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Posts Tagged ‘Irina Chasowa’


So klein die Delegation um Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, so schwer, alle für ein Gruppenbild zusammenzuholen. Gertrud Härer, nach den fünf Wochen Radtour am 7. September in Wladimir angekommen, hat gestern auch die Rückreise selbst organisiert, denn nicht in jedem Zug nach Moskau ist die Mitnahme eines Fahrrads möglich. Dafür stieß nun Othmar Wiesenegger wieder zur Truppe, zusammen mit Wladimir Fedin, bei dem er wohnte und mit dem zusammen er all die Tage unterwegs war, um mit seiner Kamera die Partnerstadt und ihre Umgebung zu erkunden. Die festgehaltenen Eindrücke werden sicher bald den Blog schmücken.

Wladimir Fedin, Othmar Wiesenegger, Irina Chasowa, Susanne Lender-Cassens, Manuel und Fredi Schmidt sowie Joachim Kokott

Abschied von Wladimir nehmen, bedeutet immer danke und спасибо an die Gastgeber sagen, besonders an Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses. Danke für ein rundum gelungenes Programm und all die freundschaftlichen Begegnungen!

Im Schatten des Kreml: Fredi Schmidt, Joachim Kokott, Susanne Lender-Cassens und Joachim Kokott

In Moskau, staufrei per Zug erreicht, kehrte noch einmal der Sommer zurück in die russischen Lande. Ein prächtiger Abschluß einer Reise, die bei all den Wladimir-Neulingen Lust auf eine Wiederholung machte. Ganz wie bei den russischen Touristen, bei denen laut einer gerade veröffentlichten Statistik, Erlangens Partnerstadt auf der Beliebtheitsskala für Herbsturlaub – ohne die Kurorte – hinter Sankt Petersburg, Moskau, Kasan, Jaroslawl und Kaliningrad auf dem sechsten Platz liegt, noch vor Nischnij Nowgorod, Kostroma, Samara und Irkutsk.

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Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens ist gestern nach fünfstündiger Stau-Fahrt vom Moskauer Flughafen Domodjedowo mit ihrer Sportdelegation – wohlbehalten, aber leider nicht vollständig – gegen 22.00 Uhr im Erlangen-Haus eingetroffen, gastlich empfangen von Irina Chasowa. Zu Hause geblieben ist mit einer Virusinfektion ausgerechnet John Stackmann, der sich in den letzten Wochen so zielstrebig auf den Halbmarathon in Wladimir vorbereitet hatte. Aber Gesundheit geht vor sportlichem Ehrgeiz. Nun werden also Gertrud Härer, Fredi und Manuel Schmidt mit Peter Steger am Sonntag ohne ihr Zugpferd auf die Strecke gehen müssen.

Susanne Lender-Cassens und ihre Delegation: Joachim Kokott, Manuel und Fredi Schmidt, Othmar Wiesenegger und Irina Chasowa, Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses

Der aufmerksame Betrachter vermißt sicher auch Gertrud Härer auf dem Bild. Keine Sorge! Sie hat gestern planmäßig Wladimir per Fahrrad erreicht, zusammen mit dem Jonas Eberlein, dem Erlanger, der seit einer Woche an ihrer Seite fährt. Nur leider ist Blog https://gertrud.haerer.org „abgeschnitten“, ausgerechnet im Ziel. Nach der Reparatur gibt es dann sicher auch die Bilder zur Ankunft nach mehr als 3.000 km Radreise von Erlangen bis Wladimir. Und bestimmt vieles mehr – auch zu dem, was die Mitglieder der Delegation in den nächsten Tagen in der Partnerstadt so alles erleben werden.

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Ich hatte bei der Wahl der Praxis für meine Pflichtfamulatur in der Allgemeinmedizin großes Glück, da ich hierbei Jürgen Binder kennenlernen konnte, einen promovierten Arzt, der sich schon seit langem für den medizinischen Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir mit Herz und Seele engagiert.

Der Mediziner bot mir die unglaubliche Gelegenheit, ihn und eine Delegation von Ärzten aus Erlangen Mitte Juni in die russische Partnerstadt zu begleiten. Das Land faszinierte mich sowieso seit jeher, und nun hatte ich die Möglichkeit, sowohl die medizinische Versorgung vor Ort, als auch Land und Leute kennenzulernen. Wie könnte man da ablehnen?!

Wladimir bei Nacht

Die Anreise war sogleich unser erstes Abenteuer. Nachdem schon alle Passagiere an Bord gegangen waren, wurde ein technischer Defekt festgestellt (quasi in letzter Sekunde), woraufhin wir das Flugzeug wieder zu räumen hatten. Es folgten nervenzehrende Verhandlungen mit der Fluggesellschaft über das weitere Vorgehen, doch glücklicherweise konnten wir, zwar mit erheblicher Verspätung, unsere Fahrt dennoch am selben Tag antreten.

Bei unserer Ankunft wurden wir im Erlangen Haus trotz der frühen Zeit (4.30 Uhr) herzlich aufgenommen und konnten uns von den Strapazen der Anreise für einige Stunden erholen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, zeitlich wohl eher Brunch, starteten wir gestärkt und gespannt  in unser Programm für den ersten Tag:  die Besichtigung der Palliativabteilung sowie der Dialyseabteilung im Krankenhaus Nr. 6 und ein Treffen mit Alexander Kirjuchin, dem Leiter des Gesundheitsministeriums der Region Wladimir, am Nachmittag.

Prof. Christoph Ostgathe und seine Wladimirer Palliativkolleginen

Das Team der Palliativabteilung begrüßte uns mit Kaffee und Tee, sowie kleinen Häppchen. Anschließend wurden wir durch die Station geführt und konnten einen Eindruck von der palliativen Versorgung in diesem Krankenhaus gewinnen; durch Gespräche mit Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und auch Patienten lernten wir die Organisation  und die Herangehensweise dieser Fachdisziplin etwas näher kennen.

Flur der Palliativstation

Gerade für mich war es sehr spannend, da ich aus Studium und Praxis am Universitätsklinikum Erlangen eine hochmoderne High-Tech-Medizin gewohnt bin. Zu sehen, wie man auch mit einfachsten Mitteln den Bedürfnissen schwerkranker Patienten gerecht werden kann, weckte vor allem Demut für die Arbeit der Ärzte und Pflegekräfte dieser Abteilung.

Am Nachmittag waren wir dann im Gesundheitsministerium der Region bei Alexander Kirjuchin zu Gast. Hierbei wurden vor allem Brücken geschlagen, um den weiteren fachlichen und personellen Austausch im Bereich der Palliativmedizin zu festigen.

Empfang bei Alexander Kirjuchin

Abends lernte ich endlich meine Gastfamilie kennen, bei der ich die restlichen Tage wohnte. Dies war für mich in dieser Zeit eine besonders wichtige Erfahrung, da ich mich dort nicht nur fachlich austauschen konnte (beides Mediziner), aber auch den Alltag und das Miteinander einer russischen Familie erleben durfte. Die Gastfreundschaft, die mir in dieser Familie widerfuhr, kann man nicht beschreiben.

Felix Wackerbauer und seine Gastfamilie Seliwjorstow

Am darauffolgenden Tag besichtigten wir das Notfallkrankenhaus gemeinsam mit dessen ärztlichem Direktor, Jewgenij Jaskin. Wir wurden auch hier wieder herzlich (und kulinarisch) empfangen, bevor wir durch die Stationen geführt wurden.

Unsere Gruppe mit Jewgenij Jaskin und Irina Chasowa, unserer unermüdlichen Betreuerin und kompetenten Dolmetscherin

Die „Rot-Kreuz-Krankenhaus“ genannte Klinik dient vor allem der Notfallversorgung der Region und beherbergt insbesondere chirurgische Fachdisziplinen. Wie schon am Tag zuvor, konnte ich einen direkten Vergleich zu unseren modernen Kliniken ziehen und war wieder einmal erstaunt darüber, wie dort Medizin auf hohem Niveau betrieben wird – trotz der (in unseren Augen) einfachen, dort vorherrschenden Verhältnisse.

Ansicht des Rot-Kreuz-Krankenhauses unmittelbar nach der Fertigstellung vor gut einhundert Jahren

Hier begegneten uns auch die Krankenbetten wieder, die vor einiger Zeit, vom Uniklinikum Erlangen ausgemustert, an das Notfallkrankenhaus in Wladimir gespendet wurden.

Krankenbett aus Erlangen

Nach einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten wir uns dann vom Gastgeber und starteten anschließend in den Kulturteil unserer Reise.

Jewgenij Jaskin und Felix Wackerbauer

Hier möchte ich mich nun etwas kürzer fassen, da über Wladimir und Susdal in diesem Blog bereits mehrfach ausführlich berichtet wurde. Beide Städte liegen am sogenannten „Goldenen Ring“, nordöstlich von Moskau, mit seinen altrussischen Städten eines der bekanntesten Reiseziele im Land, das Einblick gibt in die Geschichte der Entstehung des Russischen Reiches. Hier lagen insbesondere die religiösen und wirtschaftlichen Zentren der mittelalterlichen Rus.

Ich hatte ehrlicherweise nach kurzer Zeit schon einen kleinen „Kirchenkoller“, will jedoch zugeben, die Kirchen, Kathedralen und Klöster, die wir besichtigten, wunderschön und wirklich beeindruckend gefunden zu haben. Insbesondere die Freskenmalereien im Inneren luden zum Staunen ein.

Am Tag unserer Abreise hatten wir noch die Gelegenheit, einige Stunden in der Hauptstadt zu verweilen. In der kurzen Zeit, die uns blieb, besichtigten wir den Kreml und den Roten Platz und fuhren selbstverständlich auch mit der Metro. Wir hatten auch zum ersten Mal schönes Wetter! Es war warm und die beiden Orte quollen vor Touristen schon beinahe über, dennoch war es toll, bei unserer Abreise noch „ein wenig Moskau“ mitnehmen zu können.

Felix Wackerbauer vor der Basilius-Kathedrale

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Jürgen Binder und Peter Steger bedanken, die mir diese großartige Erfahrung ermöglichten. Weiterhin möchte ich mich auch bei der Reisegruppe für die schöne Zeit und die angenehmen Gespräche bedanken, die ich mit allen führen konnte. Und zu guter Letzt möchte ich mich bei Iwan und seiner Familie bedanken, die mich für die Zeit des Aufenthalts bei sich zu Hause aufnahmen und mir die russische Lebensart ein wenig näher brachten. Ich habe hier einen sehr guten Freund gefunden!

Christoph Ostgathe, Thomas Schöllhammer, Stephan Horn, Christiane Schöllhammer, Anette Christian, Felix Wackerbauer und Jürgen Binder

„Wladimir wird mich wiedersehen“, verspricht Felix Wackerbauer

Siehe auch: https://is.gd/lzz0yh

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Das russische Generalkonsulat in München hatte zum feierlichen Empfang geladen. Der Nationalfeiertag heißt „Tag Russlands“. Der 12. Juni erinnert an die staatliche Unabhängigkeit und wird seit 1994 begangen. In vielen Städten des Landes feiert man der Tag parallel zum Stadtfest, so auch in Nischnij Nowgorod, wo die neue Bürgermeisterin, Jelisaweta Solomon, mich zu den Feierlichkeiten einlud, als ich vor kurzem meinem Vater dort einen Besuch abstattete.

Elisabeth Preuß in Nischnij Nowgorod im Mai 2017

Vielerlei Vergnügungen wurden geplant, so auch ein Auftritt des Theaters der Gehörlosenschule „Piano“. Wir trafen die talentierten Protagonisten bei einer Probe auf der Bühne hoch über der sommerlichen, in der Sonne glitzernden Wolga. Leider konnte ich diese Einladung nicht annehmen, da ich zu dem Zeitpunkt schon wieder seit zwei Tage zuhause im Rathaus sein würde.

Pantomimentheater „Piano“

Die Bevölkerung allerdings begeht mit viel mehr Herzblut den 9. Mai, den Tag des Sieges, jedes Jahr ein großes Fest. Zurecht gedenkt man der mehr als 50 Millionen Toten, die der von den Nationalsozialisten über die Welt gebrachte Krieg allein in der Sowjetunion kostete.

Irina Chasowa und Elisabeth Preuß, die beiden Botschafterinnen der Partnerschaft im Dezember 2015, Bahnhof Wladimir

Am 13. Juni folgten die Vertreter vieler Nationen der Einladung von Generalkonsul Sergej Ganscha nach München in den „Bayrischen Hof“, und ich nutzte diese Gelegenheit, um dem Generalkonsul von dem beeindruckenden Unterfangen „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ zu erzählen. Das Werk von Peter Steger liegt ja seit einigen Monaten auch in russischer Übersetzung vor, der Blog hat über die Präsentation in Wladimir berichtet. Die Erzählungen, Interviews und Bilder der Veteranen unserer beider Völker, die sich einst als Feinde gegenüber standen und sich jetzt im Rahmen der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir treffen: Dieses Buch ist ein Jahrhundertwerk. Ich weiß nicht, ob mir als Laie in Sachen Literatur dieses Wort zusteht, für mein Gefühl aber greift jedes andere Wort zu kurz.

Elisabeth Preuß und Sergej Ganscha

Glücklicherweise (aber nicht zufälligerweise) hatte ich bei meiner Fahrt nach München sogar je ein Exemplar der deutschen und der russischen Ausgabe dabei und konnte dies dem Generalkonsul als Geschenk überreichen. Es ging ihm wie vielen, denen ich von diesem Werk erzähle: Zuerst Staunen, dann Freude steht in den Augen des Beschenkten. Wer dieses Buch liest und verinnerlicht, für den ist Krieg zur Unmöglichkeit geworden.

Elisabeth Preuß

Wjatscheslaw Gadalow

Erlangens Botschafterin in Wladimir, Irina Chasowa, vertrat unterdessen am gestrigen Tag der Erinnerung und Trauer die deutsche Seite, als einige wenige Zeitzeugen zusammen mit vielen Kindern des Überfalls der Hitlertruppen auf die Sowjetunion vor 76 Jahren gedachten.

Gedenkstein

Ort des Gedenkens: der Freundschaftsbaum, ganz in der Nähe vom Platz des Sieges am 22. Juni 2011 im Beisein von Elisabeth Preuß und Wolfgang Morell auf Initiative von Wjatscheslaw Gadalow gepflanzt, der sich bis heute um die kleine Eiche kümmert, dem Frieden zwischen Deutschen und Russen gewidmet. Siehe: https://is.gd/QTIWH5.

22. Juni 3

Gedenken an der Friedenseiche

Hier zumindest und mit diesen Menschen ist Krieg wirklich zur Unmöglichkeit geworden.

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Nach unserem ersten Aufenthalt vor zwei Jahren freuten wir uns über eine erneute Einladung vom 12. bis 16. Juni nach Wladimir, verbunden mit der Teilnahme an dem dort seinerzeit ins Leben gerufenen Jazzfestival „Jazz Grom“.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann

Nastja und Igor, die derzeit an der Hochschule Geige studieren, holten uns wieder am Flughafen Domodedowo in Moskau ab, und so konnten wir schon auf der mehrstündigen Fahrt nach Wladimir unser geplantes Besuchsprogramm besprechen.

Wladimir im Frühsommer

Untergebracht waren wir erneut in einer Wohnung der Universität, wo uns am nächsten Vormittag Igor abholte und von wo wir gemeinsam mit dem elektrischen Bus der Linie 8 zur Philharmonie fuhren. Dort waren wir Zuschauer einer Aufführung von Studierenden des Instituts für Kunst und Musik, die unter Leitung von Larissa Uljanowa ein humorvolles Kindermusical über den russischen Schulalltag darboten.

Kindermusical

Danach lauschten wir in der Kunst- und Musikfakultät einer Probe und dem Konzert des „High Life Jazz Orchestras“ unter Leitung von Andrej Schewljakow, das dieses Mal ihren musikalischen Schwerpunkt auf Bossa Nova und Samba legten, und gaben selbst noch eine halbstündige Kostprobe unseres Konzertprogramms.

Andrej Schewljakow (ganz rechts stehend) und sein Ensemble

Der nächste Tag war zunächst angefüllt mit einem Seminar der Dekanin Larissa Uljanowa über die musikalische Ausbildungssituation hier wie dort, wobei Florian Fischer, unser Schlagzeuger und derzeit Student an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg, ein begehrter Gesprächspartner war. Einen Dank hier noch an Irina Chasowa vom Erlangen-Haus, die für uns dolmetschte.

Florian Fischer und Gunther Rissmann

Danach ging es in die Philharmonie für einen ersten Soundcheck für das morgige Konzert und dann noch weiter an die Berufsfachschule für Musik in Wladimir. Hier spielten wir Ausschnitte aus unserem Konzertprogramm, beteiligten uns an einer kleinen Jamsession mit den dortigen Studierenden und kamen in ein angeregtes Gespräch über Improvisationskonzepte und mögliche didaktische Umsetzungen.

Jens Magdeburg, Florian Fischer und Gunther Rissmann im Schatten von Wladimir Lenin

Gemeinsames Musizieren hat eben eine ganz stark verbindende Wirkung auch über Ländergrenzen hinweg, die in diesem Workshop auch gut zu spüren war.

Das Trio vor der Philharmonie

Am Donnerstag blieb am Vormittag noch Zeit, die neu angelegten Gärten eines ehemaligen Klosters zu besuchen, bevor wir am Nachmittag dann in die Philharmonie gingen für einen letzten Soundcheck und die Vorbereitung auf das Festivalkonzert. Der Konzertabend wurde von einem Chor aus Wladimir eröffnet, der jazzinspirierte Kompositionen darbot, gefolgt von unserem Trioauftritt.

Auftritt des „High Life Jazz Orchestra“

Nach einer Pause spielte zunächst die landesweit bekannte russische Formation „Acapella Express“, die Vokalmusik auf höchstem Niveau bot. Dann folgte das Konzert unserer Gastgeber, des “High Life Jazz Orchestra“, bevor der Moskauer Pianist, Sergej Schilin, den Abend mit seiner Darbietung beendete.

Das Jens-Magdeburg-Trio inmitten der Wladimirer Freunde

Am nächsten Morgen traten wir schon früh die Heimreise an und bestiegen den Zug nach Moskau, begleitet von Natalia Dumnowa, Dozentin am Erlangen-Haus, die sich freundlicherweise an ihrem freien Tag bereit erklärt hatte, uns Gesellschaft zu leisten.

Florian Fischer, Gunther Rissmann mit Natalia Dumnowa in der Moskauer Metro

So konnten wir abschließend noch ein paar Impressionen aus der beeindruckenden Zehnmillionen-Metropole Moskau erhaschen, bevor wir über Zürich wieder ins heimatliche Franken flogen.

Das Jens-Magdeburg-Trio auf dem Roten Platz

Unser Dank gilt wieder unseren herzlichen Gastgebern in Wladimir, Peter Steger sowie den Damen des Erlangen-Hauses für ihre Mühe und ihr Wohlwollen.

Jens Magdeburg

s. auch: https://is.gd/9clJsG

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Derzeit hält sich eine siebenköpfige Medizinerdelegation aus Erlangen in Wladimir auf, die vorgestern vom Leiter der Regionalen Gesundheitsbehörde, Alexander Kirjuchin, und seiner Stellvertreterin, Jelena Owtschinnikowa, empfangen wurde. Hauptthema des Treffens – die Palliativmedizin.

Empfang bei Alexander Kirjuchin

Die Homepage der zentralen Verwaltung aller medizinischen Einrichtungen des Gouvernements Wladimir berichtet ausführlich über den Empfang für die deutsche Delegation, die der Hausarzt und medizinische „Wladimir-Beauftragte“, Jürgen Binder, zusammengestellt hatte und über deren Programm noch im einzelnen zu berichten sein wird.

Medizinstudent Felix Wackerbauer, Christiane Schöllhammer und Christoph Ostgathe

Heute deshalb hier nur erste Eindrücke von dem Besuch, der hauptsächlich der Palliativmedizin galt, die in der Region Wladimir noch im Aufbau steckt. Erst 2013 eröffnete man in der Partnerstadt eine Palliativstation, 2015 und 2016 folgten dann weitere Einrichtungen in Murom, Sudogda, Sobinka und im Landkreis Gus-Chrustalnyj mit insgesamt 60 Betten, deren Zahl man bis 2020 verdoppeln will. Ziel ist es, zehn Betten für 100.000 Einwohner bereit zu halten, was in etwa auch dem Angebot in Erlangen entspräche, wo es derzeit zwölf Betten im Universitätsklinikum gibt.

Jürgen Binder, Irina Chasowa, Anette Christian und Stephan Horn

Allein die Station in Wladimir hatte im vergangenen Jahr mehr als 200 Patienten. Allerdings wird – im Unterschied zu Erlangen – noch kaum ambulante Hilfe angeboten, die in der Hugenottenstadt von etwa 500 Patienten jährlich in Anspruch genommen wird.

Anette Christian, Jelena Owtschinnikowa und Alexander Kirjuchin, Jürgen Binder, Christoph Ostgathe, Stephan Horn, Felix Wackerbauer, Thomas und Christiane Schöllhammer

Wichtigstes Ergebnis der Unterredung: Professor Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativklinik an der FAU, sagte zu, den Austausch mit Wladimir fortzusetzen, und Hospitationen anzubieten. Dies wird dann sicherlich auch Gelegenheit geben, mit Unterstützung von Stadträtin Anette Christian, federführend in der ambulanten Palliativversorgung tätig, die häusliche Pflege in Wladimir besser zu organisieren.

Christoph Ostgathe mit seinen Wladimirer Kolleginnen auf der Palliativstation

Siehe hierzu auch: https://is.gd/xLCt8G

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Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jena pflege ich auch einen sehr regen Austausch zwischen Frauen aus unseren Partnerstädten. Schwerpunkte liegen dabei auf Netzwerkbildung bei den Themen „Häusliche Gewalt“, „Alltagsbewältigung“ und ….

Cornelia Bartlau und Olga Dejewa

Nach Reisen in die Partnerstädte Jenas, Berkeley und Lugoj, fuhren in diesem Jahr elf Frauen nach Wladimir. Vom 5. bis 10. Mai mieteten wir uns im Erlangen-Haus ein und waren dort sogleich begeistert vom herzlichen Empfang durch Irina Chasowa, von den gemütlichen Zimmern und vom praktischen Gemeinschaftsraum mit Balkon. Wir fühlten uns in diesem Haus wie in einer großen Wohngemeinschaft. Von dem üppigen Frühstück, welches jeden Morgen für uns wie ein kleines Kunstwerk vorbereitet wurde, schwärmten vor allem diejenigen, die den süßen Start in den Tag bevorzugen.

Frauendelegation aus Jena im Erlangen-Haus

Für fast alle Frauen war es die erste Reise nach Rußland, die erste Begegnung mit russischer Kultur und Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen.

Patriarchengarten

Wir wurden sehr herzlich von der Oberbürgermeisterin, Olga Dejewa, empfangen. Sie begleitete unsere Delegation im Patriarchengarten mit seinem einzigartigen Blick auf die Altstadt, und Walentina Blinowa, seit 25 Jahren dort angestellt, gab uns einen interessanten Einblick in die Geschichte und in die innovativen Zukunftsvorstellungen des Parks. Wir durften uns in das Gästebuch eintragen, welches auch Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew schon für seinen Eintrag in den Händen hielt.


Danach ließ es sich Frau Dejewa nicht nehmen, uns die neugestaltete Fußgängerzone zu zeigen. Auch für mich war vieles neu, vor allem aber überraschte mich, wie ein Stück altes Wladimir so geschmackvoll wiederhergestellt wurde. Ein Bummel bei Sonnenschein wäre ganz sicher noch schöner gewesen, so zog es uns schnell in die warmen Stuben der Souvenirläden. Interessant hier, wie nicht nur viel selbstgemachtes Handwerk verkauft, sondern wie auch Frauen vor Ort ihr Können öffentlich zeigen. Die wunderschönen Schatullen mit der Lackkunstmalerei sind immer wieder ein Hingucker und exotisches Mitbringsel für Freunde zu Hause.
Der Besuch im Wladimirer „Frauenhaus“ wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Mit sehr viel Engagement und großer städtischer Unterstützung finden hier Frauen für einen begrenzten Zeitraum nicht nur eine Unterkunft, sondern auch psychologische und soziale Unterstützung. Den Kontakt zu dieser Einrichtung gibt es schon über einige Jahre, und die Leiterin, Alla Gawrilowa, konnten wir im letzten Jahr zu unserer Tagung „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ in Jena begrüßen.


Susdal, gerade mal 30 Kilometer von Wladimir entfernt, stand ganz oben auf dem Besichtigungsplan. Dank unserem Freund Peter Steger konnten wir diese Fahrt mit Jelena Ljubar machen. Ich war ja schon oft in dort, aber noch nie habe ich es so schön erlebt. Jelena verstand es einfach hervorragend, für uns die Geschichte lebendig werden zu lassen. Wir gingen durch jahrhundertealte Klöster, den Kreml, und immer wieder überraschte unsere Führerin mit einer erfrischend modernen, lockeren Sprache über Details und Zusammenhänge der russischen Kultur. Wir haben es sehr genossen, mit ihr sechs Stunden durch die Stadt zu gehen, und immer hatte sie ein wachsames Auge auf uns. Als eine Teilnehmerin von uns fehlte bemerkte sie es als erste. Mit ihren Anweisungen an den Taxifahrer konnten wir die Vermißte wieder „einfangen“.

Mit Jelena Ljubar in Susdal

Den Abschluß unserer kurzen Reise krönten wir mit dem Besuch der Festlichkeiten zum 9. Mai, dem Tag des Sieges. Obwohl es eiskalt war und leichter Regen fiel, waren viele Wladimirer Frauen, Männer und Kinder auf den Beinen, trugen zu Tausenden das Bild eines gefallenen Angehörigen vom Großen Vaterländischen Krieg. Nach den offiziellen Reden bekam der Tag einen Jahrmarktcharakter mit viel Musik, Tanz zum Mitmachen und Leckerein aller Art.

Wir haben uns in die warme Wohnung einer russischen Familie aufgemacht, die uns alle herzlich eingeladen hatte. Zuerst trauten sich nicht alle Frauen, zweifelten daran, dass wir alle elf Personen Platz hätten. Aber ich kenne die russische Gastfreundschaft und wußte: Das ist kein Problem. Keine fünf Minuten nachdem wir angekommen waren, hatte jede einen Sitzplatz, ein Schnapsglas, und das Essen roch schon aus der Küche. Eine Teilnehmerin fragte unsere Gastgeberin, Sonja Babanina, wie denn das russische Gericht genannt werde und ob es traditionell sei. Mit dem einzigartigen Humor, den ich nur bei Sonja kenne, antwortete sie: „Das sind ja nur Kartoffeln mit Fleisch aus der Dose, ihr seid so viele, und es mußte schnell gehen!“ Gelacht und geredet haben wir viel in den zwei Stunden. Sonja, als ehemalige Deutschlehrerin bei einigen Jugendaustauschbegegnungen im Rahmen von „Mix-Tour“ unsere Übersetzerin, konnte jede neugierige Frage der Deutschen in deren Sprache beantworten.

Uns haben die Begegnungen sehr beeindruckt. Die Menschen in Rußland besitzen eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir hier nicht kennen.


Eine Reise in eine unserer Partnerstädte ist mehr als eine touristische Tour, sie öffnet die Herzen für Verständnis und Freundschaften – in den heutigen Zeiten ein kostbares Gut.


Für uns war es ein großer Schritt nach Wladimir, aber hoffentlich auch viele kleine Schritte für eine kommende Städtepartnerschaft im Dreieck mit Erlangen.

Cornelia Bartlau
Gleichstellungsbeauftragte

s. auch: https://is.gd/37RoHP

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