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Posts Tagged ‘Florian Janik’


Vor acht Jahren veranstaltete das Bürgermeister- und Presseamt zum ersten Mal einem Empfang für Personen und Gruppen, die sich ehrenamtlich für die Städtepartnerschaften engagieren. Seither entwickelte sich die Feier im Ratssaal zu einer festen Institution, bei der von Mal zu Mal die Sessel und Stühle zahlreicher besetzt sind. Gestern nun, als Wolfram Howein aus den Händen von Oberbürgermeister Florian Janik den Ehrenbrief für Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften entgegennahm, blieb freilich wirklich kein Platz mehr frei. Vielleicht, weil, wie der Laudator, anerkennend und vom Manuskript abweichend, meinte, der Geehrte es beispielhaft verstehe, andere in seine vielfachen Aktivitäten und Initiativen einzubinden.

Wie vielfältig und für das Gemeinwohl entscheidend dieses Engagement gerade auch im Internationalen Bereich wirkt, betonte Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens in ihrer Begrüßung. Durchaus auch aus eigener Anschauung vor Ort auf dem Feld der Ökologie, Jugendarbeit oder Kulturvereine. Das Stadtoberhaupt ging sogar noch weiter und stellte diese Arbeit in einen globalen Zusammenhang: „Heute bedarf es mehr denn je der Menschen, die Brücken bauen; gerade jetzt, wo so viele andere sich daran machen, Brücken einzureißen und Mauern hochzuziehen.“

Florian Janik und Wolfram Howein

Desto wichtiger, einmal im Jahr all die einzuladen, denen die Zusammenarbeit mit den zehn Partnerstädten und den drei befreundeten Kommunen, von den sonstigen Verbindungen Erlangens in alle Welt zu schweigen, am Herzen liegt. Und eine Person stellvertretend für die anderen auszuzeichnen, gestern Wolfram Howein. Wofür und mit welchen Worten ist hier nachzulesen: Laudatio Wolfram Howein – 21.11.2018

Wolfram und Inge Howein

Florian Janik machte es sichtlich Freude, dem ehemaligen Siemens-Manager das in vierzehn Jahren und auf vierzig Wladimir-Reisen verdiente Lob auszusprechen, kennt er doch die Ergebnisse dieser großartigen Arbeit aus eigener Anschauung, im Blauen Himmel wie beim Roten Kreuz, im Forum Prisma wie bei den wissenschaftlichen Projekten, besonders aber im Erlangen-Haus, wo beide das „beste Frühstück in der Partnerstadt“ zu schätzen wissen, und von wo aus beide sich auch schon auf die Suche nach einem Schlummertrunk machten.

Gratulation von Melitta Schön an Wolfram Howein

Wolfram Howein nahm es in seiner Erwiderung sportlich: „Mein Engagement für Wladimir ist allemal billiger als Golf zu spielen.“ Aber im Ernst: „Mein Leben ist reicher geworden durch diese Begegnungen, und Wladimir ist mir zum Jungbrunnen geworden.“ Möglich aber natürlich auch nur, wenn die Frau diesen Einsatz unterstützt. Deshalb galt denn der erste und größte Dank Inge Howein, die nun auch schon zehn Reisen in die Partnerstadt hinter sich hat.

Gratulanten: Margrit Vollertsen-Diewerge, Ute Schirmer, Jürgen Binder, Inge und Wolfram Howein, Gerda-Marie und Michael Reitzenstein

Was das Ehepaar noch vor sich hat? Hoffentlich noch viele Jahre der Zusammenarbeit mit Wladimir – zumal sich, siehe Blogeintrag von gestern, im Bereich Erlebnispädagogik schon wieder neue Türen öffnen – und die dafür nötige Gesundheit.

Knut Gradert und seine Stadl Harmonists

Zum Gelingen des Abends trugen auf ihre Weise die Stadl Harmonists aus Kosbach mit „Weltmusik“ bei, von „California Dreaming“ über „Ein Freund, ein guter Freund“ oder „Über den Wolken“ bis hin zum abschließenden „Oj, moros, moros“, das der Leiter des Ensembles, Knut Gradert, bereits 1993 zum Fränkischen Fest in Wladimir mit seinem großen Chor einstudierte und zur Überraschung der Gastgeber auf Russisch interpretierte. Gestern nun also auch noch diese musikalische Brücke über ein Vierteljahrhundert Partnerschaft. Was kann schöner sein?!

Karin Günther, Ruth Sych mit der Broschüre über ihr Engagement in Wladimir vor 20 Jahren und Susanne Lender-Cassens

Höchstens noch die vielen Gespräche, die beim Stehempfang zustandekamen – über die Grenzen der jeweiligen Städtepartnerschaften hinweg. Jena stand da neben Riverside und Rennes kam mit San Carlos ins Gespräch, während Wladimir mit Cumiana Erfahrungen austauschte.

Rudolf und Inge Schloßbauer mit Giuseppe Andolina

Eine Börse der internationalen Beziehungen eben, wo, wie Florian Janik bei der Eröffnung des Buffets meinte, „bestimmt wieder neue Ideen und Projekte entstehen“.

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MItglieder der russisch-orthodoxen Gemeinde waren ebenso zur Kranzniederlegung gestern am frühen Nachmittag auf den Zentralfriedhof gekommen wie zwei Fahnenträger des Kriegerbundes Möhrendorf, der seit den 90er Jahren freundschaftliche Verbindungen zu den Veteranen aus Wladimir unterhält, das Erlanger Bündnis für den Frieden, viele Interessierte und, worüber sich Florian Janik besonders freute, mit der Frauenärztin, Natalia Denissowa, auch eine Vertreterin der russischen Partnerstadt – alle zu Ehren der hier bestatteten 271 und in Erlangen verstorbenen Kriegsgefangenen aus der Zarenarmee. Das letzte Zeugnis und Grabmal, wie der Oberbürgermeister betonte, das hier an den 1. Weltkrieg erinnert, der am Sonntag vor 100 Jahren als erster „industriell geführter Waffengang“ sein Ende fand und dann doch noch ein weit schlimmeres Morden hervorbrachte, den Zweiten Weltkrieg. „Aber Kriege“, so Florian Janik „fallen nicht vom Himmel. Sie werden von Menschen gemacht. Und Menschen können Kriege auch verhindern.“ Etwa auch mit Hilfe von Städtepartnerschaften wie mit Wladimir und Rennes. Aus der Bretagne war zwar niemand angereist, aber das dortige Friedensbündnis hatte eine Botschaft gegen den Krieg geschickt, die verlesen wurde. Wohl den Menschen, die solche Bündnisse und Partnerschaften aufbauen und pflegen. Heute und alle Tage, „damit diese Gräber die letzten sein mögen“, wie Erlangens Oberbürgermeister es ausdrückte.

Manfred Kirscher, Natalia Denissowa, Florian Janik und Pfarrer Anatolij; im Hintergrund Siegfried Beuerlein und Fritz Rösch

Oder mit den Worten des Leiters der französischen Auslandsvertretung der Ochrana, des Geheimdienstes des Russischen Reiches, die ihm Umberto Eco in seinem Roman „Der Friedhof in Prag“ in den Mund legt:

Jemand hat gesagt, der Patriotismus sei die letzte Zuflucht der Kanaillen – wer keine moralischen Prinzipien hat, wickelt sich gewöhnlich in eine Fahne, und die Bastarde berufen sich stets auf die Reinheit der Rasse. Die nationale Identität ist die letzte Ressource der Entrechteten und Enterbten. Doch das Identitätsgefühl gründet sich auf den Haß, Haß auf den, der nicht mit einem identisch ist. Daher muß man den Haß als zivile Leidenschaft kultivieren. Der Feind ist der Freund der Völker. Man braucht immer jemanden zum Hassen, um sich im eigenen Elend gerechtfertigt zu fühlen. Haß ist die wahre Ur-Leidenschaft. Liebe ist eine Ausnahmesituation. Deswegen haben sie Christus umgebracht: Er sprach wider die Natur. Man kann nicht jemanden das ganze Leben lang lieben, aus dieser unmöglichen Hoffnung entstehen Ehebruch, Muttermord, Freundesverrat… Dagegen kann man jemanden sehr wohl das ganze Leben lang hassen. Vorausgesetzt, er ist immer da, um unseren Haß zu schüren. Haß wärmt das Herz.

Wir wissen alle, der Haß ist zurück: auf den Straßen, im Internet, in den Herzen. Wir wissen, wohin das führt. Aber wir wissen auch, Freundschaft wärmt das Herz nicht minder. Wir haben die Wahl.

 

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Heute in acht Tagen jährt sich zum einhundertsten Mal das Ende des Ersten Weltkriegs. Aus diesem Anlaß legt Oberbürgermeister Florian Janik am 11. November um 14.15 Uhr an den sogenannten Russengräbern auf dem Zentralfriedhof einen Kranz nieder. Wer sich an der kleinen Gedenkfeier beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen.

Zum Hintergrund hier einige Auszüge aus einem von Andreas Jakob, dem Leiter des Stadtarchivs, bereits vor vier Jahren publizierten Aufsatz:

Am 14. August 1914 wurde die Bevölkerung in Erlangen zum ersten Mal mit einem mahnenden, in moralisierender Weise das typische deutsche Selbstverständnis spiegelnden Aufruf auf den künftigen Umgang mit den bald erwarteten Kriegsgefangenen vorbereitet:

Es möchte im Hinblick auf manche sehr beschämende Vorkommnisse im Jahre 1870 am Platze sein, darauf hinzuweisen, daß Kriegsgefangenen gegenüber nationale Würde und Wohlanständigkeit gewahrt werden müssen. An den Fingern dieser Franzosen klebt deutsches Blut; jeder von ihnen hat wohl viel hundertmal schon auf die Herzen unserer Brüder draußen im Felde gezielt. Wir wollen dies den Kriegsgefangenen nicht entgelten lassen durch eine Behandlung, die auf Anstand und Wohlerzogenheit keine Rücksicht nimmt und zu Beschimpfung und Spott greift; denn auch sie haben für ihr Vaterland gekämpft. Aber weit entfernt müssen wir alle – Männer und Frauen, Jünglinge und Mädchen – davon sein, ihnen nachzulaufen wie Wundertieren, sie anzustaunen, ja vielleicht auch anzuschmachten, als seien sie des Mitleids und der Verehrung wert, weil sie Fremde sind – wofür der biedere Deutsche bekanntermaßen immer eine besondere Schwäche hat! Das Volk sitze peinlich zu Gericht über alle jene, die etwa nicht danach handeln. Solche Leute wären nicht wert, fürderhin von ihren Mitbürgern geachtet zu werden.

Damals gab es noch gar keine Gefangenen in Erlangen, doch als sie dann in einem im Stadtosten eigens eingerichteten Lager angekommen waren, kam es dann doch zu Freund-Feind-Begegnungen, die streng geahndet wurden:

Weil eine „Gütlerstochter von Adlitz […] mit einem russischen Kriegsgefangenen intim verkehrt hatte“, erhielt sie einen Strafbefehl über sechs Wochen Gefängnis, den das Schöffengericht Erlangen, ihren Einspruch verwerfend, bestätigte.

Auch Fluchtversuche kamen vor:

Ueber die Ergreifung der entwichenen russischen Offiziere: In der Nacht zum Pfingstmontag bemerkten einige Burschen von Windsbach (bei Ansbach), wie sich an einem Bauernhaus 2 Mannspersonen in deutscher militärischer Uniform niedergelassen hatten. Als sie sich die Fremdlinge näher ansehen wollten, ergriffen diese die Flucht. Allein sie wurden bald eingeholt und der Gendarmerie übergeben. Dort stellte sich heraus, daß die Fremden die zwei russischen Offiziere waren, die vor einigen Tagen aus Erlangen flüchtig gegangen waren

Mit dem Ende des Krieges wurden vor allem die Franzosen und Italiener bald entlassen. 1926 exhumierte man schließlich auch ihre Toten und überführte die sterblichen Überreste in die Heimat. An diese traurige Episode der Erlanger Stadtgeschichte erinnert heute nur ein 1919 auf Betreiben der in Erlangen verbliebenen Russen auf dem Zentralfriedhof aufgestelltes, 1929 durch zwei Sarkophage, die die Gebeine der 271 in Erlangen verstorbenen russischen Kriegsgefangenen und Internierten aufnahmen, ergänztes, über zwei Meter hohes Denkmal.

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Seit Anfang September war das Schaufenster der Literarischen Buchhandlung Ilse Wierny im Rahmen des 35jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir mit Werken aus den wichtigsten Epochen der russischen Belletristik dekoriert. Gestern bot sich nun zum letzten Mal dieser Blick in diese reiche Literaturgeschichte mit all den bekannten und noch zu entdeckenden Namen. Grund genug für Oberbürgermeister Florian Janik, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Ilse Wierny und Florian Janik

Aber, wie das bei zumindest guter Literatur so ist, der Eindruck kann – und soll manchmal sogar – täuschen. Dafür nur das Beispiel von Daniil Charms, einem harmlos erscheinenden Pseudonym, hinter dem sich das schlimme Schicksal eines Autors verbirgt, der mit gerade einmal 37 Jahren 1942 in einer Gefängniszelle starb, weil der experimentelle Autor partout nicht so schreiben wollte, wie die Parteivorgabe das forderte. Dafür bleibt er unsterblich mit seinen Werken, die er als Kinderbücher ausgab, um die Zensur zu umgehen. Und so entstanden unsterblich absurd-komische Texte wie „Der Hund Bububu“, die so rätselhaft beginnen:

Florian Janik, Fjodor Dostojewskij und Ilse Wierny

Es war einmal ein sehr kluger Hund, der hieß Bububu. Er war dermaßen klug, daß er sogar zeichnen konnte. Einmal hat er ein Bild gezeichnet. Nur daß keiner erkennen konnte, was er auf dem Bild gezeichnet hatte…

Wer dann alles mit welchem Ergebnis dieses Werk eines Hundes interpretierte, sollten Sie sich selbst erlesen. Denn das Schaufenster ist zwar ab heute umdekoriert, doch ein Blick in die russische Literatur lohnt natürlich auch weiterhin.

Siehe auch hier: https://is.gd/9DONLd

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Seit zwei Jahrzehnten pflegen nun schon das Gymnasium Fridericianum und das Lyzeum der Schule Nr. 17 ihren Austausch, immer alternierend, einmal reist die Erlanger Gruppe nach Wladimir, dann wieder kommt der Gegenbesuch nach Erlangen. In diesem Jahr gibt das Fridericianum die Gastgeberrolle – in bewährter Besetzung mit Christiane Krautwurst und Dieter Seifert.

Schülergruppe mit Oberbürgermeister, Florian Janik

Am Samstag erst kam die fast zwanzigköpfige Gruppe an und gestern schon empfing Oberbürgermeister Florian Janik die jungen Gäste zusammen mit ihren gleichaltrigen Gastgebern. In den nächsten Tagen machen sich die Jugendlichen nun an das gemeinsame Programm: Unterricht, Projektarbeit, Ausflüge und natürlich viel Familienleben.

Das Orgateam: Dieter Seifert, Anna Repina, Christiane Krautwurst und Olga Gurowa

Viel soll heute noch nicht vorweggenommen werden, denn am Ende des Aufenthalts steht als „Hausaufgabe“ auch ein Bericht an, der dann hoffentlich bald hier im Blog zu lesen sein wird. Der gestrige Auftakt im Rathaus ist jedenfalls schon einmal gelungen.

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„Wie hätte ich denn da zu Hause bleiben sollen?! Da gab es doch gar keinen Zweifel“, erwiderte gestern Swetlana Makarowa mit ihrem so gewinnenden Lächeln die erstaunten Fragen, warum sie denn eigens den weiten Weg nach Erlangen auf sich genommen habe, um an der gestrigen Abschiedsfeier für Wolfgang Rascher teilzunehmen. „Wir haben in Wladimir ihm und seinem ganzen Haus unendlich viel zu verdanken, und dafür meine Verbundenheit zu zeigen, ist kein Weg zu weit.“

Wolfgang Rascher, Swetlana Makarowa und Dieter Wenzel

Die ärztliche Direktorin des Regionalen Kinderkrankenhauses in der Partnerstadt weiß, wovon sie spricht. Als Pulmologin nahm sie vor drei Jahrzehnten dort die Arbeit auf und erlebte 1990/91 als stellvertretende Leiterin der Klinik den Beginn der Aktion „Hilfe für Wladimir“, für ihr Haus koordiniert von Dieter Wenzel, mit all den Lieferungen von medizinischem Gerät, Medikamenten, Lebensmitteln, Verbrauchsmaterial, begleitet von Hospitationen und Fortbildungen an der Klinik mit Poliklinik für Kinder und Jugendliche in Erlangen.

Swetlana Makarowa, Elisabeth Preuß und Florian Janik

Seit elf Jahren leitet sie nun selbst das Krankenhaus mit 325 Betten, wo Kinder aus der ganzen Region behandelt werden. Und das immer besser – seit der Zusammenarbeit Erlangen, die Erfolge von der Einführung der Peritonealdialyse bis zu den Standards bei der Krebstherapie aufzuweisen hat.

Swetlana Makarowa und Peter Steger

Aber, man merkt es der Pädiaterin an, es ist mehr als nur die materielle Hilfe und der Wissenstransfer, für den sie zu danken kam. „Es geht tiefer, viel tiefer“, betont sie denn auch in ihrem Grußwort, das sie auch an die Stadtspitze, prominent vertreten durch Oberbürgermeister, Florian Janik, und Bürgermeisterin, Elisabeth Preuß, die beide die Klinik in Wladimir und die kindermedizinische Erfolgsgeschichte kennen. Dieses „Tiefer“ darf man getrost Freundschaft nennen, Verbundenheit, die mit dem gestrigen Tag nicht endet. „Es geht weiter“, bestätigte diesen Eindruck der nach 20 Jahren im Amt des Klinikdirektors scheidende Wolfgang Rascher. „Und jetzt habe ich ja mehr Zeit, auch für Wladimir.“

Swetlana Makarowa und Wolfgang Rascher

Da fügt sich auch das Geschenk ins Bild, ein Gemälde des Goldenen Tors, als „Anerkennung für einen goldenen Menschen, der hoffentlich bald wieder kommt und durch das Goldene Tor in unsere Stadt tritt.“ Noch aber darf der Gastgeber nicht abtreten. Der bereits berufene Nachfolger bog im letzten Augenblick in eine andere Richtung ab, und so wird Wolfgang Rascher, dessen segensreichem Wirken die Erlanger Nachrichten gestern eine ganze Seite widmeten, noch bis März 2019 weiter die Geschicke seiner Klinik leiten.

Swetlana Makarowa und Klemens Stehr

Wenn schon der Nachfolger nicht im Publikum saß, dann doch der Vorgänger, Klemens Stehr, von 1977 bis 1998 Direktor der Klinik, unter dessen Ägide die Zusammenarbeit mit Wladimir ja begann, und der, bereits emeritiert, 2001 die Partnerstadt im Rahmen einer Rotary-Delegation besuchte. Für Swetlana Makarowa ein besonderer Tag, bewegend, tiefergehend…

Und hier geht es zum Reisebericht von Wolfgang Rascher: https://is.gd/9bQwhm

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Heute freut sich das Festkomitee des Blogs, Altoberbürgermeister Siegfried Balleis zum 65. Geburtstag gratulieren zu dürfen. Wann, wenn nicht zu diesem Jubiläum, sollte eine besonders erfreuliche Nachricht bekanntgemacht werden: Erlangen und Wladimir nahmen an dem Wettbewerb deutscher und russischer Städte und Initiativen anläßlich des Abschlusses des „Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“ teil. Unter den fast 250 Bewerbungen aus beiden Ländern entschied sich die Jury als „Beispiel herausragender Partnerschaftsarbeit“ für den „Wladimir-Blog“, der vor fast zehn Jahren – noch während der Amtszeit von Siegfried Balleis – ins Netz ging und, wie man hört, zur täglichen Morgenlektüre des Erlanger Ehrenbürgers gehören soll. Ausgezeichnet wurde aber auch das Gesprächsforum „Prisma“, angeregt vom Begründer der Städtepartnerschaft, Dietmar Hahlweg, und mit großem persönlichen Einsatz ins Leben gerufen von Florian Janik, der die partnerschaftlichen Traditionen seiner beiden Vorgänger im Amt gerade in diesen schwierigen zwischenstaatlichen Turbulenzen ebenso beherzt wie umsichtig weiterführt. Die nicht dotierte Ehrung wird am Freitag, den 14. September, im Rahmen einer Veranstaltung des Deutsch-Russischen Forums im Außenministerium zu Berlin durch die Minister Heiko Maas und Sergej Lawrow vorgenommen. Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und ihre Wladimirer Kollegin, Olga Dejewa, nehmen die Urkunde an.

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Olga Dejewa wollen wir denn auch in der Reihe der Geburtstagsgratulanten den Vortritt lassen:

Lieber Herr Balleis,

zu Ihrem Geburtstag gratuliere ich Ihnen herzlich und wünsche Ihnen, Ihren Verwandten und Freunden Wohlergehen, Gesundheit, Glück und Erfolg!

Ihr Jubiläum fällt mit einem anderen Datum zusammen, 35 Jahre Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen. Was in den fernen 80er Jahren begann und in den 90er Jahren mit der humanitären Hilfe so richtig Fahrt aufnahm, mündete in vergleichsweise kurzer Zeit in eine Vielzahl von gemeinsamen Aktionen in den verschiedensten Bereichen: Wirtschaft, Bildung, Medizin, Kultur, Sport. Besonders wichtig aber: Jahr für Jahr können Hunderte von einfachen Bürgern unserer Städte ungezwungen einander kennenlernen und miteinander Freundschaft schließen. Wir geben damit ein ausgezeichnetes Beispiel einer Volksdiplomatie am Werk.

In Ihrer Zeit als Oberbürgermeister bewahrten Sie sowohl die Traditionen als auch die Prinzipien unserer Partnerschaft, indem Sie das Format des Austausches erweiterten, unsere Völker einander näherbrachten und die kulturellen sowie andere Verbindungen stärkten. Und das alles taten Sie mit großer Offenheit, Herzlichkeit und Verständnis. Dank Ihnen bleiben Erlangen und Wladimir Partnerstädte mit beachtlichen Entwicklungsperspektiven. Und nach wie vor helfen Erlanger uneigennützig Wladimirern im Rahmen aktueller Wohltätigkeitsprojekte.

Ich freue mich, Ihre persönliche Bekanntschaft gemacht zu haben, und hoffe, lieber Siegfried, Sie auch bald einmal wieder in Wladimir begrüßen zu dürfen.

Mit den besten Wünschen, Ihre Olga Dejewa

Sergej Sacharow und Siegfried Balleis

Mein lieber Freund Siegfried,

von ganzem Herzen möchte ich Dir zum Geburtstag gratulieren und meine herzlichen Glückwünsche zu diesem Tag übermitteln! Ich erinnere mich immer mit viel Freude und Wärme an unsere gemeinsame Zeit der Festigung und Fortsetzung der Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir. Ich bin Dir dankbar für die Erfahrung einer positiven Kommunikation, für die persönliche Begegnungen und Familientreffen, für Deine guten beruflichen Ratschläge und für Dein Vorbild, das mich anregte, das Fahrradtraining wieder aufzunehmen. Dank Dir treibe ich noch immer Radsport und versuche, mich fit zu halten. Das hilft mir sehr im Leben und im Beruf.

Ich bin sicher, uns stehen noch viele Treffen unter Freunden bevor, und wir werden noch so manches Gläschen Wodka oder Schnaps auf unser Wohl und das Wohl unserer Familien sowie das Fortbestehen unserer Freundschaft trinken. Nochmals meine herzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag und feiere heute schön im Kreise Deiner Familie sowie mit Freunden und Verwandten!

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen, Dein Sergej Sacharow aus Susdal und Wladimir

Julia Starikowa, Siegfried Balleis und Julia Krajnowa

Die Reihe der Gratulanten – auch aus den anderen Partnerstädten von Jena bis Umhausen, von Riverside bis Cumiana – ließe sich ad infinitum fortsetzen, und überall verdiente der Beitrag des Jubilars zum Gelingen des Austausches alle Ehren. Hier aber nur noch ein kleiner Hinweis auf eine große Initiative, die Siegfried Balleis als Rotarier wesentlich mitträgt: die Finanzierung von jährlich zwei vierzehntägigen Hospitationen aus Wladimir an den Universitätskliniken. Eine Aktion, die auch heuer im Herbst wieder fortgesetzt wird.

Siegfried Balleis mit Frau Angelika, beklatscht von Florian Janik und Edmund Stoiber bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde 2014

Auch wenn schon alles gesagt und gewünscht scheint, danke sagen kann man nie genug. Siegfried Balleis ließ sich bereits 1989, damals noch Wirtschaftsreferent, von Dietmar Hahlweg auf den „steinigen Acker“ der ökonomischen Kontakte nach Wladimir entsenden, radelte 1993 mit einer Stafette in die Partnerstadt und übernahm 1996, an die Spitze des Rathauses gewählt, das Erbe der Volksdiplomatie, um es, reich vermehrt, vor vier Jahren an seinen Nachfolger, Florian Janik, zu übergeben. Gäbe es nicht dieses hohe Maß an kommunalpolitischer Kontinuität im kommunalen auswärtigen Dienst – hier wie in Wladimir -, hätte sich auch die Bürgerpartnerschaft nie so erfolgreich entwickeln können, gäbe es sicher nicht die bevorstehende Auszeichnung in Berlin, wie schon einmal im Jahr 2002… Dafür Dank an den Jubilar und seine beiden Erlanger Kollegen sowie an Igor Schamow, Alexander Rybakow und Sergej Sacharow, mit denen Siegfried Balleis zusammenarbeitete, aber auch an Olga Dejewa, die nun in Wladimir diese Tradition mit eigenen Ideen am Leben erhält.

 

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