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Posts Tagged ‘Förderverein Nadjeschda’


Eben erst aus Wladimir zurückgekehrt sind Jutta Schnabel und Felix Mörsberger, und schon liefern sie einen Bericht für den Blog.

Es gibt Jugendleiter, die haben Wladimir noch nie im Winter gesehen. Da das auf alle Fälle ein Versäumnis ist, das man schnellstmöglich beseitigen sollte, machten wir uns von der Nadjeschda-Jugend, leider nur zu zweit, dieses Jahr schon im Februar in die Partnerstadt auf, um die Begegnung mit der Universität und der Rosenkranzgemeinde für dieses Jahr vorzubereiten. Der frühe Termin hatte wohl auch damit zu tun, daß wir uns heuer schon im April mit zwanzig erwartungsfreudigen jungen Leuten aufmachen werden, unsere russischen Freunde in wiederzusehen. Also trotzten wir den windigen -14 Grad und dem Schnee und machten uns auf ins kalte, aber winterlich schöne Wladimir.

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Goldenes Tor im Schnee

Nach der üblichen Anreise per Flugzeug und Zug über Moskau nach Wladimir setzten wir uns am ersten Tag gleich nochmal in den Zug, um mit drei unserer Partner bis nach Nischnij Nowgorod weiterzufahren, die Stadt der Wahl für unseren diesjährigen Austausch. Hinter zwei verfallenen Häusern fanden wir hier die katholische Gemeinde, in der wir warm empfangen wurden und gleich das Komplettpaket für unseren Besuch in Aussicht gestellt bekamen, mit Unterkunft im Klostergebäude, jeder Menge guter Tips für das Programm, wenn wir denn zu Ostern kommen würden, und einer guten Erklärung zu der manchmal schwierigen Lage der Gemeinde in der Stadt. Danach genossen wir wegen des weniger einladenden Wetters vor allem die Buntheit der Pelmeni und die verwirrende Vielfalt koffeinhaltiger Heißgetränke der Gastonomieangebote in der Fußgängerzone, der ideale Platz, um gemeinsam das planerische Großprojekt für den nächsten Tag vorzudenken, da wir tags darauf bei einem Seminar die Weichen für den gesamten Austausch für das Jahr 2019 stellen wollten.

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Felix Mörsdorfer, sechster v.l. und Jutta Schnabel, ganz rechts im Bild, vor der Planungswand

Vielleicht dank dieser kaffeegestärkten Vorgespräche schafften wir es wirklich, an einem Seminartag mit insgesamt zehn Leitern zwei komplette Austauschprogramme zu planen – natürlich noch mit ein paar Platzhaltern und offenen Stellen, doch schon einer guten Vorstellung, wie unsere Tage in Wladimir und der Besuch der russischen Gruppe im Sommer ablaufen würden. Das funktionierte vor allem, weil wir uns inzwischen untereinander gut kennen und auch über die Jahre gelernt haben, daß dieses persönliche Verständnis die Grundlage eines guten Austauschs bildet. Das wurde uns besonders bei unserer Diskussion zu Beginn des Seminars klar, als wir uns über unsere gemeinsamen Ziele in der Begegnung austauschten und feststellten: Kern einer erfolgreichen Begegnung sind gegenseitiges Vertrauen und Kennenlernen der anderen in kleinen Gruppen oder ganz persönlich. Mit kreativen Wortneuschöpfungen wie „Nuklearisation“ für die Begegnung in diesen Kernbeziehungen oder durch die schöne Sprachfigur „ответная открытость“, welche die gegenseitige „antwortende Offenheit“ für uns als Leiter – aber auch gegenüber neuen Teilnehmern – beschreiben soll, versuchten wir, unsere bisherigen Erlebnisse zu reflektieren, um die diesjährige Begegnung tatsächlich nicht nur zu einem informativen Ausflug in ein neues Land, sondern eine teifgreifende Erfahrung werden zu lassen.

So innerlich erwärmt, stellten wir uns auch noch dem letzten kalten Tag, an dem ein Treffen mit den „alten Herren“ unserer Begegnung, Pfarrer Sergej Sujew, dem Universitätsseelsorger, Vater Warfolomej und Professor Jewgenij Arinin die offizielle Seite des Austausches in den Blick nahm. Hier ging es um die Rahmenbedingungen, denn über die Jahre entstanden im Umfeld der Begegnungen nicht nur neue Formen der Zusammenarbeit, sondern auch ein Forschungsprojekt der Universität, das den Einfluß interkultureller Begegnungen auf die Wertebildung von Jugendlichen untersucht. Neben der Einbeziehung von Nischnij Nowgorod ist heuer noch etwas ganz neu: Dieses Jahr nehmen mehr russische Jugendliche an unserem Programm teil, die von der namensgleichen, aber nicht verwandten Organisation Nadjeschda für Waisen in Wladimir betreut werden, und auch die orthodoxe Seite wird die Begegnungen durch Angebote und Treffen unterstützen. Nach dieser intensiven Arbeit genossen wir schließlich einen unserer Meinung nach wohlverdienten letzten Abend im Kreis unserer alten Bekannten, um bei Tee und Nudeln zu pflegen, was im Austausch begonnen wurde – unsere Freundschaft.

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So kann man sich die Bürgerpartnerschaft nur wünschen – mit einem Verein, der nicht nur etwas für den Austausch zwischen Erlangen und Wladimir tut, sondern der es auch trefflich versteht, darüber zu berichten, frei nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“!

Dieser Tage ging die Homepage https://nadjeschda-erlangen.de an den Start, ein Portal, das Informationen rund um die Aktivitäten des Fördervereins Nadjeschda bietet, der 2002 in Erlangen mit dem Ziel gegründet wurde, innerhalb der Städtepartnerschaft in Zusammenarbeit mit der Rosenkranzgemeinde zu Wladimir ökumenische Jugendbegegnungen zu unterstützen. Blogleser wissen es längst aus den vielen, über die Jahre verstreuten Reiseberichten der Jugendgruppen, aber nun soll die Homepage alles zusammenfassen, was den Förderverein im Innersten zusammenhält – mit den Rubriken „Aktuelles“, „Verein“, „Jugend“, „Aktiv werden“ und „Kontakt“ oder Links zu Projektpartnern sowie zum Homepageauftritt JADA Erlangen-Wladimir unter: https://is.gd/kcgWkA

Vieles, wenn nicht alles – auch auf der neuen Homepage – hängt nun davon ab, was weiter im Verein geschieht, der sich natürlich auch über neue Mitglieder freut. Schauen Sie zumindest einmal virtuell vorbei, vielleicht bekommen Sie ja Lust, selbst auch aktiv zu werden und die Zukunft des Austausches mitzugestalten. Добро пожаловать – Willkommen bei Nadjeschda!

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Was tun Sie, wenn Sie in der Fußgängerzone ein junger Mensch anlächelt und auf einem Schild „Free Hugs“, also kosenlose Umarmungen, anbietet? Manch einer schüttelt wohl nur den Kopf und geht weiter, andere aber nehmen das Angebot gerne an – und holen sich eine Umarmung für den Tag ab. So geschehen am vorvergangenen Donnerstag, als die deutsch-russische Gruppe vom Jugendaustausch zwischen Nadjeschda e.V. in Erlangen und der katholischen Gemeinde und Universität in Wladimir mit Schildern durch die Innenstadt zogen, um mit dem Angebot, Leute zu umarmen, ein positives Zeichen zu verschenken.

Elisabeth Preuß mit der deutsch-russischen Gruppe, gesehen von Georg Kaczmarek

Dabei ging die Gruppe erst sehr sektiererisch vor: Erst einmal verkündeten die Schilder, es würden nur „Katzenliebhaber“, „Bartträger“, „Vielleser“ oder „Fußballspieler“ umarmt – denn das waren die Gruppen, mit denen sich die Schildträger am meisten identifizieren konnten. Spalter! Warum nur die einen umarmen, aber nicht die anderen? Doch die Sektiererei war nur ein Anstoß, einmal umzudenken: Das Lied „Wind of Change“ singend, besserten die Umarmer schnell ihr Angebotsschild aus, auf dem nun „Free Hugs for Everyone“ zu lesen war. Denn, wie im Lied der Scorpions schon anklingt, wer sich erlaubt, anders zu denken, kann Unterschiede überwinden.

Elisabeth Preuß und Wolfgang Schneck mit der deutsch-russischen Gruppe vor der Hugenottenkirche, gesehen von Georg Kaczmarek

Auf dem Hugenottenplatz traf die Gruppe schließlich auf  Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, die die Gruppe willkommen hieß in Erlangen, das „offen aus Tradition“ diese Aktion begrüße, und die schließlich auch in das gemeinsame Singen von „Wind of Change“ einstimmte. Daß diese Zeichen wohl nicht verschwendet sind, konnte man auch bei dem kurzen Treffen merken, denn ein Herr mit etwas provokanten Thesen verteilte an die Gruppe Aufkleber zur Unterstützung der rechten Identitären Bewegung, was dankend abgelehnt wurde. Eine Umarmung wollte er nicht.

Jutta Schnabel

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Ein gutes Jahr geht für den politisch wie konfessionell neutralen Verein „Nadjeschda“ zu Ende. Seit 15 Jahren aktiv in der Zusammenarbeit  und bei der Förderung des Jugendaustausches mit der katholischen Rosenkranzgemeinde Wladimir, ehrte Erzbischof Ludwig Schick die 39 Mitglieder für im Juli für ihre völkerverbindende Arbeit, und bereits im April hatte Vorstandsmitglied Jutta Schnabel aus den Händen der Bürgermeisterinnen Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß den „Ehrenbrief der Stadt Erlangen für besondere Verdienste im Bereich der Jugendarbeit“ erhalten.

Nadjeschda am Nikolaus-Tag 2017

Überhaupt die Jugendarbeit: Sie dominierte auch neben dem Projekt „Pilgerzentrum“ die gestrige Vollversammlung von „Nadjeschda“ – zu Deutsch „Hoffnung – unter dem Vorsitz von Dekan Josef Dobeneck mit einem ausführlichen Rückblick auf die jüngsten Begegnungen – dazu wird noch ein Bericht für den Blog erwartet – und einer Vorschau auf die Planungen für das nächste Jahr, in dem der Verein im Rahmen des 2018 anstehenden fünfunddreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums in verschiedenen Gemeinden einen „Wladimir-Tag“ veranstalten möchte, um über die Katholiken in Wladimir zu berichten und die Kollekte für deren Gemeindearbeit vorzusehen. St. Kunigund und St. Sebald haben in der Hinsicht für dieses Jahr bereits ihren Plan großmütig erfüllt. Vor allem aber: Jedes Mitglied zählt mit seinen Ideen und Aktivitäten. Wer also mitmachen will, ist herzlich eingeladen, sich bei Josef Dobeneck unter Tel.: 09131/4000350 oder per E-Mail unter josef.dobeneck@erzbistum-bamberg.de zu melden. Der Mindestmitgliedsbeitrag beträgt gerade einmal 15 Euro. Möglich sind aber natürlich auch Einzelspenden auf das Vereinskonto Nr. IBAN DE09 7635 0000 0022 0017 64. Vergelt’s Gott!

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Seit April 2002 setzt sich der Verein „Nadjeschda – Hoffnung“ im Rahmen der Städtepartnerschaft für die ökumenische Jugendarbeit zwischen Erlangen und Wladimir sowie die Kontakte zur Rosenkranzgemeinde ein. Als der Gründungsvorsitzende, Konrad Wegner, Gemeindepfarrer von St. Kunigund, 2005 verstarb, übernahm sein Amtsbruder, Udo Zettelmaier von St. Theresia, die Leitung. Gestern abend nun legte er sein Amt nieder, weil er, ab Herbst in den Ruhestand versetzt, in den nächsten Monaten Erlangen verlassen wird.

Hannelore Röthlingshöfer mit selbstgebackenem Kuchen als Dank an Udo Zettelmaier

Viel ist dem Geistlichen aus Sieglitzhof zu verdanken: all die Türkollekten für die Katholiken in Wladimir, der Beginn der Bauarbeiten am Pilgerzentrum, eine engere Zusammenarbeit mit dem Dekanat Erlangen. Vor allem aber – eine Leistung, die nicht zu unterschätzen ist – gelang ihm die Vorbereitung der Übergabe seines Amtes auf vorbildliche Weise. Neuer Vorsitzender des derzeit knapp vierzig Mitglieder zählenden Vereins ist nämlich Dekan Josef Dobeneck, der Partnerschaft mit Wladimir spätestens seit der Pilgerreise im Winter 2001 freundschaftlich verbunden und nun – bei einer Enthaltung – einstimmig auf der außerordentlichen Sitzung gewählt.

Mitgliedsversammlung „Nadjeschda“ mit dem Gast aus Wladimir, Anastasia Orlowa, ganz links

Unter dem neuen Vorstand, dem auch Jutta Schnabel angehört, will der Verein nun sein auf Jugendarbeit ausgerichtetes Profil schärfen und eine eigene „Nachwuchsabteilung“ gründen, die unter dem Dach von „Nadjeschda“ den Austausch mit Wladimir pflegt und Begegnungen organisiert.

Der neue Vorstand von „Nadejschda“: Hannelore Röthlingshöfer und Josef Dobeneck (sitzend), Jutta Schnabel, Georg Kaczmarek und Michael Kleiner

Sichtbare Zeichen eines Aufbruchs in eine gemeinsame Zukunft, gesetzt am 9. Mai, dem „Tag des Sieges“. Ohne große Gesten des Gedenkens an Gestern, dafür mit viel Herzblut und partnerschaftlichem Pragmatismus, genau 72 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Andrej Schewljakow, Anastasia Lempert, Peter Steger, Michail Paryschew, Natalia und Kristina Grebnev und Anastasia Orlowa

Dieses Gedenken war es auch, das Gäste aus Wladimir gestern an den Russengräbern auf dem Zentralfriedhof zusammenführte. Still, nur mit Blumen und Worten der Dankbarkeit an all jene, die sieben Jahrzehnte des Friedens zwischen Deutschen und Russen möglich machten.

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So schmerzlich es für Sergej Sujew war, gestern am Sarg Abschied von Rolf Bernard nehmen zu müssen, so glaubensfroh sprach der Pfarrer der Rosenkranzgemeinde in Wladimir von seinem Glück, zu Gast sein zu dürfen auf der Geburtstagsfeier der Ewigkeit, ausgerichtet für den Freund auf dem Altstädter Friedhof. Schon am Freitag, als er die traurige Nachricht erhalten hatte, war für den Geistlichen klar: „Ich kann doch gar nicht anders, als nach Erlangen zu fahren…“

Sergej Sujew und Rolf Bernard

Sergej Sujew und Rolf Bernard

Seit 2003 leitet Sergej Sujew nun schon die katholische Gemeinde in der Partnerstadt, und zu seinen ersten Amtshandlungen gehörte es, mit Rolf Bernard, dem Erlanger Jugendbeauftragter des Erzbistums Bamberg, den Austausch von Gruppen zu pflegen, Jahr für Jahr mit nur der einen Ausnahme im Sommer 2010, als die Wälder rund um Wladimir in Flammen standen und sogar die Gastgeber rieten, die Reise abzusagen. 2005 dann nahm der 1998 in Sankt Petersburg zum Priester geweihte heutige Dekan, zuständig für ein Gebiet fast von der Größe Deutschlands (von Wladimir über Jaroslawl und Nischnij Nowgorod bis Kirow), zum ersten Mal die Einladung nach Erlangen an und war seither mindesten einmal im Jahr auch und besonders zu Gast im Hause Bernard am Goldberglein, wo immer auch Jugendbegegnung nach und neben und in Ergänzung zu den offiziellen Programmen zu erleben war.

Udo Zettelmaier und Josef Dobeneck

Udo Zettelmaier und Josef Dobeneck (Photo: Georg Kaczmarek)

„Viel gelernt habe ich von Rolf“, erinnert sich der Gast und fährt fort: „Ich werde ihn für immer dankbar in meinem Herzen tragen. Dankbar für alles, was ich von ihm gelernt habe: vor allem Toleranz im Umgang miteinander, Verständnis füreinander. Bei uns beiden ging das so weit, daß wir uns auch ohne Dolmetscher bestens unterhielten. Ganze Abende lang im Garten. Wir standen einander so nah, wie das nur Freunde von sich sagen können.“

Elisabeth Preuß (Photo: Hermann Proksch)

Elisabeth Preuß (Photo: Hermann Proksch)

Abschied von einem großen Menschen, „der keine Spuren im Sand, von der nächsten Welle schon wieder fortgespült,“ hinterlassen, „sondern in der Jugendarbeit etwas geschaffen hat, das Bestand hat und in die Zukunft wirkt“, nahm auch im Namen der Stadt Erlangen voll Dank und Anerkennung Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, und Josef Dobeneck, Rolf Bernards engster spiritueller Weggefährte, fand mit dem Bild vom „Sakrament des Zigarettenstummels“ aus den Erinnerungen von Leonardo Boff eine Metapher für das Gedenken an den Verstorbenen, die alle in dem überfüllten Gotteshaus mit einem Lächeln im Herzen ebenso verstanden, wie den Seitenhieb auf die aktuelle Politik, als der Dekan die Rede darauf brachte, wie sehr der verstorbene Freund „alternative Fakten“ und die Errichtung von neuen Zäunen und Mauern verabscheut hätte.

Sergej Sujew nimmt Abschied von Rolf Bernard

Sergej Sujew nimmt Abschied von Rolf Bernard

So sehr Sergej Sujew persönlich mit Rolf Bernard verbunden war, so wichtig war es ihm doch auch, die vielen Stimmen der Freunde in Wladimir erklingen zu lassen – mit seinem Psalmgesang, mit seinem Gebet und mit Kondolenzschreiben etwa von Archimandrit Sossima, dem orthodoxen Jugendpfarrer in der Partnerstadt, der sich „an die unvergeßlichen Tage im Haus von Rolf und Mecki und die lebendigen Begegnungen mit den Jugendlichen aus Erlangen“ erinnert und verspricht: „Rolf bleibt in unserem Gebetsgedächtnis auf immerdar in allen unseren Gottesdiensten gegenwärtig.“

Peter Steger, Sergej Sujew und Josef Dobeneck

Peter Steger, Sergej Sujew und Josef Dobeneck (Photo: Georg Kaczmarek)

Ansor Saralidse, Rektor der Universität Wladimir, auf Initiative von Rolf Bernard Kooperationspartnerin der Rosenkranzgemeinde und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend Erlangen (BDKJ) beim Austausch, schreibt: „Er hat die Menschen begeistert, getröstet, er hat geholfen, neue Horizonte zu sehen. Mit seinen beruflichen und persönlichen Eigenschaften sowie seiner Liebe zu Rußland erwarb er sich die Achtung und Liebe von Kollegen und Jugendlichen beider Länder.“

Hannelore Röthlingshöfer, N.N., Sergej Sujew, Ines Rein-Brandenburg und Helmut Röthlingshöfer

Hannelore Röthlingshöfer, N.N., Sergej Sujew, Ines Rein-Brandenburg und Helmut Röthlingshöfer

Diese Achtung und Liebe bleiben auch die Eck- und Stützpfeiler des Fördervereins „Nadjeschda“, zu dessen Gründungsmitgliedern die mittlerweile leider umzugsbedingt ausgeschiedene und eigens aus Ilmenau angereiste Ines Rein-Brandenburg sowie das Ehepaar Röthlingshöfer gehören und dessen Vorsitzender, Udo Zettelmaier wieder einmal erfolgreich das Ergebnis seiner Türkollekten übergeben kann: 1.800 Euro für die Bedürfnisse der Rosenkranzgemeinde. Vergelt’s Gott allen Spendern!

Marcel Jungbauer, Josef Dobeneck, Sergej Sujew und Leo Klinger

Marcel Jungbauer, Josef Dobeneck, Sergej Sujew und Leo Klinger

Wieder nach St. Heinrich zu kommen, wo nach der Beisetzung das Requiem für Rolf Bernard gefeiert wurde, ist für Sergej Sujew wie eine Heimkehr. Mit dieser Gemeinde in Alterlangen hatte er den ersten kirchlichen Kontakt, hier wurde er 2005 als Gast aufgenommen, hier hatte er immer wieder mit dem Freund Einkehr gehalten. Und hier ist nun auch Leo Klinger als Pastoralreferent tätig, der schon Mitte der 90er Jahre, damals noch von St. Kunigund in Eltersdorf aus und zusammen mit Pfarrer Konrad Wegner, die Verbindung zur Rosenkranzgemeinde in Wladimir pflegte und sogar den Transport einer gebrauchten Orgel dorthin organisierte.

Sergej Sujew, Lena Mörsberger, Claudia Gebele, N.N. und Jutta Schnabel

Sergej Sujew, Lena Mörsberger, Claudia Gebele, Felix Mörsberger und Jutta Schnabel

Ein freudiges Wiedersehen dann auch mit Jutta Schnabel und ihren Mitstreiterinnen vom BDKJ, die schon für das Frühjahr ihre nächste Reise nach Wladimir planen, um den im Sommer anstehenden Jugendaustausch vorzubereiten. „Was Rolf tat, das war wohlgetan“, möchte man da ausrufen. Es ist nun an anderen, sein Werk der Verständigung fortzuführen.

Sergej Sujew und Mecki Bernard

Sergej Sujew und Mecki Bernard

Rolf Bernard begeisterte besonders mit seinem Charisma, Menschen zusammenzuführen, Gemeinschaft zu stiften. Nirgendwo ist ihm dies wohl inniger gelungen als mit der tiefenstillen Verbindung zwischen seiner Frau Mecki und seinem Freund Sergej. Unaussprechlich und ganz wie in einem Gedicht von Marina Zwetajewa, wo es heißt: „Das Paradies ist dort, wo nicht gesprochen wird.“

P.S.: Wer Rolf Bernards Werk mit einer Spende unterstützen möchte, tue das mit einer Überweisung für den Förderverein „Nadjeschda“ auf das Konto der Kirchenstiftung St. Theresia Erlangen, Stadt- und Kreissparkasse Erlangen, IBAN: Konto DE28 7635 0000 0010 0004 85, BIC: BYLADEM1ERH, Verwendungszweck: Spende Wladimir Rolf Bernard. Vergelt’s Gott!

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Im April 2002 wurde unter dem Vorsitz von Konrad Wegner der Verein „Nadjeschda“ gegründet. Als der Gemeindepfarrer von St. Kunigund drei Jahre darauf verstarb, übernahm sein Amtsbruder von St. Theresia, Udo Zettelmaier, die Leitung über die ca. 30 Mitglieder, deren Anliegen es in den letzten Jahren vor allem war, die Rosenkranzgemeinde in Wladimir bei der Planung und baulichen Umsetzung des Pilgerzentrums zu unterstützen. Ursprünglich freilich wurde „Nadjeschda“, zu Deutsch „die Hoffnung“, ins Leben gerufen, um den interkonfessionellen Jugendaustausch mit der Partnerstadt zu fördern.

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Verein Nadejschda

Mit der Wahl von Jutta Schnabel als Beisitzerin in den Vorstand kam nun gestern eine Rückbesinnung auf dieses Thema klar zum Ausdruck, ist die Physikerin doch Herz und Motor der Begegnungen zwischen dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Erlangen mit Gleichaltrigen aus Wladimir. Wer bei dieser guten Sache mitwirken möchte, melde sich am besten gleich unter udozettelmaier1@alice.de, denn, wie Thomas Carlyle einmal sagte: „Der Mensch ist auf Hoffnung gebaut, und er hat eigentlich keinen anderen Besitz als die Hoffnung. Unsere Wohnung hier heißt: die Stätte der Hoffnung.“

 

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