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Posts Tagged ‘Gerhard Kreitz’


Wie schon in den zehn Jahren zuvor kümmert sich der Freundeskreis Wladimir um Programm und Unterbringung der Gruppe des Erlangen-Hauses, die heuer vom 13. bis 26. Juli an der Volkshochschule einen Deutschkurs besucht und landeskundliche Exkursionen unternimmt. Für zwei Gäste, die 37jährige Ludmila Safronowa und den 19jährigen Wladimir Tscheresow, fehlen noch Quartiere. Wer also in Erlangen und Umgebung noch ein Bett frei hat, melde sich bei gerhard@kreitz.de oder hier in der Blog-Redaktion.

Gerhard Kreitz und Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens bei der Begrüßung der Gäste aus dem Erlangen-Haus im Juli 2017

Ein russisches Sprichwort sagt „в тесноте, да не в обиде“, was man frei mit „trotz der Enge keine Zwänge“ übersetzen könnte. Mit anderen Worten – Platz ist in der kleinsten Hütte. Und keine Sorge, es ist keine Rundumversorgung vonnöten. Ein gemeinsames Frühstück wäre freilich schön und auch ein Gespräch am Abend zum Ausklang, denn die Gäste wollen und sollen ja den deutschen Alltag kennenlernen und möglichst viel sprechen – auf Deutsch! Aber ansonsten ist die 21köpfige Gruppe tagsüber beschäftigt und unterwegs, wobei die Gastgeber immer wieder eingeladen sind, sich besonders an den Ausflügen zu beteiligen. Gerhard Kreitz hat auch schon einen ersten Entwurf des Programms. Also: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, nicht nur zur schönen Weihnachtszeit.

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„Das war wirklich eine erhellende Veranstaltung, besser, als wenn wir einfach nur den Film gesehen hätten…“ oder „Davon kann man gar nicht genug bekommen!“ lauteten noch die zurückhaltendsten Kommentare nach den zwei Stunden, in denen Swetlana Steinbusch, Russisch-Dozentin am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, gestern abend ihr zwanzigköpfiges Publikum im Club International durch das Werden und Wirken des 1988 veröffentlichten sowjetischen Spielfilms „Das Hundeherz“ führte, kundig und klug – und so ganz anders als geplant. Eines Mißverständnisses wegen nämlich war versäumt worden, die Adaption der bereits 1925 entstandenen und bis 1987 offiziell in der UdSSR unveröffentlicht gebliebenen, bitter-komischen gleichnamigen Satire aus der Feder von Michail Bulgakow mit deutschen Untertiteln zu bestellen, weshalb die Russistin nach ihrer vorbereiteten kurzen Präsentation des Stoffes aus dem Stand extemporierte und den noch rasch im Internet gefundenen Streifen in seinen wesentlichen Teilen durchaus ansprechender kommentierte und übertrug, als das die vorgesehene Fassung hätte zu leisten vermögen. Gerade deshalb wohl kamen Kameraführung (in weiten Teilen aus der Perspektive einer streunenden Promenandenmischung, die durch eine Operation in der Brust eines Kleinkriminellen weiterlebt und nach dem Mißlingen des Tier-Mensch-Versuchs das kreatürliche Wesen zurückerhält), schauspielerische Leistung (fast mit der mimetischen Ausdruckskraft eines Stummfilms) und atmosphärische Dichte (intensiviert durch das Sepia-Schwarz-Weiß) des vielfach ausgezeichneten Streifens im Saal wie durch ein zusätzliches Medium verstärkt an und führten zu einer lebhaften Diskussion, die sogar darin gipfelte, sich für die heutigen Zeiten von „fake news“ einen ähnlich seherischen Autor wie Michail Bulgakow zu wünschen, einen Schriftsteller, der hinter das Bestreben blickt, einen „neuen Menschen“ zu schaffen, sei es, wie derzeit, durch „künstliche Intelligenz“ oder die Genforschung, sei es, wie damals, im Zeitalter der „Neuen Ökonomischen Politik“, mittels einer Ideologie der revolutionären Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse den „homo sovieticus“.

Swetlana Steinbusch und Michail Bulgakow

Vorlage wie Verfilmung folgen der Tradition des Homunculus und des darin vorgegebenen Scheiterns der schöpferischen Hybris, ganz im Geist der Groteske von Nikolaj Gogol, und sind, wie die Referentin ausführte, tief ins kollektive Gedächtnis vor allem derer gedrungen, die jene Epoche des verblassenden Sozialismus miterlebten, als man endlich ungestraft lachen konnte über Sätze wie: „Wissen Sie, ich habe 30 Erhebungen in meiner Klinik gemacht. Und was glauben Sie, haben die gezeigt? Patienten, die keine Zeitung lesen, fühlen sich vortrefflich. Jene aber, die ich eigens genötigt hatte, die Prawda zu lesen, verloren an Gewicht.“ Oder: „Lesen lernen ist gänzlich nutzlos, wenn man das Fleisch eh schon einen Kilometer gegen den Wind riecht.“ – Und das im Kontrast zum aus dem Heiligenkalender selbstgewählten Vornamen und Patronym des Hundemenschen: Poligraf Poligrafowitsch, als der „Polygraph“ oder „Vielschreiber“. So könnte man lange fortfahren und würde dem gestrigen Abend doch unmöglich gerecht. Deshalb nur noch zwei Hinweise: Reinhard Beer, stellvertretender Leiter der Volkshochschule, will den Film mit Untertiteln nachliefern und den Termin der Vorführung mit Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, abstimmen, der unter gerhard@kreitz.de gern Anmeldungen annimmt. Und davor noch rasch in die nächste Buchhandlung oder Bücherei und nach dem „Hündischen Herz“ oder „Hundeherz“ – je nach Übersetzung – fragen, wenn man sich noch nicht an Michail Bulgakow für Fortgeschrittene, nämlich an seinen hiermit wieder einmal ans Leserherz gelegten Roman „Meister und Margarita“ wagen sollte. Es ist nie zu spät, diesen Großmeister der Literatur zu entdecken! Bleibt nur noch der Link zum Film im russischen Original nachzureichen: https://is.gd/9Qcbao

 

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Bisher hatte es noch keine unmittelbare Freundberührung gegeben, erst die „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule brachte gestern abend die „Kommunalka“ und den „Freundeskreis Wladimir“ zusammen, – und schon entstand mehr als wenn man nur eins und eins zusammenzählt. So unterschiedlich der „Überbau“ der Städtepartnerschaft auf den ersten Blick sein mag, so viele Möglichkeiten eines Miteinanders zeigten sich bereits bei diesem ersten Treffen.

Facebook-Auftritt „Kommunalka“

Der Freundeskreis, vertreten durch Sprecher Gerhard Kreitz – er hatte noch um die Mittagszeit Irina Chasowa, Jelena Tschilimowa und Wiktor Malygin zum Flughafen gebracht -, besteht seit 2010 als „Stammtisch“, ohne Satzung, der sich hauptsächlich um die Unterbringung und Begleitung von Gästen aus Wladimir kümmert, aufmerksam und zuvorkommend für deren Kultur-, Ausflugs- und Wohlfühlprogramm sorgt, mit anderen Worten das bürgerschaftliche Element der Städtepartnerschaft prägt.

„Freundeskreis Wladimir“ trifft „Kommunalka“

Die „Kommunalka“ hingegen tat sich erst im Sommer vergangenen Jahres nach einer Studienreise des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Osteuropa an der FAU nach Sankt Petersburg und Wladimir zusammen, wo man, wie Sonja Ruppik, Cornelia Götschel und Igor Biberman den Gästen im Club International erläuterten, so manches Klischee von „den Russen“ getrost vergessen konnte. Seither wächst die Gruppe, die sich nach den zwangsfreiwilligen Wohn- und Lebensgemeinschaften aus Sowjetzeiten benennt und bei ihren Aktivitäten und Veranstaltungen nicht nur die Partnerstadt, sondern ganz Osteuropa im Blick hat, wie eben erst bei einer Fahrt nach Prag. Doch schon entsteht im Gespräch die Idee, einander bei der Betreuung von Gästen zu unterstützen, Jugendliche aus Wladimir einzuladen, die bisher keine Gelegenheit hatten, Erlangen zu besuchen, sich einmal zusammenzusetzen, um über mögliche gemeinsame Projekt zu sprechen. Mitmachen jedenfalls kann jeder, hier wie dort, und virtuell kann man ja immer einmal bei der „Kommunalka“ unter https://is.gd/hCFyOk vorbeischauen.

Wladimir im Schnee

Derweil ist in Wladimir so richtig viel Schnee gefallen, und die Temperaturen sind endlich dort, wo sie um diese Jahreszeit auch sein sollten. Der Februar nämlich wird in den slawischen Sprachen „luty“ oder „ljutyj“, der „strenge, schreckliche und wilde“ Monat, genannt.

Der Mongolensturm auf Wladimir

Streng, schrecklich und wild erlebte Wladimir vor allem den 7. Februar 1238. Damals, vor 780 Jahren, vollendete Batu Khan mit der Einnahme der Hauptstadt der Rus das Eroberungswerk seines Großvaters, Dschingis Khan. Das Mongolenheer hatte am 20. Januar bereits das damals noch unbedeutende Moskau im Sturm genommen und traf – wohl auf der zugefrorenen Kljasma vordringend – am 4. Februar auf die Verteidigungsmauern von Wladimir. Die Angreifer führten eine Geisel aus Moskau bei sich und forderten von den Verteidigern die bedingungslose Kapitulation. Doch die Russen hofften auf baldige Verstärkung und ließen sich auf den Handel nicht ein – mit fatalen Folgen: Die Feste Wladimir hielt – übrigens ebensowenig wie Susdal, das man im Handstreich niedergeworfen hatte – der Belagerung und dem Dauerbeschuß nicht stand und verlor nach gerade einmal drei Tagen des Widerstands einen Großteil seiner Bevölkerung, erlitt die Zerstörung seiner Kirchen und Klöster und ging seiner politischen wie geistlichen Vormachtstellung für immer verlustig. Ein strenger, schrecklicher und wilder Tag in der Geschichte der Partnerstadt und des ganzen Landes, das – leider auch durch Fehlentscheidungen der eigenen Fürsten und Zaren, die etwa Hilfsangebote des Papstes ausschlugen – für fast drei Jahrhunderte den Tataren untertan und tributpflichtig blieb. Kein Wunder, daß im vorpetrinischen Russischen Reich gut ein Viertel der Adelsgeschlechter mongolische Vorfahren hatte. Und noch heute sagt man: „Kratze an einem Russen, und es kommt ein Mongole zum Vorschein.“

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Kaum war der Auftakt mit dem „Russischen Abend“ verklungen, ging es gestern ab dem späten Vormittag schon weiter mit dem Programm der „Russisch-Deutschen Wochen“ an der Volkshochschule. In zwei Sparten, auf zwei Bühnen.

Anna Schellenberger und Jelena Gorbunowa ziehen die Fäden

Während im Historischen Saal des Wildenstein’schen Palais Jelena Gorbunowa und Anna Schellenberger Einzelunterricht beim Klöppeln  gaben und dabei halfen, kunstvoll die Fäden der Partnerschaft zu ziehen, füllte sich im Club Internation des Egglofstein’schen Palais mit Gästen zum „Russischen Brunch“.

Russischer Brunch im Club International

Die Organisatoren des kulinarischen Treffens, Gerhard Kreitz und Wolfram Howein, dachten dabei nicht nur an das leibliche Wohl, sondern sammelten für die „Pannenhilfe Kammerorchester Wladimir“, ein Zweck, der sein Ziel allmählich erreicht, denn der VW-Bus mit Getriebeschaden ist mittlerweile in Dresden repariert und steht zur Abholung bereit. Nach bisheriger Planung wird Mitte April Igor Besotosnyj wieder nach Erlangen kommen und dann auch sein Fahrzeug abholen können. Doch dazu bald mehr.

Pannenhilfe für das Kammerorchester Wladimir

Die Partnerschaft – ein Wunschkonzert? In vielfacher Hinsicht schon, denn sie lebt von den Ideen und Initiativen aller, die den Austausch mitgestalten wollen. Da wäre es doch einmal lohnend, Wünsche und Vorstellungen zu sammeln, wie das Miteinander von Erlangen und Wladimir in fünf Jahren aussehen könnte. Also: Wunschzettel ausfüllen, einwerfen. Auch wenn vielleicht nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann, dürfen doch alle, die mitmachen, darauf hoffen, zum vierzigjährigen Partnerschaftsjubiläum – das dann in Wladimir ausgetragen wird – das große Los gezogen zu haben und einen der vielen Preise zu gewinnen. Setzen Sie also auf die Zukunft der Partnerschaft und deren Glück, dann winkt auch Ihnen Fortuna.

Wünsch dir was für die Partnerschaft

Aber die Hauptsache gestern waren natürlich Essen und Trinken, die auch Erlangen und Wladimir zusammenhalten. Schon seit dem frühen Morgen hatten sich Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, mit Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, und ihrer Vorgängerin in der Funktion, Jelena Tschilimowa, auf die Speisung der 40 vorbereitet, und siehe, die Hungrigen und Dürstenden kamen ohne Zahl, sich am „Hering im Pelz“ oder Salat „Olivier“ zu laben.

Jelena Tschilimowa 1

Jelena Tschilimowa bei den Vorbereitungen auf den Russischen Brunch

Ohne Rechnung am Ende, nur mit der Bitte, sich an der Sammlung für die „Pannenhilfe Wladimir“ zu beteiligen.

Irina Chasowa, Gerhard Kreitz und Jelena Tschilimowa

Und so wurde dieser Brunch zu einem weiteren Flansch der Partnerschaft, zu einer dichten Verbindung zwischen den komplex kommunizierenden Röhren des Austausches zwischen Erlangen und Wladimir, von denen es so viele gibt, wie Menschen sich beteiligen.

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Beim gestrigen deutsch-russischen Abend im Club International der Volkshochschule, wie in den neun Jahren zuvor gekonnt moderiert von Reinhard Beer, dem unentbehrlichen Kurator der Deutschkurse am Erlangen-Haus, gab es an einer Stellwand handschriftliche Botschaften der Gäste aus Wladimir zu lesen, darunter auch die Worte von Iwan:

Wir sind schon zwölf Tage in Deutschland. Das war sehr schön. Jeder Tag war besonders.

Unter Gästen und Gastgebern die Bürgermeisterinnen Elisabeth Preuß und Susanne Lender-Cassens

Und jeder Tag hätte wohl auch einen eigenen Blogeintrag verdient. Weil’s aber nicht kann sein, heute nur einige Auszüge aus den Schilderungen der wieder großartig vom Freundeskreis Wladimir betreuten Gruppe, die morgen nach Hause reist:

Reinhard Beer, Leiter der VHS-Sprachenabteilung, eröffnet den Abend

Die meisten Leute sind höflich, beeilen sich nicht, alle sind ruhig und seelensfriedlich. – Die Preisbildung der DB (Regionalticket) – wirklich günstig und klug, aber – ständige Verspätungen. – Alkohol zu trinken, überall erlaubt. Alle trinken, aber keiner randaliert. – Viele Schwerbehinderte auf der Straße. Die Bedingungen für sie sind so günstig, alle Plätze sind für sie zugänglich. – Sehr schwer, einen Parkplatz zu finden, aber niemand parkt da, wo es verboten ist. – Viele Nationen und Kulturen, alle kommen zurecht miteinander. Tatjana.

Natalia Korssakowa, Deutschdozentin am Erlangen-Haus und Leiterin der Gruppe

Ich habe mich über die Straßen, die Häuser, die Leute und alles andere gefreut. Ich bedanke mich für diese Reise nach Deutschland! Wsewolod.

Ein Geschenk für Reinhard Beer von Natalia Korssakowa

Kosbach ist bekannt dank seiner Schönheit. Wälder, Felder und Weiher, in denen es Karpfen gibt. Deshalb können wir Gerichte vom Fisch probieren und die Atmosphäre genießen. Aber die besten Eindrücke haben wir vom Fischerstechen bekommen. Es war unglaublich. Darja, Anna und Wiktoria.

Volles Haus im Club International

Ich war schon einmal in Erlangen, deshalb war der erste Tag auch der Tag der Nostalgie. Besonders gut hat mir der Sonntag gefallen. Ich hatte keine Fahrt irgendwohin, war einfach zu Hause, wo wir einen Kuchen gebacken haben. Dann waren wir im Theater. An diesem Tag habe ich erfahren, was der Begriff „deutsche Familie“ bedeutet. Marina ♥

Szenische Aufführung des Erlkönigs

Unsere Reise bleibt für immer in unserem Gedächtnis. Waleria. – Meine Gastfamilie war total super. Hier habe ich sehr viel Neues erfahren und gesehen. Und das bleibt in meiner Erinnerung. Besonders gut hat mir die Fachwerktour gefallen. Vielen Dank für alles!!! Kristina ♥♥♥

Ein Ständchen der Gäste

Im Unterricht erfahre ich immer etwas über die Geschichte von Deutschland und Erlangen. Besonders interessant war für mich die Geschichte der Hugenotten. Alle unsere Exkursionen haben mir gute Laune gemacht. In diesen zwei Wochen haben wir auch traditionelles deutsches Essen probiert. Es schmeckt mir gut, besonders Kartoffelsalat mit Brötchen. Es war wirklich eine tolle Reise, und später möchte ich das noch einmal machen. Maria

Die musikalische Antwort vom Sprecher des Freundeskreises Wladimir, Gerhard Kreitz, und der Deutschdozentin, Heide Thies

Eine Dekade Deutschkurse für das Erlangen-Haus an der Volkshochschule. Grund genug für beide Bürgermeisterinnen, Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß, die Gäste zu verabschieden und den Gastgebern zu danken. Wie zufrieden beide miteinander waren, ist den obigen Zitaten zu entnehmen. Auch Heide Thies und Gerhard Kreitz sind voll des Lobes: „Ausgezeichnete Sprachkenntnisse, hohes Niveau, viel Interesse an allem, menschlich in Ordnung, hat richtig Spaß gemacht mit der Gruppe!“

Wolfgang Morell

Und Spaß machte natürlich auch wieder das Programm mit der Preisverleihung an die Teams mit den besten Kenntnissen von Erlangen, mit der Präsentation zum russischen Aberglauben, mit den Liedern und szenischen Einlagen bis hin zu Wolfgang Morells Rezitation von Alexander Puschkins lyrischer Solidaritätsadresse an die nach Sibirien verbannten Dekabristen.

Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß mit der Band Soundscape 2.0

Schon fast gegen Ende des Abends dann noch Überraschungsgäste, die Rockband Soundscape 2.0 aus Cumiana, der italienischen Freundschaftsstadt, nach ihrem Auftritt am Marie-Therese-Gymnasium. Wie um Tatjanas Worte zu bestätigen: „Viele Nationen und Kulturen, alle kommen zurecht miteinander in Erlangen.“

Zu Gast in der Wladimirstraße, gesehen von Georg Kaczmarek

Solange Erlangen auch weiterhin so gut mit seinen Partnerstädten zurechtkommt – gottlob spricht nichts dagegen! -, leuchtet ja auch noch ein Funken Hoffnung für eine Welt, die droht, das Licht hinter sich auszumachen.

 

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Gäste aus Wladimir ohne Dolmetscher auf Deutsch begrüßen zu können, passiert Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens nicht bei jedem Empfang. Aber eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus bringt natürlich ganz andere Voraussetzungen mit: das Sprachniveau A2 und eine zehnjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Gerhard Kreitz und Susanne Lender-Cassens

Am Donnerstag angekommen und auf die Gastfamilien verteilt, stand gestern zunächst einmal auf dem Programm, die gastgebende Volkshochschule kennenzulernen und zu erfahren, was in den kommenden zwei Wochen alles an Kursangeboten und Freizeitmöglichkeiten auf sie wartet. Stets begleitet und betreut vom Freundeskreis Wladimir und dessen Sprecher, Gerhard Kreitz.

Susanne Lender-Cassens und Heide Thies

Nach dem Wochenende in der Fränkischen Schweiz und bei landeskundlichen Exkursionen beginnt dann am Montag für die zwölf Gäste im Club International die Arbeit. Vormittags steht Deutsch auf dem Stundenplan, unterrichtet von Heide Thies und koordiniert von Reinhard Beer, dem Leiter der Sprachenabteilung an der VHS. Ein bewährtes Duo für Wladimir!

Die Gäste und ihre Gastgeber mit Reinhard Beer ganz rechts im Bild

Am Nachmittag und Abend geht es hinaus in das bunte deutsche Leben in und um Erlangen, wo es gilt, die Sprache zu sprechen, Sicherheit in der Praxis zu gewinnen.

Natalia Korssakowa, Dozentin am Erlangen-Haus und Leiterin der Gruppe, mit Susanne Lender-Cassens

Zum Abschiedsabend übernächste Woche hat sich die Bürgermeisterin übrigens schon angekündigt. Da will sie sich persönlich von den sprachlichen Fortschritten der Gäste überzeugen. Die Prüfungsergebnisse werden sicher im Blog nachzulesen sein, aber keine Sorge, ein Rigorosum dürfte das schon nicht werden.

Bilder: Nadja Steger

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Tim Cahill: „Eine Reise wird besser in Freunden als in Meilen gemessen.“

Marcel Proust: „Richtig zu reisen, bedeutet nicht, neue Horizonte zu entdecken, sondern neue Menschen kennenzulernen.“

Immer, wenn man nach Deutschland kommt, gibt es eine neue Welt, neue Menschen, neue Möglichkeiten zu entdecken. Dieses mir so liebe Deutschland und seine Menschen halfen mir bereits zu erfahren, was in der Praxis die Waldorf-Schule ist, was die Montessori-Schule ist, was die Grundschule ist, was die Arbeit mit psychisch kranken Erwachsenen und Kindern ist. Dieser reiche Erfahrungsschatz hilft mir in meiner pädagogischen Arbeit, im Umgang mit anderen allgemein, im Austausch mit Kollegen wie Kindern – und überhaupt im Leben ganz allgemein.

Heute will ich vom Montessori-Kindergarten erzählen.

Tatjana Parilowa

Natürlich verfügt auch unser Land über einen reichen Erfahrungsschatz, was die Erziehung und Entwicklung von Kindern angeht. Junge und fortschrittliche Eltern halten diesen aber für nicht mehr aktuell. Die moderne Welt fordert neue pädagogische Ansätze. Die Montessori-Pädagogik ist nun auch bei uns in Mode gekommen, gilt als populär und weckt Interesse. Um aber der Mode zu folgen, sind erhebliche materielle Aufwendungen zu leisten. Montessori-Kurse sind für Lehrkräfte immens teuer. Die Einschätzung und Adaption dieser Kurse unter unseren Bedingungen vermag ich kaum urteilen, ich weiß es einfach nicht. Das Internet kann auch helfen, einiges vom Prinzip der Montessori-Pädagogik zu verstehen. Doch viel besser ist es, dies alles in der Praxis zu sehen, dort, wo es in dem Bereich bereits viel Berufserfahrung gibt. Schon vor einigen Jahren absolvierte ich ein Praktikum in der Erlanger Montessori-Schule, siehe hier:  https://is.gd/0UiyMA Ungeachtet meiner Erfahrung als Lehrerin gab es da vieles neu für mich zu entdecken. Die spielerische Form des Unterrichts, der individuelle Ansatz, die Schaffung von bestimmten Bedingungen für das Kind, all das gibt es auch in unserer Methodik. Aber die Schaffung einer speziellen Entwicklungs-Umwelt, der Montessori-Umwelt, wo das Kind seine individuellen Fähigkeiten entwickeln kann und will, war wirklich interessant. Schon auf den ersten Blick sieht man, wie diese Montessori-Methodik Kindern mit Lernproblemen hilft, Aufmerksamkeit, kreatives und logisches Denken, Gedächtnis, Sprache, Vorstellungskraft und Motorik zu entwickeln.

In der Spätphase meines pädagogischen Wirkens begreife ich nun, wie sehr es mir gefällt, mit Vorschulkindern zu arbeiten. Schon einige Jahre arbeite ich nun in einem Zentrum für die Entwicklung des Kindes, in einem Kindergarten. Meine Zöglinge sind im Alter von zwei bis sieben Jahren. Mein Fach macht mir überhaupt viel Freude, aber jetzt verspüre ich ein ganz ungewöhnliches Interesse an der Arbeit mit Kindern dieser Altersgruppe. Als ich deshalb 2016 in Deutschland war und man mir den Vorschlag machte, den Montessori-Kindergarten zu besuchen, war ich sofort einverstanden, obwohl ich fast keine Zeit hatte. Die Kindergartenleiterin, Christine Irrgang, gestattete mir nach einem Gespräch mit ihr, die Räume – natürlich ohne Kinder – zu photographieren. Etwas ungeschickt brachte ich die Rede auch auf didaktisches Material, das man im Kindergarten vielleicht nicht mehr brauchen würde, bei uns aber noch gute Dienste leisten könnte. Wie fantastisch, lieber Leser! Ich hin bereits im Besitz dieser didaktischen Spiele. Dank guter Helfer haben sie den Weg von Erlangen nach Wladimir gefunden, alle in gutem Zustand und schon im Einsatz. Natürlich kenne ich nicht alle Möglichkeiten dieser Spiele. Gerne würde ich deshalb noch mehr lernen und mit eigenen Augen sehen und dann natürlich meiner Leiterin zeigen. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte…

Ganz herzlich möchte ich Frau Irrgang und ihren Kolleginnen für die Aufmerksamkeit und Sorge danken. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit und unserer Kooperation.

P.S.: Anmerken möchte ich noch, daß all diese Begegnungen und Einblicke nur möglich wurden dank der Hilfe meiner so geschätzten Freunde. Über jeden von ihnen könnte ich viel schreiben, bestimmt einen halben Roman lang. Jedenfalls bin ich ihnen allen sehr verbunden, liebe und schätze sie. Darunter sind natürlich Menschen, die in diesem Blog bereits bekannt sind: Hans und Bridget Gruß, Gerhard Kreitz, Helga Menapace, Axel und Iris Voß, Jürgen Ganzmann, Peter Steger und viele andere. Besonders dankbar bin ich auch einem Menschen, der nicht mehr unter uns ist, Paul Höll. R.I.P.

Tatjana Parilowa

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