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Posts Tagged ‘Igor Tschernoglasow’


Heute feiert Igor Tschernoglasow seinen 60. Geburtstag. Grund genug für den Blog, dem Bildhauer aus Wladimir wieder einmal die Bühne zu überlassen und die Werke in Erinnerung zu bringen, die er als Gast seines Künstlerfreundes Dieter Erhard vor allem in Tennenlohe schuf.

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow, 2016 beim Symposium im Isaak-Lewitan-Zentrum

Seit 1992 lebt der in Taschkent geborene Meister in Wladimir, wo er gewissermaßen aus dem Stand eine führende Rolle einnahm, für einige Jahre den Vorsitz im Regionalen Künstlerverband innehatte und bald auch Verbindung zu Erlangen aufnahm.

„Dialog“, 2005

2005 hieb Igor Tschernoglasow seine erste Skulptur aus fränkischem Sandstein, den „Dialog“. Schon ein Jahr später folgte der „Engel“, und im August 2019 schließlich das jüngste Werk, das „Antlitz“.

„Engel“, 2006

Damit nicht genug: Es gibt viele Kleinplastiken und Entwürfe im Besitz von Erlanger Freunden, und natürlich finden sich die meisten Arbeiten aus dem Atelier des Künstlers in seiner Heimatstadt. Lassen Sie sich bei Ihrem nächsten Besuch dort einmal eine spezielle Führung zusammenstellen.

Sergej Tschernoglasow, Susanne Lender-Cassens, Igor Tschernoglasow und Kirill Wedernikow mit dem „Antlitz“, 2019

So gut der Bildhauer zu sprechen versteht, er läßt am liebsten seine Werke für sich sprechen. Und deren Sprache versteht ja auch jedermann. Wir belassen es deshalb dabei, dem Freund und Künstler weiter viel Schaffenskraft und noch lange Jahre der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Erlangen zu wünschen. Alles Gute zum Geburtstag, lieber Igor! Lang lebe die Kunst!

Helmut Zeitler mit der Skulptur „Behütet“, 2018

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… erhalten die Freundschaft. Gerade in Zeiten wie diesen, wo die physische Trennung – wie zwischen Erlangen und Wladimir – nun schon zehn lange Monate schmerzlich währt. Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, wenn das Päckchen mit den Neujahrswünschen, dem Schokoriegel und dem Stier aus dem Atelier von Igor Tschernoglasow erst am Montag, nach vier Wochen Reise mit der Schneckenpost, im Rathaus eintraf und gestern an die beiden Adressaten übergeben werden konnte.

Der Stier von Igor Tschernoglasow

Dieter Erhard, selbst Künstler und Gründer der Fiesta de Arte sowie Initiator der Kunstachse in Tennenlohe, nutzte die Gelegenheit, um mit dem Zusteller aus dem Partnerschaftsbüro die Skulptur „Das letzte Opfer“ von Jurij Iwatko buchstäblich zurechtzurücken. Das Stahlkonstrukt war nämlich auf seinem Betonsockel im Tennenloher Forst in einen leichte Schieflage geraten, die bei dem weichen Untergrund demnächst den Kippunkt hätte erreichen können. Nicht auszudenken!

Dieter Erhard und „Das letzte Opfer“ von Jurij Iwatko

Ein paar Holzblöcke und Ziegelsteine stabilisieren das Kunstwerk nun; aber weitere Beobachtung ist nötig, damit die weithin sichtbare Arbeit des Bildhauers aus Alexandrow in der Region Wladimir nicht zu Fall komme.

Dieter Erhard und der „Dialog“ von Igor Tschernoglasow

Fest wie ein Fels hingegen steht das Engelspaar „Dialog“ vor der evangelischen Kirche in Tennenlohe, geschaffen von Igor Tschernoglasow, wo – erst nach getaner Arbeit – Dieter Erhard nun endlich auch seine Geschenke erhält und sich buchstäblich wie ein Schneekönig darüber freut.

Helmut Zeitler vervollständigt seine Sammlung mit Arbeiten von Igor Tschernoglasow

Und noch jemand in Tennenlohe hat Grund zur Freude, Helmut Zeitler, der bereits drei Skulpturen von Igor Tschernoglasow besitzt und ebenso wie Dieter Erhard nun schon zwei Jahrzehnte lang eine Freundschaft mit dem Wladimirer Künstler pflegt. Da bleibt nur noch, herzlich zu danken und auszurufen: Hoch lebe die Kunst, lang lebe die Freundschaft!

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Heute begeht der Künstlerverband der Region Wladimir seinen 75. Jahrestag mit der Eröffnung einer großen Ausstellung. Die Verbindungen nach Erlangen reichen bis ins Jahr 1986 zurück, als im Rahmen der Kultur- und Sporttage in Wladimir die ersten Künstlerbegegnungen stattfanden.

Dmitrij Cholin bei der Begrüßung einer Gruppe des Kunstvereins Erlangen in Wladimir 2009

Seither finden immer wieder wechselweise Ausstellungen statt, wobei die letzte, im Mai d.J. zum 75. Jahrestag des Kriegsendes ins Internet verlegt wurde. Unmöglich, alle gemeinsamen Aktionen und Initiativen hier zusammenzustellen – allein schon die erste Ausstellung mit Graphikern aus Wladimir im Jahr 1991, angeregt und betreut vom Journalisten Axel Mölkner mit dem Kunstvereinsvorsitzenden Adam Stupp wäre einen eigenen Rückblick wert -, aber die nun folgenden Glückwünsche mögen einen Eindruck von Intensität und Vielfalt der Verbindungen geben.

Rudolf Schloßbauer und Natalia Britowa 2011 vor Arbeiten des 2010 verstorbenen Wladimirer Künstlers Kim Britow, der bereits 1987 erstmals in Erlangen ausgestellt hatte.

Zuvor aber auch noch ein Wort des Dankes an Jutta Brandis.

Jutta Brandis

Sie betreute über drei Jahrzehnte hinweg die Kunstkontakte seitens der Volkshochschule und feierte mit der von der Gruppe Andersartig mit Kirill Wedernikow gestalteten Ausstellung im Februar 2019 ihren Ausstand.

Irene Hetzler, Florian Janik, Kirill Wedernikow, Carolin Gugel und Hans-Peter Singer, 2019

Lieber Herr Cholin, liebe Künstlerinnern und Künstler,

zu Ihrem 75jährigen Jubiläum wünschen wir Ihnen im Namen des Kunstvereins Erlangen und der Gruppe Plus alles Gute, weiterhin viel Erfolg und eine gute Zukunft!

Auch wenn uns ein paar Steine in den Weg gelegt werden, so bleiben wir weiterhin in Kontakt und hoffen, eine Ausstellung und eine Begegnung nachholen können. Die Beziehungen zwischen unseren Vereinen bestehen ja schon viele Jahre, und wir freuen uns darauf, auch in Zukunft etwas gemeinsam zu gestalten.

Viele Grüße & alles Gute

Jutta Keller (1. Vorsitzende ) & Nils Naarmann (Sprecher Gruppe Plus)

Herzliche Grüße und Glückwünsche aus Erlangen-Tennenlohe!

Der „Kunstkreis Tennenlohe“ gratuliert dem Kunstverein der Region Wladimir sehr herzlich zum 75jährigen Jubiläum. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen, die jetzt genau halb so alt wie Ihr Verein ist, haben zahlreiche Künstler ihres Verbandes Tennenlohe besucht und bei uns Arbeiten geschaffen, die dazu beitragen, diese Partnerschaft fest in unserem Stadtteil zu verankern. Für diesen künstlerischen Beitrag sind wir sehr dankbar.

Sergej Tschernoglasow und Dieter Puschmann, 2019

Ihr Verein ist unmittelbar nach dem Ende des furchtbaren Krieges gegründet worden, der über unsere beiden Völker unendliches Leid gebracht hat. Wir sind glücklich über den Frieden, der seitdem zwischen unseren Völkern herrscht. Heute ist der enge Austausch von Künstlern aus Wladimir und Erlangen ein starkes Zeichen dafür, wie gut sich die Menschen in unseren Regionen verstehen.

Isabelle Brisset, Nuna Frei, Sergej und Igor Tschernoglasow sowie Kirill Wedernikow vor ihrem kollektiv geschaffenen Bild, 2019

Der Beitrag, den Mitglieder Ihres Vereins dazu leisten, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Dazu übermitteln wir nochmals unseren Dank und unsere Glückwünsche.

Dietrich Puschmann,Vorsitzender des Kunstkreises Tennenlohe

Liebe Wladimirer und Mitglieder des Kunstvereins der Region Wladimir,

es ist mir eine besondere Ehre, Ihnen, meine liebgewonnenen Freunden und Künstlerkollegen, zu Eurem 75. Jubiläum gratulieren zu dürfen.

Jelena Jermakowa vor dem Trafohäuschen in Tennenlohe, gestaltet von Sergej Jermolin und Anatolij Denissow

Ob Prof. Sergej Jermolin, Igor Tschernoglasow mit Sohn Sergej, Anatolij Denissow, Jurij Iwatko und Jelena Jermakowa, Kirill Wedernikow oder auch die Gruppe der werdenden Kunsterziehungslehrer, wir können schon auf einige erstaunliche partnerschaftliche Projekte zurückblicken. Igor Tschernoglasow haben wir sogar bis nach Guatemala entführt.

Rolf Schowalter, Dieter Erhard, Jelena Jermakowa und Jurij Iwatko, 2015

Beim Künstlertreffen im Lewitan-Haus, hat es mir besonders gut gefallen! Das ist und war und bleibt echt gelebte Partnerschaft.

Dieter Erhard und sein im Lewitan-Haus entstandener Stein „Run 2016“

Für Eure und unsere gemeinsame Zukunft wünschen wir, meine Frau Miriam und ich, Euch eine gute Zeit alles erdenklich Gute und ein Glas Wodka zu Eurem 75. Geburtstag. Bleibt gesund!

Dieter und Miriam Erhard aus Erlangen-Tennenlohe

Im Anhang grüßt Euch mein Aquqila Giganteus aus Tennenlohe!

Meine liebe Freunde, meine lieben Kollegen,

Zu Eurem 75. Jubiläum wünschen Euch die Erlanger Künstler und ich alles Gute, weiterhin mindestens noch 75 kreative Jahre und sicherlich noch viele-viele Treffen und gemeinsame Ausstellungen mit uns.

Christian Hamsea und Oleg Modorow im Lewitan-Haus 2014

Ich schätze mich zu den Glücklichen, die die Ehre hatten, solch talentierte, hingebungsvolle und großartige Künstler wie Euch kennenzulernen. Neben gemeinsamen Treffen und Ausstellungen kann ich heute behaupten, unter Euch richtige Freunde für’s Leben gefunden zu haben. Ich bin bis heute dankbar für die gegenseitige Inspiration und die intensiv gemeinsam erlebte Zeit. 

Henrike Franz im Gespräch mit Anatolij Denissow, 2014

Was mit einem kleinen Clash of Civilizations 2002 bei unserem ersten Treffen in Wladimir begann, entwickelte sich zu einer der schönsten Freundschaften aller Zeiten! Hier auch mein Dank an die, die es möglich machten. 

Wladimir Rusin, verstorben an COVID-19 am 16. Juli 2020

Mit Trauer erinnere ich mich auch an die schon Verstorbenen unter uns und versichere, sie in meinen Gedanken, Malereien und in meinem Herzen lebendig zu halten. Ich bin überzeugt davon und glaube fest daran, was unser lieber Wolodja Rusin sagte: „Wir Künstler sind eine Nation mit einer eigenen Sprache!“

„Ausflug mit dem Lehrer“ von Pjotr Dik, verstorben 2002 im Künstlerdorf Worpswede

Seid herzlich umarmt und feiert schön, morgen kann alles anders sein! „Maybe чуть-чуть ЗА нашу дружбу!“

Prof. h.c. Lucian Christian Hamsea, Fine Artist

Zu guter Letzt noch die Grußbotschaft von Nils Naarmann nach Wladimir vom Mai des Jahres:

P.S.: Die besten Wünsche zum 75jährigen Jubiläum des Kunstvereines Wladimir nachgereicht von den Mitgliedern der Gruppe Andersartig, Hans-Peter Singer, Irene Hetzler, Carolin Gugel und Michael Ort, mit dem Wunsch auf zukünftig verstärkte Zusammenarbeit.

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Im Sommer vergangenen Jahres arbeiteten drei Künstler aus Wladimir im Skulpturenpark Tennenlohe. Heuer fiel das Symposium aus bekannten Gründen aus, internationale Gäste hätten nicht anreisen können. Da tröstet immerhin ein Besuch auf dem Gelände, wo Gertrud Reich-Schowalter und Dietrich Puschmann vom Kunstkreis Tennenlohe diesen Sommer über die passenden Standorte für die russischen Skupturen suchten und fanden.

Gerturd Reich-Schowalter und Dieter Puschmann mit der Arbeit von Igor Tschernoglasow

Die Arbeit von Igor Tschernoglasow fand ihren Platz unter den Augen des Schutzengels von Kirill Wedernikow, und die Verliebten von Sergej Tschernoglasow umarmen einander auf einer Grünfläche gegenüber der Sparkasse.

Der Schutzengel von Kirill Wedernikow

Am besten machen Sie sich aber selbst nach Tennenlohe auf und erfreuen sich an diesen und all den weiteren Skulpturen und Figuren.

Bleibt noch der Dank an die Firma Bärnreuther & Deuerlein Schotterwerke, die aus ihrem Werk in Gräfenberg die beiden Steine für die letztjährige „Fiesta“ für einen geradezu lächerlich günstigen Betrag zur Verfügung stellte.

Siehe auch: https://is.gd/oj42Mw

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Wie schnell es manchmal gehen kann: Anfang Juli hatte das Ehepaar Heinz und Elvira Gerhäuser eine Einladung der Staatlichen Universität zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Tagung angenommen https://is.gd/u8FvX6 und dabei neben dem Bildhauer Igor Tschernoglasow vor allem Jewgenia Kulikowa kennengelernt. Bei diesem Treffen der fränkischen Künstlerin und der russischen Dozentin für Keramik, Design und Architektur muß es zu einer kreativen Initialzündung gekommen sein, denn nach einem intensiven Austausch von Informationen und Vorstellungen per Internet folgte Jewgenia Kulikowa dem Ruf nach Waischenfeld, um ihre Gastgeberin zwei Wochen lang darin zu unterweisen, wie man am besten Tonformen vorbereitet, die ihrer Glaskunst später Form und Gestalt verleihen sollen. Ein Meisterinnenkurs eben.

Jewgenia Kulikowa, Heinz und Elvira Gerhäuser, Igor und Sergej Tschernoglasow

Und dann kommt gestern auch noch der Großmeister der Wladimirer Kunstszene mit seinem Sohn für einige anregende Stunden hinzu. Beide hängen noch einige Tage an das Symposium im Skulpturenpark von Tennenlohe dran, um Museen und Kirchen zu besichtigen und neue Inspirationen zu sammeln. Igor Tschernoglasow examinierte einst die damalige Studentin Jewgenia Kulikowa, dann verloren sich die beiden aus den Augen; erst die Städtepartnerschaft brachte sie nun wieder zusammen.

Elvira Gerhäuser und Jewgenia Kulikowa

Wo aber zwei oder drei sich im Namen der Kunst versammeln, da ist die Inspiration mitten unter ihnen. Und so nimmt es denn auch nicht wunder, wenn schon nach kurzer Zeit nicht nur über all die Feinheiten und Nuancen der verschiedenen Techniken, sondern auch über Möglichkeiten gesprochen wird, wie man in Zukunft mehr gemeinsam machen könnte. Gern auch unter Einbeziehung der Naturwissenschaften, die, wie der ganzheitlich denkende, ehemalige Direktor des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen und Mitentwickler des MP3-Systems, meint, von diesem Dialog mit der Kunst viel lernen können.

Wie das gehen könnte macht seine Frau, die selbst Kinder in Kunst unterrichtet, bereits vor: die Grenzen der Materialien überschreiten, Fusionen herstellen, Mischformen gestalten.

Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse dieser neuen Zusammenarbeit – und erst recht auf die Früchte der Ideen, die da gestern in der ruhenden Mitte der Fränkischen Schweiz zu keimen begannen. Es wird vielleicht länger dauern als die wenigen Wochen Vorbereitung auf den Meisterinnenkurs, aber die Geduld wird sicher belohnt.

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Dietrich Puschmann, Vorstand des Kunstkreises Tennenlohe, hat allen Grund, sich zu freuen. Nachdem Isabelle Brigget bereits am Sonntag aus Rennes eingetroffen war, landeten gestern auch Kirill Wedernikow sowie Igor und Sergej Tschernoglasow aus Wladimir wohlbehalten am Flughafen Nürnberg.

Dietrich Puschmann, Sergej Tschernoglasow, Isabelle Brigget, Albrecht Dürer, Igor Tschernoglasow und Kirill Wedernikow

Das Partnerschaftsquartett wird nun bis zum kommenden Sonntag zwei Figuren und zwei Wandgemälde schaffen und damit den Skulpturenpark im Erlanger Stadtteil Tennenlohe um vier neue Werke erweitern. In einer bisher nicht dagewesenen deutsch-französisch-russischen Konstellation. Die Kultur macht es möglich.

Nun besteht also in den nächsten Tagen die einmalige Gelegenheit, den Gästen bei ihrem schöpferischen Akt über die Schulter zu schauen, zu sehen, wie aus der rohen Materie ungeahnte Gestalten entstehen.

Igor Tschernoglasow, langjähriger Vorsitzender des Künstlerverbandes der Region Wladimir, war vor 14 Jahren zum letzten Mal in Erlangen, und hinterließ in Tennenlohe bereits zwei Skulpturen. Nun will er seine dritte Arbeit aus Kalkstein hauen, während sein Sohn Sergej seinen Einstand gibt.

Engel, Igor Tschernoglasow

Kirill Wedernikow hatte während seiner Ausstellung im Februar an der Volkshochschule Erlangen https://is.gd/WOpuWi die Aufmerksamkeit von Dietrich Puschmann auf sich gezogen. Ohne lange zu zögern lud damals der Kunstfreund den Maler zu dem August-Symposium während der Tennenloher Kirchweih ein.

Dialog, Igor Tschernoglasow

Wer es unter der Woche nicht schaffen sollte, im Skulpturenpark vorbeizuschauen, sollte sich die Präsentation der Arbeiten am Sonntag, den 18. August, um 15.00 Uhr nicht entgehen lassen.

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Vom 3. bis 5. Juli veranstaltete die Staatliche Universität Wladimir eine Internationale Konferenz zu Fragen der Zukunftstechnologien beim Informationstransfer. Mit dabei Heinz Gerhäuser, Direktor a.D. des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen und der emeritierte langjährige Leiter des Lehrstuhls für Mustererkennung an der FAU. Beiden Wissenschaftlern hatte die Hochschule der Partnerstadt im Jahr 2005 die Ehrenprofessorenwürde für ihr herausragendes Wirken im Rahmen des Forschungsaustausches zwischen Erlangen und Wladimir verliehen. Nun folgten beide, begleitet von Elvira Gerhäuser, der Einladung zur Teilnahme an dem Kongreß, ausgesprochen von Ludmila Suschkowa, Kuratorin der naturwissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Erlangen und Leiterin des Lehrstuhls für biomedizinische und elektronische Mittel und Technologie.

Heinrich Niemann, Elvira Gerhäuser, Ludmila Suschkowa, Igor Tschernoglasow und Heinz Gerhäuser im Erlangen-Haus

Die fränkische Troika war bereits am 1. Juli angereist, um sich auf die Konferenz vorzubereiten; nun bleiben noch einige Tage, um sich der Kultur zu widmen. Das gilt besonders für Elvira Gerhäuser http://www.eghs.de, die im Jahr 2005 bereits einmal ihre Arbeiten in Wladimir zeigte. Nun führt sie ihr Kollege, Igor Tschernoglasow, der im August übrigens selbst wieder nach Erlangen kommt, noch ein wenig durch die Kunstszene der Partnerstadt. Was sich aus diesem neuen Amalgam aus Wissenschaft und Kunst ergibt, werden wir sicher bald in konkreten Projekten erleben können.

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Seit zwei Wochen schmücken sie den Vorplatz des Schauspielhauses Wladimir: zwei Schauspieler aus der Provinz, nachempfunden den beiden „Fußwanderern“ aus der Kommödie „Der Wald“ von Nikolaj Ostrowskij, Arkadius der Glückliche, und Gennadius, der Unglückliche.

Geleistet hat sich die Skulptur das Theater zu seinem 170. Jahrestag und zur Eröffnung eines internationalen Festivals. Und warum dieses Motiv? Ganz einfach: 1848 gründete Iwan Lawrow, Schauspieler aus der Provinz, dieses Haus.

Wladimir ist damit landesweit die erste Stadt, wo – mit einem Augenzwinkern – der provinziellen Schauspielkunst ein Denkmal gesetzt wird. Freilich stammt die Arbeit aus dem Atelier eines Bildhauers, der längst weit über seine Wahlheimat hinaus – er wurde 1961 in Taschkent geboren – Bekanntheit erlangt hat und ja auch in Erlangen – vorgestern erst war im Blog die Rede von ihm – mit einigen Arbeiten vertreten ist.

Igor Tschernoglasow und seine noch verhüllte Skulptur

Die wenigsten Besucher aus Erlangen finden den Weg ins Schauspielhaus, wo man schon sattelfest im Russischen sein sollte, um den Stücken folgen zu können, auch wenn von Zeit zu Zeit die eine oder andere Revue auf dem Programm steht. Aber ein Halt vor den Toren des Theaters lohnt nun allemal, zumal um das neue Kunstwerk Bänke aufgestellt sind, die zum Verweilen und Genuß des schönen Augenblicks einladen.

Wieder eine gelungene Initiative, um Wladimir noch schöner zu machen und den eigenen Künstlern den öffentlichen Raum zu geben, den sie verdienen. Bedingungen, von denen zeitgenössische Bildhauer nur träumen können.

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Sie begegneten einander 2005 in Tennenlohe, der Bildhauer aus Wladimir, der in dem Erlanger Stadtteil seine Skulptur „Dialog“ schuf, bis heute südlich des Skulpturenparks zu finden, und Helmut Zeitler, der Kunstfreund mit besonderem Bezug zu Wladimir. In Verbindung bleiben die beiden bis heute über die Relaisstationen Rathaus Erlangen und Erlangen-Haus sowie gelegentliche Ferngespräche. Von Zeit zu Zeit kommt es auch zu kleineren Transporten von Kunstwerken als Freundschaftsgaben. Gestern war es wieder einmal so weit.

„Behütet“ von Igor Tschernoglasow

Eine kleine Arbeit nur, ein behütetes Paar, noch als Rohling, in den Händen von Helmut Zeitler, aber welch große Freude in den Augen des Sammlers! Und welch ein Symbol für die Partnerschaft, die ja auch immer wieder neu geschaffen, gestaltet, behauen, interpretiert werden will.

Helmut Zeitler mit der Skulptur von Igor Tschernoglasow „Behütet“

Mitgebracht hat das Kunstwerk Michail Tschischow, der weder den einen, noch den andern kennt, wohl aber als Akteur der Partnerschaft seit 1991, als er mit einer Komsomolzengruppe zum ersten Mal nach Erlangen kam, vertraut ist mit den ungeschriebenen Gesetzen des Austausches: Ein jeder sei des andern guter Bote. Auch wenn man ganz in eigener Sache unterwegs ist – wie der pensionierte Sportlehrer mit seiner Frau Nadeschda, die hier eigentlich nur ihre Freunde besuchen wollten und nun „kollateral“ mit ihrer Fracht Freude stifteten.

Michail Tschischow, Doris Höhle, Nadeschda Tschischowa und Klaus Höhle

Natürlich auch bei Klaus und Doris Höhle, mit denen das Ehepaar aus Wladimir seit fünf Jahren befreundet ist, wo die Weltenbummler bei ihren Expeditionen per Fahrrad oder Geländewagen gen Osten (der Blog berichtete ausführlich) immer einen Zwischenhalt einlegen. Möglicherweise schon im nächsten Jahr wieder, denn es gibt bereits neue Reisepläne und, wie Klaus Höhle zu betonen nicht müde wird: „Nirgendwo fühlen wir uns auf unseren vielen Fahrten durch aller Herren Länder so sicher und wohl, so herzlich aufgenommen und so entspannt wie zwischen Erlangen und Wladimir, wie auf russischen Straßen, bei Begegnungen in russischen Dörfern und Städten.“ Behütet eben. Nicht nur als Skulptur.

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Man hatte es schon lange vermutet, und jedes an der mittelalterlichen Architektur geschulte Auge konnte es sehen, doch den schlagenden Beweis erbrachten erst die Untersuchungen von Archäologen aus Moskau und Wladimir: Die Kirchen aus dem 12. Jahrhundert am Goldenen Ring haben Vorbilder in der Lombardei und in der Emilia Romagna, damals zum Heiligen Römischen Reichs gehörend. Mit dessen Herrscher, Friedrich II, stand Großfürst Andrej Bogoljubskij in engem Kontakt, von ihm, Barbarossa, erhielt der aufstrebende slawische Alleinherrscher Geschenke, wie zwei Schulterstücke, von denen eines im Germanischen Museum zu Nürnberg ausgestellt ist, der Staufer schickte aber auch seine Baumeister gen Osten, wo damals ein ganz neues Machtzentrum entstand.

Muttergottes-Geburts-Kirche in Bogoljubowo

Andrej Bogoljubskij, ein Enkel von Wladimir Monomach, nach dem die Partnerstadt benannt ist, und ein Sohn von Jurij Dolgorukij, dem Gründer von Moskau, wurde 1157 Großfürst von Wladimir. Er hatte nicht nur die wundertätige Ikone der Wladimirer Gottesmutter aus Kiew mitgebracht, die seinen Zug der Legende nach kurz vor Wladimir anhalten hieß, um ihm im Gebet zu erscheinen und ihm einzugeben, hier das Kloster von Bogoljubowo und später seine Residenz zu errichten und ihr Bildnis in die Hauptstadt der Rus zu bringen. Er hatte damit auch eine bis dahin in seinem Herrschaftsbereich ungeahnte Bautätigkeit in Gang gesetzt, die in den 50er Jahren des 12. Jahrhunderts begann, als in Bogoljubowo die der Geburt der Gottesmutter geweihte Kirche entstand, deren ursprüngliche Bauweise und vor allem auch Fundamente Wissenschaftler in den letzten drei Jahren genauer untersuchten.

Fundament mit Krallenornamenten

Vor allem die krallenartigen Ornamente am Fuß der Säulen, die man freigelegt hatte, werten die Fachleute als eindeutige Hinweise auf die romanische Architektur Norditaliens aus dem 12. Jahrhundert, wie man sie aus Modena oder Ferrara kennt. Aber auch die Halbsäulen an den Mauern der Kirche in Bogoljubowo weisen auf den katholischen Einfluß hin. Nun verfolgt man die Theorie, es habe zwei Bauabschnitte gegeben, den ersten, ausgeführt von lokalen Meistern, und den zweiten, an dem dann die Italiener mitwirkten und ihre Einflüsse geltend machten.

Der Wladimirer Künstler, Igor Tschernoglasow, und das Modell seiner Andrej-Bogoljubskij-Skulptur

Die Grabungen hat man übrigens inzwischen wieder zugeschüttet; es bleibt künftigen Generationen – und Geldgebern – vorbehalten, weitere Geheimnisse zu lüften, wenn man sich an die umfassende Erforschung der Baugeschichte machen kann. Eines ist aber deutlich schon jetzt zu Tage getreten: Die gegenseitige Durchdringung der Kulturen empfand man bereits im Mittelalter als befruchtend und belebend. Eine Mahnung an all jene, die heute allüberall auf der Welt die Abschottung und Restauration auf ihre nationalistischen Fahnen schreiben. Da halte man sich lieber an Arthur Schopenhauer:

Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein: Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.

 

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