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Posts Tagged ‘Irina Chasowa’


Das Erlanger Ensemble „Vocanta“ pflegt einen Austausch mit dem Kammerchor „Raspew“ in Wladimir und besuchte nun vom 28. Mai bis 2. Juni bereits zum dritten Mal die Partnerstadt. Gleich nach der Ankunft am Moskauer Flughafen Domodjedowo wurden wir von Deutsch-Studenten herzlich begrüßt und zum von der Stadt Wladimir gestellten Bus begleitet. Dieser schipperte uns durch den Moskauer Feierabendverkehr und an unzähligen Baustellen vorbei.

Plakat Vocanta in Wladimir

Auch wenn es unterwegs so schien, als würde die Fahrt nie enden wollen, waren wir irgendwann doch am Erlangen-Haus in Wladimir angekommen. Dort wurden wir von Irina Chasowa herzlich begrüßt und auf unsere Gastfamilien aufgeteilt. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde, verbrachten wir den Rest des Abends gemütlich bei den Freunden zu Hause.

Frühstück für die im Erlangen-Haus untergebrachten Chormitglieder

Am nächsten Morgen besuchten wir das Kloster Bugoljubowo. Auch für alle, die das Kloster schon kannten, war der Ausflug ein Erlebnis mit den vielen Ikonen, die den Innenraum der Kirche schmücken. Die dort lebenden Nonnen unterliegen der Schweigegelübde, aber eine Schwester durfte uns dann doch etwas zu dem Marienbild erklären. Leider sprach sie zu leise, weshalb nur wenige ihr sehr gutes Englisch verstanden.

Bogoljubowo

Auch die kleine, viel ältere „Urkirche“ besuchten wir. In ihr wird wohl nicht mehr Gottesdienst gefeiert, sie scheint vor allem für neugierige Touristen wie uns geöffnet zu sein. Vor diesem Gotteshaus stellten wir uns auf und sangen im stürmenden Wind „Alta trinita beata“ und „Domine, ad adjuvandum me“.

Züchtig-zünftig gekleidet für den Klosterbesuch

Anschließend nutzten wir die Gelegenheit, bei schönstem Sonnenschein den kurzen Weg zu dem Kirchlein „Mariä Schutz und Fürbitte“ zu gehen. Herrlich, über die sumpfigen Wiesen zu blicken, wo der Wind die Gräser heftig bog, wunderbar die Wallfahrtsstätte zu erreichen und anzusehen! Einige der Wladimirer Chorfreunde, die uns auf diesem Ausflug begleiteten, verrieten uns, wer im Leben viel Glück haben und seine Jugend erhalten wolle, müsse dreimal um das Gotteshaus herumlaufen. Man könnte die Reaktion auf diesen Hinweis als kleine Völkerwanderung bezeichnen…

Freiluftkonzert Vocanta

Zum Mittagsimbiß brachte man uns wieder nach Wladimir zurück, und danach trafen wir uns zu einer dringend nötigen Probe. Hierfür hatten die Verantwortlichen im Erlangen-Haus alles möglich gemacht, um uns den Saal für ein Maximum an Zeit zur Verfügung zu stellen. Dies erlaubte uns ein intensives und ungestörtes Singen, das unsere Vorfreude auf die bevorstehenden Konzerte erheblich steigerte.

Isa und Joachim Adamczewski vor dem Hintergrund von Bogoljubowo

Vorläufig aber waren wir Ehrengäste im Konzert der Solisten des Chores Raspew. Gebannt und fasziniert lauschten wir den großartigen Stimmen, begleitet am Klavier. Musikalisch abgerundet wurde das Konzert von einem hervorragenden Violinisten im Zusammenspiel mit einer Pianistin. Leider nutzen uns die einführenden und erklärenden Worte von Maria wenig, weil wir sie alle nicht (oder viel zu wenig) verstanden. Gerührt beobachteten wir, wie Leute aus dem Publikum anschließend einzelnen Solisten Blumen überreichten – so etwas kennen wir allenfalls aus der Oper.

Solistenkonzert unter Leitung von Natalia Kolesnikowa

Anderntags hatte das Wetter umgeschlagen: Der Wind wehte noch immer heftig, und es war spürbar kälter. Der Kaltlufttropfen aus der Arktis war in Wladimir angekommen. Im Bus nach Murom war davon allerdings nichts zu spüren. Dort durften wir in der Musikfachschule unser erstes Konzert singen. Begleitet vom Tosen des Windes vor den Fenstern, trugen wir unser weltliches und geistliches Programm vor und ernteten schiere Stürme der Begeisterung. Spaß hatte es gemacht, und es war toll, so einen Jubel zu erleben!

„Bei Betreten des Klosters darf die Frau keine Männerkleidung, sondern muß vielmehr ein Kleid (einen Rock) und auf dem Kopf ein Tuch (einen Schal) tragen. Männern ist das Betreten in kurzen Hosen verboten.“ Gesehen von Peter Steger in Murom.

Beim Verlassen der Musikfachschule bemerkten wir, daß während des Konzertes der Wind einen Baum um- und auf die Musikschule geworfen hatte, glücklicherweise ohne großen Schaden anzurichten.

Vocanta und ihr Wladimir-Bus

Nach einem ausgiebigen Mittagessen waren wir gestärkt für die Führung in Murom, ein ganz altes, aber ziemlich kleines Städtchen. Wieder durften wir verschiedene Kirchen und Klöster besuchen, darunter eines, in dem noch Brot nach einem Rezept aus dem 16. Jahrhundert gebacken wird. Das wollte natürlich probiert werden: Es erinnert an Milchbrötchen oder auch an Martinswecken. Ein Abstecher an die Oka zeigte uns einen beeindruckenden, riesig breiten Fluß mit heftiger Strömung, auf den Ilja Muromez eine ganzjährig gute Aussicht hat. Er steht als denkmalgewordener Märchenheld an der Stelle des ehemaligen Kreml. Dann war es  auch schon Zeit, wieder nach Wladimir zurückzufahren.

Natalia Kolesnikowa und Natalia Dumnowa

Der 31. Mai, ein Donnerstag, begann gemütlich mit einem freien Vormittag. Sightseeing oder Shopping waren angesagt, für manche tat es aber auch nur ein Kaffee in gemütlicher Runde, bis es Zeit für die Probe wurde, nach der uns wieder ein üppiges Mittagessen erwartete, von dem der Ranzen fast ein wenig zu voll war für das folgende Konzert. Aber die Aufregung macht einen so etwas Banales völlig vergessen. So gaben wir unser gemischtes Programm ein weiteres Mal zum Besten.

Joachim Adamczewski

Obwohl wir subjektiv den Eindruck hatten, nicht so schön gesungen zu haben wie in Murom, applaudierten und jubelten auch die Wladimirer Konzertbesucher, lobten uns und unseren „Meister“, Joachim Adamczewski, über den grünen Klee, und er bekam ein Bild einer russischen Winterlandschaft geschenkt.

Joachim Adamczewski und Natalia Kolesnikowa

Der Rest des Abends war dem „Bankett“ gewidmet: Festlich gedeckte Tische, die sich unter der Last der Speisen und Getränke bogen, zeigten einmal mehr russische Gastfreundschaft. Viele zu Herzen gehende Trinksprüche (glücklicherweise mit kompetenter Übersetzung) leiteten den ausgelassenen, lustigen Abend ein: Ein Geburtstagsständchen für Sascha, der sich bei uns dafür bedankte, wegen seines Geburtstages eine so weite Reise auf uns genommen zu haben, Volkslieder, die unsere Gastgeber zu den Klängen einer Harmonika darboten, Tanz und übersprudelnde Fröhlichkeit, wo man hinsah. Wie schön, diese Verbundenheit so stark zu spüren!

Festmahl nach dem Konzert

Als verantwortungsbewußte Chorleiterin setzte Natalia Kolesnikowa dem Fest gegen 22.00 Uhr ein Ende, mußten wir doch anderntags früh aufstehen und abends in Moskau ein letztes Konzert geben.

Ankündigung des Konzerts in Moskau

Alle versammelten sich brav am Freitag pünktlich am Bahnhof in Wladimir, und auch unsere Freunde von Raspew waren, soweit möglich, alle da. Sie geleiteten uns zum Zug und winkten, bis wir einander nicht mehr sehen konnten. Ob sie wohl bald einmal wieder nach Deutschland kommen werden und wir ihnen einen ähnlich komfortablen Aufenthalt bereiten können, wie sie uns? Das war sicher ein Gedanke, der viele von uns auf der Fahrt begleitete.

Vocanta vor dem Hintergrund der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau

Keine zwei Stunden später waren wir schon in Moskau. Dank ortskundiger Chormitglieder fanden wir unser Hotel schnell und unkompliziert und starteten gleich anschließend zum Sightseeing. Wie riesig Moskau ist, merkte man schnell an den brennenden Füßen. Beizeiten zurück ins Hotel, Chorkleidung schnappen und gleich wieder los zur evangelischen Peter-und-Paul-Kirche, wo die Kulturabteilung der Deutsche Botschaft unter Federführung von Marina Isjumskaja (herzlichen Dank an sie für die perfekte Vorbereitung!) ein Konzert für uns organisiert hatte. Das zentrumsnah gelegene Gotteshaus erwies sich als echte Überraschung, ist es doch nicht im russischen, sondern eher im europäischen Stil gebaut. Außerdem ist es enorm groß, eine riesige Halle mit viel Hall.

Vocanta vor St. Peter und Paul in Moskau

Wir probten kurz in der Kirche, bevor wir uns in einem Aufenthaltsraum, der quasi im Keller der Kirche lag, zu sammeln und zu konzentrieren versuchten. Nach den bisher moderierten Konzerten war es ganz ungewohnt geworden, nach einem gedruckten Programm zu singen. Aber es gelang, und wenn es auch nicht die Begeisterungsstürme gab, die wir in Murom und Wladimir erlebt hatten, kamen doch viele aus dem Publikum auf uns zu, um uns zu sagen, wie gut ihnen der Auftritt gefallen habe – auch sehr schön.

Auftritt Vocanta in St. Peter und Paul zu Moskau

Wir fuhren zurück zum Hotel, von wo aus sich verschieden große Grüppchen zu diversen Restaurants aufmachten, um zum Essen zu gehen. Damit war auch der letzte Abend schon vorbei.

Am Zubringer zum Flughafen

Die Fahrt zum Flughafen und der Rückflug am Sonntag verliefen problemlos. Dann hieß es rasch, sich wieder im Alltag zurechtzufinden. Wir alle sind voller guter Erinnerungen an Herzlichkeit, Frohsinn und absolut bedingungslose Gastfreundschaft, voller Erfahrungen, von denen wir noch lange zehren werden.

Text Isa Adamczeski, Bilder Vocanta und Wladimir Fedin

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Kemerowo ist überall, die Menschen in Wladimir trauern mit den Angehörigen und Freunden der Opfer der Brandkatastrophe vom Wochenende.

Ein Kerze für Kemerowo

Familien, Kinder und Freundeskreise, die in dem Freizeitzentrum einige vergnügliche Stunden verbringen wollten, die zu Geburtstagsfeiern, Familientreffen oder Jubiläen gekommen waren: Alles fand ein jähes und grausiges Ende in Flammen, kein Entrinnen war durch die verschlossenen Ausgänge möglich.

Im Erlangen-Haus ist Kemerowo besonders nahe, stammt doch eine der Mitarbeiterinnen von dort. Da wird deutlich, daß der einzelne nur ein Sandkorn sein mag im Fluß der Geschichte, niemand aber davor gefeit ist, zum Opfer zu werden oder liebe Freunde zu verlieren, wenn menschliches Unvermögen, Leichtsinn oder Gier das Leben anderer bedenkenlos aufs Spiel setzen.

Blumen für Kemerowo

In der Partnerstadt fand in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale ein Gedenkgottesdienst statt, an verschiedenen Orten legt die Wladimirer Bevölkerung Blumen und Spielzeug nieder, so beim Kirschendenkmal in der Fußgängerzone oder vor dem Dom, wo zwei Wachen zum Gedenken der Opfer postiert sind. Die Menschen verweilen lange vor der Gedenkstelle, viele beten, andere beantworten Fragen ihrer Kinder.

Derweil werden Befürchtungen laut, wonach die Zahl der Opfer noch weit höher liege, als bisher bekannt.

Kemerowo

Kemerowo, wir stehen an deiner Seite

Ich habe im Namen von Erlangen Blumen niedergelegt, wissend, daß dies nur eine kleine Geste sein kann, hoffend, durch die in so vielen Städten des Landes gezeigte Trauer möge diejenigen wachrütteln, die für Sicherheit verantwortlich sind. Sicherheit ist eben nicht das Verfassen von Vorschriften, sondern vor allem deren Umsetzung, Überwachung und Alltagstauglichkeit.

Ich werde jedenfalls beim nächsten Mal daran denken, wenn wir die 14 Stockwerke des Erlanger Rathauses übungshalber evakuieren. Ich werde dann nicht mehr denken, „wie lästig“, sondern mich freuen, wenn am Ende der Übung die Einsatzleitung konstatiert: „Nach 15 Minuten waren alle Stockwerke geräumt“.

Natalia Pawlowa, Irina Chasowa und Elisabeth Preuß

Nachtrag: Am Abend stand Training auf dem Programm, Irina Chasowa nahm mich mit in ihr Sportstudio „Sarjadka“. Auch dort war Kemerowo Thema. Zum einen informierte die Trainerin, Natalia Pawlowa, über die Lage der Notausgänge, zum anderen hielt das gesamte Studio um 19 Uhr eine Minute inne, um der Toten zu gedenken. Bereits um 18 Uhr hatten sich Wladimirer am Kathedralenplatz versammelt und ließen weiße Luftballons steigen.

Elisabeth Preuß

 

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Der Stundenplan ist straff: sonntags eine Doppelstunde, wochentags deren zwei, nachmittags Einprägen des vormittags durchgenommenen Stoffes.

Meine Zunge wehrt sich. „ы“ ist nicht „i“, nicht „ü“, nicht „y“, klingt bei meiner Lehrerin Natalia Dumnowa wie ein durch die Zähne gepreßtes „i“, dabei entweicht es ihr ganz leicht und mühelos.

„Ж“, „ш“, „щ“: Nadja Steger hatte mich nicht nur schonend auf die vielen Varianten des „sch“ im Russischen vorbereitet, sondern mich auch davon überzeugt, daß wir auch im Deutschen nicht einfach immer „sch“ sagen, sondern mehrere Arten der Aussprache davon haben. Dass aber im russischen die unterschiedlichen „sch“ vor unterschiedlichen Konsonanten wieder anders ausgesprochen werden, macht mich ratlos.

Erste Schritte

Meine Lehrerin hat unendlich Geduld, wenn ich mich durch einen Text zische, und am Nachmittag hilft mir mein iPad, die richtige Aussprache zu finden.

Einkauf im „Продукты“

Ich gehe jeden Tag in einen Laden „Продукты“, ohne Selbstbedienung. Das zwingt zur Aussprache zumindest einiger Wörter. Am Ende sind sowohl die Verkäuferin als auch ich froh, wenn der Einkauf getätigt ist. Leider habe ich nicht immer das in der Tasche, was ich mir vorgestellt hatte, z.B. nach einigem Beharren auf Naturjogurt ging ich dann doch mit süßem Erdbeertrinkjogurt raus, den ich nun vorerst in den Kühlschrank gestellt habe.

Der Weg zu einem A1-Diplom ist jedenfalls noch sehr, sehr weit. Das zeigt mir auch, welche Leistung der syrische junge Mann erbrachte, der 2015 nach Erlangen kam und mir vor wenigen Tagen erzählte, er habe die C1-Prüfung geschafft und die Zulassung zum Zahnmedizinstudium in der Tasche. Vor dem Hintergrund, daß das kyrillische und das lateinische Alphabet sich weit ähnlicher sind, als das lateinische und das arabische, kann ich vor der Leistung vieler erfolgreicher Sprachschüler aus arabischen Ländern nur den Hut ziehen.

Noch ein weiter Weg zum Diplom

Glücklicherweise bleibt neben all dem Lernen noch Zeit für weitere Termine, für ein Wiedersehen mit Gästen aus Wladimir. So hat sich der Radiologe Iwan Seliwjorstow ebenso angekündigt wie eine ehemalige Teilnehmerin des Sommerkurses in der VHS, deren Mann jetzt ebenfalls seine Fühler nach der Partnerstadt ausstreckt. Der ehemalige Oberbürgermeister, Sergej Sacharow, und die Erlangen-Haus-Direktorin, Irina Chasowa, werden mich zum Orthopäden, Guram Tschjotschjew, begleiten, der im Waldkrankenhaus einige Fortbildungen absolvierte.

Außerdem steht ein Besuch an der Universität mit Frederick Marthol auf dem Plan, den Blog-Lesern bereits bekannt, sowie ein Treffen mit Igor Besotosnij vom Wladimirer Kammerorchester, dessen Bus dank den Spenden vieler Erlanger repariert werden konnte. Auch Treffen mit Eduard und Artjom Markin stehen schon auf dem Programm, jeweils mit Konzert. Der Knabenchor hat schon vielen in Erlangen Gänsehaut verschafft, die Stimmen der Jungen sind fast überirdisch schön.

Fazit: Die Tage werden verfliegen!

Elisabeth Preuß

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Gewissermaßen im „Off“ der „Russisch-Deutschen Wochen“ und all der Vorbereitungen auf das Partnerschaftskonzert mit der „Camerata Franconia“ am 18. März ging dieser Tage die überarbeitete Homepage des Erlangen-Hauses online. In englischer Sprache, angekündigt von Wolfram Howein, dem guten Geist dieser diplomatischen Residenz der Bürgerpartnerschaft, mit den Worten „was lange währt, wird endlich gut“.

Erlangen-Haus im abendlichen Winterputz

Nicht ohne Grund, denn die Vorarbeiten brauchten nach einem Beschluß des Vorstands des Erlangen-Hauses tatsächlich ihre Zeit – und ihre Helferlein, denen hier für ihr ehrenamtliches Mitwirken herzlich gedankt werden soll: neben der Direktorin Irina Chasowa, Wolfram Howein und Peter Steger, konzeptionell und für den Inhalt verantwortlich, sowie Valerie Hellmann, Rosie Zahn und George Mills als Gewährsleute für gepflegtes Englisch. Ganz fertig ist die Homepage übrigens noch nicht: Valerie Hellmann arbeitet derzeit an der Endfassung der Geschichte des Erlangen-Hauses. Doch ein virtueller Besuch dieser deutsch-russischen Begegnungsstätte sei schon jetzt – am besten gleich mit Buchung einiger Nächte! – unter http://erlangen.ru/en empfohlen.

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Kaum war der Auftakt mit dem „Russischen Abend“ verklungen, ging es gestern ab dem späten Vormittag schon weiter mit dem Programm der „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule. In zwei Sparten, auf zwei Bühnen.

Anna Schellenberger und Jelena Gorbunowa ziehen die Fäden

Während im Historischen Saal des Wildenstein’schen Palais Jelena Gorbunowa und Anna Schellenberger Einzelunterricht beim Klöppeln  gaben und dabei halfen, kunstvoll die Fäden der Partnerschaft zu ziehen, füllte sich im Club Internation des Egglofstein’schen Palais mit Gästen zum „Russischen Brunch“.

Russischer Brunch im Club International

Die Organisatoren des kulinarischen Treffens, Gerhard Kreitz und Wolfram Howein, dachten dabei nicht nur an das leibliche Wohl, sondern sammelten für die „Pannenhilfe Kammerorchester Wladimir“, ein Zweck, der sein Ziel allmählich erreicht, denn der VW-Bus mit Getriebeschaden ist mittlerweile in Dresden repariert und steht zur Abholung bereit. Nach bisheriger Planung wird Mitte April Igor Besotosnyj wieder nach Erlangen kommen und dann auch sein Fahrzeug abholen können. Doch dazu bald mehr.

Pannenhilfe für das Kammerorchester Wladimir

Die Partnerschaft – ein Wunschkonzert? In vielfacher Hinsicht schon, denn sie lebt von den Ideen und Initiativen aller, die den Austausch mitgestalten wollen. Da wäre es doch einmal lohnend, Wünsche und Vorstellungen zu sammeln, wie das Miteinander von Erlangen und Wladimir in fünf Jahren aussehen könnte. Also: Wunschzettel ausfüllen, einwerfen. Auch wenn vielleicht nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann, dürfen doch alle, die mitmachen, darauf hoffen, zum vierzigjährigen Partnerschaftsjubiläum – das dann in Wladimir ausgetragen wird – das große Los gezogen zu haben und einen der vielen Preise zu gewinnen. Setzen Sie also auf die Zukunft der Partnerschaft und deren Glück, dann winkt auch Ihnen Fortuna.

Wünsch dir was für die Partnerschaft

Aber die Hauptsache gestern waren natürlich Essen und Trinken, die auch Erlangen und Wladimir zusammenhalten. Schon seit dem frühen Morgen hatten sich Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, mit Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, und ihrer Vorgängerin in der Funktion, Jelena Tschilimowa, auf die Speisung der 40 vorbereitet, und siehe, die Hungrigen und Dürstenden kamen ohne Zahl, sich am „Hering im Pelz“ oder Salat „Olivier“ zu laben.

Jelena Tschilimowa 1

Jelena Tschilimowa bei den Vorbereitungen auf den Russischen Brunch

Ohne Rechnung am Ende, nur mit der Bitte, sich an der Sammlung für die „Pannenhilfe Wladimir“ zu beteiligen.

Irina Chasowa, Gerhard Kreitz und Jelena Tschilimowa

Und so wurde dieser Brunch zu einem weiteren Flansch der Partnerschaft, zu einer dichten Verbindung zwischen den komplex kommunizierenden Röhren des Austausches zwischen Erlangen und Wladimir, von denen es so viele gibt, wie Menschen sich beteiligen.

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Gezählt hat sie niemand, die Gäste des gestrigen „Russischen Abends“ zum Auftakt der „Russisch-Deutschen Wochen“ im Großen Saal der Volkshochschule Erlangen. Aber es dauerte fast eine Viertelstunde, bis die letzten Stühle hereingetragen waren, bis alle einen Sitzplatz gefunden hatten.

Spiramor

Dann erst stimmte „Spiramor“ auf das 35jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir ein. Ganz so, wie man das erwarten darf: mit gepflegter Sangeskunst und deutsch-russischen Melodien.

Großer Saal der Volkshochschule

Die Begrüßung – mit einem Willkommen auf Russisch – schließlich durch den Direktor des Hauses, Markus Bassenhorst, zeigte wieder einmal, welch überragende Rolle die Volkshochschule für die Städtepartnerschaft spielt. Von den ersten Bürgerreisen Anfang der 80er Jahre und dem Arbeitskreis Wladimir unter Klaus Wrobel über die ersten „Russisch-Deutschen Wochen“ unter Christine Flemming bis hin zum breiten Festprogramm unter Markus Bassenhorst, von den Sprachkursen und der didaktischen Unterstützung für das Erlangen-Haus und der Rolle von Reinhard Beer, dem stellvertretenden Leiter ganz zu schweigen.

Markus Bassenhorst

Die gleiche Kontinuität in der Kommunalpolitik sorgt für den Rahmen dieser Bürgerpartnerschaft, wie das Grußwort Florian Janik zeigte. Bruchlos und unangestrengt gelang Erlangens Oberbürgermeister der Bogen vom ältesten Besucher im Saal, dem 95jährigen Weltkriegsveteran Wolfgang Morell, der 1942 – nicht ganz freiwillig – als erster Erlanger nach Wladimir kam und dort von einer schweren Erkrankung genesen konnte, über den 75. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht in der Schlacht um Stalingrad bis hin zu dem Geschenk der Versöhnung und des Vertrauens nach all dem Leid und Tod zwischen Deutschen und Russen. Freilich ein Geschenk, das gerade angesichts der politischen Spannungen alles andere als selbstverständlich ist, für das man immer wieder dankbar sein sollte.

Wolfgang Morell

Besonders natürlich jenen, die damals, in Zeiten des Kalten Krieges, Mut und Weitblick genug besaßen, um über alle Gräben und Grenzen hinweg das Werk der Verständigung zu beginnen: Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, und Jurij Fjodorow, damals Stellvertreter des Vorsitzenden des Städtischen Exekutivkomitees der Volksdeputierten und, wie er sich selbst gerne nennt, der erste Kundschafter Wladimirs in Erlangen, dessen positiver Bericht in der Stadt am Goldenen Ring die gute Sache der Partnerschaft in Gang brachte.

Dietmar Hahlweg und Jurij Fjodorow

Von Beginn an dabei aber auch die hohe Diplomatie, gestern vertreten durch Vizekonsul Andrej Matwijenko, eigens aus München angereist, um Erlangen auch weiterhin der Unterstützung durch seine Gesandtschaft zu versichern. Damals, im Jahr 1982, kam von der Sowjetischen Botschaft in Bonn das Angebot einer Zusammenarbeit mit Wladimir auf den 1981 von Dietmar Hahlweg in Moskau geäußerten Wunsch nach einer Partnerstadt.

Florian Janik und Andrej Matwijenko im Fokus von Nadja Steger

Überhaupt, wie das alles war… Dazu etwas von Zeitzeugen zu erfahren, bot das Podium Gelegenheit. Der Blick zurück, wo auf beiden Seiten Vorbehalte zu überwinden waren, wo es aber auch unerwartet rasch gelang, mit vertrauensbildenden Maßnahmen bei Ausflügen und Treffen jenseits des Protokolls eine Atmosphäre von gegenseitigem Verstehen zu schaffen, die bis heute anhält und auf die auch Florian Janik in der Nachfolge von Dietmar Hahlweg und Siegfried Balleis, der gestern Erlangen im närrischen Veitshöchheim vertrat, aufbaut, wenn er jetzt erfreut feststellen kann: „Die Partnerschaft nimmt angesichts der gegenwärtigen politischen Krise keinen Schaden. Es ist allein der Rubelkurs, der den Austausch ein wenig erschwert.“

Peter Steger, Florian Janik, Anna Schellenberger, Jurij Fjodorow und Dietmar Hahlweg

Dennoch, einzig verlassen auf die Selbstheilungskräfte der Partnerschaft will sich Erlangens Oberbürgermeister auch nicht und berichtete deshalb auch erfreut über die bereits zweite und erfolgreich Sitzung des Gesprächsforums „Prisma“, wo im kleineren deutsch-russischen Kreis durchaus „brisante und kontroverse Themen offen und freundschaftlich diskutiert werden“. Ganz in der Tradition der Gründerväter, die denn auch verdiente Dankesurkunden austauschen: für Dietmar Hahlweg und Klaus Wrobel überreicht von Jurij Fjodorow – und für Wiktor Malygin und Jurij Fjodorow ausgehändigt und unterzeichnet von Florian Janik.

Klaus Wrobel, Wiktor Malygin, Florian Janik, Jurij Fjodorow und Dietmar Hahlweg

Mit auf dem Podium stand Anna Schellenberger, ein Kind der Partnerschaft, deren Vater, aus Celle stammend, in Erlangen Slawistik studierte – als es das Fach an der FAU noch gab – und dann durch den Austausch sein Glück und seine Familie in Wladimir fand. Nun erlebte sie – mit viel Beifall bedacht – ihre Feuertaufe auf der Bühne als Übersetzerin für Jurij Fjodorow, lobte die Bedeutung des Erlangen-Hauses für die Partnerschaft und dankte für diese „großartigen Beziehungen“, bevor sie hinter den Kulissen verschwand, um sich für ihren nächsten Auftritt vorzubereiten.

Anna Schellenberger

Anna Schellenberger gehört nämlich – ebenso wie ihre Mutter, die daheim in Raduga bei Wladimir geblieben ist – zum vor zwei Jahrzehnten gegründeten Klöppelkreis um Jelena Gorbunowa und besucht als Kunsthandwerkerin zum zweiten Mal Erlangen, zeigte sich aber zum ersten Mal hier auch auf dem Laufsteg.

Susanne Lender-Cassens

Zusammen mit zwei Models, die gestern ebenfalls eine Premiere erlebten. Erlangens Bürgermeisterinnen, Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß, hatten sich von Nadja Steger nicht lange bitten lassen, als es darum geht, wer mitmacht bei der Präsentation der kostbaren Einzelstücke.

Elisabeth Preuß

Im Detail zu sehen waren die kleinen Kunstwerke im Historischen Saal, und heute noch den ganzen Tag über bietet Jelena Gorbunowa einen Mitmachkurs an.

Susanne Lender-Cassens, Alexandra Jegorowa, Jutta Brandis und Jelena Gorbunowa

Jutta Brandis, an der Volkshochschule für das Kultur zuständig, kennt übrigens Jelena Gorbunowa seit fast 20 Jahren und hat die Kunsthandwerkerin nach Abendberg vermittelt und damit den Anstoß für eine erstaunliche Entwicklung gegeben, über die der Blog auch immer wieder berichtet: die Aufnahme von Jelena Gorbunowa in den Deutschen und Französischen Klöppelverband, ungezählte Seminar und Ausstellungen – und immer wieder Abstecher nach Erlangen, dorthin, wo alles begann.

Alexandra Jegorowa

Gestern begann nun auch alles für Alexandra Jegorowa, das Nesthäkchen des Abends, die selbst Hand anlegt an die feinen Fäden und sich schon als Model vor das Publikum wagt. Wer weiß, wo sie ihre Kunst später noch überall zeigen wird…

Dietmar Hahlweg und Wiktor Malygin

Vergessen sollte man nicht das Russisch-Fränkische Buffet, vorbereitet von den Wladimirer Expatriots Nadja Steger, Natalia Grebnev, Jekaterina Korschofski und Matwej Grigorjew, einem Studenten aus Wladimir. Gelegenheit zum Kennenlernen und Wiedersehen, auch für Dietmar Hahlweg, Ehrendoktor der Universität Wladimir, und Wiktor Malygin, damals Vizerektor, heute Professor em. und Rektor i.R.

Markus Bassenhorst und Irina Chasowa

Oder auch für Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, und Markus Bassenhorst, den Gastgeber des Abends, der weit nach 23.00 Uhr, als sich nach mehr als vier Stunden die letzten Grüppchen auflösten, rundum zufrieden zurückblickte und sich natürlich auf all die Veranstaltungen freute, die noch den ganzen Monat über anstehen.

Othmar Wiesenegger und Jelena Gorbunowa

Zeit ebenso für Othmar Wiesenegger, dem zusammen mit Nadja Steger die Photos dieses Beitrags zu verdanken sind, sich ein wenig zurückzuziehen und mit Jelena Gorbunowa zu sprechen, die einfach nur glücklich war angesichts des Zuspruchs aus dem Publikum.

Reinhard Beer, Susanne Lender-Cassens und Andrej Matwijenko

Dazwischen dann auch noch das Quiz „Wer wird Russionär?“, erdacht von Reinhard Beer, der gestern, bei der mittlerweile zwölften Austragung der „Russisch-Deutschen Wochen“, endlich auch die verdiente Auszeichnung als „Ehren-Russionär“ erhielt, unterzeichnet von Florian Janik und überreicht von Susanne Lender-Cassens zusammen mit Andrej Matwijenko, dem stellvertretenden Generalkonsul.

Alexandra Jegorowa, Jelena Gorbunowa, Elisabeth Preuß, Susanne Lender-Cassens und Anna Schellenberger

Und ein Geschenk an die Stadt Erlangen vom Klöppelkreis: das Golden Tor, gewirkt aus feinsten Fäden.

Susanne Lender-Cassens und Irina Tartakowskaja

Das Quiz hatte es übrigens in sich. Einige knifflige Hürden ließen selbst treue Blogleser auf dem Weg zum Siegerpodest straucheln, etwa die Frage danach, in welchem Jahr diese Plattform nun schon über die Partnerschaft berichte. Da ärgert sich mancher wohl noch lange der auf die mögliche Antwort „im verflixten siebten Jahr“ hereinfiel und damit falsch ankreuzte. Es sind nämlich bereits zehn Jahre… Alles richtig anzugeben, schaffte denn freilich auch niemand. Aber Hans-Joachim Preuß kam mit 16 von 20 möglichen Punkten diesem Ziel am nächsten – und kann sich jetzt auf eine Gratisreise nach Wladimir mit drei Übernachtungen im Erlangen-Haus freuen.

Hans-Joachim Preuß und Susanne Lender-Cassens

Freuen können sich durchaus auch alle, die gestern still im Hintergrund mitwirkten: Wolfram Howein, der den Abend bebilderte, Othmar Wiesenegger, der für neue Photos sorgte, die Runde um Natalia Kaiser, die für die rasche Auswertung der Antwortbögen zum Quiz sorgte, das Küchenteam, die Hausmeister, die bis zum späten Ende ausharrten. Dank an Köstlich & Co., das Geschäft für Feinschmecker, das zum wiederholten Male Preise stiftete. Vor allem aber ein спасибо an die Gäste aus Wladimir – ein gutes Dutzend – und Erlangen – um die einhundert -, die für eine großartige Stimmung sorgten.

 

 

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Freitag, den 2. Februar, haben Sie sich schon rot im Kalender angestrichen? Gut so! Dort, beim Eröffnungsabend der „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule, werden Sie sich zwar auch mit Köstlichkeiten aus der Wladimirer Küche stärken können, aber wer mehr über die kulinarischen Genüsse der Partnerstadt erfahren will, kommt schon tags darauf, am Samstag, den 3. Februar, ab 11.00 Uhr in den Club International zum russischen Brunch. Bis 14.00 Uhr servieren dort die Direktorin des Erlangen-Hauses, Irina Chasowa, und ihre Vorgängerin, Jelena Tschilimowa, was nicht nur ihren Gästen schmeckt: Piroggen, Bliny… Aber es muß ja nicht alles gleich verraten werden.

Die Teilnahme ist kostenlos, doch Wolfram Howein vom „Freundeskreis Wladimir“ hat mit der Bitte um vorherige Anmeldung eine Anregung, die wir gern hier wiedergeben:

Anstelle einer Unkostenpauschale bitten wir um eine Spende und werden dazu eine Spendenbox aufstellen. Einen eventuellen Überschuß wollen wir für die Reparatur des Kleinbusses des von Igor Besotosnyj gegründeten Kammerensembles der Wladimirer Philharmonie verwenden, das uns mit seinen Konzerten in der Vorweihnachtszeit an verschiedenen Orten der Region erfreute. Wie im Blog vom 20.12.2017 berichtet, hatte das Getriebe des besagten Kleinbusses auf der Rückfahrt nach Wladimir in der Nähe von Dresden endgültig den Geist aufgegeben. Der damalige Spendenaufruf erbrachte 1.100 der insgesamt erforderlichen 3000 €. Die Geschichte könnte also ein richtig gutes Ende nehmen, wenn wir noch etwas zulegen. Wer möchte, kann natürlich auch direkt auf das Konto der Stadt Erlangen DE 79 7635 0000 0000 000031 mit dem Vermerk „0117537 – Pannenhilfe Wladimir“ den einen oder anderen Betrag – gegen Spendenbescheinigung – überweisen.

Und hier geht es zum Gesamtprogramm: https://is.gd/6HyHJX

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