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Posts Tagged ‘Gerhard Kreitz’


Gäste aus Wladimir ohne Dolmetscher auf Deutsch begrüßen zu können, passiert Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens nicht bei jedem Empfang. Aber eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus bringt natürlich ganz andere Voraussetzungen mit: das Sprachniveau A2 und eine zehnjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Gerhard Kreitz und Susanne Lender-Cassens

Am Donnerstag angekommen und auf die Gastfamilien verteilt, stand gestern zunächst einmal auf dem Programm, die gastgebende Volkshochschule kennenzulernen und zu erfahren, was in den kommenden zwei Wochen alles an Kursangeboten und Freizeitmöglichkeiten auf sie wartet. Stets begleitet und betreut vom Freundeskreis Wladimir und dessen Sprecher, Gerhard Kreitz.

Susanne Lender-Cassens und Heide Thies

Nach dem Wochenende in der Fränkischen Schweiz und bei landeskundlichen Exkursionen beginnt dann am Montag für die zwölf Gäste im Club International die Arbeit. Vormittags steht Deutsch auf dem Stundenplan, unterrichtet von Heide Thies und koordiniert von Reinhard Beer, dem Leiter der Sprachenabteilung an der VHS. Ein bewährtes Duo für Wladimir!

Die Gäste und ihre Gastgeber mit Reinhard Beer ganz rechts im Bild

Am Nachmittag und Abend geht es hinaus in das bunte deutsche Leben in und um Erlangen, wo es gilt, die Sprache zu sprechen, Sicherheit in der Praxis zu gewinnen.

Natalia Korssakowa, Dozentin am Erlangen-Haus und Leiterin der Gruppe, mit Susanne Lender-Cassens

Zum Abschiedsabend übernächste Woche hat sich die Bürgermeisterin übrigens schon angekündigt. Da will sie sich persönlich von den sprachlichen Fortschritten der Gäste überzeugen. Die Prüfungsergebnisse werden sicher im Blog nachzulesen sein, aber keine Sorge, ein Rigorosum dürfte das schon nicht werden.

Bilder: Nadja Steger

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Tim Cahill: „Eine Reise wird besser in Freunden als in Meilen gemessen.“

Marcel Proust: „Richtig zu reisen, bedeutet nicht, neue Horizonte zu entdecken, sondern neue Menschen kennenzulernen.“

Immer, wenn man nach Deutschland kommt, gibt es eine neue Welt, neue Menschen, neue Möglichkeiten zu entdecken. Dieses mir so liebe Deutschland und seine Menschen halfen mir bereits zu erfahren, was in der Praxis die Waldorf-Schule ist, was die Montessori-Schule ist, was die Grundschule ist, was die Arbeit mit psychisch kranken Erwachsenen und Kindern ist. Dieser reiche Erfahrungsschatz hilft mir in meiner pädagogischen Arbeit, im Umgang mit anderen allgemein, im Austausch mit Kollegen wie Kindern – und überhaupt im Leben ganz allgemein.

Heute will ich vom Montessori-Kindergarten erzählen.

Tatjana Parilowa

Natürlich verfügt auch unser Land über einen reichen Erfahrungsschatz, was die Erziehung und Entwicklung von Kindern angeht. Junge und fortschrittliche Eltern halten diesen aber für nicht mehr aktuell. Die moderne Welt fordert neue pädagogische Ansätze. Die Montessori-Pädagogik ist nun auch bei uns in Mode gekommen, gilt als populär und weckt Interesse. Um aber der Mode zu folgen, sind erhebliche materielle Aufwendungen zu leisten. Montessori-Kurse sind für Lehrkräfte immens teuer. Die Einschätzung und Adaption dieser Kurse unter unseren Bedingungen vermag ich kaum urteilen, ich weiß es einfach nicht. Das Internet kann auch helfen, einiges vom Prinzip der Montessori-Pädagogik zu verstehen. Doch viel besser ist es, dies alles in der Praxis zu sehen, dort, wo es in dem Bereich bereits viel Berufserfahrung gibt. Schon vor einigen Jahren absolvierte ich ein Praktikum in der Erlanger Montessori-Schule, siehe hier:  https://is.gd/0UiyMA Ungeachtet meiner Erfahrung als Lehrerin gab es da vieles neu für mich zu entdecken. Die spielerische Form des Unterrichts, der individuelle Ansatz, die Schaffung von bestimmten Bedingungen für das Kind, all das gibt es auch in unserer Methodik. Aber die Schaffung einer speziellen Entwicklungs-Umwelt, der Montessori-Umwelt, wo das Kind seine individuellen Fähigkeiten entwickeln kann und will, war wirklich interessant. Schon auf den ersten Blick sieht man, wie diese Montessori-Methodik Kindern mit Lernproblemen hilft, Aufmerksamkeit, kreatives und logisches Denken, Gedächtnis, Sprache, Vorstellungskraft und Motorik zu entwickeln.

In der Spätphase meines pädagogischen Wirkens begreife ich nun, wie sehr es mir gefällt, mit Vorschulkindern zu arbeiten. Schon einige Jahre arbeite ich nun in einem Zentrum für die Entwicklung des Kindes, in einem Kindergarten. Meine Zöglinge sind im Alter von zwei bis sieben Jahren. Mein Fach macht mir überhaupt viel Freude, aber jetzt verspüre ich ein ganz ungewöhnliches Interesse an der Arbeit mit Kindern dieser Altersgruppe. Als ich deshalb 2016 in Deutschland war und man mir den Vorschlag machte, den Montessori-Kindergarten zu besuchen, war ich sofort einverstanden, obwohl ich fast keine Zeit hatte. Die Kindergartenleiterin, Christine Irrgang, gestattete mir nach einem Gespräch mit ihr, die Räume – natürlich ohne Kinder – zu photographieren. Etwas ungeschickt brachte ich die Rede auch auf didaktisches Material, das man im Kindergarten vielleicht nicht mehr brauchen würde, bei uns aber noch gute Dienste leisten könnte. Wie fantastisch, lieber Leser! Ich hin bereits im Besitz dieser didaktischen Spiele. Dank guter Helfer haben sie den Weg von Erlangen nach Wladimir gefunden, alle in gutem Zustand und schon im Einsatz. Natürlich kenne ich nicht alle Möglichkeiten dieser Spiele. Gerne würde ich deshalb noch mehr lernen und mit eigenen Augen sehen und dann natürlich meiner Leiterin zeigen. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte…

Ganz herzlich möchte ich Frau Irrgang und ihren Kolleginnen für die Aufmerksamkeit und Sorge danken. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit und unserer Kooperation.

P.S.: Anmerken möchte ich noch, daß all diese Begegnungen und Einblicke nur möglich wurden dank der Hilfe meiner so geschätzten Freunde. Über jeden von ihnen könnte ich viel schreiben, bestimmt einen halben Roman lang. Jedenfalls bin ich ihnen allen sehr verbunden, liebe und schätze sie. Darunter sind natürlich Menschen, die in diesem Blog bereits bekannt sind: Hans und Bridget Gruß, Gerhard Kreitz, Helga Menapace, Axel und Iris Voß, Jürgen Ganzmann, Peter Steger und viele andere. Besonders dankbar bin ich auch einem Menschen, der nicht mehr unter uns ist, Paul Höll. R.I.P.

Tatjana Parilowa

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Über das Wochenende erreichte die Blog-Redaktion ein eher ungewöhnlicher Beitrag: ein Bericht über den Aufenthalt eines jungen Mannes aus Wladimir in Erlangen, also einmal die Sicht eines Russen auf sein deutsches Gastgeberland. Lassen wir also Wladimir Tichomolow gleich zu Wort kommen:

Wladimir Tichomolow

Wladimir Tichomolow

Heute, am 25. Februar 2017, ist es fast einen Monat her, seit ich aus der Partnerstadt Erlangen zurückgekehrt bin nach Wladimir. Meine erste, nur eine kurze Woche währende Bekanntschaft machte ich mit Deutschland im Sommer 2016 als Mitglied einer kleinen Jugendgruppe.

Meine Straße

Meine Straße

Darauf beschloß ich – koste es, was es wolle -, die deutsche Lebensart näher kennenzulernen, „einzutauchen“, weshalb ich Ende 2016 für drei Monate mit dem Ziel wiederkam, an der Volkshochschule Deutsch zu lernen.

Erlangen am Horizont

Erlangen am Horizont

Zu sagen, mein Aufenthalt in Deutschland habe mir gefallen, wäre so, als hätte ich gar nichts gesagt. In dieser Zeit nämlich gelang es mir, eine gewaltige Ladung positiver Eindrücke zu sammeln, angefangen bei der Bekanntschaft mit neuen, interessanten Menschen über Begegnungen mit Freunden aus Erlangen bis hin zu den unvergeßlichen Erinnerungen an meine Reisen durch Bayern und das Nachbarland Hessen (Frankfurt am Main) sowie Österreich (Salzburg).

Schafe auf den verschneiten Regnitzauen vor Erlangen

Schafe auf den verschneiten Regnitzauen vor Erlangen

Mich einzuleben in Erlangen dauerte nicht lange, etwa eine Woche, denn an das Gute gewöhnt man sich recht schnell. Schon Mitte November orientierte ich mich vor Ort ohne Mühe. Übrigens gelangte ich bereits am zweiten Tag meines Aufenthalts bei einer Radtour durch die Stadt ganz zufällig in die Wladimirstraße! 🙂

Friedrich-Alexander-Universität

Friedrich-Alexander-Universität

Mir gefiel die Architektur Erlangens, diese sympathischen Häuser mit ihren Ziegeldächern im Zentrum der Altstadt, die Siemens-Gebäude und die prächtigen Bauten der Friedrich-Alexander-Universität.

Ein Frosttag am Main-Donau-Kanal

Ein Frosttag am Main-Donau-Kanal

Da ich über genug Zeit und die Möglichkeit verfügte, mich auf zwei Rädern rasch fortzubewegen, erkundete ich nicht nur Erlangen, sondern fast das gesamte angrenzende Mittelfranken. Dank einer angenehm ausgebauten Fahrradinfrastruktur ist das ganz leicht zu schaffen.

Ausflug in die winterliche Fränkische Schweiz

Ausflug in die winterliche Fränkische Schweiz

Besonders in Erinnerung bleiben mir die Waldgebiete um Erlangen herum, mal auf flacher Ebene, mal hügelig, aber auch die malerischen Ausblicke auf die Bergketten der Fränkischen Schweiz mit ihren Dörfern und Bauernhöfen. Ideal zum Radfahren der Main-Donau-Kanal, an dem entlang man ohne Mühe zu den Städten im Süden oder Norden von Erlangen gelangt.

Am Römer in Frankfurt

Am Römer in Frankfurt

Mir gelang auch der Besuch von Orten, die mich beruflich und persönlich besonders interessierten, etwa das Schaeffler-Werk in Herzogenaurach, wo man Kugellager und mechanische Komponenten für verschiedene Industriezweige herstellt, oder das Audi- und BMW Museum in Ingolstadt bzw. München.

BMW-Zentrum in München

BMW-Zentrum in München

Die drei Monate meines Besuchs in Erlangen verflogen im Nu, der Sprachkurs ging zu Ende, die erworbenen Deutsch-Kenntnisse verwende ich jetzt bei meiner Arbeit in Wladimir.

Mondaufgang über Salzburg

Mondaufgang über Salzburg

Zum Abschluß meines „Kurzberichts“ über meine Reise sei noch gesagt: Sie ist zu 110% gelungen, und ich möchte meinen besonderen Dank Amil Scharifow (und allen, die in der Bergstraße 10 wohnen) ebenso aussprechen wie Elfriede Königsheim, Georg Kaczmarek, Gerhard Kreitz und natürlich Peter Steger.

Bis zum nächsten Mal in Erlangen und Wladimir!

Wladimir Tichomolow

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Als in der Adventszeit die frohe Kunde vom Stand des Freundeskreises Wladimir auf dem Altstädter Weihnachtsmarkt die Runde machte, wurde die Idee geboren, den Schmuck für die Bude in den Deutschkursen anfertigen zu lassen.

Gerhard Kreitz und Wolfram Howein

Gerhard Kreitz und Wolfram Howein

Die Holzhütte ist mittlerweile abgebaut, aber die kleinen Meisterwerke der Phantasie und Freundschaft aus der Partnerstadt liegen jetzt der Blogredaktion vor und sind von nun an bis in Ewigkeit virtuellen zu schauen – als Galerie der guten Wünsche.

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Danke an all die fleißigen Bastelhände in Wladimir für diese anrührenden Schmuckstücke!

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Ab morgen revanchiert sich der Blog für die Wünsche mit einem Weihnachtsmärchen in zwei Teilen, wenn es das Christkind nicht wieder mit in den Himmel nimmt, wo die Geschichte ja herkommt. Versprochen!

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Zusammengenommen fast vierzig Schüler waren dieser Tage aus Wladimir in Erlangen zu Gast. Auch für eine aus Tradition offene Stadt durchaus ein organisatorischer Belastungstest, der nur dank den großartigen Familien zu bestehen war, die den vielen jungen Besuchern aus der Partnerstadt Türen und Herzen weit öffneten. Nur möglich aber auch mit der Hilfe von Gästen, die sich nicht nur an Land und Leuten sowie Sprache interessiert zeigten, sondern sich überdies als ausgesprochen pflegeleicht erwiesen. Kurzum – nur gemeinsam konnte dieses Werk der Begegnung gelingen.

Olga Mironosizkaja und Ludmila Mironowa

Olga Mironosizkaja und Ludmila Mironowa

Besonders aber ist der Austausch den Lehrerinnen aus Wladimir zu danken, denen man zu Lebzeiten schon ein Denkmal setzen könnte für ihre charmante Courage, junge Botschafter der Verständigung auszubilden und auf ihrer Reise zu begleiten – mit all der Verantwortung, die das in Zeiten mit sich bringt, wo das Stellwerk der Politik zwischen Ost und West die Hebel in immer rascherer Taktfolge von Kooperation und Kommunikation auf Konfrontation und Konflikt umlegt.

Ludmila Mironowa

Ludmila Mironowa

Desto erstaunlicher zu erleben, wie unverkrampft und offen die Kinder und Jugendlichen mit ihren Altersgenossen und Gastgebern umgehen, wie groß das gegenseitige Interesse ist. Durch alle drei Gruppen hindurch, die einander in Erlangen übrigens kaum begegneten, sondern ihr jeweils eigenes Programm hatten, abgesehen vom gemeinsamen Empfang für die Austauschschüler vom Fridericianum und aus der Schule Nr. 17 zusammen mit den dreizehn Deutschkurs-Teilnehmern von Ludmila Mironowa.

Dieter Seifert und Gerhard Mehring mit ihren Wladimirer Kolleginnen

Dieter Seifert und Gerhard Nöhring mit ihren Wladimirer Kolleginnen, Alina Sorokina und Olga Gurowa

Unverkrampft und offen geht es denn auch am Fridericianum zu, wo man den Austausch mit Wladimir seit 1999 pflegt und sich die Übergabe des Stabs der Partnerschaft auch in der Leitung – von Gerhard Hammer auf seinen Nachfolger, Gerhard Nöhring – so harmonisch vollzog. Man spürte diesen Geist der gegenseitigen Wertschätzung gestern beim Abschiedstreffen, wo die Schüler aus beiden Städten im Ländervergleich zu den Themen Wirtschaft und Tourismus in kleinen Arbeitsgruppen referierten und damit zeigten, was den Austausch prägt: möglichst viel gemeinsam unternehmen, vor allem auch an Aufgaben und Projekten orientiert. Das schweißt zusammen und hält für länger – mindestens bis zum nächsten Termin im Herbst nächsten Jahres, wenn das Fridericianum wieder eine Gruppe nach Wladimir entsendet.

Der Austausch am Fridericianum

Der Austausch am Fridericianum

Abschied nehmen hieß es gestern auch für die neunköpfige Schülergruppe unter Leitung von Marina Trubizyna, Abschied vor allem von den Gastgebern, die in den wenigen Tagen für die jungen Besucher zu Eltern und Großeltern geworden sind. Alle waren sie zum ersten Mal in Erlangen, und alle – so der Tenor in der Schlußrunde – zeigten sich begeistert vom Programm, besonders aber von den Menschen. Hier so willkommen zu sein, so gastfreundlich aufgenommen zu werden, das hätten sie nicht erwartet. Allerdings zollte den Gästen auch Ute Schirmer, gemeinsam mit Gerhard Kreitz und Franz Stuhlmüller für die Unterbringung sowie die Ausflüge nach Bamberg, Nürnberg, Coburg oder Rothenburg verantwortlich, höchstes Lob: stets aufmerksam und interessiert, ausdauernd bei den Exkursionen zu Fuß, höflich und zuvorkommend. Und auf eine Frage einer Schülerin, wodurch sich denn junge Russen von ihren deutschen Altersgenossen unterscheiden, meinte Renate Aigner, hiesige Schüler würden kaum dieses Maß an Disziplin etwa bei Museumsbesuchen aufbringen, würden sich viel eher ablenken (lassen). Die pensionierte Lehrerin und ehemalige Stadträtin wird wissen, wovon sie spricht.

Marina Trubizyna mit ihrer Schülergruppe und einigen Gastgebern

Marina Trubizyna (in der Mitte sitzend) mit ihrer Schülergruppe und einigen Gastgebern

Zu den guten Erfahrungen des Austausches gehört: Wer einmal als junger Mensch hier oder dort zu Gast war, kommt früher oder später wieder oder taucht, älter geworden, in der einen oder anderen Rolle bei der Partnerschaftsarbeit auf. Viel Grund zur Vorfreude bei so vielen Besuchern dieser Tage!

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Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon stehen in der Partnerschaft mit Wladimir große Ereignisse an: Die Volkshochschule veranstaltet vom 18. Januar bis 5. Februar – zum bereits fünften Mal im Zweijahresturnus – wieder die Russisch-Deutschen Wochen mit einem ansprechenden Programm aus Vorträgen zu Politik, Landeskunde und Geschichte, aber auch mit Veranstaltungen zu Sprache, Küche und Musik.

Dolfin-Schokolade, exklusiv in Erlangen erhältlich bei "Köstlich & Co.", Friedrichstr. 18

Dolfin-Schokolade, exklusiv in Erlangen erhältlich bei „Köstlich & Co.“, Friedrichstr. 18

Den Auftakt macht am Montag, den 18. Januar, um 20.00 Uhr im Club International der VHS Nikolaj Winogradow, von Dezember 1996 bis März 2013 Gouverneur der Region Wladimir und in seiner Amtszeit ein großer Freund und Förderer der Partnerschaft, dem u.a. die Verwirklichung des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik „Blauer Himmel“ zu verdanken ist. Bis heute fühlt sich der Politiker mit nach wie vor engen Verbindungen zu Regierungskreisen dieser russisch-deutschen Volksdiplomatie eng verbunden, und so darf man gespannt sein auf die rückblickende Einschätzung seiner aktiven Jahre und die Bewertung der gegenwärtige Situation in seiner Heimat sowie die aktuellen Beziehungen zwischen Moskau und Berlin. Eines ist – ohne vorgreifen zu wollen – sicher: Von diesem klugen Mann des Ausgleichs sind keine Spitzen zu erwarten, aber er versteht es geschickt, sein Publikum auf rhetorische Gipfel zu führen, von wo aus man einen weiten Ausblick auf die gesellschaftspolitische Landschaft geboten bekommt.

Nikolaj Winogradow und Dietmar Hahlweg im Juni 2015

Nikolaj Winogradow und Dietmar Hahlweg im Juni 2015

Es ist hier nicht der Platz, all die vielen Termine ausführlich vorzustellen, deshalb nur im Telegrammstil die wichtigsten Angaben: Bereits am 20. Januar macht ab 19.00 Uhr in der Aula der VHS Klaus Steinke, emeritierter Professor für Slawistik an der FAU,  „Anmerkungen zum deutsch-russischen Dialog“ und stellt sein im Vorjahr gemeinsam mit Natalia Judina und Wiktor Malygin in Wladimir erschienenes Buch zum Thema vor. Am 22. und 29. Januar bietet Natalia Kaiser jeweils von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr im Raum 18 der VHS, Friedrichstraße 17, einen „Russischen Gesprächskreis“ für Fortgeschrittene an, und am 23. Januar machen Nadja Steger und Jekaterina Korschofski im Historischen Saal der VHS, Friedrichstr. 19, von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr in einer Kleingruppe „Fit für Rußland“ – mit sprachlichen und kulinarischen Schmankerln zum Thema „Essen und Trinken“, die über das hinausgehen, was der Blog bieten kann!

Alexandra Rauhtäschlein und Reinhard Beer, das Macherpaar der Russisch-Deutschen Wochen

Alexandra Rauhtäschlein und Reinhard Beer, das Macherpaar der Russisch-Deutschen Wochen

Am 25. Januar folgt von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr, wieder im Club International, der Vortrag von Wolfram Howein, dem vielgereisten Faktotum der Partnerschaft mit Wladimir, über „Städte und Landschaften am Baikalsee“. Wer seine photographischen Talente, auf die übrigens auch die Macher des Programmheftes der „Russisch-Deutschen Wochen“ zurückgriffen, bereits kennt, wird diesen Abend nicht auslassen wollen. Am 27. Januar präparieren Nadja Steger und Reinhard Beer Interessierte mit Sprachkenntnissen unterschiedlichen Niveaus für das „Europäische Sprachenzertifikat Russisch“. Die VHS Erlangen ist ja, wie mehrfach im Blog berichtet, eines von nur zwei anerkannten Prüfungszentren Russisch des Bayerischen Volkshochschulverbandes. Nutzen Sie also die Chance, Ihr Können zertifizieren zu lassen!

Michail und Olga Gantmann

Michail und Olga Gantmann

Am 29. Januar gibt es von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr im Club International „Russische Lieder live“ zu hören, von Romanzen bis Chansons, interpretiert von Michail und Olga Gantmann, die, aus Moskau stammend, dank einem Forschungsauftrag der FAU derzeit in Erlangen leben und in ihrer Heimat als profunde Kenner der sowjetischen und zeitgenössischen Liedermacherszene gelten. Einen Tag später schon, am 30. Januar, kann man sich wieder „Fit für Rußland“ machen lassen, dieses Mal von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr im Raum 20, Friedrichstr. 17, zum Thema „Sprachliche und landeskundliche Informationen und Tips“, zusammengestellt und vermittelt von der Dozentin Natalia Kaiser und Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, der schließlich am 2. Februar von 19.45 Uhr bis 21.30 Uhr in sein „Hauptquartier“, den Club International, einlädt. Der Veranstaltungsreigen endet am 5. Februar von 19.30 Uhr bis 22.00 Uhr im Historischen Saal der Volkshochschule mit dem Vortrag von Jelena Ljubar zu den „Architektonischen Wundern der Wladimirer Rus“. Schon jetzt sei verraten: Bei diesem Abend erfährt man von der partnerschaftserprobten Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin des Landesmuseums Wladimir-Susdal nicht nur, wie eng im Mittelalter schon die politischen und kulturellen Verbindungen zwischen Ost und West waren, sondern es gibt bei einem Wladimir-Quiz auch wieder attraktive Preise zu gewinnen, getreu dem Motto „Dabei sein ist alles, aufmerken ist mehr!“

Jelena Ljubar

Jelena Ljubar

Die Vorträge finden übrigens alle bei freiem Eintritt statt, nur für die Seminare und den musikalischen Abend erhebt die VHS eher symbolische Gebühren. Näheres hier im Programmheft zum Herunterladen: Programm Russische Wochen 2016

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Die letzte Aktion unseres zweiwöchigen Sprachkurses Anfang Juli in Wladimir war ein „Feldprojekt“. Aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit bei Siemens UB Med – heute Healthcare – interessieren mich immer noch Krankenhäuser. Deshalb habe ich das Kinderkrankenhaus in Wladimir ausgesucht, zusammen mit Dagmar Denzler und Gerhard Kreitz, meinem früheren Med-Kollegen. Im Blog gibt es ja ungezählte Einträge zu diesem Kinderkrankenhaus und den vielen medizinischen Kontakten mit der Erlanger Kinderklinik, hauptsächlich initiiert durch Professor Dieter Wenzel.

Dagmar Denzler, Gerhard Kreitz und Nadeschda Pitschugina

Dagmar Denzler, Gerhard Kreitz und Nadeschda Pitschugina

Unsere Begleiterin für den Vormittag war Nadeschda Pitschugina. Sie hatte Urlaub und nahm sich diesen Tag extra für uns frei. Sie ist die Aufnahmeärztin für alle Patienten und teilt sie entsprechend ihrer Notwendigkeiten auf die verschiedenen Abteilungen auf. Und wir hatten Zugang wirklich zu allen Abteilungen, außer natürlich dem OP-Bereich.

Das Kindernotfallkrankenhaus

Das Kindernotfallkrankenhaus wurd von 1972 bis 1977 aus Mitteln des Kommunistischen Allunions-Subbotniks erbaut

Ein paar Dinge fielen mir auf. Einmal die Steintafel am Eingang des Krankenhauses. Sie weist daraufhin, daß das Krankenhaus von 1972 bis 1977 gebaut wurde und mit Hilfe der Unterstützung durch die Sonnabendarbeiter, Subbotniki, auch die finanziellen Mittel dafür hatte. D.h. an bestimmten Sonnabenden arbeiteten alle freiwilig umsonst. Ob man das „freiwillig“ für alle so stehen lassen kann, ist eine andere Frage. Es gab sicher den Gruppenzwang. Wie dem auch sei, alle Betriebe haben damals den so eingesparten Lohn in den Fonds für den Bau des Kinderkrankenhauses eingezahlt. Weiter: Nirgendwo habe ich medizinisches Personal mit weißen Kitteln gesehen. Auch wir haben keine angezogen. So entsteht weniger Angst bei den Kindern. Ob das heute bei uns durch die Bank auch so ist, kann ich nicht sagen. Und in vielen Zimmern ist Platz für die Angehörigen, die dort auch schlafen und sich um die Kinder in jeglicher Beziehung kümmern: Eine große Entlastung der Schwestern. Zu meiner Zeit mit unseren Kindern im München der 70er Jahren war das leider noch nicht möglich. Die Mutter mit dem kleinen neugierigen Kirill durfte ich photographieren und auch publizieren, die Mutter hat es erlaubt.

Mutter-Kind-Zimmer

Mutter-Kind-Zimmer

Ein sehr interessanter Besuch, „vielen Dank, Nadeschda und большое спасибо, Надежда!“ sagt Hans Gruß

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