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Posts Tagged ‘Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde’


Vom 10. bis 29. September war wieder eine vierköpfige Gruppe des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde zum Studentenaustausch an der Universität Wladimir zu Gast. Hier nun der Reisebericht.

Das Studentenleben in Wladimir war für uns alle eine der besten Erfahrungen im Leben. Es waren so viele neue Eindrücke und Ansichten, daß wir in der ersten Woche gar nicht aus dem Staunen herauskamen. Übrigens hatten wir in den ersten zwei Wochen großes Glück mit dem Wetter – Altweibersommer.

Am ersten Tag an der Universität in Wladimir, ВлГУ, wurden wir sehr herzlich in der Mensa von den für uns verantwortlichen und anderen Studenten begrüßt. Es gab Tee und Kuchen in der Kennenlernrunde. Anschließend erhielten wir einen Plan für die nächsten drei Wochen, welcher ein volles Programm bot. Jeden Tag nach den Doppelstunden fand ein Ausflug statt. Wir waren in Kunst- und Geschichtsmuseen, in der Philharmonie, im Kino, im Planetarium und im botanischen Garten von Wladimir. Unsere Dozentin für Russisch war eine so liebreizende und positive Person, wir haben sie direkt ins Herz geschlossen.

Die gemischte Studentengruppe mit Marina Gajlit im Goldenen Tor

Die Sitten und Mentalität der russischen Bevölkerung unterscheiden sich sehr von der deutschen. Die typischen Klischees sind nicht wirklich zutreffend. Alkohol ist strikt verboten und kann auch nicht überall zu jeder Zeit gekauft werden. Zigaretten sind für uns umgerechnet natürlich sehr günstig, aber sie sind in allen Geschäften unter Verschluß und nicht öffentlich sichtbar, wie wir es in Deutschland kennen. Die Öffnungszeiten sind ungewohnt aber auf jeden Fall sehr bequem und praktisch. Auf echte Bären sind wir auch nicht getroffen.

Wladimir ist eine süße kleine Stadt – ähnlich wie Nürnberg. Ehrlich gesagt kam es mir persönlich so vor, als hätten wir eine Zeitreise in die Sowjetunion gemacht, denn außerhalb der Großstädte ist alles beim alten geblieben.

Gemischte Studentengruppe vor der Demetrius-Kathedrale

Wir waren auch in Susdal und Bogoljubowo, beide sehr gläubige Städtchen. Am zweiten Wochenende ging es nach Moskau, in die Stadt, die niemals schläft. Es war traumhaft ebenso wie das Wetter. In der letzten Woche wurde es dann deutlich kälter und herbstlicher. Die Stimmung war auch etwas bedrückt denn wir begriffen, daß die Zeit einfach zu schnell vergangen war. Dennoch haben wir das Beste daraus gemacht und waren nochmals in einigen Restaurants, Bars und im Klub.

Im großen und ganzen war der Aufenthalt bei den Gastfamilien und an der Uni wirklich interessant. Wir haben viel dazugelernt und wollen so bald als möglich wieder nach Rußland!

Tatjana Maier

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Erst im August hatte Dmitrij Makejew seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert, nun ist er gestern verstorben. Einen sanften Mann verliert Wladimir, einen klugen Mittler des Ausgleichs, einen bedachten Historiker, der aus der Geschichte gelernt hatte, wie wichtig Versöhnung und Austausch zwischen den Völkern sind. In der Region Moskau geboren, kam der Wissenschaftler 1977 nach Wladimir, um zunächst als Dozent am Pädagogischen Institut zu lehren, wo er sich rasch zum Prorektor emporarbeitete, bevor er 1988 die Leitung der Hochschule – 1993 zur Staatlichen Pädagogischen Universität erhoben und 2011 mit der Polytechnischen Universität zur Wladimirer Staatlichen Universität verschmolzen – bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 übernahm.

Altrektor Dmitrij Makejew, Florian Janik und Ansor Saralidze, Rektor der Universität Wladimir, Herbst 2014

In all diesen Jahren spielte Dmitrij Makejew eine herausragende Rolle in der Geschichte der Städtepartnerschaft: Als regionaler Vorsitzender des Verbands der Völkerverständigung handelte er in einer Nachtsitzung im Hotel Kljasma mit Rudolf Schwarzenbach, dem großen Mentor dieser Kontakte, die Formulierungen für die Charta der Städtepartnerschaft aus, 1985 begann unter seiner Ägide der Austausch mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, und ebenfalls in diese Zeit fiel der Anfang seiner Freundschaft mit Klaus Wrobel, dem Direktor der Erlanger Volkshochschule, die er auch selbst immer wieder zu Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen besuchte. Überhaupt war er der große Kommunikator, erklärte hier wie dort auf Podien und in Seminaren die gesellschaftlichen wie politischen Unterschiede und scheute auch vor der Herausforderung nicht zurück, 1997 mit dem Erlanger Kollegen, Michael Stürmer, russische Sorgen und Befürchtungen angesichts der Nato-Osterweiterung zu diskutieren. Dabei behielt er stets die Verdienste von Mitstreitern in der Sache der Verständigung im Blick und verlieh dem Begründer der Städtepartnerschaft und damaligen Oberbürgermeister Erlangens, Dietmar Hahlweg, 1995 die Ehrendoktorwürde; zwei Jahre später ging die Auszeichnung an Klaus Wrobel.

Wir trauern um Dmitrij Makejew

Es ist still in den letzten Jahren um den ohnehin eher in sich gekehrten Gelehrten geworden, Alter und Gesundheit forderten ihren Tribut. Aber seine besonnene Stimme bleibt hörbar als jene, die ganz zu Anfang des wissenschaftlichen Austausches zwischen Wladimir und Erlangen so vornehm-vernehmlich erklang und bis heute alle Begegnungen durchdringt, in ihnen allen schwingt. So schwer der Verlust, so traurig die Melodie der Threnodie, so beglückend das Vermächtnis: Wenn am Dienstag der Patriarch der Partnerschaft zu Grabe getragen wird, steht – welch eine Fügung des Schicksals! – in der Trauergemeinde auch eine vierköpfige Studentengruppe des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde am Sarg. Ein Abschied, der verpflichtet.

Mehr zu den Leistungen des Verstorbenen hier: https://is.gd/v3BEku

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Es gehört zu den schönen Gepflogenheiten von Lehranstalten, Jahresberichte herauszugeben. So ist soeben die Chronik 2016/2017 des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde erschienen, das zusammen mit der Volkshochschule zu den Erlanger Bildungseinrichtungen mit der längsten und intensivsten Wladimir-Austauschpraxis gehört. Folgerichtig findet sich in der achtundachtzigseitigen Publikation auch nachstehender Bericht der vier Studentinnen, die im März für drei Wochen Erlangen erlebten:

Wir haben auf diese Reise ungeduldig gewartet, weil es für drei von uns vier die erste Bekanntschaft mit Deutschland war. Als wir zum Bordfenster hinaus auf die bayerischen Landschaften schauten, verliebten wir uns in die Natur Deutschlands. In Erlangen fuhren wir zuerst zum Institut, wo wir Heinz Römermann kennenlernten und von ihm einen Stundenplan bekamen (und sogar gleich die erste Hausaufgabe). Danach wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt. Das erste, was uns auffiel, war die Gastfreundlichkeit nicht nur unserer Gastfamilien, sondern auch die aller Menschen in Deutschland. Am nächsten Tag begann für uns der Schulalltag. Nach dem Unterricht hatten wir die Möglichkeit, durch die schöne und gemütliche Stadt Erlangen zu bummeln. Am Mittwoch wurden wir ins Rathaus eingeladen, wo man uns damit beehrte, die Bürgermeisterin kennenzulernen, welche uns freundlich empfing. Es war der 8. März, also der Weltfrauentag, und jede von uns bekam eine Blume, was wir nicht erwartet hatten, aber als sehr nett und aufmerksam empfanden.

Daniel Gossel, Alexandra Klemeschowa, Darja Lukjanowa, Marina Aljokina, Jelena Jewdokimowa, Tatjana Maier, Elisabeth Preuß und Heinz Römermann

In den nächsten drei Wochen besuchten wir viele fränkische Städte wie Bamberg, Rothenburg, Nürnberg und Forchheim. Am besten gefielen uns Bamberg und Rothenburg, weil wir uns in das Mittelalter versetzen konnten: keine Fabriken, keine mehrstöckigen Gebäude, nur Kirchen, Türme und natürlich das wunderschöne Panorama der Städte.

Wir hatten Glück, zwei Tage in der Hauptstadt zu verbringen. Trotz des Regenwetters konnten wir unseren Traum verwirklichen, Bilder vor dem Reichstag und dem Brandenburger Tor zu machen. Wir waren auch von der deutschen Küche begeistert. Sowohl in den Gastfamilien als auch in den Restaurants probierten wir verschiedene deutsche Spezialitäten aus wie z.B. Weißwürste mit Brezel, Schupfnudeln, Bratwürste mit Kartoffelsalat, Jägerschnitzel, Knödel und viele andere gute Speisen.

Abgesehen von den Ausflügen lernten wir natürlich auch. Unsere Bekanntschaft mit Erlangen begann ja mit dem Besuch des Instituts, wo wir die meiste Zeit verbrachten. Als wir unseren Stundenplan bekamen, verstanden wir, wie viel anspruchsvolle Arbeit auf uns wartete. Wir hatten jeden Tag Unterricht, und jede Stunde, die uns angeboten wurde, war sehr interessant. An unserem ersten Unterrichtstag lernten wir gleich einige Lehrer und Studenten kennen. Die erste Stunde war Landeskunde BRD bei Michael Süß. In diesen Stunden erfuhren wir einiges über das politische System der BRD und ihr Wahlsystem. Natürlich war uns vieles schon bekannt, aber trotzdem war alles sehr lehrreich. Die erste Stunde kam uns sehr kurz vor, weil wir in Wladimir nicht eine Stunde (45 Min.) haben, sondern immer Doppelstunden. Es war so ungewohnt, wenn jede Stunde so schnell zu Ende ging und wir uns zur nächsten Stunde zu beeilen hatten, damit wir nicht zu spät sind, denn es waren nur fünf Minuten Pause dazwischen! Bei uns sind immer 20 Minuten Pause dazwischen.

Birgit Tordinava, Oxana Löscher, Roland Kleiber, Heinz Römermann (stehend), Swetlana Steinbusch und Oxana Kirej (sitzend)

Besonders gut gefiel uns die Methodik des Übersetzens, weil wir an unserer Universität kein solches Lehrfach haben. Oxana Kirej zeigte uns die falschen Freunde des Übersetzens und wie man diese richtig übersetzt. Mit Swetlana Steinbusch übten wir, verschiedene Texte aus dem Deutschen ins Russische korrekt zu übersetzen und mit Heinz Römermann aus dem Russischen ins Deutsche. In der Methodik des Übersetzens von Birgit Tordinava lernten wir verschiedene Möglichkeiten, wie man richtig aus dem Russischen ins Deutsche (z.B. lange Genitivketten oder die Mengenangaben) übersetzen sollte.

Wir wunderten uns nicht nur über die große Auswahl an verschiedenen Übersetzungsthemen, sondern auch über die Außen- und Innenansicht der Institutsgebäude. Als wir diese zum ersten Mal sahen, hätten wir nicht gedacht, es handele sich hier um ein Institut, weil diese Gebäude den anderen bewohnten Häusern in der Umgebung sehr ähnlich sind. Die meisten Universitätsgebäude bei uns sind mehrstöckige Bauten, die sehr offiziell aussehen.

Es war für uns eine unvergeßliche Reise nach Deutschland, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Und natürlich hoffen wir, irgendwann wieder nach Erlangen zu kommen.

Marina Alekina, Jelena Jewdokimowa, Alexandra Klemeschowa und Daria Lukianowa

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Bei dem Empfang am Mittwoch für die Studentinnen aus Wladimir kam die Rede natürlich auch auf die auf Schritt und Tritt erlebbare Weltoffenheit Erlangens. Dieses kosmopolitische Flair versprühte die Hugenottenstadt besonders im Endspurt des diesjährigen Karnevals.

Kristina Kapsjonkowa, rechts im blauen Kostüm

Am überregional berühmten Brucker Faschingsumzug war das augenscheinlich! Bei strahlendem Sonnenschein und zweistelligen Plustemperaturen jubelten über sechzigtausend Gäste aus nah und fern den festlich geschmückten Wagen und Masken zu.

Gondoliere Manfred Kirscher

Besonderen Applaus erhielten die Gondel und die wunderschönen Masken des „Italienisch-Deutschen Vereins“ in dem auch eine Studentin aus Wladimir – als noble Venezianerin kostümiert – zu bestaunen war.

Kristina Kapsjonkowa

Kristina Kapsjonkowa war auch am rauschenden Rosenmontagsball im Erlanger E-Werk und beim Kehraus in der Ladeshalle nicht zu übersehen, hier als Teufelin an der Seite ihres Beschützers, Manfred Kirscher (Ehrenbürger der mit Erlangen befreundeten Stadt Cumiana in Italien), der als Gondoliere verkleidet war.

Kristina Kapsjonkowa und Manfred Kirscher

Die Studentin aus der Partnerstadt macht derzeit am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde eine Ausbildung. Ihre wahre Universität ist aber, frei nach Maxim Gorkij, der so gar nicht eintönige Alltag in Erlangen, von dem wir hoffentlich bald mehr erfahren.

Bilder: Giuseppe Andolina, Bericht: Manfred Kirscher

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Der Austausch mit Wladimir nimmt erst allmählich und etwas ruckelnd Fahrt auf. Während es im Vorjahr etwa einhundert Begegnungen zwischen den Partnerstädten gab, kamen heuer bisher fast mehr Absagen als Treffen zustande. So wurde etwa der Besuch des Wladimirer Mädchenchors am Christian-Ernst-Gymnasium wegen eines Wechsels in der Leitung auf November verschoben; eine Domra-Virtuosin, für den März angekündigt, sucht nach einem neuen Termin, weil ihre Begleitung erkrankt ist; für eine Hallenfußballmannschaft passen die angebotenen Tage nicht. Auch beim gestrigen Empfang – nicht von ungefähr am Internationalen Frauentag – für die Studentinnengruppe mit Bürgermeisterin Elisabeth Preuß fehlte eine Teilnehmerin am Austausch mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde – aus familiären Gründen, wie dessen Leiter, Professor Daniel Gossel, und Heinz Römermann, zuständig für den Fachbereich Russisch, erklärten. Aber immerhin sind nun vier angehende Germanistinnen mit – wie gewohnt im nun schon drei Jahrzehnte währenden Austausch mit der Universität Wladimir – ausgezeichneten Sprachkenntnissen für drei Wochen in Erlangen, um nach Stundenplan ein umfangreiches Lernpensum – mit Hausaufgaben! – abzuarbeiten: von der Stehgreifübersetzung über die Landeskunde, Schreib- und Sprechfertigkeit bis zur Idiomatik und Handelskorrespondenz. Zeit für Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung bleibt da fast nur am Wochenende.

Daniel Gossel, Alexandra Klemeschowa, Darja Lukjanowa, Marina Aljokina, Jelena Jewdokimowa, Tatjana Maier, Elisabeth Preuß und Heinz Römermann

Auch wenn alle vier ihr Studium noch in diesem oder im nächsten Jahr abschließen, wissen sie noch nicht so recht, wie ihre berufliche Perspektive aussehen könnte. Nur eines ist klar: Sie wollen etwas mit Deutsch machen, mit der Sprache, die sie alle verbindet, die ihnen am besten gefällt. Dabei haben sie ganz unterschiedliche Voraussetzungen. Für Marina Aljokina aus Susdal ist es schon die fünfte Reise nach Deutschland, das sie – einschließlich Erlangen – auf dem „Umweg“ über die Partnerstadt Rothenburg für sich entdeckt hat, während Alexandra Klemeschowa zum ersten Mal hier zu Gast ist. Beim Empfang auch dabei Tatjana Maier als eine der Gastgeberinnen, selbst Studierende am Institut, die dort ihre „vergessene Muttersprache“ – mit fünf Jahren kam sie als Spätaussiedlerin aus Kasachstan – systematisch erlernen will und, laut Heinz Römermann, für den Wladimir-Austausch „regelrecht prädestiniert“ erscheint. Um auch außerhalb des Unterrichts das Sprechen zu üben, gibt es übrigens im Club International der Volkshochschule, Friedrichstraße 17, schon am 14. März ab 19.45 Uhr mit dem Russisch-Deutschen Treffen die nächste Gelegenheit. Bestimmt eine Möglichkeit, auch die vier Besucherinnen aus Wladimir näher kennenzulernen.

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Iwan Lawrentjew ist mit seinen 20 Jahren zu jung, um sich an das Fränkische Fest im Stadtpark von Wladimir anno 1993 zu erinnern, als die Privatbrauerei Kitzmann 10.000 Liter Freibier ausschenkte, aber der Geist dieser völkerverbindenden Freundschaftsfeier wirkt wohl noch immer nach, so der Eindruck, wenn man dem Lehramtsstudenten für Deutsch und Englisch so zuhört. Was genau den Impuls gab, Fremdsprachen zu studieren, vermag er selbst nicht genau zu sagen, dafür ist ihm aber anzuhören, mit welcher Begeisterung er bei der Sache ist – und wie erfolgreich. Seine erstaunliche Beherrschung des Deutschen nach nur drei Jahren an der Universität – ohne Vorkenntnisse aus der Schule – schreibt er selbst seiner Dozentin, Marina Gedina, zu. So gerechtfertigt das sein mag, aber ein gewisses Maß an Eigenleistung erbringt er selbst sicher auch.

Iwan Lawrentjew

Iwan Lawrentjew

Überhaupt trifft das wohl einen Wesenszug des jungen Russen. Denn auch seine Reise nach Jena mit dem Euroklub ermöglichte er dank Eigenleistung. Der Jugendverband fordert nämlich von den Teilnahmekandidaten ehrenamtlichen Einsatz, und den erbrachte Iwan Lawrentjew in Form von Betreuung von deutschsprachigen Gästen, hauptsächlich aus Jena. Und den Vorsitzenden des Jenaer Jugendparlaments hatte er sogar schon als Kost-und-Logis-Gast bei sich zu Hause. Dieses Mal freilich fehlt im Austauschprogramm mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, das nach drei Wochen am Freitag schon wieder endet, ein Ausflug nach Thüringen. Aber das kann ja noch werden, denn der Student wird sicher bald – vielleicht schon im Herbst – zu einem längeren Studienaufenthalt zurückkehren als einer, der vielen, vor allem jungen Leute, die schon mit der nun achtjährigen Dreieckspartnerschaft Erlangen – Wladimir – Jena aufgewachsen sind. Und in jenem Geist der Völkerverbindung und Eigenleistung, der auch den Projekten von Jürgen Ganzmann zugrundeliegt, wo eine Hospitation bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf oder in der WAB Kosbach nur möglich ist, wenn vorher ehrenamtlich in einer sozialen Einrichtung gearbeitet wurde. Es muß etwas dran sein, an der Methode, wenn sie in verschiedenen Organisationen unabhängig voneinander im Geist der Partnerschaft entstanden ist. Mehr davon in Zukunft!

Siehe auch: http://is.gd/7BKRmp und http://is.gd/wrBfw2

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Da muß man schon lange suchen in der großen, weiten Welt der Erlanger Städtepartnerschaften – und das auch noch ohne rechte Aussicht auf Erfolg -, wenn man ein Austauschprogramm finden will, das, wie die Kooperation zwischen dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) mit der Staatlichen Wladimirer Universität, auf eine 28jährige Tradition zurückblicken kann. Seit 1988 kommen Jahr für Jahr zwischen drei und fünf Lehramtskandidaten für Deutsch und eine weitere Fremdsprache aus der Partnerstadt, zumeist im dritten Studienjahr, immer vor Ostern für drei Wochen nach Erlangen, um hier den Unterricht zu besuchen (mit Prüfung und Zertifikat am Ende des Aufenthalts) sowie dank Familienunterbringung Land und Leute kennenzulernen. Im Herbst dann der Gegenbesuch aus Erlangen. Klingt so einfach, bedarf aber für Programm und Unterbringung eines Organisators wie Heinz Römermann, Fachbereichsleiter für Russisch, und eines Mentors wie Daniel Gossel, Direktor des IFA, auch wenn beide gegenüber Bürgermeisterin Elisabeth Preuß beim gestrigen Empfang im Rathaus betonen, die jungen Leute seien selbst schon zum treibenden Moment des Austausches geworden.

Alexandra Malyschewa, Stanislawa Winnikowa, Iwan Lawrentjew, Heinz Römermann, Daniel Gossel und Elisabeth Preuß

Alexandra Malyschewa, Stanislawa Winnikowa, Iwan Lawrentjew, Heinz Römermann, Daniel Gossel und Elisabeth Preuß

Es nutzt sich auch durch stete Wiederholung nicht ab: Gerade dieses Programm ist, um einen Begriff aus der Wirtschaftswelt zu verwenden, systemrelevant für die Städtepartnerschaft. Nach ihren Begegnungen hier und dort tauchen nämlich so gut wie alle jungen Leute in der einen oder anderen Rolle im Wechselspiel des Austausches wieder auf, bereichern als sprachliche Brückenbauer die Volksdiplomatie, entwickeln eigene, oft auch wirtschaftliche Initiativen. Nur ganz selten allerdings in dem Bereich, für den sie eigentlich ausgebildet werden, denn der Lehrberuf ist für die allermeisten Absolventen russischer Universitäten nicht attraktiv genug. Man fühlt sich beim Zuhören an die „Lehrer-Komödie“ von Christian Morgenstern erinnert, wo es heißt: „Die Armut der Lehrer, während die Staaten Unsummen für die Wehrmacht hinauswerfen. Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, daß sie sich Kriege für 60 Milliarden Mark leisten müssen.“ Aber gleich wie und wo – Stanislawa Winnikowa, Alexandra Malyschewa und Iwan Lawrentjew, die Ende nächster Woche wieder die Heimreise antreten, werden, auch wenn sie nicht die Schullaufbahn wählen sollten, dabei helfen, die Verständigung zwischen Deutschen und Russen zu vertiefen. Und das ist fürwahr viel wert in diesen Zeiten.

P.S.: Iwan Lawrentjew hat dank dem Euroklub Wladimir bereits Erfahrung im Austausch mit Jena gesammelt. Davon demnächst mehr in Ihrem Blog.

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