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Posts Tagged ‘Harald Luft’


Der Russische Abend am Freitag, um den gestrigen Bericht nun fortzusetzen, brachte den Veranstaltern viel Lob ein. Einige dieser Stimmen, die als Kommentare im Blog und auf Facebook eingingen, seien hier zitiert:

Lieber Peter und liebe alle an der Partnerschaft arbeitenden wunderbaren Menschen: Es war ein grandioser Abend. Danke!

Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin

Welche Wohltat, im täglichen Ohren und Geist abtötenden nationalen und internationalen Politlärm, solches zu hören,
Den Tag mit so einem Blog zu beginnen.

Richard Dähler, Zürich

Ein wunderbarer Abend mit vielen Erinnerungen , aber auch einem optimistischen Blick in die Zukunft.

Birgitt Aßmus, Stadträtin und Mitglied im Vorstand des Erlangen-Hauses

Das war ein sehr schöner Abend, toll organisiert, interessante Beiträge und coole Unterhaltung: eine wunderbare Freundschaft mit Wladimir. Herzlichen Dank.

Valerie Hellmann, Freundeskreis Wladimir

SCHADE! OHNE MICH! Trotzdem!!

Wiktor Malygin, Altrektor Universität Wladimir und Mitglied des Vorstands des Erlangen-Hauses

Klaus Steinke, Prof. em. und Inhaber des aufgelösten Lehrstuhle für Slawistik der FAU, Elisabeth Preuß, Andrej Matwijenko und Susanne Lender-Cassens im Gespräch mit Sabine Lotter

Nur eitel Lob? Das gibt es nicht einmal an einem solchen Festabend. Vielfach kritisiert wurde nämlich das Quiz mit der Frage, wer sich denn all die schwierigen Fragen ausgedacht habe, die man, wie ein Teilnehmer meinte, zum Teil nicht einmal mit kreativ-modernen Methoden der Suche per Kyrillisch im Internet habe lösen können. Nun, Xaver Y. Enigma, der Ratefuchs der Redaktion, ging daraufhin durchaus streng mit sich selbst ins Gericht, will sich allerdings, eingedenk des Bildungsauftrags der Volkshochschule, keineswegs schuldig sprechen, denn vor den Preis setzten bekanntlich schon die Götter den Schweiß. Und die Preise konnten sich ja auch sehen lassen. Nun aber, wie von Reinhard Beer am Ende des Abends angekündigt, für alle, auch jene, die nicht dabei sein konnten, der Rätsel Auflösung:

  1. Welcher russische Komponist hat ein berühmtes Märchen von E.T.A. Hofmann vertont?
  • Schostakowitsch
  • Tschajkowskij
  • Borodin

Das war verhältnismäßig leicht zu erraten, weil das Flötenquartett zur Einstimmung in den Abend zwei Stücke von Peter Tschajkowskij spielte.

  1. Boris Pasternak war einer der größten russischen Schriftsteller mit Weltruhm. Seine Sprache ist unglaublich reich und faszinierend. Womit vergleicht er die Sonne in seinem Roman „Doktor Schiwago“?
  • mit einer Orange
  • mit dem Auge eines geliebten Menschen
  • mit der russischen Seele

Schwierig, zugegeben, aber wer den Roman gelesen hat, wird sich an die Szene erinnern, wo der Autor Orange und Sonne gleichsetzt.

Russischer Abend 8

Andrej Matwijenko und Rose Ebding, eine der beiden Drittplatzierten

  1. Was bemerken die Gäste aus Erlangen am schnellsten in Wladimir, das sie in Erlangen vermissen?
  • Gastfreundschaft
  • WLAN in der Stadt
  • kostenloser Nahverkehr für Gäste

WLAN ist im Unterschied zu Deutschland nicht nur in Wladimir, sondern landesweit so gut wie in jeder Stadt selbstverständlich; es funktioniert sogar in der Metro von Moskau, tief unter der Erde.

Andrej Matwijenko und Georg Kaczmarek, einer der beiden Drittplatzierten

  1. Welche Sportart nahm 2019 nach einer sehr langen Unterbrechung wieder den Austausch auf?
  • Schwimmen
  • Langlauf
  • Schach

Das kann nur wissen, wer selbst mitgespielt oder aufmerksam die Sportspalte des Blogs gelesen hat. Es ist dank einer Initiative von Höchstadt und Krasongorsk – Schach, und für dieses Jahr ist schon das nächste Turnier geplant.

Georgios Tziafetas als einer der beiden Zweitplatzierten mit Andrej Matwijenko

  1. Zum wievielten Mal finden die Russisch-Deutsche Wochen in Erlangen statt:
  • 10 x
  • 12 x
  • 14 x

Wieder eine Frage zum Durchatmen, denn die Zahl zehn erklang oft genug von der Bühne oder fand im Blog Erwähnung.

  1. Zwischen dem Heiligen Römischen Reich und der Wladimirer Rus bestanden enge Verbindungen. Mit wem tauschte Großfürst Andrej Bogoljubskij Geschenke aus:
  • Kaiser Friedrich I
  • Kaiser Heinrich II
  • Papst Gregor der Große.

Friedrich Barbarossa schenkte Andrej Bogoljubskij zwei Armillae; eines dieser prunkvollen Armbänder ist im Louvre zu sehen, das andere im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Russischer Abend 11

Andrej Matwijenko und Harald Luft, einer der beiden Zweitplatzierten

  1. Der Vernichtungskrieg der Wehrmacht gegen die UdSSR firmierte als
  • Unternehmen Barbarossa
  • Operation Lebensraum
  • Vergeltung für Versailles.

Der schrecklichste Feldzug der Neuzeit, die Überfall auf die UdSSR unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“.

Xenia Sakerowa, Trägerin des Titels „Russionär 2020“, mit Andrej Matwijenko

  1. Wie oft ging der Nobelpreise für Literatur an russischsprachige Autoren?
  • 6 x
  • 7 x
  • 8 x

Bonuspunkt für die Nennung von Namen: _________________________

Iwan Bunin, Boris Pasternak, Michail Scholochow, Alexander Solschenizyn, Josif Brodskij, Swetlana Alexijewitsch.

  1. Russisch ist nicht nur eine der sechs Amtssprachen der UNO, es gilt vielmehr noch immer als lingua franca im postsowjetischen Raum. Wie viele Sprecher gibt es insgesamt?
  • 300 Mio.
  • 420 Mio.
  • 550 Mio.

Es sind knapp 300 Millionen.

  1. Kaum ein Lebensmittel verbindet man enger mit der russischen Küche als Kaviar. Woher aber kommt das Wort? Der Ursprung ist
  • persisch-türkisch
  • südslawisch
  • arabisch

Kaviar galt schon im alten Persien als Delikatesse, und aus diesem Raum stammt auch der Begriff für den Fischrogen.

Überraschungspreis für Reinhard Beer, verliehen vom 1. Konsul Andrej Matwijenko außer Konkurrenz: die Einladung zum Empfang anläßlich des Russischen Nationalfeiertags nach München

  1. Die Partnerstadt Wladimir trägt den Namen eines Großfürsten. Nennen Sie drei sowjetische bzw. russische Politiker mit diesem Vornamen:
  • ………………………………….
  • ………………………………….
  • ………………………………….

Wladimir Lenin, Wladimir Putin, Wladimir Schirinowskij. So verschieden sie sein mögen, der Vorname vereint sie.

  1. Die Initiative zur Gründung der Partnerschaft ging aus von
  • Erlangen
  • Wladimir
  • Bayerisch-Sowjetische Freundschaftsgesellschaft.

1981 schon äußerte Dietmar Hahlweg, damals Oberbürgermeister von Erlangen, in Moskau den Wunsch nach einer sowjetischen Partnerstadt.

  1. Wie viele Austauschprogramme und Projekte gibt es zwischen Erlangen und Wladimir jährlich?
  • bis zu 50
  • bis zu 80
  • gut 100.

Die Zahl der Austauschprogramme pendelt sich in den letzten Jahren bei 100 ein.

  1. Der sowjetische Regisseur Andrej Tarkowskij drehte einen seiner Filme in Wladimir und Susdal. Es handelt sich um:
  • Andrej Rubljow
  • Nostalgia
  • Iwans Kindheit.

Das Leben des Wandermönchs, Andrej Rubljow, verfilmte der Regisseur an Originalschauplätzen in Susdal und Wladimir.

Russischer Abend 14

Sieghard Hellmann, der das große Los mit der Reise nach Wladimir zog, überreicht von Andrej Matwijenko und Reinhard Beer

  1. Die „Stimme des Großen Vaterländischen Krieges“ im Radio stammte aus Wladimir. Hitler erklärte den Sprecher zu seinem persönlichen Feind. Sein Name ist:
  • Jurij Lewitan
  • Isaak Lewitan
  • Boris Diktor.

Wladimir setzte seinem berühmten Sohn, Jurij Lewitan, ein sprechendes Denkmal, eine Statue mit seiner Stimme.

  1. Das Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts Moskau im Erlangen-Haus erhielt unlängst bei einem Audit Bestnoten. Wie viele dieser Zentren gibt es in der Russischen Föderation?
  • 12
  • 17
  • 20

Es sind ihrer zwanzig.

  1. Vor dem Jahreswechsel wurden in Moskau ein Chor und seine Leitung als landesweit bester ausgezeichnet. Es handelte sich um den
  • Knabenchor von Eduard Markin
  • Kammerchor von Tatjana Grin
  • Kammerchor Raspew von Natalia Kolesnikowa

Diesen begehrten Titel erhielt im Dezember der Knabenchor von Eduard Markin, der voraussichtlich im Advent wieder einmal nach Erlangen kommt.

Reinhard Beer und seine Mitstreiterinnen bei Vorbereitung und Organisation der Russisch-Deutschen Wochen und des Russischen Abends, Elisabeth Hein und Nadja Steger

Nochmals die Preise und Sieger: Der Ehrengast des Russischen Abends, der 1. Konsul Andrej Matwijenko, überreichte folgende Preise: an Rose Ebding und Georg Kaczmarek, die sich den dritten Platz teilten, je ein Kunstwerk aus Wladimir; an Georgios Tziafetas und Harald Luft, beide im zweiten Rang, einen Gutschein für einen ihrem Sprachniveau entsprechenden Russischkurs und Xenia Sakerowa als der Siegerin und Trägerin des Titels „Russionär 2020“ eine Einladung zum Empfang des Russischen Generalkonsulats anläßlich des Nationalfeiertags am 11. Juni ins Hotel Bayerischer Hof in München. Und dann die Überraschung: Der Diplomat überreichte auch Reinhard Beer, Hausherr und Cheforganisator der Russischen Wochen, eine Einladung zu diesem Fest in die Landeshauptstadt. Verdient, fürwahr! – Doch dann die Auslosung für den Hauptpreis. Fortuna entschied, und nur einer konnte die richtige Nummer gezogen haben: Sieghard Hellmann vom Freundeskreis Wladimir, der nun eine Reise nach Wladimir – hin und zurück, wie Reinhard Beer betonte – antreten und drei Tage im Erlangen-Haus wohnen darf. Ganz wie Friedrich Schiller sagte: „Das Überraschende macht Glück!“ – Glückwunsch an alle, die Lieblinge der Götter wie jene, die ihren Preis mit Schweiß verdienten!

Fortsetzung folgt

 

 

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An der Sprachreise vom 3. bis 12. August, von der hier später noch die Rede sein wird, nahm auch Harald Luft, Musiklehrer am Marie-Therese-Gymnasium, teil. Einen ganzen Nachmittag verbrachte er an der Kinderkunstschule Nr. 3 mit deren Leiter, Alexander Sneschin, und der stellvertretenden Direktorin für die Verwaltung, Tatjana Matwejewa.

Harald Luft und Alexander Sneschin

Alexander Sneschin, der dem Kollegen aus Erlangen die Klassenräume und die beiden Konzertsäle zeigte, berichtet von einem anregenden Gespräch, an das er gern zurückdenke.

Tatjana Matwejewa und Harald Luft

Da ist es besonders schade, daß der Austausch des MTG mit Wladimir schon vor fünf Jahren eingestellt wurde. Aber, wer weiß, vielleicht gibt die Musik ja neue Impulse für ein Miteinander. Frei nach William Shakespeare könnte man sagen: „Wenn die Musik der Städtepartnerschaft Nahrung ist, spielt weiter!“

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Daria Baranowa

Gabriele Bergmann, Musiklehrerin am Christian-Ernst-Gymnasium war am vergangenen Mittwoch so begeistert von dem Auftritt der vierzehnjährigen Daria Baranowa, daß sie die russische Instrumentalistin mit ihrer Domra um eine Zugabe für den gestrigen Montag bat. Auch wenn der Abreisetag im Programm eigens freigehalten wurde, brauchte es kein langes Überlegen, die Zusage kam umgehend, und so füllte sich gestern am späten Vormittag der Musiksaal des CEG wieder mit gut 60 Schülern aus drei Klassen. Und wieder dieses gespannte Hören, dieses bewegte Hineinfühlen in die fremden Klänge der russischen Folklore. Kein störender Mucks zu vernehmen, kein Stühlerücken, nur gesammelte Aufmerksamkeit – und so viel Licht auf den Gesichtern.

"Autogrammstunde" nach dem Konzert, Photo Udo Winkler

Aber es kamen auch wieder ganz ähnliche Fragen am Ende des jubelnd gefeierten Auftritts. Wie Dascha es denn schaffe, nach zwei bis drei Stunden täglichen Übens auf der Domra auch noch ein ähnliches Pensum an der E-Gitarre zu leisten, ganz zu schweigen von den Hausaufgaben. Ob sie denn auch noch Zeit für Freunde habe? Dascha kennt das Erstaunen über ihre Leistungen bereits, bleibt aber scheu zurückhaltend und versichert sich vor jeder Antwort mit einem Blick bei ihrer Pianistin, Lana Grjasnowa, oder der Direktorin ihrer Schule, Jelena Soskowa. Nur als sie gefragt wird, wie sie das alles unter einen Hut bringe, lächelt sie spontan und meint: „Das schaffe ich halt so.“ Wie, bleibt wirklich ihr Geheimnis. Das hat sie auch am Marie-Therese-Gymnasium nicht gelüftet, wo sie auf Einladung von Harald Luft ein weiteres Konzert gegeben hatte, ebenfalls vor vollem Saal.

Lana Grjasnowa, Jelena Soskowa, Bärbel Hanslik

Zu den Zwischentönen des Besuchs von Daria Baranowa gehören aber auch Treffen und Gespräche der Erwachsenen. Da kamen zum Beispiel Jelena Soskowa und Lana Grjasnowa mit Bärbel Hanslik, der Leiterin der Erlanger Sing- und Musikschule, zusammen, deren Konzept sich ganz wesentlich von dem der russischen Kunstschulen unterscheidet, wo nicht nur praktischer Unterricht an Instrumenten gegeben wird, sondern wo man auch theoretische Fächer und sogar Stimmbildung belegen muß, um ein Zertifikat zu erhalten, das später die Tür zur professionellen Ausbildung öffnet. Die Zeit reicht gar nicht, um alle Fragen zu besprechen. Da kann nur ein baldiger Besuch in Wladimir helfen. Die Einladung ist jedenfalls ausgesprochen. Und nebenbei bemerkt: Auf dem Hintergrund des Photos sind bleibende Spuren aus Wladimir zu sehen. Die Wände der Sing- und Musikschule hat vor sechs Jahren Serafima Tschernoglasowa gestaltet.

Pawel Bondarjew und Dmitrij Baranow

Aber auch die Herren aus der Gruppe blieben nicht untätig im Hintergrund. Dmitrij Baranow, Daschas Vater, ist pensionierter Polizist und will zusammen mit Pawel Bondarjew dabei helfen, Kontakte zwischen den Gefängnissen der Partnerstädte herzustellen. Das Thema Strafvollzug ist in Rußland derzeit in aller Munde, denn man will die Haftbedingungen schrittweise an europäische Standards heranführen. Für das Wladimirer Zentralgefängnis eine besondere Herausforderung angesichts seiner bis in die Zeit von Katharina der Großen zurückreichende Geschichte als Verwahrungsort für Regimegegner, angebliche und echte Kriegsverbrecher, für Dissidenten und Spione. Vereinbart wurde nun ein Besuch von Wladimirer Fachleuten für die zweite Oktoberwoche. „Die werden Augen machen“, meint Dmitrij Baranow nach der eingehenden Besichtigung der Sozialtherapeutischen Anstalt in Erlangen mit ihren vierzig Insassen, „denn das hier ist im Vergleich zu unseren Gefängnissen ein Pionierlager.“

Empfang bei Bürgermeisterin Elisabeth Preuß

Dmitrij Baranow war im November 2009 schon einmal mit Pawel Bondarjew in Erlangen und traf hier seine Polizeikollegen, mit deren Hilfe er in Wladimir eine Ortsgruppe der International Police Association (IPA) gegründet hatte. Ehrensache, daß man sich am Sonntag und gestern mit Udo Winkler, dem Vorsitzenden der IPA Erlangen, traf und gleich für Ende Juni die nächste Begegnung zum 30jährigen Gründungsjubiläum des internationalen Polizistenverbands verabredete. Über das Treffen berichtet Udo Winkler mit eigenen Worten:

Dmitrij Baranow, Udo Winkler, Pawel Bondarjew

Es war ein spontaner, aber sehr netter Kontakt mit der ganzen Gruppe. Wir haben uns am Sonntagnachmittag um 16.00 Uhr im Gästehaus Frankenhof getroffen und sind dann ins IPA-Vereinsheim, zum IPA-Turm nach Herzogenaurach, gefahren. Dort wurden die Gäste von mir bewirtet. Nach der Besichtigung des Turmes und der Polizeidienststelle in Herzogenaurach sind wir dann etwa gegen 19.00 Uhr nach Erlangen gefahren und haben beim Angerwirt in der Guhmannstraße noch ein warmes Abendessen zu uns genommen. Kurz nach 22.00 Uhr wurden die Gäste dann von mir ins Gästehaus gebracht, damit Daria für das Konzert ausgeschlafen ist. Begeistert war ich insbesondere natürlich über die komplette Polizeiuniform, die in Zukunft einen Ehrenplatz in unserem IPA-Turm erhalten wird. Daß sowohl Natalia Grebnev als auch Irina Tartakowskaja spontan zugesagt hatten, mich zu begleiten und zu unterstützen, hat mich schwer begeistert.

Ohne Worte

Auch das Konzert im Christian-Ernst-Gymnasium hat mir persönlich sehr gut gefallen. Der Rhythmus „zum Mittanzen“ ebenso wie die langsameren Passagen haben mir teilweise Gänsehaut verpaßt. Also eine wirklich gelungene spontane Konzerteinlage, die auch den Schülern des Gymnasiums gut gefallen hat. Könnte mir so etwas durchaus auch in der Schule meiner Tochter vorstellen (Werner-von-Siemens-Realschule).

Der Link zum ersten Besuchstag der Gruppe unter: https://erlangenwladimir.wordpress.com/2011/03/24/ein-stern-geht-auf-in-erlangen. Der Link zum ersten Besuch von Dmitrij Baranow unter: https://erlangenwladimir.wordpress.com/2009/11/21/wenn-polizisten-freunde-werden

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Gruppenbild

Schon wieder geht ein Besuch in Erlangen zu Ende. Eine gute Woche hatte eine Schülergruppe aus Wladimir am Marie-Therese-Gymnasium verbracht und damit eine Tradition fortgesetzt, die für die Städtepartnerschaft von unschätzbarem Wert ist, werden hier doch Kontakte zwischen Jugendlichen geknüpft, die oft mit den Jahren immer enger werden, zumindest aber den Schülern Weltläufigkeit vermitteln und sie interkulturelle Kompetenz einüben lassen. Ein großes Werk der Völkerverständigung, das die beiden Partnerschulen und die gastgebenden Eltern da Jahr für Jahr neu und mit wechselnden Akteuren schaffen.

Irina Nasarkina, Helga Häußinger, Ludmila Barynina

Aber natürlich ist dergleichen nicht ohne Konstanten möglich, auch und gerade bei den Akteuren. Schüleraustausch – nachgerade mit Rußland – ist keine Pflichtveranstaltung. Kein Lehrplan, keine Dienstvereinbarung und erst recht keine Weisung aus dem Partnerschaftsbüro kann Pädagogen auferlegen, sich dem Aufwand zu unterziehen, der mit derartigen Programmen zusammenhängt, – von der Antragsstellung für Zuschüsse über die Gespräche mit den Eltern bis hin zu Details der Reiseplanung. Eine freiwillige Leistung, ein ehrenamtlicher Einsatz ist das in großen Teilen – und das in Zeiten von immer stärker verdichteten Lehrplänen, die kaum noch Raum für außerschulische Veranstaltungen lassen. Was da geleistet wird, werden die jungen Leute wohl erst richtig zu schätzen wissen, wenn sie in Studium und Beruf auf Erfahrungen zurückgreifen können, die sie jetzt gemacht haben. So lange wollen wir aber nicht warten und sagen an der Stelle Helga Häußinger, heuer unterstützt von Harald Luft und Ludmila Barynina sowie ihrer Kollegin Irina Nasarkina danke und спасибо!

Igor und Mara

Mara Bodden ist zwar erst vierzehn Jahre alt, geht aber schon als rechte Weltenbummlerin durch und kennt von Reisen mit ihren Eltern Paris, Rom und London, La Palma und Casablanca. Nun führte sie der Schüleraustausch in dem Jahr erstmals in eine russische Stadt, nach Wladimir. „Das ist was ganz anderes“, sprudelt sie munter drauflos, „die Wohnungen sind viel kleiner, die Leute haben allgemein nicht so viel wie wir, aber die Russen leisten sich auch gerne Luxus. Zum Beispiel haben fast alle neueste Handys.“ Die nutzen die Wladimirer Schüler zu Maras Verwunderung sogar während des Unterrichts, den sie für Gespräche gern auch mal für einige Zeit verlassen. Und das mit dem Schwänzen sehe man in der Partnerschule Nr. 10 auch nicht immer so eng. „Mehr Freiheiten haben die und ganz nette Lehrer, alle so aufgeschlossen, gastfreundlich. Wir wurden gleich in die Arme geschlossen. Und ein schönes Land ist das.“ Kultur und Architektur haben es der quirligen Schülerin besonders angetan, und mächtig beeindruckt war sie von Moskau, der vierten Metropole, die sie in ihrem noch so jungen Leben nach Paris, London und Rom schon kennengelernt hat. Nur zu den Toiletten in der Schule will sie lieber vielsagend schweigen. Doch da springen die Jungs aus der russischen Gruppe, die dem Gespräch folgen, ein und nicken bestätigend: „Genau, das ist ein schlimmes Problem überall bei uns.“

Harald Luft

„Genau“ ist eines der Lieblingswörter von Mara, und die Gäste machen sich einen harmlosen Jux daraus, die Genaus zu zählen und sich selbst auf der Zunge zergehen zu lassen. Doch Mara lacht das mit ihrem liebenswert-heiteren Gemüt alles weg – und die anderen mit ihr. Übrigens auch die wohlmeinende Kritik: Es gab zu wenig Zeit, die man in der Gruppe gemeinsam verbringen konnte. Der Ausflug nach Bad Windsheim war dafür zu wenig. Alle anderen Treffen fanden individuell organisiert statt – mit Ausnahme des gestrigen Abschiedsabends. „Das hat mir in Wladimir besser gefallen, genau! Da haben wir mehr gemeinsam unternommen.“ Was Mara wohl nur ahnt: Das strenge Reglement des Stundenplans in Bayern wird wohl nicht viel mehr an Unterrichtsbefreiung zulassen, wo doch gerade solche Begegnungen ermöglichen, fürs Leben zu lernen. Oder ist es immer noch so wie zu Zeiten von Seneca, der schon beklagte „Non vitae, sed scholae discimus“? Aber auch das hat sein Gutes, und so konnte Maras Gastschülerin, bei der sie schon in Wladimir wohnte, etwas besser Deutsch lernen. Vier Mails pro Woche sind vor dem Besuch zwischen Erlangen und Wladimir hin- und hergegangen, alle auf Englisch. Und dabei soll es nicht bleiben: „Ich will unbedingt mal wieder nach Wladimir, und meine Freundin kommt bestimmt noch einmal nach Erlangen.“   

Gruppenbild

Der fünfzehnjährige Igor Arefjew kann dazu nur sagen: „Genau!“ Obwohl sein Deutsch schon ganz passabel ist, wenn er sich auch schämt, in all den Jahren, wo er die Fremdsprache gelernt hat, nicht mehr Fortschritte gemacht zu haben. Immerhin besucht er jetzt Kurse im Erlangen-Haus, hat also Blut geleckt, will mehr aus seinem Deutsch machen. Auch Igor ist schon in der Welt herumgekommen, war im Baltikum und in Skandinavien. Und nun zum ersten Mal Deutschland. „Ich bin der fünfte in meiner Gastfamilie“, berichtet Igor eher etwas bedächtig. Aber als fünftes Rad am Wagen fühlt er sich da gewiß nicht. „Man kümmert sich großartig um mich. Ich fühle mich wie ein leibliches Kind der Familie. Das Essen schmeckt mir, die Lebensweise gefällt mir gut, und die deutsche Mentalität verstehe ich.“ Ungewohnt ist für den Gast nur, wie lange sich die Deutschen im Vergleich zu den Russen Zeit damit lassen, Kinder zu bekommen. „Unsere Eltern sind alle viel jünger als die Eltern unserer Erlanger Freunde.“ Aber was spielt das schon für eine Rolle, wenn man, wie Igor, mit der Gastfamilie zu einem Spiel des 1. FCN ins Stadion fahren kann und mit dem deutschen Freund die Freude an der Musik teilt! Da verwundert es nicht, auch von Igor zu hören, er wolle unbedingt wiederkommen und den Kontakt halten.

Ereignisreiche Tage gehen zu Ende. Man hat viel voneinander und miteinander gelernt, etwa bei den Miniprojekten, wo jeweils Vierergruppen aus zwei Erlanger und zwei Wladimirer Schülern in Kurzreferaten Themen aus dem jeweils anderen Schulalltag vorstellten. Wer weiß, ob die jungen Leute nicht eines Tages bei gemeinsamen Projekten in Kultur oder Wissenschaft kooperieren… Ein guter Anfang ist in jedem Fall gemacht. Anlaß genug, zum guten Schluß auch den Gasteltern für Geduld und Toleranz zu danken. Der Einsatz hat sich – wieder einmal – für alle gelohnt. Hoch und lang lebe der Schüleraustausch und jeder einzelne, der ihn möglich macht!

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