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Posts Tagged ‘Fredi Schmidt’


Am Wochenende nach dem westkirchlichen Osterfest hatte ich Gelegenheit, Cumiana, eine mit Erlangen seit 2001 befreundete Stadt im Piemont, Norditalien, zu besuchen. Gemeinsam mit einer offiziellen Delegation bestehend aus Stadträtin Gabriele Kopper als Vertreterin des Oberbürgermeisters Florian Janik, und ihrem Stadtratskollegen, Christian Lehrmann, sowie Manfred Kirscher als Vertreter des Erlanger Bündnisses für den Frieden folgte ich der Einladung aus Cumiana, an den diesjährigen Gedenkfeierlichkeiten für die Ermordung von 51 Männern am 3. April 1944 durch ein Wehrmachtskommando teilzunehmen.

Die Erlanger Cumiana-Delegation vor der Abreise im Rathaus: Fredi Schmidt, Christian Lehrmann, Gabriele Kopper, Kristina Kapsjonkowa und Manfred Kirscher

Im Zweiten Weltkrieg kam es in den Tälern des Piemonts zu Partisanenkämpfen. In Cumiana wurden am 3. April 1944 unter dem Befehl eines SS-Offiziers aus Erlangen 51 Männer unterschiedlichen Alters erschossen. Das jüngste Opfer war erst 16 Jahre alt! Was für eine schreckliche Zeit!

Ankunft bei den Freunden in Cumiana

Seit 2001 reisen alljährlich offizielle Vertreter und Delegierte verschiedener Organisationen aus Erlangen nach Cumiana, um die Verbundenheit mit den Angehörigen der Opfer zu zeigen. Im Laufe der Jahre hat sich zwischen Erlangen und Cumiana eine tiefe Freundschaft auf alles Ebenen  nach dem Motto entwickelt: Ohne die fürchterliche Vergangenheit zu vergessen, alles zu tun, um in Zukunft solche Verbrechen unmöglich zu machen.

Christian Lehrmann, Paolo Poggio (Bürgermeister von Cumiana) und Gabriele Kopper

Während der zwei Tage meines Aufenthaltes in Cumiana habe ich sehr viel Beeindruckendes erlebt und sehr viele interessante und nette Leute kennengelernt. Ich wurde überall überaus freundlich und herzlich empfangen und konnte die traditionelle italienische Gastfreundschaft erleben.

Schweigeminute

Gleich am ersten Abend nahm ich an der Seite einer großen Anzahl Cumianesi an einem eindrucksvollen Fackelzug zum Ort der Erschießung teil, abgeschlossen von einer Schweigeminute. Am nächsten Tag wurden Kränze am Monument auf dem Friedhof des Ortes niedergelegt – in Gegenwart von noch lebenden Zeitzeugen und Angehörigen der Opfer. Ich sah Tränen in den Augen vieler Anwesender und konnte mir die Schrecken und  Schmerzen jeder furchtbaren Zeit vorstellen. Eine der Frauen, die ich kennenlernte, verlor bei dem Massaker vier Angehörige, unter anderen ihren Vater!

Christian Lehrmann und Gabriele Kopper mit Angehörigen der Opfer

Am letzten Tag gab es in der schönen Kirche eine Messe, gefolgt von einem Konzert  junger Streicher und einer Darbietung des Chores von Cumiana. Ich war sehr überrascht, auch eine russischsprechende Lehrerin kennenzulernen.

Gedenktafel für die 51 Opfer am Ort ihrer Erschießung

Zurückblickend hat diese Reise auf mich einen sehr nachhaltigen Eindruck gemacht. Die positive Einstellung der Cumianesi zu Vergangenheit und Zukunft, deren wunderschön melodiöse Sprache, ihre unübertreffliche Gastfreundschaft, die leckeren Speisen (mindestens sechs Gänge  pro Essen) und auch die herrliche Lage am Fuße der Westalpen werde ich nie vergessen!

Paolo Poggio, Christian Lehrmann, Gabriele Kopper und Manfred Kirscher im Gedenken an die Opfer auf dem Friedhof von Cumiana

Cumiana hat mein Herz erobert!

Gedenken an die Opfer

Es hat mich sehr gefreut, daß sich trotz der Kriegsgreuel eine so tiefe Freundschaft und so ein gegenseitiges Verständnis entwickeln konnte. Als Studentin aus Wladimir würde ich mir eine Kontaktaufnahme zwischen meiner Stadt und Cumiana sehr wünschen – gibt es doch so viele Parallelen!

Kristina Kapsjonkowa

 

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Noch ein letzter wehmütiger Blick zurück in das Reich aus Eis und Schnee um den Baikal und die Angara, den einzigen Abfluß des Sibirischen Meers.

Birkenwald an der Angara

Seit Ende der 50er Jahre ist der Strom in Irkutsk, knapp 60 km nach seinem Austritt aus dem Baikal, gebändigt durch ein Wasserkraftwerk, dem weitere folgten. Die günstigste und aus heutiger Sicht wohl auch ökologischste Gewinnung von Energie in dieser bis dahin wirtschaftlich kaum erschlossenen Region führte erst zur Ansiedlung von Industrie.

Kaufmannshaus

Doch dem Projekt fielen – wie auch andernorts bis heute – ganze Dörfer zum Opfer, die in den Fluten der Angara zwischen Irkutsk und Listwjanka untergingen.

Schneekissen im Wald

Einige der Gebäude und Anlagen rettete man damals buchstäblich vor dem Untergang und baute sie am rechten Ufer des in die Breite gegangenen Flusses wieder auf.

Brennholz für den nächsten Winter

Es entstand ein Museumsdorf, dem in Bad Windsheim oder Susdal ganz ähnlich, das einen Besuch am Freitag wert war, bevor das „Team Erlangen“ seine Sibirienreise beendete und gestern wieder zu Hause eintraf, wo ab morgen wieder Wladimir auf dem Programm steht…

Landidyll im Schnee

… mit dem großen Konzert zum fünfunddreißigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft am Sonntag, den 18. März, um 19.00 Uhr im Redoutensaal, worüber die Erlanger Nachrichten in ihrer Wochenendausgabe ebenso ausführlich wie wohlwollend berichten und an dem Musiker aus Wladimir und Jena erwartet werden…

Dorfplatz

… mit dem „Winterwaldlauf“ am Samstag, den 17. März, an dem wieder ein Team aus der Partnerstadt teilnimmt…

Zur sibirischen Imkerei

… mit dem Russisch-Symposium am Freitag, den 16. März, veranstaltet vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde…

Blick auf die Angara Richtung Irkutsk

… und natürlich mit den vielen Begegnungen und Gesprächen am Rande.

Dorfkirche

Heute aber noch ein letzter Blick zurück auf Sibirien, zu groß und weit für Worte und Bilder.

Andrej Baranow, Jelena Bruk und Fredi Schmidt

Doch jeder Versuch ist es wert, gibt wenigstens eine Ahnung, macht Lust, sich selbst einmal aufzumachen in diese weiße Unendlichkeit.

In einem Hinterhof

Nachzulesen ist die Geschichte dieses fernen Landes übrigens am besten bei Walentin Rasputin, der auch mit dem Roman „Abschied von Matjora“ seiner eigenen kleinen Heimat, einem Opfer des Staudamms, ein Denkmal setzte.

Eis betreten verboten

Selbst in Sibirien sind normale Winter nicht kalt genug, um auf der Angara das Eis für Menschen fest genug gefrieren zu lassen.

Spuren in Eis und Schnee

Aber was ist schon normal in Sibirien? Jedenfalls brachten die letzten Wochen und Monate genug Frost, um alle Freuden des Winters genießen zu können.

Ein „Fjord“ der Angara

Lassen wir also mit diesen Bildern die kleine Folge aus Sibirien ausklingen, unvergessen das Knirschen des Schnees im Ohr und auf der Haut die Fülle einer Sonne, die bereits vom Frühling kündet.

In Deckung

 

Abendsonne am Ufer der Angara

 

Ein letzter Blick zurück

 

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Erzählt man von Sibirien und dem Baikal, gerät man rasch in eine Endlosschleife von Superlativen, die all jene, die nie Gelegenheit hatten, Land und Leute kennenzulernen, rasch wie eine Aneinanderreihung von außer Rand und Band geratenen Übertreibungen anmuten können. Dabei ist es ganz anders: Dieser Teil der Erde sprengt einfach die Vorstellungskraft von uns kleinteiligen Westeuropäern, ist nicht geschaffen für unseren Begriff von der Welt, sprengt jedes Bild, das wir uns von ihm zu machen versuchen, bleibt noch weiter hinter jede Hyperbel zurück.

Der Ostsajan aus dem Busfenster gesehen

Allein das Ostsajangebirge, hinter dem schon die Mongolei liegt und in dessen westlichem Schatten der Baikal auf sein burjatisches Ufer trifft, verdiente mit der tausend Kilometer langen Kette von Gipfeln jede denkbare Steigerungsform. Aber es bleibt keine Zeit für die Kavalkade von acht Kleinbussen, die um 8.00 Uhr vom Hotel in Baikalsk startet – übrigens, zurückhaltend formuliert, ein Wintersportzentrum, das den Vergleich mit Skiparadiesen in den Alpen nicht zu scheuen braucht -, wo die mittlerweile 140köpfige Gruppe ihr Nachquartier bezogen hatte. Ausgestattet mit zwei Rufnummern für den Notfall, der im Vorjahr, beim 13. Marathon, tatsächlich eingetreten war: Ein 35jähriger Russe, der noch nie diese Distanz gelaufen war, wollte es sich selbst beweisen, übernahm sich und überforderte sein Herz. Dieser Todesfall machte die Veranstalter vorsichtig. Neben einem ärztlichen Attest wird auch der Nachweis über bereits absolvierte Läufe mit Mindestzeiten gefordert, um zugelassen zu werden.

Zum Start in Tanchoje

Ein sibirisches Hoch, Sonne und Schnee, ist man zu denken versucht, wenn man die Bilder sieht. Aber der Wetterbericht meldete am Morgen: „Heute ist es kälter als gestern“. In Zahlen: Knapp unter -20° C hatte es gestern gegen 10.45 Uhr am Start in Tanchoje. Was aber fehlte in der Vorhersage, war der Wind, den so auch die Veranstalter bei aller lobenswerten Vorbereitung und Durchführung des Laufs nicht auf der Rechnung hatten. Ein Wind wie aus einem Nachtmahr von Sir Francis Beaufort.

Zum Start

Was als steife Brise begann – es sei vorweggenommen -, wuchs sich auf der Trasse zu einem veritablen Schneesturm aus, der die Schiedsrichter veranlaßte, das Rennen auf halber Strecke bei Kilometer 21 abzubrechen. Nur einem einzigen Läufer – er hatte das Feld angeführt – war es gelungen, die ganze Distanz zurückzulegen. Er war schneller als die Veranstalter die Entscheidung fällen konnten… Ein bitterer Entschluß, aber gerechtfertigt. Leider hielt die Batterie der Kamera von Jenoptik den Extrembedingungen auf dem Eis des Baikal nicht stand, weshalb keine Bilder von der Strecke verfügbar sind. Der Leser folge also den bloßen wörtlichen Schilderungen auf Treu und Glauben.

Alles bereit zum Start

Schon nach den ersten Metern ließ sich eine deutschsprachige Läuferin mit den keuchenden Worten vernehmen: „Das ist doch gar nicht zu schaffen, da kommt man ja nie durch…“ Sie schaffte den Halbmarathon dann übrigens in dreieinhalb Stunden und war enttäuscht, nicht die volle Strecke laufen zu können. Aber die ersten fünf Kilometer – das räumten auch winterharte Sibirjaken ein – forderten wirklich alles, was man an Kraft aufbieten konnte. Wohl dem, der da an den Hängen in Richtung Kalchreuth oder den Steigungen des Burgbergs tapfer trainierte, und wohl dem, der die Fastenzeit dazu nutzte, den Appetit zu zügeln. Schwere Läufer hatten gestern nämlich einen schweren Stand. Die Trasse war nur gespurt, nicht gewalzt, und mit roten Fähnchen markiert. Der Schnee butterweich, ohne rechten Halt zu bieten. Jeder Schritt zählte für mindestens zwei. Nur nicht zu tief im Weiß versinken. Es dauerte, bis man da seinen Rhythmus fand und vor allem die Stelle und Lücke, wohin man den Fuß am besten setzte, um möglichst Energie zu sparen. Der so unberechenbare Wind blies dabei immer heftiger von Südost, bis er schließlich ganz auf Osten drehte. Mit einer unerwartet erfreulichen Wendung: Die позёмка, also der Schneesturm bei blauem Himmel, einem sibirischen Phänomen, verwehte zwar die Spur, so daß zum Teil nur noch mit Mühe die Begrenzungsfähnchen zu sehen waren, aber daneben taten sich immer einmal wieder freie Eisflächen auf – der ideale Untergrund für die Icebugs mit ihren Spikes und, wie sich herausstellte, einer unglaublich guten Wärmeisolierung -, mehr aber noch tauchten nun aus dem weißen Meer kleine Strecken mit einem feinen Harsch, einem brüchigen Firnis auf, der mancherorts dazu verlockte, wieder ein wenig Tempo zu machen. Bis zum nächsten Einbruch der Decke, bis zur nächsten Verwehung mit feinstem Pulverschnee, vergleichbar nur mit dem lockeren Sand am Strand der Kurischen Nehrung.

Das „Team Erlangen“ mit Peter Steger startklar

Ein Lauf auf Sicht also mit viel Unvorhergesehenem, zumal sich der Horizont immer enger schloß, bald alles im Schneesturm wie im Nebeldämmer versank. Aber noch sind wir bei Kilometer 5, wo der Wind erst so richtig zulegte und ganz auf Ost drehte, spürbar daran, daß das rechte Auge nur noch Weiß sah und sich buchstäblich zusehends zu einem schmalen Schlitz verwandelte. Zeit, die Skibrille aufzusetzen, die tatsächlich auch gleich Abhilfe schuf. Verstand und Selbsterhaltungstrieb funktionierten also noch. Zugleich aber stieg eine überwältigende Welle unbändiger Euphorie auf, die den verwegenen Gedanken gebar: „Warum nicht den ganzen Marathon laufen und sich selbst und das am Westufer wartende „Team Erlangen“ überraschen?“ Ein Moment, wo alles, sogar dieser Durchmarsch, möglich schien. Für die erste Labestation auf Kilometer 7 blieb denn auch nur ein freundliches Winken, weder Tee noch fester Kraftstoff konnten locken, weiter sollte es gehen, immer weiter… Endlich im eigenen Rhythmus mit gleichmäßigem Atmen, das ungeachtet der frostigen Luft durch Mund wie Nase ohne Anstrengung gelang. Die Kleidung – vom Schuhwerk war schon die Rede – erwies sich als ideal kombiniert, kein Schwitzen, kein Frieren. So konnte es weitergehen, bisweilen sogar mit Beschleunigungsintervallen und mit gutem Tempo, im vorderen Mittelfeld positioniert – bis zum nächsten Halt bei Kilometer 15. Da täte ein Schluck warmen Tees sicher gut, und vielleicht ein Stück Käse, eine Handvoll Nüsse, ein kleiner Plausch mit den winkenden Mädels, die hier am Gabentisch ausharrten. Doch die Blicke wirkten besorgt: „Geht es Ihnen gut?“ – „Ja! Klar! Bestens!“ Ohne Zögern. „Aber Ihre Nase ist ganz weiß! Die sieht aus wie erfroren“, so die keinen Widerspruch duldende Diagnose, bestätigt von einem Kollegen. „Ist das schon das Ende? Nehmen sie dich jetzt vom Rennen?“ So schlimm kam es dann doch nicht: „Ab in die Wärme!“ so die Therapie. Da saßen schon einige in dem bereitstehenden Luftkissenfahrzeug und harrten der Dinge, die da kommen sollte, manche wohl auf den Heimtransport… Da besann sich der Erlanger der Mund- und Nasenmaske, die ihm Jelena Bruk am Vortag zugesteckt hatte – „für den Notfall, wenn es wirklich eisig wird!“ – schnallte sie sich um und war keine fünf Minuten später wieder auf der Trasse – ob mit Wissen der aufmerksamen Streckenwärter oder nicht. Jedenfalls nicht mehr so naseweis wie zuvor…

Ankunft in Listwjanka

Der stete Ostwind zeigte keine Gnade und bewies wütig dem letzten Zweifler, was in ihm steckte. Es war ein Wehen ohne Stehen, ein Treiben ohne Bleiben. Der Schnee kreiselte, sprang, hüpfte, zog ganze Schleier über das unabsehbare Eis, verfinsterte die Sicht auf die schemenhaften Läufer vor einem. Fast scheute man sich, zum Überholen anzusetzen, weil dann wieder für längere Zeit die Orientierung für die Entfernungen fehlte. Und weil man dann wieder ganz alleine war, alleine mit sich, dem Wind, der Kälte, dem Schnee, dem Eis – und dem Wunsch durchzuhalten. Auf den letzten Kilometern zeigte denn auch der Extremlauf spürbar Wirkung. Kein Gedanke mehr daran, bis nach Listwjanka die 42 km durchzulaufen. Es blieb nur noch der eiserne Wille, Kilometer 21 zu erreichen. Immer wieder stolpernd, wenn eine Schneewehe übersehen wurde oder einer jener gefürchteten Risse im Eis, die Barrieren errichten, erst zu erkennen, wenn es fast zu spät ist. Dabei stets das Heulen des Ostwinds im rechten Ohr, gut geschützt unter der Maske. Und eine umständebedingte Besonderheit: kein anfeuerndes Publikum am Wegesrand, nur der eigene Atem, das Knirschen der Schritte und Sprünge sowie die treuen Begleiter Eis und Schnee und Wind unter einer ohnmächtig fahlen Sonne.

Peter Stegers Zieleinlauf nachgestellt

Des Chronisten Kunst scheitert an der Beschreibung des Glücksgefühls beim Einlauf mit einer persönlichen Fabelzeit von zwei Stunden und 20 Minuten, wo es doch auf Tempo gar nicht ankommt bei diesem Lauf, der wohl jedes Mal andere Bedingungen und Herausforderungen an die Teilnehmer stellt. Viel länger als das Rennen durch Eis und Schnee dauerte dann leider die Weiterfahrt im warmen Luftkissenfahrzeug, denn die Organisatoren hatten ja ursprünglich vorgesehen, nur die Halbmarathon-Läufer auf diesem Weg nach Listwjanka, ans Westufer des Baikal, zu bringen. Nun fehlte es an Kapazitäten, und wie es die Umstände eben so wollten, mußte der tapfere Rest des „Teams Erlangen“ Stunde um Stunde auf das Eintreffen von Nummer 129 warten.

Im Ziel: Jelena Bruk, Peter Steger, Elisabeth Preuß und Fredi Schmidt

Das tat der Stimmung freilich keinen Abbruch. Übergroße Freude, Gratulationen, Umarmungen. Ein starkes Team! Danke für diese großartige Unterstützung. Danke an dieser Stelle besonders auch an die eigene Frau, die manches Mal hat schlucken müssen, wenn der laufwütige Gatte einmal wieder in Richtung Wald davonrannte, und die dennoch von Beginn an das „Unternehmen Baikal“ von Herzen unterstützte, für die richtige Kleidung sorgte, von zu Hause aus mitfieberte. Es hat sich gelohnt. Unüberbietbar. Der Lauf des Lebens. „Ein Traum“ eben, wie Fredi Schmidt das formulierte. Mehr zur Veranstaltung unter http://www.baikal-marathon.org

Peter Steger, Jelena Bruk, Fredi Schmidt und Elisabeth Preuß in Listwjanka

Ein Nachwort noch zum Traum: Sie erinnern sich an jenen Moment der Hybris, als der Läufer noch glaubte, den ganzen Marathon zu schaffen. Es ist ja vielleicht ganz gut, wenn sich nicht gleich alle Träume erfüllen. Manche brauchen eben noch etwas Zeit und Kraft. Nur „einmal im Leben sollte man schon einen Marathon laufen“, so einer der beiden einzigen Athleten aus dem Feld, die älter waren als die Nr. 129, ein drahtiger Mittsechziger aus Irkutsk. Kommt Zeit, kommt Rat. Aber vielleicht sollte dieser Lauf ja auch wirklich in dessen Wortes ganzem Sinne einmalig bleiben.

Bleibt nur noch – und das ist nun des Bloggers schönste und edelste Pflicht – allen Leserinnen zum Internationalen Frauentag zu gratulieren. Schön, wunderschön, daß es Sie und Euch gibt. Bleibt uns Männern bitte auch zukünftig gewogen, selbst wenn wir es unseren Frauen beileibe nicht immer einfach machen, wofür dieser Lauf nur ein Beispiel für viele ist…

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Es mag widersprüchlich klingen, aber die Landschaft auf dem Olchon im Baikal wirkt besonders statisch, beruhigend, wenn man in Bewegung ist, man erlebt sie wie eine in unausgesprochenen Beschwörungsformeln versiegelte Vergangenheit, eine Ahnung von fernen Zeiten, die nur der Veränderung der Jahreszeiten unterliegt. Man läuft oder fährt in etwas hinein, das sich anfühlt wie eine Reise zum tiefsten eigenen Kern, in dem gestern und heute verschmelzen – und von wo ungeahnte Kraft aufsteigt.

Landschaft mit Rindern

Wie aus der Tiefe einer Leinwand tauchen sie dann immer wieder auf, die stoischen Wappentiere der Insel: genügsame Rinder, abgehärtet, in ihrem träumerisch-trägen Bewegungsdrang ungehindert.

Baikal mit Rind und Scheuermast

Ihr Rinderzüchter der Welt, schaut auf diese Insel und ihr Hornvieh und erkennt, daß ihr diese Rasse nicht eurem Profitstreben preisgeben dürft, daß ihr sie nicht optimieren dürft auf mehr Leistung und Ertrag, daß ihr diesen genetischen Schatz hüten solltet – und den eigenen Tieren im Stall wenigstens einen Hauch von dem vergönnen solltet, was die Wiederkäuer auf dem Olchon als naturgegeben genießen dürfen.

Junghorn

Doch bei aller grassierenden Vaccophilie, von den in den Wäldern hausenden vaccophagen Wölfen auf ihre reißende Weise verstanden, haben die Reisenden ein anderes Ziel als die Weide: die Weite der Insel und ein weiteres Stück Baikal, wo der Läufer vom „Team Erlangen“ ein zweites Mal einen Trainingslauf unternehmen möchte. Am Morgen war das im Hafen von Chuschir schon bestens gelungen, aber die wichtigste Winterlektion des Sees sitzt bereits: Kein Eis gleicht dem andern. Also ist da noch durchaus Erfahrung zu erlaufen.

Viele Weg, ein Ziel

Vor das Eis setzen die Geister aber ihren Preis. Man gelangt zu ihnen auf einer breiten Schotterpiste, die aber wegen der erosionsbedingten Spurrillen, die im Auto Ruckungen und Zuckungen wie bei einem regelrechten Schüttelfrost hervorrufen, von den meisten Fahrern links liegen gelassen wird. Es gibt ja die vielen gewundenen und parallel verlaufenden, immer wieder in die Hauptstrecke einmündenden „Landstraßen“, die eher einem wiegenden Rhythmus folgen.

Opfergaben

Und dann, am Kamm, erreicht man wieder ein Heiligtum der Burjaten, einen Opferplatz, wo man zur Besänftigung der Geister gut daran tut, einige Münzen zu hinterlassen und die Hinweistafel – bisher nur in russischer Sprache – lesen und deren Mahnungen beachten sollte.

Verhaltensregeln für Olchon

Vor allem den Hinweis auf einen sorgsamen Umgang mit der verletzlichen Natur, was auch bedeutet, seinen Müll wieder mitzunehmen. Und das scheint nachgerade vorbildlich zu gelingen. An der ganzen Strecke keine einzige Plastiktüte, keiner der unsäglichen Wegwerfbecher für die mobilen Oraltriebe, nicht einmal eine Zigarettenschachtel. Das möge so bleiben, auch wenn der Tourismus die Insel sicher bald entdecken wird. Bis dahin ist dann ja auch noch Zeit, eine Kläranlage zu bauen. Immerhin bringt man den Schamott aus den Gruben mit Lastwagen ans Festland, wo die Entsorgung geregelt ist. Und Anlagen, die keine eigenen Sammelbecken haben, werden geschlossen, bis diese eingebaut sind.

Peter Steger, Elisabeth Preuß, Jelena Bruk und Fredi Schmidt

Hat man den Kamm hinter sich, öffnet sich wieder eines jener Panoramen, für die man verweilen möchte, die aber gleichzeitig jenen Sehnsuchtssog entwickeln, dem wohl niemand widerstehen kann: weiter, weiter, weiter…

Wiedersehen mit dem Baikal

Es ist eine Reise zurück in die Erdgeschichte, als sich vor 20 Millionen Jahren der Boden auftat und sich mit Wasser füllte, in dem 1.500 Tier- und 1.000 Pflanzenarten leben, ein Drittel davon endemisch. Ein Makrokosmos in unserer Welt.

Wie vor 20 Millionen Jahren…

Einfach nur schauen und erkennen, wie zerbrechlich des Menschen Werk hier ist im Widerstreit mit den Elementen. Der Beobachtungsturm auf dem Felsentrumm zerbrochen im Wind, das Wasser an Land gepeitscht vom Sturm und in der jähen Bewegung eiserstarrt.

Sturmgepeitscht, eisbedeckt

Die Augen offen halten muß man auch als Fahrer. Die allgegenwärtigen Risse der gewaltigen Eisfläche werfen Brocken auf, an denen sich der windgetriebene Schnee verfängt und flüchtige Barrieren aufbaut. An der Stelle ist kein Weiterkommen, zu hoch das Weiß, zu groß die Gefahr, darin steckenzubleiben. Und der nächste Abschleppdienst ist nicht eben um die Ecke.

Drum prüfe den Schnee, wer weiterfahren will

Dann wieder eine dieser freien Flächen, buchstäblich spiegelglatt. Ideal für einen letzten Trainingslauf hinein ins endlose Blau von Eis und Himmel. Durch das weit geöffnete Tor des Olchon.

Peter Steger

Oder wenigstens so weit die spikesbewehrten Sohlen tragen. Ohne sie kein Fortkommen, jedenfalls nicht für Läufer. Mit ihnen ein unglaubliches Gefühl der Sicherheit, auch wenn die ständig wechselnden Eisschichten immer wieder zögern und zaudern, den Schritt für Momente innehalten lassen. Es könnte sich ja plötzlich doch auftun, das Eis, des Tragens müde…

Mit Spikes bewehrt

Aber keine Sorge: Der Panzer hat hier eine Dichte von bis zu zwei Metern. In kalten Nächten legt er gut einmal zehn Zentimeter zu und könnte mühelos einen Sattelschlepper tragen. Was kratzen ihn da die Spikes der Icebugs und die paar Kilo Lebendgewicht eines übermütigen Läufers.

Peter Steger, dem Tor des Olchon entgegen

So zu laufen, fühlt sich an, als wäre man der Eiskönig, der Schneekönig. Freude pur. „Ein Traum“, wie Fredi Schmidt meinte. Aber man spürt hier auch mehr als irgend sonst, welch kleiner Zaunkönig man doch nur ist. Ein Piepmatz im volltönenden Konzert der Naturgewalten, der dröhnenden Schläge unterm Eis und der unerbittlichen Schärfe des Nordwindes, der aus einer engen Schlucht bläst und die ganze Bucht mit seinem frostigen Atem einhüllt. Wehe dem, der da nicht textil hochgerüstet in den Lauf zieht. Waren die Temperaturen am Morgen bei Chuschir gestern noch in der Sonne fast mild zu nennen – knapp unter – 10°C -, so liegen sie hier deutlich niedriger und sinken weiter, je mehr der Wind auffrischt. Er ist wohl auch die große Unbekannte für morgen, wenn es auf die Marathon- und Halbmarathondistanz geht.

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer für Peter Steger

Dafür braucht es jetzt vor allem noch Ruhe und Schlaf. Doch letzterer mag sich immer noch nicht so recht einstellen, die Umstellung auf Zeit und Klima fordert Geduld und kostet die Nachtruhe. Und dennoch ist von Müdigkeit nichts zu spüren. Wie auch, wenn man umgeben ist von einer derartigen Lebensenergie.

Schamanenberg

Zu diesen magischen Energien noch ein Hinweis in eigener Sache. Kurz vor der Anreise war das Handy verstummt. Der Klingelton ließ sich einfach nicht mehr aktivieren. Nur das Vibrieren und Brummen blieben als Signal. Bis dann plötzlich in der ersten Nacht auf dem Olchon der vertraute Klang ertönt und sich ein Freund aus Erlangen meldet. Ob da der Genius loci seine Hand im Spiel hatte oder die Technik dem Menschen einen Streich spielte? Wer wollte das entscheiden. Nur klingeln tut es wieder, also besser stumm schalten!

Fredi Schmidt, Elisabeth Preuß, Peter Steger und Jelena Bruk mit dem Steppenadler in Bronze

Auf der 300 km langen Rückfahrt nach Irkutsk blieb dann Zeit genug, all seinen Gedanken nachzuhängen – und sich schon wieder auf die nächste Begegnung mit dem Baikal zu freuen. Denn der ist hier nie weit entfernt. Aber was bedeutet das Wörtchen „weit“ schon in Sibirien?

Der lange Weg zurück

Geduld also, es geht bald weiter…

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Um den Baikal ranken sich so viele Legenden wie Völker und Stämme all die Jahrtausende schauend nur schauend an seinen Ufern standen. Einige dieser Überlieferungen gehen weit in die Menschheitsgeschichte zurück und haben tatsächlich auch einen wahren Kern, der noch heute zu erkennen ist. Nicht von ungefähr versammeln sich hier bis heute Schamanen und Parapsychologen aus der ganzen Welt. Und selbst bodenständige, für jenseitige Phantasmagorien wenig empfängliche Zeitgenossen können sich nicht einer gewissen Magie entziehen, geraten in den Bann einer Kraft, die sich wohl nur hier zu erkennen gibt.

Schamanenplatz über dem Baikal mit Jelena Bruk, Elisabeth Preuß und Fredi Schmidt

Es ist die schiere Urgewalt der Elemente von Wasser und Erde, die niemanden unbeteiligt läßt, ausgeübt in einem so überreich orchestrierten Zusammenspiel von Licht und Leben. Es sind aber auch Phänomene, die tief unten auf dem Grund des Sees seit Millionen von Jahren am Werk sind und die Erde bis heute so gut wie jeden Tag im Jahr einmal beben lassen, kaum merklich für den Menschen, sichtbar aber gerade jetzt am Eis mit seinen vielen Sprüngen und Aufschichtungen, hervorgerufen von ruckartigen Bewegungen der Wassermassen nach den immer wiederkehrenden tektonischen Hebungen und Senkungen.

Jelena Bruk, Elisabeth Preuß und Fredi Schmidt beim Eisgang

Eben mit diesen hat auch eine der bekanntesten Legenden der Burjaten zu tun, erzählt sie doch von einem Erdbeben, das vor Urzeiten das Land ergriffen habe. Die Erde wurde entzweigerissen, Feuer schlug aus der Tiefe empor und verschlang alles, was auf seinem Weg lag. Den Menschen blieb nichts als die Flucht übrig und der Trost im Gebet. Die Götter aber stellten sich taub, wollten die Hilferufe nicht erhören. Schon ganz entkräftet, wiederholten die Menschen am Ende nur noch zwei Worte: „Baj gal!“ Übersetzt bedeutet dies: „Lösche das Feuer!“ Und siehe da, der Feuersturm fiel in sich zusammen und versank in der Erde als hätte es ihn nie gegeben. An der Stelle jenes Risses in der Erde war eine riesige Grube entstanden, die sich rasch mit klarem Eiswasser füllte. Und so erhielt der neue See denn auch gleich seinen Namen „Baikal“.

Stalagmiten am Fels

Aber es gibt auch eine romantischere Version, wonach einst ein mächtiger Herrscher namens Baikal lebte. Reich soll er gewesen sein und stolz auf seine schöne Tochter, Angara genannt. Er verbarg das Mädchen vor allen und verbot ihr jeden Umgang mit anderen. Eines Tages jedoch sangen Angara die Schwäne das Lied vom prächtigen Jungen mit Namen Jenissej. Von da an konnte die junge Frau an niemanden anderen mehr denken. Als ihr Vater davon erfuhr, sperrte er die Tochter in ein Zimmer, das nur durch sieben Türe zu erreichen war, versperrt mit siebenundsiebzig Schlössern, und beschloß, Angara mit einem jungen Mann aus dem Nachbardorf zu verheiraten. Doch unmittelbar vor der Trauung war die Braut verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Zu Tode betrübt, weinte Baikal bis an sein Lebensende und füllte so mit seinen Tränen den See.

Fredi Schmidt auf einem Eistrümmerfeld

Der dritten Legende nach schuf ein Feuerdrache den Baikal. Der Lindwurm war eines Abends in der Dämmerung erschienen und funkelte mit seinen Schuppen in der untergehenden Sonne, als er sich in seinen Streitwagen aus purem Gold setzte. Auf der Erde angelangt, schlug er mit seinem Feuerschwanz um sich, bis sich die Erde um hin her auftat. Ein weiterer Schlag ließ Eis und Schnee in den umliegenden Bergen schmelzen, so daß sich das Wasser in Strömen ins Tal ergoß und den langen Spalt bis an den Rand füllte.

Hundeschlitten in der Ferne

Entlang dem so entstandenen See ergrünte alles im Handumdrehen, Vögel kreisten über dem klaren Wasser, wilde Tiere bevölkerten die Uferwälder. Als er des von ihm geschaffenen Wunders ansichtig wurde, ließ sich der Drache auf den Grund des Sees hinabsinken. Doch alle 120 Jahre kam er wieder an die Oberfläche, und die Menschen feierten zu seinen Ehren imposante Feste. Doch als sie dann doch einmal vergaßen, sich auf die Wiederkunft des Drachen vorzubereiten, erzürnte dies den Lindwurm derart, daß er das Wasser aufpeitschte und über die Ufer treten ließ, bis alle ertrunken waren. Später, viel später kamen dann andere Menschen zum Baikal, die noch nie vom Drachen gehört hatten. Er selbst wurde auch seither nie mehr gesehen. Geblieben ist allein sein Name, Baikal.

Risse im Eis

Heute noch kann man am Baikal wunderbar „Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielen. Durchsichtige Figuren treiben hier bisweilen ihr Unwesen, jagen über das Wasser, vorzugsweise bei Nacht und Nebel, wenn die Sicht eingeschränkt ist… Es soll sich bei dieser Rotte um die Kavallerie des Herrschers, Hassan Tschosson, handeln, dessen Heerzug im Winter den See überqueren wollte. Aber der Baikal ist nicht das Rote Meer, Hassan war nicht Moses, das Wasser ließ sich nicht scheiden, das Eis wollte nicht tragen, und so gerieten die Krieger unters Eis. Seit jener fernen Zeit tauchen die Reiter und Rösser immer wieder unvermutet auf, finden keine Ruhe und erschrecken einsame Wanderer.

Schamanenfels

Man braucht wirklich kein Esoteriker zu sein, um dem Zauber des Orts zu erliegen. Hier hätte Caspar David Friedrich seine romantische Freude ebenso gehabt, hier finden heute Künstler Inspiration. Und eigentlich müßte hier auch ein Epos von der Größe der Ilias entstanden sein. Dichter und Denker fänden hier Stoff zuhauf.

Motiv für Caspar David Friedrich

Aber es geht auch schlichter. Man braucht sich nur ein Fahrrad zu mieten und hinauszufahren in die schiere Unendlichkeit und sich Raum und Zeit überlassen. Da geschieht sicher genug.

Wenn’s dem Radler zu wohl wird, fährt er aufs Eis…

Und wenn man am Ufer bleibt, fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, wie hier Denisova-Menschen, aus dem südlichen Altai vor 40.000 Jahren kommend, in einer der Höhlen Unterschlupf fanden. Obwohl man ja bisher nur deren Finger kennt.

Eiszeitmenschen treten aus ihrer Höhle: Jelena Bruk, Fredi Schmidt und Elisabeth Preuß

Auf die Gliedmaßen sollte man besonders achten. Wer da nicht die richtigen Handschuhe eingepackt hat oder zu häufig auf den Auslöser seiner Kamera drückt, muß um das Wohl seiner Finger fürchten.

Wo die Riesen mit Eis würfeln

Und längst nicht alles, was man am eisigen Wegrand findet, ist für Menschenhände geschaffen…

Im Eis gestrandet

Von Menschenhand geschaffen aber sind die leblosen Zeugen der Fischindustrie von Chuschir. Etwas für Freunde des Filmes „Stalker“ von Andrej Tarkowskij.

Kaufe Fisch für 80 Rubel

Über Jahrzehnte hat man hier auf dem Olchon den Omul gefangen. In gierigen Mengen, wie eben dem homo sapiens eigen. Bis es Matthäi am Letzten war, bis vor wenigen Monaten ein Moratorium in Kraft trat, von dem man sich eine Erholung der Bestände verspricht.

Strandgut im Eis

Beim Abendessen im Restaurant dann die Probe aufs Exempel. In der Speisekarte tummelt sich der Lachsfisch noch in allen möglichen Varianten, aber die Bestellung offenbart: Kein Omul kommt mehr auf den Tisch.

Flotte vereist

Das möge noch lange so bleiben und als Warnung dienen, denn sogar ein gigantisches Ökosystem wie der Baikal ist bei aller Weite und Größe nicht unerschöpflich, bleibt verletzlich, schutzbedürftig.

Müll abladen verboten!

Erfreulich deshalb auch, daß die noch überschaubare Zahl an Touristen – größtenteils aus China, denn Peking ist nur zwei Flugstunden von Irkutsk entfernt – wie die Einheimischen offenbar sorgsam mit ihrer Umwelt umgehen. Erstaunlich wenig Müll findet da der Eisgänger, nur eine Zigarettenschachtel, eine Kippe und ein Bonbonpapier nach einigen Stunden der Expedition auf und an dem See.

Neptun des Baikal

Geplant sind aber natürlich weitere Unterkünfte für Gäste aus aller Welt, und mit der Abgeschiedenheit dieser Ecke wird es bald vorbei sein. Es spricht sich ja herum, was es hier zu entdecken gibt. Und der Blog trägt da auch sein Teil dazu bei…

Das beste Hotel am Ort

Der Mensch lebt aber auch am winterlichen Baikal nicht von Eis und Schnee allein. Besonders jetzt, wo immer häufiger die Sonne herauskommt und einen Vorfrühling verspricht.

Ob man da Französisch spricht?

Das verlockt in Augenblicken der Windstille zur Einkehr.

Jelena Bruk und Elske Preuß mit Kater Koschkin in der Sibirischen Hollywoodschaukel

Das treibt das liebe Vieh auf die vor dem Ort gelegene Winterweide.

Entlang der Hauptstraße

Das lädt ein, im Stehen ein Wiederkäuerschläfchen zu halten.

Schneekühe in der Frühlingssonne

Aber noch einmal zieht es hinaus aufs Eis. Dieses Mal wieder mit dem Auto, auch wenn das an manch einer Stelle eher nicht angeraten scheint.

Befahren des Eises verboten!

Angst braucht man dennoch keine zu haben. Der Eispanzer würde jetzt ganze Fahrzeugkolonnen tragen. Trotz der vielen Risse, die sich immer wieder durch die Wasserbewegung von unten auftun. Sie frieren rasch wieder zu, hinterlassen aber Spuren, die Ehrfurcht einflößen.

Wärmestube für Obdachlose Eisgänger

Ehrfurcht packt einen aber besonders, wenn man hört, wie sich das Eis bewegt. Schläge, die wie Explosionen klingen, dann ein Blubbern und Stampfen, wenn der See „gesprächig“ wird. Da ist man durchaus zu glauben versucht, es hausten Geister unter der weißen Decke.

Schlafendes Eisungetüm

Weiß gibt es hier übrigens in allen Schattierungen, ebenso wie die Farbe Blau. Und kein Stück, kein Teil, kein Kristall, das dem andern ähnelte. Eine Pracht und Vielfalt… Schwindelerregend.

Jewgenij, der Schlittschuhläufer

Ganze Figurenkonstellationen lassen sich im Eis ausmachen, filigran wie ein Schmetterlingsflügel, wuchtig wie ein mit vulkanischer Kraft behauener Klotz. Die Phantasie der Natur gewinnt hier mannigfache Gestalt.

Eisschmetterling

Und dann wieder dieser unbeschreibliche Blick in die Ferne, wo Eis und Himmel verschwimmen, wo gefrorene Dünung die Wolken spiegeln.

Eiswellen

Vom klaren und durchsichtigen Eis geht es hinaus auf die Milchstraße – und von da… Wer wollte dafür all die Worte finden. Man muß es gesehen, man muß es erlebt haben.

Auf der Milchstraße

Fredi Schmidt findet den richtigen Ausdruck dafür: „ein Traum“.

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Einen langen Anlauf braucht, wer am Marathon auf dem Baikal teilnehmen will. Schon die Anreise vermittelte denn auch dem „Team Erlangen“ den Maßstab für Zeit und Strecke: drei Stunden Flug von München nach Moskau, dort dreieinhalb Stunden warten, umsteigen und weitere fünf Stunden mit Aeroflot bis zur Landung in Irkutsk anderntags gegen 8.30 Uhr morgens, eine kurze Ruhepause bis zum Mittag bei der sibirischen Freundin und dann im geländegängigen Wagen durch die sprichwörtliche Weite des Landes – zum Baikal.

Fredi Schmidt und Elisabeth Preuß in Irkutsk

Aus den drei angesetzten Stunden durch Steppe und Wald wurden dann gestern – Pausen eingerechnet – wieder fünf Stunden, gefühlt freilich wie fünf Leben, der ungeheuren Wucht der Landschaften auf dem Weg zum „reichen See“ ausgesetzt, wie die hier angestammten Burjaten den Baikal in der eigenen Sprache nennen, während der See in der russischen Folklore als „geheiligtes Meer“ gerühmt wird.

Schneepferde in der Steppe

Aber gleich ob brujatisch oder russisch: Der Baikal gilt mit seinen fast 700 km Länge und einer Breite von bis zu 80 km als Sehnsuchtsort für Naturfreunde aus aller Welt, trägt das Prädikat Weltnaturerbe, dem die ganze Menschheit verpflichtet ist.

Himmel und Schnee

Auf dem einsamen Weg dorthin bleibt Zeit, sich vorzustellen, was es bedeutet, wenn hier ein Fünftel der flüssigen, also nicht dauerhaft gefrorenen Süßwasserreserven der Welt aufgestaut sind, wenn die tiefste Stelle fast 1.650 m hinab auf den unruhigen Grund mit all seinen Thermalquellen reicht.

Steppengras im Schnee

Wenn man unterwegs ist zurück in eine Vergangenheit, die vor 25 Millionen Jahre mit einem kontinentalen Grabenbruch begann, der sich noch immer fortsetzt, wenn man unterwegs ist zum ältesten See der Welt mit seiner so ganz eigenen Fauna, von der die Baikalrobbe und ihre Lieblingsbeute, der Omul, nur die bekanntesten Spezies darstellen.

Landschaft mit Pferden

Wenn am Wegrand halbwilde Zottelpferde grasen, hier seit Jahrtausenden gezüchtet und von Burjaten wie Russen als traditionelle Fleischquelle geschätzt, während den industriellen Fischfang erst die Sowjets in diese Gegend brachten.

Willkommen im Kreis Bajandajewsk

Aber genügt ein Menschenleben, um sich vorzustellen, wie der Baikal fast den 500fachen Wasserinhalt des Bodensees in seinen gut 2.100 km langen Ufern birgt?

Steppe, Wald und Himmel

Genügt ein Menschenleben, um zu verstehen, wie lange die 400 Jahre dauern mögen, die es bräuchte, bis alles Wasser des Baikals über den einzigen Abfluß, die Angara, abgelaufen wäre, wenn, ja wenn denn die 336 Zuflüsse alle mit einemmal versiegten?

Berg- und Talfahrt

Aber so viel Zeit zum Nachdenken lassen dem Reisenden die ständig wechselnden Eindrücke ja gar nicht. So eintönig die Steppe auf den ersten Blick erscheinen mag, so viele Schattierungen und Farbspiele bietet sie. Außerdem sind die Bergwälder nie weit. Immer wieder drängen sie sich an die Straße, versperren den Weg für Augenblicke und eröffnen dann unerwartete Aussichten, die nur staunen machen.

Vom Schnee verweht

Und dann ist da jenes unablässige Spiel des Windes, der kniehoch über den Boden jagt, manche Kuppe frei vom Schnee fegt und die weiße Fracht dann wieder unvermutet ablegt, manchmal aber auch durch das Land bläst , daß sogar der ortskundige Fahrer erschrickt und meint, dergleichen noch nie erlebt zu haben. Da ist man fast zu glauben versucht, es sei etwas dran an der Theorie, Sibirien leite sich her vom turksprachigen „sapamak“ – „vom Weg abkommen“.

Wenn auf dem Mond es schneien wollte

Und dann erstreckt der sich wieder so gerade und geregelt durch die kargen Hügel, die man am liebsten alle erklimmen und mit Fabelnamen bedenken möchte. Denn auch wenn die Spuren der Zivilisation am Wegrand nicht zu übersehen sind, wähnt man sich doch immer wieder in der Rolle des Entdeckers.

Wind und Wetter abgetrotzt

Und sei es auch nur, wenn man eine einsame Kiefer entdeckt, sich sich dem steten Nordwind entgegenstemmt, die Halt findet zwischen all den Steinen und Gräsern, wo der Wald immer schon einen schweren Stand hatte.

Pyramiden in Sibirien?

Übrigens Steine: Für den Untergrund der Straße hatte man Brocken von Gneis und Granit aus den Bergen angekarrt und vor Ort zertrümmert. Was nicht kleinzukriegen war, häuften die Baggerfahrer zu den „Pyramiden von Sibirien“ auf, Wegmarken entlang der einzigen Strecke, über die von Irkutsk aus die Insel Olchon zu erreichen ist.

Endstation Baikalsee

Und dann plötzlich das Ende der Straße, auf etwa halber Länge des Sees, den man nach der Überlandfahrt erstmals zu Gesicht bekommt. Kein Weiterkommen auf Rädern im Sommer. Wohl aber im Winter, wenn ab Mitte November bis Anfang Mai der Baikal, von einer meterdicken Eisschicht bedeckt, als Brücke zum Olchon dient.

Die Farben des Eis

Wer wollte da nicht aussteigen? Auch wenn das Thermometer 16 Grad Frost anzeigt und der eisige Wind die Mützen zupft und die Haare lupft. Das Blau des Wassers in all seinen Tönungen… Wenn man da nur malen könnte! Welch eine Palette! „Schönheit ist ein Rätsel“, meint Fürst Lew Myschkin in Fjodor Dostojewskijs „Der Idiot“, und man möchte glauben, er habe damit auch den Baikal im Sinn gehabt.

Peter Steger, Jelena Bruk, Elisabeth Preuß und Fredi Schmidt auf dem Baikal

Angesichts dieses Naturwunders könnte man erwarten, Heerscharen von Menschen zu begegnen, doch man bleibt weitgehend unter sich, trifft nur vereinzelt Gruppen oder Pärchen wie jenes, das sich tatsächlich zu Fuß und mit Rucksack bewehrt auf den Gang übers Eis gemacht hatte, wohl in der Hoffnung, von einem der wenigen Autos mitgenommen zu werden.

Per Anhalter über den Baikal

Die Strecke ist zwar nicht ausgeschildert, aber Verkehrszeichen geben Regeln vor, und Stangen weisen, in festen Abständen ins Eis gedrillt, die Richtung. Nur einem Polizisten wird man eher selten begegnen, die Ordnungshüter begnügen sich mit den Geschwindigkeitskontrollen in den sparsam übers Land verstreuten Orten.

Es gilt die Straßenverkehrsordnung auf dem Baikal

Apropos Land: Gastgeberin Jelena Bruk kommentierte die Ankunft auf dem Eis mit den Worten: „Hier endet der Kontinent.“ Wie wahr, denn hier beginnt das Meer Sibiriens.

Gegenverkehr auf dem Baikal

Der Olchon, mit 730 qkm größte der mehr als 20 Inseln im Baikal, zählt gerade einmal 1.700 Einwohner, hauptsächlich Burjaten. In Sowjetzeiten hatte man hier auch Letten zwangsangesiedelt, hauptsächlich um den Fischfang zu kommerzialisieren, dem das viehzuchttreibende Mongolenvolk bis heute nicht viel abgewinnen kann.

Stein und Eis

Das 70 km lange Eiland wirkt schroff und abweisend, umgeben, jetzt im Winter, von einem bizarren Eispanzer, der jeden Ankömmling Demut lehrt und Abstand gebietet.

Bucht des Baikal auf Olchon

Hat man die Insel aber betreten – nicht ohne vorher die guten Geister beschworen zu haben und sich für den Fall der Fälle losgeschnallt zu haben, um rasch das sinkende Auto verlassen zu können -, ergreift sie mit ihrer majestätischen Größe und unwegsamen Verschlossenheit Besitz vom Besucher, besonders jedoch mit diesen stupenden Ausblicken auf eine Landschaft, die einem wie aus Wind und Wellen geboren, den gebannten Wogen des Baikal entstiegen, entgegentritt.

Fahrt über den Baikal

Es scheint wie in jenem burjatischen Märchen, wo immer wieder eine der 300 Töchter des Baikal, „eine schöner als die andere und mit Augen so strahlend blau wie der Himmel oder so leuchtend grün wie die Blätter der Birken“, hinter der nächten Biegung warten.

Himmel, Erde und Eis

Oder in jenem Roman, „Geld für Maria“, von Walentin Rasputin, in Irkutsk begraben, wo es der Schnee ist, der jedem Anfang wie ein Zauber innewohnt. Ganz wie in alten, in uralten Zeiten.

Schneekühe auf Olchon

Archaisch auch die Impressionen kurz vor Chuschir, dem Hauptort des Olchon mit knapp 1.300 Einwohnern. Die übrigen 300 Insulaner verteilen sich auf nicht einmal zehn Dörfer und lassen so unendlich viel Platz dazwischen, auch für Schneekühe mit Hörnern, wie es echtem Rindvieh zusteht, und mit Eutern, die nicht auf Hochleistung gezüchtet sind. Bukolisch fast, wenn es nicht so kalt wäre… Aber was sind schon die 16 Grad minus. Gleich nach der Jahreswende lagen die Temperaturen in der Region Irkutsk tagelang um die – 50° C.

Friedhof am Wegrand auf Olchon

Der unbefestigte Weg – bald schon soll zumindest die Hauptstrecke asphaltiert werden – verzweigt sich immer wieder, kennt viele Spuren, führt dann aber doch zum Ziel, einer kleinen Herberge in Chuschir – mit schnellem Internetzugang! -, unmittelbar am See, wo das „Team Erlangen“ nun über das Wochenende sein Quartier aufgeschlagen hat, um sich für den Lauf am Mittwoch zu akklimatisieren.

Steppe und Wald auf Olchon

Wenn da nur nicht all die widersprüchlichen Wetterprognosen wären. Aber hatte nicht auch der sibirienfeste Fahrer im Schneetreiben auf dem Herweg sein weißes Wunder erlebt? Man nimmt dieses Land eben wie das Schicksal und lernt von den buddhistisch-schamanistischen Burjaten Gelassenheit, nimmt sich Zeit für den langen Anlauf. Nicht die schlechteste aller Lehren. Nicht nur für die nächsten Tage.

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Da der Blog keinen Redaktionsschluß kennt, sind auch Beiträge stets willkommen, die erst einige Zeit der Lagerung und Reifung benötigen. Daher heute Betrachtungen über Möglichkeiten der Anreise nach Wladimir von Moskau aus, niedergeschrieben schon vor etlichen Monaten von Jonas Eberlein, also einem, der bereits als Schüler des Ohm-Gymnasiums auszog, um die Partnerstadt kennenzulernen und dort seit seiner Tätigkeit für den Deutschen Akademischen Austauschdienst immer wieder ein wohlgelittener Gast ist.

Obgleich es eine Fahrt ist, die nur so lange dauert, wie ein ausgedehntes Mittagessen mit einem guten Freund, nehme ich selten den Zug gen Osten nach Wladimir, in die weiße Stadt an der Kljasma. Oft schon habe ich die Partnerstadt Erlangens besucht, – aber niemals war ich mit dem Fahrrad dort gewesen.

Jonas Eberlein, Gertrud Härer, Manuel und Fredi Schmitt; nur das Tandem durfte nicht mit…

Den schaurigen Wettervorhersagen zum Trotz strahlt immer noch die Sonne, als ich bereits zum zweiten Mal heute mit meinem Köfferchen in die Trambahn steige, um zum Bahnhof zu fahren. Dieser leuchtende Apriltag wäre die Gelegenheit für eine ausgedehnte Radtour gewesen. Zwei Tage würde es dauern, wenn man nicht die M7 nähme, die wie alle „Automagistralen“ im weiten Land für Radfahrer verboten ist. Zwei Wege bietet ein Blick auf die Karte: südlicher durch das Torfgebiet von Sсhatura, oder über Kirschatsch und Koltschugino, nördlich der Magistrale.

Jonas Eberlein, Susanne Lender-Cassens und Gertrud Härer in Susdal – ohne Tandem

Rückenwind wäre heute gewesen, denke ich, als mich eine Stimme zurück in den Wartesaal reißt: „Wären Sie ein paar Minuten früher gekommen“, sagt der Administrator und liest mir die nächsten Abfahrtszeiten vor, die ich auf meinem Smartphone so oft gescannt hatte, als ich in der Schlange wartete, daß ich sie ihm beinahe auswendig aufsagen konnte. „Vor ein paar Minuten“, verkneife ich mir zu kommentieren, „ließ sich eine betagte Dame bezüglich ihrer Reise nach Minsk beraten.“ – „In drei Wochen, junger Mann“, hatte sie zu demselben Herrn gesagt, der nun vor mir steht. Durch eine riesige Glasscheibe ist er abgetrennt von der hektischen Welt. Und in den nächsten Feiertagen wollte ein Herr nach Jekaterinburg reisen, erkundigte sich daher höflich nach unteren Liegeplätzen im Nachtzug: „Aber in Waggon Nr. 3 vielleicht? Sehen Sie doch bitte noch einmal nach, ja?“ Der multilinguale Automat, der gegenüber den Kassenfenstern in der Wartehalle lauert und dessen rot gestrichener Blechkollege heute sowieso nicht arbeitete, wollte partout keine Tickets mehr für den frühen Zug verkaufen. Drei Mal hatte ich es in gründlicher Eile versucht.

Jonas Eberlein mit Peter Steger zum Aufwärmen auf dem Tandem in Wladimir vor dem Halbmarathon im September

„Für den Nachmittagszug also, junger Mann?“, fragt mich der Administrator. „Für den Nachmittagszug also“, gebe ich zu. „Kasse 16“, sagt der Administrator und nimmt meinen Reisepaß an sich, um mir ein Ticket ausstellen zu lassen. Ich hätte wirklich mit dem Fahrrad fahren sollen.

Jonas Eberlein – aus dem April 2017

Photos: Othmar Wiesenegger

Jonas Eberlein und Doris Härer vor dem Lauf

Regelmäßige Blogleser wissen es längst: Jonas Eberlein, Erlangens „Botschafter“ in Moskau, war mittlerweile mit dem Rad, sogar per Tandem, in Wladimir, zusammen mit Gertrud Härer, und wird hoffentlich noch die eine oder andere Anekdote dieser Reise nachliefern, zu der es den immer wieder lesenswerten Blog gibt: https://gertrud.haerer.org

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