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Posts Tagged ‘Igor Krotter’


Schon zum fünften Mal ist Deniel Krotter vom TV 1848 in Wladimir – vier Mal zu Turnierkämpfen und im vergangenen Jahr erstmals zum Training, nach dem er die Deutschen Meisterschaften in seiner Klasse gewann. Beflügelt von diesem Erfolg bereitet er sich nun wieder in der Partnerstadt auf die diesjährigen Wettbewerbe vor, heuer erstmals mit einem Freund aus dem Ring, Andreas Jäger.

Подпись фотоНемецкие боксеры Даниэль Кроттер и Андреас Егер готовятся к чемпионату Германии по боксу во владимирском спортзале

Deniel Krotter

Die jungen Männer werden von Igor Krotter trainiert, der in Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt den Faustkampf populär macht, zunächst als sportliche Integrationsmaßnahme für rußlanddeutsche Jugendliche, doch zunehmend auch unter Heranwachsenden aller Nationen, die hier leben, von Albanern über Türken bis hin zu ethnischen Deutschen. Selbst stammt der Coach und ehemalige Sowjet-Boxer aus Nischnewartowsk in Sibirien, von wo er als Spätaussiedler nach Franken kam. Deniel Krotter und Andreas Jäger, ebenfalls aus einer Rußlanddeutschen-Familie stammend, sind zwar hierzulande geboren und aufgewachsen, sprechen aber fließend Russisch.

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Jewgenij Lobossow

Das erleichtert natürlich die Arbeit mit Jewgenij Lobossow, ihrem Wladimirer Trainer, der von seinen deutschen Schützlingen sagt:
Die Jungs meinen, hier ein intensiveres Training als in Deutschland machen zu können. Wir konzentrieren uns auf die physische Belastung, die Entwicklung von Geschwindigkeit und Ausdauer. Für mich als jungen Trainer stellt das eine gewisse Herausforderung dar, die mir Gelegenheit gibt, Erfahrungen zu sammeln und mich selbst zu testen.

Deniel, 19 Jahre, und Andreas, 20 Jahre, haben bereits eine beeindruckende Titelsammlung als Junioren. Nun stehen die ersten Kämpfe als Herren an. Da herrscht natürlich eine ganz andere Konkurrenz, da müssen die beiden gegen Boxer antreten, die über viel Ringerfahrung verfügen und schon so manche Runde hinter sich haben.

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Deniel Krotter selbst meint dazu:

Das letzte Mal war ich im Oktober hier. Ich bin ja bei Euch in Wladimir schon so oft, daß ich fast eine Wohnung mieten könnte. Jedenfalls kenne ich mich im Stadtzentrum schon recht gut aus. Andreas und ich wohnen in einer Jugendherberge, nicht weit weg vom Sportraum. Zum Training gehen wir zu Fuß. Wenn es einmal weiter gehen soll, nehmen wir den Oberleitungsbus. Zu Hause können wir uns kein Taxi leisten, also tun wir es auch hier nicht. Dieses Mal waren wir endlich auch in Susdal, sahen uns die Baudenkmäler an, tranken Kwaß und gingen in die Banja. Das hat schon was! Aus Deutschland kenne ich das nicht. Für mich als Boxer ist die Banja freilich gut, sie hilft beim Abnehmen.

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Das Wiegen für die Deutschen Meisterschaften ist für den 30. Juli angesetzt. Bis dahin müssen noch zwei bis drei Kilo runter, um im Weltergewicht antreten zu können. Deniel Krotter trainiert jetzt viel, auch in einem speziellen Thermotrikot. Da er ohnehin sich beim Essen zurückhält. Fleisch und Kartoffeln sind gestrichen, auf das Abendessen verzichtet der Boxer ganz. Nur Erdbeern und Johannisbeeren vermißt er. „Jedenfalls finde ich die nirgends.“

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Deniel Krotter und Andreas Jäger

Die Trainingswoche geht schon wieder zu Ende. Die Kämpfe um die Deutsche Meisterschaft beginnen am 31. Juli, und am 3. August wird in Berlin das Finale ausgetragen. In Wladimir wird man genau verfolgen, was da im Ring geschieht. Mal sehen, ob es wieder so erfolgreich ausgeht, wie im Vorjahr, als Deniel Krotter auch dank seinem Training in Wladimir die Meisterschaft gewann: https://is.gd/h5Uft7

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Seit fünf Jahren besteht der Austausch der Boxer zwischen Erlangen und Wladimir. Über die Osterfeiertage reiste nun Igor Krotter mit einem zehnköpfigen Team, bestehend aus Kämpfern des TV 1848 und weiteren Meistern ihres Fachs aus verschiedenen Regionen Deutschlands, in die Partnerstadt, um am ersten „Pokal der vier Föderationen“ – Russische Föderation, Deutschland, Polen und Usbekistan – teilzunehmen. Die Kämpfe wurden als „Wanderveranstaltung“ für alle Altersklassen in Wladimir und in den beiden Kreisstädten Murom und Kowrow mit je neun Duellen ausgetragen.

Igor Krotter, 2. v.l., mit seinen Trainerkollegen

Zunächst sah es ganz gut aus für die deutschen Sportler, nicht dank ihrer Schlagkraft, sondern, wie der Rheinländer Marcel Mangold verriet, „weil wir ständig in Bewegung blieben, um schneller als der Gegner zu sein; die Beinarbeit ist besonders wichtig beim Boxen.“ Und so stand es denn auch nach den ersten drei Kämpfen 2:1 für Deutschland. Doch dann schlugen die Russen buchstäblich zu, drehten die Sache und siegten mit 6:3. Sogar der deutsche Meister, Deniel Krotter, der im Vorjahr in Wladimir erfolgreich trainiert hatte, mußte sich hier geschlagen geben.

Deniel Krotter, mehrfacher deutscher Meister, fand hier seinen russischen Meister

Der Spätaussiedler Igor Krotter kennt beide Boxsysteme und weiß, wo die Schwächen der deutschen Verbände liegen:
Unsere Jungs, die deutsche Meister werden, kommen nicht in eine Auswahlmannschaft wie in Rußland, sondern sie boxen in ihren Vereinen unter der Anleitung ihres dortigen Trainers weiter.

Igor Krotter, links im Bild, und sein Team

Mit dem Gesamtergebnis aber kann das deutsche Team zufrieden sein: Nach den Gastgebern der zweite Platz. Rang drei und vier belegten die Polen und Usbeken.

Zufrieden ist auch Sergej Schtschedrin, der diesen Austausch so erfolgreich initiierte, weiterhin betreut und auch als Photograph begleitet:
Wir wollten von Anfang an ein Vier-Länder-Turnier veranstalten, wobei die Deutschen das polnische Team mitbrachten und wir die Usbeken zusätzlich einluden. Unser Ziel war es, verschiedene Schulen und Methoden zusammenzubringen. Dazu suchten wir auch nach einem Partner im Osten. In diesem Jahr also boxten wir hier bei uns, im nächsten Jahr geht es nach Polen, 2021 treffen wir uns in Deutschland und dann folgt Usbekistan als Gastgeber.

Gruppenbild mit Fahnen

Das Resümee für alle: Ein Turnier, das sich gut in den jährlichen Wettkampfplan fügt, ein gutes Training für die bevorstehenden Duelle und eine gute Erfahrung im internationalen Ring. Was will man mehr? Ein weiterer Sieg für die Partnerschaft war die Begegnung allemal, zumal die nächsten Runden ja schon wieder eingeläutet sind.
Unter Verwendung von Material des Senders TV6

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Der vierfache deutsche Meister im Boxen, Deniel Krotter, bereitet sich seit dem 26. September an der Wladimirer Schule für Faustkampf auf die nächste deutsche Meisterschaft vor. Morgen kommt der angehende Industriekaufmann wieder nach Franken zurück, doch zuvor erschien noch ein Interview mit dem 19jährigen auf der Internetplattform „Kljutsch“, das hier wiedergegeben wird.

Четырехкратному чемпиону Германии по боксу Даниэлю Кроттеру устроили тренировки во Владимире: разработали программу и подобрали спарринг-партнеров

Deniel Krotter

Deniel, wir wissen, daß wir hier eine gute Boxschule haben. Trotzdem: Warum hast Du ausgerechnet Wladimir gewählt?

Ich lebe in Bayern, in Neustadt an der Aisch, 30km von Erlangen, der Partnerstadt von Wladimir, entfernt. Trainiert werde ich von meinem Vater, Igor Krotter. Er stammt aus Nischnewartowsk und siedelte erst 1996 nach Deutschland über. Deshalb spreche ich auch so gut Russisch. Unser Sportverein TV 1848 arbeitet schon lange mit der Wladimirer Boxschule zusammen, und so entschied mein Vater, es sei besser für mich, hier zu trainieren.

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Bedeutet das, Du betreibst den Boxsport seit Deiner frühen Kindheit?

Mein Vater ist dreifacher bayerischer Boxmeister, in seiner aktiven Zeit konnte er an den Landesmeisterschaft nicht teilnehmen, weil er noch keinen deutschen Paß hatte. Ich sah ihm bei seinen Kämpfen zu, und mit fünf Jahren fing ich an, ein wenig zu boxen, wechselte dann aber aufs Fußballfeld. Mit neun Jahren kehrte ich in den Ring zurück, und erst ein Jahr später bestritt ich meinen ersten Kampf. In Deutschland ist der Sport ein wenig anders geregelt. Man darf da erst ab zehn Jahren an Wettkämpfen teilnehmen. In Erlangen haben wir im Verein eine Boxabteilung für Erwachsene und Kinder, die mein Vater gründete. Er arbeitet dort als offizieller Trainer.

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Warum bereitet er Dich dann nicht selbst auf die Meisterschaft vor?

Das ist auch eine Frage des Sparringpartners. In Bayern gibt es kaum jemanden, mit dem ich trainieren könnte. Immerhin bin ich ja vierfacher deutscher Meister. In Ostdeutschland hätte man vielleicht noch jemanden finden können, aber nicht in Bayern. Das Boxen ist bei uns nicht so recht entwickelt, alle Deutschen sind verrückt nach Fußball, 80% von ihnen sind Fans oder spielen sogar selbst. Boxen steht nicht einmal auf dem zweiten oder dritten Platz. Aber nach Wladimir kommt bald Sadam Magomedow, der dreifache russische Meister, zum Training. Sein Trainer, Jewgenij Lobossow, kümmert sich jetzt gerade um mich. Mein Vater steht mit ihm in Kontakt, und die beiden meinten, es sei für mich am besten, zur Vorbereitung hierher zu kommen.

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Wann hast Du Dir den ersten Sieg erkämpft, der Dir etwas bedeutete?

2015 stand ich bei der Weltmeisterschaft mit einem Kubaner im Ring. Die Kubaner gelten ja als sehr stark im Boxen, weshalb ich einigermaßen aufgeregt war. Als ich ihn dann besiegte, konnte ich das kaum fassen. Ich freute mich, als hätte ich die ganze Meisterschaft gewonnen. Dabei war es der erste Kampf der Ausscheidung, im zweiten Duell besiegte ich einen Weißrussen, doch das dritte verlor ich gegen einen Amerikaner. Am Ende landete ich auf Platz 5. Insgesamt bestritt ich 110 Kämpfe bei 95 Siegen.

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Welche Unterschiede gibt es zwischen dem Training hier und dort?

Zu Hause trainiert mich mein Vater. Er ist mit der sowjetischen Boxschule groß geworden. Grundsätzlich zeichnet sich das Training in Rußland durch mehr Intensität und Betonung einer gesamtphysischen Vorbereitung aus.

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Wie sieht Dein Tagesablauf derzeit aus?

Zunächst einmal halte ich mich an eine spezielle Diät und feste Zeiten für Schlaf und Erholung. Ich stehe um 6 Uhr auf, nehme mir eine halbe Stunde für das Frühstück und schlafe dann noch einmal. Um 9 Uhr gehe ich zu Fuß zum Training, das um halb zehn beginnt. Die zweite Trainingseinheit steht dann um 18 Uhr auf dem Programm. Nach dem Morgentraining wird gelaufen, nach dem Mittagessen geschlafen, und abends ist ab 22 Uhr Ruhe.

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Und gar keine Zeit, um mal auszugehen?

Nein, natürlich weder Alkohol noch Barbesuche vor einer Meisterschaft. Kürzlich ging ich in die Banja, schwamm im Becken. In Wladimir bin ich schon zum dritten Mal, ich kenne also das Goldene Tor, besuchte bereits Susdal. Wenn ich mal Zeit habe, würde ich mir gern auch die anderen Sehenswürdigkeiten anschauen.

Und in Deutschland, gehst Du da aus?

Ja, ab und zu nehme ich mir Zeit zum Tanzen und für Treffen mit Freunden.

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Wendest Du im Fall eines Streits Deine Boxtechniken an?

In Deutschland wird das sehr streng gehandhabt, besonders wenn ein Profiboxer beteiligt ist. Meine ganzen negativen Emotionen lasse ich im Ring zurück, wenn ich ausgehe, tue ich das wie jeder normale Mensch, um Spaß zu erleben.

Jewgenij Lobossow, Sergej Schtschedrin und Maxim Karsanow im Mai 2014 in Erlangen bei dem ersten, von Sergej Schtschedrin initiierten Austausch

Hier geht es zur Biographie von Deniel Krotter: https://is.gd/WQitGa

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So jung dieser Austausch noch ist, so schwer ist es, schon zu zählen, zu wie vielen Kämpfen Mann gegen Mann es im Ring zwischen Erlangen und Wladimir gekommen ist. Sagen läßt sich aber immerhin, daß die Boxer der Partnerstädte auf Inititiative von Sergej Schtschedrin, Geschäftsführer des Verbands der Faustkämpfer der Region Wladimir, seit dem Frühjahr 2014 ihre Wettkämpfe miteinander austragen, deren drei bereits in Franken, zwei am Goldenen Ring.

Boxstaffel 21

Vereint im Ring, gesehen von Wladimir Tschutschadejew

Während am letzten Novemberwochenende die Schwimmschule Wladimir in Erlangen beim Röthelheim-Pokal antrat, schwang eine elfköpfige Boxstaffel unter Leitung von Igor Krotter vom TV 1848 bei zwei Turnieren, eines in Kowrow, das andere in der Partnerstadt, die Fäuste und absolvierte damit bereits die fünfte deutsch-russische Begegnung im Ring.

Igor Krotter weiß, wie man Boxer motiviert

Im Februar 2015 hatte der auch für Bad Windsheim agierende Trainer bereits eine dreiköpfige Mannschaft nach Wladimir gebracht und war so begeistert von der Aufnahme und der Stimmung dort, daß er nun erneut ein Team mit elf Sportlern unterschiedlicher Alters- und Gewichtsklassen aus ganz Deutschland – von Franken bis Nordrhein-Westfalen -, zwei Trainern und zwei Kampfrichtern zusammenstellte und begleitete, was der Coach nicht bereuen sollte:

Die Zusammenarbeit mit den Städten Erlangen und Wladimir läuft hervorragend, wir hatten super schöne vier Tage mit spannenden, verletzungsfreien Kämpfen, einem tollen Publikum und einem freundschaftlichen Gastgeber. Nächstes Jahr planen wir erneut im Juni/Juli im Rahmen der Fußball-WM ein Internationales Boxturnier in Wladimir.

Faires Boxen

Auch Sergej Schtschedrin, dem überdies die Bilder zu verdanken sind, zeigt sich zufrieden und schreibt nach Erlangen:

Alles lief bestens. Beim ersten Wettkampf gewannen wir mit 6 zu 5; beim zweiten Turnier verletzten sich dann doch zwei deutsche Boxer leicht, weshalb es nur zu neun Duellen kam, die Wladimir deutlich mit 7 zu 2 für sich entschied.

Boxstaffel 24

Au, Backe!

 

Wie zum Ausgleich wurde Deniel Krotter, der für Bad Windsheim kämpft, als bester Boxer des Turniers ausgezeichnet. Auch er selbst sparte freilich nicht mit Lob für die Gastgeber:

Das Turnier war echt klasse. Man sieht, die Leute verstehen etwas vom Boxen, lieben diesen Sport. Es war einfach klasse. Gute Kämpfe. Die Organisation war in Ordnung. Alles ausgezeichnet.

Boxstaffel 25

Linke Gerade

 

Alles nachzusehen und nachzuhören unter: https://is.gd/Klx81p

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Nehmen wir es vorweg: Die beiden Begegnungen im Ring, am Freitag in Straubing und am gestrigen Sonntag in Weißenburg hätten für die Boxstaffel aus Wladimir besser ausgehen können.

Boxstaffel Wladimir in Weißenburg

Beide Male unterlagen die Russen den Gastgebern. Aber sie schlugen sich tapfer und wissen auch zu siegen.

Karl-Heinrich Pauckner

Von 1.200 Zuschauern sprach der Veranstalter gestern im Festzelt von Weißenburg. Bestimmt nicht übertrieben, denn die Bänke waren bis in die letzten Ecken besetzt.

Besonders wichtig aber: Es herrschte eine faire Atmosphäre. Auch wenn die dicke Luft schon von Beginn an, besonders als dann zur Mittagszeit auch noch die Bräter und Grills angeworfen wurden, Publikum wie Sportler kräftig schwitzen ließ. Gleich wer nach dem Gong die Faust heben durfte, der Beifall war ihm sicher. Nicht ganz selbstverständlich im Sport, wenn die Gäste keine eigenen Fans im Troß haben.

Deniel Krotter gegen Elchin Agajew

Und die Kämpfe? Die waren ausnahmslos von einem sauberen Stil geprägt. Ermahnungen blieben die Ausnahme, kein einziger Tiefschlag, der hätte geahndet werden müssen. Dabei hätte Wladimir durchaus niedergeschlagen sein können, denn der erste Teil der Veranstaltung – die Kämpfe der Junioren – ging klar mit 5:0 an den Box-Club Weißenburg. Die Gäste nahmen es sportlich: „Da haben wir noch einiges mit unserem Nachwuchs zu arbeiten.“

Elchin Agajew und Deniel Krotter

Es waren ja auch Jungs dabei wie Deniel Krotter mit einer überragenden Technik und großen Titeln, die zu schlagen einer kleinen Sensation nahegegekommen wäre.

Boxerausweis von Ilja Kossulnikow

Im Halbwelter der Männer dann endlich der erste russische Sieg mit Ilja Kossulnikow, Jahrgang 1997, gefolgt vom Weltergewichtler Alexander Korowin, geboren 1988, der ausgerechnet über Daniel Jaß, den zweiten Sohn von Igor Krotter im Wettkampf triumphierte.

Alexander Korowin und Daniel Jaß

Das war sie dann wohl auch, die kleine Sensation im Ring, denn die Brüder vergeben sich nichts beim Sammeln von Titeln und traten als Favoriten an. Auch Meister müssen bisweilen noch Lehrgeld bezahlen.

Alexander Korowin und Daniel Jaß

Artjom Bogatow hingegen tat sich von Beginn an schwer gegen seinen Gegner, Roman Gorst. Der zwanzigjährige Schwergewichtler aus Wladimir konnte zwar auf seine gute Deckung zählen, aber ein Rezept gegen die langen Arme des Mannes aus der blauen Ecke fand er nicht. Richtig deshalb die Entscheidung des Trainers, nach der zweiten Runde das Handtuch zu werfen.

Roman Gorst und Artjom Bogatow

Die Scharte wetzte dann im Superschwergewicht Wladimir Mitrofanow aus. Wuchtig und mit Überblick ging der 1992 geborene Faustkämpfer zu Werke und setzte dem fünf Jahre jüngeren Collin Biesenberger gehörig zu. Verdient denn auch der Sieg für den Russen.

Collin Biesenberger und Wladimir Mitrofanow

Der freilich – vielleicht noch im Taumel des sicher geglaubten Triumphs – hatte das Urteil nicht richtig verstanden und meinte, den Ring als Verlierer verlassen zu müssen. Desto größer die Freude, als man ihm schon im Abgang erklärte, wie die Richter gepunktet hatten…

Wladimir Mitrofanow und Collin Biesenberger

Da läßt es sich dann gut tänzeln auf der Matte. Und daß der letzte Kampf dann ein Stellvertreterturnier wurde und verloren ging, weil Andrej Mersljakow kein Visum erhalten hatte, ist dann nur noch eine Randnotiz.

Der Tanz im Ring: Wladimir Mitrofanow

Zu einem Mißverständnis ist es aber wohl auch zwischen den Gästen und Ausrichtern des Wettkampfs gekommen. Die russischen Sportler wurden nämlich als Boxer aus Moskau angekündigt; Wladimir hatte man als Vereinsnamen aufgefaßt. Aber da wohl niemand aus der russischen Hauptstadt im Zelt zugegen war, kam es auch zu keinen Protesten.

Glücklich vereint nach dem Kampf

Karl-Heinrich Pauckner, Vorstand des Box-Clubs Weißenburg, kann zusammen mit Igor Krotter rundum zufrieden sein und freut sich schon auf die nächsten Verstanstaltungen. Geht es nach den beiden, werden nicht nur im November schon fränkische Boxer in Wladimir in den Ring steigen. Vielmehr soll es schon bald Vier-Länder-Wettkämpfe geben zwischen Deutschland, Österreich, Italien und Rußland. Vielleicht sogar mit tschechischer Beteiligung. Gute Aussichten für den Boxsport in Wladimir.

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Das war schon eine Tour de Force: Am Dienstagmorgen erhielt die Jugendboxstaffel erst in Moskau die Visa, setzte sich in zwei Kleinbusse und stürmte los Richtung Deutschland. Um 4.00 Uhr morgens kam dann gestern die fünfzehnköpfige Gruppe in ihrem Quartier an und fand sich schon um 11.00 Uhr vollzählig zum Empfang im Erlanger Rathaus ein.

Boxstaffel mit Ulrich Klement und Susanne Lender-Cassens in ihrer Mitte

Viel Zeit zum Regenieren bleibt den Sportlern nicht, denn heute steigen sie bereits um 14.00 Uhr in der Ejadonhalle, Straubing, in den Ring. Und am Sonntag stehen um 10.30 Uhr im Festzelt von Weißenburg die nächsten Wettkämpfe auf dem Programm, bevor es zu Wochenbeginn wieder zurück nach Wladimir geht.

Die Boxer aus Wladimir mit Igor Krotter und Sergej Schtschedrin in ihrer Mitte

Geht es nach dem Trainer Igor Krotter, der seit 2014 seitens des TV 1848 den Boxaustausch mit der russischen Partnerstadt pflegt und mit seinem Team schon im November eine Gegeneinladung nach Wladimir annimmt, soll es bereits im nächsten Jahr eine eigene Boxabteilung seines Vereins in Erlangen geben. Dann wären solche „Gastspiele“ in anderen Städten nicht mehr nötig, man könnte in Erlangen die Kräfte messen. Und überhaupt wolle man mehr Sportaustausch, betonte Sergej Schtschedrin, Initiator der Boxkontakte, gegenüber Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens und Sportamtsleiter Ulrich Klement und kündigte für September konkrete Vorschläge an. Ganz im Sinne der Kommunalpolitikerin, denn: „Je mehr wir an solchen Begegnungen haben, desto besser für die Verständigung und unsere Städtepartnerschaft.“

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Nachdem im Vorjahr erstmals eine Boxstaffel aus Wladimir in Erlangen angetreten war, revanchierten sich die Faustkämpfer des TV 1848 im Februar in der Partnerstadt. So neu diese Disziplin im Austausch ist, so rasch etabliert sie sich nun auch. Und das weit über Erlangen hinaus.

Sergej Schtschedrin 3

Mitte August nämlich trat erneut ein Team – in Rot – aus Wladimir an. Freilich dieses Mal nicht in Erlangen und Neustadt an der Aisch wie 2014, sondern in Straubing. Vermittelt aber wurde der Wettkampf von Igor Krotter, der den Boxstall des TV 1848 zunächst als Projekt zur Eingliederung junger Rußlanddeutscher eröffnet hatte.

Sergej Schtschedrin und einer seiner Schützlinge

Sergej Schtschedrin und einer seiner Schützlinge

Leider fehlte ein Reporter für den Blog am Ring, aber Sergej Schtschedrin, der die Sportler aus der Partnerstadt als Dolmetscher und Organisator begleitete, kann immerhin Bilder schicken und vom Ergebnis berichten: Ausgeglichen zeigt sich das, denn in der ersten Begegnung siegten die Gastgeber mit 3:2, während die zweite Runde mit 3:4 an die Wladimirer ging.

Sergej Schtschedrin 2

Feste Pläne gibt es noch nicht, aber die Fäuste werden weiter – fair und sportlich – zwischen den Partnerstädten hin- und herfliegen. Das zumindest darf man hier und heute versprechen, bis es wieder heißt: Ring frei zwischen Erlangen und Wladimir.

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