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Posts Tagged ‘Förderverein Rot-Kreuz-Zentrum Wladimir’


Seit zwanzig Jahren gibt es nun schon den Förderverein für das Rote Kreuz in Wladimir, ein Jahrzehnt schon sind in dessen Vorstand Barbara Wittig, zuständig für die Finanzen, und Gründungsmitglied Jürgen Üblacker als Schriftführer tätig. Beide wurden gestern bei der Mitgliederversammlung für weitere vier Jahre im Amt bestätigt, ebenso wie Melitta Schön als Vorsitzende und Wolfram Howein als ihr Stellvertreter.

Melitta Schön, Wolfram Howein, Barbara Wittig und Jürgen Üblacker

Einen kleinen Grund zu feiern gibt es auch vor Ort in Wladimir. Es besteht nämlich Aussicht auf die langersehnten Räumlichkeiten, in denen das Rote Kreuz, unweit des Zentrums der Partnerstadt, die geplanten Kurse für Ehrenamtliche aufnehmen kann, die in der häuslichen Pflege ausgebildet werden sollen. Wenn alles nach Plan laufen sollte, könnte das neue Domizil der Organisation schon im nächsten Jahr eröffnet werden. Dann kann auch der Verein in Erlangen seine Arbeit wieder aufnehmen und finanziell wie organisatorisch Unterstützung leisten.

Siehe auch: https://is.gd/5BKqfe

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Als Anfang Mai 2009 Brüne Soltau nach 16 Jahren als Vorsitzender des Kreisverbands Bayerisches Rotes Kreuz Erlangen-Höchstadt aus dem Ehrenamt verabschiedet wurde, zollte ihm Siegfried Balleis, der damalige Erlanger Oberbürgermeister, Lob für einen „beispielhaften Einsatz im humanitär-ehrenamtlichen Bereich“ und bescheinigte dem scheidenden Präsidenten, die Aktion „Hilfe für Wladimir“ zu einem „wahren Vorzeigeprojekt gemacht“ zu haben. Florian Janik, Nachfolger im Amt, geht in seinem Glückwunschschreiben zum heutigen 75. Geburtstag noch einen Schritt weiter und hält fest, ohne Brüne Soltau, sei die Aktion „Hilfe für Wladimir“ gar nicht denkbar gewesen.

Brüne Soltau

Brüne Soltau 1994 in Wladimir

Wir wissen nicht, ob der Jubilar die Maxime von Leo Tolstoj kennt, wonach die allerwichtigste Sache sei, Gutes zu tun, weil der Mensch nur dafür lebe, was wir aber wissen ist: Brüne Soltau hat sein Leben danach ausgerichtet – und daran offenbar gut getan. Wenn nämlich heute Erlangen in den Herzen der Menschen von Wladimir untrennbar mit Begriffen wie „Freundschaft“, „Hilfsbereitschaft“ oder „Menschlichkeit“ verbunden ist, kommt dem in Hamburg geborenen Herzogenauracher ein erheblicher Anteil daran zu. Die Anerkennung für sein humanitäres Wirken blieb denn auch nicht lange aus: 1998 der „Ehrenbrief für Soziales Engagement“ der Region Wladimir, 2002 der „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“, verliehen von Bundespräsident Johannes Rau. Vor allem aber die vielen Dankesworte von Ärzten und Pflegekräften, von Patienten und Politikern, von Kindern und Alten, von all den ungenannten Menschen, die Unterstützung durch die Hilfsaktionen des „Ritters vom Roten Kreuz“ erhielten.

Brüne Soltau neben Johannes Rau

Peter Steger, Alexandra Gräfin Lambsdorff, Fritz Wittmann, Brüne Soltau, Johannes Rau und Jürgen Ganzmann

Neben der akuten Nothilfe vor allem zu Beginn der 90er Jahre und in den Krisenmonaten von 1998 war es Brüne Soltau stets besonders wichtig, das Rote Kreuz in Wladimir wieder handlungsfähig zu machen, den weitgehend paralysierten Ortsverband in den Stand zu versetzen, seine Aufgaben wahrzunehmen und Menschen in Notlagen beizustehen. Ungeachtet der vielen Rückschläge hielt der Retter vom BRK Kurs und bewies einen bewundernswert langen Atem. Und wurde für seine Ausdauer und Beharrlichkeit belohnt.

Brüne Soltau, 2013, mit Jelena Owtschinnikowa, damals stellv. Bürgermeisterin, heute stellv. Leiterin des Gesundheitsamts der Region Wladimir, und Olga Dejewa, damals Leiterin des Sozialwerks und Vorsitzendes des Roten Kreuzes, heute Oberbürgermeisterin von Wladimir

Brüne Soltau, 2013, mit Jelena Owtschinnikowa, damals stellv. Bürgermeisterin, heute stellv. Leiterin des Gesundheitsamts der Region Wladimir, und Olga Dejewa, damals Leiterin des Sozialwerks und Vorsitzendes des Roten Kreuzes, heute Oberbürgermeisterin der Partnerstadt

Heute kann das Geburtstagskind erleichtert durchatmen, denn der russischen Partnerorganisation kommt mittlerweile dank ihren Programmen zur Ersten Hilfe und Häuslichen Pflege eine geachtete Rolle in der Wladimirer Sozialpolitik zu, und der von Brüne Soltau 1999 aus der Taufe gehobene Förderverein für das Wladimirer Rote Kreuz sorgt für die notwendige Kontinuität und Verläßlichkeit der Zusammenarbeit. Dafür und für vieles mehr kann der Blog nur DANKE und СПАСИБО sagen sowie die besten Glückwünsche von den Ufern der Regnitz und Kljasma an die Aurach schicken.

 

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Eine abwechselungsreiche Woche liegt vor mir, als ich mit Günther Allinger, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Gemsdorf, am 3. Oktober pünktlich um 15.15 Uhr am Moskauer Flughafen Domodjedowo ankomme. Wir wollten mit dem Zug nach Wladimir fahren und hatten geplant, den Zug um 20.05 Uhr zu nehmen. Doch alles geht überraschend schnell, schon nach 15 Minuten sind wir durch die Kontrollen, das Gepäck ist auch bald da, und wir erreichen den Airport-Express um 16.30 Uhr, der uns in die Stadt zum Pawelezkij-Bahnhof bringt. Zwei Stationen mit der Metrolinie 5, und wir sind am Kursker Bahnhof, wo wir noch den Schnellzug um 18.25 Uhr nach Wladimir erwischen.

Nach einem Sonntag bei Freunden auf der Datscha hatte ich dann Gelegenheit, Olga Dejewa zu treffen, die gerade zum neuen Stadtoberhaupt von Wladimir gewählt worden war. So wurde ich ihr erster ausländischer Besucher und konnte ihr Briefe mit Glückwünschen aus Erlangen, besonders von unserem Oberbürgermeister, Florian Janik, übergeben.

Olga Dejewa und Wolfram Howein

Olga Dejewa und Wolfram Howein

Ich traf sie allerdings in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir, ein Amt, das sie im Frühjahr 2016 wegen der neuen politischen Aufgabe abgeben wird. Ich wollte mich über den Fortgang des Projektes „Ambulantes Hospiz“ informieren, das vom Erlanger Förderverein zur Unterstützung des Roten Kreuzes in Wladimir gesponsort wird. Neben Olga Dejewa nahmen an dem Gespräch der Projektkoordinator, Wladimir Prosor, eine Mitarbeiterin des Krankenhauses Nr. 5 und zwei Pädagoginnen einer medizinischen Schule für Pflegeberufe teil, die auch die ehrenamtlichen Helfer für die Hospizarbeit ausbilden sollen. Wladimir Prosor berichtete über den Stand des Projektes. Weil Hospizarbeit im russischen Gesundheitswesen Neuland bedeute, sei es schwer, an potentielle Patienten heranzukommen.

Anders die Situation bei den Helfern. Von den 1.500 Studenten der medizinischen Schule haben sich bereits 60 Freiwillige gemeldet. Die beiden Pädagoginnen berichteten über ihre Arbeit mit den Ehrenamtlichen, wobei auch psychische Probleme im Umgang mit den Patienten und deren Familien zum Ausbildungsprogramm gehören. Diese jungen Leute machen keine umfassende medizinische Behandlung, sondern sie sollen vorwiegend soziale Hilfe für die Kranken leisten. Die medizinische Behandlungen sollen durch Kooperationsverträge mit den Kliniken abgedeckt werden, mit einer Klinik ein solches Abkommen bereits abgeschlossen. Mit viel Engagement wurde einiges erreicht, es bleibt aber noch viel zu tun. Die weitere Förderung durch den Erlanger Förderverein wird auch davon abhängen, ob es gelingt, zunehmend russische Sponsoren zu gewinnen.

Bei einem überregionalen, russischen Fachtreffen hat eine der Pädagoginnen das Projekt vorgestellt. Man ist der Meinung, Wladimir leiste mit diesem Projekt landesweit Pionierarbeit.

Ohne einen Besuch in unserem Kinder-Reha-Zentrum „Blauer Himmel“ ist eine Reise von mir nach Wladimir nicht denkbar. Günther Allinger und ich fuhren also nach Penkino, wo man sich gerade auf eine neue Gruppe von Kindern vorbereitete. Gemeinsam mit Wasilij und Marina, zwei der Pädagogen, konnten wir die Anlage besichtigen und aktuelle Problem diskutieren. Die beiden sind mit viel persönlichem Engagement dabei, die Anlage zu verschönern. Lebensgroße Tierfiguren, ein kleines Holzhaus, eine Bauernstube und anderes sind Bastelarbeiten, die mit den Kindergruppen angefertigt und in der Anlage aufgestellt werden.

Blauer Himmel

Blauer Himmel

Die Pädagogen erzählten auch über ihre Außenaktivitäten, z. B. Wanderungen in den umliegenden Waldgebieten mit interessanten und spannenden Aufgaben für die Kinder. Marinas Teilnahme an der Winteruniversität Erlebnispädagogik im Bayerischen Wald hat neue Ideen und Anregungen gebracht! Schließlich besichtigten und testeten wir die von den Erlanger Pfadfindern errichteten Stationen auf dem Erlebnispfad. Kompliment, die Jungs aus Erlangen haben gute Arbeit geleistet!

Das Zentrum „Blauer Himmel“ ist jetzt fast sechs Jahre in Betrieb, trotzdem gibt es immer noch etwas zu verbessern. In der für die kalte Jahreszeit so wichtigen Werkstatt fehlt es nach wie vor an Ausstattung und Werkzeugen, auch der Gemeinschaftsraum bedarf noch medialer Aufrüstungen. Schließlich kommt die Versorgung des Zentrums mit Material für Basteln und Werken immer noch zu kurz. Wir haben gemeinsam mit den Pädagogen eine Wunschliste erstellt, die aus noch vorhandenen Restspenden befriedigt werden soll.

Erlebnispfad im Blauen Himmel

Erlebnispfad im Blauen Himmel

Da der „Blaue Himmel“ als Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik in Penkino an der Kljasma seine dauerhafte Heimat gefunden hat, ist das vor mehr als zehn Jahren aus Spenden erworbene Grundstück – in einem Dorf zwischen Wladimir und Susdal an der Nerl gelegen – nicht mehr nötig. Das Grundstück sollte daher an die Elterninitiative Swet übertragen werden (der Blog berichtete schon mehrfach über diese Organisation). Ein Grund für unsere Reise, bei der wir die Besonderheiten der russischen Bürokratie, noch verstärkt durch die Behandlung in zwei Sprachen, kennenlernen konnten. Protokolle von Besprechungen und Beschlüssen, Übergabeverträge und Kopien der Pässe wollten ins Russische übersetzt und mit zahlreichen Unterschriften und Stempeln vor den Augen einer Notarin versehen werden. Mit diesen Dokumenten konnten dann Ljubow Katz (als Vorsitzenden der Elternvereinigung Swet) und Günther Allinger (als Vorsitzender der Stiftung Lichtblick) das Übergabeprotokoll unterzeichnen. Inzwischen wurde das Grundstück rechtsverbindlich der Elterninitiative überschrieben, wie der Blog bereits am 29.10. berichtete.

Swetlana Schelesowa und Günther Allinger

Swetlana Schelesowa und Günther Allinger

Wie bei fast allen meinen Reisen hatte ich auch diesmal wieder Gelegenheit, mich in die Sprachkurse des Erlangen-Hauses einzubringen. Es gab sehr interessante und lange Diskussionen über die aktuelle Lage mit viele Fragen über Deutschland und unsere Situation mit den vielen Flüchtlingen aus moslemischen Ländern. Auch viele Russen sehen vor dem Hintergrund all der Ethnien in der Kaukasus-Region den Islam als Bedrohung.

Schließlich hatte ich noch tiefergehende Gespräche über die Situation des Erlangen-Hauses. Trotz eines Rückgangs der Teilnehmer an den Sprachkursen können wir wirtschaftlich ein ausgeglichenes Ergebnis für das Jahr 2015 erwarten. Hilfreich dabei im Hotelbetrieb nach wie vor eine zu erwartende Auslastung von mehr als 50 %.

Wolfram Howein

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Auch an diesem Tag nur ergebnislose Gespräche der Außenminister über eine Entspannung der Lage in der Ukraine. Immerhin wird aber noch miteinander gesprochen, wenngleich gerade auch die Sprache immer mehr zur Waffe wird. Welche ein Kontrast zu den Begegnungen in Wladimir, wo die Volksdiplomatie unbeirrt auf ihrem richtigen Weg bleibt, während andernorts schon über Visabeschränkungen für russische Staatsbürger raisoniert wird. Man fragt sich, ob die hohe Politik, die da gerade über Krieg und Frieden auf der Krim entscheidet, die Sanktionen und Subventionen, wirtschaftliche Barrieren und politische Karrieren gegeneinander aufwiegt, überhaupt abschätzen kann, was auf dem denkbar schlecht gemischten Spiel steht, das so keiner gewinnen kann.

Jewgenij Jaskin und Dominik Steger

Jewgenij Jaskin und Dominik Steger

Was würde aus den medizinischen Kontakten zwischen den Partnerstädten, die allein schon in diesem noch jungen Jahr Fachärzte aus den Bereichen Stomatologie, Chirurgie und Pädiatrie zusammengebracht haben? Ganz zu schwiegen von den Hospitationen für Orthopäden, die demnächst vorgesehen sind.

Roman Gorta und Dominik Steger

Roman Gorta und Dominik Steger

Was würde aus diesem vertrauensvollen Miteinander werden, das es ermöglicht, daß jeder Gast aus Erlangen mit medizinischem Interesse vom ärztlichen Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, Jewgenij Jaskin, persönlich empfangen wird und an der Hand des Gynäkologen, Roman Gorta, den Klinikalltag erleben darf? Was würde werden aus den vielen Hilfsleistungen der Erlanger, etwa den Krankenhausbetten, die der russische Zoll demnächst wohl freigibt? Und was kann aus den Plänen von Oberbürgermeister Sergej Sacharow werden, der sich gerade in der Medizin eine noch engere Zusammenarbeit mit der Partnerstadt wünscht? Wie wird es mit dem Besuch aus Wladimir Ende des Monats zum Thema „Drogenprävention“? Wer da nur eine Antwort parat hätte!

Denis Sinjawskij, Swetlana Makarowa und Sergej Borobkow

Denis Sinjawskij, Swetlana Makarowa und Sergej Borobkow

Niemand wünscht sich den Krieg um die Krim. Am wenigsten wohl all jene, die für die Wirtschaftskontakte zuständig sind. Gerade jetzt, wo das Gouvernement Wladimir mit der Metropolregion Nürnberg dabei ist, einen Kooperationsvertrag abzuschließen. Gerade jetzt, wo, o Denis Sinjawskij, stellvertretender Leiter des Referats für Außenwirtschaft und Investitionen, und Sergej Borobkow, Leiter des Amts für Internationale Kontakte, unterstützt von Swetlana Makarowa, für Ende Mai ein Forum in Wladimir planen, zu dem hoher Besuch aus Franken erwartet wird. Am wenigsten jetzt, wo man über gemeinsame Projekte in den Bereichen Tourismus, Müllverwertung und Stadtentwässerung spricht. Am wenigsten jetzt, wo doch alles noch intensiver werden soll. Auf allen Ebenen, den bisher so ehernen Gesetzen der Partnerschaft folgend. Ein wenig beruhigt da die Nachricht, daß Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel seinen zweitägigen Antrittsbesuch in Moskau heute beginnt! Er wird sicher auch fragen, warum der Föderationsrat gerade jetzt ein Gesetz vorbereitet, das es ermöglicht, unter bestimmten Umständen den Besitz ausländischer Firmen zu beschlagnahmen. Das klingt nicht eben einladend für Investoren.

Olga Dejewa und Natalia Jenina

Olga Dejewa und Natalia Jenina

Beim Roten Kreuz weiß man am ehesten, was kriegerische Konflikte für die Menschen bedeuten. Die schrillen Töne und das Rasseln der Waffen schrecken hier deshalb besonders auf. Dennoch: Es soll und muß weitergehen mit den Sozialprojekten, die Olga Dejewa, Geschäftsführerin des Ortsverbands Wladimir des Russischen Roten Kreuzes, unterstützt von Natalia Jenina, die ehrenamtlich die Buchhaltung macht. (Wer auch nur einmal in diesen Bereich nicht nur der russischen Bürokratie hineingeschnuppert hat, weiß, was von der jungen Frau geleistet wird!) 500 Euro Unterstützung vom Erlanger Förderverein für das Rote Kreuz Wladimir sollen nun helfen, das Hospizprojekt weiter voranzubringen, aber es gibt auch schon Pläne für eine Weiterführung des Programms „Das sollte jeder wissen“, zu dem man nun gern eine Erste-Hilfe-Puppe anschaffen würde, möglichst mit der Hilfe von Erlangen.

Peter Steger

Peter Steger

Weitergehen soll auch die Zusammenarbeit mit der Jugendorganisation „Retter“, die gestern ihr fünfzehnjähriges Jubiläum groß feierte. Besonders jetzt, wo über die Osterferien eine Gruppe der Jugendabteilung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft aus Erlangen in Wladimir erwartet wird.

Showprogramm

Showprogramm

Doch schon fragen besorgte Eltern verständlicherweise an, ob derzeit überhaupt eine Reise nach Wladimir möglich und angeraten sei. Was antworten? Jetzt gerade erst recht, wo immer mehr Gesprächsfäden abreissen? Aber darf man das vorbehaltlos empfehlen, wenn es so aussieht, als gäbe es höheren Ortes gar kein Einsehen mehr?

Jaroslaw Brajt am Mikrophon mit seinen Eltern rechts im Bild, Gennadij und Jelena

Jaroslaw Brajt am Mikrophon mit seinen Eltern rechts im Bild, Gennadij und Jelena

Auf der Bühne das Festprogramm der Retter, in etwa vergleichbar unserem THW, aber so richtige Feierlaune will nicht aufkommen. Die Gedanken schweifen immer wieder ab, sind bei den Ereignissen in der Ukraine, wohin natürlich auch diese Jugendgruppe bisher immer freundschaftliche Beziehungen unterhielt.

Alewtina Klimowa und Olga Dejewa

Alewtina Klimowa und Olga Dejewa

Auf der Bühne aber auch wieder Olga Dejewa und die vor allem Alewtina Klimowa, die Leiterin der Jugendorganisation. Gerade die Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz vor Ort hat auch die Verbindung zu Erlangen vor bereits sechs Jahren geknüpft, ein Zusammenwirken ermöglicht, das sicher fortgeführt wird. Sicher auch mit dem Förderverein in Erlangen als drittem im Bunde, wenn nicht… Man mag gar nicht weiterdenken.

Ausklang

Ausklang

Dabei ist auch dieser Tag ein einziges Treffen mit Menschen, die den Austausch vorantreiben wollen, die neue Ideen haben, die nicht ans Aufgeben denken. „Wenn es nur keinen Krieg gibt!“ Wenn das auch nicht alle so aussprechen, hört man es doch hinter ihren Worten. Doch dazu darf man die Sprache nicht verdrehen, wie das nun in der Politik und in den Medien geschieht, dazu muß man verstehen. Recht behalten sollte jedenfalls nicht der Weltkriegsveteran Günther Liebisch mit seinem freilich aus bitterer Lebenserfahrung destillierten Spruch: „Es studieren doch so viele Menschen Geschichte, aber lernen tut scheinbar keiner daraus…“

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Es ist noch kein Jahr her, seit Olga Dejewa ehrenamtlich die Leitung des Roten Kreuzes in Wladimir übernommen hat, aber was sie an geleisteter Arbeit vorweisen kann, ist jetzt schon so viel, daß man sich fragt, wo sie nur all die Energie und Kraft hernimmt, um etwas zu schaffen, wofür andere mindestens eine Nachspielzeit gebraucht hätten. Denn im Brotberuf ist sie ja nicht unbedingt unterbeschäftigt. Als Chefin der Sozialstiftung der Stadt Wladimir, zuständig für individuelle Hilfe vor allem in Härtefällen, sind nicht nur jeden Tag schwierige Entscheidungen zu treffen, es wollen auch Ehrungen vorgenommen und gerade gegen Jahresende all die Feiern und Treffen mit Vereinen und Organisationen ordentlich vorbereitet werden.

Erste-Hilfe-Kurs für Schüler

Dennoch: Im Roten Kreuz geht alles seinen Gang. Es geht voran. Nur ein bis zwei Leute hätte Olga Dejewa doch gerne im Team, wie sie bekennt. Zu viel hänge noch von ihr persönlich ab. Aber das bringt wohl jeder Neustart so mit sich. Dem Pferd, das gut zieht, lädt man immer noch mehr auf.

Demonstration der Ersten Hilfe im Seminar

Aber keine Klagen! Im September ging erfolgreich ein Seminar über die Bühne, das die beiden Projekte „Licht des Guten“ und „Das sollte jeder wissen“ zum Thema hatte. Wichtig dabei die Frage des Einsatzes von Ehrenamtlichen, für deren Arbeit auf regionaler Ebene derzeit ein eigenes Gesetz diskutiert wird. Aber auch ganz praktische Dinge fanden ihren Platz. So stellte ein russischer Mitarbeiter der Firma Paul Hartmann innovative Techniken zur Pflege von schwerkranken Patienten vor. Ein möglicher Ansatz für eine künftige Zusammenarbeit mit dem medizintechnischen Unternehmen aus Heidenheim.

Rot-Kreuz-Wettbewerb in einer Schulklasse

Teilgenommen haben an dem Seminar neben Politikern, die allmählich die Bedeutung des Ehrenamts für das Funktionieren einer Zivilgesellschaft begreifen, auch hohe Beamte des Innenministeriums und natürlich Vertreter der Medizin und des sozialen Bereichs.  Und die Ehrenamtlichen? Die sind längst wieder unterwegs in den beiden Projekten, pflegen bettlägrige Kranke und bringen Kindern an zwei Schulen das ABC der Ersten Hilfe bei.

Rolle des Roten Kreuzes aus Kinderblick

Überhaupt die Schüler: Mehr als 170 Bilder haben sie gemalt und gezeichnet für den vom Roten Kreuz ausgeschriebenen Wettbewerb. Nicht alle Kinder konnten gewinnen, aber die Trostbären und die Ausstellung aller Arbeiten war sicher auch Anerkennung genug.

Erste Hilfe im Krankheitsfall aus der Sicht einer Zwölfjährigen.

Mittlerweile kann man die Ehrenamtlichen in Wladimir an ihren T-Shirts erkennen, und Ausweise sowie Dienstbücher haben sie auch schon alle. Besonders wichtig die Bescheinigungen für jene, die erfolgreich die Ausbildung im Bereich Erste Hilfe / Notversorgung gemacht haben und nun selbst Kurse geben. Alles ehrenamtlich – und bewundernswert.

Olga Dejewa und Pjotr Ponassenko bei der Preisverleihung vor der Bildertafel.

Wann Olga Dejewa auch noch die Zeit findet, im Erlangen-Haus Deutsch zu lernen, verrät sie vielleicht bei ihrem Antrittsbesuch noch in diesem Winter. Bis dahin, so scherzt sie, werde sie weiter am Granit der Fremdsprache nagen.

Gruppenbild vor der Bildertafel „Das sollte jeder wissen“.

Nun noch ein Hinweis: Am Freitag, den 9. November, berichtet Bürgermeisterin Birgitt Aßmus im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung des „Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir“ von ihren Gesprächen mit Olga Dejewa Anfang September in der Partnerstadt. Das Treffen beginnt um 18.00 Uhr im 14. Stock des Rathauses. Gäste sind herzlich willkommen, nicht nur als künftige Mitglieder. Abstimmen dürfen sie freilich erst, wenn sie in den Verein eingetreten sind. Aber das ist ja nicht mehr als eine Formsache.

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Olga Dejewa, ehrenamtliche Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir, hat schon wieder einen bebilderten Zwischenbericht ihrer so erfolgreichen Arbeit geschickt. Man glaubt es kaum, was sie alles neben ihrem Brotberuf als Direktorin des Sozialwerks der Partnerstadt leistet.

Malwettbewerb des Roten Kreuzes Wladimir

Nehmen wir den Malwettbewerb zum Thema „Das sollte jeder wissen“, den sie zusammen mit Lehrkräften an der Schule Nr. 25 ausgeschrieben hat. Dutzende von kleinen Kunstwerken sind da Ende letzter Woche zusammengekommen, „drollige und lustige“, wie Olga Dejewa schreibt, „aber die Kinder wissen genau, was die Aufgaben des Roten Kreuzes sind“. Entstanden sind die Bilder, darunter auch zwei Poster, im Ferienlager.

Malwettbewerb Rotes Kreuz Wladimir

Jetzt, im August, fahren Kinder aus verschiedenen Schulen in ein Ferienlager ins abchasische Gagra am Schwarzen Meer. Zusammen mit einer Lehrerin, die sich intensiv der Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz verschrieben hat. Idealerweise kann sie auch eine medizinische Ausbildung vorweisen und will den Kindern in Theorie und Praxis etwas zum Thema Erste Hilfe beibringen. Eine Bilanz dieser Aktion soll dann im September gezogen werden. Erst dann will man auch die Preise für die Wettbewerbsteilnehmer überreichen: Trostbären vom Roten Kreuz.

Sachspenden für das Rote Kreuz Wladimir

Und dann ist da noch einer Frau zu danken, die nach dem Tod ihrer Großmutter an das Rote Kreuz dachte und sauber verpackt frische Einlagen sowie neues Bettzeug überbrachte. Wenn das Schule macht, und davon darf man ausgehen, wird Olga Dejewa bald eine Ausgabestelle für Hilfsgüter einrichten können.

Olga Dejewa (links) dankt der Spenderin

Zum Dank gab es eine Tasse mit dem Emblem des Roten Kreuzes. Sicher nicht die letzte ihrer Art, denn die Arbeit von Olga Dejewa und ihrem Team wird in der Partnerstadt immer mehr wahrgenommen und geschätzt. Sicher auch von den Mitgliedern des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir in Erlangen, die sich übrigens über jeden Neuzugang freuen würden. Anmeldungen möglich und erwünscht unter peter.steger@stadt.erlangen.de

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Am Donnerstag, den 28. Juni, habe ich Olga Dejewa im Rathaus Wladimir getroffen. Obwohl ich nicht alles genau verstanden habe, sprachlich meine ich, was sie erklärt hat, habe ich ein positives Gefühl von ihr erhalten. Sie wirkt souverän, aber nicht überheblich. Sachlich, kompetent und effizient, ohne sich besonders herausstellen zu müssen.  Und grundehrlich und überzeugt von dem , was sie macht. Sagen wir mal so: Ich würde jederzeit, ohne zu zögern, ein Auto von ihr kaufen.

Olga Dejewa

Ihre Blutspendeaktion ist gut aufgenommen worden, und die Rekrutierung von freiwilligen Studenten aus der Fachschule für Medizin ist schon fertig geplant. Im September sollen die jungen Leute einen Kurs besuchen, um  kranken und älteren Menschen in ihrem schweren Alltag richtig helfen zu können. Dieses Projekt „Licht des Guten“ erscheint mir vernünftig, machbar und unterstützenswert. Und ein Informationsbesuch von Olga Dejewa in Erlangen ist sinnvoll, dient der Sache und ist nur zu befürworten.

Anmerkung: Hans Gruß hat während seines Besuchs 1.000 Euro vom Förderverein an Olga Dejewa zur Unterstützung des Projekts übergeben.

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