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Posts Tagged ‘Erlangen-Haus Wladimir’


Wie versprochen, löst der Blog heute die Frage auf, welches Bild von Irina Snjatkowa der Gewinner des Ratspiels während der Geburtstagsfeier des Erlangen-Hauses am vergangenen Freitag zum Geschenk erhält. Wer dabei wird sich erinnern, daß Jochen Preuß die richtige Antwort ins Mikrophon rief und auf Nachfrage aus Wladimir seine Tochter, Elisabeth Preuß, bestätigte, ja es habe wieder ihr Vater gewonnen, der auch immer beim Quiz am Russisch-Deutschen Abend in der Volkshochschule die ersten Preise abräume.

Irina Snjatkowa und ihre kleine Ausstellung im Erlangen-Haus

Doch, siehe da, wie so oft im Leben gilt – besonders für alle aus Erlangen – der Spruch von Friedrich Rückert:

Das sind die Weisen, 
die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
das sind die Narren.

Und so schreibt denn Jochen Preuß am Samstag an Irina Chasowa, die Direktorin des Erlangen-Hauses:

mit großer Freude waren wir gestern zu Gast bei der Geburtstagsfeier des Erlangen-Hauses, wenn auch nur per Internet.

Bei uns wurden viele Erinnerungen wach, vor allem die Sehnsucht nach einem baldigen Besuch bei Ihnen in Wladimir. Bei der Preisfrage nach der Lieblingsstadt der Malerin, Irina Snjatkowa, wurde ich zum Sieger gekürt, weil ich am lautesten das Lösungswort „Freiburg“ rief. Doch meine Frau, Rose Ebding, war es, die die Stadt erriet. Sie wurde in dem Stimmengewirr nicht gehört, und deswegen wiederholte ich ihren Ruf. Somit gebührt ihr der Ehrenpreis. Das möchte ich Ihnen sagen, damit ich nicht ewig mit dem Makel eines „Gewinnerschleichers“ leben muß. (Im Internet wird „Gewinn erschleichen“ mit «победившая ганглинг» übersetzt).

Herzliche Grüße an Sie und alle im Erlangen-Haus, und wir hoffen auf ein Ende von Corona und der politischen Eiszeit. Wir bleiben Freunde. Bleiben Sie gesund.

Freiburg (rechts); welche Stadt links dargestellt ist, darf noch erraten werden

Nun, es wird keine großer Überraschung sein: Als Anerkennung geht das Freiburg-Bild an Rose Ebding und bleibt somit in der Familie, während Jochen Preuß eine ehrliche Haut bleibt. Bleibt noch nachzureichen: Irina Snjatkowa fand erst durch Corona zur Malerei, wie hier https://is.gd/rq3ASP anrührend nachzulesen.

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Als die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, am 7. Mai 1995 in Wladimir das Erlangen-Haus eröffneten, geschah dies bewußt am Vorabend des 50. Jahrestages des Kriegsendes und des Tages des Sieges als Symbol des Friedens und der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Russen. So wie damals eine etwa fünfzigköpfige Bürgergruppe aus Erlangen zu den Festlichkeiten, in deren Rahmen Dietmar Hahlweg auch die Ehrendoktorwürde der Pädagogischen Universität verliehen wurde, nach Wladimir gereist war, so hatte sich auch 2020 eine gut fünfundzwanzigköpfige Delegation zum 25jährigen Jubiläum des Erlangen-Hauses auf den Weg gemacht, den dann aber wegen der Pandemie doch nicht angetreten. Auch Hoffnungen darauf, die Feier heuer nachzuholen zerschlugen sich bei realistischer Einschätzung der Lage schon im Januar. Aber wir alle wissen uns ja in diesen Zeiten von Corona uns selbst zu helfen und zumindest eine virtuelle Nähe über Videokonferenzen und Soziale Netzwerke herzustellen.

Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, eingerahmt von Peter Steger u. Tatjana Garischina, der ersten Leiterin des Erlangen-Hauses, am 7. Mai 1995

Und so nahmen denn gestern am frühen Nachmittag mindestens 25 Gäste an der digitalen Feier des 26. Geburtstages des Erlangen-Hauses teil und teilten dabei vor allem eines: die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen von Mensch zu Mensch.

Elisabeth Preuß bei der Eröffnung der Geburtstagsfeier

Noch ist es aber nicht so weit, und so bleibt zumindest dieser Weg offen. Glücklicherweise. Damals, Mitte der 90er Jahre, wäre die gestrige Geburtstagsparty ja noch ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Doch so konnte Altbürgermeisterin Elisabeth Preuß gegen 13.00 Uhr das Fest mit den Worten eröffnen: „Ein Teil meines Herzens ist für immer in Wladimir geblieben.“ – Und anschließend mit ihrem Vater, Hans-Joachim Preuß und dessen Frau, Rose Ebding, ein Geburtstagsständchen singen.

Irina Snjatkow (Mitte) und Tatjana Kirssanowa (rechts) mit dem gemalten Geburtstagsgeschenk

Es gab dann sogar ein kleines Festprogramm, das mit einem Bildervortrag über Erlangens Neubürger, die Biber an der Schwabach“, begann und seine Fortsetzung mit der Präsentation des immer länger werdenden Freundschaftsschals und einer Galerie von Arbeiten der Deutschkurshörerin, Irina Snjatkowa, fand. Und dann das: Das Publikum am Bildschrim sollte seine landeskundlichen Kenntnisse unter Beweis stellen und raten, welche Stadt die Hobbymalerin dargestellt habe. Wie das ausging – so eine Entscheidung der Redaktion des Blogs – soll zu einem späteren Zeitpunkt Gegenstand der Berichterstattung werden.

Florian Janik

Und dann erschien Oberbürgermeister Florian Janik auf den Monitoren und versprach, die im letzten Jahr ausgefallene Reise möglichst schon 2022 nachzuholen. Sein Dank ging an das Team des Erlangen-Hauses, das, wie es sein ebenfalls zugeschalteter Vorgänger im Amt, Dietmar Hahlweg, formulierte, einen Traum habe wahr werden lassen. Und gerade jetzt brauchen wir, meinte Erlangens Stadtoberhaupt, diese Verbindungsstelle mehr denn je, wo doch die Beziehungen zwischen unseren Ländern sich derzeit als so schwierig gestalten. Aber man besten drücke das der Brief des Deutsch-Russischen Forums aus, unterzeichnet von dessen Vorstandsvorsitzenden, Matthias Platzeck, und dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied, Martin Hoffmann. Für alle, die gestern nicht dabei sein konnten, hier das Schreiben im Wortlaut:

Während Dietmar Hahlweg ausdrücklich Rudolf Schwarzenbach und Igor Schamow sowie Helmut Eichler und Irina Chasowa dafür dankten, diesen Traum wahr gemacht zu haben, erinnerte sein Nachfolger im Amt, Siegfried Balleis, an jene Zeit, als das Erlangen-Haus noch baufällig war und man sich kaum vorstellen konnte, wie hier einmal „das Stein und Holz gewordene Symbol unserer Partnerschaft“ entstehen könnte.

Blick in die Geburtstagsrunde im Erlangen-Haus

Die Gratulationen gingen noch lange hin und her, bis Ute Schirmer, unterstützt von Hans Gruß, mit einem Abendlied die Feier musikalisch ausklingen ließ. Und heute, am 76. Jahrestag des Kriegsendes, dürfen wir dankbar sein, in Frieden mit dem russischen Volk zu leben und weiter gemeinsam an der Verständigung mitwirken zu können. Mut und Weitsicht von Dietmar Hahlweg und Igor Schamow bleiben da Vorbild und Verpflichtung.

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Aus bekannten Gründen fiel die Feier zum 25. Geburtstag des Erlangen-Hauses im Vorjahr aus. Doch so ein Geburtstag kehrt ja, wenn auch nicht rund, jedes Jahr wieder, und so lädt denn das Team um Irina Chasowa am Freitag, den 7. Mai, ab 13.00 Uhr MEZ (14.00 Uhr Moskauer Zeit) zu einem virtuellen Fest ein, an dem auch Erlangens Oberbürgermeister, Florian Janik, teilzunehmen bereits zugesagt hat.

Irina Chasowa, Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa und Swetlana Schelesowa

Erwartet werden weitere Überraschungsgäste, vor allem aber auch Sie persönlich! So offen das Erlangen-Haus vor der Pandemie für alle stand und nach Corona wieder stehen wird, so offen ist die Gästeliste. Melden Sie sich einfach bis zum 5. Mai bei vladimir@erlangen.ru an und lassen Sie sich den Link für die Videokonferenz geben. Schön wäre es natürlich, wenn Sie ein virtuelles Geschenk mitbringen wollten, von einer musikalischen Einlage bis zu einem originellen Geburtstagsgruß. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, und je mehr mitfeiern, umso schöner wird das Fest.

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„Liebe Freunde“, kann man derzeit auf allen Kanälen des Erlangen-Hauses lesen, „wir haben es satt, auf die Öffnung der Grenzen zu warten und entschlossen uns deshalb, eine online-Sprechstunde mit dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, abzuhalten. Wer also dem Mitarbeiter der Erlanger Stadtverwaltung Fragen stellen oder sich einfach nur mit ihm unterhalten möchte, hat dazu am Mittwoch, den 21. April, ab 17.00 Uhr, Moskauer Zeit, Gelegenheit per Videoschaltung. Anmeldungen unter Tel. 323795 oder vladimir@erlangen.ru werden ab sofort angenommen.“ Und dann heißt es da noch, der Mann aus Erlangen sei immer offen für das Gespräch und freue sich darauf, alte Freunde wiederzusehen und neue kennenzulernen… Wie wahr!

Peter Steger, Anna Makarowa und Irina Chasowa, März 2016

Die Idee zu der virtuellen Sprechstunde entstand dieser Tage bei einer Zoom-Konferenz mit dem Erlangen-Haus und liegt ja eigentlich auf der Hand. Die letzte Reise nach Wladimir datiert immerhin vom September 2019. Da staut sich einiges an Sehnsucht auf, hier wie dort, was weder Blog noch Facebook, youtube oder E-Mail kompensieren können.

Die Grenzen sind übrigens wieder durchlässiger. Seit dem 1. April stellen die Konsulate und Visa-Agenturen erneut Sichtvermerke für die Russische Föderation aus. Aber wer noch nicht vollständig geimpft ist, muß sich nicht nur testen lassen, sondern hat die Quarantäne nach Ein- und Ausreise zur Auflage. Und die deutsche Seite bearbeitet Visa-Anträge noch immer nur in begründeten Ausnahmefällen. Der Weg zurück zu jenen Zeiten, wo Jahr für Jahr um die einhundert Begegnungen zwischen Erlangen und Wladimir stattfanden, dürfte also noch viel Geduld erfordern.

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Gestern feierte der Chefredakteur des Blogs Geburtstag. Wie es die Fügungen des Lebens so wollen, holte Irina Chasowa just am 5. April das von Jelena Jermakowa im Jahr 2015 gezeichnete Portrait des Partnerschaftsbeauftragten aus der Galerie ab, wo es im Rahmen einer Ausstellung einen Monat lang bis zum vergangenen Sonntag gehangen hatte. Nun, so der Beschluß der Direktorin des Erlangen-Hauses und ihres Teams, soll das Kunstwerk in der Schaltzentrale der Städtepartnerschaft hängen, bis der Kollege und Freund endlich wiederkommt, der aus den bekannten Gründen seit September 2019 (!) nicht mehr in Wladimir gesehen ward.

Irina Chasowa, Tatjana Kirssanowa, Natalia Korssakowa und Swetlana Schelesowa

Die Arbeit von Jelena Jermakowa weckte natürlich sofort die Erinnerung an ein weiteres Portrait, gezeichnet im Jahr 2003 von Michail Belan. Und nun der wagemutige Blick in die Zukunft. Es laufen bereits die Vorbereitungen auf den Russisch-Deutschen Wochen im Januar 2022. Bis dahin sollte die Pandemie von all den Impfstoffen dahingerafft sein. Eingeladen jedenfalls ist schon einmal der Künstler aus Wladimir, um einen Zeichenkurs zu geben und das eine oder andere Bildnis anzufertigen. Und schon im Mai ist eine Arbeit des Karikaturisten im Rahmen einer Ausstellung der katholischen Hilfswerks Renovabis in Herz Jesu zu sehen. Näheres dazu etwas später.

Aber nicht nur zum Geburtstag gibt es einen Nachtrag: Gestern traf in der Redaktion auch noch dieser Ostergruß von Wladimir Fedin ein. Ein schönes Bild kommt ja nie zu spät – und außerdem steht ja am 2. Mai das orthodoxe Osterfest an. Dann freilich sollte rund um Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl auch der letzte Schnee weggetaut sein.

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Ein steter Quell der Freude ist es, immer wieder zu beobachten, wie erfolgreich sich die Deutschkurse im Erlangen-Haus gestalten. Anfang des Monats fand die alljährliche landesweite Deutsch-Olympiade für Kinder und Jugendliche statt. Und wie immer hat auf regionaler Ebene beste Chancen, ganz vorne zu landen, wer im Erlangen-Haus eingeschrieben ist.

Fjodor Mysin mit Iwan Schenschin und Gleb Kukuschkin

Am Wettstreit um die besten Plätze in der Region Wladimir nahmen junge Leute der Stufen B2 und C1 teil und schlugen sich erwartungsgemäß gut. Gratulieren darf man nun Fjodor Mysin zu Gold, um im olympischen Sprachgebrauch zu bleiben. Aber auch auf den weiteren Positionen ist das Erlangen-Haus gut vertreten mit Maria Durmanowa (3. Platz), Juliana Ilina (4. Platz), Iwan Schenschin (5. Platz) und Gleb Kukuschkin (7. Platz).

Juliana Ilina

Bleibt nur, allen herzlich zu gratulieren und zu hoffen, sie alle auch einmal in Erlangen begrüßen zu können.

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Wer Gästen Wladimir zeigt, sollte auch wissen, wie es um die Städtepartnerschaften bestellt ist. Keine aus der Riege der Fremdenführer wäre berufener als Jelena Ljubar – erlangenkundig seit bald dreißig Jahren -, zu dem Thema eine Fortbildung anzubieten. Und so kam die Museumsmitarbeiterin denn auch am vergangenen Freitag auf Anregung von Irina Chasowa mit einer zwanzigköpfigen Gruppe ins Erlangen-Haus, um sich vor Ort ein Bild von den Räumlichkeiten und Funktionen der Schaltzentrale des deutsch-russischen Austausches zu machen. Eine Idee übrigens von Irina Chasowa, der Direktorin der Einrichtung, die ihr kam, als sie über einer Präsentation saß, die sie im Landesmuseum hätte vorstellen sollen: „Besser einmal sehen, als hundert Mal hören.“ Und weiter berichtet sie:

Besuch im Erlangen-Haus zum Abschied vom Winter

Viele aus der Gruppe kannten wir natürlich schon, einige räumten aber ein, noch die Schwelle des Hauses überschritten zu haben, als sie zu uns kamen, um Gäste aus Erlangen zu einer Führung abzuholen. Da war es doppelt angenehm, gerade auch diesen für die Partnerschaft so wichtigen Leuten unsere Einrichtung vorstellen zu können. Wobei allerdings die deutschsprachigen unter ihnen auch sagten, sie seien bereits Hörer unserer Deutschkurse gewesen oder hätten sich gerade eingeschrieben. Jelena Ljubar erzählte von Erlangen und zeigte dessen Sehenswürdigkeiten. Am Ende herrschte dann Einigkeit, man sollte doch ebenso wie das Erlangen-Haus auch die Partnerstadt einmal mit eigenen Augen gesehen haben. Natürlich gefiel es allen bei uns, sie interessierten sich für unsere Geschichte und versprachen, den Gästen der Stadt unser kleines Hotel zu empfehlen. Abschließend tranken wir noch Tee zu fränkischer Musik und machten, wie von der Blog-Redaktion gewünscht, unser letztes Winterbild vor dem Haus. Heute morgen hatte es noch einmal 17 Grad Frost, doch schon für Sonntag ist Tauwetter gemeldet, und dann solle es mit Plustemperaturen weitergehen. Der Frühling kommt, und wir freuen uns auf ihn!

Jelena Ljubjar, stehend, mit ihrer Gruppe im Erlangen-Haus

Wenn Sie sich nun fragen, wie ein Treffen von so vielen Menschen in einem Raum ohne Mindestabstand möglich sei, kann man von hier aus nur ungläubig den Kopf schütteln. Die Infektionszahlen fallen in der Partnerstadt langsam aber stetig, gestern meldete man für Wladimir nur noch 24 Neuansteckungen, das öffentliche Leben nimmt an Fahrt auf, die Krankenhäuser gehen wieder zum Regelbetrieb über, erste COVID-19-Stationen schließen schon wieder. Am Impfen allein kann es nicht liegen, denn nach offiziellen Angaben erhielten bis zum Stichtag 9. März von den 356.937 Einwohnern auch erst 17.655 den ersten und 6.791 den zweiten Pieks mit Sputnik V, das – wir kennen das ja leidlich von den bei uns bisher zugelassenen Vakzinen – nicht immer so zuverlässig in den Mengen an die sieben impfberechtigten medizinischen Einrichtungen geliefert wird, wie man sich das wünscht. Immerhin: Fünf Prozent der Wladimirer sind geimpft, mehr als landesweit, wo die Quote bei 3,5% liegt. Dennoch scheint insgesamt die Lage derzeit entspannter, als sie sich bei uns darstellt, und das möge auch so bleiben – und bei uns besser werden, selbst wenn es derzeit leider nicht danach aussieht!

Masleniza, gesehen von Sergej Skuratow

Morgen ist übrigens Schluß mit lustig. Die Butterwoche, die Masleniza, geht heute mit ihrem bunten Treiben zu Ende, morgen beginnt die vierzigtägige Fastenzeit, wo die russische Küche fast schon auf vegan umstellt: kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Eier, in der strengen Observanz sogar ohne Fisch. Deshalb heute noch einmal drei klassische Rezepte für die russischen Pfannkuchen, die Bliny, zu denen es natürlich ungezählte Varianten und leckere Aufstriche oder Füllungen gibt. Am besten, Sie experimentieren selbst – und sparen nicht an Butter, denn der verwöhnte Volksmund sagt: „Den Brei verdirbt man nicht mit Butter.“ Ein Spruch, der für die Bliny nicht minder gilt. Und bei uns nimmt man das ja auch nicht so streng mit dem Fasten. Lassen Sie es sich also schmecken!

Masleniza, gesehen von Sergej Skuratow

Rezept 1 – Russische Bliny nach Hausfrauenart (für vier Personen)

Zutaten: 800 g Weizenmehl, 800 ml warme Milch, 4 Eier, 50 g Butter, 1 Prise Salz, 1 TL Zucker, 20 g Hefe.

Zubereitung: Hefe in 600 ml Milch auflösen und in eine Schüssel mit dem Mehl geben, verrühren und zum Gehen an einen warmen Ort stellen. Die Eier aufschlagen und Dotter von Eiweiß trennen. Die vier Dotter im Rest der Milch mit zerlassener Butter, Salz und Zucker vermischen. Die Mischung dem Teig beigeben, verrühren und nochmals an einem warmen Ort gehen lassen. Das Eiweiß schlagen und unmittelbar vor dem Backen der Bliny in einer gefetteten Pfanne unterheben.

Rezept 2 – Bliny aus Buchweizen (ein altes Rezept)

Zutaten: 2 Gläser Buchweizen, 2 1/2 Gläser warme Milch, 30 g Hefe, Salz.

Zubereitung: Mehl in Milch oder Wasser verrühren und die in Milch aufgelöste Hefe und Salz hinzugeben. Den Teig an einem warmen Ort gehen lassen. Nach zwei bis drei Stunden erst mit dem Backen beginnen. Erst wenn der Teig sich gehoben hat, sorgfältig die Bliny in einer heißen ausgefetteten Pfanne backen, ohne den Teig nochmals umgerührt zu haben. 

Rezept 3 – Bliny mit Quark

Zutaten: 1 l Kefir mit mindestens 3% Fettgehalt, 1/2 l Milch, 1,5 Teelöffel Soda, 3 Eßlöffel Zucker, Salz, 2 Eier und Mehl; für die Füllung: 1 kg Quark (möglichst russischen aus „Irina“ in der Dorfstraße) oder Topfen, 2 Eier, Puderzucker.

Zubereitung: Kefir in eine Schüssel gießen und zusammen mit einem Ei verrühren, Puderzucker, Soda und Salz beigeben und umrühren. Dann Mehl dazu, bis der Teig sämig und dickflüssig wird. Abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am Morgen Öl in der Pfanne heiß werden lassen und den Teig portionsweise in die Pfanne geben und die Bliny backen. Jeden Pfannkuchen mit einem Stück Butter einfetten und in eine Form geben. In die Mitte der Bliny eine Quarkfüllung geben, rollen und mit Konfitüre oder saurer Sahne (am besten Smetana) reichen. Für die Füllung ist wichtig, den Quark gut mit den Eiern und dem Zucker zu vermischen.

Vorgeschmack auf die Fastenzeit, ein russischer Fakir, gesehen von Sergej Skuratow

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Es ist wieder Konzertzeit: Am heutigen Freitag, den 5. Februar, tritt Sergej Gostjew mit seiner sechssaitigen russischen Gitarre um 16.15 Uhr (MEZ) im Erlangen-Haus auf. Das Live-Konzert wird per Zoom unter dem Zugang https://us02web.zoom.us/j/82688674615?pwd=VnJYSzc5L2lxNitCa2JWRzIvUE1tUT09 übertragen. Sie brauchen Zoom nicht eigens herunterzuladen. Sollte es dennoch unerwartet Probleme beim Zuschalten geben, hier noch für den unwahrscheinlichen Fall der Fälle die Identifikationsnummer 826 8867 4615 und der Zugangscode 573487.

Sergej Gostjew und Patrizia

Dieses Mal tritt der Multiinstrumentalisten zum ersten Mal mit der Sängerin Patrizia auf. Sehr viel mehr soll aber noch nicht verraten werden, auch nicht, was das Team vom Erlangen-Haus für eine Überraschung vorbereitet. Genießen Sie die Vorfreude und schalten Sie sich zu.

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Dieser Tage ging im Erlangen-Haus ein Glückwunschschreiben der Stadtverwaltung Wladimir ein, geschmückt mit dem Portrait des Panzerfahrers Wladimir Petrowitsch Chasow, der im September 1942 bei der Schlacht um Stalingrad fiel. Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, schickte den Umschlag per Mail mit den Worten nach Erlangen: „Es handelt sich da um einen vollständigen Namensvetter meines Großvaters. Sogar das Geburtsjahr stimmt. Allerdings kam er bereits 1941 ums Leben. Ein indirekter Gruß aus der Vergangenheit.“

Leider ist über den Großvater nichts bekannt, nicht einmal ein Bild von ihm ist erhalten. Man weiß nur, daß er im Dezember 1941 als gemeiner Soldat fiel. Viel zu früh in jedem Fall, denn sein Sohn Jewgenij, Irina Chasowas Vater, war da gerade einmal zwei Jahre alt. Und der Großvater mütterlicherseits? Auch der kam nicht zurück von der Front. Seine Witwe sah es aus verständlichen Gründen – sie hatte zwei kleine Kinder alleine aufzuziehen – nicht gern, daß ihre Enkelin am Pädagogischen Institut als Hauptfach Deutsch wählte und schon als Studentin nach Erlangen zum Austausch kam. Vielleicht hätte sie später ihre Meinung geändert, wenn sie noch erlebt hätte, daß man ihrem Sohn in Deutschland ein künstliches Gelenk implantierte und ihre Enkelin wohl nur noch deshalb am Leben ist, weil der deutsche Arzt, Josef Weigl, und ihre Freunde in Erlangen die notwendige medizinische Hilfe leisteten.

Swetlana Schelesowa, Natalia Korssakowa, Irina Chasowa und Tatjana Kirssanowa mit einem geschmeichelten Johann Wolfgang von Goethe

Noch weniger ahnen konnte die Großmutter auch, daß ihre Enkelin einmal mit dem Sohn eines Wehrmachtsoffiziers – Jahrgang 1919, also nur ein Jahr jünger als ihr Großvater väterlicherseits – zusammenarbeiten würde, dessen Vater ihm schon als Kind die Hochachtung vor und die Liebe zum russischen Volk regelrecht eingeimpft hatte. Welch ein indirekter Gruß aus der Vergangenheit, wenn nun ausgerechnet diese beiden die Aussöhnung und Verständigung ihrer Völker als oberstes Ziel ihrer Arbeit verstehen. Und das schon deutlich mehr als die Hälfte ihrer Lebenszeit, die für Irina Chasowa heute in ein neues Jahr tritt. Deshalb: Alles Gute zum Geburtstag, liebe Ira, im Namen all Deiner ungezählten Freunde in Erlangen und weit darüber hinaus!

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Es ist wieder Konzertzeit: Am Freitag, den 5. Februar, tritt Sergej Gostjew mit seiner sechssaitigen russischen Gitarre um 16.15 Uhr (MEZ) im Erlangen-Haus auf. Das Live-Konzert wird per Zoom übertragen, die Zugangsdaten veröffentlicht der Blog noch rechtzeitig. Sie sollten sich einstweilen den Termin vormerken.

Sergej Gostjew und Patrizia

Dieses Mal steht dem Multiinstrumentalisten allerdings Sängerin Patrizia zur Seite. Sehr viel mehr soll aber noch nicht verraten werden, auch nicht, was das Team vom Erlangen-Haus für eine Überraschung vorbereitet. Genießen Sie die Vorfreude!

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