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Posts Tagged ‘Felix Wasel’


Felix Wasel kennt Wladimir bereits von zwei Besuchen, wo er sein Fachwissen vermitteln konnte, nachzulesen etwa in diesem Blogeintrag: https://is.gd/liqtEd

Iwan Schtscherbakow und Felix Wasel

Nun erhielt der Feuermann gestern Besuch von seinem Kollegen Iwan Schtscherbakow, der mit der Gruppe des Erlangen-Hauses derzeit an der Volkshochschule sein Deutsch verbessert. Da ist es gut, wenn man seine Sprachkenntnisse gleich in der Praxis anwenden kann. Technisch verstehen sich die beiden ohnehin auf Anhieb – bei allen Unterschieden in der Ausrüstung. Bei einem Thema dann geht es doch nicht ohne Dolmetscherei: Warum es in Erlangen nur eine und in Wladimir gar keine Frau bei der Berufsfeuerwehr gibt. Der Grund ist ein physischer. Es weden – anders als bei Wettkämpfen – keine Unterschiede bei den Anforderungen an die sportliche Leistungsfähigkeit gemacht. Für alle Fragen fehlt dann aber doch die Zeit. Und so kann man nur anregen: Wer weiß, vielleicht kommt es so zu einer Wiederbelebung des Feuerwehraustausches zwischen den Partnerstädten. Das gäbe Felix Wasel dann auch Gelegenheit, seine Russischkenntnisse wieder aufzufrischen, während Iwan Schtscherbakow ihm als Übersetzer zur Seite stehen könnte. Auf ein Wiedersehen der beiden also!

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Ende Juli trafen sich in Wladimir die Freiwilligen Feuerwehren aus ganz Zentralrußland mit immerhin gut 38 Millionen Einwohnern in achtzehn Regionen zum Kräftemessen. Jedes Gouvernement hatte eine Auswahlmannschaft geschickt, die innerhalb von zwei Tagen bei Übungen zeigen sollte, wie schnell sie bei Löscharbeiten einsatzbereit ist, wie sie bei Rettungsmaßnahmen zu Werke geht, und wie sie sich insgesamt zu präsentieren versteht. In der Gesamtschau dieser Einsatzübungen überzeugten die Gastgeber am meisten und verwiesen die Kollegen aus den Regionen Tula und Woronesch auf die Plätze. Es ist aber wohl nicht immer so bierernst zugegangen, denn sogar eine Humorstaffel gab es im Nebenprogramm. Auch bei der schnitten die freiwilligen Feuerwehrmänner von Wladimir mit einem dritten Platz bestens ab.

Dieter Rossmeissl, Ursula Lanig, Gabriele Kopper, Felix Wasel, Birgitt Aßmus, Anna Makarowa, Pawel Litow und Friedhelm Weidinger bei der Wladimirer Berufsfeuerwehr im September 2012

Dieter Rossmeissl, Ursula Lanig, Gabriele Kopper, Felix Wasel, Birgitt Aßmus, Anna Makarowa, Pawel Litow und Friedhelm Weidinger bei der Wladimirer Berufsfeuerwehr im September 2012

Wenn man bedenkt, daß der damalige russische Präsident, Dmitrij Medwedjew, erst 2011 nach den verheerenden Waldbränden in ganz Zentralrußland Freiwillige Feuerwehren einrichten ließ, ist deren rasche Entwicklung schon erstaunlich. Zu diesen Erfolg hat übrigens auch der Erfahrungsaustausch mit Deutschland beigetragen. Im Falle von Wladimir waren und sind das Erlangen und Jena. Michael Koch, der Feuerwehrchef von Jena, war gemeinsam mit der offiziellen Delegation Ende Mai / Anfang Juni wieder in der Partnerstadt, und sein Erlanger Pendant, Friedhelm Weidinger, wird sich auch mit den russischen Kollegen freuen, ist er doch selbst Feuer und Flamme für diesen so gelungenen Fachaustausch. Gratulation an Pawel Litow und seine Mannen von Birgitt Aßmus, als Bürgermeisterin in Erlangen zuständig für den Katastrophenschutz.

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„Wir können uns nicht abfinden damit, wenn Menschen nicht im Bett sterben, sondern unvermittelt, bevor sie ihr Gedicht vollendet, bevor sie die letzte Seite umgeschlagen, bevor sie ans Ziel gelangt.“ Konstantin Simonow

Pjotr Ponassenko

Pjotr Ponassenko

Heute wird in Wladimir Pjotr Ponassenko zu Grabe getragen. Ja, dieser Mann, der noch am 2. Juni ins Erlangen-Haus kam, so voller Lebenskraft und Herzenswärme, so voller Pläne und Ideen. Dieser Mann, der – als wäre es sein Vermächtnis – sagte, im Herbst werde er nicht mehr nach Erlangen fahren, jetzt sei die Jugend an der Reihe. Als hätte es der Sechsundsechzigjährige geahnt. Fünf Tage später stellte er – wieder im Erlangen-Haus – seine neue Mitarbeiterin vor und erzählte von den Austauschabsichten mit Erlangen. Und nun ist er nicht mehr unter uns. Er wird nicht mehr kommen. Ist gegangen, bevor er ans Ziel gelangt.

Pjotr Panassenko, Felix Wasel und Gennadij Brajt vor dem Erlangen-Haus

Pjotr Panassenko, Felix Wasel und Gennadij Brajt vor dem Erlangen-Haus

Kaum ein Wladimirer hat die Herzen der Erlanger so rasch erobert wie Pjotr Ponassenko, ursprünglich ein Mann des Militärs, der 25 Jahre bei den Einheiten der Interkontinentalraketen Dienst tat und dann beinahe 20 Jahre im Katastrophenschutz tätig war. Immer nahe an der Jugend, immer in der Ausbildung, immer ein Quell der Begeisterung und Inspiration, der wohl kaum eine Schule in Wladimir mit seinen Vorträgen zu besuchen vergessen hat.

Pjotr Panassenko in Möhrendorf mit Felix Wasel, Pawel Litow, Fritz Rösch und Bernd Schlee

Pjotr Panassenko in Möhrendorf mit Felix Wasel, Pawel Litow, Fritz Rösch und Bernd Schlee

Vor fast fünfzehn Jahren hat Pjotr Ponassenko den Klub Retter gegründet, der dem begnadeten Pädagogen besonders ans Herz gewachsen war. Diese Arbeit fand 2012 auch öffentliche Anerkennung mit der Auszeichnung als „bester Leiter eines Jugendverbands“ des Jahres.

Pjotr Ponassenko pflanzt mit Felix Wasel einen Baum der Freundschaft

Pjotr Ponassenko pflanzt mit Felix Wasel einen Baum der Freundschaft

Gerade einmal dreieinhalb Jahre verbanden Pjotr Ponassenko mit Erlangen. Aber es war von Beginn an so, als gehörte er schon immer dazu: wißbegierig, aufgeschlossen und gastfreundlich. Besonders verdienstvoll bleibt sein Beitrag zum Wiederaufbau des Roten Kreuzes in Wladimir, sein unermüdliches Wirken für die gemeinsame Rettungsausbildung von Kindern und Jugendlichen an den Schulen der Partnerstadt. Das Rote Kreuz Wladimir verliert in ihm einen großartigen Förderer, die Partnerschaft insgesamt einen liebenswerten Kameraden. Seine Freunde hier wie dort werden ihn schmerzlich vermissen und seine zutiefst humane Mission fortsetzen. Wir sind es ihm schuldig!

Pjotr Ponassenko am 2. Juni 2013 vor dem Erlangen-Haus mit Gennadij Brajt und Alewtina Klimowa

Pjotr Ponassenko am 2. Juni 2013 vor dem Erlangen-Haus mit Gennadij Brajt und Alewtina Klimowa

Unter den vielen Berichten über den Verstorbenen im Blog, sei hier nur auf diesen hingewiesen: http://is.gd/SC5731

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Am Sonntag war endlich auch Zeit für private Unternehmungen, Zeit für den einen oder anderen Einkauf oder Bummel, Zeit für die Erkundung der Stadt auf eigene Faust und natürlich auch Zeit für die Fahrt nach Susdal, auch wenn sich das Wetter zunächst alles andere als einladend gebärdete.

Sergej Sacharow, Birgitt Aßmus und Igor Schamow im Erlangen-Haus.

Es steht aber auch noch ein wichtiges Arbeitstreffen mit Bürgermeister Sergej Sacharow an, der erst tags zuvor von einer Dienstreise in den hohen Norden Rußlands zurückgekehrt war. Die Satzung der Stiftung Erlangen-Haus ist in die Jahre gekommen – immerhin wurde sie 1995 beschlossen – und muß nun der aktuellen Gesetzgebung angepaßt werden. Keine dramatischen Änderungen, eher doch Neuerungen, die vor allem durch ihre Personen Akzente auf Kontinuität setzen. So wird Irina Chasowa, seit Beginn dieses wichtigsten Partnerschaftsprojekts dabei und gemeinsam mit Peter Steger Geschäftsführerin, einstimmig zur Direktorin des Erlangen-Hauses ernannt, und in den neuerdings notwendigen Beirat beruft der Vorstand – ebenfalls einstimmig – zwei Männer, die sich in besonderer Weise um dieses Dach für die Bürgerpartnerschaft verdient gemacht haben: Wladimirs Altoberbürgermeister Igor Schamow und Helmut Schmitt, den scheidenden Leiter des Bürgermeister- und Presseamts der Stadt Erlangen.

Birgitt Aßmus und Sergej Sacharow

Aber auch das Partnerschaftsjubiläum – 30 Jahre Freundschaft werden vom 29. Mai bis 2. Juni 2013 in Wladimir gefeiert – ist Thema der Sitzung. Hierzu freilich soll noch nicht zu viel verraten werden. Ein wenig Spannung darf ruhig sein. Nur so viel: Die Kultur- und Sportveranstaltungen werden besonders stark die Jugend einbeziehen und sich um den Internationalen Kindertag am 1. Juni ranken. Kein schlechtes Vorzeichen für die Zukunft der Partnerschaft und die fortwährende Erneuerung der Beziehungen.

Dieter Rossmeissl, Larissa Wyssozkaja, Pawel Litow, Betreuerin Marina Sidorenkowa, Friedhelm Weidinger, Felix Wasel

Bei der Vielfalt des Besuchsprogramms – eine Spiegelung der mannigfachen Kontakte – gab es nur wenige Momente, wo wirklich alle Beteiligten an einem Tisch zusammenkamen. Desto dankbarer die Trinksprüche der begeisterten Gäste und ihrer Wladimirer Freunde. Desto unterschiedlicher die Akzente jeder kleinen Ansprache. In einem sind sich alle einig: Was vor 30 Jahren zu Zeiten des Kalten Krieges begonnen wurde als friedliche Annäherung von Feinden ist nun gelungen als Werk der Freundschaft, als kostbares Gut, das es weiter zu mehren gilt. Auf allen Gebieten, von der Feuerwehr bis zur Medizin, von der Wirtschaft bis zur Wissenschaft, um nur willkürlich einige Punkte zu nennen. 

Gabriele Kopper und Swetlana Makarowa.

So schwer der Abschied am Montag fällt, so leicht macht es allen das Wissen, daß man sich bestimmt bald wiedersehen wird, hier oder dort – und spätestens zum Jubiläum. Bis dahin wird dann auch die Kinderklinik in neuem Glanz erstrahlen. Eigentlich hätte Swetlana Makarowa, ärztliche Leiterin des Kinderkrankenhauses, gern zu einem Besuch bei ihren kleinen Patienten eingeladen, doch dort wird derzeit kräftig renoviert. Da kommt die Pädiaterin dann doch lieber ins Erlangen-Haus, um von Gabriele Kopper eine Spende von mehr als 2.000 Euro in Empfang zu nehmen, gesammelt im Rahmen der Hilfsaktion zu Gunsten der Kinderkrebsstation Wladimir vor allem von Schülern der Grundschule Tennenlohe, aufgestockt durch einen Scheck von Der Beck und angeregt von Manfred Bruchner. Die kleinen und großen Spender erhalten sicher bald bebilderte Post aus Wladimir, und bestimmt steht ein Besuch der Kinderklinik auch auf dem Programm des Jubiläums-Festkalenders. S. auch  http://is.gd/c2kukw

Swetlana Schelesowa, Irina Chasowa, Nikolaj Litwinow und die zwei Paar Stiefel.

Bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wie kommen die zwei Paar Stiefel ins Geschäftszimmer des Erlangen-Hauses? Geht es um die sprichwörtlichen zwei Paar Stiefel? Hat da jemand seinen eigenen Stiefel gemacht? Nicht alle Geschichten, die man so erlebt, müssen auch erzählt werden, aber was es mit den Stiefeln auf sich hat, wäre einen Gastbeitrag derer hier im Blog wert, die ausgezogen sind, um trockenen Fußes wieder nach Hause zu kommen. Mal sehen, ob wir die näheren Umstände noch zu lesen bekommen und erfahren, wer in den Stiefeln steckte und wer sie im Erlangen-Haus gelassen hat – bis zum nächsten Besuch.

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Nirgendwo ist es kürzer, schöner und anschaulicher dargestellt. „Unsere Freunde“ steht über der Schautafel der Feuerwehr zu lesen, und die vielen Bilder sprechen für sich. Aber nicht nur davon zeigt sich Friedhelm Weidinger, Erlangens Feuerwehrchef, tief beeindruckt. Modernste Technik für Videokonferenzen, Löschgerät für unterschiedliche Einsätze, Satellitenüberwachung auf dem neuesten Stand von Glonass – und immer wieder Anerkennung und Lob für die hochprofessionelle Arbeit seines Kollegen Pawel Litow, dem es gelungen ist, seine Mannschaft nicht nur mit besserer Ausrüstung auszustatten, sondern auch auf einen beachtlichen Ausbildungsstand zu bringen. Da braucht man sich nicht zu sorgen um die weitere Zusammenarbeit der Feuerwehrleute beider Partnerstädte.

Dieter Rossmeissl, Ursula Lanig, Gabriele Kopper, Felix Wasel, Birgitt Aßmus, Anna Makarowa, Pawel Litow und Friedhelm Weidinger.

Doch das Programm ist erbarmungslos gedrängt und beschert jedem seine Termine. Und so finden sich Ursula Lanig, Gabriele Kopper und Dieter Rossmeissl schon eine Stunde später im Landesmuseum Wladimir wieder, um mit der Direktorin, Swetlana Melnikowa, über eine gemeinsame Photoausstellung zum Partnerschaftsjubiläum im nächsten Jahr zu sprechen. Nachdem der Fachaustausch in der Museumspädagogik nun so erfolgreich angelaufen ist, schlägt die Gastgeberin denn auch vor, zwei Mitarbeiterinnen zu benennen, die sich um Form und Inhalt dieses gemeinsamen Projektes kümmern sollen. Doch die bei allem Charme durchaus streitbare Museumsleiterin berichtet auch von ihren Sorgen: zurückgehende Touristenzahlen – vor allem bei den Studienreisen -; ein überdimensioniertes Internetportal des Kulturministeriums, das viel zu viel Geld verschlinge und die Museen auf den Bildschirm bringe statt vor allem die Kinder und Jugendlichen in die Ausstellungen zu locken. Gleichzeitig beobachtet sie ein verstärktes Interesse der Öffentlichkeit. Zu allen nur denkbaren Fragen aus Politik und Gesellschaft, Kultur und Zeitgeschichte erhalte sie Anfragen von den Medien, weil man den Politikern immer weniger vertraue. Diesen Umstand nutzt Swetlana Melnikowa freilich auch geschickt, um historische Vergleiche zu ziehen. So hat sie eine Spendenaktion mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Grabstätte von Nikolaj Somow, dem letzten Oberbürgermeister Wladimirs vor der Oktoberrevolution, beigesetzt auf einem Pariser Friedhof, wieder in einen würdigen Zustand zu bringen. Erwünschter Nebeneffekt: Die Aktion erlaubt zu zeigen, wie viel dieser Politiker ganz uneigennützig seiner Stadt gegeben hat, wie gut seine Nachfolger daran tun, ihm nachzueifern. Doch dies nur am Rande. Beider Museen ganzer Eifer gilt nun der Vorbereitung der Ausstellung, denn es bleiben nur noch wenige Monate.

Swetlana Melnikowa, Dieter Rossmeissl, Gabriele Kopper und Ursula Lanig.

Inzwischen hat auch Bürgermeisterin Birgitt Aßmus, zuständig für Feuerwehr und Katastrophenschutz, ihre Besichtiung der Feuerwehrwache abgeschlossen und stößt im Haus der Offiziere wieder zu der „Kultur-Delegation“. Die so kriegerisch klingende Einrichtung war einst Versammlungsstätte für die Adligen Wladimirs, wurde später von den Bolschewiken für ihre Kongresse genutzt und erhielt erst nach dem Zweiten Weltkrieg ihren heutigen Namen. Mittlerweile geht es hier ganz friedlich zu – nur eine Daueraustellung erinnert noch an die vielen blutigen Konflikte der Vergangenheit -, und längst ist in die Räume die Kultur eingezogen.

Die Kultur im Haus der Offiziere

Wie bereits am Vortag erwartet die Gäste wieder eine angenehme Überraschung, ein Wiedersehen mit dem Chor Raspew, der im Frühjahr in Erlangen aufgetreten ist und nun ein kleines Konzert für die Besucher aus der Partnerstadt gibt. Inspiration genug, um mit den Vertreterinnen des Kulturamtes nicht nur Ideen für das Partnerschaftsjubiläum auszutauschen, sondern auch darüber nachzudenken, wie man auf verschiedenen Ebenen noch enger zusammenarbeiten könnte. Der Bereich Bibliotheken – der Erlanger Bücherbus weckt besonders großes Interesse – könnte da schon bald an der Reihe sein. Schon erstaunlich, wie bei aller Vielfalt der bereits bestehenden Kontakte sich immer wieder neue Türen auftun.

Natalia Kolesnikowa, Leiterin des Kammerchors Raspew, und Birgitt Aßmus.

Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der sozialen und medizinischen Projekte. Auch da gibt es noch viel gemeinsam zu tun. Ein großes Anliegen ist es zum Beispiel Irina Owtschinnikowa, als Vizebürgermeisterin unter anderem zuständig für Medizin und Soziales, gemeisam mit dem Roten Kreuz ein Hospiz einzurichten. Noch in diesem Jahr möchte sie deshalb mit Olga Dejewa, der Direktorin des Roten Kreuzes Wladimir, nach Erlangen kommen, um die Erfahrungen der Partner zu nutzen. Zumal es in Wladimir bisher nicht eine einzige Palliativstation gibt. Bis zu einem eigenen Hospiz ist es da noch weit, deshalb will das Rote Kreuz zunächst – unterstützt vom Förderverein in Erlangen, dem auch Birgitt Aßmus angehört – die häusliche Pflege von Krebspatienten wiederaufnehmen und nach Möglichkeit auch eine Schwangerschaftsberatung anbieten. Große Hoffnungen und Pläne, bei deren Umsetzung Dieter Rossmeissl helfen will, ist er doch auch für den Bereich Jugend zuständig. Und schon ist man bei Themen wie Spielsucht, Alkohol und Drogen, aber damit auch beim Thema Sozialarbeit. Da, so bekennt Irina Owtschinnikowa, habe man noch viel zu lernen, denn bisher gebe es im städtischen Jugendamt noch nicht einmal eine Psychologenstelle. Man kümmere sich dort bislang nur um Veranstaltungen für Jugendliche, während man die Problemfälle gemeinnützigen Organisationen überlasse.

Birgitt Aßmus, Olga Dejewa, Gabriele Kopper, Dieter Rossmeissl, Irina Owtschinnikowa und Peter Steger im Garten des Erlangen-Hauses. Photo: Irina Chasowa.

Dies soll anders und besser werden. Und es ist auch schon besser geworden mit der Unterstützung seitens der Stadtverwaltung, zumindest für Familien mit behinderten Kindern, wie Ljubow und Jurij Katz dankbar berichten. Ihre Selbsthilfeorganisation „Swet – Licht“ plant nun nach dem erfolgreichen Start des Zentrums für behinderte Kinder und Jugendliche mit seinem „Erlangen-Zimmer“, dem größten Raum für Tanz, Sport und Spiel, eine Wohnung für junge Erwachsene mit Behinderungen einzurichten, die dort selbständig zu leben lernen sollen. Einige Zimmer gibt es bereits für Gruppen, die jeweils zwei Monate lang auf das „normale“ Leben vorbereitet werden. Doch in der neuen Wohnung soll das Experiment selbstbestimmtes Leben dann auf Dauer gelingen, und für die fernere Zukunft ist sogar ein eigenes Haus geplant. Dafür freilich braucht es noch viele Helfer und Spender, Menschen wie einen Erlanger Pharmazeuten, der ungenannt bleiben will, und den Birgitt Aßmus als Paten für Swet gewonnen hat. Seit bald zehn Jahren nun unterstützt er mit regelmäßigen Überweisungen diese einzigartige Behindertenarbeit. Und so kann die Bürgermeisterin mehr als 900 Euro übergeben und staunen über all das, was vom Ehepaar Ljubow und Jurij Katz schon alles geschaffen wurde. Man kann gewiß sein, daß man so bald nicht aus dem Staunen herauskommen wird.

Ljubow Katz, Herbstmädchen, Birgitt Aßmus, Jurij Katz und eine ehrenamtliche Helferin im Erlangen-Zimmer von Swet.

Birgitt Aßmus hat schon recht, wenn sie sagt: „Das kann man gar nicht alles erzählen, was man hier erlebt!“ Dennoch soll ein wichtiges Thema nicht unerwähnt bleiben: die Medizin.

Jewgenij Jaskin und Birgitt Aßmus

Auch wenn Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Notfallkrankenhauses, im Volksmund Rot-Kreuz-Krankenhaus genannt, in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr nach Erlangen kommen kann, will er den Austausch mit den Kollegen auf jeden Fall fortsetzen und wird dazu spätestens im Winter neue Vorschläge machen. Bis dahin ist noch viel Verwaltungsarbeit zu leisten, denn seit diesem Jahr unterstehen alle Krankenhäuser in Wladimir der Regionalregierung. Und Verwaltungen neigen dazu, sich selbst zu verwalten. Nicht nur hier. Aber die weitere Gestaltung der Partnerschaft wird das nicht aufhalten. Da sind die vielen wunderbaren Menschen davor, wie die Gäste aus Erlangen einhellig und freudig auch an diesem Tag bei Freunden feststellen.

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Stets einsatzbereit, wenn es um Wladimir geht: Felix Wasel, der bereits vor zwei Jahren in seiner Doppelfunktion als ehrenamtlicher Mitarbeiter des BRK Erlangen-Höchstadt und hauptberuflicher Feuerwehrmann in Erlangen die Partnerstadt besucht hat. Gennadij Brajt und Pjotr Ponassenko von der Organisation „Retter“ kennen und schätzen ihn seit damals und schließen ihn buchstäblich in ihre Arme, bevor der gemeinsame Arbeitstag beginnt.

Pjotr Ponassenko, Felix Wasel, Gennadij Brajt vor dem Erlangen-Haus

Früh am Morgen beginnt der Arbeitstag auch an der Wladimirer Filiale der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, direkt dem Präsidenten der Russischen Föderation unterstellt. Wer etwas werden will als Beamter, macht hier seine Verwaltungsausbildung und nimmt alle drei Jahre an Fortbildungskursen teil. Seit zwei Jahrzehnten gibt es diese Hochschule, deren Besuch und Abschluß freilich nicht zwingend in die Amtsstuben führen muß, denn die drei Fakultäten – Recht, Wirtschaft und Verwaltung – bieten den derzeit 4.500 Studenten auch beste Chancen für eine Karriere in der Wirtschaft. Sogar bis in die Raumfahrt kann von hier aus aufsteigen, wovon nicht nur die Rakete auf dem Vorplatz der Akademie, sondern auch die enge Zusammenarbeit mit dem „Sternenstädtchen“ bei Moskau zeugt.

Wissenschaftlicher Neustart für Wiktor Malygin, ganz rechts.

Einen Neustart macht hier ein alter Bekannter und Träger der Partnerschaft. Wiktor Malygin, bis zur Fusion der beiden Wladimirer Universitäten vor zwei Jahren Rektor der Pädagogischen und Geisteswissenschaftlichen Universität und dann Leiter der Fremdsprachenabteilung an der neugeschaffenen Hochschule, hat nun zwar nicht das Fach, aber den Arbeitgeber gewechselt und ist seit Anfang des Monats an der Akademie zuständig für Russisch, Deutsch, Englisch und Franzöisch. Ihm zur Seite steht übrigens ebenfalls ein verdienter Mitstreiter der deutsch-russischen Freundschaft: Alexander Illarionow, Direktor für Wissenschaftliche Arbeit und früherer Bürgermeister von Susdal, der Partnerstadt von Rothenburg. Nun sucht die Akademie nach einer Hochschule in Deutschland, die zu ihrem Profil passen könnte, denn bisher hat man nur mit China und den USA einen regelmäßigen Austausch. Doch das wird sich hoffentlich bald ändern.

Larissa Wyssozkaja, Dieter Rossmeissl, Ursula Lanig, Birgitt Aßmus, Gabriele Kopper, Anna Makarowa, Natalia Judina.

Enger sollen auch die Kontakte zum Institut für Kunst an der Staatlichen Universität werden. Larissa Wyssozkaja, die Dekanin, kann sich da viele Formen der Zusammenarbeit vorstellen und wird von Prorektorin Natalia Judina darin voll unterstützt. Aber auch die Gäste lassen sich von der Begeisterung anstecken, und wenn die Deutsche Botschaft in Moskau rasch genug ein Visum ausstellt, kann schon am 2. Oktober ein erster Kontakt zu der Design-Szene der Metropolregion Nürnberg hergestellt werden. Dieter Rossmeissl, Referent für Kultur, Jugend und Freizeit, jedenfalls lädt schon einmal herzlich ein.

Larissa Wyssozkaja mit einem ihrer Ensembles

Ein erstaunlich vielseitiges Konzertprogramm schließlich überzeugt alle: In dem Kontakt ist Musik drin. Von der Klassik bis zu Jazz-Standards feinster Güte. Was hier an Talentförderung betrieben wird, macht staunen und Lust auf Austausch mit Ensembles und Bands aus Erlangen, möglichst schon im Jubiläumsjahr 2013. Ideen gibt es schon viele. Und wenn es nach den neuen Freunden geht, wird aus denen auch etwas. Das haben sie sich versprochen.

Gabriele Kopper, Birgitt Aßmus, Dieter Rossmeissl, Oberschwester Swetlana Dsjuba, Alexander Bersenjew und Ursuala Lanig vor dem Kleinbus, gespendet von Lions Erlangen und Stiftung Lichtlblick.

Versprochen sind auch neue Kontakte für Alexander Bersenjew, den Chefpsychiater der Region Wladimir, und seinen Blauen Himmel, das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik. Wenn der Arzt im November nach Erlangen kommt, soll er möglichst viele Einrichtungen kennenlernen, wo mit Kindern gearbeitet wird, die an psychischen Erkrankungen leiden oder in ihrer Entwicklung verzögert sind.

Gruppenbild mit Kinder im Blauen Himmel

Wie gut die Betreuung der Kinder im Blauen Himmel ist, erleben die Gäste spätestens beim Treffen mit der Gruppe, die gerade Tanz und Bewegung auf dem Programm hat, bevor es wieder hinaus in die Natur oder in die Werkstatt geht. Von einem der letzten Ausflüge in den Wald haben die Kinder übrigens eimerweise Steinpilze in den Blauen Himmel gebracht. Kein Wunder, wenn da der Abschied nach zwei Wochen Aufenthalt in dem Zentrum jedes Mal jedem schwerfällt.

Im Märchenzimmer des Pionierpalastes

Kinder und ihre krative Entwicklung stehen auch im Zentrum des Pionierpalastes, wo sich Dutzende von Gruppen zusammenfinden, die alle ein Ziel haben: ihre Talente möglichst vielseitig zu entwickeln. Vom Modellbau über Tanzen bis zur Botanik, vom Kleinzoo bis zur Geschichtswerkstatt findet man alles nur Denkbare aus den Bereichen Kultur, Sport, Gesellschaft oder Technik. Ein Labor der Möglichkeiten nicht nur für Kinder und Jugendliche – 4.000 sind es, die hier von 90 Fachkräften betreut werden -, sondern auch für die Zusammenarbeit mit Erlangen, zumal hier die technischen Voraussetzungen auf 11.000 m² Fläche gegeben sind, um alles von Theateraufführungen bis zu Konzertveranstaltungen auszuprobieren.

Dieter Rossmeissl, Gabriele Kopper, Ursula Lanig, Birgitt Aßmus und Irina Tschistjakowa vor der Rosenkranzkirche

An den Gästen aus Erlangen wird im Anschluß an den Besuch gleich auch noch ein neues Programm getestet. Irina Tschistjakowa, deren Arbeit hier im Blog unter der Rubrik „Deutsche in Wladimir“ in der Kategoriewolke zu finden ist, hat mit ihrem Arbeitskreis von bis zu 70 an der Stadtgeschichte interessierten Jugendlichen eine Route durch Wladimir erstellt, die zu den vielen, meist unbekannten Wirkungsstätten von Deutschen führt. Darunter viele von Deutschen erbaute Häuser, aber auch das einzige noch erhaltene Lagergebäude, wo deutsche Kriegsgefangene untergebracht waren, die Auferstehungskirche. Viel Material für das Thema „Deutsche in Wladimir“, demnächst in Ihren Blog vorgestellt. Versprochen! Und – ja, die Premiere dieser Tour von Irina Tschistjakowa ist gelungen und kann in Serie gehen.

Ursula Lanig, Gabriele Kopper, Birgitt Aßmus, Itrina Tschistjakowa und Dieter Rossmeissl. vor der Auferstehungskirche.

Doch der Tag ist noch lange nicht zu Ende. Im Erlangen-Haus werden die Gäste von Jugendlichen erwartet, die im August in Erlangen waren – auf Einladung des Jugendparlament – und dort Bürgermeisterin Birgitt Aßmus ein Wiedersehen versprochen haben. Weit über die vorgesehene Zeit hinaus bleibt man zusammen, um Fragen zu diskutieren: junge Familien und deren Förderung, Jugend und Politik, Frauen und Beruf… Genug Stoff für eine Fortsetzung des Dialogs.

Jugendtreff im Erlangen-Haus

Ein gelungener Tag, ein gelunges Programm, so das einmütige Fazit nach dem ersten Tag. Das freut natürlich auch die Gastgeber. Besonders Kirill Kowaljow.

Gabriele Kopper, Kirill Kowaljow, Irina Chasowa, Ursula Lanig, Birgitt Aßmus, Dieter Rossmeissl.

Der Stadtrat, zuständig für den Ausschuß Jugend, Kultur, Sport,  Religion, Soziales und Bildung, kennt Erlangen noch nicht aus eigener Anschauung, hat aber im Juni an dem Kongreß des Deutsch-Russischen Forums in Stuttgart teilgenommen und dort gemeinsam mit dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, die Zusammenarbeit vorgestellt. Nun hat er von Bürgermeisterin Birgitt Aßmus die offizielle Einladung erhalten, und man wird Kirill Kowaljow wohl schon bald in Erlangen erwarten dürfen. Ein gelungener Tag eben mit viel Ausblick auf eine gemeinsame Zukunft.

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Wenn jemand glauben sollte, der Blog bilde alle Besuchsprogramme im Rahmen der Partnerschaft Erlangen – Wladimir ab, ist das nicht mehr als eine Wunschvorstellung. Viele Gäste aus Wladimir entgehen nämlich aus den unterschiedlichsten Gründen seiner Aufmerksamkeit, noch mehr Erlanger, die nach Wladimir reisen bleiben unerwähnt, weil sie keine Berichte liefern. Es passiert also noch viel mehr, als man gemeinhin so denken mag. Da trifft es sich gut, daß auch das BRK Erlangen-Höchstadt auf Initiative von Nadja Steger einen Blog führt, aus dem wir heute nachstehende Geschichte entleihen:
 

Jekaterina Isjumnikowa und Jürgen Ganzmann

Hier zu arbeiten, ist wie Urlaub haben“, Jekaterina Isjumnikowa aus Wladimir in Russland war begeistert von ihrer Arbeit als Betreuungsassistentin im Alten- und Pflegeheim Etzelskirchen für sechs Wochen. In Russland arbeitet die 38-jährige im Krankenhaus als Psychologin. Sie würde sich wünschen, dass auch dort der Stellenwert einer sozialen Betreuung der Menschen  deutlich höher wäre. Aber leider kann sie dort mit ihrer Arbeit nur die notwendigsten Probleme lösen. Deutschland hat sie schon letztes Jahr kennenlernen dürfen. Jekaterina Isjumnikowa  hat es in sehr guter Erinnerung behalten, als sie im Rahmen eines Austauschprojektes in den Behindertenwerkstätten in Gremsdorf gearbeitet hat. Damals hatte sie auch im Rahmen des Oldtimerfestes das Alten- und Pflegeheim in Etzelskirchen  besucht  und sich dazu entschlossen, im nächsten Jahr  hier im Rahmen des Austauschprojektes zu arbeiten.

An Deutschland schätzt sie die Ordnung, die Freundlichkeit der Menschen und dass Gesetze ernst genommen werden. Jekaterina Isjumnikowa reist sehr gerne in ihrer Freizeit, so war sie erst an Ostern  im Urlaub in Italien. In Höchstadt wurde sie sehr freundlich von Felix Wasel aufgenommen, der früher selber im Austausch mit dem Roten Kreuz Wladimir besucht hatte.

Zum Abschied lud Jekaterina Isjumnikowa ihre Kolleginnen zu Kaffee und Reisig (einem russischen Gebäck aus ausgebackenem Teig) ein und verspricht, das Alten- und Pflegeheim bestimmt noch einmal bei ihren Reisen durch Europa zu besuchen.

Stefanie Mulatsch, 17. Juni 2011. Mehr zu diesem Blog unter: http://roteskreuzerh.wordpress.com/

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