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Posts Tagged ‘Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde’


Im 30. – in Worten – dreißigsten Jahr des Austausches zwischen dem einstigen Pädagogischen Institut, der heutigen Universität Wladimir, und dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde empfing gestern Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens den Leiter der Abteilung für Russisch, Heinz Römermann, mit seiner fünfköpfigen Studentengruppe aus der Partnerstadt. Was da mit ungebrochener Regelmäßigkeit als Konstante des Austausches geschieht, kann in seiner Bedeutung für die Beziehungen zwischen Erlangen und Wladimir gar nicht überschätzt werden. 1988 vertraglich festgelegt, kommen Jahr für Jahr angehende Deutschlehrer für drei Wochen an das IFA, während im Herbst der Gegenbesuch stattfindet. Immer, nach Möglichkeit, mit privater Unterbringung, aus der oft Freundschaften fürs Leben entstehen, die aber in jedem Fall hilft, Land und Leute besser zu verstehen und kennenzulernen.

Susanne Lender-Cassens, Konstantin Kisseljow, Tatjana Maier, Julia Frolowa, Heinz Römermann, Marina Chrenowa, Daria Schaschkowa und Anna Schingarkina

Stichwort „lernen“. Tatjana Maier, jetzt selbst Gastgeberin, hat schon Erfahrung mit dem Austausch, bei dem sie – nach eigener Aussage – viel dazugelernt habe, wie hier nachzulesen:  https://is.gd/ctayWR. Drei Wochen Unterricht, drei Wochen Ausflüge, drei Wochen Begegnungen, die morgen für die Gäste schon wieder enden, die aber – wie die gute Erfahrung zeigt – für viele auch den Beginn einer intensiven Einbindung in die Städtepartnerschaft markiert. Wundern Sie sich also nicht, wenn ihnen jemand aus der Gruppe bald einmal hier oder dort als dolmetschende Begleitung begegnet, oder wenn es ein Wiedersehen in ganz unerwarteter Rolle gibt. Man sieht sich in aller Regel wieder. Ganz wie es sein soll in der Partnerschaft, die gerade diesem Austausch entscheidende Persönlichkeiten – um nur den Namen von Irina Chasowa, der Direktorin des Erlangen-Hauses zu nennen – verdankt. Ein besonderer Dank deshalb heute an Heinz Römermann, der es verstanden hat, diesen Austausch über drei Jahrzehnte hin und bei drei Wechseln an der Spitze seines Instituts ohne Aussetzer fortzusetzen. Спасибо!

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Ein ganzer Tag dem Russischen gewidmet. Was denn daran so besonders in Erlangen sei, könnte man zunächst meinen, wo doch gerade erst, im Februar, an der Volkshochschule während der Russisch-Deutschen Wochen die Sprachkurse ausgebucht waren. Doch mit diesem Symposium hat es schon seine eigene Bewandtnis.

Heinz Römermann, Oxana Löscher, Swetlana Steinbusch, Birgit Tordinava, Oxana Kirej, Ludmila Beljatschkowa, Roland Kleiber sowie Institutsleiter Daniel Gossel

Jedes Jahr veranstaltet das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) unter Leitung von Professor Daniel Gossel ein Symposium, alternierend gewidmet dem Englischen, Spanischen, Italienischen, Französischen und eben dem Russischen, gestern zum sechsten Mal Gegenstand intensiver Auseinandersetzung.

Russisch Symposium am IFA: das Plenum

Die Basis dafür ist am IFA mit einem sechsköpfigen Team, angeführt von Heinz Römermann, gegeben, und die Nachfrage für eine Ausbildung in den vielen sprachlichen Dienstleistungsbereichen – vom Gerichtsdolmetschen bis zur Übersetzung von Dokumenten – besteht, ungeachtet aller technischen Entwicklungen. Just diesen stellte sich denn auch gestern der Auftaktvortrag unter dem Titel „Skype als neues Medium im Unterricht“.

Daniel Gossel und Kristina Kapsjonkowa

Aber auch die eher „klassischen“ Fragen fanden ihren Platz mit Themenblöcken wie „Unterschiede und Gemeinsamkeiten des deutschen und russischen Rechtssystems“ oder „Sprichwörter – Salz in der Suppe“. Alles auf Russisch und natürlich vor allem auf Muttersprachler und Fortgeschrittene ausgerichtet.

Daniel Gossel und das Plenum

Wohl einer deutsch-russischen Städtepartnerschaft wie Erlangen – Wladimir, die eine solche Ausbildungsstätte wie das IFA vor Ort hat, das, vor 70 Jahren gegründet, nun im dreißigsten Jahr des Austausches mit der Universität Wladimir steht. Fast wie im Märchen, um ein bekanntes russisches Sprichwort zu bemühen, das rasch erzählt ist, während das Werk einige Zeit braucht. Die Zeit hat sich jedenfalls gelohnt und ist aller dankbaren Anerkennung wert. Nicht nur zu Jubiläen. Спасибо IFA!

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Vom 10. bis 29. September war wieder eine vierköpfige Gruppe des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde zum Studentenaustausch an der Universität Wladimir zu Gast. Hier nun der Reisebericht.

Das Studentenleben in Wladimir war für uns alle eine der besten Erfahrungen im Leben. Es waren so viele neue Eindrücke und Ansichten, daß wir in der ersten Woche gar nicht aus dem Staunen herauskamen. Übrigens hatten wir in den ersten zwei Wochen großes Glück mit dem Wetter – Altweibersommer.

Am ersten Tag an der Universität in Wladimir, ВлГУ, wurden wir sehr herzlich in der Mensa von den für uns verantwortlichen und anderen Studenten begrüßt. Es gab Tee und Kuchen in der Kennenlernrunde. Anschließend erhielten wir einen Plan für die nächsten drei Wochen, welcher ein volles Programm bot. Jeden Tag nach den Doppelstunden fand ein Ausflug statt. Wir waren in Kunst- und Geschichtsmuseen, in der Philharmonie, im Kino, im Planetarium und im botanischen Garten von Wladimir. Unsere Dozentin für Russisch war eine so liebreizende und positive Person, wir haben sie direkt ins Herz geschlossen.

Die gemischte Studentengruppe mit Marina Gajlit im Goldenen Tor

Die Sitten und Mentalität der russischen Bevölkerung unterscheiden sich sehr von der deutschen. Die typischen Klischees sind nicht wirklich zutreffend. Alkohol ist strikt verboten und kann auch nicht überall zu jeder Zeit gekauft werden. Zigaretten sind für uns umgerechnet natürlich sehr günstig, aber sie sind in allen Geschäften unter Verschluß und nicht öffentlich sichtbar, wie wir es in Deutschland kennen. Die Öffnungszeiten sind ungewohnt aber auf jeden Fall sehr bequem und praktisch. Auf echte Bären sind wir auch nicht getroffen.

Wladimir ist eine süße kleine Stadt – ähnlich wie Nürnberg. Ehrlich gesagt kam es mir persönlich so vor, als hätten wir eine Zeitreise in die Sowjetunion gemacht, denn außerhalb der Großstädte ist alles beim alten geblieben.

Gemischte Studentengruppe vor der Demetrius-Kathedrale

Wir waren auch in Susdal und Bogoljubowo, beide sehr gläubige Städtchen. Am zweiten Wochenende ging es nach Moskau, in die Stadt, die niemals schläft. Es war traumhaft ebenso wie das Wetter. In der letzten Woche wurde es dann deutlich kälter und herbstlicher. Die Stimmung war auch etwas bedrückt denn wir begriffen, daß die Zeit einfach zu schnell vergangen war. Dennoch haben wir das Beste daraus gemacht und waren nochmals in einigen Restaurants, Bars und im Klub.

Im großen und ganzen war der Aufenthalt bei den Gastfamilien und an der Uni wirklich interessant. Wir haben viel dazugelernt und wollen so bald als möglich wieder nach Rußland!

Tatjana Maier

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Erst im August hatte Dmitrij Makejew seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert, nun ist er gestern verstorben. Einen sanften Mann verliert Wladimir, einen klugen Mittler des Ausgleichs, einen bedachten Historiker, der aus der Geschichte gelernt hatte, wie wichtig Versöhnung und Austausch zwischen den Völkern sind. In der Region Moskau geboren, kam der Wissenschaftler 1977 nach Wladimir, um zunächst als Dozent am Pädagogischen Institut zu lehren, wo er sich rasch zum Prorektor emporarbeitete, bevor er 1988 die Leitung der Hochschule – 1993 zur Staatlichen Pädagogischen Universität erhoben und 2011 mit der Polytechnischen Universität zur Wladimirer Staatlichen Universität verschmolzen – bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 übernahm.

Altrektor Dmitrij Makejew, Florian Janik und Ansor Saralidze, Rektor der Universität Wladimir, Herbst 2014

In all diesen Jahren spielte Dmitrij Makejew eine herausragende Rolle in der Geschichte der Städtepartnerschaft: Als regionaler Vorsitzender des Verbands der Völkerverständigung handelte er in einer Nachtsitzung im Hotel Kljasma mit Rudolf Schwarzenbach, dem großen Mentor dieser Kontakte, die Formulierungen für die Charta der Städtepartnerschaft aus, 1985 begann unter seiner Ägide der Austausch mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, und ebenfalls in diese Zeit fiel der Anfang seiner Freundschaft mit Klaus Wrobel, dem Direktor der Erlanger Volkshochschule, die er auch selbst immer wieder zu Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen besuchte. Überhaupt war er der große Kommunikator, erklärte hier wie dort auf Podien und in Seminaren die gesellschaftlichen wie politischen Unterschiede und scheute auch vor der Herausforderung nicht zurück, 1997 mit dem Erlanger Kollegen, Michael Stürmer, russische Sorgen und Befürchtungen angesichts der Nato-Osterweiterung zu diskutieren. Dabei behielt er stets die Verdienste von Mitstreitern in der Sache der Verständigung im Blick und verlieh dem Begründer der Städtepartnerschaft und damaligen Oberbürgermeister Erlangens, Dietmar Hahlweg, 1995 die Ehrendoktorwürde; zwei Jahre später ging die Auszeichnung an Klaus Wrobel.

Wir trauern um Dmitrij Makejew

Es ist still in den letzten Jahren um den ohnehin eher in sich gekehrten Gelehrten geworden, Alter und Gesundheit forderten ihren Tribut. Aber seine besonnene Stimme bleibt hörbar als jene, die ganz zu Anfang des wissenschaftlichen Austausches zwischen Wladimir und Erlangen so vornehm-vernehmlich erklang und bis heute alle Begegnungen durchdringt, in ihnen allen schwingt. So schwer der Verlust, so traurig die Melodie der Threnodie, so beglückend das Vermächtnis: Wenn am Dienstag der Patriarch der Partnerschaft zu Grabe getragen wird, steht – welch eine Fügung des Schicksals! – in der Trauergemeinde auch eine vierköpfige Studentengruppe des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde am Sarg. Ein Abschied, der verpflichtet.

Mehr zu den Leistungen des Verstorbenen hier: https://is.gd/v3BEku

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Es gehört zu den schönen Gepflogenheiten von Lehranstalten, Jahresberichte herauszugeben. So ist soeben die Chronik 2016/2017 des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde erschienen, das zusammen mit der Volkshochschule zu den Erlanger Bildungseinrichtungen mit der längsten und intensivsten Wladimir-Austauschpraxis gehört. Folgerichtig findet sich in der achtundachtzigseitigen Publikation auch nachstehender Bericht der vier Studentinnen, die im März für drei Wochen Erlangen erlebten:

Wir haben auf diese Reise ungeduldig gewartet, weil es für drei von uns vier die erste Bekanntschaft mit Deutschland war. Als wir zum Bordfenster hinaus auf die bayerischen Landschaften schauten, verliebten wir uns in die Natur Deutschlands. In Erlangen fuhren wir zuerst zum Institut, wo wir Heinz Römermann kennenlernten und von ihm einen Stundenplan bekamen (und sogar gleich die erste Hausaufgabe). Danach wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt. Das erste, was uns auffiel, war die Gastfreundlichkeit nicht nur unserer Gastfamilien, sondern auch die aller Menschen in Deutschland. Am nächsten Tag begann für uns der Schulalltag. Nach dem Unterricht hatten wir die Möglichkeit, durch die schöne und gemütliche Stadt Erlangen zu bummeln. Am Mittwoch wurden wir ins Rathaus eingeladen, wo man uns damit beehrte, die Bürgermeisterin kennenzulernen, welche uns freundlich empfing. Es war der 8. März, also der Weltfrauentag, und jede von uns bekam eine Blume, was wir nicht erwartet hatten, aber als sehr nett und aufmerksam empfanden.

Daniel Gossel, Alexandra Klemeschowa, Darja Lukjanowa, Marina Aljokina, Jelena Jewdokimowa, Tatjana Maier, Elisabeth Preuß und Heinz Römermann

In den nächsten drei Wochen besuchten wir viele fränkische Städte wie Bamberg, Rothenburg, Nürnberg und Forchheim. Am besten gefielen uns Bamberg und Rothenburg, weil wir uns in das Mittelalter versetzen konnten: keine Fabriken, keine mehrstöckigen Gebäude, nur Kirchen, Türme und natürlich das wunderschöne Panorama der Städte.

Wir hatten Glück, zwei Tage in der Hauptstadt zu verbringen. Trotz des Regenwetters konnten wir unseren Traum verwirklichen, Bilder vor dem Reichstag und dem Brandenburger Tor zu machen. Wir waren auch von der deutschen Küche begeistert. Sowohl in den Gastfamilien als auch in den Restaurants probierten wir verschiedene deutsche Spezialitäten aus wie z.B. Weißwürste mit Brezel, Schupfnudeln, Bratwürste mit Kartoffelsalat, Jägerschnitzel, Knödel und viele andere gute Speisen.

Abgesehen von den Ausflügen lernten wir natürlich auch. Unsere Bekanntschaft mit Erlangen begann ja mit dem Besuch des Instituts, wo wir die meiste Zeit verbrachten. Als wir unseren Stundenplan bekamen, verstanden wir, wie viel anspruchsvolle Arbeit auf uns wartete. Wir hatten jeden Tag Unterricht, und jede Stunde, die uns angeboten wurde, war sehr interessant. An unserem ersten Unterrichtstag lernten wir gleich einige Lehrer und Studenten kennen. Die erste Stunde war Landeskunde BRD bei Michael Süß. In diesen Stunden erfuhren wir einiges über das politische System der BRD und ihr Wahlsystem. Natürlich war uns vieles schon bekannt, aber trotzdem war alles sehr lehrreich. Die erste Stunde kam uns sehr kurz vor, weil wir in Wladimir nicht eine Stunde (45 Min.) haben, sondern immer Doppelstunden. Es war so ungewohnt, wenn jede Stunde so schnell zu Ende ging und wir uns zur nächsten Stunde zu beeilen hatten, damit wir nicht zu spät sind, denn es waren nur fünf Minuten Pause dazwischen! Bei uns sind immer 20 Minuten Pause dazwischen.

Birgit Tordinava, Oxana Löscher, Roland Kleiber, Heinz Römermann (stehend), Swetlana Steinbusch und Oxana Kirej (sitzend)

Besonders gut gefiel uns die Methodik des Übersetzens, weil wir an unserer Universität kein solches Lehrfach haben. Oxana Kirej zeigte uns die falschen Freunde des Übersetzens und wie man diese richtig übersetzt. Mit Swetlana Steinbusch übten wir, verschiedene Texte aus dem Deutschen ins Russische korrekt zu übersetzen und mit Heinz Römermann aus dem Russischen ins Deutsche. In der Methodik des Übersetzens von Birgit Tordinava lernten wir verschiedene Möglichkeiten, wie man richtig aus dem Russischen ins Deutsche (z.B. lange Genitivketten oder die Mengenangaben) übersetzen sollte.

Wir wunderten uns nicht nur über die große Auswahl an verschiedenen Übersetzungsthemen, sondern auch über die Außen- und Innenansicht der Institutsgebäude. Als wir diese zum ersten Mal sahen, hätten wir nicht gedacht, es handele sich hier um ein Institut, weil diese Gebäude den anderen bewohnten Häusern in der Umgebung sehr ähnlich sind. Die meisten Universitätsgebäude bei uns sind mehrstöckige Bauten, die sehr offiziell aussehen.

Es war für uns eine unvergeßliche Reise nach Deutschland, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Und natürlich hoffen wir, irgendwann wieder nach Erlangen zu kommen.

Marina Alekina, Jelena Jewdokimowa, Alexandra Klemeschowa und Daria Lukianowa

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Bei dem Empfang am Mittwoch für die Studentinnen aus Wladimir kam die Rede natürlich auch auf die auf Schritt und Tritt erlebbare Weltoffenheit Erlangens. Dieses kosmopolitische Flair versprühte die Hugenottenstadt besonders im Endspurt des diesjährigen Karnevals.

Kristina Kapsjonkowa, rechts im blauen Kostüm

Am überregional berühmten Brucker Faschingsumzug war das augenscheinlich! Bei strahlendem Sonnenschein und zweistelligen Plustemperaturen jubelten über sechzigtausend Gäste aus nah und fern den festlich geschmückten Wagen und Masken zu.

Gondoliere Manfred Kirscher

Besonderen Applaus erhielten die Gondel und die wunderschönen Masken des „Italienisch-Deutschen Vereins“ in dem auch eine Studentin aus Wladimir – als noble Venezianerin kostümiert – zu bestaunen war.

Kristina Kapsjonkowa

Kristina Kapsjonkowa war auch am rauschenden Rosenmontagsball im Erlanger E-Werk und beim Kehraus in der Ladeshalle nicht zu übersehen, hier als Teufelin an der Seite ihres Beschützers, Manfred Kirscher (Ehrenbürger der mit Erlangen befreundeten Stadt Cumiana in Italien), der als Gondoliere verkleidet war.

Kristina Kapsjonkowa und Manfred Kirscher

Die Studentin aus der Partnerstadt macht derzeit am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde eine Ausbildung. Ihre wahre Universität ist aber, frei nach Maxim Gorkij, der so gar nicht eintönige Alltag in Erlangen, von dem wir hoffentlich bald mehr erfahren.

Bilder: Giuseppe Andolina, Bericht: Manfred Kirscher

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Der Austausch mit Wladimir nimmt erst allmählich und etwas ruckelnd Fahrt auf. Während es im Vorjahr etwa einhundert Begegnungen zwischen den Partnerstädten gab, kamen heuer bisher fast mehr Absagen als Treffen zustande. So wurde etwa der Besuch des Wladimirer Mädchenchors am Christian-Ernst-Gymnasium wegen eines Wechsels in der Leitung auf November verschoben; eine Domra-Virtuosin, für den März angekündigt, sucht nach einem neuen Termin, weil ihre Begleitung erkrankt ist; für eine Hallenfußballmannschaft passen die angebotenen Tage nicht. Auch beim gestrigen Empfang – nicht von ungefähr am Internationalen Frauentag – für die Studentinnengruppe mit Bürgermeisterin Elisabeth Preuß fehlte eine Teilnehmerin am Austausch mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde – aus familiären Gründen, wie dessen Leiter, Professor Daniel Gossel, und Heinz Römermann, zuständig für den Fachbereich Russisch, erklärten. Aber immerhin sind nun vier angehende Germanistinnen mit – wie gewohnt im nun schon drei Jahrzehnte währenden Austausch mit der Universität Wladimir – ausgezeichneten Sprachkenntnissen für drei Wochen in Erlangen, um nach Stundenplan ein umfangreiches Lernpensum – mit Hausaufgaben! – abzuarbeiten: von der Stehgreifübersetzung über die Landeskunde, Schreib- und Sprechfertigkeit bis zur Idiomatik und Handelskorrespondenz. Zeit für Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung bleibt da fast nur am Wochenende.

Daniel Gossel, Alexandra Klemeschowa, Darja Lukjanowa, Marina Aljokina, Jelena Jewdokimowa, Tatjana Maier, Elisabeth Preuß und Heinz Römermann

Auch wenn alle vier ihr Studium noch in diesem oder im nächsten Jahr abschließen, wissen sie noch nicht so recht, wie ihre berufliche Perspektive aussehen könnte. Nur eines ist klar: Sie wollen etwas mit Deutsch machen, mit der Sprache, die sie alle verbindet, die ihnen am besten gefällt. Dabei haben sie ganz unterschiedliche Voraussetzungen. Für Marina Aljokina aus Susdal ist es schon die fünfte Reise nach Deutschland, das sie – einschließlich Erlangen – auf dem „Umweg“ über die Partnerstadt Rothenburg für sich entdeckt hat, während Alexandra Klemeschowa zum ersten Mal hier zu Gast ist. Beim Empfang auch dabei Tatjana Maier als eine der Gastgeberinnen, selbst Studierende am Institut, die dort ihre „vergessene Muttersprache“ – mit fünf Jahren kam sie als Spätaussiedlerin aus Kasachstan – systematisch erlernen will und, laut Heinz Römermann, für den Wladimir-Austausch „regelrecht prädestiniert“ erscheint. Um auch außerhalb des Unterrichts das Sprechen zu üben, gibt es übrigens im Club International der Volkshochschule, Friedrichstraße 17, schon am 14. März ab 19.45 Uhr mit dem Russisch-Deutschen Treffen die nächste Gelegenheit. Bestimmt eine Möglichkeit, auch die vier Besucherinnen aus Wladimir näher kennenzulernen.

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