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Posts Tagged ‘Frauen in Wladimir’


Das Amt für Statistik veröffentlichte zum Internationalen Frauentag Zahlen zur Region Wladimir, die sich der Blog heute etwas genauer ansehen will:

Zunächst: Es gibt mehr Frauen als Männer – im Verhältnis von 12:10. Diese Proportion wurde erstmals im Jahr 2002 festgestellt, als man 1.209 Frauen auf 1.000 Männer zählte. Im Oktober findet die nächste Volkszählung statt, und man hofft, daß sich da die Geschlechter wieder ein wenig annähern.

Frauen werden älter und erleben eine „zweite Jugend“. Ein Mädchen, das 2018 geboren wurde, könnte im Mittel bis zu 76,8 Jahre alt werden, eine Junge schafft es in der Prognose nur bis 65,2 Jahren. Ab dem nächsten Jahrzehnt soll es noch besser werden, Frauen könnten dann ein Alter von durchschnittlich 79 Jahren erreichen. Damit hängt allerdings ei Problem zusammen: Alterseinsamkeit. In der Gruppe 85+ herrscht ein großes Mißverhältnis von 19.000 Frauen auf 4.400 Männer. Wer da den Partner verliert, bleibt da oft allein.

Anfang 2019 zählte man 101 Frauen, die hundert Jahre und älter waren, bei den Männern schafften das nur 49. Allerdings wächst die Zahl bei beiden Geschlechtern.

Übrigens erhalten die Frauen im Schnitt eine etwas höhere Rente, in Zahlen 131 Rubel im Monat mehr als Männer.

Jede vierte Frau arbeitet im Einzel- oder Großhandel, im Hotel- und Gaststättenwesen, jede fünfte in den Bereichen Gesundheit, verarbeitendes Gewerbe oder Sozialdienste. Am stärksten sind Frauen im Dienstleistungsbereich, in der Datenverarbeitung oder in der Buchhaltung (82%) vertreten. Aber immer mehr Frauen übernehmen auch Leitungsfunktionen. 356.300 Frauen waren 2019 der Region Wladimir sind „wirtschaftlich aktiv“, 97% von ihnen bezogen ein Gehalt, nur 3% waren arbeitslos. Allerdings verdienen Frauen noch immer weniger als Männer, auch in der Region Wladimir. Und beachtlich: ein Viertel weniger! Der Durchschnittslohn im letzten Jahr lag für Frauen bei 30.500 Rubel, nur 73% der Bezüge eines Mannes. Nur in den Bereichen der Papierindustrie und der Berufsschulbildung verdienen Frauen etwas mehr als Männer.

Frauen sind hingegen viel mobiler als Männer. Sie suchen sich aktiver ihren „Platz unter der Sonne“. 54% der Frauen zog es 2019 an eine andere Arbeitsstelle jenseits der Region Wladimir, wohingegen diesen Schritt nur 46% der Männer wagten. Bei den Frauen bis 35 Jahre liegt dieser Anteil sogar bei 63%, in dem Segment etwa gleich hoch wie bei den Männern. Dies gilt auch in die andere Richtung. Unter den Arbeitskräften, die aus anderen Regionen ins Gouvernement Wladimir kommen, finden sich ebenfalls mehr Frauen als Männer, hauptsächlich in der Altersgruppe bis 35 Jahre.

Da Männer nun auch ein längeres Leben vor sich haben gleicht sich der Anteil an der Gesamtbevölkerung aus – und das immer später. Im Jahr 2016 zogen die Männer ab 36 Jahren gleich, im vergangen Jahr erst im Alter von 39 Jahren. Die größte Auswahl haben die Frauen zwischen 18 und 19 Jahren. Da liegt das Verhältnis bei 1.000 Jungs gegenüber 566 Fräulein. Auch zwischen 20 und 24 Jahren sieht es noch gut für die Wahlfreiheit der Frauen aus: 1.000 : 884. Ab dann wird es enger. In der Gruppe zwischen 30 bis 34 Jahren 1.000 : 937 und zwischen 35 und 39 Jahren 1.000 : 980.

Frauen 1

Unbekannte im Zentrum von Wladimir, gesehen von Alexander Usenko

Noch kurz zu den Geburten: 2016 kamen auf 1.000 Einwohner 11,2 Kinder zur Welt, 2019 waren es nur noch 8,1, anders 2019 wurden 11.100 Kinder geboren, 1.592 weniger als 2018. Dabei werden die Mütter – wie im Westen ja auch – immer älter. Mittlerweile ist eine Frau im Durchschnitt fast 29 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind bekommt.

Und schließlich: Frauen leben gesünder. Fast 89% rauchen nicht, während nur 40% der Männer das Laster lassen. Auch zum Glas greifen sie weniger. 46% der Frauen trinken keine scharfen Sachen, um das Doppelte weniger als Männer. 83% der Frauen geben an, Alkohol überhaupt nur zu festlichen Anlässen zu trinken. Außerdem tun sie mehr für ihr kulturelles Wohl und gehen oft häufiger in Theater, ins Museum, auf Konzerte.

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Es gibt in Irkutsk kein Deutschlern-Zentrum des Goehe-Instituts wie in Wladimir, aber auch hier in Sibirien besteht Interesse an unserer Kultur und Sprache, besonders am Zentrum das nach Wilhelm von Humboldt benannt ist, der 1829 im Auftrag des Zaren Nikolaus I im Jahr 1829 die Rohstoffvorkommen östlich des Urals erkundete und diese menschenleeren Weiten wissenschaftlich erschloß. Hier, an der Angara, liegt die einzige Ausbildungsstätte für ganz Ostsibirien und den Fernen Osten der Russischen Föderation, wo man die vom Goethe-Institut Moskau zertifizierten Deutschprüfungen machen kann und wo das Vollprogramm an Landeskunde und Kulturvermittlung angeboten wird. Ein Ehre und Herausforderung also, wenn man hier vor dem Dozententeam und Kursteilnehmern einen Vortrag zur deutschen Sprache zwischen Tradition und Innovation halten darf. Und eine Freude über eine weitere Brücke zwischen unseren Ländern.

Bereits vor zwei Jahren war die Erfahrung aus Erlangen und Wladimir gefragt. Damals nahm WladimirPeter an einem internen Seminar zum Thema der Russisch-Deutschen Beziehungen teil. Nun wieder ein Besuch, bei bereits alten Freunden, mit neuen Ideen und Anregungen. Es gibt viele Parallelen zum Erlangen-Haus in Wladimir, es gibt viele Projekte, an denen die beiden Sprachzentren arbeiten und vor allem, es gibt viele, die Interesse an der Sprache von Goethe, Schiller und Humboldt entdecken und zu solchen Sprachzentren kommen.

Irkutsk Humboldt-Zentrum

Humboldt-Zentrum in Irkutsk

Kompetenz und attraktive Lehrmethoden, interaktive Unterrichtsstunden und viel Praxis, das findet man in den beiden Sprachzentren. Hier ist Pforzheim als Partnerstadt und auch die Möglichkeit, seine Sprachkenntnisse gleich einzusetzten, in Wladimir ist es Erlangen, das jedes Jahr Studenten aus dem Erlangen-Haus an der vhs zum Deutsch-Kurs aufnimmt.

Begeistert war das „Team Erlangen“ von vielen neugierigen Fragen, die nicht nur zur Sprache selbst, sondern auch zu den Russisch-Deutschen Wochen gestellt wurden. Gerade diese Veranstaltungsreihe, die in Erlangen im Januar-Februar dieses Jahres wieder ein begeistertes Publikum in der vhs gesammelt hatte, weckte ein großes Interesse, denn das Format war bis heute in Irkutsk unbekannt. Aber jetzt genug zu internen Gesprächen, hier nun der Vortrag Irkutsk 2018.

 

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