Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Georgij Parfjonow’


Zum Ausklang des Monats wieder einmal eine Kollektion des Wladimirer Malers Georgij Parfjonow. Zur Erinnerung: Der Juni war und ist nicht überall nur brüllend heiß und staubtrocken. Es gab und gibt ihn auch farbensatt und lichtfeucht mit einer wohltemperierten Sonne.

Juni-Etüde

 

Heißer Junitag

Blühender Juni

Weidenröschen

Pfingstrosen

Es zieht sich zu

Abendstimmung im Juni

Juni-Rhapsodie

Abende im Juni

Juniwiesen

Pusteblumen

Im Juni am Fluß

Read Full Post »


Georgij Parfjonow, orthoxer Geistlicher und Maler, gehört zu den bekanntesten Künstlern der Region Wladimir. Der Blog berichtete auch bereits über sein vielfältiges Schaffen, zu dem natürlich auch Frühlingsmotive gehören – von April bis Mai. Doch sehen Sie selbst:

Read Full Post »


30 Jahre ist es jetzt her, seit in der UdSSR zum letzten Mal eine Volkszählung durchgeführt wurde. In dieser Zeit verlor das Gouvernement Wladimir 288.000 Einwohner, wobei der Rückgang recht gleichmäßig vonstattenging. Einzig im Jahr 2010 war ein leichter Anstieg zu verzeichnen, ausgerechnet als der bisher letzte Zensus in der postsowjetischen Region Wladimir und landesweit durchgeführt wurde. Trotz anhaltender Landflucht verloren die Städte mehr Menschen als die Dörfer – im Verhältnis von 251.000 gegenüber 37.000.


Blickt man freilich weiter zurück, ins Jahr 1926, zeigt sich, wie sich insgesamt die Demographie umgekehrt hat. Gegenwärtig leben 296.000 Wladimirer auf dem Land und 1.006.000 in Städten. Anno 1926 stellte sich die Relation genau andersherum dar: 1.057.000 vs. 264.000.

Bei so viel Zahlen sei dem Auge ein wenig Ruhe gegönnt mit diesen Februarbildern des Wladimirer Malers Georgij Parfjonow.

 

Read Full Post »


Knapper und lakonischer als Anatolij Gawrilow, der Wladimirer Großmeister der kleinen Prosa, kann man es nicht sagen:

Schnee fällt. Schnee ist das Subjekt, fällt das Prädikat.

Er fiel und fällt derzeit tatsächlich reichlich in der Partnerstadt. Die Polizei warnt sogar vor unnötigen Fahrten mit dem Auto.

Bei uns ist das ja so eine Sache mit dem Schnee. In Erwiderung zu Anatolij Gawrilow könnte man sagen:

Schnee taut. Schnee ist das Subjekt, taut das Prädiakat.

Aber es gibt ja auch noch andere Wege, sich dem bei uns so flüchtigen weißen Phänomen zu nähern, mit Arbeiten von Georgij Parfjonow, dessen Herbstbilder der Blog bereits vorstellte: https://is.gd/zmhN2X

Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, sei barbarisch, schrieb Theodor W. Adorno vor 70 Jahren. Aber er begriff ja bald selbst, wie schwer es würde, ohne die Schönheit der Kunst weiterzuleben.

Heute, am Tag der Befreiung des Todeslagers durch die Sowjetarmee, dürfen wir uns deshalb über diese Winterbilder eines Künstlers aus Wladimir freuen und dankbar sein für das Wunder der deutsch-russischen Aussöhnung.

Aber der Rest ist dann doch besser Schweigen. Daran arbeitet Anatolij Gawrilow wahrscheinlich derzeit. Vielleicht ist ja dann das Verstummen doch die höchste Form der Poesie.

 

Read Full Post »


Es sei nicht die Aufgabe der Kunst, die Natur zu kopieren, sondern sie auszudrücken, formulierte einmal Honoré de Balzac ein Bonmot, das wie auf das Schaffen von Georgij Parfjonow gezielt scheint. Der russisch-orthodoxe Priester versteht es nämlich meisterhaft, was er sieht formvollendet zu gestalten und eine Stimmung zu schaffen, die er seinen Sujets – man weiß nicht recht – einhaucht oder abschaut.

Georgij Parfjonow

Künstlerisch zu Hause ist der Geistliche aus Wladimir in der Pastellmalerei, die in der Partnerstadt ein wenig im Schatten des Öls und der Graphik steht. Wie feingliedrig und ansprechend seine Arbeiten sind, braucht angesichts der wenigen Beispiele aus einer Herbstserie nicht weiter betont werden.

Geprüft werden soll nun, ob nicht im nächsten Jahr eine Ausstellung des Mitglieds des Künstlerverbands von Rußland in Erlangen möglich wäre. Vielleicht sogar mit einer von Georgij Parfjonow geleiteten Meisterklasse. Denkbar erscheint da viel.

Doch vorerst genüge hier die Betrachtung und der Hinweis auf eines der schönsten Gedichte von Alexander Puschkin, in dem er den Herbst als trostlos-trübsinnige Zeit beschreibt, um ihn im gleichen Atemzug für seine „Bezauberung der Augen“ zu preisen.

Wer mehr von den Arbeiten des malenden Priesters sehen möchte, klicke hier: http://www.facebook.com/ierejgeorgij.parfenov

Read Full Post »


Sein Berufstraum war Künstler, geworden ist er Priester und Blogger. Der Auftritt des Popen Georgij Parfjonow gehört zu den erfolgreichsten in der russischen Blogosphäre, nicht nur gemessen an den Zugriffen, sondern auch nachgezählt in klingender Münze. Innerhalb eines Jahres nämlich sammelte der Gottesmann, der täglich um die vier Stunden im Internet unterwegs ist und nebenher auch noch Ikonen malt, fast zwei Millionen Rubel für die Restaurierung – oder soll man besser sagen für den Wiederaufbau? – der verfallenen Dorfkirche in Podberjosje, unweit von Susdal gelegen.

Georgij Parfjonow

Im März vergangenen Jahres hat Georgij Parfjonow sich bei Facebook registriert, angefangen,  von der Idee der Sanierung des Gotteshauses zu schreiben, Freunde zu werben und um Unterstützung zu bitten. Jetzt zählt seine virtuelle Gemeinde um die 3.000 Mitglieder, darunter gekrönte Häupter aus Serbien, eine Opernsängerin aus England und prominente welsche Damen. Sogar einen Professor aus Cambridge hat der umtriebige Pope schon durch den hohen Schnee bis zu seiner Sorgenkirche geführt.

Kirche in Podberjosje

Die Kirche ist schon die dritte, die der Pfarrer in den drei von ihm betreuten Gemeinden restauriert. Noch fehlen 750.000 Rbl. für die Bauarbeiten, aber die kommen bestimmt noch zusammen, ist er überzeugt. Schließlich lebt er selbst möglicherweise auch nur noch dank dem Internet. Als er nämlich einen lebensbedrohlichen Steinbrocken in der Lunge hatte, waren es seine Facebook-Freunde aus Israel, die ihm den Kontakt zu Fachärzten herstellten. Und die machten den Eingriff kostenlos. Seither liegt auf seinem Schreibtisch ein Olivenzweig aus dem Garten Gethsemane.

Georgij Parfjonow mit seiner Familie

Unterdessen bewegt das Land ein ganz anderer Schreibtisch, nämlich der des Patriarchen Kirill. Der traf sich vor einiger Zeit mit dem Justizminister, um eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche zu besprechen, und trug dabei seine lästerlich teure Breguet-Uhr, deren Existenz er noch vor einer Woche nach Vorwürfen der Protzerei und Prunksucht rundweg geleugnet hatte. Er trage derlei verschwenderische Chronometer nicht, behauptete das Oberhirte der russisch-orthodoxen Kirche. Doch das Internet überführte Kirill der Lüge, denn ausgerechnet auf der offiziellen Homepage des Patriarchats fanden sich Bilder des Kirchenführers mit just jenem Zeitmesser aus der Schweiz am linken Arm. Doch siehe da: Eifrige Hände hatten schon zu Photoshop gegriffen und den Sündenfall getilgt, freilich stümperhaft, denn der Widerschein der Uhr blieb auf der glänzenden Tischplatte sichtbar. Zu spät, um jetzt noch eine Decke darüberzulegen.

Der verräterische Tisch und die verschwundene Uhr des Patriarchen. Gut sichtbar per Doppelklick.

Die Schuldige freilich hat die Pressestelle schon gefunden: eine junge, weltliche Mitarbeiterin, die eigenmächtig gehandelt, einen „dummen Fehler“ gemacht habe, für den man sie hart bestrafen werde. Die retuschierten Photos sind mittlerweile gelöscht, Patriarch Kirill ist – peinlich genug – wieder mit der eidgenössischen Uhr zu sehen. Ein Eingeständnis der Lüge ohne Worte, ohne Erklärung, ohne Entschuldigung. Auch ohne Reue? Nächste Woche beginnen in Rußland die Kartage. Petrus hat immerhin bitterlich geweint über seinen Verrat. Vielleicht spendet der Patriarch ja sein Juwel für den Wiederaufbau der Kirche in Podberjosje. Damit nähme das „Uhrenwunder“, wie man den Vorgang in Rußland nennt, eine wirklich wunderbare Wendung. Vielleicht geschehen Wunder ja auch nur, wenn man an sie glaubt. 

Mehr zu dem Projekt von Georgij Parfjonow unter: www.facebook.com/ierejgeorgij.parfenov

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: