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Posts Tagged ‘Impvlse’


Gestern hatte der Roadmovie der Newcomer-Band Impvlse, die im Oktober vergangenen Jahres zusammen mit Meloco eine Drei-Städte-Tour durch die Region Wladimir machte, seine Internetpremiere. Mit einem Soundtrack, der vielleicht nicht jedermanns Geschmack entspricht, aber zur hellen Freude der Musikredaktion des Blogs: richtig harte Riffs, schnelle Schnitte, eine originielle Mischung aus schräger Landeskunde und all den Gigs in trauter-lauter Runde – zu erleben in einer guten halben Stunde, die mit einer feucht-fröhlichen Geburtstagsfeier im Tourbus, gewürzt mit einem unübersetzbar deftigen russischen Fluch sowie dem Versprechen endet, so bald wie möglich, nach Rußland zurückzukehren.

Meloco und Impvlse mit Schamil Chabibullin in Wladimir, Oktober 2019

Aber was bleibt da viel zu sagen und zu schreiben?! Film ab, die Boxen aufgedreht und Let there be rock https://is.gd/nicTQ2 mit angelegten Ohren – und ab auf die andere Seite von Europa, nach Wladimir!

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Aus dem virtuellen Nirgendwo zwischen dem Absender, der Band Impvlse, und dem Empfänger, der Kulturredaktion des Blogs, tauchte erst gestern ein Tourbericht der Extraklasse auf, dessen Lektüre man sich angelegen lassen sein sollte. Das rockt richtig auch mit Worten!

Am 17. November 2018 standen wir auf der Hauptbühne im E-Werk und konnten unser Glück kaum fassen. „Der diesjährige Publikumspreis geht an – IMPVLSE!“ Dieser Satz löste in uns eine Achterbahn der Gefühle aus. Zwischen Traum und Wirklichkeit fielen wir uns in die Arme und anschließend in die unserer Liebsten. Der Publikumspreis. Eine Reise nach Wladimir, Rußland. Und damit eine Reise in ein Abenteuer.

Aber der Reihe nach: Wir sind IMPVLSE, eine Progressive Metalcore Band aus dem Großraum Nürnberg, gegründet 2017 und inzwischen schon halbwegs routiniert darin, Shows in der Region zu spielen. Im Jahre 2018 faßten wir schließlich den Entschluß, am Newcomer-Festival der Stadt Erlangen teilzunehmen. In der ersten Runde für das Finale qualifiziert, waren wir natürlich bereits total happy, wollten aber auch im Finale nochmal unser Bestes geben. Nach einer unserer besten Shows standen wir dann schließlich da: Der Publikumspreis in unseren Händen und Endorphine in den Blutbahnen. Bereit für eine Reise nach Wladimir.

Impvlse und Meloco am Flughafen Domodjedowo in Moskau

Fast ein Jahr Wartezeit mit viel Organisationsarbeit und einer Menge Durcheinander war nötig, doch dann hoben wir gemeinsam mit der Band Meloco Richtung Osten ab. Meloco hatten den Publikumspreis des Newcomer Festivals vor fünf Jahren gewonnen und durften schon damals ihre Wladimir-Reise antreten. Da sie seitdem den Kontakt zu ihren neuen russischen Freunden und Fans sowie zum Erlanger Kulturamt gehalten hatten, trugen sie die Frage an uns heran, ob es ok wäre, wenn sie sich uns für ein Wiedersehen mit allen russischen Beteiligten anschließen würden. Für uns war das kein Problem, und es sollte sich während der Reise immer wieder herausstellen, wie cool die Jungs von Meloco drauf waren und wie gut sie sich noch in Wladimir auskannten. Nun ging es also mit dem Flieger ab in Richtung Moskau. Kaum hatten wir russischen Boden unter den Füßen, wurden wir bereits herzlich von Andrej, dem Gitarristen der Band Abandoned Land, am Flughafen empfangen. Wir kannten ihn bereits flüchtig, da die Gruppe 2018 als russische Gastband nach den deutschen Finalisten beim Newcomer Festival spielen durfte. Für das ultimative „Tourgefühl“ hatte Andrej einen großen Transporter organisiert, mit dem er uns nach Wladimir bringen wollte, wo wir die nächsten Tage nächtigen würden. Während wir seinen Geschichten über Land und Leute lauschten, ging es durch russische Wälder auf holprigen Straßen raus aus dem actiongeladenen Verkehr der Hauptstadt und hinein in die beschauliche Welt von Wladimir.

Nachdem wir unsere Sachen im Hostel abgeladen hatten, war der erste Halt ein Pub, wo wir gemeinsam zu Abend aßen und die Unterhaltungen aus dem Bus vertieften. Anschließend ging es in die Bar Drugoj, in der wir am kommenden Tag unseren Gig spielen würden. Um sich darauf schon einmal einzustimmen, wurde bei ein-zwei Bierchen (oder Wodka) schon mal etwas auf der Akustikgitarre geklimpert. Bereits da bekamen wir eine leise Ahnung davon, mit wie viel Begeisterung die Russen der Musik nachgingen und mit wie viel mehr sie diese feierten. Am nächsten Tag führte uns der Weg erneut in Stadtzentrum, wo uns Ilja, seines Zeichens Frontmann der Band Metamorphis, durch Wladimir führte und uns allerhand Anekdoten über seine Heimat erzählte.

Impvlse und Meloco in Wladimir

Wladimir hat wirklich eine schöne Innenstadt mit prächtigen Kirchen und typisch russischen Fassaden, in der wir uns wie echte Touries fühlten und fleißig Bilder von uns und den Sehenswürdigkeiten machten. Zum Mittagessen suchten wir ein deutsches Restaurant auf, wo wir uns mit mäßig authentischen Spezialitäten verköstigen ließen. Danach zeigte uns Ilja noch das Tonstudio, das seine Bandkollegen und er sich aufgebaut hatten, und abends kehrten wir in die Bar vom Vortag zurück. Nachdem dort die lokale Band Bosphorus Night das Publikum schon einmal mit einer Runde energiegeladenem Glam Rock in Schwung gebracht hatte, betraten wir schließlich mit Schweißperlen auf der Stirn die Bühne. Der erste Gig fernab der Heimat. Wie würde wohl das Publikum auf uns reagieren? Würden sie unsere Musik mögen? Unseren Stil?

Impvlse auf der Bühne

Spätestens als nach den ersten Takten schon einige anfingen zu headbangen, waren diese Zweifel wie fortgeblasen. Die Anspannung fiel immer mehr von uns ab, und wir begannen, die neue Umgebung zu genießen. Nach jedem Song beteiligten sich immer mehr Leute im Publikum trotz des ungewöhnlichen Bar-Settings am Headbangen und Moshen, und als sie nach der Show dann auch noch in Scharen auf uns zukamen, um Selfies zu machen, Merch zu kaufen oder Autogramme zu holen, waren wir mehr als überrumpelt von so viel positivem Zuspruch und Akzeptanz. Der Hauch vom Rockstarfeeling des Tourlebens war perfekt. So also fühlte sich das an!

Impvlse auf der Bühne

Eine lange Nacht und viele interessante Gespräche später fuhren wir gemeinsam mit Andrej nach Murom, einer abgelegeneren Stadt, ca. 130 Kilometer südwestlich von Wladimir. Wir erhielten auch hier, wie am Tag zuvor in Wladimir, eine kleine Stadtführung von den netten Kollegen der anderen Bands und besuchten dann einen Musikstore, wo wir nach Herzenslust herumstöbern konnten. Anschließend kehrten wir zum Mittagessen ein und wärmten uns bei ein paar Suppen auf. Entgegen unserer Erwartungen war es überhaupt kein Problem, auch als Vegetarier nicht zu verhungern. Als Veganer hatte man zwar schlechtere Karten, aber man kann ja auch mal beide Augen zudrücken für ein paar Tage. Schließlich waren wir an diesem Mittag nicht das erste Mal beeindruckt von und dankbar für die russische Gastfreundschaft und die phänomenale Kochkunst. Maxim von der Band Ragged Jeans hatte seinen Lieblingswodka dabei und bestätigte ein Stückweit das russische Klischee, indem er bereits zu dieser Tageszeit munter die Schnapsgläser neben unseren Tellern füllte. Frohen Mutes ob der gefüllten Bäuche, besuchten wir anschließend die Location, in der wir an diesem Abend unseren zweiten Gig spielen sollten. Die Halle war deutlich größer und daher quasi nicht vergleichbar mit der Bar vom Vorabend. Dafür sollte dieser Abend mit insgesamt sechs Band allerdings auch randvoll gefüllt werden mit vielen verzerrten Gitarren, hingebungsvollem Gesang und gnadenlosen Drumbeats. Demzufolge gaben zuerst vier russische Locals ihre Shows zum besten und heizten der Menge bereits ab 18 Uhr ordentlich ein. Aufgrund des frühen Beginns dauerte es allerdings einige Stunden, bis das Publikum in vollem Ausmaß in den Club Empire fand – was strenggenommen eine Schande war, da alle vier heimischen Bands eine wirklich professionelle und vor allem mitreißende Show über die Bühne schmetterten. Mit der Zeit fanden aber zum Glück immer mehr Zuschauer den Weg nach drinnen und ließen sich nach Ragged Jeans, Metamorphis, Fatal Niivistrel und Abandoned Land auch von uns deutschen Bands die Horchlappen versohlen. Die größere Bühne gab diesmal deutlich mehr Bewegungsfreiheit, die wir natürlich gerne nutzten. Das Publikum war zwar nicht ganz so zahlreich wie am Vorabend, und wir hatten während der Show mit ein paar technischen Ausfällen zu kämpfen, aber wir hatten trotzdem unfaßbaren Spaß. Als wir auch in Murom unser Werk getan hatten und direkt nach der Show unser Equipment von der Bühne räumen wollten, wurde wir abermals von begeisterten Konzertgängern überrannt, die sich Unterschriften oder Selfies sichern wollten. Darüber hinaus konnten wir aber zum Glück – wie am Vortag – auch einige vertieftere Gespräche auf Englisch führen, in denen wir aus erster Hand erfahren durften, wie aufgeschlossen und wohlwollend sich das russische Volk uns Fremden mit unserer eigenwilligen Musik gegenüber zeigte. Entgegen der Empfehlung von Andrej, diese Nacht lieber etwas ruhiger angehen zu lassen, teilten wir uns nach der Rückfahrt in Kleingruppen für den Besuch diverser Bars in Wladimir auf und fanden uns erst um 2, 5 oder gar 7 Uhr morgens wieder am Hostel.

Impvlse und Meloco in Murom

Auch wenn am nächsten Tag mehr Zeit zum Ausschlafen eingeplant war, wurde also noch weniger geschlafen als zuvor. Entsprechend erschöpft begaben wir uns zur Mittagsstunde in unseren „Tourbus“ und machten uns auf den Weg zum letzten Gig in Kowrow. Nachdem wir das Ortsschild passiert hatten, wurde schnell klar: Diese Stadt war deutlich industrieller geprägt und ließ eine gepflegte, einladende Innenstadt leider vermissen. Unsere Gastgeber waren sich dessen offenbar durchaus bewußt, weshalb sie hier gar keine Stadtführung eingeplant hatten. Deswegen ging es direkt zur Location, dem Club Arsenal, wo wir, durch die Erlebnisse der vergangenen zwei Abende fast schon nostalgisch gestimmt, unser Equipment aus dem Transporter luden. Innen fanden wir eine Halle vor, die dem tristen Stadtbild draußen ein heimeliges Interieur entgegenzusetzen verstand. Die zentrale Bühne wurde umgeben von zwei Treppen, die zu Zuschauerrängen und zum Backstage-Bereich im Obergeschoß führten, einer Bar und einer Art Restaurant-Bereich mit Stühlen und Eßtischen, an denen wir uns auch sofort bewirten ließen. Während wir also gemeinsam unsere Pizza aus der clubeigenen Küche genossen, sorgten die Soundchecks der anderen Bands für eine etwas andere Art der Hintergrundmusik – so könnten wir gern jedes Mittagessen abhalten. Mit gefüllten Bäuchen waren schließlich auch wir an der Reihe und durften erfreut feststellen, daß der Mischer den Sound auf der Bühne so klar und definiert gebacken bekam, wie wir ihn schon lange nicht mehr genießen durften. Perfekte Rahmenbedingungen für eine perfekte Show also. Und die sollte es auch werden. Bevor wir aber unsere vorerst letzte internationale Show spielen konnten, traten wieder die vier russischen Bands auf die Bühne und durften sich diesmal von Anfang an über ein zahlreiches Publikum freuen. Zwischendurch hatten wir unter anderem im Backstage-Bereich genügend Zeit, uns mit den russischen Bandmitgliedern zu unterhalten und (mehrmals) auf die erfolgreichen Abende anzustoßen. Spätestens hierbei wurde uns bewußt, was für eine kleine Familie wir in der kurzen Zeit schon geworden sind. Man konnte sich quasi endlos miteinander unterhalten – nicht nur über Musik. Stand die Sprachbarriere hier manchen Bandmitgliedern im Wege, wurden ihre Kollegen auch am dritten Abend nicht müde, die nötige Dolmetscher-Arbeit zu leisten, damit sich jeder beteiligen konnte. Schon als die letzten Klänge unseres Intros verstummten und wir die ersten Noten spielten, schlugen uns die Energiewogen des Publikums entgegen, und wir spielten uns eifrig die Finger bzw. Stimmbänder wund. Die Technik blieb zuverlässig, der Sound genial und vor allem das Publikum schwer begeistert. „Gelungener Abschluß“ wäre eine Untertreibung für diesen Abend. Mit tiefster innerer Zufriedenheit begaben wir uns von der Bühne und zum Merch Stand, wo weitere tolle Gespräche und sogar eine Portion Pommes auf uns warteten, die uns ein Zuschauer ausgab. Wir ließen uns Zeit und verabschiedeten uns gebührlich von allen Beteiligten, die uns nicht mit nach Wladimir begleiten würden. Der Abend sollte aber noch lange nicht vorbei sein, denn Jason, unser Leadgitarrist, würde auf der Heimfahrt um 24 Uhr Geburtstag haben, was selbstverständlich gefeiert werden wollte. So wurden ein letztes Mal viele Bierchen und Wodkashots gekippt, und wir ließen es uns im voll besetzten Bus mit unseren russischen und deutschen Freunden gut gehen.

Meloco und Impvlse im Land des Russischen Bären

In Wladimir verabschiedeten wir uns von Ilja & Co, tauschten Handynummern aus und überreichten unsere kleinen Gastgeschenke sowie ein wenig Merch an alle, die uns in den letzten Tagen besonders unterstützt hatten. Auch im Hostel feierten wir weiter und ließen den Abend noch lange ausklingen. Am nächsten Morgen fühlten wir uns fast schon routiniert im Umgang mit der Müdigkeit, die aus den gestrigen Eskapaden resultierte. Andrej kam sogar noch einmal zum Hostel, um uns eine gute Reise zu wünschen, was den Abschied zwar nicht gerade erleichterte, aber versüßte. Nach der kurzen Wachphase, in der wir unsere Sachen sowie uns selbst in den Bus packten, folgten schläfrige vier Stunden, die sich deutlich kürzer als die Hinfahrt anfühlten. Am Moskauer Flughafen angekommen, brauchten wir erst einmal über eine Stunde für das Einchecken des Sondergepäcks, da das Personal gefühlt jeden Fehler bei der Etikettierung machte, den man sich vorstellen konnte. Daher wurde der Plan, noch schnell mit dem Zug ins Stadtzentrum zu fahren, um zumindest kurz den Roten Platz zu sehen, schnell wieder verworfen. Demnach verbrachten wir die nun ohnehin schon verkürzte Wartezeit damit, die kleinen Restaurants und Essensstände am Flughafen reich zu machen, indem wir die letzten verbleibenden Rubel gegen deren Dienstleistungen eintauschten. Im Flugzeug Richtung Heimat war die Stimmung weiterhin verschlafen – wie bereits dem ganzen Tag über. Durch das unfreiwillig komische Animationsvideo der Airline, das den Passgieren die Sicherheitshinweise näher bringen sollte, erreichte die Laune jedoch wieder ein kurzzeitiges Hoch. Darüber hinaus war der diesmal durchaus schmackhafte Flugzeugfraß der einzige Trost über die Realität, die sich langsam in unseren Köpfen breit machte: Unser Abenteuer war nun bereits vorbei. Schade eigentlich. Dennoch wäre es falsch zu behaupten, die überwiegende Emotion in diesen Momenten, die wir gute 10.000 Meter über dem Boden verbrachten, sei Ernüchterung gewesen. Natürlich wären wir gerne noch länger geblieben, aber alles, was wir durch diese Reise mitnehmen konnten, sollte die Frist unseres Aufenthalts weit überdauern. Die neu geknüpften Freundschaften und die gewonnenen Erinnerungen haben sich in unsere Köpfe und Herzen gebrannt und werden uns immer mit einem Lächeln an unsere Wladimir-Tour zurückdenken lassen.

Impvlse und Meloco vor ihrem Hostel in Wladimir

Unser tiefster Dank gilt daher allen, die dieses Abenteuer für uns möglich machten und/oder sogar selbst mit von der Partie waren. Das Amt für Soziokultur die Stadt Erlangen hat ganze Arbeit geleistet für die Organisation, ebenso wie die russischen Bandmitglieder, die dafür bestimmt nicht weniger Mühe und Zeit investiert haben. Alles hat reibungslos funktioniert, was es uns ermöglichte, uns voll und ganz auf das für uns neue Land, dessen Mentalität und vor allem auf dessen Menschen einzulassen. Was wir vorgefunden haben, war ein bodenständiges Völkchen, das interessiert, weltoffen und herzlich mit uns umging und sich wiederum unglaublich dankbar für das Interesse auf unserer Seite zeigte. Wir kommen gerne wieder nach Rußland und insbesondere Wladimir!

Impvlse

Und wer’s nicht glaubte, schlage hier nach: https://is.gd/KkF8Sg

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Nach fünf Jahren sehnsüchtigen Wartens hatten wir – Meloco – über das zweite Oktoberwochenende die Möglichkeit, erneut eine kleine Tour in Rußland zu spielen. Dieses Mal begleiteten wir die Band Impvlse, die letztes Jahr den Publikums-Förderpreis beim Newcomer-Festival in Erlangen gewonnen hatte. Unsere Tournee bestand aus drei Konzerten in Wladimir, Murom und Kowrow, bei denen wir jeweils von den russischen Bands Bosphorus Night, Fatal Выstrel, Metamorphis, Abandoned Land und Ragged Jeans begleitet wurden. Die genannten Gruppen hatten neben den Konzerten ein buntes Spektrum an Sightseeing-Aktionen für uns geplant, und so konnten wir neben Stadtführungen auch beispielsweise die örtlichen Music-Stores und Restaurants besuchen.

Meloco

Vom Transport über die Tagesplanung bis hin zu den Konzerten war alles perfekt und mit viel Liebe organisiert. Wir trafen hier Menschen, die mit unglaublich viel Zeit, Geld und vor allem mit viel Leidenschaft die Partnerschaft zwischen unseren Städten und Ländern pflegen. Durch die Liebe zur Musik und die gegenseitigen Wertschätzung sind viele dieser Menschen zu guten Freunden geworden. Zwar trennen uns zweitausend Kilometer, doch ist es durch die heutige Social-Media-Welt deutlich einfacher im regelmäßigen Kontakt zu bleiben.

Tom Weinhold und eine russische Rock-Muse

Wir haben erneut ein Land und dessen Menschen kennenlernen dürfen, die wir durch die Schönheit ihrer Städte, aber vor allem auch durch ihre grandiose Gastfreundschaft nie vergessen werden.

Tom Weinhold

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Die Band Impvlse setzte gestern auf Facebook einen Post in englischer Sprache ab, der hier in behutsam redaktierter deutscher Übertragung erscheint, weil eindrucksvoll zeigt, was da auf der Bühne und hinter den Kulissen des Rockbandaustausches zwischen Erlangen und Wladimir seit zehn Jahren wächst und gedeiht. Aber lesen Sie selbst:

Impvlse

Im November 2018 nahmen wir an der Endausscheidung des Newcomer-Festivals in Erlangen teil. Wir erinnern dieses Datum als einen unserer wohl außergewöhnlichsten Auftritte, denn es waren all unsere Fans, Freunde und Familien gekommen, um für uns zu stimmen, damit wir die Reise nach Wladimir gewinnen. Jetzt, fast ein Jahr später, haben Eure Stimmen die allerunglaublichste Sache möglich werden lassen, die wir je als Band vollbrachten.

Wir stehen noch immer ganz unter dem Eindruck des vergangenen Wochenendes und der unglaublichen Zeit, die wir in Rußland verbrachten. Es war ein Wochenende mit drei Shows in drei Städten und ungezählten neuen Freundschaften. Wir sind noch immer überwältigt von den Erinnerungen an all die großartigen Leute, die wir trafen, und von den unvergeßlichen Momenten, die wir erlebten.

Dieser Post ist als Dankeschön an die ungezählten hilfreichen Hände gedacht, an all die Organisatoren, die anderen Bands und an alle, die zu unseren Shows kamen und Spaß mit uns hatten. In erster Linie möchten wir Peter Steger und dem Team vom Amt für Soziokultur dafür danken, diese Reise möglich gemacht zu haben. Wir sind voll des höchsten Respekts für die Verbindung, die sie mit Erlangens Partnerstadt Wladimir aufgebaut haben, für ihr Werk, das für Bands aus beiden Städten die Türen zum Kontakt öffnet. Dann möchten wir unseren großartigen russischen Freunden danken, die uns das Gefühl gaben, als wären wir zu Hause bei ihnen, für die Organisation dieser unglaublichen Konzerte und für die Zeit, die sie sich nahmen, um uns ihre schönen Städte zu zeigen. Ganz besonders rufen wir unseren Dank unseren Freunden Andrej und Ilja zu. Wir bleiben Euch für immer verbunden für Euer gastfreundliches Wesen und die Freundschaft, die wir schlossen.

Wir sind auch dankbar, diese Erfahrung mit unseren neuen deutschen Freunden von Meloco geteilt zu haben. Es war ein ausgesprochenes Vergnügen, die Bühne mit Euch zu teilen, wir freuen uns schon darauf, das in nächster Zukunft wieder einmal zu tun. Und dann gilt unser Dank natürlich auch all den russischen Band, die während dieser Tour mit uns auftraten, darunter Bosphorus Night, Abandoned Land, Faтальный Выстрел, Metamorphis und Ragged Jeans! Wir sind stolz, mit diesen professionellen und talentierten Musikern auf einer Bühne gestanden zu sein und hoffen, Euch bald in Deutschland wiederzusehen!

Nicht vergessen möchten wir schließlich bei unserem Dank all die Leute in Wladimir, Murom und Kowrow, die zu unseren Konzerten kamen und uns dieses besondere Gefühl vermittelten, die jene Auftritte zu den besten machten, die wir je spielten, und für ihren endlosen Applaus. Wir werden Euch nie vergessen und wollen unser Möglichstes tun, um wiederzukommen und Euch noch einmal so richtig zu rocken!

Endless love, The IMPVLSE boys

Meloco, Impvlse und die russischen Freunde in Murom

Jetzt ist es aber auch Zeit, auf Ragged Jeans aus Murom hinzuweisen, eine Band, die schon im Namen darauf hinweist, warum richtig guter Rock fetzig sein sollte. Das Quartett fährt schweres Geschütz auf, gehört – wie bisher fast alle russischen Gruppen im Rahmen des Austausches – zu den Auslegern einer robusten Variante des Metal-Genres, die bisher noch immer den Geschmack des Erlanger Publikums traf. Ragged Jeans – bitte schon einmal vormerken! – treten am 14. November bei freiem Eintritt ab 19.00 Uhr in der Nürnberger Cult-Factory Luise, Scharrerstraße 15, im Rahmen der Reihe Open Space auf, bevor sie dann am 16. November als Gastband im Erlanger E-Werk gegen 23.00 Uhr das Newcomer-Festival im Gitarrengewitter enden lassen. Die vier Rock-Gentlemen geben sich sogar die Ehre, das Publikum persönlich einzuladen: https://is.gd/IdkWww

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Seit zehn Jahren tauschen sich nun schon die Rockbands aus Erlangen und Wladimir aus. Ein Erfolgsprojekt des Amtes für Soziokultur, eine echter Bonus für die Städtepartnerschaft.

Meloco und Impvlse mit Schamil Chabibullin, Mitorganisator der Tournee und selbst Rockmusiker, in Wladimir

In diesem Jahr nahmen erstmals zwei Ensembles aus Erlangen teil: wie üblich die Gewinnerband des vorjährigen Newcomer-Festivals, dieses Mal Impvlse, sowie Meloco, die bereits 2014 Wladimir so erfolgreich rockten, daß die fünf Jungs unbedingt noch einmal zurückkehren wollten.

Jetzt, am vergangenen Wochenende war es so weit. Und es wurde eine Tour durch die ganze Region Wladimir, gute tausend Kilometer lang mit den Transfers von und nach Moskau, mit Stationen in Murom, Kowrow und natürlich in der Partnerstadt.

Dem Blog fehlen Worte und Stimme, um die Atmosphäre wiederzugeben, zumal der Musikkorrespondent der Redaktion leider selbst nicht dabei sein konnte. Also lassen wir die Bilder sprechen – und freuen uns schon auf das nächste Newcomer-Festival im November, wenn Ragged Jeans aus Murom das E-Werk rocken wird.

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„Erst einmal werde ich spielen und dir später dann erklären, was es ist.“ So lautet ein berühmtes Zitat von Miles Davis. Nach diesem Motto begann vor zehn Jahren ein Austausch, von dem zunächst niemand erklären konnte, was – und ob überhaupt etwas! – daraus werden sollte. Im November 2009 donnerte mit No Trouble erstmals eine Rockband aus Wladimir beim Newcomer-Festival über die Clubbühne des E-Werks und legte damit den Grundstein für Projekt, das den Grammy der Städtepartnerschaft verdient hätte. „With a little help“ des Amtes für Soziokultur reist seit einer Dekade jene Gruppe, die beim Newcomer-Festival den Publikumspreis gewinnt, in die russische Partnerstadt, und von dort kommt im Gegenzug ein Ensemble, um das E-Werk zu rocken. Dieser Tage nun brechen gleich zwei Bands gen Osten auf: Meloco aus Wiederholungstäter, denen es schon 2014 in Wladimir so gut gefallen hatte, daß sie auf eigene Kosten nochmals dort auftreten wollten, und Impvlse, die Publikumslieblinge vom Vorjahr. Bemerkenswert: Auf der russischen Seite hat sich eine ganz eigene Rockinitiative gebildet, die sich um die Organisation und Finanzierung der Konzerte ihrer Erlanger Gäste kümmert. Mit welchem Aufwand und Drive zeigen allein schon die Plakate – und der Umstand, daß erstmals drei Auftritte in drei Städten der Region Wladimir stattfinden. Bisher waren das immer nur maximal zwei Gigs.
Den Auftakt macht das Konzert am 11. Oktober in der Wladimirer Mischanikolajew-Bar Drugoj unter der Überschrift „Partnerschaftsparty“, wobei das russische „Pobratim“ gewählt wird, ein Begriff, der noch aus der Sowjetzeit stammt und „verbrüdert“ bedeutet, weil die Stadt im Russischen weiblichen Geschlechts ist. Es handelt sich also um eine Verschwisterungsparty, zu der die Altersgruppe 16 plus „im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den Schwesterstädten Wladimir und Erlangen“ bei freiem Eintritt um 21.00 Uhr eingeladen ist.
Weiter geht es am 12. Oktober um 17.00 Uhr zum Eintrittspreis von 300 Rubeln ins Freizeitzentrum Imperia beim „Rockfest“ in Murom, auf dem weitere Bands der Region Wladimir auftreten, darunter Ragged Jeans, die im November nach Erlangen kommen.
Und am 13. Oktober zieht die Karawane weiter nach Kowrow, um dort – wieder gemeinsam mit Lokalmatadoren – gegen 17.00 Uhr den „Rock-Herbst“ auszurufen.
Wie groß die Vorfreude in Erlangen schon ist, zeigt die russische Flagge von Impvlse, gehißt auf der Facebook-Seite der Band. Viel Erfolg bei der Jubiläumstour! So darf auch der Rock in die Jahre kommen, zumal ja nach wie vor gilt: Forever young!

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Wer am Donnerstag Abandoned Land auf der Kellerbühne des E-Werks erlebt hatte, war vorgewarnt: Aus Wladimir kam zum neunten Mal in Folge eine Band, die zu hören und zu sehen ein Erlebnis ist. Aber auch unvorbereitet begriff das Publikum im vollen Clubsaal gestern zum Abschluß des 41. Newcomer Festivals vom ersten Song an: Die Russen spielen Metal so, als hätten sie diese harte Gangart der Rockmusik erfunden.

Und so brauchte denn Jewgenij Golowin zu Beginn des Auftritts seine Frage „Erlangen, can you hear me?“ nicht zu wiederholen. Dem Frontmann der Band aus der Partnerstadt schallte dröhnende Zustimmung entgegen. Und, das sei vorweggenommen, am viel zu frühen Ende forderte – und bekam – der tobende Saal „one more song!“.

Andrej Trubin, Jewgenij Golowin, Andreas Küchle und Anton Goldow

Der Besuch war freilich auch gut vorbereitet. Die Erlanger Band Repellent hatte sich nicht nur während ihrer Wladimir-Tournee im Oktober mit Abandoned Land angefreundet, man war auch übereingekommen, sich musikalisch auszuhelfen. Nachdem nämlich klar war, daß der Schlagzeuger Pjotr Ragusin nicht mit nach Deutschland würde reisen können, heuerte man Andreas Küchle an, der nur zwei Wochen Zeit bekam, die Stücke alleine zu proben.

Andrej Trubin war aber dann schon vor dem Auftritt voll des Lobs: „Unser Freund hat die Songs so gut drauf wie unsere eigener Mann, so gut, daß wir nur eine einzige Probe brauchten, bei der jeder Taktschlag stimmte.“ Wie das stimmte, war dann auch beim Konzert zu hören: Als gehörte Andreas Küchle tatsächlich zur Stammbesetzung des Quartetts.

Andreas Küchle

Und dann, ganz gegen Ende des Konzerts, nahm auch noch Jonas Hack die Stöcke in die Hand, der ganz spontan schon am Donnerstag die Lücke am Schlagzeug bravourös gefüllt hatte. So klingt Partnerschaft, das ist der Sound, aus dem die musikalische Freundschaft zwischen Erlangen und Wladimir gemacht ist.

Andrej Trubin und Anton Goldow

Überhaupt, liest man all die Berichte aus neun Jahren Austausch im Rahmen des Newcomer Festivals, gibt es keinen Zweifel: Diese Begegnungen gehören zum Wertvollsten der Städtepartnerschaft, bringen vor allem junge Menschen zusammen, die sich ansonsten nie getroffen hätten und die nun oft nicht nur musikalische Freundschaften fürs Leben schließen oder zumindest Erfahrungen machen können, die ihr Leben reicher machen.

Sänger und Gitarrist Jewgenij SLAYER Golowin nach dem Konzert

Als denn auch Stephan Beck, Leiter des Amtes für Soziokultur und von Beginn an guter Geist dieses Austausches, in Vertretung der erkrankten Bürgermeisterin, Susanne Lender-Cassens, verkündet, wer den begehrten Publikumspreis gewonnen hat – die Progressive Metalcore-Band Impvlse -, gratuliert Repellent: „Ihr werdet es nicht bereuen, nach Wladimir fahren zu können!“

Abandoned Land 21

Stephan Beck und Moderator Claudio Großner

Fahren zu können, das bleibe hier nicht unerwähnt, verdanken die Siegerbands dem Amt für Soziokultur, das diesen Austausch großzügig unterstützt, nicht nur finanziell, sondern mit großem Aufwand auch organisatorisch – mit Herzblut.

Stephan Beck, Abandoned Land und Impvlse

Aber auch die russische Seite genießt diesen Austausch. Gitarrist Andrej Trubin war schon bei der allerersten Band, No Trouble, 2009, in Erlangen und freut sich nun wie ein kleiner Junge, seine „deutsche Heimat“ wiederzusehen mit all dem Bekannten und Neuen.

Abandoned Land mit Andreas Küchle in der Mitte

Damals hatte der Leadgitarrist von den deutschen Freunden eine Platte geschenkt bekommen – „Back in the USSR“ -, noch in der UdSSR erschienen, die er jetzt zurückbringt. Eine lange Reise hin und zurück für die LP und hoffentlich ein gutes Omen für das weitere Hin und Her der Rockgruppen aus Erlangen und Wladimir.

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