, Inna Morosowa, unterstützt von Olga Antropowa, ihrer Stellvertreterin für Erziehung, sowie Tatjana Sajtschikowa, zuständig für die Lehre. Ziel der avisierten Zusammenarbeit ist der schulische und außerschulische Austausch auf der Ebene der Auszubildenden und der ausbildenden Pädagogen. Gemeinsam bearbeitete Projekte, zum Beispiel zu historische Themen im Kontext der Behandlung von  deutschen Kriegsgefangener in russischen Lazaretten oder zu zukunftsweisenden Themen, wie Robotik und Telemedizin in der Pflege stehen ebenso auf der Agenda der besprochenen Kooperationsfelder wie der fachliche Austausch zu Curricula und Ausbildungsstandards in der Pflege.

Iwan Nisowzew, Alexander Krawzow, Norbert Hebestreit, Swetlana Srjanina und Jaroslaw Demidenko in der Privatklinik Palitra

 

 

Diese Gespräche wurden ergänzt durch weitere Besuche im Erlangen-Haus, im Euroclub Wladimir, im privaten Krankenhaus „Palitra“ sowie an der Staatlichen Universität Wladimir. Hier entstanden im Gedankenaustausch mit Prof. Ludmila Suschkowa Ideen für wissenschaftliche Projekte an der Schnittstelle zwischen Pflegewissenschaft und Medizintechnik.

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Zu Gast bei Ludmila Suschkowa am Lehrstuhl für Biomedizin

Die Gespräche empfanden alle Seiten als sehr konstruktiv und zukunftsweisend. Die nächsten Schritte zur Konkretisierung des Kooperationsvorhabens wurden bereits besprochen. Dabei liegt das übergeordnete Interesse an der Zusammenarbeit vor allem in der Bereicherung des städtepartnerschaftlichen Austausches im Hinblick auf die Erweiterung um gesundheitswirtschaftliche Themen.

Und dann noch ein Nachsatz: Es war übrigens wirklich WUNDERBAR in Wladimir!!!

Norbert Hebestreit und Iwan Nisowzew

 

P.S.: Die Arbeit des promovierten Pflegewissenschaftlers ist bereits 2011 mit dem Coperate-Health-Award ausgezeichnet worden: https://is.gd/vWHynb

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