Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Gouverneurswahlen Wladimir 2018’


Das hätte so deutlich kaum jemand erwartet: Eine Abwahl von Swetlana Orlowa? Ja, im Bereich des Möglichen nach den deutlichen Ergebnissen der Stimmabgabe von vor zwei Wochen. Aber mit einem solchen Abstand überrascht das doch, mit welchem die gestandene Politikerin der Partei Einiges Rußland, von der Wladimir Putin einmal beeindruckt meinte, sie könnte Pferde im Galopp zum Stehen bringen, gegen ihren Herausforderer von der Freiheitlich-Liberalen Partei, Wladimir Sipjagin, geschlagen wurde: Nach Angaben des Zentralen Wahlbüros stand es bei einer Wahlbeteiligung von 35% nach Auszählung aller Stimmen 37,04 : 57,03.

Wladimir Sipjagin nach der Stimmabgabe mit seinen Kindern

Man kann also davon ausgehen, daß sich so gut wie alle Wähler, die bereits im ersten Gang gegen die Amtsinhaberin gestimmt hatten, nun gestern ihr Kreuz für den Herausforderer machten, der bisher politisch kaum in Erscheinung getreten war. Dabei hatte Swetlana Orlowa dieser Tage in einer Botschaft an die Bevölkerung der Region Wladimir noch Besserung gelobt, sie wolle die Menschen noch besser in alle Entscheidungen einbinden und habe verstanden, daß es möglicherweise nicht allein genüge, sich auf die eigenen Erfolge zu verlassen. Sogar eine ganze Reihe Prominenter aus der Kultur hatte sich für den Status quo im Weißen Haus von Wladimir ausgesprochen. Vergebens.

Swetlana Orlowa bei der Stimmabgabe

Und dann auch noch das: Fast zeitgleich mit Schließung der Wahllokale um 20.00 Uhr OZ verschwanden die oppositionellen Plattformen – Zebra-TV und Tomix -, die von Unregelmäßigkeiten berichtet hatten, vom Bildschirm, offenbar ein koordiniertes Werk von Hackern. Ob tatsächlich Fälschungen stattfanden? Da werden jetzt viele vieles mutmaßen. Sicher kann man nur sein, daß dies nun in den nächsten Tagen peinlich genau untersucht wird. Auch der Umstand, warum kurz vor Ende der Stimmabgabe so viele Beobachter abgezogen wurden. Möglicherweise wird die Wahl ja sogar – ebenso wie vor einer Woche in der Region Primorje – für ungültig erklärt. Die Wahl ist also entschieden, und es zeigt sich: Der Sieg der Kreml-Partei ist nicht mehr gottgegeben. Auch in der Region Chabarowsk siegte der Kandidat der Liberal-Demokratischen Partei, sogar noch eindrucksvoller mit einem Abstand von mehr als 40%! Aber nach der Wahl ist vor der Wahl. Hierzu auch dieser Artikel aus dem Spiegel: https://is.gd/9ADHyL

Read Full Post »


Der Urnengang auf Ebene des Gouvernements Wladimir brachte nicht nur die handfeste Überraschung einer Stichwahl für die Landesmutter, Swetlana Orlowa, die mit 36,42% der Stimmen deutlich die notwendige 50-Prozent-Marke verfehlte und damit nur fünf Prozent mehr Stimmen erhielt als der nächstplatzierte, Wladimir Sipjagin, von der Freiheitlich-Demokratischen Partei, dieser Sonntag brachte auch weitere Erkenntnisse, die berichtenswert erscheinen.

Swetlana Orlowa

Zum einen gab es auch seitens der Nichtregierungsorganisation Golos (zu übersetzen mit „Stimme“) in den Wahllokalen keine nennenswerten Störungen oder Verstöße. Zum anderen aber liegt die Region Wladimir mit einer Wahlbeteiligung von knapp 33% im Landesvergleich im unteren Drittel, vor allem aber: Nirgendwo sonst gab es so viele ungültig gemachte Stimmzettel wie hier, gut acht Prozent. Zum Vergleich: In der Region Nischnij Nowgorod waren es gerade einmal eineinhalb Prozent. Beobachter werten dies als einen weiteren Beweis für die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der aktuellen Regionalpolitik – und möglicherweise wohl auch darüber hinaus. Immerhin aber konnte die Partei Einiges Rußland mit 23 der 38 Sitze wieder die Mehrheit in der Duma, dem „Landtag“ von Wladimir, holen. Doch der Wahlkampf beginnt nun erst so richtig. Am übernächsten Sonntag geht es für die Partei um alles, um den Wiedereinzug ihrer Kandidatin, Swetlana Orlowa in die „Staatskanzlei“, das Weiße Haus von Wladimir.

Read Full Post »


In 985 Wahllokalen – alle videoüberwacht, einige sogar mit Internetkameras ausgestattet – konnten gestern die 1.130.678 wahlberechtigten Einwohner der Region Wladimir ihre Stimme abgeben. Sogar fünf Urnen wurden für Moskowiter aufgestellt, die hier ihre Datscha haben und am „Tag der einen Wahl“ ihren Oberbürgermeister wählen wollten. Neu zu besetzen – oder den Status quo zu bestätigen – galt es am Sonntag die höchsten Ämter in 26 Subjekten der Russischen Föderation sowie die Posten der parlamentarischen Vertretungen von 17 Subjekten der Russischen Föderation, darunter auch der Region Wladimir, wo neben 434 Kandidaten für den „Landtag“ und 134 Bewerbern um ein Amt in den Organen der kommunalen Selbstverwaltung ein Vierkampf um die höchste Stelle im Gouvernement zu entscheiden war. An die Spitze der regionalen Verwaltung bewarben sich für die nächsten fünf Jahre Wladimir Sipjagin von der Liberaldemokratischen Partei, Sergej Birjukow von der Partei Gerechtes Rußland, der von den Patrioten Rußlands ins Rennen geschickte Sergej Glumow – und Amtsinhaberin, Swetlana Orlowa, von der Partei Einiges Rußland. Die Kommunisten waren wegen Verfahrensfehlern gar nicht erst angetreten.

Swetlana Orlowa bei der Stimmabgabe

Spannend an der Wahl erschienen vor allem zwei Fragen: Wie hoch würde die Wahlbeteiligung, in der Region Wladimir traditionell eine der niedrigsten (2013 gerade einmal 28%), ausfallen, und mit welchem Abstand zu den Herausforderern würde Swetlana Orlowa siegen, die vor fünf Jahren fast 75% der Stimmen erhalten hatte. Das vorläufige Ergebnis sieht nun gegen 6 Uhr OZ, wo 98% der Stimmen ausgezählt sind, so aus: Bei knapp 33% Wahlbeteiligung liegt die Amtsinhaberin mit 36,46% zwar vorne, sie verfehlt aber deutlich ihr Ergebnis von 2013 und vor allem die notwendige Marke von mehr als 50% der Stimmen. Es wird also einen zweiten Wahlgang geben, noch in diesem Monat. Der Herausforderer dann: Wladimir Sipjagin, der auf fast 31,28% kommt. Interessant auch noch die Anteile der Parteien bei den Duma- oder „Landtags“-Wahlen: Knapp 30% holt die Kreml-Partei Einiges Rußland, doch dann folgen schon die beiden kommunistischen Parteien mit knapp 24% und gut 6%. Die liberaldemokratische Partei von Wladimir Schirinowskij kommt auf beinahe 21%, Gerechtes Rußland auf 10%, und die Rentnerpartei sowie Jabloko erhalten viereinhalb bzw. eineinhalb Prozent der Stimmen.

Aktualisiertes Ergebnis nach der kompletten Auszählung für Swetlana Orlowa: 36,42%. Damit muß die bisherige Gouverneurin am 23. September in der Stichwahl gegen Wladimir Sipjagin antreten, der am Ende 31,19% der Stimmen auf sich vereinen konnte. Durchaus unerwartet, wie man wohl sagen darf.

Read Full Post »


Am Sonntag, den 9. September, stehen in der Region Wladimir Wahlen an. Zu besetzen ist das höchste Amt im „Weißen Haus“, in der Gouvernementsverwaltung. Und alles spricht für einen Sieg von Swetlana Orlowa, die mit großer Wahrscheinlichkeit eine weitere, zweite Amtszeit als Landesmutter antreten kann. Als einzige Frau im Rennen hat sie sich gegen fünf Herausforderer zu behaupten. Dabei helfen ihr als Mitglied der staatstragenden Partei Einiges Rußland sicher auch Daten der „Agentur für politische und ökonomische Kommunikation“, die der Kandidatin in der sogenannten „Kreml-Rangliste“ wachsenden Einfluß bescheinigen.

Swetlana Orlowa

Lag die ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Föderationsrates noch vor einiger Zeit auf der Liste der politischen Schwergewichte weit hinten, so machte die aus Chabarowsk stammende Politikerin in den letzten Monaten wieder Boden gut und rückt nun von Position 41 auf Rang 36, erreicht damit also das vordere Drittel des je nach Zählung zwischen 85 und 92 Personen umfassenden Feldes. Beste Voraussetzungen also für einen Wiedereinzug ins Weiße Haus von Wladimir. Wenn da nur nicht diese nun auch auf die Kreisstädte übergreifenden Proteste gegen die Rentenreform wären, die landesweit zu beobachten sind und von der Regierung wohl in dieser Wucht und Wut nicht vorhergesehen wurden. Für den Wahlausgang dürfte deshalb viel davon abhängen, wie sich Swetlana Orlowa in dieser strittigen Frage positioniert: Das Gesetz, nach dem Frauen künftig erst mit 63 statt mit 55 und Männer mit 65 statt wie bisher mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen sollen, wurde bereits in erster Lesung gegen die Stimmen der Opposition angenommen, während der Präsident sich von der unpopulären Maßnahme wenig amüsiert zeigt. Die „Gretchenfrage“ des Wählers könnte also wirklich lauten: „Wie hast Du’s mit der Rente?“

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: