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Posts Tagged ‘Impvlse’


Nach fünf Jahren sehnsüchtigen Wartens hatten wir – Meloco – über das zweite Oktoberwochenende die Möglichkeit, erneut eine kleine Tour in Rußland zu spielen. Dieses Mal begleiteten wir die Band Impvlse, die letztes Jahr den Publikums-Förderpreis beim Newcomer-Festival in Erlangen gewonnen hatte. Unsere Tournee bestand aus drei Konzerten in Wladimir, Murom und Kowrow, bei denen wir jeweils von den russischen Bands Bosphorus Night, Fatal Выstrel, Metamorphis, Abandoned Land und Ragged Jeans begleitet wurden. Die genannten Gruppen hatten neben den Konzerten ein buntes Spektrum an Sightseeing-Aktionen für uns geplant, und so konnten wir neben Stadtführungen auch beispielsweise die örtlichen Music-Stores und Restaurants besuchen.

Meloco

Vom Transport über die Tagesplanung bis hin zu den Konzerten war alles perfekt und mit viel Liebe organisiert. Wir trafen hier Menschen, die mit unglaublich viel Zeit, Geld und vor allem mit viel Leidenschaft die Partnerschaft zwischen unseren Städten und Ländern pflegen. Durch die Liebe zur Musik und die gegenseitigen Wertschätzung sind viele dieser Menschen zu guten Freunden geworden. Zwar trennen uns zweitausend Kilometer, doch ist es durch die heutige Social-Media-Welt deutlich einfacher im regelmäßigen Kontakt zu bleiben.

Tom Weinhold und eine russische Rock-Muse

Wir haben erneut ein Land und dessen Menschen kennenlernen dürfen, die wir durch die Schönheit ihrer Städte, aber vor allem auch durch ihre grandiose Gastfreundschaft nie vergessen werden.

Tom Weinhold

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Die Band Impvlse setzte gestern auf Facebook einen Post in englischer Sprache ab, der hier in behutsam redaktierter deutscher Übertragung erscheint, weil eindrucksvoll zeigt, was da auf der Bühne und hinter den Kulissen des Rockbandaustausches zwischen Erlangen und Wladimir seit zehn Jahren wächst und gedeiht. Aber lesen Sie selbst:

Impvlse

Im November 2018 nahmen wir an der Endausscheidung des Newcomer-Festivals in Erlangen teil. Wir erinnern dieses Datum als einen unserer wohl außergewöhnlichsten Auftritte, denn es waren all unsere Fans, Freunde und Familien gekommen, um für uns zu stimmen, damit wir die Reise nach Wladimir gewinnen. Jetzt, fast ein Jahr später, haben Eure Stimmen die allerunglaublichste Sache möglich werden lassen, die wir je als Band vollbrachten.

Wir stehen noch immer ganz unter dem Eindruck des vergangenen Wochenendes und der unglaublichen Zeit, die wir in Rußland verbrachten. Es war ein Wochenende mit drei Shows in drei Städten und ungezählten neuen Freundschaften. Wir sind noch immer überwältigt von den Erinnerungen an all die großartigen Leute, die wir trafen, und von den unvergeßlichen Momenten, die wir erlebten.

Dieser Post ist als Dankeschön an die ungezählten hilfreichen Hände gedacht, an all die Organisatoren, die anderen Bands und an alle, die zu unseren Shows kamen und Spaß mit uns hatten. In erster Linie möchten wir Peter Steger und dem Team vom Amt für Soziokultur dafür danken, diese Reise möglich gemacht zu haben. Wir sind voll des höchsten Respekts für die Verbindung, die sie mit Erlangens Partnerstadt Wladimir aufgebaut haben, für ihr Werk, das für Bands aus beiden Städten die Türen zum Kontakt öffnet. Dann möchten wir unseren großartigen russischen Freunden danken, die uns das Gefühl gaben, als wären wir zu Hause bei ihnen, für die Organisation dieser unglaublichen Konzerte und für die Zeit, die sie sich nahmen, um uns ihre schönen Städte zu zeigen. Ganz besonders rufen wir unseren Dank unseren Freunden Andrej und Ilja zu. Wir bleiben Euch für immer verbunden für Euer gastfreundliches Wesen und die Freundschaft, die wir schlossen.

Wir sind auch dankbar, diese Erfahrung mit unseren neuen deutschen Freunden von Meloco geteilt zu haben. Es war ein ausgesprochenes Vergnügen, die Bühne mit Euch zu teilen, wir freuen uns schon darauf, das in nächster Zukunft wieder einmal zu tun. Und dann gilt unser Dank natürlich auch all den russischen Band, die während dieser Tour mit uns auftraten, darunter Bosphorus Night, Abandoned Land, Faтальный Выстрел, Metamorphis und Ragged Jeans! Wir sind stolz, mit diesen professionellen und talentierten Musikern auf einer Bühne gestanden zu sein und hoffen, Euch bald in Deutschland wiederzusehen!

Nicht vergessen möchten wir schließlich bei unserem Dank all die Leute in Wladimir, Murom und Kowrow, die zu unseren Konzerten kamen und uns dieses besondere Gefühl vermittelten, die jene Auftritte zu den besten machten, die wir je spielten, und für ihren endlosen Applaus. Wir werden Euch nie vergessen und wollen unser Möglichstes tun, um wiederzukommen und Euch noch einmal so richtig zu rocken!

Endless love, The IMPVLSE boys

Meloco, Impvlse und die russischen Freunde in Murom

Jetzt ist es aber auch Zeit, auf Ragged Jeans aus Murom hinzuweisen, eine Band, die schon im Namen darauf hinweist, warum richtig guter Rock fetzig sein sollte. Das Quartett fährt schweres Geschütz auf, gehört – wie bisher fast alle russischen Gruppen im Rahmen des Austausches – zu den Auslegern einer robusten Variante des Metal-Genres, die bisher noch immer den Geschmack des Erlanger Publikums traf. Ragged Jeans – bitte schon einmal vormerken! – treten am 14. November bei freiem Eintritt ab 19.00 Uhr in der Nürnberger Cult-Factory Luise, Scharrerstraße 15, im Rahmen der Reihe Open Space auf, bevor sie dann am 16. November als Gastband im Erlanger E-Werk gegen 23.00 Uhr das Newcomer-Festival im Gitarrengewitter enden lassen. Die vier Rock-Gentlemen geben sich sogar die Ehre, das Publikum persönlich einzuladen: https://is.gd/IdkWww

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Seit zehn Jahren tauschen sich nun schon die Rockbands aus Erlangen und Wladimir aus. Ein Erfolgsprojekt des Amtes für Soziokultur, eine echter Bonus für die Städtepartnerschaft.

Meloco und Impvlse mit Schamil Chabibullin, Mitorganisator der Tournee und selbst Rockmusiker, in Wladimir

In diesem Jahr nahmen erstmals zwei Ensembles aus Erlangen teil: wie üblich die Gewinnerband des vorjährigen Newcomer-Festivals, dieses Mal Impvlse, sowie Meloco, die bereits 2014 Wladimir so erfolgreich rockten, daß die fünf Jungs unbedingt noch einmal zurückkehren wollten.

Jetzt, am vergangenen Wochenende war es so weit. Und es wurde eine Tour durch die ganze Region Wladimir, gute tausend Kilometer lang mit den Transfers von und nach Moskau, mit Stationen in Murom, Kowrow und natürlich in der Partnerstadt.

Dem Blog fehlen Worte und Stimme, um die Atmosphäre wiederzugeben, zumal der Musikkorrespondent der Redaktion leider selbst nicht dabei sein konnte. Also lassen wir die Bilder sprechen – und freuen uns schon auf das nächste Newcomer-Festival im November, wenn Ragged Jeans aus Murom das E-Werk rocken wird.

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„Erst einmal werde ich spielen und dir später dann erklären, was es ist.“ So lautet ein berühmtes Zitat von Miles Davis. Nach diesem Motto begann vor zehn Jahren ein Austausch, von dem zunächst niemand erklären konnte, was – und ob überhaupt etwas! – daraus werden sollte. Im November 2009 donnerte mit No Trouble erstmals eine Rockband aus Wladimir beim Newcomer-Festival über die Clubbühne des E-Werks und legte damit den Grundstein für Projekt, das den Grammy der Städtepartnerschaft verdient hätte. „With a little help“ des Amtes für Soziokultur reist seit einer Dekade jene Gruppe, die beim Newcomer-Festival den Publikumspreis gewinnt, in die russische Partnerstadt, und von dort kommt im Gegenzug ein Ensemble, um das E-Werk zu rocken. Dieser Tage nun brechen gleich zwei Bands gen Osten auf: Meloco aus Wiederholungstäter, denen es schon 2014 in Wladimir so gut gefallen hatte, daß sie auf eigene Kosten nochmals dort auftreten wollten, und Impvlse, die Publikumslieblinge vom Vorjahr. Bemerkenswert: Auf der russischen Seite hat sich eine ganz eigene Rockinitiative gebildet, die sich um die Organisation und Finanzierung der Konzerte ihrer Erlanger Gäste kümmert. Mit welchem Aufwand und Drive zeigen allein schon die Plakate – und der Umstand, daß erstmals drei Auftritte in drei Städten der Region Wladimir stattfinden. Bisher waren das immer nur maximal zwei Gigs.
Den Auftakt macht das Konzert am 11. Oktober in der Wladimirer Mischanikolajew-Bar Drugoj unter der Überschrift „Partnerschaftsparty“, wobei das russische „Pobratim“ gewählt wird, ein Begriff, der noch aus der Sowjetzeit stammt und „verbrüdert“ bedeutet, weil die Stadt im Russischen weiblichen Geschlechts ist. Es handelt sich also um eine Verschwisterungsparty, zu der die Altersgruppe 16 plus „im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den Schwesterstädten Wladimir und Erlangen“ bei freiem Eintritt um 21.00 Uhr eingeladen ist.
Weiter geht es am 12. Oktober um 17.00 Uhr zum Eintrittspreis von 300 Rubeln ins Freizeitzentrum Imperia beim „Rockfest“ in Murom, auf dem weitere Bands der Region Wladimir auftreten, darunter Ragged Jeans, die im November nach Erlangen kommen.
Und am 13. Oktober zieht die Karawane weiter nach Kowrow, um dort – wieder gemeinsam mit Lokalmatadoren – gegen 17.00 Uhr den „Rock-Herbst“ auszurufen.
Wie groß die Vorfreude in Erlangen schon ist, zeigt die russische Flagge von Impvlse, gehißt auf der Facebook-Seite der Band. Viel Erfolg bei der Jubiläumstour! So darf auch der Rock in die Jahre kommen, zumal ja nach wie vor gilt: Forever young!

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Wer am Donnerstag Abandoned Land auf der Kellerbühne des E-Werks erlebt hatte, war vorgewarnt: Aus Wladimir kam zum neunten Mal in Folge eine Band, die zu hören und zu sehen ein Erlebnis ist. Aber auch unvorbereitet begriff das Publikum im vollen Clubsaal gestern zum Abschluß des 41. Newcomer Festivals vom ersten Song an: Die Russen spielen Metal so, als hätten sie diese harte Gangart der Rockmusik erfunden.

Und so brauchte denn Jewgenij Golowin zu Beginn des Auftritts seine Frage „Erlangen, can you hear me?“ nicht zu wiederholen. Dem Frontmann der Band aus der Partnerstadt schallte dröhnende Zustimmung entgegen. Und, das sei vorweggenommen, am viel zu frühen Ende forderte – und bekam – der tobende Saal „one more song!“.

Andrej Trubin, Jewgenij Golowin, Andreas Küchle und Anton Goldow

Der Besuch war freilich auch gut vorbereitet. Die Erlanger Band Repellent hatte sich nicht nur während ihrer Wladimir-Tournee im Oktober mit Abandoned Land angefreundet, man war auch übereingekommen, sich musikalisch auszuhelfen. Nachdem nämlich klar war, daß der Schlagzeuger Pjotr Ragusin nicht mit nach Deutschland würde reisen können, heuerte man Andreas Küchle an, der nur zwei Wochen Zeit bekam, die Stücke alleine zu proben.

Andrej Trubin war aber dann schon vor dem Auftritt voll des Lobs: „Unser Freund hat die Songs so gut drauf wie unsere eigener Mann, so gut, daß wir nur eine einzige Probe brauchten, bei der jeder Taktschlag stimmte.“ Wie das stimmte, war dann auch beim Konzert zu hören: Als gehörte Andreas Küchle tatsächlich zur Stammbesetzung des Quartetts.

Andreas Küchle

Und dann, ganz gegen Ende des Konzerts, nahm auch noch Jonas Hack die Stöcke in die Hand, der ganz spontan schon am Donnerstag die Lücke am Schlagzeug bravourös gefüllt hatte. So klingt Partnerschaft, das ist der Sound, aus dem die musikalische Freundschaft zwischen Erlangen und Wladimir gemacht ist.

Andrej Trubin und Anton Goldow

Überhaupt, liest man all die Berichte aus neun Jahren Austausch im Rahmen des Newcomer Festivals, gibt es keinen Zweifel: Diese Begegnungen gehören zum Wertvollsten der Städtepartnerschaft, bringen vor allem junge Menschen zusammen, die sich ansonsten nie getroffen hätten und die nun oft nicht nur musikalische Freundschaften fürs Leben schließen oder zumindest Erfahrungen machen können, die ihr Leben reicher machen.

Sänger und Gitarrist Jewgenij SLAYER Golowin nach dem Konzert

Als denn auch Stephan Beck, Leiter des Amtes für Soziokultur und von Beginn an guter Geist dieses Austausches, in Vertretung der erkrankten Bürgermeisterin, Susanne Lender-Cassens, verkündet, wer den begehrten Publikumspreis gewonnen hat – die Progressive Metalcore-Band Impvlse -, gratuliert Repellent: „Ihr werdet es nicht bereuen, nach Wladimir fahren zu können!“

Abandoned Land 21

Stephan Beck und Moderator Claudio Großner

Fahren zu können, das bleibe hier nicht unerwähnt, verdanken die Siegerbands dem Amt für Soziokultur, das diesen Austausch großzügig unterstützt, nicht nur finanziell, sondern mit großem Aufwand auch organisatorisch – mit Herzblut.

Stephan Beck, Abandoned Land und Impvlse

Aber auch die russische Seite genießt diesen Austausch. Gitarrist Andrej Trubin war schon bei der allerersten Band, No Trouble, 2009, in Erlangen und freut sich nun wie ein kleiner Junge, seine „deutsche Heimat“ wiederzusehen mit all dem Bekannten und Neuen.

Abandoned Land mit Andreas Küchle in der Mitte

Damals hatte der Leadgitarrist von den deutschen Freunden eine Platte geschenkt bekommen – „Back in the USSR“ -, noch in der UdSSR erschienen, die er jetzt zurückbringt. Eine lange Reise hin und zurück für die LP und hoffentlich ein gutes Omen für das weitere Hin und Her der Rockgruppen aus Erlangen und Wladimir.

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