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Posts Tagged ‘Heide Thies’


Gäste aus Wladimir ohne Dolmetscher auf Deutsch begrüßen zu können, passiert Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens nicht bei jedem Empfang. Aber eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus bringt natürlich ganz andere Voraussetzungen mit: das Sprachniveau A2 und eine zehnjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Gerhard Kreitz und Susanne Lender-Cassens

Am Donnerstag angekommen und auf die Gastfamilien verteilt, stand gestern zunächst einmal auf dem Programm, die gastgebende Volkshochschule kennenzulernen und zu erfahren, was in den kommenden zwei Wochen alles an Kursangeboten und Freizeitmöglichkeiten auf sie wartet. Stets begleitet und betreut vom Freundeskreis Wladimir und dessen Sprecher, Gerhard Kreitz.

Susanne Lender-Cassens und Heide Thies

Nach dem Wochenende in der Fränkischen Schweiz und bei landeskundlichen Exkursionen beginnt dann am Montag für die zwölf Gäste im Club International die Arbeit. Vormittags steht Deutsch auf dem Stundenplan, unterrichtet von Heide Thies und koordiniert von Reinhard Beer, dem Leiter der Sprachenabteilung an der VHS. Ein bewährtes Duo für Wladimir!

Die Gäste und ihre Gastgeber mit Reinhard Beer ganz rechts im Bild

Am Nachmittag und Abend geht es hinaus in das bunte deutsche Leben in und um Erlangen, wo es gilt, die Sprache zu sprechen, Sicherheit in der Praxis zu gewinnen.

Natalia Korssakowa, Dozentin am Erlangen-Haus und Leiterin der Gruppe, mit Susanne Lender-Cassens

Zum Abschiedsabend übernächste Woche hat sich die Bürgermeisterin übrigens schon angekündigt. Da will sie sich persönlich von den sprachlichen Fortschritten der Gäste überzeugen. Die Prüfungsergebnisse werden sicher im Blog nachzulesen sein, aber keine Sorge, ein Rigorosum dürfte das schon nicht werden.

Bilder: Nadja Steger

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Die beiden ersten Teile der Reportage des russischen Senders RTVi sind nun im Internet abrufbar. Eine gelungene Mischung aus Interviews, kontrastiert mit bewegt-bewegenden Bildern aus Erlangen und Wladimir. Wir werden eingeladen zu einem Gespräch nach Hause zu den beiden Altoberbürgermeistern, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, denen die Begeisterung noch immer aus jeder Geste spricht, wenn sie sich an die Anfänge der Zusammenarbeit erinnern, wenn der Deutsche seine Idee der Völkerverständigung erläutert und der Russe – ganz wie damals in den frühen 90er Jahren – ungläubig-staunend rekapituliert, welchen Umfang damals die Aktion „Hilfe für Wladimir“ hatte, etwa in Form der Lieferung der beiden Kessel für das „Heizkraftwerk Erlangen“. Irina Chasowa lädt den Zuschauer ins Erlangen-Haus und gibt Einblicke in das Gestern und Heute der Heimstatt dieser Partnerschaft, wo es „nach Deutschland riecht“. Und schließlich schildert Jürgen Üblacker, seinerzeit Direktor des BRK Erlangen-Höchstadt, seine Haltung zur humanitären Hilfe und Kooperation mit den Wladimirer Rot-Kreuz-Freunden, womit die exakt elf Minuten des Berichts auch schon zu Ende sind, der hier aufzurufen ist: http://is.gd/FsFS2h

Alexej Nestorow und Andrej Schilow von RTVi im Gespräch mit Stephan Bergler

Alexej Nestorow und Andrej Schilow von RTVi im Gespräch mit Stephan Bergler

Teil 2 dauert drei Minuten länger und geht der Frage nach, was denn Erlangen von der Zusammenarbeit mit Wladimir haben könnte, wo doch bis heute von dort Unterstützung komme. Aber das TV-Team begleitet auch die Deutsch-Kurs-Teilnehmer im Club International der Volkshochschule, läuft mit ihnen durch die Stadt und landet nach einem Interview mit der Dozentin, Heide Thies, in einer Gastfamilie. Die Kamera hält aber auch fest, was die WAB Kosbach und der Blaue Himmel im Rahmen der Städtepartnerschaft leisten, läßt Jürgen Ganzmann, Wolfram Howein und Leonhard Hirl zu Wort kommen und schließt mit der optimistischen Aussicht der Psychologin Irina Arschanych, auch die russische Gesellschaft werde eines Tages das leisten, was sie an Deutschland so bewundere, nämlich das tolerante Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Zu sehen hier: http://is.gd/fxT3gG

Ja, die vierteilige Serie – die letzte beiden Folgen werden demnächst ins Netz gestellt – ist für das russische Publikum gemacht, in russischer Sprache. Aber auch ohne die Worte zu verstehen, lohnt es, sich die Reportagen anzusehen. Die Bilder sprechen beredt und anschaulich für sich, bieten ein Wiedersehen mit vielen Akteuren der Städtefreundschaft und stellen erstmals in einer Gesamtschau weltweit dieses Muster einer deutsch-russischen Partnerschaft vor.

Mehr zum Projekt unter: http://is.gd/IeiOE6

 

 

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„Morgen ist nochmals richtig Unterricht“, stellt Heide Thies gleich nach der Preisverleihung klar. Aber streng braucht die nun im Umgang mit den Kursteilnehmern aus Wladimir schon so versierte Deutsch-Dozentin nicht zu werden. Zwischen ihr und der Gruppe herrschen Einvernehmen und Verständnis. Zumal die Gäste aus der Partnerstadt ja auch tatsächlich in den zwei Wochen sprachlicher Intensivpflege an der Volkshochschule immer mehr verstehen, immer besser sprechen.

Auf dem Walberla. Photo: Gerhard Kreitz

Auf dem Walberla. Photo: Gerhard Kreitz

Und Erlangen nun auch besser kennen, als so mancher Einheimischer. Das zeigt sich am besten beim Ergebnis der Stadt-Rallye, das gestern Reinhard Beer, Leiter der Sprachenabteilung der VHS und Vater des Erfolgs der Kurse am Erlangen-Haus, gegen Mittag verkünden konnte. Durchgefallen ist natürlich niemand. Es hat aber auch niemand die volle Punktzahl erreicht. Es ging ohnehin nach dem Motto: dabeisein ist alles. Und so erhielten denn auch alle Erkundungs-Teams CDs, Lehrbücher, Lexika und was sonst noch so von Nutzen sein kann beim Deutsch-Studium. 18 Fragen waren in einem bestimmten Zeitrahmen nach dem Windhundprinzip auf einer Tour durch die Innenstadt zu beantworten. Und wenn auch nicht von allen alle, so fand sich doch für alle Aufgaben eine Lösung. Fast für alle.

Reinhard Beer, Julia Korowina, Tatjana Iwanowa und Sergej Trojnitsch

Reinhard Beer, Julia Korowina, Tatjana Iwanowa und Sergej Trojnitsch

Das Fach Heimatkunde ist ja an deutschen Schulen weitgehend abgeschafft oder durch Kombinationen ersetzt. Aber selbst wenn es noch zum Kanon gehörte, hätten wohl auch gestandene Erlanger an manchen Fragen zu knabbern gehabt. Etwa, wenn man herausfinden soll, was sich heute in der ehemaligen Sophienkirche der Ritterakademie befindet oder welches Tier auf dem Pauli-Brunnen steht. Schade nur, daß niemand, wie gefordert, in der Friedrichstraße das Geschäft gefunden hat, wo es „Erlanger Küßchen“ zu kaufen gibt. Wirklich schade, weil just Köstlich & Co., derzeit wegen einer Baustelle nicht so leicht zu entdecken, für den Wettbewerb „Wer wird Russionär?“ im Rahmen der Deutsch-Russischen Wochen 2013 Preise gespendet hatte und Feinschmeckern nicht nur mit Hang zu Süßem nur bestens empfohlen werden kann. Ein Siegerteam gab es dann trotzdem, das sich elfeinhalb Punkten deutlich vom Feld abgesetzt hatte.

Auf der Nürnberger Burg. Photo Gerhard Kreitz

Auf der Nürnberger Burg. Photo Gerhard Kreitz

Morgen tritt die Gruppe dann wieder die Heimreise an, zufrieden mit den vielen Eindrücken, Bildern und Plänen, dankbar für die Gastfreundschaft in den Familien und das Organisationstalent des Freundeskreises Wladimir und natürlich für das Team von der Volkshochschule. Manch einer wird dann zu Hause vielleicht auch eines Tages am Präsidentenprogramm „Globale Bildung“ teilnehmen, in das seit kurzem auch das Erlangen-Haus einbezogen ist und das Studenten mit guten Sprachkenntnissen mit einem Stipendium hilft, an ausgewählten Universitäten – München, Würzburg, Hamburg, Münster, Göttingen, Kiel und Heidelberg (warum nur in aller Welt nicht Erlangen?!) – Auslandserfahrung zu machen. Sogar bei der Arbeitssuche gibt es Unterstützung, um russische Unternehmen mit international qualifizierten Fachkräften zusammenzubringen und damit international konkurrenzfähiger zu machen. Ein weiteres Ziel ist es, das russische Bildungssystem in den Bereichen Hochtechnologie, Management in Wirtschaft und öffentlicher Dienst aber auch Soziales an internationale Standards heranzuführen.

Gruppenbild mit Heide Thies (Blumenstrauß in Händen) und Reinhard Beer

Gruppenbild mit Heide Thies (Blumenstrauß in Händen) und Reinhard Beer

So gar nicht in dieses Bild will da freilich die Forderung von Wladimir Medinskij passen. Der stramme Patriot mit zweifelhafter wissenschaftlicher Reputation im Amt des Kulturministers fordert nämlich, die Russen sollten weniger Fremdsprachen lernen und verlangt stattdessen vom Rest der Welt, gefälligst Russisch zu pauken. Schon will er die ohnehin stark beschränkten Fremdsprachenstunden an den Schulen reduzieren – übrigens auch für die Sprachen der nicht-russischen Völker innerhalb der Russischen Föderation – und damit dem „Pluralismus in den Köpfen der Schüler“ ein ruhmreiches Ende setzen, damit mehr Zeit für das Studium der russischen Geschichte bleibe. Die biegt sich der Autor eines mehrbändigen Werkes zum Thema „Mythen über Rußland“ nach eigenem Gutdünken zurecht, wenn er etwa die Massenvergewaltigungen durch sowjetische Soldaten am Ende des Zweiten Weltkriegs als US-Propaganda abtut. Oder verlauten läßt: „Stalin hatte Ahnung von Ideologie und wie man Gehirnwäsche betreibt. Heute läuft das alles automatisch, und der Wirkungsgrad ist da natürlich unendlich niedrig.“ Das immerhin hat sich ja in seinem Sinne gebessert, seit die russischen Medien sich auf die „Faschisten in der Ukraine“ eingeschossen haben.

In Bamberg mit Hans Gruß. Photo Gerhard Kreitz

In Bamberg mit Hans Gruß. Photo Gerhard Kreitz

Es wird deshalb auch an dem Heimkehrern aus Erlangen liegen, den Account zu widerlegen, der seit dem 31. Juli 2013 Tag für Tag unter twitter.com@life_in_rus zum Leben in Rußland die stets gleich Botschaft funkt: „Alles ist viel schlimmer als gestern.“ Aber das kennen wir in Bayern ja von Karl Valentin, der meinte, früher sei die Zukunft auch schon mal besser gewesen.

 

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Sergej Trojnitsch hatte versprochen, einen Bericht über den Sommerkurs an der Volkshochschule Erlangen zu schreiben. Nun ist seine Rückschau auf der Homepage des Erlangen-Hauses unter der Rubrik Deutschkurse http://www.german-vladimir.ru/slushatelyam erschienen und soll hier in deutscher Übersetzung besonders all jenen dankbar zugänglich gemacht werden, die geholfen haben, diese deutsch-russischen Begegnungen so erfolgreich möglich zu machen:

Alles nahm seinen Anfang vor einem Jahr, als ich mich gerade erst für einen Deutschkurs im Erlangen-Haus angemeldet hatte. Die Methodistin des Sprachlernzentrums, Tatjana Kirssanowa, wies nämlich darauf hin, alle Kursteilnehmer, die das Niveau A2 anstreben, hätten die Möglichkeit, Deutschland und unsere Partnerstadt Erlangen zu besuchen.

Bei der Versammlung vor der Abfahrt wurde dann endgültig klar, daß wir uns in Deutschland nicht langweilen würden. Die Reiseleiterin, Irina Chasowa, sowie die unermüdliche Tatjana Kirssanowa versicherten uns, neben dem Deutschkurs erwarte uns eine Vielzahl von Veranstaltungen, Exkursionen und Ausflügen. Darüber hinaus gaben sie uns Einblick in den Sommerkurs und informierten uns mit viel Herzblut über all das, was jeder wissen sollte.

Nürnberg

Bamberg

Der Sommerkurs fand vom 14. bis 28. Juli statt, in der heißesten Zeit des Jahres. So unterschiedlich dem Alter und den Interessen nach unsere zwanzigköpfige Gruppe auch war, die Liebe zur deutschen Sprache und Kultur vereinte sie, als es früh morgens Abschied nehmen hieß von unserem geschätzten Erlangen-Haus, um noch am gleichen tag in Nürnberg anzukommen. Diese größte Stadt Frankens wurde vor fast tausend Jahren gegründet und empfing uns nicht nur mit einem modernen Flughafen inmitten des Knoblauchlandes, sondern auch mit der Herzlichkeit und Gastfreundschaft unserer lieben Freunde und Gastfamilien. Der Rest des Abends war ganz dem Einleben und der Bekanntschaft mit den Gastfamilien gewidmet.

Vom ersten Tag des Sommerkurses hatten wir ein volles Programm, obwohl für uns noch alles neu und unbekannt war. Am Morgen traf sich die Gruppe aus Wladimir wieder, doch nun schon in der Volkshochschule, wo in den folgenden zwei Wochen der Sprachkurs stattfand. Nach dem Mittagessen im Gästehaus Frankenhof erwartete uns ein Spaziergang durch das uns noch fremde Erlangen. Dabei zeigte uns die hervorragende Dozentin, Heide Thies, nicht nur solch bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Hugenottenkirche, das Schloß, den Schloßgarten, den Hugenottenbrunnen oder die Altstädter Kirche, sondern erzählte auch von der Geschichte Erlangens, vom Markgrafen Christian Ernst und von Wilhelmine von Preußen.

Nürnberg

Nürnberg

Am zweiten Tag lernten wir Nürnberg kennen, eine moderne und quirlige Stadt mit einer halben Million Einwohner, wo die historische Vergangenheit eine besondere Atmosphäre und Behaglichkeit schafft, was einlädt, sich alles anzusehen. Es gibt eine gewaltige Fülle von Sehenswürdigkeiten in der Altstadt, und man kann sich dort glatt verlaufen. Doch dank Valerie Hellmann, die uns auf der Historischen Meile Nürnbergs führte, lernten wir die Geschichte der Stadt näher kennen und erlebten jede Menge Hochgenuß. Im Lauf des Stadtrundgangs besuchte die Gruppe die beiden größten Gotteshäuser, die Lorenzkirche, die Frauenkirche und die Sebalduskirche; wir drehten den Wunschring am Schönen Brunnen, besuchten einen Laden mit den in aller Welt bekannten Lebkuchen und verleibten uns eine traditionelle Mahlzeit ein, Nürnberger Bratwürste mit Sauerkraut. Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung. Die einen verschwanden in Modeboutiquen zum Einkaufen, die anderen ließen sich noch lange beeindruckt durch die Gassen der Altstadt treiben.

Erlangen

Erlangen

Wer sind denn nun eigentlich diese Hugenotten? Und was bedeutet „Offen aus Tradition“? Wo hängt ein goldener Handschuh? Auf all diese Fragen hatte die ebenso junge wie beschlagene Fremdenführerin, Anna Sophia, eine Antwort. Mit ihr zusammen bestiegen wir den höchsten Punkt Erlangens, den Turm der Hugenottenkirche, von wo aus sich ein bezaubernder Blick auf die Stadt eröffnet. Mit ihr besuchten wir das Stadtmuseum, wo wir etwas über die Geheimnisse der hugenottischen Meisterschaft bei der Herstellung von Handschuhen, Strümpfen und Gobelins erfuhren und Kostüme aus dem 18. Jahrhundert anprobierten.

Ein Hauptereignis ist in Erlangen mitten im Sommer natürlich das traditionelle Open Air Konzert „Klassik am Berg“, das, wie sein Name verrät, auf dem Berg stattfindet. Lokales Bier aus Maßkrügen, Brezeln von der Größe eines Lenkrades und natürlich Bratwürste… All das lockt Touristen wie Einheimische. Aber in dem Augenblick ist das gar nicht der wichtigste Punkt: Eine riesige Menschenmenge hat sich am 18. Juli auf dem Entlas Keller versammelt, um klassische Musik zu hören. Ein weiterer kleiner Ort, Kosbach, hat uns mit seinem bemerkenswerten Fischrestaurant Oberle, wo anderntags dass Hoffest gefeiert wurde, in seinen Bann geschlagen. Wir hatten richtig viel Spaß zusammen mit unseren deutschen Freunden in diesem zwanglosen Beisammensein mit einem Krug Bier.

Erlangen

Erlangen

Am Samstag, den 20. Juli, begann das Annafest, das man alljährlich in Forchheim feiert, 15 km nördlich von Erlangen. Das Annafest nahm seinen Anfang auf dem Platz vor dem Rathaus mit einer offiziellen Eröffnungsrede des Bürgermeisters. Nach einem Auftritt von Forchheimer Tanzgruppen setzte sich ein Festzug mit historischen Trachten in Bewegung.

Am Tag darauf erwartete man uns in Thüringen. Wir besuchten das Allerheiligste der deutschen Literatur, Weimar, und die Universitätsstadt Jena. In der Stadt Goethes und Schillers bummelten wir über die breiten gepflasterten Straßen, besuchten den Stadtpark und das Bauhaus-Museum. In Jena fuhren wir auf den JenTower, von wo aus sich ein beeindruckender Blick auf Stadt und Umgebung eröffnet.

Heide Thies, Rebecca Böttcher und Reinhard Beer mit dem Siegerteam bei der Stadtrallye: Rosa Bilida, Linda Laudina und der Autor des Beitrags, Sergej Trojnitsch

Heide Thies, Rebecca Böttcher und Reinhard Beer mit dem Siegerteam bei der Stadtrallye: Rosa Bilida, Linda Laudina und der Autor des Beitrags, Sergej Trojnitsch

Die neue Unterrichtswoche begann mit einer neuen Dozentin, mit Rebecca Böttcher. Zwischenzeitlich stieg das Quecksilber unerbittlich auf bis zu 35° C, und wir suchten Rettung, jeder nach seiner Art: Die einen gingen ins Bad, die anderen kühlten sich beim Shopping in den Arcaden ab.

Zu den unvergeßlichsten Ereignissen unseres Besuches gehört die Fahrt nach Bamberg. Diese Stadt an der Regnitz ist über tausend Jahre alt und bezieht ihren Reiz aus einer einzigartigen Architektur aus allen erdenklichen Stilrichtungen vom Barock bis zur Gotik. Gerhard Kreitz, der sich als großartiger Fremdenführer erwies, zeigte uns die herrlichen Sehenswürdigkeiten, darunter den Dom, das über der Stadt thronende Kloster Michaelsberg, die Neue Residenz und dem wunderschönen Garten, wo 4.000 Rosenbüsche blühen, und das Alte Rathaus auf seiner künstlichen Insel. Der Eindruck von Bamberg wäre freilich nicht vollständig, wenn wir nicht auch das berühmte Rauchbier probiert hätten. Diese besondere Biersorte hat einen rauchigen Beigeschmack, den zu verkosten wir nicht vor dem dritten Krug aufhören wollten.

Forchheim

Forchheim

Die Stadtrallye ist ein unterhaltsamer Wettbewerb und eine ausgezeichnete Prüfung der der im Kurs erworbenen Kenntnisse. Wir teilten uns in kleine zwei- bis dreiköpfige Gruppen auf und erhielten 20 Fragen zu Vergangenheit und Gegenwart Erlangens gestellt, die wir beantworten sollten. Jede Gruppe mußte fast die ganze Stadt abklappern, um alle Antworten zu finden. Schließlich waren wir alle hundemüde, hatten aber auch einen Heidenspaß und erhielten die verdienten Preise.

Die Reise war unterhaltsam und interessant. Ich möchte nochmals allen Organisatoren dieses unvergeßlichen Kurses danken: Sieghard Hellmann, Gerhard Kreitz und Wolfram Howein. Dank an alle Gastfamilien für ihre Gastfreundschaft und Fürsorge – und ein besonderes Dankeschön an Elfriede Königsheim, die uns alle mit ihrem Optimismus und ihrer Lebensfreude angesteckt hat.

Sergej Trojnitsch

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Nicht, daß Irina Chasowa und Reinhard Beer sich nichts mehr zu sagen hätten. Aber das letzte Ferngespräch vor Eintreffen der fast zwanzigköpfigen Gruppe Deutschlernender aus Wladimir zwischen der Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses und dem Leiter der Sprachenabteilung an der Volkshochschule dauerte wohl nicht allzu lange. Denn auf die Frage des Programm-Machers, was denn noch so alles vorzubereiten sei für den zweiwöchigen Sprach- und Landeskundekurs erhielt er aus Wladimir die ebenso entwaffnende wie beruhigende Antwort: „Es läuft wie geschmiert.“

Irina Chasowa und Reinhard Beer

Irina Chasowa und Reinhard Beer

Tatsächlich hat sich da etwas eingespielt, läuft da etwas rund. Eines greift ins andere, und alle Beteiligten wissen, was zu tun ist: Reinhard Beer und sein Team geben das vormittägliche Unterrichtsprogramm vor, die bewährte Dozentin Heide Thies und ihre in Sachen Wladimir noch unerfahrene Kollegin Rebecca Böttcher gestalten die Lektionen, der Freundeskreis Wladimir – namentlich die emsige Troika Gerhard Kreiz, Wolfram Howein und Sieghard Hellmann – sorgt für die Ausflüge und macht Freizeitangebote, und schließlich öffnen die Gastgeber ihre Türen und lassen die neuen russischen Freunde am deutschen Familienalltag teilhaben.

Heide Thies, Rebecca Böttcher, Rosa Bilida, Linda Laudina und Sergej Trojnitsch

Heide Thies, Rebecca Böttcher und Reinhard Beer mit dem Siegerteam bei der Stadtrallye: Rosa Bilida, Linda Laudina und Sergej Trojnitsch

„Neu“ ist noch so ein Stichwort, denn diese mittlerweile sechste Gruppe in Folge ist geprägt von noch ganz jungen Gesichtern, von Neuzugängen, Studenten zumeist und Berufsanfänger. Und fast alle sind überhaupt zum ersten Mal in Erlangen. Bei der Auswertung der gestrigen Stadtrallye, wo das Heute und das Gestern in zwei- bis dreiköpfigen Teams zu erkunden war, staunte Reinhard Beer dann aber doch darüber, wie sattelfest die meisten Gäste in der lokalen Historie sind. Und dann noch ein Kompliment en passant, bevor es morgen wieder nach Hause geht: Die Frage, wo denn in Erlangen interkulturelle Begegnungen stattfänden, beantworteten einige mit einem prägnanten „überall“ – statt mit dem zu erwartenden „Club International“. Klar, daß es dafür auch die volle Punktezahl gab. Vielleicht sogar mit Sternchen? Das jedenfalls haben alle Mitwirkenden verdient. Ohne Fragezeichen!

S. auch: http://is.gd/oORuNH

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Vom 15. bis 29. Juli besuchte ich mit einer Gruppe aus Wladimir den Deutsch-Kurs an der VHS in Erlangen.

Natascha Nikolajewa in der Fränkischen Schweiz

Gleich nach der Ankunft in Nürnberg – mit einmal Umsteigen, hundemüde und teilweise sogar eher mürrisch gestimmt – wurden wir wie liebe Verwandte in Empfang genommen. Danach brachte man uns zu unseren neuen Aufenthaltsorten, in die Gastfamilien oder in den Frankenhof. Einige kamen nach Nürnberg, andere nach Erlangen oder in die Umgebung der Partnerstadt. Noch am ersten Tag trafen wir uns alle in großer Gesellschaft im Kitzmann Bräustüberl. Diese Erlanger Brauerei feiert heuer übrigens ihren 300. Geburtstag. Bei der Gelegenheit lernten wir unsere Gastgeber näher kennen und genossen natürlich das leckere Abendessen.

Anderntags ging es alle Mann hoch in die Volkshochschule, wo wir die großartige Dozentin Heide Thies kennenlernten. Ihr Unterricht war ungemein unterhaltsam, und wir lernten bei ihr nicht nur die für uns so schwierige deutsche Grammatik, sondern auch viel über die deutsche Kultur, Geschichte und Umgangssprache.

Gruppenbild mit Heide Thies, sitzend, 2. v.l.

Schon am ersten Unterrichtstag fuhren wir nach Bamberg, wo wir fast erschlagen wurden von den vielen Eindrücken. Viele probierten das Rauchbier, alle besichtigten wir den Dom, der uns mit seinem eindrucksvollen Anblick in Erstaunen versetzte. Außerdem besuchten wir den Rosengarten mit seiner Schönheit und duftenden Vielfalt. Am Ende des Tages traf sich ein Teil unserer Gruppe noch mit Teilnehmern eines Russischkurses. Ehrlich gesagt hat mich das Bemühen dieser Leute beeindruckt, die schon so gut Russisch sprechen.

Jeden Tag waren wir mit etwas beschäftigt. Nach dem Unterricht ging es immer irgendwo hin. Beispielsweise fuhren wir nach Forchheim zum Annafest. Interessant, die Trachten zu sehen, die angenehme Musik zu hören, die Volkstänze zu erleben und selbst an dem Treiben teilzunehmen. Einige fuhren mit dem Karussell, andere tranken nach Herzenslust Bier, wieder andere probierten die deutschen Süßigkeiten. Kurzum, jeder fand etwas für seinen Geschmack auf diesem Fest des Lebens.

Nataschas Blick in die Fränkische Schweiz

Besonders im Gedächtnis blieb die Fahrt nach Nürnberg. Gerhard Kreitz ist ein großartiger Fremdenführer und ein ausgezeichneter Kenner der Geschichte. Wir haben die Stadt sogar von der Höhe der Burg aus zu sehen bekommen. Die Gassen der Stadt vergessen wir bestimmt nie – mit ihren alten Häusern und Biergärten, mit dem Dürer-Haus, dem Marktplatz und natürlich mit dem berühmten Nürnberger Hasen. Wir probierten das berühmte Rotbier, die Sauren Zipfel und köstliches Fruchteis.

Am Sonntag, den 22. Juli, stand ein Ausflug in die Fränkische Schweiz auf dem Programm. Die an Naturschönheiten so reiche Gegend gefiel uns sehr. Wir sausten sogar die Sommerrodelbahn herunter. Unvergeßlich!

Natascha mit ihrem Bruder Alexander Nikolajew

Am vorletzten Tag beschlossen wir, nach Regenburg zu fahren. Wir schlenderten durch die Altstadt, überquerten die fast 900 Jahre alte Steinerne Brücke, schipperten auf der Donau. Beeindruckt waren auch alle von der Höhe und Schönheit des Doms.

Aber natürlich machte auch Erlangen gehörig Eindruck mit „Klassik am Berg“, einem Orgelkonzert, den Ausflügen mit Heide ins Stadtmuseum, in die Orangerie, in die Gassen und Parks. In besonders herzlicher Atmosphäre verlief der Abend im Club International mit Nadjeschda Oblowazkaja, die einen Vortrag über die Bedeutung von Farbe in unserem Leben und deren Einfluß auf unsere Gesundheit hielt.

Meinem Papa gefiel besonders die Radfahrt mit Wolfram (sie legten 65 km zurück), aber auch die achtstündige Waldwanderung mit Sieghard begeisterte ihn. Außerdem waren meine Eltern und Slata Gluschnizkaja angetan davon, eine Klinik besuchen und das Gesundheitswesen in Deutschland kennenlernen zu können.

Tatjana Karssanowa mit Ehepaar Kraft

Sie sehen also, unsere Reise hatte ein dichtes Programm und ließ uns viele Erfahrungen machen. Wir haben nicht nur Deutschland kennengelernt, sondern Freundschaften geschlossen. Auch nach der Reise stehen wir ungeachtet möglicher Altersunterschiede oder verschiedener Interessen miteinander in Kontakt. Wir sind Peter Steger, Wolfram und Inge Howein, Sieghard und Valerie Hellmann, Gerhard Kreitz, Familie Jung, unserer Dozentin Heide Thies und allen Gastgebern sehr dankbar. Danke all jenen, die sich um uns gekümmert haben wie um liebe Verwandte.

Natascha Nikolajewa

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Immer wieder fällt im Gespräch der Name Heide Thies, die den heute mit der Stadt-Rallye zu Ende gehenden zweiwöchigen Kurs an der VHS für die Gruppe aus dem Erlangen-Haus gehalten hat, dieses Mal ganz allein. Voll des Lobes sind die beiden Betreuerinnen, Tatjana Kirssanowa, zuständig für die Deutschkurse, und Swetlana Schelesowa, stellvertretende Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses. Eine hochprofessionelle Methodik zeichne die Dozentin aus, gepaart mit schauspielerischem Talent und der Fähigkeit, ohne ein Wort Russisch auch schwierigere grammatikalische Regeln anschaulich und einprägsam zu erklären. Bester Beweis für die Qualität des mit vielen stadt- und landeskundlichen Exkursionen angereicherten Unterrichts: Niemandem wäre es eingefallen, auch nur eine Stunde zu schwänzen! Tatjana Kirssanowa, selbst Deutsch-Dozentin, weiß wovon sie spricht, wenn sie anerkennend sagt: „Die Kollegin versteht es hervorragend, eine Lernatmosphäre zu schaffen, die alle begeistert.“ Das Unterrichtskonzept ist übrigens von Heide Thies selbst entwickelt worden, und als Lehrmaterial dienen ihr von der Volkshochschule herausgegebene Broschüren mit geschichtlichen Bezügen zu Erlangen. Sprachlehrbücher für derartig spezielle Kurse gibt es schließlich (noch) nicht.

Swetlana Schelesowa und Tatjana Kirssanowa

Die Gruppe war übrigens wieder rasch zusammengestellt. Wer nach zweijährigem Kursbesuch im Erlangen-Haus die Stufe A2 erreicht hat, darf mit. Ausgeschlossen sind nur Kinder, vor allem wegen der Haftungsfragen. Der Kurs erfreue sich so großer Beliebtheit, erzählt Tatjana Kirssanowa, daß er für viele einen wichtigen Anreiz darstelle. Eine Dame mit nur noch in Spurenelementen vorhandenen Schul-Deutsch-Kenntnissen habe sogar einmal ungeachtet einer wenig schmeichelhaften Einstufung darauf bestanden, gleich auf dem A2-Niveau beginnen zu dürfen, um möglichst rasch nach Erlangen zu kommen. Freilich mußte sie bald einsehen, daß sie im Unterricht nicht mitkam und wohl doch in die Anfängerklasse gehörte. Ihr Ziel, die Erlangen-Fahrt, nicht aus den Augen lassend. Bei etwas Begabung und Fleiß wird sie das auch erreichen, denn das Erlangen-Haus bekommt als eines der 20 landesweit agierenden Deutschlernzentren mit Prüfungslizenz vom Goethe-Institut in Moskau Bestnoten, und bereits im Herbst erwartet man in Wladimir einen Vertreter des Cornelsen-Verlages. Doch schon gibt es ein nächstes Ziel: Im Jubiläumsjahr 2013 soll erstmals ein Russisch-Kurs für Hörer der VHS am Erlangen-Haus angeboten werden. Dann will man vor allem auch eines zeigen: ein annähernd ähnliches Maß an Aufmerksamkeit, wie man es in diesen Tagen vom Freundeskreis und den Gastgebern in den aufnehmenden Familien erfahren hat. Denn, so Swetlana Schelesowa, ohne diese „liebevolle Betreuung wäre bei aller fachlichen Kompetenz der Kurs nicht das, was er ist, das vielleicht wirklich beste Projekt der Städtepartnerschaft“. Bestnoten also auch für die VHS, den Freundeskreis und die Gastgeber. Was will man mehr!

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